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also ein werden.
Zu haben in Apotheken u.Drogerien. — Broschüre gratis u. franko von Bauer & Cie., Berlin SW.48.
Nov. 14. Dem Friseur Friedrich Büttner eine Tochter Elisa* betl). — 15.Dem Universitätsquästor Adam Kauß eine Tochter.— Tcm Hitfswagemvärter Karl Schneider ein Sohn Karl. —17. Dem Hoboisten Johannes Vomend eine Tochter. — 18. Dem Kaufmann Georg Rißet eine Tochter Mathilde. — Dem Stationsassistenten Friedrich Wiegand eine Tochter. — 19. Dem Oekonomieverwalter Wilhelm Dingel ein Sohn Kurt Heinrich. - 20. Dem Gärtner Wilhelm Moser ein Sohn. — 21. Dem Zuschneider Heinrich Euler eine Tochter Marie Wilhelmine Dorothea. — Dem Kaufmann
Repräsentanten kältester Düsternis.
Zwei feindliche Pole bekämpfen sich hier, die sonst sich stets angezogen haben: dramatische Dichtung und Musik. Die Saalbau-Liga, die man wohl eine Antitheaterliga nennen könnte, erhebt den Kampsrtlf: Entweder alles oder gar nichts! Sie scheint drauf und dran zu sein, die keineswegs beneidenswerten gegenwärtigen Zustände lieber beizubehaltcn bis zu dermaleinstiger glänzenderer allgemeiner Finanzlage in Gießen, als sich mit dem .Notbehelf" eines gemeinsamen schönen Saals zu begnügen.
Nachgeben ist indes stets der grüßte Triumph! Schlagen wir doch zwei Fliegen mit einer Klappe. Bezeigen wir bei Errichtung nur eines Saales Reverenz dem Geßler-! Hute der Konzertpartei unter möglichstem Entgegenkommen aller ihrer Sonderwünsche inbezug aus eigene Zimmer zu musikalischen Proben re. re. Mit geringen Kosten ließen sich ja mannigfache technische Vorkehrungen treffen, um die Bühne brauchbar zu machen zu Konzerten, wie deren Drehbarkeit । u. a., was Herr S. bereits in Vorschlag gebracht hat.
Schließlich wird die Musikliga selber zugeben müssen, daß die Erfüllung ihres Hauptwunsches gar so dringend nicht ist. Herr Bauinspektor Becker behauptete neulich wieder, Konzerte in Theatern feien nur selten zu finden. Indes wissen die meisien Gießener, daß die Frankfurter Opernhauskonzerte mit größtem Recht weiten künstlerischen Ruf genießen. Die Konzerte im Berliner kgl. Opernhause aber gehören zu den allerberühmtesten, die man nicht nur in Deutschland, sondern die man in unserer Kulturwelt überhaupt genießen kann. Und in den Hof-Theatern vieler kleinerer deutscher Residenzen habe ich die schönsten Konzerte zu hören, die größten Gesangsiterne, ja sogar Klaoiervirtuosen zu bewundern Gelegenheit gehabt. Rubinstein am Klavier habe ich z. B. im Hoftheater zu Oldenburg gehört.
Diedeutsch-osterr. Handelsvertrags-Verhandlungen gescheitert?
Graf Pos adv ms kn erhielt, wie gestern abend aus
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung in Hessen für Domierstaq, den
D,r Aufstand in Peutsch-Südwcstasrika.
Entschädigung der Ansiedler.
Wien gedrahtet wurde, yvpw.* ~-
pesckw, von deren Inhalt er am Racdimtttag dem Grafen Gvluchon'sku Mitteilung machte. Bon dem Ausfall dieser ttnteri-edung werde es, so lautet die Wiener Depesche weiter.
heute nicht gedacht werde. Wollte man — so sagen sich viele ernste Kunstfreunde, Freunde des Theaters und der Musik — einem solchen Ideal jetzt nachjagen, so hieße das mchts anderes, als die Entscheidung der Baufrage aus die lange Bank schieben, denn wer zu viel aus einmal erstrebt, setzt sich der Gefahr aus, nichts zu erlangen. Den Besitz' zweier Häuser erkennt man in kunstliebenden Kreisen fast allgemein als wünschenswert an, sagt sich jedoch, daß man vernünftigerweise sein Augenmerk nur auf das mit den in Aussicht stehenden Mitteln in befnedtgender Wege wirklich Erreichbare richten solle; das ist aber unter den gegebenen Verhältmsien doch nichts anderes als die vorläufige Erbauung etneS für Theater und Konzerte in gleicher Weise benutzbaren SaalcS, den man unter Berücksichtigung der ursprünglichen
Eine
QuellederKraft für Alle die sich matt und elend fühlen, nervös und energielos sind, ist
Sanatogen.
Von mehr als 2000 Aerzten aller Kulturländer glänzend begutachtet.
Von dem Verfasser des ersten Sprechsaalartikels war von den „doch gar oft unechten Steinen" unserer heutigen dramatischen ftimft die Rede, von dem „falschen Wege", aus deut „das moderne Theater vielfach wandele." 5>aA zeitigt denn die moderne Musik etwa feine Auswüchse? Ter verstorbene große Musikästhetiker Hauslick hat in den vielen Bänden, die er verfaßt hat, unendlich mehr von schlechter als von guter Musik geredet, sowohl was die Produktion als was die Reproduktion anbetrifst. Und ein Blick in die Musikkritiken bet Berliner und Wiener Mütter zeigt uns kaum ein anderes Bild als das, welches uns Hanslick in seinen Scl>riften über die moderne Konzertsaalkunst entrollte.
Derselbe Herr Einsender sprach auch davon, daß unser Theater zurzeit stets nur mäßig besucht werde und zog daraus trostlose Schlüsse auf die. Zukunft eines Theater- neubaues. Wir meinen, daß unser Theater erst eine sinan- ! zielte Zukunft hat in einem neuen Hause. Heute halten I sich noch viele Kreise von unseren Theatervorstellungen! konstant fern in der Annahme, daß diese ihnen aus den verschiedensten naheliegenden Gründen doch nichts wahrhaft künstlerisch Erfreuliches zu bieten vermöchten. Unsere Bühne im Leibscheu Saale ist allerdings wahrlich nicht geeignet zur Befriedigung der Träume eines für die Meisterwerke unserer klassischen Dramatiker begeisterten Publikums. Die Direktion unseres Theaters bedauert es zweifellos ganz» außerordentlich, daß sie schon wegen des beschränkten Bühnenraumes auf die Aufführung unserer besten klassischen Tichtnngen verzichten muß, die allezeit und allenthalben die besten Kassenrapporte int Gefolge haben. Ju einem neuen Theater, dessen Buhne natürlich in weitsichtiger Weise so großzügig angelegt werden müßte, daß sie nicht nur momentanen Bedürfnissen, sondern auch einer etwaigen zukünftigen Ausgestaltung der Tinge und insonderheit allen I Konzertanforderungen entsfiräche, würden diese in durchaus
beiden Flügel, desien einzige ästhetische Vorzüge mehr noch in den außerordentlich putzenden grünen Dächern als in der kurzen Front liegen, würde die Allgemeinheit gar bald als ’J fRrfyxVninpn I merkwürdig unschön empfinden. Alles Geniale ist zwar ein- ^örbcntna des Tctd) wie ein Sonnenstrahl, die Dülser'schen Seitenflügel aber o o •?. . sind mit ihrer strengen Verpönung jeglichen Schmuckes die
Tie Konzertpartei sucht uachzuweisen, daß nur ein Saalbau ein sonst nach ihrer Ansicht unausbleibliches Defizit vermeiden könnte. Ja, würden'
denn die wenigen A-onzerte unterer wenigen großen Musik- Jakob Hengst eine Tochter, vereine wirklich allein den Kohl fett machen können? Ohoße Gestorbene. K e .
Gesellschaften würden in dem Saalbau doch nicht allzu häufig Nov. 21. Julie Schnelder, 6 Monate alt, Tochter deZ> Straßen- ftnfh'inbeii fnitncu Tie privaten Säle würden in jedem kehrcrS Konrad Schneider III. dahier. — 22. (SlijeJ5(urte§, gev. SlnbieVreifc^
und glänzendsten Lokale? toeituiüerbtctrn, sodaß die aller- Seivv, MW« cilt?M-irrer 'dadier. - 25. Katharine
meisten nicht vom Konzert- oder vom Akad. GesangvereinLlrnoIb qcb< Rothcrmel, 63 Jahre alt, Witwe des Landwirts veranstalteten Konzerte doch nach wie vor in anderen Ran- C.hristian Arnold dahier.
men staltsinden würden, bereit Inhaber ober Pächter ja' ———# auch leben wollen, zu benen bttnu vollwertig auch noch ber bes allabenblich zu habenben Leibschen Saales träte. — » ...
Für eine nur geringe Zahl von Veranstaltungen würde i. Dezember 1904: Meist trüb, milder, besonders nachts, wmdtg, solcher teurer Prachtfaal heute geschaffen Niederschläge, besonders im nördlichen Gelnek.
' ■ 1 1 Näheres durch die Gießener Wetterkarte
Ganz umsonst erhält Jedes sg ' S Nemontoir°Uhr, welches 400 leere Schachteln von Gioch's gemahlener Kernseife an den Fabrikanten I. Gioth, Hanau, einsendet, [hv19/*
Bestimmung sofort mit Fug und Recht „Schauspiel-! arn .......... nm: uuvuu UUV|unb KonzerthauS" nennen könnte, unter ausdruck-
c gestern mittag eine wichtige De kicher Beibehaltung des Projektes emeS Doppelhauses, " ' ■ " - " c"t I beffen zweiter Flügel in späterer Zeit anzugliedern
wäre. Daß ein solches Projekt einen unglücklichen Torso iiTtteriTDunit ipciuv w, ,u iuuul vw . *,।miv .v....»,. barstellen müsse, ist keineswegs voll nölen. Nehmen abhtmgen, ob die Handelsvertra^5vcrhandlun'gen durch die I xn bcm heutigen Dülser'schen Projekt die beiden
Fachrc^erenten tveitcrgefü^*t. werdet. Falls es nicht ge- cy.(üqc( M architektonisch ganz unzusammenhängende
linat. die Disterenzen m freundschaftlicher Averse Einzelgebäude auS. Wie viele berühmte Bauten aber kennt
tWt, 'NM'-du» Zeutsch land den yan. die durch spätere SluS. ober Anbauten
b€« gebiert1 haben, daß ein Brest; oll von ihre ursprüngliche schöne Einheitstchkeit nicht emgcbüßt haben,
9 Mk für 100 Kv. vereinbart werde. Das entspreche nn Gegenteil.
einem Stückzoll unter der Voraussetzung eines Gelvich- DaS Bild zweier zu einer architektonisch wirkungsvollen! res von 7 M etertzen tu er von 63 Mk. gegen 25^ I Gebäudegruppe verbundener Säle, die eine ntttstergiltige Pflege- Mark im geltenden 3 o HD er trug. x stätte beider Schwesterkünste zu sein berufen wäre, läßt sich
Heute kommt nun das Telegramnt aus Wien, Graf . von ^^r Phantasie äußerst glänzend ausgestalten. Frei- Posadowskl) und die anderen deutschen .Handelsvertrags- . ^j^lrt, wie diese Idee in Nürnberg und Gera ver- Unterhändler reisten am 30. Novetnber fruv vott ^ten n a ch entspricht einer idealen Erfüllung dieses Gedankens
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Stiittgart bei Bergsträßer) sehr entschieden das mit einem Festsaal verbundene neue Nürnberger Stadttheater. Zu einem M # as- «wirklich repräsentativen Gebäude, auf das wir schon oit5
SJon tobotnaler Seite wirb gefiiineben. Sie Stnrcin ästhetischen Grünben stolz zu sein ba$ gute Recht hätten, von fünf MillionenMark IN ben Nachtragsetat sär ^bit mehr Gelb, als wir unter ben
Sübwestafrika zur Entschädigung ber Ansiedler hat a^eEn Umstänben heute erwarten bürfen. Einen Ban nach
umso größere Besriebigung hervorgen.sen bcr j.tzt uns vorliegenden Dülser'schen Skizze, von so
nicht als Darlehen bargeboten, sonbern als voller Ersatz fürI b(, f Unf trjC( U01, fo p(lltnpcr Trivialität ber die durch ben Ausstand erlittenen^erluste^verteilt werderfinden Kliiael. besten einstae ästhetische Vorzüge mehr noch Damit wird man sich aber nicht begnügen, auch über bie amtlich festgestellten Schädigungen hinaus soll den Betroffenen geholfen werden. Die Ziehungen der W o h l f a h r t s l o t t c r i c sollen wieder ausgenommen werden; von sollen */s nach Südwestafrika und Vs v— u n,™ BaumwollenbatieS in den Kolonien verwendet werden. Dieser
würdiger Gestalt erscheitten können und weiteste', sonst unH namentlich heute dem Theater ferne Streife, at',ch aus ben1 Nachbarorten anlocken. Vielleicht würbe sogar in absehbarer! Zeit infolge guter klassischer Dorstelltmgen ein großer Teil ber} heutigen Konzertpartei mit fliegenbett Fahnen in bas Lager ber heutigen Theaterpartei übergehen.
Herrn Direktor Steingoetter ist eS unmittelbar vor Beginn dieser Spielzeit passiert, daß ein von ihm bereits fest engagierter Künstler mit hervorragenden Zeugnissen nach einmaligem Anblick der hiesigen Theater-Garderoben auf und davonlies, also vertragsbrüchig wurde, trotz einer ko straktlich vereinbarten Konventionalstrafe von mehreren tausend Mark. Er hatte hinterher die Naivetät, nicht viel mehr alß eine Handvoll Kupfermünzen statt dieser Summe dem Direktor anzu- bicten; durch nichts aber, so versicherte er, werde er sich zwingen lassen zum Verbleib in Gießen. AuS den gleichen Gründen sind die Damen Hellberg und Kellermaun trotz Verlängerung ihrer Kontrakte Herrn Direktor Steingoetter in letzter Stunde untren geworden, als sie andere, keineswegs 1 etwa günstigere, sondern im Gegenteil schlechtere Engagements erhielten. AuS demselben Grunde sind viele hervorragende Künstler zu Gastrollen in Gießen niemals zu bewegen. Allein schon bessere Garderoben würden un§ erhöhte künstlerische Leistungen im Theater und damit diesem erhöhte Einnahmen schaffen.
Auch Musikenthusiasten sollten nie vergessen, baß breitere Schichten des Publikums heute schon gern und häufig bas Tl)eater besuchen, für Künstlerkonzerte aber auch in ber Zukunft sehr schwer zu gewinnen sein werben. Tas Theater kommt eben stets viel mehr bem Geschmack ber Massen entgegen, als je eine ber hohen musikalischen Kunst sich wibmenbe musikalische Gesellschaft mit ihren schönen Grunbsätzen zu vereinen vermag. Und sie sollten ferner nie vergessen, baß Friebrich Schiller in seiner akademischen Vorlesung „Die Schaubühne als moralische Anstalt" vor 120 Jahren nicht umsonst ber Nation bie Worte zugerusen hat:
„Die Bühne ist mehr als jede andere öffentliche Anstalt des Staates eine Schule der praktischen Weisheit, ein Wegweiser durch das bürgerliche Leben, ein unfehlbarer Schlüssel zu den .geheimsten 1 Zugängen der menschlichen Seele. Sie ist ber ge- meinschastlicln Kanal, in welch>em von dem denkenden besseren Teil des Volkes das Licht der Weisheit beninterftrömt und von da aus in milden Strahlen durch den ganzen Staat sich ver- I breitet."
Mit ber praktischer! Ausgestaltung bieses Schillersckien Ideals, bie sich barm hmbgibt, baß man zun äch st der hohen bramatischen Kunst eine stilgemäße und weihevolle Heimstätte bereitet, die dazu tauglich ist, auch bie schöne Schwesterkunst in liebevoller Weise zu beherbergen, toerbeit die heute maßgebenden Faktoren sich den Tank von Kindern und Enkeln erwerben und ruhmreich fortleben in den Annalen ber Stabt Gießen.
Eine spätere, finanziell glücklichere Zeit möge bann! bie Erfüllung weiterer Wünsche bringen.
Avsillg ans bin StMkgmIsrkMnu btt Stabt Sikßtv.
Aufgebote.
Nov. 18. Friedrich Hermann Oehm, Ober-Telegraphenassistent in Frankfurt a. M., mit Auguste Josephine Schmidt dahier. — Georg Heinrich Scborck, Fabrikarbeiter dahier, mit Margarete Schwab in Nieder-Eisenhausen. — 21. Wilhelm Schund, Hoteldiener dahier, mit Katharine Schieß, geb. Wiegel Hierselbst. — Karl Heinrich Noll, Schriftsetzer dahier, mit Soplne Werner in Burg-Gemünden. — 22. Valentin Günther, Schlosser in Frankfurt a. M., mit Elisabeth Franziska Arnold dahier.
Eheschlietzungcn.
Nov. 19. Hermann Jäger, Büchsenmacher m Frankfurt a. M., mit Elise Schäler dahier.
Geborene.
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Hilfsfonds ist nicht gering, sowohl feiner Höhe nach, als gc* ' rabe deshalb, weil sich diese Hilfsquelle jährlich erneuert. Damit läßt sich vielen Anforderungen gerecht werden, die ’ außerhalb de§ Rahmens der Reichsentschädigung stehen. Aber fi auch nach anderen Richtungen hin muß mit öffentlichen Mitteln eingegriffen werden, um die unsäglichen Verwüstungen ' deS Ausstandes möglichst zu heben. Zur Bekämpfung ber ' Rinderpest sind 50 000 Mk. in ben Etat eingestellt. Durch den Hereroauffiand sind bie bisherigen Bestänbe an Serum- ( Rindern vernichtet. Da die Vermischung der Rinder infolge deS Aufstundes einen größeren Ausbruch der Rinderpest befurchten läßt, so müssen für bie nächste Zeit besondere Schutzmaßregeln getroffen werden. Für gesunde Rinder hat sich die von Prof. Dr. Koch gefundene Gallenimpsung als wirksam erwiesen, dagegen müffen die Rinderpestheerden mit Serum bekämpft werben. Die Absicht besteht, die notwendige Anzahl Versuchstiere im Schutzgebiet bereit zu halten. Wenn eS nicht möglich ist, die erforderlichen Serum-Rinder im Schutzgebiete selbst aufzubringen, so wird Rinderpest-Serum auS dem Kap- lande bezogen werden. Dies ist nur eine einzige wirtschaftliche Frage. Mmi sieht also, wie vieles zur Besserung ber trostlosen Lage im Schutzgebiete zu tun ist, und welche Aufgaben der Verwaltung obliegen, wenn erst völlige Ruhe hergestellt ist. Die Teuerungszulagen für bie Beamten gehören auch zu den Kosten der Aufstände.
Neue Verluste.
Am Typhus gestorben: die Reiter Maye und Broßmer. Verunglückt: Reiter Zickfeld in Swakopmund an einer Verwundung (Schuß durch ben Hals) durch Fahrlässigkeit eines Zivilisten gestorben.
Air Hießruer ThraLer- und Saalöauftage.
IL
P. W. Gießen, 30. Nov. 1904.
Die Parallel st ellung von Theater und Saalbau rn-ürde unseres Erachtens alle billigen Anforderungen er- füßen. Die zwei gegenüberstehenden Häuser wären durch einen breiten Mittelbau zu verbinden, der alle für Theater und Saalbau gemeinsam benutzbaren Verwaltungsräume, also die Garderobe- und Proberäume für die Schauspieler und Musiker, die Rüstkammer, Bibliothek deS Theaterdirektors und des Konzertvereins re., die Beamtenbureaus, die Billetschalter und vielleicht auch noch daS gemeinsame Foyer enthalten könnte.
Es ergibt sich von selbst, welche Ersparnis eS bedeutet, ,evenn diese Räume zu gemeinsamer Benutzung für Theater- und Saalbauzwecke hergestellt werden.
Daß mit einem Raum, d. h. mit einem als Theater- tmb Konzertsaal zu benutzenden Saale die Bedürfnisse zweier wenn auch verschwisteter, so doch heterogenen Künste nicht er-1 füllt werden können, ist richtig. Der Doppelbetrieb von Konzerten und Schauspielen in einem und demselben Raume gäbe neben den bereits von anderer Seite erörterten künstlerischen Mängeln auch bei den Proben Kollisionen. Bei zwei Häusern können zwei gesonderte Körperschaften getrennt von einander arbeiten, ohne sich gegenseitig zu stören. Auch die Kosten für Beleuchtung und Heizung, für das Arbeitspersonal und die Feuer- wehrmannfchaften würden sich bei einem getrennten Betriebe für zwei Häuser kaum höher stellen als für ein5.
Soweit wir indes die in der Gießener Bürgerschaft herrschende Stimmung erlauschen konnten, besteht durchweg die Meinung, daß ein Doppelhaus zwar eine sehr schöne und allein die Ansprüche beider Künste vollkommen erfüllende Sache märe, daß aber unter den obwaltenden Umständen an eine baldige Verwirklichung eines so großartigen Planes besser


