in der Mcrrineverwaltung diese Auffassung sich aneignen, ist einstweilen nicht bekannt- Als sicher ist anzunehnren, daß bei dem nächsten Linienschiffs-Klassentyp — die Geschwader sind bekanntlich gleichartig gehalten — ein höheres Mittelartillerie-Kaliber gewählt werden wird- Schließlich nötigen die durch den russisch-japanischen Krieg gegebenen Erfahrungen auch, auf die Vervollkommnung der Strandbatterien bedacht zu sein, deren Bedienung der Matrosenartillerie zufällt- Da diese Batterien feste Ziele darstellen, sind sie von vornherein im Nachteil gegen ein von der See her operierendes Geschwader. Um nicht vorzeitig zum Schweigen gebracht zu werden, müssen daher die Batterien ausgesuchtes Geschützmaterial und ferner Mannschaften haben, die im gefechtsmäßigen Schießen auf schwimmende Ziele den höchsten Grad der Leistungsfähigkeit erreichen. Wie es um die russischen Strandbätterien bestellt ist, das wird der bevorstehende Kampf um Port Arthur mit besonderer Deutlichkeit erkennen lassen-
Kirche und Schule.
Verhältnis von Schule und Kirche. Da auf dem Königsberger Allgemeinen deutschen Lehrertag das Verhältnis von Schule und Kirche behandelt und dadurch wieder ins allgemeine Interesse gerückt worden ist, bittet man die „Darmst. Ztg.", daran zu erinnern, welche Stellung der Hessische evangelische Pfarrverein auf seiner Hauptversammlung in Mainz am 27. v. M. in dieser Frage eingenommen hat. Nach begründendem Referat von Pfarrer Wahl-Langen nahm man einstimmig folgende Resolution an:
„Die Hauptversammlung des evangelischen Pfarrvereins im Großherzogtum Hessen würdigt die geschichtlich gewordenen Beziehungen zwischen Kirche und Volksschule, verkennt aber ebenso wenig die Entwickclungsfähigkeit dieser Beziehungen, wie sie die sich ergebenden Bedenken unterschätzt, zu denen die derzeitige Stellung der Pfarrer im Schulvorstand Anlaß geben kann. Wenn sie trotzdem ihrerseits auf eine Aender- ung der zurzeit geltenden gesetzlichen Lage nicht hindrängt, ist sie von der Ueberzeugung geleitet, daß die evangelischen Pfarrer auch mit Selbstverleugnung zu dienen bereit sein müssen, wo und so lange man ihre Dienste begehrt, und daß es nicht ratsam ist, gerade bei dem eigenartigen Verhältnis von Kirche und Schule dem ruhigen Gang der Entwickelung gewaltsam vorzugreifen. Angesichts der mehrfach öffentlich geäußerten, völlig ungerechtfertigten Unterstellung dagegen, als ob die evang. Pfarrer sich an die Behauptung des Vorsitzes im Schulvorstand herrschsüchtig, ehrsüchtig, oder aus wie sonst immer gearteten persönlichen Gründen anklammerten, hält sie es für eine Forderung der Selbstachtung von feiten des Pfarrerstandes, zu wünschen, es möchte von seilen der leitenden, staatlichen Stelle klar und unmißverständlich zum Ausdruck gebracht werden, daß der Staat zurzeit die Pfarrer von der Verpflichtung zur Uebernahme des Vorsitzes im Schulvorstande nicht befreit wissen, daß er auf die Dienste der evang. Pfarrer im Schulvorstand nicht verzichten will, wie sie anderseits erwarten muß, daß die Stellung der Geistlichen als Vorsitzender im Schulvorstand gesetzlich dahin geregelt werde, daß die Pflicht persönlicher Aufsichtsführung über die Lehrer beseitigt, und' daß dem Pfarrer als Vorsitzenden des Schulvorstandes von feiten der Behörden die Rücksichtnahme widerfahre, die ihm als gebildetem Manne und Diener der Kirche zukommt."
Bezirkstag des Wezirksvereins Weide Kessen /und Nassau im deutschen Aleischerveröande".
s. Lauterbach, 29. Mai.
Das freundliche Städtchen Lauterbach prangte heute im festlichen Schmucke. Die Straßen waren mit frischem Grün geschmückt und fast jedes Haus beflaggt. Galt es doch, den echt deutschen Männern aus allen Kreisen des Groß- Herzogtums Hessen und der Provinz Hessen-Nassau einen Willkommens grüß zu bieten, welche zu ernsten Beratungen in Berufsfragen zusammengekommen waren. Es waren wohl insgesamt etwa 300 hessische Metzgermeister erschienen. Vormittags fand festlicher Empfang der auswärtigen Delegierten am Bahnhof statt und danach ein Frühkonzert im „Saalbau zum Johannisberg".
Die Verhandlungen begannen nachmittags 3 Uhr im Kasinosaal. Als Ehrengäste waren die Herren Reichstagsabgeordneten Dr. W a l l a u und Landtagsabg. Döbler erschienen. Der Bezirksverband Baden-Pfalz hatte zwei Vertreter entsandt. Jin Namen der Fleischerinnung Lauterbach hieß Obermeister Duchardt die Anwesenden herzlich willkommen und brachte ein begeistert aufgenommenes Hoch auf Se. Majestät den Kaiser und Se. Kgl. Hoheit den
tembergischen Literatur des vorigen Jahrhunderts vertreten; nämlich Friedrich Theodor Vischer durch seine Briefe aus Italien, die sein Sohn, Professor Robert Vischer, hier zum erstenmal veröffentlicht und Eduard Mörike durch einen schönen Blütenstrauß ungedruckter Briefe, mitgeteilt durch Archivrat Dr. Krauß in Stuttgart; auch enthält das Heft die Gedenkrede, welche Dr. Otto Güntter, Professor am Stuttgarter Polytechnikum, bei der Jahrhundertfeier für Mörike gehalten hat. Von Hugo Wolf werden die ungedruckten Briefe an seine schwäbischen Fveunde, welche sich bekanntlich so große Verdienste um ihn erworben haben, zum Abdruck gebracht. Die zeitgenössischen Dichter des schwäbischen Landes, wie Isolde Kurz, die Brüder Weitbrecht, Karl Schönhardt, Eduard Paulus, Otto Güntter, Otto Gittinger, Theodor Mauch, August Reiff, Gertrud Ingeburg-Klett, Ernst Krauß, Hermann Hesse, Therese Köstlin sind durch ungedruckte Dichtungen vertreten; Chefredakteur Dr. Ernst Jaeckh in Heil- bromt gibt einen Ueberblick über das, was Württemberg zur Zeit auf poetischem Gebiete leistet, und Professor Richard Weltrich würdigt den schwäbischen Bauer und Philosophen Christian Wagner. Alle Buchhandlungen nehmen Vierteljahrsabonnements zu 3.50 Mark entgegen. Der Jahrespreis beträgt 12 Mark, das einzelne Heft kostet 1.50 Mark.
— Intendant Emil Claar, der Leiter des Frankfurter Schauspiels, feiert, wie wir schon mitteilten, am 20. Juni sein 25jähriges Jntendanteiu-Jubiläum. Aus diesem Anlaß sind größere Festlichkeiten geplant und zu den künstlerischen Veranstaltungen soll auch die Aufführung einer der Bühnendichtungen des Jubilars gehören, vielleicht die romantische Dichtung „Königsleid", oder das moderne Schauspiel „Die Schwestern", das lange auf dem Spielplan der deutschen Schauspielhäuser stand. Es ist ein hübscher Gedanke, an diesem Tage nicht nur den erfolgreichen Theaterdirektor und Künstler, sondern auch den Schriftsteller zu ehren. Da sich Claar in weiten Kreisen der Bevölkerung Frankfurts der größten Beliebtheit erfreut und seine tterschützlerischen Agitationen, sowie die zahlreichen Beweise warmherziger Menschenfreundlichkeit ihm auch die Verehrung von Leuten sicherten, die sonst dem Theater fernstehen, wird das Jubiläum besonders herzliche Formen annehmen. Was Claar in den verflossenen 25 Jahren als Intendant geleistet, kann bei dieser Gelegenheit nicht erschöpfend genug gewürdigt werden: gerade die letzten Jahre mit ihren problematischen Verhältnissen haben seine außerordentlichen Fähigkeiten wieder ins hellste Licht gerückt.
Großherzog Ernst Ludwig von Hessen aus- Der Bezirks Vorsitzende, Obermeister Lautz-Darmstabt, erklärte so dünn den Bezirkstag für eröffnet. Der Redner hieß im Namen des Vorlandes die Erschienenen, namentlich die Ehrengäste, willkommen und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die diesjährige Tagung einen gedeihlichen Verlauf nehmen möge. Im Namen der Gäste dankte ReichstagKabgeordneter Dr. Wällau für die freundlichen Begrüßungsworte. Als Vertreter des Bezirks Baden-Pfalz übermittelte Herr Mö- singer-Mannheim der Versammlung herzliche Grüße. Der Vorsitzende widmete sodann dem verstorbenen Vorstandsmitglied Goldmann-Worms einen ehrenden Nachruf. Die Versammlung erhob sich zu Ehren des Verstorbenen von ihren Sitzen. Alsdann wurde in die Tagesordnung eingetreten.
Aus dem vom Vorsitzenden erstatteten Jahresbericht geht hervor, daß der Bezirksverein im vergangenen Jahre wieder einen erfreulichen Zuwachs erhalten hat- Am Ende des Berichtsjahres gehörien dem Bezirksvereine 37 Innungen mit 1809 Mitgliedern und 21 Einzel- meistern an. Die Tätigkeit des Vorstandes bestand in der Ausführung der Beschlüsse des vorigen Verbandstages. Der Bericht wurde debattelos zur Kenntnis genommen. — Obermeister Schnell-Kassel referierte über die Pensionskasse des deutschen Fleischerverbandes. Der Redner wies auf die eminente Bedeutung der Kasse hin, welche namentlich für solche Kollegen bestimmt ist, die vom Glück weniger begünstigt sind- Die Versicherung umfaßt 3 Gruppen: Alters- und Invalidenversicherung, Mtwenversicherung und Waisenunterstützung. Leider habe sich bis jetzt eine verhältnismäßig geringe Anzahl Kollegen der Kasse angeschlossen. Der Redner ersucht darum die Anwesenden, in den beteiligten Kreisen für einen Beitritt zur Kasse zu agitieren- — Ueber die Ab änderung desReichsvieh- seuchengesetzes referierte Weidmann-Wiesbaden- Er führte aus, die durch das Reichsviehseuchengesetz bedingte Grenzsperre habe einen Mangel an gutem Schlachtvieh und gesundem Fleisch hervorgerufen. Um diesem Mangel abzuhelfen, hat der Minister verschiedene Abänderungsvorschläge gemacht, und diese dem Fleischer- verbande zur Begutachtung überwiesen. Der Berbands- vorstand hat seinerseits mehrere Abänderungsvorschläge gemacht und die Bezirke ersucht, sich über diese Abänderungen zu äußern. Der Redner beantragt, den Abänderungsvorschlägen des Hauptvorstandes zuzustimmen. Nach unerheblicher Debatte wird der Antrag angenommen.
Ueber die Forderungen der M i l i t ä r b e h ö r d e bei der Vergebung der Fleischlieferungen referiert L a u tz - Darmstadt. In ausführlicher Weise verbreitet er sich über verschiedene in neuester Zeit militärischerseits erlassene Verordnungen, wonach bei Fleischlieferungen von den betr. Lieferanten verlangt wird, daß sie besondere Wurstküchen erbauen und Fleischabnahmestellen eigens für das Militär errichten, sowie die Wurstwaren nach besonderen von der Militärverwaltung erlassenen Rezepten herzustellen. Derartige Verordnungen seien geeignet, den Meistern unnötige Scherereien zu machen und im Publikum unbegründetes Mißtrauen hervorzurufen. Der Redner beantragt darum die Annahme folgender Resolution: „Der Bezirkstag stellt fest, daß die Militärbehörde,im Gegensatz zu anderen Behörden des Reiches und der Bundesstaaten durch ihre Maßnahmen die dringend gebotene Unterstützung des kleinen Handwerkerstandes nicht in dem Maße zu fördern bestrebt ist, wie dieses im Interesse dieser großen Erwerbsgruppe zu wünschen ist. Insbesondere sind die Anforderungen, die bei der Vergebung der Fleiscylieferrmgen gestellt werden, derart, daß sie verteuernd auf die Lieferung wirken müssen, und jede allgemeine Bewerbung ausschließen." Die Resolution wurde einsttmmig angenommen. — Reichstagsabgeordneter Dr. Wallau versprach, bei der Beratung des nächstjährigen Militäretats diese Angelegenheit im Reichstage zur Sprache zu bringen. — Nach einem Referate von Schwarz-Fulda über das preußischeSchlacht- hausgesetz beschloß der Bezirkstag folgende Resolution: Der Bezirksverein nimmt mit Bedauern Kenntnis davon, daß zwar die gebührenpflichtige Nachbeschau in den preußischen Schlachthosgemeinden vom 1. Oktober aufgehoben werden soll, während auf der anderen Seite von einer allgemeinen Revision des preußischen Schlachthausgesetzes, insbesondere des § 5 betr. Gebührenerhebung (in Verbindung mit § 11 des preußischen Kommunalabgabengesetzes) zunächst Abstand genommen worden ist. Er spricht die bestimmte ^Erwartung aus, daß wenigstens der § 11 des preußischen Kom- munalabgaben-Gesetzes alsbald aufgehoben wird, und alle Ueberschüsse aus dem Schlachthausbetriebe nur zu Schlachthauszwecken Verwendung finden dürfen.
Für die Gründung von Jnnungs fach schulen sprach sich in einem längeren Referate Schilf-Mainz aus- Die Metzgerlehrlinge bedürften einer vielseitigen Bildung, und biefe sei nicht in den allgemeinen gewerblichen Fortbildungsschulen, sondern in besonderen Jnnungsfach- schulen zu erlangen.
Obermeister Lautz-Darmstadt referierte sodann über die staatliche Schlachtviehversicherung. In eingehender Weise führte Redner aus, daß von der staatlichen Schlachtviehversicherung nichts zu erwarten sei, und es sich empfehle, daß die Innungen eigene Schlachtviehversicherungen ins Leben riefen. An dieses Referat schloß sich eine lebhafte Debatte.
Hiernach erstattet Kröcker-Offenbach den Kassenbericht. Die Einnahmen betrugen im vergangenen Geschäftsjahre 2483 Mk., die Ausgaben 1427 Mk., sodaß ein Bestand von 1055 Mk- vorhanden ist. — Die Versammlung wählt zwei Herren zur Prüfung des Kassenberichts. Diese prüften den Bericht und erklärten ihn für richtig, worauf dem Kassierer Entlastung erteilt wurde.
Bei der nun folgenden Vorstandswahl wurden die ausscheidenden Herren Lautz, Kröcker, Lanz, Schindler, Duchardt, Cellarius wiedergewäblt und für den verstorbenen Herrn Goldmann wurde Goldschmidt-Worms gewählt- — Ferner wählte der Bezirkstag Obermeister Lautz-Darmstadt als Delegierten in den Verbandsvorstand. Die Wahl der Delegierten zum Verbandstage^wurde dem Vorstande überlassen und als Reisekosten eine Summe von 500 Mk. bewilligt. Als Ort für den nächsten Bezirkstag wurde Kreuznach gewählt.
Unter Punkt „Verschiedenes" hielt Schilf- Mainz einen Vortrag über „Unsere Pflichten zur Berufs- genossenschaft". Der Redner erläuterte die wichtigsten Bestimmungen der Berufsgenossensck)aft und die Pflichten der Kollegen gegenüber der Berufsgenossenschaft; besonders müßten die Unfallverhütungsvorschriftcn erfüllt werden, damit die Unfallgefahr vermindert werde, was von großem Einfluß auf die Höhe der Mitgliederbeiträge sei- Auch die Führung des Lohnbuches sei unumgänglich notwendig zur Feststellung der jährlichen bezahlten Löhne, weil danach die Höhe der Beiträge fixiert wird- Uebrigens wäre es müßig, auf Bezirkstagen mit Vorwürfen oder Klagen
zu kommen. Der richtige Weg sei bei allen deratigen Angelegenheiten eine schriftliche Eingabe an den Vorstand. Der Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Damit ist die Tagesordnung erledigt und der Vorsitzende erklärte den Bezirkstag für geschlossen.
Abends fand ein Festessen mit nachfolgendem Kommers im „Saalbau zum Johannisberg" statt- — Der folgende Tag (Montag) war Ausflügen in die Umgebung Lauterbachs gewidmet.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 31. Mai 1904.
Personalien. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben den Diplom-Ingenieur Otto Rayß zu Darmstadt zum Assistenten bei der Dampfkessel-Inspektion ernannt. — Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen durch Allerhöchste Entschließung Sr. Kgl. Hoh. des Großherzogs vom 4. Mai ds. Js. den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr zu Gau-Algesheim Jakob Vischel, Peter Metz und Quirin Stegmayer. — Se. Kgl. Hoheit der Großherzog haben den Techniker Georg Teichmann aus Passendorf zum Hauptlehrer an der Gewerbeschule in Michelstadt i. O. ernannt.
Das Großh. Hess. Regierungsblatt (Beil. Nr. 14) enthält: 1. Bekanntmachung, betreffend die Ausführung der Verordnung, die Bildung einer Ministerial- abteilung für Landwirtschaft, Handel nnd Gewerbe betreffend, vom 17. Januar 1900. 2. Bekanntmachung, die Ergebnisse aus der Rechnung der Staatsschuldenverwaltung für das Etatsjahr 1900/1901 betr. 3. Uebersicht der von Großh. Ministerium des Innern genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Kommunalbedürfnisse der Stadt Gießen im Rechnungsjahre 1904. 4. Uebersicht der von Großh. Ministerium des
Innern für das Rechnungsjahr 1904 zur Bestreitung der Kommunalbedürfnisse in den Landgemeinden des Kreises Gießen genehmigten Umlagen. 5. Dienstnachrichten. 6. Erhebung in den Fürstenstand. 7. Charaktererteilungen. 8. Konkurrenzeröffnungen. 9. Berichtigung.
'* Extrakonzert des Konzertvereins. Die ver- ehrten Mitglieder des Konzertvereins werden hiermit darauf aufmerksam gemacht, daß die Jnterimskarten, welche bereits gelöst sind, gegen die Konzertkarten jederzeit bei Herrn Ernst Challier (Musikalienhandlung) umgetauscht werden können, und daß die Liste zum Einzeichnen der Konzertvereinsmitglieder behufs Preisermäßigung für die Sperrsitzkarten bis spätestens Sonntag, 5. Juni, 1 Uhr daselbst aufliegt.
* * Boettge-Konzert. Zu dem am 10. Juni abends im Neuen Saalbau stattstndenden Konzert ist vorauszuschicken, daß die Kapelle es unternommen hat, dem Publikum ein getreues Bild von der historischen Entwickelung der National- musik aus aller Herren Länder zu geben. Man wird dazu die Mitwirkung besonderer Instrumente beobachten können.
* * Der Evangelische Kirchengesangverein beabsichtigt, wie uns mitgeteilt wird, am Sonntag den 19. Juni, abends 8 Uhr, in der Stadtkirche ein Konzert zum Besten der evang. Gemeinde Judenburg in Steyermark, des besonderen Pstegekindes der hessischen Landeskirche, zu veranstalten. Herr Pfarrvikar Göttert, der von Hessen dorthin geschickt worden ist und der nun nach jahrelangem Harren endlich die Erlaubnis zum Predigen erlangt hat, hat dringend gebeten, der armen Gemeinde, die schon so viele Opfer gebracht hat und nun endlich sich ihrer neuen Kirche erfreut, auf diesem Wege zur Beschaffung von Glocken behilflich zu sein. Der Eoangel. Kirchengesangverein hat geglaubt, sich dem nicht entziehen zu dürfen, und rechnet nun auf die werktätige Unterstützung der evangelischen Gemeindeglieder. Er hofft, obwohl seine Kräfte für die auf den 24. Juli geplante Aufführung aus Anlaß seines 25jährigen Stiftungsfestes sehr in Anspruch genommen sind, mit Hilfe hiesiger und auswärtiger musikalischer Kräfte den Besuchern des Konzertes etwas bieten zu können. Das Eintrittsgeld wird sehr mäßig bemessen werden.
” Aus dem Militär-Wochenblatt. Beamte der Militär-Justizverwaltung: Platz, Kriegsgerichtsrat vom Gouvernement Mainz zum Oberkriegsgerichtsrat ernannt und dem Generalkommando des II. Armeekorps überwiesen. — Linck, Koch (Wilhelm), Bramm, Kriegsgerichtsräte von der Großh. Hess. (25.) bezw. der 8. Div. bezw. vom Gouvernement Straßburg i. E., zu den Gouvernements Mainz bezw. zur Großherzogl. Hess. (25.) und zur 8. Div. versetzt.
* * Hessischer Richterverein. Die Hauptversammlung des Heffischen Richtervereins fand am 28. Mai unter Vorsitz des Oberlandesgerichtsrats Keller-Darmstadt zu Frankfurt a. M. in der „Rosenau^ statt. Eine zahlreiche Beteiligung der Mitglieder legte Zeugnis ab von dem lebhaften Interesse, mit welchem die Tätigkeit und die Bestrebungen des Vereins begleitet werden. Nach Erledigung der regelmäßigen geschäftlichen Angelegenheiten wurde cm Stelle eines durch den Tod ausgeschiedenen Vorstandsmitglieds Landgerichtsrat Lang-Darmstadt in den Vorstand neu gewählt. Aus den Verhandlungen ist hervorzuheben, daß eingehende Erörterungen über die Haftpflichtversicherung der Mitglieder stattfanden, und daß der Verein nach reger Besprechung x in einer einmütig angenommenen Resolution Stellung nahm gegen die Bestimmung eines hessischen Gesetzentwurfes über die Ruhestandsversetzung von Richtern mit Eintritt eines bestimmten Lebensalters, die sich nach Ansichl der Versammlung mit der Tendenz und den Vorschriften des Gerichtsoerfassungsgesetzes nicht vereinigen läßt. — An den geschäftlichen Teil der Verhandlungen schloß sich ein gemeinsames Mittagsmahl und hierauf eine zwanglose Vereinigung im Palmengarten an, so daß auch der freundschaftliche und kollegiale Verkehr unter den Mitt'rdern zu seinem Rechte kam, und zum ernsten Worte sich der heitere, herzerfrischende Scherz gesellte. Man nahm von diesem Tage Abschied mii der Hoffnung, daß der anregende Verlauf der Versammlung dazu beitragen werde, der Einladung zur nächstjährigen Tagfahrt nach Frankfurt einen vollen Erfolg zu sichern.
• • Prüfung für Apotheker. Aus der vom Bundesrat beschlossenen neuen Prüfungsordnung für Apothoker entnehmen wir folgendes: Der Meldung zur phaarmazeutischen Vorprüfung ist u. a. beizufügen: der Nachweis der erforder- i lichen wissenschaftlichen Vorbildung durch das von einem Gymnasium, einem Realgymnasium oder einer Oberrealschule j


