Nr. 202
Zweites Matt
154. Jahrgang
Erscheint tLglich mit Ausnahme des Sonntags.
Die „Gtetzener Zamillenblätter- werden dem ^Anzeiger Dtennol wöchentlich beigelegt. Der »hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal.
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A xA AA AK. A Ä Ah» A AA Rotationsdruck und Verlag der Brühl Ich«
■ | TW WH || UniversitLtSdruckerei. R. Lange, Gieß«.
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General-Anzeiger. Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen.
Volltische Wochenschau.
Der alljährlich wiederkehrende deutsche Katholikentag hatte sich diesmal in Regensburg versammelt. Seit langem srnd auf diesen Tagen die allgenrein religiösen Fragen von den politischen in den Hintergrund gedrängt worden, so daß diese Versammlungen immer mehr frii interessanten Paraden der Zentrumspartei geworden sind, deren wesentliches Merkmal ein rein äußerer Glanz ist. Bon Kritik und Urteil der dort in buntem Gemisch versammelten Massen, von mehr oder weniger lebhaftem Meinungsaustausch, wie man das sonst bei großen Versammlungen gewöhnt ist, findet man dort kaum etwas. Kritiklos wird den sich in glatten Geleisen bewegenden Rednern abwechselnd donnernder oder tosender Beifall gezollt, während zum Schluß die Resolutionen dutzendweis einstimmig ^ur Annahme gelangen. Kein Hirt und eine Herde war das Zeichen, unter dem die Parade in Regensburg auch heuer wieder von statten ging. Auffallend ist das Machtgefühl, das alle Zenttumsanhänger erfüllt. Neue Nahrung wird jetzt dieses noch aus der Tatsache gewonnen haben, daß zum erstenmal seit dem Bestehen der Katholikentage der Kaiser persönlich für das übliche Huldigungstelegramm dankte, während er dies sonst seinem Adlatus Lucanus stets überließ. Das Zentrum ist, das bestätigte auch am letzten Samstag die offiziöse „N. A. Ztg." durch einen sich hoch- befinedigt über den Ausgang des Katholikentages äußernden Artikel, heute eben mehr Trumpf als jemals. Dementsprechend waren denn auch die Forderungen bemesseir, die von den Hauptrednern, den Doktoren Scyädler, Porsch und Groeber gestellt wurden. Ganz unverblümt wurden die schon öfter angedeuteten Wünsche, die Schule in völlige Abhängigkeit von der Kirche zu bringen, ausgesprochen, neu war dagegen, daß uian auch für die Universitäten dieses Ziel erstrebe. Wahrlich eine erhebende Perspektive für die Zukunft! Unter dem Beifallsklatschen der Versammlung wurde dann der Liberalismus mit der Wurzel ausgerottet und die moderne Kunst und Literatur in Grund und Boden verdammt, wobei eine baldige Wieder- einbringmrg der lex Heinze in lockende Aussicht gestellt wurde. Die katholische Kirche aber erschien als das verfolgte Opferlamnr. So uralte man in krasser Höllen- breughel-Manier das drohende Gespenst eines neuen Kulter- kampses an die Wand. Den in letzter Zeit errungenen Erfolgen, man denke nur an die Aufhebung des § 2 des Jesuitengesetzes, reiht sich dieser neueste Triumph des Zentrums in Regensburg würdig an.
Trotzdem das Gefecht bei Waterberg mit einem Siege der deutschen Waffen geendet hatte, ist es dev Hauptmasse der Her-ero gelungen, in kleinen Abteilungen zu entkommen. Höchst wahrscheinlich wird man von jetzt ab damit zu rechnen haben, daß sie, um einer abernraligen Einkreisnirg zu entgehen sich in zahlreiche kleine Trupps auflösen und zu der Taktik des Guerillakrieges übergehen werden. Für die deutschen Truppen würde das eine Fortsetzung, weirn nicht gar Steigerung der bisherigen blutt- gen Kämpfe und schweren Strapazen in dem bäum- und wasserlosen Lande bedeuten.
Nach einer Meldung des ,Mrl. Lok-Anz." kehrt der handja kehrt der Generalstabschef Oberstleutnant von Beaulieu wegen eines Herzleidens nach Deutschland zurück. Der Major des Generalstabes Quade übernahm in Owikokorero bereits seine Geschäfte.
Genau wie in Dresden hat auch auf dem internalen sozialistischen Parteitag in Amsterdam der Oberregisseur der deutschen sozialdemokratischen Partei August Bebel einen Sieg über die abtrünnigen Revisionisten , erfochten und genau wie in Dresden war es auch hier ein Phyrrhussieg. Die spannendste Episode war das Rededuell zwischen dem radikalen Deutschen Bebel und dem revisionistischen Franzosen Jiaurös, in welchem aller- lei merkwürdige Dinge zutage gefördert wurden. Nachdem Jaurös den deutscher: Sozialdemokraten politische Ohn- macht vorgeworfen hatte, da sie ttotz ihres 3 Millionen- sieges keine greifbaren Erfolge aufzuweiseu hätten, verteidigte Bebel die Monarchie gegenüber der bürgerlichen Republik und versicherte gleichzeitig, daß man in Deutschland 7—8 Millionen Stimmen hinter sich haben müsse, um etwas Entscheidendes unternehmen zu können. Habe man aber erst eirrmal diese Zahl erreicht, darin, aber auch nur erst dann würde sich die Partei in ihrer ganzen Glorie zeigen. Nach dem geringen Glück, das Herr Bebel bis jetzt mit dem Prophezeien gehabt hat wie erinnerlich hatte er den „großen Kladderadatsch" für das Ende der neunziger Jahhre des vorigen Jahrhunderts vorhergesagt — darf man auch auf diese seine neueste Weissagung nicht zu große Hoffnungen setzen. Ganz der alte unversöhnliche Bebel war er, als er für das! Deutsche Reich ein „Sedan" herbeiwünschte, auf welchen Zusammenbruch, dann notwendigerweise der Zukunfistaat folgen müsse. Biele haben sich ob dieses Kraft- ausdruttes furchtbar enttüstet und Bebel als einen Erbärmlichen mit) Hochverräter hingestellt. Wir meinen, derartig extravagantem Wortschwall besondere Bedeutung beizumessen, hieße dem ungeheuren Selbstgefühl greiser Brauseköpfe hochwillkommene Nahrung geben. Ebenso hat die Pern er s tor ffer-Af färe leider auch manches, liberale Blatt ganz unnötig in Harnisch gebracht. Nach dem überheblichen, das Reick) und seinen Kanzler in heraus strdcrndster Weise bekrittelnden, einem Gesichtsschlage gleichen Briefe des östpeichischen Sozialdemokraten, war es einfach ein Gebot des Taktes für die iltegierung ledes deutschen Bundesstaates, alles öffentliche Reden dieses Ausländers innerhalb der deutschen Greirzen zu verhindern. Selbst der soKialiftenfrermdttche Herr v. Ger lach gibt irr seiner „Beck Ztg" zu:
"Inn BBeßlich darf man von einem kleineren deutschen Staat, ter ,m Bundesrat nut dem übermäckürgen Einfluß Preußens zu 1,1. n (juit, nicht verlangen, daß e.r Jo handelt, als ivenn < r iib c'MUpl auf niemand in der 2BeÜ Rücksicht zu nehmen hätte.
Wenn die badische Regierung es passtmd sand, dem Manne das Wort zu geben zur Beschmutzung unseres
Nestes, so ist das ein Standpunkt, der Verwunderung und Unwillen Hervorrufen muß.
Das ganze Interesse auf dem ostasiatischen Kriegsschauplatz dreht sich gegenwärtig um das Schicksal Port Arthurs, dessen Fall nach der Ver> sprengung und teilweisen Vernichtung der aus dem Hafen der Festung ausgebrochenen Flotte durch die Japaner nur noch eine Frage der Zeit sein kann. Ein Londoner Blatt meldete am letzten Samstag abend, daß nach einer privaten, „jedoch glaubwürdigen" Nachricht die Japaner durch die Etzeshanforts in Port Arthur ein* dr angen; der Fall der Festung sei somit besiegelt. Die Japaner zögerten jedoch, irgend etwas Offizielles bekanntzugeben, bevor der Kumpf vollständig entschieden sei. Die japanische Gesandtschaft in London hat aber noch keine Bestätigung dieser Meldung über den Fall Port Arthurs erhalten, und so dürfen wir sie denn wohl zu den berüchtigten erdichteten Dschungelnmeldungen zählen. 9
Von einer Flotte im eigenllichen Sinne werden die Russen in den ostasiatischen Gewässern bald n i ch t m e h r reden können. Ihr bisheriges Mißgeschick zur See scheint chnen noch eine Weile treu bleiben zu wollen. Man überlege nur: „Zessarewttsch" und nod) drei Torpedofahrzeuge desarmiert im Hasen von Tsingtau. Der „Burnij" in der Nähe von Weiheiwei gestrandet, der „Ret- schitelny" aus dem Hafen von Tschifu weggenommen, „As- kold" und „Grosowoi" ün Hafen von Shanghai ebenfalls desarmiert, nachdem sie auf Befehl des Zaren die Flaggen niedergeholt hatten, lieber das Schicksal der „Diana" ist man noch im unklaren, doch soll sie nach Saigon entkommen sein. Der „Rupil" am 14. August an der Ost- küfte von Korea gesunken, der „Nowik" am 21. August an der Südküste der Insel Sachalin nach der Beschießung KorzakowS auf Strand gesetzt, und endltch der „Otwashni", der am 18. August sank. Das sind zusammen ein rundes Dutzend Kriegsschiffe bezüglia) Torpedoboote, die entweder zugrunde gegangen oder in neutralen Häfen eingesperrt, ein für allemal für die vtujsen verloren find. Die vorläufige maritime lieberlegerlheit der Japaner ist damit her gestellt.
PoMische Tagesschau.
Präsident Sreija m Berlm.
Man schreibt uns aus der vceichshanptstadt: Mit Sorgfalt war die Latsache verheimlicht worden, daß Präszdeul Stenn, der einstige Führer der Buren von Oranje, vor seiner Rückiehr in die lang.ntochrte Heimat der deutschen Reichshauptstadt noch einen Besuch machen Mrde. Die Rücksicht auf fernen GesuudheiLszuüano mu^re Liefe Zurückhaltung als geboten erjcheinen lassen. ?2Un Freckag abend traf er von Scheoeningen aus dem Bahnhof orudrichönraüL ein, empfangen von dem Geschäftsführer des Alldeutsehen Verbandes, Herrn Geiser und seiner Gatrm, die der Frau des Staatsmannes einen Strauß blühender Rosen überreichte. Mit den Eltern trafen auch die beiden Töchter ein, frische Rüsche Mädchen im Alter von eckva 14 und lö Jahren. Steijn schritt langsam und etwas schwerfMig dahin; die Krankheit, die jahrelang seinen Körper dura>wühU hatte, hat tiefe Spuren zurückgelafsen, besonders die Gebrauä)sfähigkeit seiner Arme feinemt immer noch eingeschränkt zu sein. Sein dunkler Bart iü nur wenig ergraut, die Augen sind von einer dunklen Brille bedeckt. Zwei Wagen.fühtten den Staatsrnann und die ©einigen zum Westminster-äwtel, wo auf Verantasfung der Ortsgruppe Berlin des Alldeutschen Verbandes sich eine Anzahl von Burenfreunden, namentlich aus den Kreisen des Verbandes und des einstigen Buren-Hilfsbundes und des Fraueu-Hllssbuiides, eingefunden hatten. Schriftsteller Fritz Bley hielt eine begeistette Ansprache, in der er an den Besuch der Generale erinnerte und dem Präsidenten zurjef, daß, tuenn heute die Fenster geöffnet würden und Berlin vernehme, daß er hier sei, ihn derselbe Jubel begrüßen würde, wie die anderen Helden des Kampfes.
Präsident Steijn, der die Rede im Sessel sitzend angehört hatte, erhob sich und sagte etwa folgendes:
Leider kenne er die deutsche Sprache nicht genug, um so zu antworten, wie sein Herz ihn triebe. Aber er kenne doch zwei schöne deutsche Wotte: Herzlichen Dank. „Ich kann nur herzlich danken für das Wlllkommen, das mir Zuteil geworden ist. Herzlichkeit und Gemütliä)-keck haben mich überall empfangen, wohin ich in Deutschland kam. Immer habe ich mich darauf gefreut, Ihre schöne Hauptstadt einmal zu sehen, von der man sagt, daß sie die schönste Hauptstadt der Welt sei. Es ist mir eine große Freude, daß ich meinen Landsleuten und den Deutschen in meiner Heimat einmal sagen kann, daß ich Gast gewesen bin in Ihrer sck)önen Stadt. .Herzlichen Dank nochmals Ihnen allen."
Die Anwesenden wurden hierauf von Herrn Geiser dem Präsidenten und seiner Gemahlin einzeln vorgestelll, der für jeden ein liebenswürdiges Wort hatte. Nach einer Viertelstunde zog. .er sich in seine Gemächer zurück. Der immerhin noch leidende Zustand deö Präsidenten hindert ihn, an irgend welchen Festlichkeiten teilzunehmen oder eine größere Anzahl von Besuchen zu empfangen.
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Vom Berechtiguugswesen.
Die „Köln. Ztg." schreibt: Im Königreich Preußen ist die anerkannte Gleichwertigkett der Ober realschulen, Realgymnasien und Gymnasien fast bis zur Gleichberechtigung durchgeführt, mögen nun die Gymnasien und Realgymnasien Iieformaustalten ein oder nicht. .Einer iltachprüfung im Griechischen haben sich die Wtturienten .der Realgymnäsien und Dbcrrcalfdiulen vor der Zulassung zum Studium der Theologie und zum wissenschaftlichen Bibliocheküdienst einer solchen^im Lateinischen die Ober- realsckMler vor der Zulasswtg zum Studium der Medizin und Zahnheilkunde, sowie zur Apothelerlaufbahn zu unterziehen. Nur drei Staaten, nämlich Anhcllt, Schwarzburg-Sonderühausen und Waldeck, sind dem Vorgänge Preußens gefolgt, nührend alle übrigen Staaten nur noch mit Preußen übereinstimmen inbezug auf M Studium der TverHeilkunde, die Post und Telegraphie, aus den Eintritt als Fälpuich ins ixet und als Kadett in die Rllrrme, sowie aus ben Schiffbau und das Marinebaufach. Ferner ist brn 9(biturienten der Realgymnasien ohne Nachprüfung im Griechischen das Lehrfacki in ben neueren Sprachen, in der Mathematik und in ben NatuvnEmsckpsten, sowie der ßnntiüt in brt$ Forst-, Staatsbau- und Rlaifchinncfach in alten deutschen Staaten, bas Bevgfack> in allen, mrt Ausnahme von Bowen, eröffnet. Zn dem Lehrfach in der allen Philologie und Geschützte werben sie nur in elf Staaten mü> zum Studium der RectstS' Wissenschaft nur in fünf Staaten zugclasscn.
Eine nxit größere Vevsckste den beit ist dann aber in Beziehung
auf die Abiturienten der Oberrealschuleu vorhanden. Ihnes ist noch verschlossen bas Lehrfach in Mathematik und Naturwissen- fdjtiften in acht Staaten, das Forstsach in zehn Staaten (Bayern, Sachsen, Wütttemberg, Baden, Hessen. Sachsen-Weimar, Mech- lenburg--Sttelitz, Sachsen-Ac-einingeu, Sachsen-Altenburg, Schwar-- burg-Rudolstadt), das Bergsach in neun Staaten, das Staatsbau-- fach und Maschinenbaufach ebenfalls in elf Staaten. Eröffnet ist ihnen das Lehramt der neueren Sprachen in elf Staaten, das Lehramt in der alten Philologie und Geschichte ebenfalls tu elf Staaten, und endlich das Studium der Rechtswissenschaft nur in vier Staaten. .Das ungleiche Verhalten der deutschLu Bundesstaaten bei der Regelung des Berechtigungswesens wird von Jahr zu Jahr unerfreulichere Wirkungen zeitigen. .Lassen sich doch schon jetzt Oberrealschulabiturienten anderer Staaten in Preußen naturalisieren, damit sie zum Studium der Rechtswrssenschrft zugelassen «werden.' An außerpreußischen Universitäten kommt es vor, ,daß die eigenen Landestinder, falls sie Oberrealschüler sind, nicht in die juristische Fakultät ausgenommen werden, während dies bei preußischen Oberrealschülern geschieht.
Deutsches Keich.
Berlin, 28. Ang. Heute mittag fimd im Zeug» Hause die Nagelung und Weihe einer größeren Anzahl neuer Fahnen und Standarten, und die Weihe einiger älterer Fahnen statt. Anwesend waren der Kaiser uni> die Kaiserin, der Kronprinz, Prinz Ettel Friedrich, Prmz Heinrich, Prinzessin Viktoria Luise, Prinz und Prinzessin Friedrich Leopold, Prinz Joachim Albrecht, der Reichs^ kanzler, die Generalobersten v. Hahnke und Gras Schliessen^ der Kriegsminister und die dttekten Vorgesetzten der in Frage kommenden Truppenteile bis zu den Korpskomman-- deuren. Nach der Frühstückstafel im königlichen Schlösse kehrte das Kaiserpaar nachmtttags nach dem Neuen PalarS zurück.
— Die „Nordd. Allg. Ztg." dementiert die Bukarester Meldung, wonach der Kaiser etwa Ende Oktober dem Könige von Rumänien einen Besuch abstatten füllte»
— Der Kaiser hat für die in S ü d w e st a f r i k a G e - fallen en oder an einer Krankheit Verstorbenen neuerdings ein Gedenkblatt gestiftet, das den Hinterbliebenen durch das Oberkommando der Schutztruppe sofort nach Bekanntwerden des betreffenden Todesfalles zugestellt wird. Das Blatt zeigt den geflügelten Reiter Georg, dessen Linke einen Lorbeerkrarrz auf Fahnen, Pauken, Trommeln, Kürassier-Harnisch und Helm nieder- hält und trägt folgende Inschrift: „Gedenkblatt für . . . (folgt Charge, Name, Geburts- und Sterbetag des Betreffenden). Er starb für Kaiser und Reich. Ehre seinem Andenken". Unten links befindet sich bie Photographie des Gefallenen oder Verstorbenen üt Tropenuniform, und W Füßen des Blattes finden sich die Worte: ^Lntmorsen von Sr. Majestät dem Kaiser und Löuj.g Wilhelm IL Ausgefertigt in Berlin, 15. August 1904, von fetten des Oberkommandos: Ohnesorg, Oberstleutnant". Daneben ist der blaue Tiensrstempel des Dba> Kommandos der Schutztruppe angebracht. Das ganze be* findet sich in einem schwarzen Holzrahmen.
Kiel, 27. Aug. Der Kaiser befahl noch aus eia Jahr die dienslliche Verwendung des Prinzen Adalbert auf dem Kreuzer Hertha" in Ostasien.
Oldenburg, 28. Aug. Bei der Land^agswahtz wurden durchweg die bisherigen Abgeordneten wiedeD- gewählt, nur in Delmenhorst verlieren die Sozialdemokraten drei Mandate, weil die Liberalen und Bürgerpartei und Landleute sich über alle fünf Mandate verständigten.
Eutin, 28. Ang. Zu Abgeordneten für den Oldenburger Land tag wurden im Fürstentum Lübeck gewählt : Die Nationalsozialen Schlossermeister Ham- merich und Lehrer Voß, beide in Enttn, der Volks Partei! er Töpfer Adler-Ahrensböck und der Sozialdemokrat Paul Hug-Bant. Das Fürstentum war bisher agrarisch vertreten.
Dortmund, 28. Aug. Tie Handelskammer faßte eine Resolution, wonach die allgememe Verstaatlichung des Bergbaues aus politischen, sozialen und wirtschaftlichen Gründen zu verwerfen fei.
Dresden, 27. Aug. Neun Mitglieder des Landtags hatten heute bei dem Staatsminisier v. Dietzsch und dem Fünanzminister Rueger eine Audienz wegen Ettrsührung von Notstandstarisen für die Industrie. Die Minister sagten zu, daß die Frage noch einmal erwogen werdew solle.
München, 27. Aug. Das Finanzministerium gibt soeben die Grundsätze bekannt, nach denerr die von deut Landtag bewilligten 300 000 Mk. für Grundsteuernach- lasse verteilt werden sollen. Enlpfindlscher Schaden rurd außergewöhnllcher ^Notstand müssen nachgewiesen werden. Der Nachlaß kann sich nur auf bie Grundsteuer, nicht aber auf Kreis- und sonsttge Umlagen beziehen.________'
Aus Stadt uad Land.
Gießen, den 29. August 1904.
* Pers onalnachrtchten. S. K. H. der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 24. August den Oberförster Heinrich Weber zu Diebrwg zum außerordentl. Professor für Forstwissenschaft bei der philosophischen Fakultät der Landcö-Universität mit Wirkung vom 16. August an, imb den Oberlehrer am Gymnasium Fridericianum zu Laudach Professor Friedrich Becker zum Oberlehrer am Gymnasium zu Ben8heim mit Wirkung vom 1. Oktober an zu ernennen. Am 23. August d. M. wurde der Steueraufseheraspirant Heinrich Haberkorn auS Paris mit Wirkung vom 1. September 1904 an zum ^tecrer- aufsehcr ernannt. — S. K. H. der Großl>crzog halben Aller- gnäbi^st geruht, om 24. August ben von dem zu Solnts-Rödvlheirn auf btc evangelische Pfarrftelte zu Ntedee- Wüll stabt präsent retten Pfarrer Otto Ortk zu Btlbcl für diese SieLc, und den von dem Fürsten zli Stoiderg-Wernege- robe auf bie erste evangelische Pfarrstelle zu Gedern präsentierten Psarrverwatter Frudrich Germer bafelbft für diese Stelle zu bestätigen: be,n Pfm rverwolter vemnch Mischl,ch


