Ausgabe 
26.9.1904 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt.

154. Jahrgang

Montag 26 September 1904

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen

Schalpratz* 7.

Vdresie für Depesche« Än-etger Gteße».

Kern sprtchcmlchluß Nr. kl.

Nr. LA6

Drfchstnt tLgttch außer Sonntags Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem KeMchev candwirt die Gießener Familien, hlütler viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag der Vrühl'schea Un i verf.-Vuch»u. Dtem- bnidraL 91 Langs.

ve»«gspret-r monatlich7b iJK viertel- jährlich Mt. 3.20; durch Äbhole- u. Zwergsleüen monatlich 65 Pf.; durch oiePost Mt.2. viertel- jährl. auSschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen iüt bit TageSnummer bis vormittag- 10 Uhr. ZetlenprerS lokal I2Pf^ auSwärtS 20 Pfg.

verantwortlich <üt den poltt und allgem. teil P. Wittko. für .Stadt und Lantw und GertchtSfaal^: August Goetz, füi den An­zeigenteil: ban« Beck.

Die Seutige Dummer rnnfakt 10 Setten.

Belgrad, 25. Sept. Zur Krönungsfeier waren hier etwa 40 000 Fremde anwesend. Der Gesamteindruck der Festtage ist nicht ungünstig; alles verlief programm­gemäß, ohne Ruhestörung. Der Ordens re gen icbocfy der zumeist den Verschworenen vom Juni 1903 und ihren Freunden zu gute kam, erregt noch immer viel Verstimmung, namentlich im Heere, wo die aber­malige Erregung der Zwietracht am g e f ü h r l i ch st e n wer­den kann. Man hält den plötzlichen Ausbruch einer Mi- nisterkrisis fiTr bevorstehend.

Wilna, 25. Sept. Dor Minister deK Innern, Fürst Swiatopotk-Mirskh, früher Generalgouverneur von Wilna, verabschiedete sich heute offiziell. Bei dem Empfange der Vertreter der Presse hielt der Minister eine Ansprache, in der er die große Bedeutung bpr

A" Kriea zwischen Japan und Außlaud.

Die Belagerung von Port Arthur

e, be-

Die Persiflier« ng desBürgers ReichstagTabg. Dr. Südeknm, desRitters hoher Prinzessinerck, durch Mehring und dessen Spott über SüdekumS »Wonnen des Lackstiefels" und des KravattensportS, der Gigerlwesten und Schnabelschuhe wird, wie derNationalztgck aus Leipzig geschrieben wird, erst verständlich, wenn man erfährt, daß der sozialdemokratische Reichstagsabg. Dr. Südekum, der die Schwester des Millionärs und Geh. Kommerzienrats Fried­länder in Berlin als Gattin heimgeführt hat, ganz außer­ordentlich auf die Pflege seines äußeren Menschen bedacht ist. und nach dieser Richtung besondere Liebhabereien entwickelt.! Wie dieStraßb. Post" verrät, harren in einem Spezial- Stiefelschranke nicht weniger als 24 Paar Stiefeln des Augen­blicks, wo Dr. Südekum eine Wahl unter ihnen trifft, und ein anderer Schrank in seinem Totlettezimmer ist ausschließlich mit Kravatten gestillt. Kein Gigerl kann auf die Pflege seinec Berson mehr bedacht sein, als dieser Salonproletarier. I

DieBert. Pol. Rachr." melden, dem Landtage werde wiederum die Vorlage zur Wohnungsbeschaffung für Arbeiter und geringbesoldete Beamte zugehen, hingegen werde das im Entwürfe bereits veröffentlichte Woh- nungsgesetz dem Landtage kaum schon in der nächsten Tagung zugehen. Rach der gleichen Korrespondenz hatte die jüngst abgehaltene Besprechung der zuständigen Negierungsorgane das Ergebnis, daß jetzt eine genaue Anweisung zur Aus­führung des Paragraphen 13b der Ansiedelungsgesetz- uv v e lle ausgearbeitet wird.

Die Hoffnung auf eine handelspolitische Ver­ständigung mit der Schweiz ist zwar gesunken, aber immer noch nicht aufgegeben, zumal die schweizerischen Unterhändler inzwischen offenbar mildere Anweisungen für di«- weiteren Verhandlungen in Luzern erhalten haben; jedoch faßt man auch hier den Fall ins Auge, daß es ratsam sein könnte, den bestehenden Handelsvertrag mit dec Schweiz zu kündigen.

In gut unterrichteten Kreisen wird nicht bezweifelt, oaß der vom Landtag beschloffene Gesetzentwurf, betreffend die sogenannte Freizügigkeit de§ Fleisches, auch die , Zustimmung der übrigen gesetzgebenden Faktoren finden wird. Ter Entwurf, der om 1. Oktober in Kraft treten soll, be- st stimmt bekanntlich, daß einmal amtlich untersuchtes und ge-st

ftempelteS Fleisch einer nochmaligen Untersuchung nicht bedarf.

In der Audienz, welche die Generaldirektton der Hamburg-Amerika-Linie und des Norddeutschen Lloyd beim ReichSkanz ler in Homburg hatten, wurde unter anderm die Frage behandelt, inwieweit durch den neuen Handelsvertrag mit Oesterreich-Ungarn der Zurückweisung ungarischer Auswanderer, die mit Fahrkarten für die deutschen Linien versehen find, durch die ungarische Regierung entgegengetreten und auch sonst eine Beschränkung der Tätigkeit der deutschen Schiffahrtsgesell­schaften im Auslände verhütet werden kann.

Gegenüber den aus Wiener und G-mundener Welfen- kreisen verbreiteten Blättermeldungen, daß nach der Ver­mählung des Kronprinzen Verhandlungen aufge- nonrmen würden, die die Vergrößerung Braun­schweigs unter einer welfischen Dynastie zum Zwecke haben, erklärt ein Berliner offiziöses Telegramm derKöln. Ztg.": Keine maßgebende Stelle in Deutschland denke daran, sich auf derartige.Verhandlungen einzulassen. Es lohne sich nicht der Mühe, sich mit solchen welflschen 'Täuschungen ernstlich zu befassen. Rnbererfcitä be- ! weisen diese angeblich von welfischer Seite ausgestreuten Gerüchte, die Familie der Welsen unter die Zahl der Vundes- mitglieder aufzunehmen.

Gera, 23. Sept. Auf das Hauptnahrungsmittel der nreisten Arbeiterfamilien, auf die Heringe, die seit 1866 frei ein geführt werden konnten, hat der hiesige Stadtrat joeben eine EingangSabgabe gelegt, und zwar wer­den für kleinere Füßchen 30, füi Tonnen 50 Pfg. Eingangs- steuer erhoben.

Aschaffenburg, 25. Sept. Der Parteitag der deutschen (süddeutschen) Volkspartei nahm ein- stinrmig eine Resolution an, die die Bemühungen des engeren Ausschusses zur Herbeiführung eines Zusammen­schlusses der Gruppen der b ürgerlichen Lin ken anerkennt und ihn ersucht, in gleicher Richttrng energisch weiter zu arbeiten und darauf bedacht zu sein, dass für Zusanrmenschlüsse lokaler Natur eine notwendige prinzipielle Grundlage hergestellt wird. Nach einem Referat von Dr. Rößler aus Frankfurt über die sozialen Aufgaben der Gemeinde empfahl Rechtsanwalt Haas-Karlsruhe die Annahme des national-sozialen Partei-

Deutsches Reich.

Berlin. 25. Sept. Ueber den Aufenthalt des Kaisers rm Elchrevier berichtet dieKönigSb. Hart. Ztg.": Am Dienstag begab fich der Kaiser in einem Kahn inS Jagd­gelände. Beim ersten Treiben war kein Elch zu sehen, da­gegen hätten beim zweiten Treiben ein Sechs- und ein Zehn­ender erlegt werden können, was der Kaiser aber, weil die Tiere ihm noch zu jung waren,- abfichtlich unterließ. Etwa um 12 Uhr- kehrte der Monarch zu Fuß nach dem Jagdhause zurück, wo gefrühstückt wurde. Schon um 1 Uhr nachmittags fand das nächste Treiben statt, wobei nur drei Stück weib­liches Elchwild gesehen wurden. Aber beim zweiten Nach­mittagstreiben brachte der Monarch mit einem wohlgezielten Schuß im Belauf Loye einen sehr starken Vierzehnender zur Strecke. Der Kaiser legte die zu passierenden Strecken im Walde teils in einem Kahn, teils zu Fuß zurück.

Zur Hochzeit des Kronprinzen meldet bie, ,Tägl. Nundsch.": Bestem Vernehmen nach ist ein Termin! für die Vermählung des Kronprinzen noch nicht festgesetzt; zutreffend ist lediglich, daß der Brautstand des Kronprinzen nicht lange währen wird.

Prinz Karl Anton von Hohenzollern, der jur japanischen Armee kommandiert ift, wird übermorgen in Bokohama eintreffen.

Programms. Damit habe man gleich einen praktischen Schritt zur Verwirklichung der Heilbronner Resolution getan. Schließlich wurde eine Kommission von sieben Mit­gliedern mit der Ausarbeitung eines Programmentwrrrfes betraut. Der Partettagg war auch von Elsässer Demokraten und hessischen Freisinnigen als Gästen besucht.

Straßburg, 24. Sept. DemMessin" zufolge sind zwischen den Vermögensverwaltungen des deutschen Kron­prinzen und der Verwaltung der Familie von Hunolstein Verhandlungen im Gange wegen Verkaufs des Loth­ringer Schlosses Homburg-Rednngen, das von einem großen Park und viel Wald umgeben ist.

Mannheim, 26. Sept. (Privattelegramm.) Die 5. Generalversammlung der badischen Zimmermeister, welche aus ganz Baden gut besucht und zu welcher der süddeutsche Zimmermeister-Verband Delegierte entsandt hatte, nahm gestern vormittag ihren Anfang. Aus der Tagesordnung steht ein sehr umfangreiches Arbeitspensum.

bringt, mindestens teilweise, die praktische Lösung eine» vielumstrittenen Frage im Belagerungskriege, die für! Deutschlands F-estungen von großer Wichtigkeit ist: der Frage über den Wert der Emccinten, der geschlossenen Um- Wallungen der Plätze. Port Arthur hatte feine En- ceinte; seine Beststi gungswerke bestanden nach der LcmZ>- seite lediglich aus vorgeschobenen Forts, zum Teil weitaS von der Stadt und dem Hafen, und trotzdem sind alle An- grnffe auf den Platz bisher energisch abgewiesen worden. Das würde gegen Beibehaltung der Enceinten sprechen. Allein es ist anzunehmen, daß die Ruffen die einzclnenj Forts derartig untereinander verbunden haben, daß dis Gesamtstellung einer geschlossenen Befestigung, also einet Eneeinte, gleicht. Zeit haben die Japaner der Besatzung von Port Arthur in reichlichem Maße gelassen, solche Ar­beiten auszuführen, und die zahlreichen gewaltsamen Vor­stöße der Belagerer würden sich zweifellos gegen etwaige Lücken und schwache Punkte der Linie richten. Da es ferner cheint, daß die Belagerungsarbeiten auf der ganzen Land- linie von Nordosten bis Westen in Angriff genommen sind, o steht denselben eine geschlossene Linie von Forts, chen- und Verbindungswerken gegenüber, deren Stärke biI-< her genügt hat, alle Angriffe abzuweisem

, Wenn der &tabt die Kohlen au Sgehen, dann wird es schlimm. Daß die Japaner nicht schon längst auf den Gedanken gekommen sind, die Wasserleitung zu unterbrechen, ist recht auffällig, und da das Port Arthur- Geschwader daran denkt, demnächst auszufaNen, müssen auch noch Kohlen vorhanden fein, wenigstens so viel, um die Kondensatoren-Maschinen lange Zeit zu beheizem Zudem! kann man Brunnen bauen, eine Arbeit, welche die großen Werftetablissements ausführen können Wegen Wasser­mangels wird Port Arthur nicht fallen, eher durch andere Verhältnisse, vielleicht durch Mangel an Besatzung, denn die zusammen geschmolzenen Verbände, die nie ersetzt Arden können, werden einst nicht mehr genügen, die werten Werke dauernd zu bewachen und zu besetzen Dann Wägt Port Arthurs Stunde, wie unter solchen .Verhältnissen die jeder Festung, dann kann Tapferkeit den Mangel an Men- schen nicht mehr ersetzen. Vorläufig aber scheint General. Stössel noch stark genug zu sein.

Tokio, 25 Sept. (Reuter.) Hier glaubt man, daß die sechs ^orts in der zweiten Verte.idi<7ungslrnre von Port Atthirr genommen haben Seit dem 19. Se^ember ftemt die.Hoffnung auf schleunige Einnahme der Festung immer mehr. (Man darf dieser englischen Meldung ^r lapamschen Hauptstadt ein großes 'Fragezeichen bei- plgen. j?. utci).)

Ausland.

BrÜssel, 24. Sept. Präsident Stejn wurde von verschiedenen Zeittlngskorrespondeuten irtterviewt. Diese er­klären, der Präsident sei sehr gealtert, seine Hände zitterten und er sei sehr schwach auf den Beinen Auf eine Frage des «Vertreters der ^.Gazette", ob es wahr sei, daß er demnächst nach Südafrika zurüchzukehren gedenke, u^u.dort die Anwaltspraxis aufzunehmen, antwortete Stejn bejahend und fügte hinzu, daß seine Abreise im ^anuar erfolgen werde. Dem Vertreter desPetit bleu" gegenüber erklärte er, er werde in Freibur.g, wohin er heute abreise, seinen 47 Geburtstag begehen und dann nach Paris weiter fahren, wo er mehrere Monate ver­bleibe, um einen französischen Spezialisten zu konsultteren. | Er werde dann im Januar mit einem deutschen Schiffe seine Reise nach Südafrika antreten und lvahrscheinlich die sterb­lichen Ueberreste des Präsidenten Krüger nritnehmem

Paris, 25. Sept. General Pelloux hat an sein Offttierkorps einen Tagesbefehl erlassen, in frem es heißt:Ich werde in allem, was wir dem Soldateri schul­den, sehr anspruchsvoll sein. Ich fordere Sie auf, die Soldaten zu lieben und §u achten wie ich dies Zeit meines Lebens getan habe. Mr müssen unserer Pfficht gewachsen sein und ich werde alle unwürdigen Offiziere kassieren. Ich werde gegen die Offiziere strenger verfahren, als gegen die gemeine n Soldaten. Hierdurch wird das Ansehen der Armee nicht leiden, sondern gestärkt werden."

sonders die der Provinzialpresse, betonte. Er sei stets der! Ansicht gewesen, daß die Presse, die auftichttg den wahren Bedürfnissen der Bevölkerung diene, einen enormen Nutzen fHften könne und die Regierung in ihren schweren Aufgaben unterstütze. Ich war stets ein Freurrd der Provinzialpresse, schl *, der Minister und wenn sie offen, aufrichttg und wohlgesinnt wahre Bedürfnisse zum Ausdruck bringt, werde ich ferner ihr Freund bleiben. In einer Ansprache an die Mitglieder der israelitischen Gemeittde sagte der Mi­nister, , da er mit ihren Bedürfni^en genau bekannt sei, sei er in der Lage, bei der demnächst bevorstehenden Bear­beitung der ernsten israelitischen Frage mit voller Kennt­nis an dieselbe heranzutreten. Seiterrs der Israeliten er­warte er, daß sie volles Vertrauen den Regierungsmaß- regeln enigegenbringen. Die Israeliten könnten völlig be^ ruhigt darüber sein, daß er, an die Quelle der Gerechtig­keiten der Seite des Kaisers berufen, darüber wachen werde, daß ihnen immer Gerechtigkeit widerfahre.

K i s ch i n e w, 25. Sept. General Dragomirow wird in Kischinew^ ein treffen zur iVerabschiedung von der 14. Division.. Wahrend der Mobilisierung kam es zu Juden­hetzen in vielen Teilen des Gouvernements Bessarabier^. Veranlaßt wurden diese antisernittschen Ausschreitungen da­durch, daß jüdische Händler an die Truppen Lebensmittel und Getränke verkauften.

Newyork, 24. Sept. Dem hiesigen! ideuffchen Ge­neralkonsul ist ein Drohbrief gegen das Leben Kaiser Wilhelms zugegangen. Ein Paket ähnlicher: Briesschaften wurde in der Straße gefunden. Man be­fürchtet, daß die Briefe anarchiittschenj .Ursprungs sind.

Nacb einer derWorld^ zugegangenen Privatmeld- ung tnt§ den Philippinen haben amerikanische Soldadw 2 50 Moros getötet.

Tschifu, 25. Sept. (Reuter.) Ein hier aus Dalnv ein- gctroffener Dampfer brmgt weiter Meldungen über den Eingriff auf Port Arthur, der am 19. b. M. begonnen hatte. Der K a m p f hat überfünfzig Stunden gebauert und Ge- rücnten zufolge zu der Einnahme von zwei ober brei

Üa n zu n (I sf o r t s in der Nähe von Kikwansckvm durch T" Verluste der Japaner find veryaltnismamg gering.

" " n do n , 25. Sept. Die Blätter veröffentlichen eine Draht- ung aus Tswffu, der zufolg-e die Lage in Port Arthur 6er- zweifelt ser. 4.ic Verteidiger seien auf wenige Tau- Ic.Tt ö a m m e ngeschmol; en. Tie russischen Truppen Wien obwohl fie Wunder der Tapferkeit verrichten, außer Stande die Annäherung der Japaner zu hemmen. A l I e A u ß en s o r t s seien im Bewv der Japaner. Ter japiniscl-e Befehlshaber °S}J?!cnCT(^L bossel nochmals zur Uebergabe ausgefordert. Aänfuer Meldung ift erst recht mit Vorsicht zu genießen. sa In cb.)

P aris, 25. Sept. T>n- Hauptzweck des in den litten sagen von den Jatxinern veiausialteten Bombardements von» Port Arthur war die Bewältigun i des Ostibschuitls der Ber- ^ üungSwerke. Bis ' Cni wi>! w war eS den Japanern nicht gtt .ugen von ihren n iipswerlen auS die starken Erlnnas- fiuls au den Trachmt-ugeln so lA'ver zu beschädigen, daß ein ^^?"fturm tm Au Mi auf Erfolg unternommen fonntu ES verlautet aber, bau nährend der letzten 48

Gießen, am 26. September 1904. Betr.: Die Fleischbeschau und Schlachtungsstatistik.

Zas Großher)0gliche Kreisaml Gießen

an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises.

Sie wollen die in Ihrer Gemeinde ansässigen Fleisch­beschauer und deren Stellvertreter auffordern,

Freitag den 30. d. Mts., nachmittags 3 Nhr, zu ihrer Instruktion in dem Sitzungssaale des RegierungS- gebüudes Brandplatz Nr. 9 zu erscheinen.

Die hierdurch entstehenden Kosten find vorlaqSweise auf die Gemeindekaffe zu übernehmen und mit der nächsten Ab­rechnung der KreiSkaffe zu verrechnen.

Sollten die Fleischbeschauer noch im Besitze von Stempeln sein, die nicht der OrdnungSnummer Ihres Bezirkes ent­sprechen (vgl. Kreisblatt Nr. 67 vom 21. Mai 1904), so haben sie dieselben im Terntin abzuliefern.

I. V.: Hechler.

Kekanntmachung.

Die unterm 19. August l. Js. angeordnete Sperre der Nordanlage, zwischen Damm- und Schillerstraße, wird hiermit aufgehoben.

Gießen, den 24. September 1904.

Großherzogliche-' Polizei amt Gießen.

I. V: Roth.