in Hohenheim da« Recht der Wahl eines Vertreters bekommen, vielleicht wird die Tierärztliche Hochschule mit der Landwirtschaftlichen zusammen genommen. Weiter sollen die H a n d e IG * kammern, die Gewerbekammern, die landwirtschaftlichen Kammern berücksichtigt werden; ja, die Regierung ift geneigt, den Arbeiterkammern ebenfalls einen Sitz einzuräumen. Die Zahl der Mitglieder dieser Kammer wird aus acht bis zehn berechnet. Die neue Erste Kammer würde nach allem diesem einen wesentlich modernen Charakter tragen und e§ würde doch dem großen Grundbesitz etwa die Hälfte der Stimmen verbleiben; jedenfalls würde die Landwirtschaft im allgemeinen an der Ersten Kammer eine zuver- lässige Stütze finden.
Airtfi? und (fiufe
Berlin, 23. Nov. Der Vorsitzende des Evangelischen Bundes, Graf v. Wintzingerode, ist von seinem Posten z u r ü ck g e t re t e n. Es beißt, daß Konsisiorialrat Dr. Göbel (Halles den Vorsitz deS Bunde? übernommen babe.
Düsseldorf, 23. Nov. Die Stadtverordneten genehmigten den Bau einer neuen 20klassig en Volksschule mit B a d e a n si a l t._______________
'Ausland.
Haag, 23. Nov. In der Zweiten Kammer stellte bei Beratung de§ Budgets für Indien van Kol (Soz.) wieder den Antrag, einen großen Teil der Kolonien zi> veräußern und der Politik der Ausbreitung durch militärische Expeditionen ein Ende zu machen. Redner erklärte, er befürchte nicht, daß durch eine solche Veräußerung eS zu interne 'ionolcn Komplikationen kommen könne. Er suchte nachzuweisen, daß die K o l o n i e n u n t e r f r a n; ü s i s ch e i oder englischer Herrschaft besser geleitet und zu größerer Blüte gelangen ivürden. Eine Verminderung de? niederländischen Kolonialbesitzes sei dringend notwendig, eb sich die Großmächte dieses Besitzes bemächtigten. Van Bp< landt (Partei der Antirevolutionären) trat unter Hinweis auf den Krieg in Ostasien für die Verstärkung der Flotte ein. Der Redner, sowie nach ihm TestuerS (Katholik) bekämpften scharf die Kolonialpolitik der Regierung als eine Politik des Imperialismus und der blutigen Expeditionen gegen unschuldige Eingeborene Nord» und Mittelsuinatras. Mit einiger Geduld wäre die Herrschaft Hollands in diesem Gebiete fester sicherzusiellen. Tie Holländer seien jetzt gleich den Hunnen und Tataren gegen die Gajus und Alas vorgegangen uiid hätten Frauen und Kinder zu deni Krärnerzwccke hingemordet, Erzlager und Petroleumguellen auszubeuten.
Paris, 23. Nov. Der Abg. Syoeton wird vor die Geschworenen gestellt; um das zu erreichen hat er den Vorbedacht eingestanden. Bei der nationalistischen Gesinnuna der Pariser Geschworenen rechnet er auf sichere Freisprechung nach reichlichen Schimpfreden auf die Regierung.
Wien, 23. Nov. (Abgeordnetenhaus.) Kaiser (Deutsche Volkspartei) bespricht die tiefgehende Beunruhigung der Deutschen aller Länder OesierreichS, besonders Schlesiens, rmd wendet sich eingehend gegen die Errichtung slawischer Parallelklassen in Schlesien; er erklärt, die ganze Politik in Oe st er reich sei darauf gerichtet, die Bevölkerung zu Demonstrationen zii treiben. Danach ergingen sich polnische und dalmatinische Abgeordnete in heftigen Schmachreden gegen die Deutschen.
Warschau, 23. Nov. Zu den Krawallen wird gemeldet, daß unter den Opfern auch der hochbetagte Arzt Dr. Frankenstein sich befand, der von einer Kugel ge- troffen wurde, al§ er sein Haus betreten wollte, ferner der Chirurg Dr. Fränkel, desien Schädeldecke zertrümmert wurde, sowie die Baronin Hirsch, die in einem Wagen vorüberfuhr. Für kommenden Sonntag wird ein neuer Krawall angekündigt. Die Arbeiter sollen sich im Besitz von 6000 Re- volvern befinden Die Polizei nimmt fortwährend Verhaftungen vor, muß aber, da alle Gefängnisse überfüllt find, viele Häftlinge wieder freilassen.
— Nachdem der Polizei zur Kenntnis gelangt mar, daß mehrere Tausend Revolver unter die Arbeiter der Kohlengruben verteilt worden sind und die Arbeiter in Dorn- browo und Sosnowice sich mit den Warschauer Arbeitern solidarisch erklärt haben, wurden die Aufsichtsbestimmungen über Arbeitervereine bedeutend verschärft.
Rio de Janeiro, 23. Nov. (Agence Havas.) General Travassos, einer der Führer der letzten Militäraufstände, der bei den Unruhen in der Nacht zum 15. Nov. verwundet wurde, ist gestern infolge Amputation eines Beines gestorben.
Der Krieg.
Port Arthur
Tokio, 23. Nov. (Amtlich.) Tie Armee vor Port Arthur berichtet, daß gestern mittag die Gebäude beim Arsenal infolge der Beschießung durch die japanischen Schisfsgeschütze in Brand gerieten und abends um 9 Uhr 30 Mm. noch brannten.
Tokio, 23. Nov. Tas Kommando der Armee vor Port Arthur meldet von heute nacht: Der Feind machte in der Nachts zum Montag einen Gegenangriff auf die von der nördlichen Front von Ost-Keckvxmschan liegenden japanischen Truppen, wurde aber zu r ückg e dr ä n a t. —Beim Hauptquartier ging gestern folgende Meldung ein: Montag früf) halb 7 Uhr ging eine iapanische Abteilung gegen Weit- suku, nördlich von Husientichang, vor, griff einen russischen Lagerplatz an und besetzte ihn. Dmiach bedrängte eine feindliche Abteilung unsere link? Flanke und unsere hintersten Stellungen. Wir erhielten Verstärkungen und trieben den Feind um halb 10 Uhr früh gegen Tschrenholin zurück Ter Feind war etwa 600 Mann Infanterie, 300 Mann Kavallerie und 4 Geschütze stark, unv ließ 29 Tote zurück, auch machten wir sechs Gefangene. Wir hatten 29 Tote und Verwundete und erbeuteten 3 8 Gewehre, sowie Schanzzeug, Munition und anderes Material.
London, 23. Nov Nach rinem Telecn^mm aus Wei-Has wei entkam ein russisches Rettungsboot am 16. Nov n^hr-nd eines h-ftigm Sturmes cmS Nori Arthur und sedte stch- Meilen von Wei-Hai'^vei einen ^llizrer an Land, der Dokumente und Depeschen von G e n e r a l S t ö s s e l mit sich führte. Das Boot und ein tuh'ifdjer Matrose wurden in Wei- hai-tvei fest gehalten.
Aus der Mandschurei
Petersburg, 23 Nov. General Lsacharow meldet -em Generalstab vom 22. d M.: Am 20. Nov. besetzten unsere
Freiwilligen u;m 4 Uhr früh den Bergkeael auf beiden Seiten M SchinhailinpasseS, vier Werst südlich vom Dorfe Tuengau. Neun Freiwillige hatten später ein l»lefecht mit den Japanern, die sich unter Verlust en zurückzogen. -Jlnt 21. Nov. wurden Teile unserer Mteilnngen, die am 20. Nov. ein Ge - Tcbt beim Torfe Uitfutfi hatten, vom Feinde angegriffen: wr Angriff wurde z u r ü ck g e s cb l a g e n , die Japaner hatten bedeutende Verluste. Unsererseits 1 Offizier, 30 Mann ^rwuudcl. 10 Mann getötet. — Heute beschoß der Feind das Dorf Ssah'po mit Belagerungsgeschützen.
um * 11 'n......... i ........ । iimiw .iw—■■■»■■
Ser «Ausstand in DnilsH-Hüdrvcstasrika.
Ein Interregnum.
Nach einer telegraphischen Meldung deS „W. T. B." wird Gouverneur Leutwein am 26. November die Leitung der GouvernementSgescbaste an General Trotha übergeben und am 30. November die Heimreise in Smakop- innnb antreten. Er wird voraussichtlich Ende Dezember in Hamburg eintreffen.
Die „Köln. Zig." schreibt: In der eigentlichen Verwaltung des Schutzgebietes wird bis zum Eintreffen des neuen Gouverneurs v. LmdequM eine Art von Interregnum eintreten. General v. Trotha wird bis auf weiteres auch verantwortlicher Inhaber der Zivilgewalt sein, wenn auch die Führung der Geschäfte tatsächlich dem früheren Vertreter des Gouverneurs, Landgerichtsrat Tecklenburg, obliegen wird.
England und der Aufwand in unserem Schutzgebiet.
In einem Telegramm der Kapregierung an die „Times" wird auf die Schwierigkeiten infolge gewisser Zwischenfälle bei dem Herero-Auffiande hingewiesen. Tarin wird gesagt, in Kapstadt müße auf die ungeheure Emgeborenen-Bevöl- kerung in Britisch-Südafrika Rücksicht genommen werden, da diese durch offene und direkte Hilfe, die Deutschland gewährt würde, aufständisch gemacht werden könnte. Diese Haltung entspricht der Eingeborenenpolitik, die England schon von jeher in Südafrika l folgt hat. Der Hauptvorwurf, den die Buren feit Jahrzehnten gegen die britische Verwaltung erhoben, war der, daß die Engländer die Farbigen den Buren gegenüber bevorzugten und bevorrechteten. Den Grundsatz, daß alle Weißen den Eingeborenen gegenüber soüdaruch zu- sammengehen müßten, hat England nie befolgt. Demgemäß verfährt man auch jetzt. Bemerkenswert ist dabei, daß man sich zu entschuldigen versucht. Dabei wird aber eine Methode anaewaudt, die schon vom Fürsten Bismarck entschiedene Zurückweisung erfahren hat. Man möchte sich auf die Kap- rcgieruug stützen, nut dieser haben wir aber gar nichts zu tun. Entscheidungen über internationale Fragen können nur von London auS getroffen werden. Wenn jetzt wieder, wie vor zwanzig Jahren die Kapregierung vorgeschoben wird, so ^eigt dies wohl am besten, daß die Londoner Regierung in einiger Verlegenheit ift, wie sie jetzt verfahren soll; denn Deutschland will sie, wie sie sagt, keine offene und direkte Hilfe gewähren, aus der anderen Seire möchte sie doch auch nicht als die Beschützerin der aufständischen Eingeborenen auftreten. Daher die gewundene Erklärung, aus der man alles Mögliche herauslesen kann.
Die n.uc/le SH ^k»"g für öle Ftn.vrrst äts-
Gießen, den 24. Nov.
Anläßlich der Uebersiedelung der Universitäts-Bibliothek in das neue Gebäude ist von Herrn Kommerzienrat Heichelheim eine hochherzige Stiftung im Betrag van 10000 Mk. zur Ergänzung der Handbibliothek des Lesesaales gemacht roorbciu Sie sollte zur Ausfüllung von Lücken dienen, die seither schwer empfunden wegen der beschränkten Geldmittel nicht beseitigt werden konnten.
In erster Linie erfuhren die bibliographischen Hilfsmittel eine höchst notwendige Bereicherung, namentlich die seither mir schwach vertretenen Bibliographieen Spaniens, Portugals, Belgiens, Englands und der nordischen Völker. Daneben lücrben angeschasst ber Bernfteinsche Cataloque des liv- res par6miologiques und die groß angelegte Bibliographie der Schweizerischen Landestunbe. Hieran schließen sich an bic Gelehrten-Lcxica beutscher Lanbschaften unb bie Nachschlagewerke für anonyme unb pseubonyme Litteratur, sobaß für bic litterärgeschichtliche Forschung nunmehr gilt gesorgt ist. Alich ein zweites Exemplar ber „Geschichte ber Wissenschaften in Tcutschlanb" (28 Bänbe) konnte beschafft nnb im Lesesgal aufgestellt werben. Enblich gehören hierher die großen biographischeii Sainmelwerkc, wie bas englische „Dictionary of national biography“ von Stephen unb Lee (66 Bänbe) unb bas bänisch- norwegische „Dansk biografisk lexikon“ von Bricka, von bem bis jetzt 141 Hefte erschienen finb. Es versteht sich von selbst, baß auch bie Geschichte ber Buchbruckerkunst nicht vergessen worben ift, ans ber u. a. bas gelegentlich ber Pariser Weltausstellung heraiisgekomniene Monumentalwerk Clanbin's „histoire de l’imprimerie en France“ erworben würbe.
Auf bem Gebiete ber Sprachwissenschaft würbe besonbers bie Gruppe ber romanischen Philologie burch bie Beschaffung italienischer, spanischer unb norbischcr Wörterbücher wie Tommaseo e Bellini, dizionario della lingua iraliana; Labernia y Esteller, diccion. de la lengna cata- lana; Ecbegaray, diccion. gen. etimologico de la lengua espanola; Falk ag Torps, etymologisk ordbag over det norske ag det danske spiog, usw. ergänzt.
An Werken ber Knnstgeschichie finden sich u. a. vor: Nagler, die Monogrammisten, das M ü l l e r - S i n g er sch e Künstler-Lexikon und das noch im Erscheinen begriffene Niederländische Künstler-Lexikon von Werzbach.
Tie Geograpl, e, die Kulti,rgeschichte, die Geschichte und ihre HilsSwissenschafi-n, wie Heraldik und Palacographie konnten durch die Zuführung kostbarer unb wichtiger Werke ganz belonbcrs bebacht werben. So findet ber Geograph ben rh'ctionnaire de g^ograpbie universelle von Vivien de St. Martin et Ronsselet (9 Bänbe) und Sievers' allgemeine Länderkunde, der Killturhistoriker die deutsche Ausgabe von Ra ein cts Geschichte des KosiümS, der Heraldiker öen dictionnaire des flgrres h6r&ldiqn*a von Renesse (7 Bände) und ber NuuuSmatiker bie beiden Haliptwerke vsn Fngel et Serrure, vor allein aber den Catalogue ot greek coins beS Britischen Museums.
ben Gebieten der Naturivissenschaften wurden i>ie neueften Lehr- und Handbücher beschafft, darunter BrehmS Tierleben. Ebenso fand in der Medizin jeder
Zweig dieser Wissenschaft angemeffene Vertretung, namentlich wurde durch die Anschaffung von Nothnagels „spezieller Pathologie unb Therapie^ (bi9 jetzt ca. 40 Bänbe) eins klaffenbe Lücke geschlossen.
Erheblich ist auch der Zuwachs in Philosophie unb Pädagogik, wie in der Theologie. Er weist in den beiden ersten Fächern an hervorragenden Werken auf: Ein zweites Exemplar von Zeller: Philosophie ber 6)ricchen, Schmib'S Eneyklopäbie beS gesanitcn Erziehimgs- unb NnterrichtSwesens, 2. Auflage (10 Bänbe), bann bas für bic Weltausstellung in St. Louis mit Unterstützung der preußischen Unterrichts- Verwaltung von W. Lexis hciaiisgegcbcnc Sanimelwcr! „Daß Unterrichtswesen im Dciitschen Reiche", an dem die hervorragendsten Fachmänner mitgearbeitet haben. Die Theologie weift neben dein Bibelwörterbuch von Gathc und dem ber ncuteftamcnt(icl)cn Gräcität von Cremer u. a. auf ben Grundriß ber theologischen Wissenschaften (bis jetzt 15 Bänbe), sobann Doping er, the Bible and it transmission, ein nur in nuttimerirtcn Exemplaren aus- gcaebencS Buch, unb Ecillicr, histoire g&nßrale des anteurs saci6s (17 Bänbe). Die rabbiuische Theologie ift vertreten burch Steinschneider, bic arabische Litteratur ber Juden; Michael, Wörterbuch bes rabbinischen Schrifttums (Or ha chajim), baS nur in Autotypie erschienene Buch von Moise Schwab, räpertoire des articles r^latifs ä l’histoire et la litt^rature juives von 1783—1898 unb bic vortrefflich gearbeitete in Newyork unb Lonbon er* icheinenbe Je wisch Ency clo pedia, von ber bis jetzt 7 Bänbe vorliegen
Nicht leicht war bic Auswahl ber für einen Lesesaal geeigneten Werke aus bem Gebiete ber Rechts- unb Staatswissenschaften. Es mußten bic NechtSgeschickitc unb bas Völkerrecht ebenso berücksichtigt werben wie bas Privat- nnb Strafrecht unb bic Gerichtsverfassung. Doch ift es auch hier ge- liingcn, bic besten unb neuesten Hanbbücher unb Sammlungen zu vereinigen. Neben Scusferts Archiv für Ent- fdicibuuqen in ber gekürzten Ausgabe (6 Bänbe) finbet sich bic baS augenblickliche NachscblagebcbürfniS befriebigenbe Guttentag'schc, Sammliing beutscher unb preußischer Gesetze mit über 100 Bänbchen, wozii bann noch Kommentare bet verschiebenen Gesetzbücher treten. In ben politischen Wisscn- sehasten würbe vornehmlich für Vcrvollstänbigmig ber Bibliographie gesorgt. So rourben ausgestellt bie brei Werke Stam m h a m m c r S-Bibliographie bet Finanzwissenschaft, ber Sozial-Polilik, unb bcS Sozialismus unb Kommunismus, bazu 9.7111 n ft er berg, Bibliographie bcS Armenwesens. Daran schließen sich an ber Kommentar von Geb Harb unb Tittinnnn zum Jnvalibcnversichcrungsgcsetz, bie 3. Auslage von Herkncr, bie Arbeiterfrage unb enblich Dammers Handbuch der Arbeiterwohlfahrt.
Mit dieser Aufzählung ist die Liste der auS ber (Stiftung des Herrn Komiiierzicnrats Heichelheim angekauften Werke natürlich keineswegs erschöpft; es konnten im Nahmen dieser Mitteilung doch nur die allerwichtigsten Erwerbungen genannt werben. Aber sie zeigen schon, in welcher Richtung ber Bestaub ber Lesesaal-Bibliotbek ergänzt würbe, unb wie reich ber Nutzen sein wirb, ben ber akabemische Unterricht, bie wissenschaftliche Forschung an unserer Universität und nicht zuletzt alle Angehörigen anderer Kreise in Stadt und Land, welche Belehrung suchen, auS der hochherzigen Stiftung ziehen werden __________________
Aus Stadl und Sand.
Gießen, 24. November 1904.
** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben bem Pfarrer Valentin B r ü ck zii Groß-Eichen bic evangelische Pfarrstellc zu Offenheim, Dekanat Alzey, übertragen.
•• The ater-Verein. Für bas Gastspiel von Gisela Schnciber, baS am Donnerstag, bem 1. Dezember bie brittc Vorstellung bildet, ist nun folgendes Programm festgesetzt: 1) Die Schulrcitcrin, Lustspiel von Pohl. 2) Chansonß (biintcr Teil). 3) Das Abschicdssoiipcr, Quftipict von Schnitzler. Die beiden Lustspiele werden vielen Thcatcrbeslichern nicht unbekannt sein unb in ber Darstellung burch bic Wienerin Gisela Schnciber ganz besonbers gefallen. Ein großer Teil bcS Jntcrcffes bürste sich aber auf bie Chansons konzentrieren, bic uns ben Gast von seiner allerbesten Seite zeigen werben. Aus biesem Gebiete hat Gisela Schnciber, scitbcm sic vor zwei Jahren aus bem Verbanbe des Deutschen Theaters in Berlin austrat und der Stern des unter der Leitung des Dichters Detlev von Lilieneron stehenden UeberbrcttelS würbe, ihre neuesten Lorbeeren gepflückt. Sie wirb singen: a) „Sie saßen unb tranken am Thcetisch", von Heinrich Heine, Musik von Rothstein, b) „Herr Meyer nnb ber Attache von Ernst Eckstein, Musik von Zepler. r) „So einer war auch er", Stimmungsbilb von Arno Holz, Musik von Lazarus, d) „Die Heinzelmännchen", von Pser- hofer, Musik von Wanba. e) „Die freche Ratte", von Erik Meyer-Hellmnnb. t) Altöstcrrcichische Bauernlieder", von Peter Rosegger. Ueberall, wo Gisela Schneider gastierte, ift sic von der" Kritik nicht nur als vorzügliche Soubrette, mit einer Stimme von bestrickendem Wohllaut, sondern nud) als die beste Vertreterin deutschen Sprechgesanges, ber sich seit bem Auftreten ber Pariser Discilsc Pvette Guilbert auch bei un§ entwickelt hat, gerühmt worben. Bei bem ihr voraus- gehenben großen R»'sc ist zu erwarten, baß ihr Gastspiel einen besonbers starken Zusprllch haben wirb, unb beßhalb bürste es sich empfehlen, recht balb bei Herrn Ehallicr Plätze zu. bestellen.
•• Eine neue Erinnerung an „unser Prinzeß chen". Die schönste von allen Erinnerungen an unser nor einem Jahr gestorbenes Prinzeßchen ist soeben in Gestalt eines Märchenbuches im Verlag von H. Hohmann in Darm stabt erschienen unb für 1 Mark in allen Bnchhanb- lungen zu haben. ,,Es war einmal", so heißt bas Märchen. Sechs farbenfrohe Bilber Prof. Olbrichs von feinstem Geschmack, in ihrer Art etwas japanisicrenb, jebenfalls von höchster Künstlerschaft unb bewunbernSwerter Eigenart, bic dem ganzen Bikberbuchwescn neue, hoffentlich recht häufig benutzte Bahnen eröffnet; bazu liebevoll crläutcmbe Worte einer mütterlichen Freundin deS PrinzeßchenS erzählen unS von dem Leben deS FürftenkinbeS in seinem Häuschen bei Jagbschloß Wolssgarten. Wie eine xnrte ferne Melobie klingt cS burch baS Büchlein von einem Leben voller Gluck unb Güte, baS 31t schön war, um lange zu bauern. „Es war


