Ausgabe 
25.8.1904 Zweites Blatt
 
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vermischte».

it im Sommer im

ging dann in 10 uhr wieder

Aer 16. KyilatclistkN-Tag.

(Originalbericht desGieß. An-.")

»o* Leipzig, 24. August.

Zum 16. Philatclistentage waren die Briefmarkensammler und fcdnolcr aus Nord- und Süddeutschland, Oesterreich, Frankreich, Italien, Rußland, .T-änemarf nsw. sehr zahlreich heroelgeem. selbst Argentinien, Transvaal und andere außereuropäische Staa­ten waren vertreten. Die Festbörsc am 19. und 20. August tnt Hotel Sac'-senhos war überaus stark besuckst, und große Summen Geldes sind in seltenen und schönen Briefmarken des Zn- und Auslandes angelegt und umgeietzt worden.

Der allste Bundestag des Bundes deutscher und östrelchisa>er Philatilisten^Vci ine wurde am 20. August im Krystallpalaste vom ersten Vorsid-nden des Bunt.es, Herrn I. Unipseiwach- Frankfurt a. M eröffnet und geleitet. Ter Bericht oer Bundaö- (eitung, jber SiaHenb'-nci t, loie auch di- Berichte der verschieoenen Bundesüellen, Prun-.'gs,teile, Auskunftstelle, RectstSsüm pst eile

I usw. ufw. lüucbcn von den Anwesenden mit grobem Beifall bc* | lohnt und dem Vorstände des Bundes Techache erteilt. Bet den

Ernte.

Darmstadt, 24. Aug. Se. Kgl. H. der Groß- h erzog empfing heute zum Vortrag den Finanzmimster Gnauth, den Geh. Staatsrat Krug v. Ntdda, den Präsidenten des Oberkonsistoriums D. Buchner, den OcdenSkanzler Oberst z. D. Frhrn. Röder v. DierSburg, den Geh. Kabi- netsrat Römheld, den Archivdirektor Dr. Frhrn. Schenk zu Schweinsberg, den Kabmetsbibliothekar Hauptmann a. D. Zobel, den Architekten Koch, Mitarbeiter der Vereinten Kunst­gewerbler Darmstadt; ferner in besonderer Audienz den Kaiserlich russischen Ministerresidenten Fürsten Koudacheff.

' sd. Darmstadt, 24. Aug. Zu dem (gestern schon

in Marburg.

kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Bad-Nauheim wollte der 24 Jahre alte Schlosser Rosenbecker aus dem Stadthaus eine Fahnenstange anbringen. Dabei brach die Leiter, Rosenbecker stürzte, den oberen Teil der Leiter in den Händen, zwei Stockwerk tief in den Hof und erlitt einen doppelten Schädel­bruch. Er erlag im Krankenhause seinen Verletzungen. Kreisamtmann Werner ist von Lauterbach nach Fried­

berg versetzt. Zu seinem Weggänge wird in ß. am Sams­tag imSaalbau zum Johannesberg" eine Abschiedsjeier stattsinden. Vor drei Wochen sprang in Frankfurt der Chemiker Dr. Wolfram an der Hauptwache von der Trambahn ab. Jetzt ist er in der Irrenanstalt, wohin er verbracht werden mußte, einer Hirnlähmung erlegen. Der Verstorbene war Inhaber der chemischen Fabrik Emil Breseiuß m Rödelheim. Er stand erst im 54. Lebensjahre und war verheiratet. In Lauterbach starb NegierungS-1 rat i. P. Wilhelm Traudt im Alter von 82 Jahren. In Stangenrod stürzte Landwirt Georg Reichmann vom Ge« ! rüstr in die Tenne und starb nach wenigen Stunden. In ! Heuchel heim wird ein neues Pfarrhaus erbaut, das alte ist abgerissen; der Neubau soll im Juli 1905 vollendet sein. __ In der Gemarkung Laubenheim verursachte die Hühnerjagd einen Unglücksfall, indem cm Schütze einem 19jährigen Mädchen aus Langenlonsheim, das in einem Weinberge beschäftigt war, mehrere Schrotkörner in die Nase schoß.

ist ziemlich eingebracht. Die Erträge sind in jeder Hinsicht Sehr geringen GraLansatz haben

zufriedenstellend.

die Grummetwiesen und nur die Talwiesen liefern eine zweite

Mainz, 24. Sing. Der Kaiser hat über die Leist- iingcn der Truppen au s demgroßen Sande" äußerst lobend geurteilt. U. a. kritisierte der Karser die Vorführung eines hiesigen Regiments mit den Worten: Es konnte gar nid>t besser gemacht werden." In der all- gemeinen Kritik erging er jiu) in milttärijch saglichen Be- urerkungen, ohne Anspielungen auf Ost-asien oder öiibiucft- afrika. .

-k- Mainz, 24. Aug. Seit heute i|l der Rhein hier einige Zentimeter gediegen. Trotz der nützlichen Wasser- Verhältnisse erfreuen sich die Rheindampser noch einer sehr lebhaften Frequenz.

*f. Fl 0 nhei nt, 24. Aug. Die Landesversamm«- Ilung des Hess. Hauptoereins des evangeli- > che n Bundes i|i ijtntc erofsiiet toordeti. x>m Anschluß an einen Vorzug ves Oberlehrers Lampao aus oTieoberg

stellt fern.

mg. Großen-Linden, 24. Aug. Heute abend zwischen 6 und 7 Uhr ereignete sich hier eine schwere Gas- explosion. Arbeiter waren damit beschäftigt, Repara­turen an der Leitung vorzunehmen. Inzwischen hatte sieb der nahe an die Repararurarbeit grenzende Brunnen mir Gas gefüllt. Als nun die Arbeit fertig war, sollte mit einem Licht nachgesehen werden, ob alles in Ordnung fei Ta entstand die fürchterliche Katastrophe. Tas Gas in dem Brunnen explodierte, mit sich Brunnenbedeckung, Pumpendeckel, 'Ausflußrohr :c. haushoch in die Luft sprengend. DaS die Explosion für eine Gewalt hatte, läßt sich kaum vorstellen. Man denke, im nahe daran stehenden Dirtshause zum Schipkapaß schaukelte es wie in einer Wiege, Glaser fielen von den Tischen, Gaste und Hausergentümer wurden zu Boden geschleudert und eine altere Person und ein Lind von den herunrerscürzenden Ziegelsteinen jo ver­letzt, daß sie sofort ärztliche Hllfe in Anspruch nehmen mußten. DaS gußeiserne Ausflußrohr ist mehrere hundert Meter weit fortgeschleudert, der Deckel von dem Pumpen-' stock in einer weit davon liegenden Hofraite aufgesunden worden. DaS Unglück mahnt wieder zur größten Vorsicht.

+ Lollar, 25. Aug. (Drahtbericht.) Bei der gestrigen SemeinderatSwahl wurden gewählt: Generaldirektor Stein ecke mit 121, Karl Erdmann mit 109, Karl Schwalm mit 103 und Heinrich Schadeck VII. mit 75 Stimmen. Die Beteiligung war außerordentlich groß, etwa 80 Prozent der Bürger machten von ihrem Wahlrecht Gebrauch.

g. Lrtenberg, 23. Aug. Bei dem gestern abend über unser Städtchen niedergehenden Gewitter traf ein Blitz­strahl unsere Kirche, glücklicherweise ohne zu zünden. Nur am Turm wurden einige Heine Beschädigungen wahr­genommen.

? Dom oberen Vogelsberg, 23. Aug. Die Ernte

wurde folgende Resolution angenommen: 1

zie dsisiährige in o ton he im tiigcnoe neunte Landcsversamm-1 lung des ^<i|iju ;ii Hauptvereiiis des ep. Bundes beklagt, daß I dura- bie in Preußen erfolgte o r c i g a b e de r -Uc a r t a -1 n 11" co c n Kongregationen dem jesuitischen Geiste eine ü r zur deutschen vstaats schule aufgetanl ist und fiii/t ui diesem Geige einen 6 eino u n f c t c r b c u t * I i c n Jugend, der die Erziehung zur W a l) r b a 111 g i e 11 und Selbständigkeit bedroht, cie sieht ln ihm ferner! eine Gefahr für bie deutsck^: Schule und dauiii für die Zu­tun s t unseres Boltes, da bureb Hincintragcn ein,eilig ultramoiiluncr Gesichtspunkte der ciulxitliche Eharalt.r der öd)ul- crziehung in Frage flcitclU und s^-ou bei der Jugend die reli­giöse Ilii duldsam leit gefordert nnro. raher spricht ,ie der hessischen Staatsregierung ihren Dank aus, daß sie bei den bewährten Bestimmungen, wclu-c die M a r i a - Nischen Kongregationen an d.n hessischen schulen ö e r* | bieten, seither beharrt Hal und in dec festen Zum nicht, daß

sie auch fernerhin bei diesem >Ltandpuuit ^erharren wird.

Folgendes Telcgrnnun wurde an S. 3t H. den Groß­herzog gesandt:

Gw. Konigl. Hoheit bringt die in Flonheim tagende neunte LandcSversammlung deS hZsisä-cn HauptvereinS des cv. Bundes ihren cbrcrbienoncn Giug dar. Im Hinblick auf die demnächst staUsindende 40^»jährige Geburtstagsfeier Philipps des Großmütigen eriimcrt sie sich dankbar alles besten, rvaS daS ev. Hcsfenvolk seinem Fürst verdankt. InSbe,on^re freut sie sich der Gabe, die längst unter der Fürsorge En>. Zfgl. Hoheit der cv. Landeskirche in dem evana. G e in e i n d e g e be t- buch dargcrciäit wurde, und wciß, datz erürit und Boll alle Zett in der Liebe ;um Evangelium verbunden sein werde^

den, 24. Aua. Lier ist, wie dieFrrf. gtg.

1 I

den wegen eines sch-veren Lebcrleidens zur xur weilte. Sasanoto soll der Vater des Mörders d e s M i n i st c r s v. P l e h w e sein. Die Beerdigung »ourde aus Veranlassung des russischen Generalronsnlö verschoben.

I Safonow war in seiner Jugend aus polnischen Gründen I verschickt worben und hatte dann die Erlaubnis erhalten, sich in Saratow niederzulassen.

sj Marburg, 24. Aug. Unsere Universität ist wieder einmal von einem schweren Verlust betroffen worden. Gestern nachmittag würbe der auswärts weilende ordent­liche Professor der Phllologie, Geh. Reg.-Rat Julius Bergmann totkpank rrach hier in Jcine Wohnung ge­bracht. Ein Schlaganfall hat ihn betroffen und plötzlich aufs Krankenlager geworfen. Heute nachmittag wurde der Ge­lehrte bereits durch den T o d erlöst. Ter Verblichene, einer der ältesten Professoren unserer Universität, wurde 1840 in Opherdecke in Westfalen geboren, studierte bann in Göt- tingen und Berlin, um 1872 in Königsberg Professor zu werden Von 1875 an wirkte er dann ununterbrochen hier

reine Chaussee, böser, böser Weg, dicker Wald, es war Gewitter, 1 Meile von Gießen ist weder Dors nod) HmiS, die« alles mit der Gewißheit in unsichrer Gegend zu seyn ist hinlänglich den Reisenden zii ängsten . . ? Das PosthaiiS, m dem Iffland genächtigt hat, ist daS Gebäude Wa111hoi - st raße Nr. 24,' gegenwärtig im Besitze der Architekten Stein il Meyer.

* Die Prüfungsordnung für btc Abha11- ung von Prüfungen in der Landwirtschaft an der Großh. Landesuniversität wird in xJuT. 77 des Großh. Regierungsblattes veröffentlicht.

X WirtschastSkonzession. In einem AuSichreiben an die untersteUten Behörden weist das Großh. 2)iimiteiunn auf die große Anzahl von Rekursen hin, die in Wlittchafts- konzesilonsgesuchen eingereicht werden und in welchen von den Gesuchstellern angegeben wird, sie hätten in Erwartung der Konzesiton ihr HauS zu WirtschaftSzwecken gebaut und feien durch die Abweisung nun schiver geschädigt. Es wird den Behörden empfohlen, vor endgültiger Entscheidung über cm derartiges Baugesuch, die ®c)ud)iteUcr vorerst zur Ein­leitung des Wirtschastskonzessionöversahrenü zu veranlagen ober in dem genehmigten Baugejuch ausdrücklich darauf hm-1 zuweisen, daß mit dieser Genehmigung eine Anwartschaft aus demnächsrige KonzeflionSetteilung nicht erlangt werde.

Frühobst. Tie Krcisstraßenverwaltung ist zurz.it dem Pflücken des Frühobstes bischüfligt. Tie Aep,cl werden im Kreisamtsgebäube zu 1 2 M k. für d e n J e n t - n e r verlauft. Das Obst an den KreiSsttaßen hat ein imones Aussehen. Die Aepselernte wird besser als die gute Ernte vor zwei Jahren, von der der Kreis nahezu 10 000 loste. Der Sturm hat wenig Schaden attgerichtet, vielmehr wurde den Bäumen ihre Ucbcdaft etwas erleichtert.

Fahrbeamten - Verein Gießen. Tie am 14. August neu geweihte Fahne wird auf Wunsch am Donnerstag, Freitag und Samstag im Schaufenster der Dlöbelfabrrk deS Herrn Reiber am Seltersweg auSge-

Berlin, 24. Aug. Der Rechtsanwalt und Notar am Landgericht 1, Berlin, Hermann von Holtzendorfs, Sohn des berühmten verstorbenen Juristen, hat gestern abend in einem Restaurant in Tegel sid) durch Gift daS Leben genommen. Der Grund für die Tat soll in einem lang­jährigen unheilbaren Leiden bestehen. Holtzendorfs, der seit 1887 in kinderloser Ehe verheiratet war, stand im Alter von

Eraäiizungsnmhlen für bie ftatutenmäntg aussweidenden «or- üdiiMmitnticber wurden sämtliche Herren iviedergewahlt.

Bei der Delegietten-Vorbefprecknurg waren ö.i ^reine mit en. 6000 Mitglieder vertreten. Abends war d

Der 16. Plnlatelistentag nnirbc am 21. August im-»udx Ikinbleubditfc voni Vorsitzenden des OrlSansschnssis, H. ^chtvanen fefl eröffnet. Mehr als 200 Sammler und Händler waren an- ivdciib. Herr E. Willadt-Pforzheim spiacl> über Island ,,J,^tldi, Aufdrucke: Herr T-h. Haas-LeiP-igLberdie oronen Raritäten , Herr H. cschwamb.rger überdas rammeln ganzer Bogen und Vhrr Ricb Seni-X:eipsig überdie Drudverfahren dei Herstellung bie Abhaltung des 17. Philateliilen-

47 Jahren. , ,

* Hannover, 24. Ang. Aus dem Kaliwerk Enne bet Gronau sand gestern abend gegen 6 Uhr, verursacht durch einen Sprengschuß, eine Explosion schlagender Wetter statt, wobei 4 Bergleute getötet und 11 mehr oder minder schwer verletzt mürben. Zur Zeit des Unfalles befanden sich

gemeldeten, Mordversuch und Selbstmord des 4.5 Jahre allen Fuhrmanns Michael Schmitt konnten wie folgendes feststellen: Seine Frau und Kinder sowie seine Pferde, mit denen er für Metzger das geschlachtete Vieh aus dem Schlachthaus in die Läden fuhr, behandelte er sehr rücksichtslos. Sch. ist von seiner erften Frau geschieden. Die jetzige Frau, die ihm beinahe zum Opfer gefallen wäre, stammt aus anständiger Familie in Babenhausen und ist einige Zähre jünger als er. Sie brachte ein Kind in die Ehe mtt. Sie wurde in der letzten Zeit von ihrem Manne immer schlechter behandelt, obschon sie durch ihr Derdingbureau hübschen Verdienst hatte und auch von jeder­mann das Zeugnis einer soliden, achtbaren Frau ausge- srellt erhält. Dor ca. 4 Wochen wurde sie von ihrem Mann! wieder geschlagen, sodaß sie die gemeinsame Wohnung ver­ließ und Geschäft und Wohnung verlegte. Tie Kinder, deren aus der Zwecken Ehe noch fünf vorhanden sind, zogen mit, nur ein konfirmierter Sohn hals dem Vater in seinem Fuhrwerksbetrieb. Schon öfter hatte Sch. feine Frau in ihrer neuen Wohnung ausgesucht, um sie zur Rückkehr zu veranlassen, jedoch vergeblich, so auch gestern nachmittag

**' . Er gin kam um V

und heute ftckh unaesahr um 8 llhr.

eine benachbarte Destillation und kam ______

in bie Wohnung seiner Frau. Jedenfalls hat er sie sofort mit dem Messer bedroht und ihr bann auf ihr Weigern, mriHugehen, einen Schnitt vom linken Ohr bis zur W : 11c tte 5 ftinn5 bis auf die Dackenknocherr, sowie cin :n Schnitt rund um die Daumenwurzel bei* v caeft, so das, die Tjiadyc fr i(ag. Sic hat noch mehrere feinere Wunden an den H.ndcn urtb am Halse. tedentallS

20 Mann im Schacht.

Triest, 24. Äug. Das italienische Handelsschiff Gtu- seppe, das auf der F-ahrt von Montevideo nach Venedig begriffe» war, ist in Oer Nähe von Isola Grossa in einen Siroceo-Sturm geraten. Tas L-chifs wurde aus die Seite geworfen, das Steuer und der große Tia|t gebrochen, sodaß oaö Schiss sührungSlos unthertrreb. Es wurde jchließ-' lich von einem Dampfer in# Schlepptau genommen unb die Mannschaft gerettet

Bkuthen, 24. Aug. Gestern abend wurde der schwere Einbrecher Cherny, der auS dem Land- gerichtSgejängniS auSgebrochen war, von einem Wachtposten durch zwei Schüsse schwer verletzt.

* München, 24. Aug. Zwei Münchener H och tau» Iriften, Bautcchntker Wolfs unb Chemiker Heyden, bie feit mehreren Tagen vermißt wurden, sind bei einer Tour auf den Schinder in der Nahe des Wckdbades Kreuth ab­gestürzt und im Schindertal als Leichen aufge­sunden worden. o

Augsburg, 24. Aug. Der heute morgen 8 Uhr von München nach hier abgegangene Schnellzug mußte infolge EntgleisenZ des Speisewa^rs auf offenen 3tvcde zwischen hier und der Station Dinkelscherben halten. Cb Personen verunglückt sind oder sonst Schulden angerichtet wurde, ist noch nicht bekanrck.

PariS, 24. Aug. lieber ganz Frankreich sind gestern heftige Hagel sturme niedergegangen, welche hauptsächlich m den Weinbergen der Departements Ardsche und Armagnac arge Venvüstungen angerichtet haben. Die Schloßen hatten stellenweise die Größe von Hühnereiern.

Easerta, 24. Aug. Em heftiger Orkan richtete m der Nacht vom 23. August im Gebiete der Gemeinde (Bioja Sanmtiea sehr schwere Verheerungen an. DaS Wasser riß eine Kohlenarbetterhütte fort, wobei drei junge "Mädchen ertranken. Man fürchtet, daß noch mehr Personen zu Schaden gekommen sind.

* Das Kind i rn K äfig. Eine besondere Angelegenheit, bie geeignet m, alle Pädagogen der Welt in Harnisch zu brüten, I bcid)ättitit letzt, wie demB. T." aus Budapest geschrieben ivnb, I >ie uiigarischen Behörden. Ein ungariscl)er Beamter namens ^.erg, m der s)täbe der ungarischen Hauptstadt, erzrehZ feinen Sohn in einem K ä f i g. Dieser Käsig steht un Sommer tm Hose, im Winter im Zimmer; sein Boden ist mck Sand voll- aesireut, außerdem ist in dem Verließ auch euie Kinder bank an- ' gebracht, auf der der kleine Franz sich ausruhen kann, oo v envaS kann selbstverständlich kein Geheimnis bleiben; eS mürbe Jin der engeren und weiteren Naäjbarschast viel darüber gesprochen, bis ein Piann der Behörde Anzeige über den Vorfall erstattete. Sie Polizeibehörde erschien infolgedessen auch bei V.erni -orrg, bei bie Beamten zum Käfig führte, und folgendes erklärte will meinen Sohn, der letzt drei Jahre alt ist, w dem Käsig er ziehen. Ich habe keine Leute, bie aus ben lebhafte n Jungen L g-bcn, mrd so ist er in dem Käfig »ot jeher 0 t geschützt. .Es kann ihm niemanb ci^n ^eid an tun, und bas Müib selbst kann auch nirgend ^ab cn t e n. Es kann nicht in bas Wasser sallem nicht unter bie Räder kommen, es kann die Blumen meines Gattens nicht abrerßen, sich nicht mit anderen Kindern herumichlagen, mit einem ^Lotte hier kann eS gesund und nwhlbehalttn grotz werden. Im Winter halte ich den Jungen auch im Käsig, weck er un Bimnier ohne ^lufsicht nicht bleiben darf. So lange mein ^oohiiim Käsig ist, kam er bie Möbel nicht ruinieren, bie Wände nicht besäMußcn, nidrt bie Tischtücher l-erunter-reitzen unb alles Mögliche zerbrechen., ZiWr& WJ ganz gut, .bekommt sein Essen regel­mäßig wird täglich gebadet, und abends lvird er zu Bett getragen. Schließlich^vettvcchcte sich. der Vater .energisch dagegen, daß man sich in leine AngelegenlM Mische; seber^ solle vor feiner eigenen Tür fAbreu Er habe von Gottes unb Staats wegen das Recht, seinen Sohn so zu erziehen, Ivie er wolle. Der Oberstuhlrichter, der Ebes der Polizeibehörde hat denn auch nicht veranlassen können baß der Vater von seiner Käfigerzielmng Abstand nehme, zumal' bas Kind anscheinend gesund aussah. Außerdem konnte der Ridster keinen Paragraphen finden, der den Eltern verbietet, iljre Kinder eventuell in Käsigen zu halten. Die Protokolle sind indessen zur Kenntnis der Staatsanwaltschaft gebracht worden. Auf Veranlassung .der obersten Behörde hat nun in diesen Tagen der Untersuchungsrichter mit den Gerichtsärzten Herrn Berg ver- I nominell und den kleinen Franz gründlich untersuchen lassen.

Man l-at babei aber anscheinend garnichts Bedenlliches gefunden, denn der Richter ließ, den Jungen bei feinem Vater in dem I Käfig. Jetzt gehen die Akten wieder an die Staatsanwaltscl^ast zurück, die nun ihrerseits die Aufgabe haben wird, nach dem Paragraphen zu suchen, der Herrn Berg die Benutzung eines Käfigs bei der Erziehung feiner Kinder untersagt. Berg, der seitens der Einwohner wegen seiner sonderbaren Erziehungs- metbode sehr viel verspottet wird, hofft dennoch, daß er Schule I machen und viele Nachahmer Hüben wird. In Ungarn dagegen I hofft man, bau die Behörde Herrn Berg aus feinen Geisteszustand untersuchen läßt. »

*DieNiesenkorrespondeiiz eineSLehrerS. Em I Lehrer an einer Bürgerschule des Landkreises Göttingen, cm Junggeselle, hatte feinen Schulern die Aufgabe gestellt, Gc- I schästSliriefe aller Art, VerlobnngSanzeigen, Besckstoerden, aber I auch Todesanzeigen und dergleichen abzusassen, zu (ouöcrlicicn und an Verwandle und Nekannte zu adressieren. DaS geseha^

wollte er der Frau den Hal» abschneiden Die ctnmd ßrößerc unb stärkere Frau iuehrtc sich aber kräftig. Als Leute herb ei ciUeu, ging er in ein Mben-immer und die Frau eilte in das Nachbarhaus, wo ihr burd) den Frrfeur ^ajuc« bete der erste Verband angelegt wurde. Inzwischen hatte sich Schmitt den Hals mit einem großen fDtepgennej(cr biiraj- Idmitten. Als Leute in das Zimmer kamen, lag er röchelnd blutüberströmt im Sterben und war nach einigen Minuten tot. Die Leiche kam ins Leichenhaus. Tie Frau wurde nach dem Krank.nhause verbracht. Ihr Zufttuid ift unbe-..^...... . f denklich uiii) sie Dürfte in einigen Tagen ueniehumng-iahigbeichlossen. . . _ _

DaS Festiessen am Sonntag vereinigte eine stattliche Zahl Damen und Herren. Mit großer Freude wurde die Rede des Ober­bürgermeisters von Leipzig ausgenommen. Am Montag folgten die Delegierten und die Leipziger Damen und Herren einer Ein­ladung nach Halle. .Der Dienstag wurde zur Berichtigung der Sehenswürdigkeiten Leipzigs und der Lager- und GeichaftSraume der Firma Gebr. Senf benutzt. ,

Die Sektion Gießen des internationalen Phllatelisten» Vereins zu Dresden war durch die Herren M o e h l und «ölig. G e o v g o w vertreten.