Ausgabe 
29.8.1904 Zweites Blatt
 
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Ge»ei»ve

eines Zuchtviehmarkte 8

Einführung

S. K. H. der Großherzdg

in Darmstadt, den Geheimen

j. E.. den Professor Schmitt

Provinz Oberhesjen in Butzbach. Das Baugesuch des Garnisonbauamts Frankfurt a. Dk., betr. am Nebenbau

Sie baden in der Stadtverordnetensitzimg am 18. l. M. laut | kitungvbnicbtcn über das Vorgeben der Schuizrnannfckaft bei den Ansammlungen am Neubau desDarmstädter Hoss" ^Mitteilungen I gemacht und Einsichten geäußert, welche 'vir alü -utressend nicht! anerkennen können. Da wir nicht in der Lage sind, vor dem Forum | der Stadtverordnetenversammlung diesen Behauptungen entgegen I iu treten, dürfen wir wobl die Erwartung auSfprechen, baß ^ie I bui-ft, Wiederbolung derselben in einer an das Grasch. KrciSarnt Darinstadt gerichteten Besdnverde unS Gelegenbeit (leben, eine (hit- scheidung imserer vorgesebtel» Bebörde herbeizusichren. Dr. Kratz"!

Darauf hat ^Genoffe^ Cramer wie folgt geantwortet: Darmstadt, den 25. August 1904. An Grosrberzogliches Polizei- amt Darmstadt.Bezugnehmend aus Ihr Schreiben vom 22. d. Al. gestatte ich mir eraebenst zu erwidern, baß ich mir von einer Be­schwerde an Großh. Kreisamt nichts verspreche und deshalb davon absehe. Warum die Stadtverordneten-Verlammlung nicht kompetent sein soll, eine Widerlegung meiner Behauptungen ent­gegenzunehmen, ist mir unerklärlich. Cs ist allerdings eine be­dauerliche Einrichtung, das; die Polizei in Darmstadt nicht unter j der Besehligung des Ctadtoberhauptes steht, nichtsdestoweniger! glaube ich aber, das; die Stadtverordnetenversa,nmlung sehr wohl das Recht bat, sich über polizeiliche .Angelegenheiten der Stadt zu unterdalten, Mißstände zu rügen und so zur Kenntnis der mass­gebenden Behörde bringen dari. Ebnso dürste nach meiner Ansicht das Ansehen des Polizeiamt« keineswegs darunter leiden, wenn es Klagen und Beschwerden, die in der Stadtvenordnetenvcrsammlung von einzelnen Mitgliedern vorgebracht werben, würdigte und an­geblich unwahre Behauptungen an derselben Stelle widerlegte. Ich sehe also einer Widerlegung meiner Bebauptimgen, die ich voll »md ganz aufrecht erhalte, an dein Ort entgegen, an dem ich sie vor­gebracht. Mit aller Hochachtung B a l t h. Cramer.'

ZwcisclloS wirb sich datz Großh. Polizciamt mit dieser Antwort bcS Stadtverordneten Cramer nicht zufrieden geben, da sonst die den Schutzleuten gemachten schweren Vorwürfe

zwei- und dreiräumigen Wohnungen muß man sich übrigens als solche von einem oder zwei Zimmern und einer Küche vorstellen. Wohnungen von 3 Zimmern und Küche kosten in Gießen etwa 335 Mk. Daß die Preise kleiner Wohnungen hier in Gießen im Steigen begriffen sind, wird von der hzesigen Arbeiterschaft schwer empfunden.

Butzbach, 28. Aug. In der letzten Gemeinde­ratssitzung wurde beschlossen, bei dem Vorstand des land-

Allgemeiuer Deutscher Innung- und Handwerkertag. L

(Nachdruck verboten.)

Gießen. Darmstadt, en , Genossen

Darmstadt Mainz Offenbach SBonnS Gieße« Bingen Friedberg Alzey

Darmstadt Mainz Offenbach Worms Gießen Bingen Friedberg Alzey

Darmstadt Mainz Dfrenbad) Worms Gieße« Bingen Friedberg Alzey

wirtschaftlichen Vereins ein Gesuch einzureichen betreffend ° * * ' ** - für die

Znfanterie-KasernementS wurde genehmigt. Der Pflegesatz für einguartierte Soldaten wurde pro Mann und Tag auf 1.20 Mk. festgesetzt. Der ortsübliche Tage­lohn wurde wie folgt bestimmt: Für männliche Erwachsene 2.50 Mk., weibliche Erwachsene 1.50 Mk., für männliche jugendliche Arbeiter 1.50 Mk., für weibliche jugendliche Arbeiterinnen 1 Mk.

Sebr geehrter Herr Redakteur?

DasEingesandt" in Nr. 201 Ihres geschätzten Blattes Ausmarsch des Militärs mit klingendem Spiel in früher Morgenstunde" veranlaßt mich, auf etwa« ähnliches lrinruweisen. Wie bekannt, rucken unsere Feuer­wehren zu ihren Hebungen stets mtt Trommeln undPfnfcn und kriegerisckxnn Klang aus. Wie mancher Kranke und Müde, der suv nach dem Abend mit seiner Kühle und Ruhe gesehnt bat, mag schon durch diesen Lärm wieder nnfgeschreckt worden snngerade in dem Augenblick, da der mitleidige Gott des Schlafes rm Begnste war, Schmerzen. Kummer und Sorge aus eme kurze Spanne Bett von ihm zu nehmen! sind wer diesen Uebungen schon zu gesehen hat, wird auch die Beobachtung gemacht haben, daß ourw cn wrtfrin tn.rch di- (Mflcn baUnibcn Stow X S

F-u-Ehrmarsch-4 dic Iuq-nL emfi ° £ fie

(irmaltt und auf di- Strafe flfjogm tortb

s St; SÄrMffitö' »Sgaa? AZ |au<ft, baft -4 Mr di- -iE^snoN-n "^t r lfen nur dr-s-» ^ufS^^auf WC S aMiÄlwnK E rrTir^ft mrf>t abe- dazu dienen. Kindern, Kranken und

'fon'^iflar «"b »oDItuenbc Rufe d-s abenb» ,u sie reu_____________ ______

von ______

d-n R-chtSanwalt Instizrat Dr. Sutsleisch

Zundel und Verkehr, ^ulküwütschafi.

Düfs cldors, 27. Aug. Für die zur Beschlußfassung über den V e r st a a t l i ch u u g S - A n t r a g der L> i b e r n i a - Gesell­schaft sowie über den Eintrag der Verwaltung aus Erhöhung deS Grundkapitals der Gesellschaft um Mk. 6' , Mill, auf heute em- berufene Generalversammlung war beinahe das gesamte Aktien­kapital angemelbct, von 53'/, Millionen mehr als 50 Millionen. «Iber 18 Millionen Mark der Dresdner Bank waren bei dem ersten Gegenstand der Tagesordnung, dem Verstaatlichungs-Antrag, nicht vertreten Geh. Kommerzienrat Kirdorf lGelsenkirchen) wiederholte, daß er der Regierung daS Vetorecht im Syndikat vorgeschlagen habe und führte aus, die Regierwig mäste, wenn sie Hibernia ver­staatlicht, bann nicht nur die Zeche Gladbeck, sondern auch die sis- kalischen Kohlenwerke vom Saarrevier und von Oberschlesien dem Rhein. - Westfälischen Kohlensynbikat unterstellen. Das Verstaat- I lichuugs-Augedot wurde mit 29,641,400 Mark gegen 2,651,200 Mark la bge lehnt, unberücksichtigt die nicht vertretenen 18 Rftllionen der Dresdner Bank. Gegen diese Abstimmung wurde mehrseitig

Reue FcttcrversicheruugS-Bcdingungen. d /,

Mästend in allen Bersicherung^Nx'igen, worin die Versicher- unasnabnie uod" nickt als etwas Selbstverständliches gilt, die Bebinaiinaen dauernd verbessert wurden, war m der Fenerver- firfvminrt über deren Notwendigkeit man kein Wort mehr zu verlieren braucht, seit noljezu zwei Jahrzehnten ein völliger llmid eingetreten. Mit der Aufnahme der Feuerversicherung birren hie Victoria ist darin ein gründlicker Wandel gesckiafsen. Ihre Be- dinaungen übertreffen alles bisher Gebotene. Den Versicherten werden Retttlngskosten ersetzt, die Volize wird nickt ungiltig bei irrtümlich unrichtigen Angaben und bei Zuwiderhandlungen gegen bie vertraglick'en Bestimmungen, soweit keine grobe Fahrlassigkett vorliegt: die Fristen für die Schadensanmeldnng usw. sind erheblich verlängert. Bei mehrjährigen Versickerungen kann die Prämie in WrÄ-eiiraten gezahlt werden. Für Mobiliarversickierungen bis zu Mk. 20 000 oder, in Verbindung mit Gesckästsvorr.ften, bis zu Mk. 30 000 werden nock besondere weitere Vergünstigungen gewährt. Alle Gegenstände- sind auch innerhalb der^ Wohnung linnerhalb Europa- ohne Crtravrämie versickert: der ^bestand und der Preisk der Versickverunn ist von einem Wechsel der Wohnung und des Wohnortes innerhalb Deutschlands gän'li b unabhängig und der sonst übliche mit Umstünden unb Kosten verln'ipfte Polizew Racl>trag fällt fort; die Gesellschaft verpflichtet nck. mindestens alle zwei Jahre bei den Ver.sick-rttm die Nachversicherung von Neuanschaffungen anzuregen und vergütet bei einem sür Neuzngänge eventuell bi« zu °0 Vrozent über die nack der letzten Crinnernng insgesamt versickerte ^urnnie l'naus. Dte,e aroßen Vergünstigungen haben der Victoria stlion m aanz k' Zeit eine lüde ulende Zahl von Anträgen ^/"geführt, >mh r« ft länarr ie mehr Die Victoria ist dafür bekannt, bah W wr Neueruninm tmt arosien praktischen ltrwlgcn zur Gettm^ brtitp<

nicht zurückgcwiesen loerben könnten.

Frankfurt a. M., 28. Aug. DaS Fubnverk deS Metzgcrmcisters Goldberg aus Vilbel timrbc deS Morgens von dem hiesigen Fleischkontroleur Rodcuhcbcr in der Stadt bei der Einfuhr revidiert und dabei in einem Sacke eine noch ganz warme zstuhhaut vorgeftmdeii. Es entstand die Verniulnng, daß in der Nacht heimlich in Vilbel geschlachtet und das Fleisch nach Frankfurt eingeschmuggelt werden sollte. Ro»! deriheber begab sich daher sofort in Begleitung deS Fleisch- kontrvleurs Bar nach Vilbel. Bei den dort unter Boi- ! Hilfe des Bürgermeisters Mühlschwc in. des Poli,zeiwacht- meifters Roth und deS OrtÄiieners Kitz angestellten Er- Mittelungen wurde festgestellt, daß der dortige Metzger- meister Strauß, welcher mit seinem Sclstvager Goldberg gemeinschaftlich eine Metzgerei beweibt, wirllich in der setzten Nacht geschlachtet hatte. Das in seinen: Privat- schlachthause Vorgefundene Kuhfleisch tvnr abgestempelt und angeblich von dem Tierarzt Dr. Müller unter­sucht. Es fiel den Fleischkonwoleirren sosort auf, dag das Dauck)- und Brustfell an dem Fleische teilweise ent­fernt war. Bei einer näheren Besichtigung des Fleisches imd der Lunge wur-e fcstgestellt^ daß das geschlachtete -l i e r an Tuberkulose erkran 5t war. Auf Grund dieser Feststellungen sah sich der Bürgermeister veranlaßt, das ?vleisch zu beschlagnal)men. Dierartzt Dr. Müller er­klärte auf Deftugen, die Untersuchung des frag­lichen Tieres vorgenonuncn, beti Fleisch und die Ein­geweide vollständig gesund beftmden utit> ab- gestempelt zu haben. Bei der nun eingehend vorge-

I rtcmrmcncn Untersuchung des Fleisches imirbc festgestellt, I daß das Fleisch von einem Tiere, welches hochgradig ab­gemagert mar, stammte. Diese Abmagerung war auf eine ausgedehnte Erkrankung des Tieres an Tu-I berkulose zitrückzuführen. So waren beifpielswoife tnc Lunge mit tuberkulösen großen Knoten durckzsctzt. Das I teilweise entfernte Brust- und Bauchfell deS Tiere- wurde

I versteckt vcwgefunden und war ebeiifallö mit großen tuber-1 kulösen Knötchen übersäet. In gleichem Zustande befanden sich Magen, Därme und Netz. Die (fefrßSbrüfcn unrren bis Faustgroße geschwollen und vollständ^tubersulös entartet.

«Rach diesem Befunde wurde das Fleisch von Dr. Mittler als zum menschlichen Genüsse untauglich erklärt. Von dem Fleische waren nach Angabe des Swauß etwa >20Pfund verkauft worden. Ebenso fehltcnZunge und Leber. Nach dem Grade der Erkrankung des Vieh- stückes zu urteilen, war die Leber ebenfalls hoch-^ gradig tuberkulös imb soll angeblich als Biehftttter

I verwertet worden sein. Das noch vorhandene Fleisch und Eingeweide wurde von dem Mirgermeisder beschlagnahmt und dem Großh. Kreistierarzt Dr. Zinßer aus Friedberg zur weiteren Verfügung gestellt. Der am 23. d. M. von letzterem vorgenotnmcnen Nachuntersuchung, wohnte außer den beiden Keischkonwoleuven, auch der hiesige ^xittacht- hostierarzt Thon bei. Das Fleisch wurde als gesund- heitsschädlich be^ichnet und der Wasen meistere: m I Friedberg zur Vernichtung überwiesen. Bemerkt wird noch, daß Strauß Lieferant des Vilbeler Konsumvereins ist. Tur* arzt Dr. Müller wur de v omDie n ste suS p en d:ert.

Hiernach sind in Mainz, Burgen, Offenbach und WormS die Mieten recht hoch. Ziemlich günstig dagegen stehen die Preife bei uns in Gießen, und ebenso in Darmstadt. Diese

zu Güttersbach die evangelische Pfarrstelle zu Vornhe'nn,! Dekanat Alzey, zt» übertragen. S. K. H. der Großherzog hübet: ferner Allergnüdigst geruht, am 27. August den Bau- I anffeber-Asinranten und Geometer 2. Klaffe Friedrich Bickert I von Bruchenbrücken, zum Tiefbautechniker bei ber Babe- direktion unb beni Tiesbauamt Bad - 9) auhein: mit Mrkung vom 1. September ab zu einennen.

** V o m M a n ö v e r. Die Regimentt r des 18. Armee ko ros haben begonnen, ihre C^annsonstädte ui verlassen und sind unn Teil auf dem Weg ins Manovergelonde. Zn den O^imifouen wird es allinählick ruhiger und die Landbevölkerung Oberhessens, die bin-di ihre gute Behand­lung und freundllcke Anfmihme der Soldaten bekirnnt ist, wird ihre Freude an dem seltenen militärischen Treioen I habt-n. Viel Einquartierung ist bereits turflosseite Wome in den Orten der Wetterm: cinaetroffen. Die 21. und Vie 25. Feld Artillerie-Brigade befruben sich seit Mittwoch auf dem Marsche. Die 21. Brigcide (63 er und 27 er Ar­tillerie l hat ihr Scharfschießen und Brigade exerzieren in der Gegend von Salzschlirf,)litz und Großenliedcn'. -i. ie 27 er aus Mainz rücken ülur Reichelsheim, Bildmgen und Herbstein und beziehen in Schlitz Standquartier, die ba er aus Frankfurt marschieren über Assenbeim, Heldenlurg und Schollen nach Salzscksiirs. Die 25. Feld^Aitt.-Brigade (25 er und 61 erf sind am SaniStag in chrem Nebungs- qelände bei Lich, Münzenberg, Langsdorf und ArirSburg ein getroffen und beqnmen heute daS Scharfschießen. ES dauert bis 7. Se^temlur. Am längsten werden die beiden ^avallerte-Driqaden in ihren Garnisonen bloilun. Die 25. Brigade (23 er und 24 er Dragoner) rückt am 6. Sept, aus Darmsmdt, die 23 er über Hvmbnrg, Friedberg, nach dem Kreise Gießen, die 24 er weiter östlich durch die Wvt- tertm nach dem Kreise Schotten. Die 21. Kavallerie-Bri­gade (13 er Husaren und 6 er Ulanen) rvird vom 6. Sept, av zum Teil den Jufanterie-Brioaden zum AufllarungS- :md Pallouillcndienst zugeteilt. Die 49. Znfanteriebrigade , 115er, 116er, 168er bat ihr UebungSgelände bei Stein- hach. Die 168er haben gegenwärtig dort ihr Regrnnu:ts- ererzieren, nächsten Freitag ist W Besichtigung durch den Brigadekonrmandeur. Die 115er treffen am 1. <Leptem- her hier in Gießen em und haben am 2. und 3. Sept. Sckarffchießen bei Großen-Buseck. Regimentsstab und

1. Bataillon kommen hierher nach Gießen, bad 2. Bataillon nach Datzenbom-Steinbcrg, das 3 Bataillon nach Stein­bach und Umgegend. Ter Drigadestab wird in Schiffen-1 berg liegen. Am 3., 5., 6., 8. September ist Brigade* ererzieren, das am 9. September mit der Brigadebcsichtig- :rny' schließt. Die 41. Infanterie-Brigade (87er und 88er) verläßt nwtgcn (DienStag) ihre Garnison und begibt sich zum Scharfschießen und Brigadecxerziercn ins Staich- äuartier nach Alsfeld und Umgegend: der Br:gadestab tonnnt nack Schloß Altenburg, die beiden Regimentsstabe kommen nack Alsfeld. Die Besichtigung ist am 9. Sept. Sämtliche Ererzierübungcn und Scharfschießen sind am 9. Scpr. beendet und am 10. Sept, beginnen die eigent­lichen Manöver. Für die Unterkunft S. K. H. des Gr* herzogs in Romrod und Mücke werden bereits Vor­bereitungen getroffen. In Mücke wurden Stallungen zur Unterbringung von ca. 2030 Pferden gemietet

- WohnungSpreise in Hessen. Der hessische LandeswohnungZinspektor hat einen Jahresbericht herauS- gcgeben, in dem er die Ergebniffe seiner Untersuchungen mit- teilt UnS ist dieser Bericht leider nicht zugegangen. Andere Blätter entnehmen daraus u. a. folgende mtereffanten Mit­teilungen über btt Mietpreise m Hessen:

1 R a u m

S. u. H. Magdeburg, 26. Aug.

Unter außcrordcntlick zahlreicher Beteiligung von Delcgiertcn der Innungsverbände aus allen Teilen deS Reiches nohm heute abenb ber Allgemeine Deutsche Innung-- unb Hanbwerkertag mit einer vorbereitenden Versammlung seinen Anfang. Neben dem I Zcntralverbonb der vereinigten Innungsverbänbe war der Ver­band beutirf-cr Baugeiverksmeisier, der deutsche MtttelstonbSbunb mit dem Sitze in Hannover, der Teutndje LandwerkS- und Ge- werbekammer-Verbanb und der Verband der deutsch-n Gewerbe­vereine durch Delegielle vertreten. Von bekannteren Persönlich­keiten bemerkte man in der Versammlung den Landtagsabg. Felifck-Berlin, den Bürgervorsieher Küster-Hannover, den Ober* meister ber Berliner BäckerinnungGermama' Bernarb, der anstelle bes bisherigen, durch seine Behandlung der Preßvertreter auf dem deutschen Tiscklertage in Braunsckflveig unmöglich ge­worbenen Obermeister Schöning gegenwärttg den Vorsitz :m ZnmingSverbande fühll, und ferner fast alle deullcken Ober­meister. Bayern ist burth ben Bncbbinber-Obcrmeistcr ^wmmer-icn. tat Nagler-Müncken vertreten. Nach bei Eröffnung der Sitzung durch Obermeister Dernarb-Berlin begrüßte zunäckck Obermeister Frisck-Mogbeburg die Teilnehmer namens des Mag^vur^er Znnungsansfckmsses. Sobann gab ber Vorsitzende nne Zusänrst des Staatssekretärs Grafen P os abows ky bekannt, m welcher Wermittrilt, daß et W feinem tofe ten Bedauern durch «m.?- Leftf-rtifte »erhindert sei, der Emladunn WJ TeUnahme an bm Berfemdlungen Ko(<ir w leistem Cchenso d°b- -r °u» fern felb-v Grunde auch keinen Si - l l v - r t r e t - r »u fer DaAimg enticubrn können. DInrud- und Hdrt! Hört!) fi^ »er idandelöminrster - ns > ch ul d .«t. nrdcm er ebrrn

I «alte Amtsaei^ste nnnibt, bie fern und das ^rschewm feiner 1 Witc unmöglich rnmliten Erneute Zurufe imd Wt. Hört.), herauf rrurden Dbcimrifter Bernard Rerltn cbermktNer Möl^ Dortmund, rbermfifter Wicko-Köln und ber <Hei<68toge«bfl. W Potsdam in »as Bureau des vandw-rkertaii-s (irronhlt. Dann

I trnrbe die Tagesordnung feftgeftellt. Es sollen u. o. auch zur I Berhandluna gelanoen: bie ForttzilounLss>l.ule, die

:| (Rnffibimia Buck^ hri.ng afe L^rfoch in allen Bürger-- und

DolkSfclmlen des deittscken Reiches, der Schutz deS GesellentitelS unb bie Schaffung eine» Monbcrcn Haubwerb-rminifter,um». Die Frage ber Bilbuna einer Mittelstanbspartci wurde auf bie Tagesordnung der Hauptversammlung am D,enStag gestellt. Morgen sollen zunächst bie Fragen beS Schutzes der Arbeitgeber gegen frivole ArbeitSemstellungeii unb Boykotts, ber Samtz der Arbeitswilligen und bas Verbot des Streikiwstensteheus zur Er­örterung gelangen. An die Sitzung schloß sich cm BegrüßungS* st'iinncr^ an. .

Nnwersttäts^DlachriAten.

In einem bem verstorbenen 6^eh. Mebizinalrat Prof. Dr. R i e g e l in G i e ß e n gemibmeten Nachnü schreibt bie »Voss. Ztg. : In ben wissenschaftlichen Arbeiten, bie Riegel betrieb, nadibcm er einen felbslänbigen Wirkungskreis erhielt, treten zwei Gruppen ! besonbers hervor. Die eine umfaßt Stubicn zur Lehre von den Krankheiten bes MagenS. Riegel nahm biefeS Gebiet alsbalb mit Eifer in Angriff, nachbcm Kußmaul durch bie Ein­führung bes Mageiischlauches in bie ärztliche Technik für bic Erkennung unb Behandlung ber Maaenleiben neue ©eflp aciüicicn hatte. Man verdankt ihm vielerlei Neues. Besonbere Bebentung bat fein Nachweis ber Beziehungen 5 iv i f cf) cir Mage n- frebs unb S a l z f ä n r e a il s f ch e i b u n g im Tt a g c n f a t t.

folgten anberc Einzelstubien über Magenleibeii. Seine gesamten UiiterfuckiMgen unb Erfabrnngeii auf bem Gebiete ber Magenkraiik- beiten stellte Riegel in feinemdanbbuche ber Erkrankungen bes huagcnS'1, bem iunfasfenbstcn unb grünblichsten Werke seiner Art, bar. Die aubcrc bervorstechenbe Gruppe von Arbeiten Riegels bat bie Lehre von beii Erkrankungen bes Herzens unb ber Gefäße mm Dorivnrfe. Im einzelnen ftubierte Riegel bie Unregelmäßigkeit deS Herzschlages, bie Bebeutung beS VenenpulseS, bie Inkongruenz in ber Tätigkeit ber beiden ^hälften, die ver- ichicbcnen Eifckeinnngsformen beS Pulses, die Wn-kung bes Koff­eins auf bas Herz u. a. m. Für bas Ziemffensche Sammelwerk ber inneren Mebizin bearbeitete Riegel die Lehre von den Erkrank- I imgeu des Herzbeutels, für GerhardtsHandbuch der Kinberkrank- bci'ten* bic Haiivtstücke über Erkrankungen der AtmungSorgane.

28. Aug. Taö Polizeiamt Darmstadt hat Cramer folgendes Schreiben gerichtet:

Darmstadt, 28. Aug.

empfing am 27. August den Architekten Koch, Mitarbeiter

der Vereinten Kunstgewerbler b Ä <7'

RegierunaSrat Cunn und den Kaiserlichen Bibliothekar Prof.

Straßburg i

V r 0 l c ü eiihpMcqt. ___

Eingesandt.

(Für Form und I'ihalt aller un:cr bt.'icr Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber kemerle:

Vcrantworttmg.)

Geehcller Herr Redakteur!

Da-emgefanbt" in Nr. 201 Ihres wellen Mattes bell^ da- Trommeln ufw. seitens des Militärs in ftuher Morgenftunbe, ist den Anwohnern der Ostaula ge, Moitke* unb Grünbergerstraße so reckt au- bem vcrzcn sesawieven, benn sclwn den ganzen Sommer werden bic doll,gen Bewohner in früher Morgenstunde durch Trommeln unb Singen in ihrem Scklaf gestöll. Auck am heutigen Montag hatte man nnet>er diese- höchst unerwünschte Frühkonzcll.

I Der Herr Einsender schreibt nun, daß es für Gesunde störend sei Wie sieht aber mit alten unb kranken Leuten aus, welche nach schlafloser R a cht ge g e n m 0 r g en erst Ruhe finden? Wenn ein Zivilist Lärm macht, wird er, unb auch mit Recht, in Strafe genommen unb auch bei bem Militär ftnb Schranken zu ziehen, wie weit e- den Einwohnern gegenüber gehen bars. , . «..et».

Gießen hat es wirklich sehr nötig, sich tne wenigen be se­ren Steuerzahler zu erhalten unb nicht durch folcke, leicht zu beseitigende llnbraucmliatferten wieder zu verscheuchen^

Gießen, 29. August. *>

in alten

in neuen

Stadtteilen

Stadtteilen

Mk.

Mk.

60

96

120

180

70

90

100-120

140160

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120

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6080

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3 Räume

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240

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90-120

120200