von oberen PerwaltlMgSbeyördeir ab, bic Zahl der Dcrgic -u bcftinunt'H, unb man hat bnb Bestreben, bicfe Tage immer mehr 511 verringern. Am lausenden Jahre tvaren diese verlängerten H^sähifts-eiten folgen dermaßen verteilt: 3 Tage vor Ostern, 1 Tag vor Himmelfahrt, 3 Tage vor Pfingsten, 14 Tage vor Weihnachten, 1 Tag vor Neujahr, int ganzen 24 Tage, mährend im Aayr 1903 die Zahl dieser Tage noch auf 26 festgesetzt war. Tie Sozialpolitische Kommission beantragt, für 1905 in Vorschlag zu bringen, daß nur noch 22 Ausnahmetage zugelassen werden sollen, und zwar je ein Tag weniger vor Ostern und Pfingsten. Ter Deutsch-nationale Handlungögehilsen-iVerband hat sich auf Befragen des Kreisamtes für eine noch weitergehende Einschränkung dieser Tage ausgesprochen, wogegen der Te t an list entere in wünscht, daß man es bei 24 Tagen belassen möge. Stadtv. H e i ch e l h e i m tritt dafür ein, daß man der Ansicht des Detaillisten^Bereins beitreten solle. Beig. Curschmann weist darauf hin, daß die .Versammlung nur gutachtlich zu hören sei, und daß es Sache der Polizei sei, darüber zu befinden. Bei dem Bestreben, die Tage zu verringern, könne es dann sehr leicht kommen, daß das Polizeiamt zwei Tage in Fortfall bringe die der Geschäftswelt als gute Tage gelten, uno dagegen Tage bestehen lasse, die als weniger gut anzusehen sind. Tie Stadtv. JugHardt und Kirch sind für deu Antrag Heichelheim; Stadtv. Kirch erklärt, man solle dann aua) der Polizei dieVerantwortung überlassen, wenn sie trotz des geäußerten Wunsches der iBer- jammluug statt 24 nur 22 Ausnahmetage für 1905 fest- setzen würde. Stadtv. Kruinin bemerkt, daß die Sozial politische Kommission und auch er persönlich der 2ln,icht seien, daß für das Bedürfnis eine geringere Zahl von Ausnahmetagen genüge, als 22 im Jahre." Tas Auf lassen der Läden über u Uhr hinaus habe, außer vielleicht au einigen Tagen vor Weihnachten, gar teilten Wert mehr, denn die Beobachtung zeige, daß nach 8 Uhr in den Geschäften tein Mensch mehr fei, um etwas zu taufen. Da alk* Ge schäftsleure gleichmäßig schlössen, habe auch niemand einen Schaden davon, wenn weniger Tage im Jahre freigcgeben würden. Stadtv. Brück erklärt, die drei Ausnahmetage vor dem Pfingstfest Hütten feinen Wert für die Geschäftsleute. Oberbegnh Mecum stellt den Antrag, die ,Ber- jammlung wolle beschließen, mit den Ausnahmetagen für das toniinende Jahr cv so zu lassen, wie es für das laufende Jahr bestimmt sei. eventuell aber, wenn deren Zahl vermindert werden müsse, einen Tag vor Ostern und euren Tag vor Pfingsten zu streichen. Ter 11 «trag Ki r d)- Heichelheim, es wie bisher zu lassen, findet die Zustimmung von b Stadtverordneten. Ter nm rag der Kommission, )id) mit der Streichung von 2 Tagen einverstanden zu erklären, erhält 5 Stimmen, und der Antrag des Cbcrbgm. Meeum wird darauf angenommen.
Em Antrag der Militärverwaltung, der dahin geht, das die Verlegung des Stadlringgrabens entlang der Ostanlage gewonnene Gelände, in der Breite des Rinn'schen Vorgartens, entweder pacht- oder kaufweise zur Vcrgrötze- rung des L a zar eth gründ st ticke s abzntreten, wird ans Antrag der Ban - Deputation a b g e l e h n l. umfomchr als
dort eine in Zeichnung vorliegende häßliche hohe Mauer gegen die Anlage hin errichtet werden soll. Oberbürgermeister Mecum erklärt, daß die Gewinnung des Geländes durch die Verlegung des Schoorgrabcnö der Stadt 20 000 Mark gekostet habe und daß die Versammlung damit einverstanden war, dort die Anlage zu verbreitern. EL sei geplant, entlang der Hinteren Seite bc5 LazarethgrundstuckeS Buschwerk anzulegen, um den unschönen 'Anblick, den dieses Grundstück von der Anlage aus biete, zu verdecken.
Zwei Wirtfchaftsgesuche wurden darauf genehmigt; eL handelt sich um Ucbcrgängc der väterlichen Wirtschaften an Gebr. Kahl (Frankfurterstraße) und an Fritz Euler (Hamm- straße 15).
Stadtv. Wallenfels weist darauf hin, daß er einige Male beobachtet habe, wie der Postwagen von der Iohannisstraße aus in der Richtung der Bismarckstraße die Anlage durchfahre, obgleich doch dort gar kein Weg für Fuhrwerke sei und die Promenade darunter Not leide. Oberbürgermeister Mecum erklärt, daß ihm davon nichts bekannt sei, daß er aber bei der Post anfragen und die Durchfahrt verbieten werde. Damit ist der öffentliche Teil der Sitzung geschlossen.
Aec Uezirkseiscnvayurat Araukfurt a. M.
hielt am 23. d. M. seine 57. Sitzung ab. Außer geschäftlichen Mitteilungen batte 1. der Antra g des Generaldirektors Kaiser auf Ermäßigung der B r e n n m a t e r i a l f r a ch t e n für das Lahn-, Dill- und Steg gebiet besonderes Interesse. Ter Antrag lautete: der^Bczirkseisenbahnrat wolle sich dahin äußern, daß die für ba$ Siegerland in Aussicht genommene Frachte r Mäßigung e n auf Brennmaterialien gegebenenfalls^ auch dem Till- und Lahngebiet zuteil wird.
Speziell für das Sieyerland war infolge einer Eingabe des berg und hütteumannilchen Vereins und der Handelskammer zu Siegen vom 7. Alai d. I. octrcffcnb die Gleichstellung der ö"L*üd)tcn für Erze und Brennmaterialien der Vczirksnscndalmrat in Köln mit der weiteren Verfolgung dieser Angelegenheit betraut worden. Tiefer beantwortete Die in Frage stel-ende Wotlnge des Ersenbergbaues und der Eisenindustrie im Gebiete der Sieg im bejahenden Sinne und befürwortete die Frachtermäßigungen für Brennmaterialien. — Bei früheren Gelegenheiten, wenn es sich um obnliaje Maßnahmen, bejonoers ^raa^ermaßignngen, handelte, hat man den Sieg-, Till- und Lahndezirt als ein einheitliches wirtschaftliches I n t e r c \ f c 11 g c b 1 c t auf- gefaßt und Erleichterungen denn Transport der Rohmaterialien allen Bezirken gictdimubig zugute kommen lassen. In diesem Sinne wird man desl-alb nun vorstellig auch für Den Till- und Lahnbezirk inbezug auf obige Frachtermäßigung Tie Handelskammern Wehlar, Gießen und Dillenburg uno der berg» und hüttenmänniiche Verein und benachbarte Reviere in Wetzlar find dafür eingetreten, daß die eventuelle 8rachtermaßigung für Brennmaterial auch auf Das Till- und Lahngebiet ausgeoehnt wird.
Interessant waren die Ausführungen dcS Generaldirektors Kaiser von Wetzlar. Er rechnet die Wetzlarer Werke und andere an Der Laim, Till und <?icg zu deu ileineren und mittleren Betrieben im Gegensatz zu ikh grogui Betrieben am Niederrhein usw., Die sich Die großen Wasserstraßen und Kanäle zu nutze machen und gegen deren Konkurrenz so schwer anzukommen
ist. Er ist mit den übrigen Antragstellern der Ansicht, daß für bic Staatsregierung die ernste Pflicht besteht, alles aufzubieten, um eine der altestenJnduftriestättenunseresVater- l a n d e s vor dem Untergang zu bewahren. Ebenso wie sie bemüht ist, andere Gebiete durch neue Eiseubahnanlagen und Kanäle wirtschaftlich zu fördern, kann sie fia> nicht der Verpflichtung ent* ziehen, durch Gewährung der beantragten Brcunstofftarife und Durch Ausbau der fehlenden abkürzeuden Bahnlinien bic Eisenindustrie der oberen Lenne, Sieg, Till und Lahn wieder lebensfähig zu gestalten. ■ ,
Generaldirektor Kaiser machte einige Mitteilungen über den Bergbau au der Lahn usw. Ter Tagebau und Stolleu- b a 11 auf Roteisenstein und mangauhaltigen Brauucifenstcin hat fast aufgehört, man hat zum Tiefbau übergehen müssen. Hierdurch und durch die fidgcnbcit Löhne sei bic Gewinnung der Erze wesentlich verteuert. Tie Frachten für Eisenerze seien schon in früheren Jahren herabgesetzt, da die Erze an Ort unb Stelle nicht verhüttet werden tonnten. Ticw verhältnismäßig niedrigen Frachten kämen jetzt den großen Hüttenwerken am Niederrhein zugute, während es doch den Hüttenwerken in der unmittelbaren Nähe der Erzlagerstätten dank ihrer durch Neueinrichtungen, die den modernen lechnifchcn Anforderungen voll entsprechen, möglich fei, jene Erzmafsen am Ort und Stelle zu verhütten, wenn die Tarife für Brennmaterialien würben angemessen herabgesetzt werden. T-urch die Herstellung von bestem Quautätsrohciscn sei das englische 00111 deutschen Markte verdrängt. Tie Werke in den genannten Bezirken müßten aber ihre Erzeugung einschränken. Da sic durch die Konkurrenz der großen Hüttenwerke am Rhein niebcrgehaltcn würden. So erzeugten z. B. die Wetzlarer Werke nur 60 Prozent von dem, was rc bei der Erleichterung des Bezuges von Brennmaterial erzeugen könnten. Ter Bergbau und Die Hüttenwerke in den genannten Bezirken beschäftigen 16 000 Arbeiter mit 40 000 Familienangehörigen. Tiefe Arbeiter sind seßhaft und beschäftigen sich auch mit Laubwirtschaft, indem es ihnen ber Verdienst beim Bergbau und in den Hüttenwerken ermögliche, ihren Familien den Grundbesitz zu erhalten. sozial- bentoTraten gebe eü unter diesen Industriearbeitern, die sich auch mit bem Betriebe der Landwirtschaft beschäftigten, uichck.
Ter B e z i r k s c i s e n b a h n r a t Frankfurt a. M. ft j mmte einhellig b c it Antragstellern z u.
Ein wetterer Antrag des Generaldirektors Kaiser auf Vermehrung der gedeckten Güterwagen fand ebenfalls die einstimmige Annahme des Bezirkscffcirbahnrats, obwohl der Vertreter der Eifenbalmdirektion auf die ungewöhnlichen Ursachen des mäßig ausgetretenen Wagenmangels hinwies. Tanach versagten schon im August d. I. die Flüsse den Tienft. Sie hatten nicht Wasser genug, um Lasten tragen zu können. Tie Futternot im Osten führte ungezählte gedeckte Wagen aus dem Westen in den fernen Osten, gefüllt mit Krastsuttermitteln aller Art. Tie ungewölmlich große Obsternte verlangte zum Transport derselben eine große Zahl von gedeckten Wagen gegen andere Jahre. Trotz der Neuanschaffung von ca. 3000 gedeckter Wagen mußte ein mäßig auftretender Wagenmangel konstatiert werden, der aber 4 Proz. der zn stellenden Wagen nicht überstieg. Ter Wassermangel in unseren schiffbaren Flüssen ist bis heute nicht behoben.
Anträge aus Beschleunigung der SchnellzugSverbin- düngen auf der Strecke Berlin—Kassel—Gießen—Koblenz— Trier—Metz fanden befriedigende Erlcdiefung und weitere Anträge auf bessere Anschlüsse, Einlegung neuer Züge usw. füllten neben anderen Verhandlungen, die für_ unsere Gegend kein besonderes Interesse haben, den Rest der Sitzungszeit reichlich aus.
Tie nächste Sitzung des BezirkSeifeubahnrates Frankfurt a. M. soll am 25. Mai 1905 ftattfinben. -x-


