norden, weil nach dem Gutachten Gr. Kreis'gefundheitsäntts Büdingen Erwerbsunfähigkeit int Sinne des J>n^.-Gers.-G. nicht vorliege. Das Schiedsgericht kam jedoch auf Grund! eines von Gr. Kreisarzt Tw. Wniger zu Schotten ein- geholten Gutachtens, das im wesentlichen mit dem des> behandelnden Arztes überein stimmt, zu anderer Mrsicht und' verurteilte die Beklagte zur Zahlung der Invalidenrente in gesetzlicher Höhe vom 1. Januar 1904 ab'. — Die Landes- versicherungsänstalt Hessen-Nassau zu Kassel hatte die dem Konrad Kirchner II. zu Langenbergheim gewährt gewesene Invalidenrente eingestellt, da nach dem kreisärztlichen Gutachten Erwerbsunfähigkeit nicht mehr vorhanden sei. Auf die hiergegen eingelegte Berufung 'wurde dem Kirchner mangels Vorliegens der Voraussetzung des § 47 Abs. 1 JInv.-Mrs.-G. die Invalidenrente wieder zuerkannt. — Die seitens des Heinrich Müller zu Metzlos gegen den ihm eine Rente versagenden Bescheid der Invaliden Versicherungsanstalt Gr. Hessen verfolgte Berufung hatte keinen Erfolg, da nach dem Gutachten zweier beamteten Aerzte Invalidität im Sinne des Gesetzes als vorliegend nicht angenommen werden konnte. — ^Ebenso erging es der aus gleichem Anlaß von dem Christian Kircher zu Wolferborn eingelegten Berufung. — Den von der Marie Schrumpf Witwe zu Ms- feld wiederholt geltend gemachten Anspruch auf Invalidenrente hatte die Versicherungsanstalt in Darmstadt unter Hinweis auf die in derselben Sache unterm 25. Juni 1903 ergangene Entscheidung des Schiedsgerichts abgelehnt, da für die zweijährige Frist Pom 21. Dez. 1898 bis 21. Dez. 1900 anstatt 20 nur 8 Beitragswochen nachgewiesen feiert, somit die Anwartschaft auf Rente nach § 46 Jnv.-Vers.-Ges. erloschen sei. Ein Wiederaufleben der erloschenen Anwartschaft durch erneutes Zurücklegen der Wartezeit von 200 Wochen habe bis zum Eintritt der Invalidität nicht stattgefunden. Die vom Schiedsgericht auf die eingelegte Bie- rusung hin vorgenommene Prüfung der Sachlage führte zu keinem günstigen Resultat für die Klägerin. Der Erlaß des angefochtenen Bescheids konnte daher als ungerechtfertigt nicht erachtet werden. — Wegen einer Beinverletzung bezog der Knecht Reinhold Voigt zu Friedberg seit zwei Jahren eine Rente von 70 Prozent, die jedoch die Sektion 6 der Lagereiberufsgenossenschaft zu Mainz auf 60 Prozent herabgesetzt hatte. Das Schiedsgericht verurteilte die Be- russgenossenschaft mangels Vorliegens einer wesentlichen Besserung in dem Gesamtzustande nnÄ der darauf beruhenden Erwervsfähig^it des Voigt Attr Weiterzahlung der 70prozentigen Rente. — Dem Zimmergesellen Heinrich Schäfer zu Salz war für die Folgen eines am 31. Mai 1888 erlittenen Unfalls (Bruch der Schädelbasis mit Zerstörung fast sämtlicher linksseitiger Hirnnerven) von der Hess.-Nass. Bergwerksberufsgenossenschaft zu Frankfurt die gesetzliche Wollrente bewilligt worden. Am 12. Juli 1904 starb Schäfer an den Folgen eines Lungenleidens. Die Witwe des Verstorbenen stellte nun Antrag aus Gewährung der Hinterbliebenenrente. Die Berufsgenosseuschaft wies den Antrag zurück, da nach dem Gutachten des behandelnden Arztes ein Zusammenhang zwischen dem Unfall und dem Lungenleiden nicht bestehe. Der hiergegen verfolgte^ Berufung wurde aus gleichen Gründen der Erfolg versagt. — Die dem Heinrich Ey zu Dudenrod gewährt gewesene Rente von 75 Prozent hatte die Sektion 1 der Hess.-Nass. Bau- gewerksberufsgenossenschaft zu Frcurkfurt aus 40 Prozent herabgesetzt, womit sich Ey nicht zufrieden gab. Das Schiedsgericht kam zwar ebenfalls zu der Ueberzeugung, daß in der Erwerbsfähigkeit des Verletzten eine Besserung eingetreten sei, es schätzte jedoch den Grad der noch bestehenden Erwerbsunfähigkeit aus 50 Proz, Demgemäß wurde die Beklagte zur Zahlung einer 50prozentigen Rente für verpflichtet erklärt. — Für die Folgen eines am 7. Sept. 1901 erlittenen Unfalles hatte die Zuckerberufsgenossenschaft zu Magdeburg dem Peter Heinrich Gerlach zu Stockheim bis einschl. 30. Juni 1904 die gesetzliche Wollrente gewährt. Eine RentengeWährung nach dem 1. Juli 1904 lehnte die Berufsgenossenschast ab, weshalb sich Gerlach an das Schiedsgericht wandte. Dieses sprach ihm nach Anhörung des Kreisarztes Dr. Königer zu Schotten eine Rente von 20 Prozent zu. i— Auf Gtrund der §§ 88, 90 Gewerbeunfallversicherungsgesetzes hatte die Tiesbauberussgenoffenschaft zu Berlin beim Schiedsgericht Antrag auf Herabsetzung der dem Steinbrecher Louis Eckhardt zu Unter-Schmitten gewährten Rente von 331/3 Proz. aus 20 Proz, beantragt. Der Antrag wurde als unbegründet zurückgewiesen, da nach dem Gutachten Gr. Kreisgesundheitsamts Büdingen eine wesentliche Besserung in dem Zustand des Eckhardt nicht eingetreten ist. — Dieselbe Berussgenossenschaft hatte die Rente des Georg Hofmann zu Bernmtshain von 25 Proz, auf 15 Proz. herabgesetzt. Das Schiedsgericht erachtete die Reduzierung der Rente nicht für gerechtfertigt und verurteilte die Berussgenossenschaft zur Weiterzahlung der 25prozentigen Rente. — Die dem Friedrich Fett zu Nieder- Weisel üoit der Ziegeleiberufsgenossenschast zu Wiesbaden gezahlte Rente wurde auf Antrag der Berussgenossenschaft gemäß § 88 Gesetzes vom Schiedsgericht eingestellt, da eine im wirtschaftlichen Leben meßbare Erwerbsunfähigkeit nicht mehr besteht.
Dermifdyte*«
• Das Jubiläam der „Vossischen Zeitung". Die Jubiläumsfeier des 200jährigen Bestehens der „Voss. Ztg." am Salustag war ein neuer Beweis, welches hohen Ansehens sich das Blatt weit über das Weichbild der Reichs- Hauptstadt erfreut. Die Feier begann mit Ansprachen des Chefredakteurs und des Vertreters der Expedition an die Eigentümer der Zeitung, deren Chefredakteur Bachmann ein kunstvoll ausgeführtes Album mit den Bildnissen aller jetzigen Redakteure uiid Mitarbeiter des Blattes überreichte. Die Glückwünsche der Berliner Handelskammer überbrachte Geh. Rat Herz, dec von sich sagen konnte, daß er seit 1842 Leser der „Voss. Ztg." ist. Raniens des Aeltestenkollegiums gratulierte Geh. Rat Helfft, namens des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller, soivie des Zentralausschusses der Berliner kailfiliännischen, gewerblichen und industriellen Vereine Kommerzienrat Jakob, namens der Freisinnigen Volkspartei Abg. Dr. Müller-Sagan, namens der Landtagsfraktion der Freisinnigen Volkspartei der Abg. Cassel. Zahlreiche telegraphische und briefliche Glückwünsche wurden verlesen. Glückwünsche lagen u. a. vor von dem Polizeipräsidenten, der Direktion der Reichsdruckerei, Dem Schweriner Geh. und Haliptarchiv und vielen Zeitungen, Vereinen und Behörden. Auch eine Reihe von Banken unb zahlreiche Freunde der Zeitung hatten gratuliert und zum Teil kostbare Blumenspenden übersandt. Eine Abordnung der Redaktion legte am Leisnig-Denkmal im Tiergarten einen Kranz nieder, dessen Wwmungsschlelfe die Worte trug: „Dem geistigen Führer durch die Jahrhunderte".
* Ein Konfustonsrat. Der kürzlich verstorbene Bologneser Dichter und Politiker Panzanhi war bekannt wegen seiner unglaublichen Zerstreutheit. Wo er gratulieren mußte, schickte er Kondolenzbriefe und umgekehtt. Jstn Theater vergaß er seine Frau, ging zu Diners, wo man ihn nicht eingeladen hatte, während der gute Freund, bei dem er speisen sollte, ihn vergeblich bei einem für ihn hergerichteten lukullischen Mahle ermattete. Eines Tages begegnete Panzanhi in Ferrara einem Freund, der sich erst wenige'Tage vorher verheiratet hatte, und schlägt ihm freundschaftlich auf die Schulter mit den Worten: „Bravo, bravo, alter Junge, immer vergnügt, intmer jung, immer Junggeselle. Daß Du mir niemals die Eselei begehst, Dich zu verheiraten!" Der Freund startte ihn fassungslos an, denn Panzhani war als Trauzeuge eingeladen gewesen und hatte sich, da er verreisen mußte, vettreten lassen. . . .
* Ein dreijährige s Mädchen von einem Frettchen erwürgt. In Nanterre haben unlängst Eltern auf ganz seltsame Art und Weise ein dreijähttges Töchterchen verloren. Das Kind lag in der Wiege und schlief, während die Mutter das Zimmer für kurze Zeit verlassen hatte. Als sie zurückkehrte, bot sich ihr ein schrecklicher Anblick. Kiffen und Bettzeug waren über und über mit Blut besudelt. Der Arzt konnte der trostlosen Mutter nur die Mitteilung von dem Tode des Kindes machen. An der Kehle und hinter dem Ohr entdeckte er zwei Bißwunden, aus denen das Blu geflossen war, und die den Tod des Kindes herbeigefühtt hatten. Der Arzt und die Eltern standen vor einem Rätsel und konnten sich nicht erklären, wer dem Kinde die Verletzungen hatte beibringen können. Schließlich fand der Vater in einer Ecke des Zimmers ein eingeschlafenes Frettchen, das Maul voller Blut. Es war kein Zweifel, daß das Tier, das einem Nachbar gehörte, durch die offen stehende Tür sich eingeschlichen und das schlafende Mädchen erwürgt hatte.
* Vierlinge. Im letzten Dreivietteljahrhundert sind in Berlin dreimal Geburten von Vierlingen vorgekommen oeer je einmal auf etwa 650 000 Geburten. Untersuchungen haben bewiesen, daß die Gebutt von Zwillingen am wahrscheinlichsten ist, wenn sich die Mutter im Alter von 25 bis 29 Jahren befindet, während sich Drillinge am häufigsten bei 30—34 einstellen; außerdem ist ermittett worden, daß die Neigung zu Mehrfachgebutten mit der Zahl der Geburten überhaupt zunimmt, die eine Frau bereits hinter sich hat. Drillinge kommen meist bei Frauen vor, die schon 6 Kinder oder mehr zur Welt gebracht haben. Ueberhaupt stehi die Zahl der Mehrfachgebutten in geradem Verhältnis zur allgemeinen Fruchtbarkeit der Frau, so daß die Häufigkeit von Drillingen in einem Lande in Uebereinstimmung mit der Häupgkett der Zwillingsgebutten sein wird. In Rußland, wo schon auf 18 Geburten eine von Zwillingen trifft, entfällt eine Drillingsgeburt auf 4000 Geburten, während in Frankreich Zwillinge nur in einem von 99, Drillinge in einem von 8000 Fällen zur Welt kommen. Bei Vierlingen ist es gewöhnlicher, Kinder von verschiedenem als solche von gleichem Geschlecht zu finden, doch kommen sie überhaupt nur selten lebend zu Tage. Bei einem jüngst vorgekommenen Fall wogen die vier Kinder zusammen nur 5V2 Pfund; dagegen ist eine Vierlingsgeburt bekannt, bei der das Gewicht etwa 19 Pfund betrug.
* Die amerikanischen Krösusse. Nach den jüngsten Steuerveranlagungen in den Vereinigten Staaten ist, wie aus Newyork berichtet wird, der Grundeigentumswert der größten Steuerzahler im ganzen Lande:
M. Field, Chicago ... 40 000 000 Dollars,
I. I. Astor, Newyork . . 35 300 000
W. Weightman, Philadelphia 30 000 000
Wm. W. Astor, Newyork . 27 500 000
L. Z. Leiter, Chicago . . 13 000 000
Otto Poung, Chicago . . H. C. Frick, Pittsburg . . F. White, Baltimore . . . W. Cheßmann, Denver . .
10 350 000
10 000 000
8 000 000
6 000 000
h
u
If
w
I. M. Sears, Boston . . 4 500 000
Von diesen zehn reichsten Grundbesitzern ist Weightman in Philadelphia kürzlich gestorben und hat seine einzige Tochter zur Universalerbin eingesetzt. Fields Reichtum ist natürlich ebensowenig wie der der übrigen Großgrundbesitzer durch die Ziffern der Steuerbehörde erschöpft; man schätzt vielmehr sein Gesamtvermögen, das zum Teil in Werten der Pulman Car Co. angelegt ist, auf etwa 250000000 bis 300000 000 Dollars. Unter den Steuerzahlern, die mit beweglichem Vermögen hoch eingeschätzt sind, stehen obenan Carnegie mit 5 000000 Dollars Einkommen, John D. Rockefeller mit 2 500 000 Dollars und Ruffel Saye, der bekannte New- yorker Geizhals, mit 2 000 000 Dollars. Die Vereinigten Staaten kennen bisher keine Steuergesetze, die es gestatten, die Reichen ihrer Leistungsfähigkeit entsprechend heranzu- ziehen. Haupteinnahmequelle ist und bleibt vorläufig der Einfuhrzoll; eine Einkommensteuer befürworten nur die
Radikalen.
* Kleine Tageschronik. In Ober-Glottertal int Breisgau geriet durch Explosion einer Petroleumlampe in dem Hause des Arbeiters Rieder ein Bett in Brand, in welchem ein Kind schlief. Dieses erlitt so sckMere Brand- wunden, daß es nach kurzer Zett v erstarb. — Aus Veranlassung einer Preßfehde drana der Verleger der „Bernburger Ztg." Schwarzenberger in die Redaktion des „Anhalter Kurier" ein und ohrfeigte den Redakteur Zweck, welcher eine Pistolen- f 0 r d e r u n g a b l e h n t e und im „Kurier" Schwarzenberger als satisfaktionsunfähig bezeichnet hatte. — Der 24 Jahre alte Student der Chemie Richard Blümmer aus Zürich stürzte in der Nacht beim Nachhausekommen die Treppe seiner Wohnung hinab und brach das Genick. Er wurde am andern Morgen tot aufgefunden. Blümmer ist der Sohn eines Professors in Züttch. — Nach einer Meldung aus Gevelsberg (Rheinl.) wurde der 25jähttge Schlosser Battenberg, der auf Re- klamation vom Militärdienst fteigekommen, aber dann, als er seinen Verpflichtungen seiner alten Mutter gegenüber nicht nacfc kam, nach Mörchingen eingezogen. Tort hat er den Leutnant Toujours erstochen und dann ficty selbst den Hals durchschnitten. — Der seit August vermißte Professor Feller aus Zittau wurde am Fuße des Padaun erlog els (Tirol) als verweste Leiche gefunden. Er schttnt durch Absturz verunglückt zu sein. — In Albersweiler (Pfalz) versuchte der Fabrikarbeiter Heß das zweijährige Kind seiner Geliebten, der ledigen Fabrikarbeiterin Katharine Schuhmacher von Albersweiler, zu erschießen. Er drang in angetrunkeneni Zustande mit einem mit sechs Kugeln geladenen Revolver bewaffnet in die Wohnung derselben und feuerte sechs Schüße auf das Mini) ab, ohne es jedoch zu treffen. Tie Großmutter des Kindes wollte das Kind vor dem Angriff des Heß schützen, wurde
aber, von verschiedenen Kugelschüssen an dem linken Oberarm a* heblich verletzt. Heß wurde verhaftet.
Landwirtschaft.
□ Marburg, 30. Oft Eine gestern mittag im Nestau, rant Schultz hier abgehaltene stark besuchte Versammlung des landwirtschaftlichen Kreisvereins besprach u. a. auch die im nächsten Jahre in unserer Nachbarstadt Frankenberg stattfindende Generalversammlung der Kasseler Landwirtschaftskammer und die damit verbundene große Viehausstellung. Um einen Ueberblick über das aus dem hiesigen Kreise sich zur Ausstellung eignende Vieh zu gewinnen, soll einige Wochen vorher in Verbindung mit dem 50jähttgen Stiftungsfest des landwittschaftlichen Kreisvereins eine von der Simmentaler und Vogelsberger Zuchstgenossenschast gemeinsam arrangierte Viehausstellung mit Prämiierung flott- finden.
Kisenbahn-Zeitung.
Ter Vize-Landmarschall von Mecklenburg-Schwerin, Freiherr von Maltzahn, brachte beim Amtskonvent den Antrag ein, die ^Regierung zu ersuchen, mit Preußen wegen des Abschlusses edier Eisenbahngemeinschaft in Verhandlungen zu treten. Der Antrag wurde angenommen und kommt auf dem. diesjährigen Landtage zur Verhandlung. ! j 1 |
Spielptm: der orreimgten Frankfurter Stadttheater.
Opernhaus.
Dienstag den 1. November *): „Hoffmanns Erzählungen.^ Mittwoch den 2. November: 2. Abonnements-Konzert. Donnerstag den 3. November: „Ter fliegende Holländer." Frettag den 4. Nov. geschlossen. Samstag den 5. November: »Das goldene Kreuz." Hierauf: „Tanzbilder." Sonntag den 6. November, nachmittags halb 4 Uhr: „Das Veilchenmädel." Abends 7 Uhr: „Tannhäuser"^ und „Der Sängerkrieg .aus Wartburg." Montag den 7. Novbr- geschlossen.
Schauspielhaus.
Dienstag den 1. November*): „Im grünen Baum zur Nachtigall." Mittwoch den 2. November: „Uttel Skofta/' Donnerstag den 3. November: Gastspiel der Frau Sarah Bernhard mit ihrer französischen Gesellschaft: Zum ersten Male: „L'Aiglon." Freitag den 4. November: Gastsplel der Frau SarahBernhard mit ihrer ftanzösischen Gesellschaft: „La Dame aux Eamelias." Samstag den 5. November: „Nora." Sonntag den 6. November, nachmittags halb 4 Uhr: „Traumulus." Abends 7 Uhr: Neu einstudiert: „Die Logenbrüder." Montag den 7. Nov»: „Der Pfarrer von Kirchseld."
*) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.
Elngesan-t.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubttk stehenden ArtiLl übernimmt die Redattion dem Publikum gegenüber keinerlei^ Verantwortung.)
Geehrter Herr Redakteur!
Gestatten Sie einem Steuerzahler, daß er die öffenlliche Auf- merksamkeit auf einen Uebelstand richtet, der in wetten Kreisen als sehr unangenehm empfunden wird. Die Bezirkskasse hat — anders wie die Gemeindekaffe — nur an 4 Wochentagen Zahlstunden. Außerdem aber ist die Kaffe in den ErhebungS- monaten auch noch am 11., 12., 13., 26. und 27. geschlossen. Das hat zur Folge, daß z. B. in diesem Jahr die Kasse im Februar an 14 von 25 Wochentagen (also wett mehr als die Hälfte), im April und Juni an 10 von 26, im August an 15 (!) von 27, im Oktober an 12 von 26 Tagen geschlossen war. Im Februar und August trat sogar der Fall ein, daß die Kasse an 5 Wochentagen hinter einander dem Publikum nicht geöffnet war, so daß, wer z. B. Dienstag, den 9. August, an der Zahlung verhindert war, erst Dienstag, den 16. August, die Kasse roteber offen fand. Im Februar wie im August war die Kasse an zwei von 4 Samstagen, den erfahrungsgemäß beliebtesten Zahltagen, geschlossen. Diese Einttchtung mag ja für die Beamten sehr angenehm sein; für das Publttum ist sie jedenfalls unerfreulich: denn zu der Verminderung der Zahltage kommt der vermehrte Andrang an den übrigen Tagen, der oft ein halbstündiges Warten oder gar darüber hinaus zur Folge hat. Hier sollte dttngend Abhülse geschaffen werden. r.
Kirchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
Montag, den 31. Oktober, abends 8 Uhr, Bibel stunde^ im Konsir-mandensaal der Lukasgemeinde, Liebigsttaße 56.' Offb. Joh. 2, 8—11. Psarrer Euler.
Summa: 47 (22) 32 (17) 10 (1) 5 (4)
An m.: Die in Klammern gefetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke komineir.
Mouatlichk liebrrficht drr Todesfälle in Gieße«.
Monat September 1904.
(Einwohnerzahl: angenommen zu 27 500 (inkl. 1600 Mann MttttärH Sterblichkeitsziffer: 20,51
nach Abzug von 22 Ortsfremden: 10,91 °/oo.
Kinder
Schiffsliachrichten.
Norddeutscher Lloyd.
In Gießen vertreten durch Carl L 0 0 S, Kirchenplah.
Brennen, 26. Okt. (Per transatlantischen Telegraph.) Dee Doppelschrauben-Postdanipser „Neckar", Kapitän A. Harrassowitz, vonr Oiorddeutschen Lloyd m Bremen, ist heute 2 Uhr morge»iS wohlbehalten in Newyork angekommen.
Es starben an:
Zusammen: Erwachsene:
im
vom
1. Lebensiahr:
2.-15. Jc
Dyphthette
1(1)
—
—
Kl)
Keuchhusten
Tuberkillose der
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Lungen
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Lungenentzüiidung 2 (1)
1
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Schlagfluß
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Herzkrankheiten
2
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Darmkatarrh
1
——
1
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Atrophie
2
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2
—
Lebensschwäche
2
-—
2
■—
Neubildungen
8(4)
8(4)
—
—
Altersschwäche
2(1)
2(1)
—
—
anderen Krankheiten 10 (6)
6(5)
4(1)
—
Verunglückung
6(6)
4(4)
2(2)
Selbstmord
3
3
—
Zamttien Nachrichten.
Gestorben. Frau Acgine Moreau, geb. Nathan in Mainz. — Frau Mma Strauß, geb. Dernburg m Dieburg.
Die Kindergedeihen vorzüglich dabei & leiden nicht*
an
Vordauungs Störung.
hervorragend bewährt bei Brechdurchfall, Darmkatarrh, Diarrhoe etc. v


