Ausgabe 
29.10.1904 Erstes Blatt
 
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Telephonischer Kursbericht

. LV 80

3% Mexikaner

Tendenz: 'fest.

Aus Statt uud Land

101.85

100.50

100.05

103.80

63.00

63.20

127.80

48.00

43.50

Reichsanleiho

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Konsole . do . .

Hessen

37t°/0 3R/f »Wo 3% ^'/e°/n

- Se. wir soeben Säkularfeier der neuen rv ahnen.

. 101.30

. 89.20

. 101.10

. 89.30

. 99.00

Gießen, 29. Oktober 1904.

Kgl. Hoheit der Grobherzog wird, wie erfahren, dem Festakt in der Universität zur Philipps deS Großmütigen und der Einweihung UnioersitätZ-Bi bliothek am 12. November bei-

parlamentarisches.

Vom preußischen Landtage wird im nächst­jährigen Etat die Regierung finanzielle Mittel fordern, welche die Entschuldung des bäuerlichen Grund - b esi tz e s ermöglichen.

Tie englische Flotte.

London, 28. Cft. Tie erste Division der Heimats­flotte verließ heute den Firth of Forth und trisit morgen in Portland ein. Sämtliche beurlaubte Offiziere sind gestern zurückberufen worden. Tas Neuterschc Bureau meldet aus Gibraltar, daß die KreuzerLan­caster",Suffolk",Endymion" undThcseus" in westlicher Richtung, der KreuzerHermes" nach Vigo abgegangen 4ind. Ter Rest des Geschwaders liegt noch dort.

Po la, 28. Okt. Tie Schiffe des englischen Mittel­meergeschwaders, die hier ankerten, sind in der vergangenen Nacht in See gegangen.

Petersburg, 28. Okt. Fürst Uchtomski veröffentlicht in seinem Blatte ,,W§edomosti" einen geharnischten Artikel gegen die Mobilisation der englischen Seemacht. Ter Zwischenfall in der Nordsee biete wahrhaftig keine Ur­sache dazu. Rußland Tenne freilich das Doppelspiel Englands vollkommen.

Gibraltar, 28. Okt. (Reuter.) Tie Mobilmach­ung des Geschwaders in Gibraltar, welche morgen beendet sein sollte, ist bis mif weiteres hinausge schoben worden.

Dir russische Flotte in Vigo.

Vigo, 29. Okt. Tie russischen Kriegsschiffe nahmen kn der vergangenen Nacht sämtlich Kohlen ein. Tie Torpedo­boote machten in der Nacht auf der Höhe von Kap Fini- sterre Versuche mit Geschützen. Zahlreiche armierte Scha­luppen vermitteln ununterbrochen den Verkehr mit dem außerhalb der Reede ankernden Teil des Geschwaders.

Kopenhagen, 28. Okt. Ein neues Geschwader russischer Torpedoboote wird in den dänischen Gewässern erwartet. Ein dänisches Torpedoboot soll das Geschwader bis Skagen begleiten.

nommen hat. Kaiser wirkte versität als Privatdozent und Institut unb Museum unter zum Bezirksgeologen an der Berlin ernannt. Er ist am

früher an der Bonner Uni- Assistent am mineralogischen Laspevres. 1900 wurde er Geologischen LandeSanstalt zu 31. Dezember 1871 zu Essen

. 90.00

. 119.80 . 107 50 . 211 30 . 191.90 . 142.75 . 154.60 . 161.80 . 141.25 . 18.20

188.50 . 252.00 . 216.00 . 215.60

Professor Kaiser. Der Bezirksgeologe an der Kgl. preußischen Geologischen LandeSanstalt zu Berlin, zu­gleich außerordentlicher Lehrer für Methoden der Gesteins­untersuchung an der Bergakademie daselbst, 1)1'. phiL Erich Kaiser, ist zum ordentlichen Professor der Mineralogie unb Geologie unb Direktor bes mineralogischen Instituts an der Universität Gießen mit Wirkung vom 16. Oktober l. IS. ernannt worden. Er tritt an Stelle von Professor Dr. Reinhard BrannS, der mit 1. Oktober l. Js. das durch Rücktritt I. Lehmanns erledigte Ordinariat in Kiel über-

3*/t% Oberhosscn . . . 4% Oestorr. Goldrente . .

4l'ß% Oosterr. ßilberrento 4% Ungar. Goldrente . .

40/, Italien. Rente . . . 4*/,% Portugieser , . .

30/ Portugiesen. . . . .

1 % C. Türken . . .

Tiirkenloso......

4% Griech. Monopol,-Anl. 4*/i% äussere Argentiner

4V»% Chinesen . Electric. Sobuckert Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . Diskonto-Kommandil Darmstädter Bank Dresdener Bank .

Berliner Handelsges Oesterr. Staatsbahn Lombarden . . Gotthardbahn . . Laurahütte . . . Bochum . . . . Harponer . . . Schntzscheine . .

c. Watzenborn-Steinberg, 29. Okt. Die am 8. d. MtS. stattgchabte Gemeinderatswahl wurde vom Großh. Kreisamt Gießen bestätigt. Es wurde wiedergewählt Joh. Gg. Burk III. mit 129 Stimmen; neu gewählt wurden der Sozialdemokrat Balth. Pitz, Schuhmacher, mit 145 Stimmen, Joh. Jakob Häuser mit 111 Stimmen. In der Gemeinderatssitzung vom 24. d. Mts. wurde Metzgermcistcr Jakob Sommer III. einstimmig als Cchulvorstandsmitglied gewählt.

Grünberg, 26. Okt. In der gestern abend stattge­habten Gemeinderatssitzung gab die Bahn Lich- Grünberg, wie schon mehrfach, Anlaß zu einer lebhaften Debatte, diesmal wegen Uebernahme von Obligationen. Nach­dem die beteiligten Gemeinden sich vor einiger Zeit bereits zur Uebernahme von Obligationen in entsprechender Höhe bereit erklärt hatten und der Gemcinderat von Lich in seiner Sitzung am vergangenen Samstag die Uebernahme von solchen im Betrage von 85000 Mk. zugesagt hatte, stand als letzter Interessent in dieser Beziehung nur noch Grün berg mit einem Beschlüsse aus. Bürgermeister Zimmer erklärt, er habe die Verhandlung über die Sache bereits heute auf die Tagesord­nung gesetzt, weil anderen Tages eine Versammlung in Lich stattfinden solle, zu der man den Vertreter Grünbergs nicht ohne einen bestimmten Auftrag senden könne. Er weist ferner darauf hin, daß seitens der Aufsichtsbehörde die Gemeinden aewarnt worden seien, bei Uebernahme von Obligationen über ihre Kräfte hinauszugehen, aber dringend empfohlen wurde, gleichzeitig mit dem Bahnbau die Feldbcreinigung vorzunehmen. Die Debatte, an der sich namentlich die Herren Moll und Sehrt, ersterer für die Uebernahme, letzterer im gegenteiligen Sinne beteiligten, endigte damit, daß ein von Gemeinderat Moll gestellter Antrag für 40000 Mk. Obligationen zu über­nehmen, mit fünf gegen zwei Stimmen bei einer Stimmen- enthaltung abgelehnt wurde. (Gr. Anz.)

fc. Mainz, 28. Okt. Das Kapp'sche Vermächtnis wurde jetzt endgiltig aus 661 661.47 Mk. festgestellt, wovon 125 000'Mk. für Legate abgehen, |o daß der Stadt Mainz 536 660.47 Mk. bleiben.

d. Mainz, 29. Okt. Irrsinnig wurde gestern nach­mittag der 57jährige Gcrichtsschreibergehülfe vom hiesigen Amtsgericht Johann Schmitt aus Beltershain bei Gießen. Der Kranke wurde in das Rochushospital gebracht. Tie Momba eher Gemeinderatswahl wurde gestern vom Kreisansschuß auf Reklamation eines dortigen Einwohners für ungültig erklärt. Nach den Erklärungen des Bürger­meisters Viktor war gegen 8 Uhr abends bei Schluß der Wahlzeit der Andrang noch so stark, daß er das Wahllokal abschloß und die draußen stehenden Wähler gruppenweise ein­ließ und noch wählen ließ. Es sei 8 Uhr 25 gewesen, als der letzte gewählt habe. Da nach der öffentlichen Bekannt­machung die Mahlzeit um 8 Uhr abends beendet fein sollte, erblickte der Kreisausschuß in der länger gewählten Wahlzeit einen Verstoß. Bei der Wahl hatte die gemeinschaftliche Liste der'Libcralen und Sozialdemokraten den Sieg davon getragen. Tic Kosten wurden der Gemeinde zur Last gelegt.

Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Nachbarstaaten. Als am Freitag der Personenzug Nr. 265 aus der Station Gudensberg ausfuhr, entgleiste , die Lokomotive. Ter Führer der Lokomotive und der Heizer sind schwer verletzt. Auf der neuen UmsührungSbahn Mombach-Vischofsheim hat sich der erste Eisenbahnunfall mit 1 tätlichem Verlauf ereignet. Tie Ehefrau Beller von Kost- ; heim schlüpfte durch den geschlossenen Uebergang, wurde von einem Güterzug erfaßt und totgefahren.

ES liegen dazu noch folgend Meldungen vor:

Petersburg, 28. Ott. lieber den Zwischenfall in den Genbiffern vor Hüll wird in Vigo eine Untersuch­ung stattsindcn, wobei die in Betracht kommenden russi­schen Offiziere KUgeaeu sein werden.

Petersburg, 28. Okt. Es bestätigt sich, daß der Zwischenfall in den Gewässern vor Hüll durch ein in ter nationales Schiedsgericht entschieden werden wird und daß die in Betracht kommenden rnsiischen Seeoffiziere zu diesem Znwcke ausgeschifft werden.

Washington, 28. Okt. (Reuter.) Nach einem Tele gramm aus Petersburg genehmigte der Kaiser den Vorschlag, den englisch-russischen Streitfall einem internationalen Gerichtshöfe zu unterbreiten.

London. 28. Okt. Tie Besatzungen der Fischer dampf erMoulmein",Minho",Gull" undBossein" sowie die verwundeten Leute cm Bord desErane" wurden heute vernommen. Sie leugnen entschieden die Anwesenheit von Torpedobooten oder Schiffen, die sich rasch wie Torpedoboote bewegten. Von dem in der Nahe der Fischerslotte befindlichen SchiffReeching" wurde berichtet, ein r u s s i s ch e s S ch i f f habe es um sieben Uhr morgens beschossen. Ter Bericht wurde dem Aus wärttgen Amte mitgeteilt.

Petersburg, 28. Okt. Roschdjestwenski erklärt, es sei ihm leicht, festzustellen, daß in der Unglücksnacht sämt­liche russischen Torpedoboote bereits in Cher­bourg ivaren.

Zn der Petersburger Gesellschaft hat der Bericht RoschdjestwenskiS große Genugtuung hervorgerufen. Von der Pivsse wird hervorgehoben, daß diese Erklärung des Falles demselben eine völlig andere polittsche Bedeutung verleihe. Es sei daher der Beweis geliefert, wie kopflos die englische Presse urteile und wie groß d e r e n g l i s ch e Haß gegen R u ß land sei. Rußland werde England diese Haltung nicht vergessen, wie es auf seine Seemacht pochend Rußland einschüchtern wolle. Rußland fürchte keinen Krieg nach zwei Fronten. Es sei in Zenttalasien durch die Orenburg-Taschkentbahn auf alle Eventualitäten gerüstet.

Mit großer Befriedigung wird in London die korrekte Haltung der leitenden Kreise und der öffent­lichen Meinung in Deutschland hervorgehoben. Alle anfänglichen Versuche, einen Verdacht auf Teutschland zu lenken, als sei es an der Hervorrusung des Konfliktes be­teiligt oder zu Ungunsten Englands interessiert, sind da­durch zum Schweigen gebracht worden, und selbst die führen­den Blätter, welche bisher die deutsche Neutralität zu vor- dächttgen bemüht waren, zollen der Haltung Deutschlands in ihren Spalten jetzt unumschränkte Anerkennung.

Englische und rnssische private Stimmen.

Sämtliche Londoner Blätter erklären einstimmig Roschdjestwienskis Verteidigung für zu ab­surd, um Ekhör zu verdienen, sie sei ein neuer Beweis dafür, daß die Ostseeflotte in seinen Händen eine inter­nationale Gefahr bilde. Angenommen, daß wirklich Tor­pedoboote in der Nähe der russischen Flotte gesehen worden wären, hätte der niedrigste Schiffsofsizier wissen müssen, daß, nachdem die Beschießung zu Ende war, das Geschwader fick hätte versichern müsien, daß diese Torpedoboote un­schädlich gemacht worden seien. Statt dessen habe aber dieFlotteReißaus genommen. In Militärkreisen neigt man immer mehr der Ansicht zu, das ganze Verhalten der balttschen Flotte während ihrer Ausreise von Libau aus bis nach Vigo und die durch sie hervorgerufenen Zwischenfälle weisen darauf hin, daß man eine gute Aus­rede finden möchte, um die Fahrt nach dem äußersten Osten abzubrechen und sich dem sicheren Verderben zu ent- Kehen.

Die Petersburger Blätter ziehen aus den Tele­grammen Roschdjestwenskis den Schluß, daß sich zwei Tor­pedoboote unter den englischen Fischerbooten befunden haben, wovon eines in den Grund gebohrt und das andere beschädigt wurde. Letzteres befand sich am anderen Morgen noch an der Stelle des Zusammenstoßes. Tie russischen Schiffe hätten das Boot beobachtet, sie brachten ihm aber feine Hilfe.

Kirchliche Nachrichten.

Katholische Gemeinde, chotterrdktvll.

Montag, den 31. Oktober 1904.

Nachmittags um 5 Uhr unb abends um 8 Uhr: Gelegenheit gu* hl. Veicht.

Dienstag, den 1. November 1904. Allerheiligen.

Vormittags von 6 V, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.

, um 7 Uhr: Die erste heil. Meße, vor unb in derselben Austeilung der heil. Kommunion.

, um 8 Uhr: Die zweite heilige Messe. Militärgottesdienst mit Predigt.

um 9 Vt Uhr: Hochamt mit Predigt.

Nachmittags um 5/, Uhr: Rosenkranz-Andacht mit Segen.

um 6 Uhr: Predigt; daraus Andacht für die Ab­gestorbenen.

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht.

Mittwoch, den 2. November 19 0 4: Allerseelen.

Vormittags von 6'/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.

um 6und 7 Uhr: Heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion.

um 8 Uhr: Seelenamt für alle Verstorbenen. Nachmittags um 67, Uhr: Rosenkranz-Andacht mit Segen.

Schluß des Nosenkranzgebetes.

Donnerstag um 7 Uhr: Segensmesse.

Märkte.

Gießen, 29. Okt. Marktbericht. Ans heutigem Wocbenmarkl kosteten: Butter pr. Pid. 1.101.20 Mk., Hühnereier 1 St. 8-10 W 2 et cf. 1500 Vsg., Gänseeicr 0000 Pfg., Enteneier 70 W, rr. Stck. 68 Ps., Kasematte 2Stck. 56 Psg. Erbsen vr-Lfter 21 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Pig., Tauben pr. Paar0,80- 0,90 Mk., Hühner pr.<-4. 1,00-1.60 Mk., Hähne pr. Stück 0,60-1,20 Mk., Enten pr. Stuck 1.80-2,20 Mk.. Gänse vr. Pid. 58-60 Pfg., Ochsenlletsch pr. Lwnd 0080 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 6268 Mg., <5d)meme- Rcifrh pr. Ps.wd 60-72 Mg., Schweinefleisch, a-M-n, pr. P und 76 Pfg., Kalbfleisch pr. W 70-74 Psg, Hammelfleisch pr. Psund 50-74 Mg. Kartoffeln pr. 100 Kgr. e,00-«,50 Mk Weißkraut per Sluck 810 Pig., per Zentner 4.004.00 Mk., Zwiebeln pr. Zentner 8,00-10.00 Mk, All Ich per Liter 18 PA, MwM P««* bis 7 Alk, in Körben 00-00 Psg. Nnffe 100 St. 20-25 Psg. Zwetscben per Zentner 0.000.00 Mk. Birnen per Zentner 6 bis o.OO Mk. Marktzeit 82 Uhr. . . _. ,

fP Frankfurt a. M., 28. Okt. Heu- unb Stroh« markü Heu kostete heute Mk. 3.40-3 90, Stroh Mk. 2.20 bis Mk. 2.40. Alles per 50 Kilo. Tendenz : ^est.

geboren unb promovierte 1894 in Bonn mit einer Arbeit: Versuche über ba§ Znsanunenflicßen zweier Flüssigkeits- niaffcn*.

** Au s dem V u r e a n des Stadttheaters. Auf die morgige Fremdenvorslellung vonEhre" (nach­mittags J/34 Uhr) sei auch an dieser Stelle ausdrücklich bin- gewiesen. Am Abend geht der lustige SchwankEin toller Einfall" von Karl Laufs, dem Verfasser vonPension Schüller", in Szene. Es wirb bemerkt, daß bas Repertoire der Sonntagsvorstellungen, bas, bem Charakter des Publikums entsprechend, hauptsächlich aus Stücken heitern Genres ge­bildet wird, in den wochentägigen Abonnementsvorstellungen für gewöhnlich nicht zur Wiederholung gelangt.

* lieber einen kleinen Zwischenfall, der sich gelegentlich der Automobilfahrt des Prinzen Heinrich nach der Benz'schen Fabrik in Mannheim ereignete, wird er­zählt: ES war bei Lampertheim, als sieh dem fürstlichen Automobilfahrer em Bauernwagen hindernd in den Weg stellte, das Pferd wurde scheu und lief quer über die Straße. Ter Prinz hielt an, und weil die Sache zu lange dauerte, da der Bauer seines Pferdes nicht Herr werden konnte, so steckten sich der Prinz und sein Begleiter einslweilen eine Zigarette an. Ter gute Bauersmann nahm dies krumm und meinte, man brauche sich nicht über ihn lustig zu machen, er wolle die Herren schon zur Anzeige bringen, die 9!ummer deß Kraftfahrers (214) wisse er ja. Tie Gewißheit späterer Genugtuung schien auch den störrischen Gaul friedfertiger zu stimmen, er gab seine Kapriolen auf unb lachend löffle der Prinz seines Weges.

* Blühende Veilchen findet man in der herbst­lichen Natur in der Regel nicht. Eine solche Näturseltenheit ist aber, wie wir uns überzeugten, bei der Haltestelle Schiffen­de eg vorgekommen. Dort stehen am freien, ungeschützten Ort gegenwärtig eine Anzahl der blühenden Frühlingsblume^.

** Die Rekrut en Vereidigung unseres Regiments fand heute auf dem Hof der Zeughauskaserne statt.

Wochenbericht der Knxenabteilung des Bankhauses S. H. Oppenheimer jr.

Hannover, 28. Okt. 1904.

Die flaue Tendenz auf bem Kali-Kuxenmarkte hat in her abgelaufenen Berichtswoche auf allen Gebieten angehalten. Ter neue Aufsichtsrat des Kali-Syndikats ist mit umfassenden Vollmachten versehen worden, die Kainitpreise rechtfindend herab- zusetzen und ev. auch diese Maßregeln wieder aufzuheben. Tie Ungewißh it über die künftige Preisgestaltung läßt daher eine Kauflust nicht aufkommen und findet das an den Markt kom­mende Material nur selten Aufnahme. So mußten sich von schweren Werten Herevnia, 5)ohenfels, Hedwigsburg, Wilhelmshall und Neustoßsurt 2tbschläge von über 500^ Mk. gefallen lassen. Von Mittelwerten gingen Vurbach auf 8750 Mark, Beienrode auf 7550 Mk., Justus I. auf 7600 Mk. unb Earlfund auf 7500 Mk. iurü-i, während AlexanderShall mit 6450 Mk. gefragt und 6525 Mark angeboten bleiben. 7sür .Heldrungen erhält sich Nachfrage bei 3600 Mk., bei 3650 Mk. liegt indes wieder Material vor. Auch das lebhafte Geschäft in den kleinen Wetten hat nachgelassen. Offeriert bleiben Hansa-Silberberg mit 1090 Mk., Benthe mit 310 Mk., Deutschland mit 850 Mk., Hattorf bei 775 Mark, "riedrichshall bei 1525 Mk. und Salzgitter Vorz.-Akt. bei 975 Mark, dageaen sind Ronnenberg mit 1350 Mk. und Sigmundshall bei 18°5 Mk. gesucht.

Aeuß.rste Eeschäftsstille ist die Signattir deS Kohlen- K u r e n m a r k t e s. Bemerkenswert ist dabei, daß trotz btt günstiaen Ouartalsausweise eines großen Teils unserer guten Gewerkschaften bezw. Gesellschaften die Kurse fast aller hierher aebörenden Werten in der abgelaufenen Berichtswoche eine weitere Abschwächung erfuhrm. So mußten beispielsweise Constantin der Große bis 34 000 Mk., Lothringen bis 20 000 Mk. und Mont Cenis bis 16 900 u. a. m. nachgeben. Mittlere Papiere lagen eb ufalls durchweg sch-wäcber und finden selbst bei den ge­wichenen Kursen nur wenig Aufnahme. Von leichten Werten mußten Sckchrbank & Eharlottenburg auf die Einstellung her Ausbeute bis 1600 Mk. nachgeben. Alte Haase verloren gleichfalls die anfänglich gewonnene Heine Steigerung und bkeiben nrif 1450 Mk. offeriert. Mehrfache Kauflust zeigte sich hingegen bei g,'bt ' rtem Kurse für ?vreip Vooel & Unverhofft und Charlotte.

Netteste Mcldungeii.

fragenotv, 29. Okt. Iw benachbarten Ort Hoort hiett ein Ettern paar seinen geistesschwachen Sohn feit zehn Jahren in einer Kammer gefangen. Man sand ihn vollständig verw-ahrloft voller Schmutz vor. Sem« Nahrung bestand hauptsächlich aus rohen Kartoffeln.

Paris, 29. Okt. DerFigaro" sagt: Der KncgS- minifter Andrö könne sein Portefeuille nicht mehr behalten, ol>ne in der Armee eine anMeuterei grenzende

Vermißtes»

Coblenz, 29. Okt. Die Wahl deS Vorstandes des deutschen Mineralbrunnen-Verbandes hat nunmehr ftattgefunben; es wurden dabei gewählt: HandelS- faminerpräfibent Meyer-Coblenz, Bankier Grünewald- Gießen, Dr. Glewing-Henning, Direktor Ziegler-Schloß­brunnen Gerolstein und Direktor Cnstor-Roisdorffer Brunnen.

* Kleine Tages chronik. Bei der Seziierung der Leiche des Landrals Dr. S ch a r f f-S ch n e i d t zvg sich Oberarzt Ringel vom Kranlenhause in Eppen­dorf bei Hamburg eine lebensgefährliche Blutvergif- t u u g zu.

Gießener landwirifchasittcher Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung in Hessen für Sonntag, den 30. Oktober 1904: Meist trüb, windig, bei milderer Nacht Tages- ternperatur nicht verändert (kühl), Regen, befonders im Süden. In höheren Lagen auch Schnee.

N aber es durch die Qüeßen er Wetterka de.