ferner bestätigte ein Lehrer, ba6 das Institut einer Anstalt fite verkrüppelte Kinder im letzten Jahre über 3000 Mark zugewendet habe. Diese Angabe entspricht der Wahrheit, es wird aber dennoch angenommen, das; es dem Inhaber deS Instituts in erster Linie darum zu tun gewesen sei, seinen eigenen Säckel zu füllen. C'in beliebter Trick der Reisenden bestand darin, daß sic sich folgendermaßen äußerten:. Sel>cn Sie mal, Sie haben ja auch Kinder, S^e können garnicht wissen, wie es denen einmal gehen wird." So ließen sich denn viele Leute bereit finden, im Interesse der Wohltätigkeit ein Opfer zu bringen. Tie Angeklagten bestritten, daß jie die Reisenden veranlaßt hätten, falsche Vorspiegelungen zu machen, lieber den Herstellungswert eines Bildes gingen die Gutachten der Sachverständigen weit auseinander. Während der eine den Verkaufspreis für angemessen hielt, bczeichmete der andere den Preis als viel zu hoch. Kriminalkommissar Tr. Grünbcrg bekundete, daß vor einigen Jahren der Haussegeilschwindel dermaßen in Blüte stand, daß für diese Sack>en ein eigenes Tczernat habe eingerichtet werden müssen. Tie Besteller der Bilder seien zumeist der Ansicht gewesen, daß der ganze Verdienst einer wohltätigen Stiftung zu- flicße. Bei Wertheim würden jetzt Haussegen von weit besserer Qualität, als die von der „Kunstanstalt Wohlfahrt" gelieferten, für 2.50 Mark verkauft. Ter Gerichtshof verurteilte die Ange- Nagtcn wegen versuchten Betruges, und zwar Kämmerert zu vier und Brösel zu drei Monaten Gefängnis. Ersckm'crend fei ins Gewicht gefallen, daß die Religion und das Mitleid znm Teckmantel eines unlauteren Geschäftsgebarens gemacht worden sei.
Paris, 28. Qkt. Im Prozeß D a u l r i ch e wurde heule zunächst Oberst Rolliu verhört. Er erklärt, er übernehme die volle Verantwortung für die seinen Untergebenen vorgemorfenen Hand- lungen imb versichert, daß „Austerlitz" 25,000 Frcs. übergeben worden seien. Nach Vernehmung Rollms wird in die Zeugenver- nehmuilg eingetreten. Hauptmann T a r g e, der vom Kriegsrnünster mit der ersten Untersuchung betrau: war, giebt eine Darstellung des Verlaufs dieser Ulltersuchung. Hierauf lvird die Verhandlmlg vertagt.
Kandel ulli» Verkehr. Ualkswirljchasl.
Köln 28. Okt. Ter „Köln. Zig." zufolge haben m der pmipt- oersamlnlung des F e i n b l ech - V e r b a n d e s die Anivesenden emstlmmig ihre prinzipielle Geneigheit zrlr Verlängerung des Verbandes unter der ausdrücklichen Bebrngung erklär!, daß die außenstehenden Werke dem Verbände beuteten. Zur Führung der entsprechenden Verhandlungen wurde eine R'omijfioii gewählt, die zu» nächst mit dem Eisenhüttenwerk Thale in Verbindung treten soll.
T i e Königsberger F l c i s cd e i n k a u f s g en o s s e n - /chaf t war vor längerer Zeit schon einmal in finanzielle Schwierigkeilen geraten, indessen sprangen damals Freunde tatkräftig ein und brachten die Summe von rund 23 000 Mark zusammen. Nach einem weiteren Jahre stiegen die Passiva lviedcrum, und zwar auf die Summe von annahretrd 40 000 Mark, und so mußte, da eine Genossenschaft mit beschraniter Haftpflicht als überschuldet gilt, wenn die Schulden derselben den vierten Teil der Gesamthastsumme der Genossen übersteigen, der Konkurs angemeldet werden.
Am Dienstag fand vor dem Amtsgerichte in Königsberg ein Termin zum Abschlüsse der Vorschußbercchnung statt. Hierüber heißt es m dem Königsberger Blatte:
Von den meisten Genossen wurde wiederholt darauf hingelviesen, daß die erhebliche Schuldenlast der Genossenschaft nur durch eine nicht richtige Wirtschaft entstanden sein könne, insbesondere habe die Provinzialgenossen,^aftslasse die Ueberschnld- ung der Fl.ischeiukaufsgenossenschaft durch Gewährung von hohen Tarlehen herbeigefichtt. Nac. Ansicht des Konkurs - Verwalters werden von den Genossen pro Kopf 40 M art ein
zuziehen sein, um die vorhandenen Schulden zu decken. Im ganzen sind 1146 Genossenschaftsanteile ausgegeben worden, von'denen jedoch nur 890 als sicher anzusehen sind. Tie Mehrzahl der erschienenen Genossen erklärte sich nicht damit einverstanden, die geforderte Zuschußsuminc zu zahlen; sie erklärten den Rechtsweg beschreiten zu wollen. Tie Bilanz selbst ist von dem Gläubigerausschuß für richtig befunden worden.
Bvrscnwochcttschau.
Man hätte glauben sollen, daß diese Woche, die die Vorarbeiten für den Ultimo bringt, sich in erster Linie mit den reinen Geld-Angelegenheiten der Börse beschäftigt habeit würde. Tem ist jedoch ganz und gar nicht so gewesen. Die Ultimo- Versorgung ist glatt von statten gegangen und Geld war zu dem festgesetzten Satze leicht zu haben. Auch der Tiskontosatz ließ gegen Wochenende, wenn auch nicht beträchtlich, so doch etwas nach. Tas Ereignis der Woche ist der russisch-englische Zwischenfall, der „Sieg" der russischen Flotte über ein paar armselige Fischerboote in der Nordsee. Aitsangs beachtete die Börse die Angelegenheit kaum, weil auch die Londoner Börse ihr kaum Bedeutung bcimaß. Bald aber hatte der ungewöhnlich entschiedene Ton, den die englische Presse anschlug, eilte andere Stimmung zur Folge und die gesamten Börsen wurden ausgesprochen flau. Zwar denkt man nicht daran, daß es zum Kriege kommt und hofft, daß Rußland die maßvollen Forderungen Englands erfüllen werde. Immerhin aber lehrt der Vorgang deutlich, daß die kleinste Tissonanz in Feiten eines großen Krieges leicht zu den schlimmsten Folgen führen kann. Angesichts dieser Situation gehört die Mitteilung von der Ausgabe einer neuen russischen Schatzschein-Anleihe in das Reich der Fabel. Ter Rentenmarkt hat seine Festigkeit eingebüßt, sowohl Mexikaner wie Argentinier mußten uad/geben. Von Banken zogen Tarmstädter au auf die günstigen Mitteilungen in der Generalversammlung. Tie Aktionäre werden die höhere Tividende gern in Empfang nehmen. Montanpapiere haben relativ gut gehalten, trotz nicht gerade glänzender Berichte aus dem Ruhr- revier. — Im allgemeinen wird sich die Lage nur bann bessern, wenn seitens Rußlands eine besriedigende Antwort bald erfolgt. Inzwischen können mancherlei unangenehme Ueberraselmngen an den stark überladenen Märkten in Newyork, London, Paris und Berlin entstehen, während die Verpflichtungen an der Frankfurter Börse gering zu sein scheinen.
AllSMg m irn SisllLkSümisrkglflk'll irr Sieb! (Mtiitn.
Aufgebote.
Arn 22. Oktober. Rudolf Wilhelm Wolh Dreher dahier mit Katharine Becker in Kesselback). — Georg Sauer, Kutscher dahier mit Elisabeths Eichenauer, geb. Erb, hierselbst. Am 26. Olk. Earl Georg Schelp, Kaufrnauu m Bünde mit Minna, gen. Hedwig Ncnnßiel dahier. — Ludwig Weißbart, Lehrarntsasseßor in Lau- bach mit Kätcheu Berta Schöuhals dahier. Arn 27. Okt. Wilhelm Karl Heil, Kaufmann dahier mit Franziska Heil hierselbst.
Ehcfchließnngcu.
Am 22. Okt. Konrad Karl Georg Schwan, Wagner dahier mit Elijabethe Helene Schmoll hierselbst. — Heinrich Hermann Robert Heck, Postasfistent dahier mit Emilie Auguste Eugenie Funk hierselbst. Am 28. Okt. Jakob Frosch, Friseur dahier mit Anna Ferber hierselbst.
Geborene.
Aui 16. Cft. Dem Küfermeisler Julius Wellhöier eine Tochter. Am 19. Okt. Dem Schuhmacher Robert Mader eine Tochter, Anna Katharine. Am 20. Okt. Dem Fuhrmann Johamt Georg Gebhardt em Sohn, Emil. — Dem Schlosser Otto Eichbach eine Tochter, Lma Maria. Am 21. Oktober. Dem Fuhrmami Wilhelm
Deibel ein Sohn, Wilhelm Karl Ernst. — Dem Hotelbesitzer ZacharlaS Hotiboch ein Sohn, Hans Ludivig Karl. Am 22. Okt. Dem Arbeiter Gustav Müllerke ein Sohn, Paul Richard. Am 23. Okt. Dem Taglöhner Johaiin Friedrich Feiling ein Sohn, Adam Friedrich. Am 24. Okt. Dem Erdarbeiter Heinrich Greue eine Tochter, Elisabethe. — Dem Hotelier Herniaiin Schrödel eine Tochter, Mathilde Martha. Am 25. Olt. Dem Kaufmann Ernst Schmidt ein Sohn.
Gestorbene.
Am 21. Okt. Johann Peter Wämser, 11 Monate alt, Sohn deS Schneiders Johauii Peter Waniser dahier. Am 22. Okt. Joseph Reiß, 22 Jahre alt, Kaiismami dahier. Am 25. Okt. Ludivig Heck- rot h, 23 Jahre alt, Agent dahier. Am 26. Okt. Wilhelm Schmal! II., 57 Jahre alt, Weichensteller i. P. dahier. Am 27. Okt. Luise Rühl, 7 Jahre alt, Tochter des Spenglers Wilhelm Rühl dahier. Am 28. Oktober. Hermann Heinrich Rieb, 3.2)ionate alt, Sohn des Kutschers Wilhelm Rieb dahier.
Auszug aus ßtr. MchrMcherü der Stabt Gjetzen.
Evangelische Gemeinde.
Getaufte.
Matthäusgemeinde. 9. Okt.: Dem Gefangenen-Auf- Mjer Heinrich Dcipp eine Tochter, Erna Frieda Lina Emilie, geb. den 14. Sept. — Lnkasgemeinde. 16. Okt.: Tem außerordentlichen Professor Tr. Bruno Henneberg eine Tochter, Fanny Eva, geb. den 21. Juni; dem Fahrkartenausgeber Ludwig Weisbrod eine Tochter, Maria Katharina Justine Emma, geb. den 15. Sept.; dem Former Stimm Weber eine Tochter, Minna Elisa- bethe Margarete Hermine Katharine, geb. den 7. Jan.; dem Masseur August Krebs c in Sohn, Karl Heinrich Theodor, geb. den 7. Sept.; dem Schmied Karl Parr ein Sohn, Ernst Karl Wilhelm, geb. den 12. Sept.; dem Kutscher Karl Wenzel eine Dockst cr, Lina Emilie, geb. den 3. Okt. — Johannes- gemeinde. 16. Okt.: T-em Armenamts-Sekretär Wilhelm Theodor Loh, ein Sohn, Heinrich Karl Wilhelm, geb. den 9. Sept.
Getraute.
M a r k n s g e m e i n d e. 15. Okt.: Karl Ferdinand Bücking, Sattler zu Alsfeld, und Elise Rühl, Tochter des Wirts Heinrich Rühl zu Gießen. 16. Okt.: Friedrich Karl Kornmann, Taglöhner zu Giegen, und Marie Elisabethe Röhrig, Tochter des Taglöhners KouradJRöhrig zu Gießen. — J o hannesgemeinde. 16. Okt.: Ernst Stephan, Fabrikant in Karls horst bei Berlin, und Margarete, gen. Emma Schmalbach Tochter des Stations-Vorstehers 1. Kl. a. D. zu Lollar.; 18. Okt.: Alfred Otto Kühne, Sergeant zu Gießen, und Helene Schmidt, Tochter des verstorbenen Wirts Heinrich Sck-midt zu Gießen.
§po rt
Fußball Wettspiel. Am Sonntag nachm. 3 Uhr findet auf dem Trieb ein Verbandswettspiel, zwischen der ersten Mann- schaft des Aschaffenburger Fußballklubs und der ersten Mannschaft des Gießener Fußballklubs 1900 statt.
Warnung!
Die meisten Nachahmungen von Dr. Hommels Haematogen werden, uiu das D. 1t. P. No. zu umgehen, mit Zuhiltenahme von A**ther bereitet, ein Zusatz, der insbesondere für Kinder und Nervöse direkt schädlich ist. Um sicher zu sein, das aetherfreie Original-Präparat zu erhalten, verlange man stets ausdrücklich Dr. Hommei’a Haematogen und achte aui die Schutzmarke „Säugende Löwin." D8/e
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