Ausgabe 
24.8.1904 Erstes Blatt
 
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rrfüTlMi Seine fretlntfrit mir großer Freude, Subern der heuige Barer Ne be ten Wünst" für günstigen F-ortgang der Tagung

verleiht er Tir und der ganzen Versammlung von ganzem 5>erzen 'einen aix>jlolifvt n Segen. Kardinal Merrn bei Val." Die $?'i:Teilung b>5 Antworttrlearamms deS K is rs wurde tum Vr Versammlung mit lebhaftem Beifall ausgenommen. ebenso im späteren Verlaufe der Sitzung eingetroffenc Telegramm bc\< Papstes.

Deutsches Reich.

Berlin. 23. Aug. Der Kaiser traf heute abend nur bem Babnhose WilhelmShöhe ein und begab sich zum Schloß.

Der Kaiser hat den Eltern deS in Südwest- afrika gefallenen Leutnants Grafen Wolf Werner von 9lrn i m-MuSkau folgendes Beileid Stelegram in zugehen lasten:

Ich ede, Ihnen au- fehmerzbewegtem Herzen meine innigste Teilnahme auszrldrücken. Ihr Sohn ist ui den siearcieden ^Mochten nm Warerdera den Heldentod gestorben. Von glühender Begeiste­rung. für die Interesien fernes Vaterlandes zu kämpfen, ent leuch­tendes Beispiel aller soldatischen Tugenden, zu den besten fernes Landes gehörig, bat er für Kaiser und Weich sein Leben gelassen. Ich beklage feinen Berittst unaussprechlich. Ich schätzte ihn persön­lich doch und werde ihm immer ein treues Andenken bewahren. Der dillmächtige tröste fie und Ihren Gemahl. Wilhelm.

Der Kaiser bat den Gouverneur von Berlin. Gene- ralobersten v. Hahnke, beauftragt, ihn bei derMitte nächsten Monats' in Bochum stattfindendeu Enthüllung des Kaiser.Wilhelm.Denkmals zu vertreten.

Der Legationssekretär im Haag. Graf Wilhelm von Mirbach.Harfs, Fibeikommißbefitzer aus Harff im Kreise Bergheim, ist durch Erlaß vom 13. August d. I. auf Lebenszeit in das Herrenhaus berufen worden.

Der 11. Verbandstag der FeuerbestattungS- vereine deutscher Sprache wird vom 9. bis 11. September in Wiesbaden stattfinden. Die Beteiligung verspricht sehr stark zu werden; auS Berlin. Braunschweig, Bremen, Danzig, Hamburg, Magdeburg, Stettin u. s. w. werden Delegierte eintreffen.

Der soeben veröffentlichte Jahresabschluß der Stadt- ff auptk ässe ergießt einen Ueberschuß von 41/« Mill. Mark. Der Etat für 1903 04 schloß mit einem Fehlbetrag von rund einer Million, weshalb bekanntlich besondere Ein­nahmequellen (Umsatzsteuer) erschlosten werden mußten.

Entgegen der Meldung der »Deutschen TageSztg.' betreffend die frühere Einberufung deS Reichstags zum Zweck der Beratung der wichtigsten Handelsverträge stellt die ,Nat.-Ztg." fest, daß vorläufig alles von dem Ver­lauf und Abschluß der deutsch-österreichischen DertragSver- bandlungen abhängen wird, welche sich möglicherweise biS Ende Oktober hinziehen können.

Von den obersten LandeSfinanzbehorden der deutschen Bundesstaaten find die Zolldirektivbehörden ermächtigt worden, daß bei der Ausfuhr von 2abafWunb Tabakfabrikaten, welche für die in Südwestasrika befindlichen deutschen Truppen bestimmt sind, die Ausfuhrvergütung auS Billigkeitsrücksichten bewilligt werde, sofern über die tat» sächlich erfolgte Ausfuhr und über die Bestimmung der auS- geführten Gegenstände als Liebesgabe für unsere Truppen fein Zweifel bestehe.

Essen, 23. Aug. Geh. Kommerzienrat Kirdorf ver. öffentlicht in der ,RH.*Westfäl. 3tg." eine Erklärung, in der es unter Bezugnahme auf den geitrigen Artikel der »Rordd. Allg. Ztg." heißt:

Ich kann gegenüber dieser angeblichen Richtigstellung nur meine Mitteilungen vom 20. August in allen Teilen aufrecht halten. Zutreffend ist, daß der S a n d e l s m i n i st e r bei Beginn der Unterredung von vornherein feinen ablehnenden Standpunkt erklärte. Trotzdem glaubte ich, die Gründe für den Beitritt deS Fiskus, ohne welche die Syndikatserneuerung ausstchtslos erschien, fo eingehend darzulegen, wie mir die Wortgelegenheit und Zeit es gestattete. Bestimmt muß ich aufrecht halten, daß ich den Vor- fchläg machte, der Fiskus möge ein Vetorecht bezüglich der Vreisbesnmmimg fordern und bestimmt erinnere ich mich, daß der Cberbergbcuptmann, v. Belsen, daraufhin auf eine bestimmte Berfon verwies, deren 3ufrimmung niemals zu erlangen fein werde. T araufhin sprach ich eben meine Zuversicht aus, trotz aller Schwierigkeiten ein folches Vetorecht burtf^ukRen. Daß es sich hierbei nur um eine persönliche Anregung handelte, nicht um ein formelles, vom Vorstand des Kohlensynditats angebotenes Vetorecht, ist zutreffend.

Sommer« ist nun wohl endgiltig gebrochen, wenn wir auch hoffen, daß die Menschheit nicht gezwungen wird, für den Rest beß Jahres die ergreifende Trauerobe anzustimmen:

Was machst, allmächtiger Iupitor, Du immer solchen TobnS? Was hüllst in trüben Wolkenflor Du chronisch dich, o Phobuü?

Die Pension«Verhältnisse der vormaligen Ludwigs bahn-Beamten im Dienste der Königl. Preuß. und Großh. Hess Sto.atSbahnvcrwalrimg bespricht ein von G. Ferkingffoff, Assistenten bei der Dtationbkassc Darmstadt- Hauptbahnhos, verfaßtes Schristchen. Ferkinghoff hat sich unter Beifügung dieser Schrift mit einer Eingabe an die Zweite Kammer gewandt. Er behauptet in seiner Broschüre folgendes:

11 Das Deitragssststern ist veraltet mib hem den Staaten Preußen und Hessen Lämjfl fallen gelassen^ nwrden.

2) Die Uehern omirtcit?n sind seit l-q97 Staatsbeamten und er­leiden durch die Beides,Ituna des ihnen tum dem vormaligen Privat- unternehmen (tufcrlccrfm Beitragssatzes fo empfindliclie Nachteile gegenüber ihren Mitbeamten.

3^ Ab de-s 21. Dicnstjahres und nach) Erlangung deS fcödyft* gebalts übersteigt die Beitragsleistung die Penfionsverbesseruug führlich um 6 Prozent.

4) Die lmheu ^iträge muffen auch Nrun noch entrichtet werden, wenn der im Dienste verbleibende Beamte den Hochstansprnch mit 75 Prozent an Benffou erlangt hat und eine PenfiouSsteiger- ung nickt mehr möglich ist.

5) Der als einmaliger Beitrag b^rirfmete ein Sechstel Abzug vom Dienstabkommen wird b-i Gewährung von Gebastsznlagen bei der nächsten Zahlung einbehalten, während die Zulagen erst dann p.nsionSfühig werden, wenn die vollen Beiträge für die- selben ein Jahr hing entrichtet worden find. Bei den übrigen Staatsbeamten sind diese Zulagen (ohne DeitragSleistung) sofort pensionssahig.

Der Verband deutscher Gewerbevereine wird vom 11.14. September in Straßburg i. Elsaß seine Hauptversammlung abhalten. Die Jyragie des BesähigungS- Nachweises im Handwerk wird u. a. Realgnmnafiallehrer Kahl zu Dannftabt, die der VerbandS-Sterbekassc Handwerks, kammersekretär Engelbach zu Darmstadt behandeln.

Nau heim, 23. 9lug. Am Sonntag gelang eS der Polizei, einen Hochstapler in der Person eines hier mehrfach beschäftigt gewesenen Hausburschen B. aus Stein­furth fefhun!?fimcn. Er mietete im Louise des Sommers .unter falschen Angaben verschiedentlich Zimmer r-nb ver» schwand nach einigen Tagen, offne feine'Rechnung beglichen zu haben. Seiten Sonntag kam er sogar per Automobil hier an und stieg in einem Hotel ab, nm dort Wohnung zu nehmen. Die Polizei erhielt jedoch Kenntnis von dessen Ankunft und stellte ihm für seinen jetzigen Aufenthalt ein Freiguartier zur Verfügung.

bf. Rriebberg, 23. Aug. Heute nachmittag um 5 Uhr fuhr der kaiserliche Zug von Homburg hier d»irch, um sich nach WilhelmShöhe zu begeben. ES war das erste Mal seit Bestehen der Friedberg-Homburger Baßm, daß der Kaiser diesen Weg wählte und nicht über Frankfurt fuhr.

A* Lauterbach, 23. Aug. Der Gaßiwirteverein Vogelsberg, Sitz in Lauterbach, machte cun Montag einen Ausflug nach dem HoherodSkopf, an dem viele Mitglieder aus fast allen Orten des Kreises teilnahmen. Man speiste und trank dort oben gut und unterhielt sich aufs beste. Verwunderlicherweise feimen selbst viele Oberhessen den 5?oherodskopf noch nicht. Sie sollten es nicht verabsäumen, den Berg zu besuchen, sie werden für ihre Wanderung be­lohnt werden.

g. Aus b em Kre i S Bübingen , 23. Aug. Die gesamten Bürgermeister unseres K'mfes beab- sichtigen, in Kürze mit den Beamten Gr. Kreisamts eine Fahrt nach dem Nationaldenkmal auf^bem Niederwald zu unternehmen In den nächsten Tagen wird durch Truppen, die sich auf dem Marisch nach dem Manövergelände befinden, eine größere Anzahl Gemeinden unseres Kreises Einquartierung erbaten.

0. Stockheim, 22. Aug. Gestern wurde hier der KreiSfeuerwehrtag für den Bezirk Büdingen unter dem Vorsitz deS KreiSratS Boeckmann adgehalten. KrriSfeuerwehr- Jnspektor Fendt auS Büdingen hielt einen Vvrtrag über .DaS Löschen von Schadenfeuer^. Anschließend cm die Ver- Handlungen fand eine Besichtigung der Wehren von Stock- Heim, Bleichenbach und SelterS statt, die sehr gut verlief.

E. B. Darmstadt, 24. Aug. (Drahtl oricht.) Heute vormittag zwischen 10 und 11 Uhr ist hier eine Mordtat verübt worden. Der dem Trünke ergebene Metzger

wechsel und daS Gequietsch hatte bald eine Schar Neugieriger Herbeigeloekt, welche erwartungsvoll die ominöse Kiste und die beiden Streitenden umstanden. Nach langem Hin- und Her- reden entschloß sich der Herr endlich die Kiste zu öffnen. Jetzt merkte der Beamte erst, daß er eS mit einem gut ge­übten Bauchredner zu tun hatte, der das Gegrunz eines Ferkels täuschend nachahmte.

Pa. Mainz, 22. Aug. Nach den bis jetzt eingegangenen Anmeldungen verspricht die mit dem 16. Deutschen Feuerwehrtag, der hier vom 3.6. September statt­finden soll, verbundene AllSstellling von Feuerlösch- und Nettungögcräten daS moderne Feuerwchrwesen in einer Voll- tändigkeit wiederzugeben, wie sie bei den bisherigen Fener- wehrtagcn famn noch erreicht wurde. 9hn 15. August, dem offiziellen Schlußtermin für die Anmeldungen, waren einige 60 Firmen gemeldet, und anch jetzt noch laufen täglich An- ixigcn und 'Anmeldungen ein. Während die sich mit der Herstellung von Spezialartikeln beschäftigenden Firmen mit reichhaltigen Musterkollektionen ihrer Erzeugniffe vertreten sind, werden die großen Fabriken, von denen einzelne 500 unb mehr Quadratmeter Raum benötigen und zur Versendung ihrer Objekte an die 20 Eisenbahnwaggons bedürfen, in sich geschloffene SonderanSstellungen aller daS Feuerlöschwesen berührender Gegenstände nach Mainz entsenden. Der Ver- sichenmgSweri der bis jetzt gemeldeten Fabrikate beläuft sich auf annähernd 400 000 Mk. Die Eisenbahnverwaltungen haben den frachtfreien NücktranSpori nicht verkaufter Aus­stellungsgegenstände zugtstanden; ebenso die Steuerbehörde die zotlsreie Einfllhr solcher Gegenstände aus dem Auslande. Außerdem sei darauf hingcwiesen, daß Besucher deS Feuer- wehrtageS und der AnSstellling, die in der Stärke von min­destens 30 Personen gemeinsani reisen oder mindestens 30 Fahrkarten ab der gleichen Abgangsstation lösen, eine Ermäßigung von 50 Proz. auf den Fahrpreis der einfachen Fahri in Anspruch nehmen können.

Weilburg, 23. Aug. Eine Meldung, die noch stark bezweifelt werden darf, bringt dasWrilb. Krersbl.", indem es schreibt:Wie wir hören, hat der französische Automobil- Klub, dem die Vorbereitungen zum Gordon-Bennett- Rennen 1905 obliegen, an die deutschen Behörden die Anfrage gerichtet, ob die wegen ihrer guten Terrainverhält­nisse vorzüglich geeignete Rennstrecke im Taunus zum Austrag des nächstjährigen Rennens toieberum zur Verfügung gestellt werden könne. Wie die Antwort lauten wird, muß man erst abtoarten; jedenfalls toure die Veranstaltung des Rennens für den Taunus und die hiesige (ifegcnb von großem Werte. Dem Vernehmen nach hat bic französische Regierung bic Genehmigung zum Aus­trag bes Rennens auf französischem Boben aus stichhaltigen Gründen versagt."

Limburg, 23. 2lug. In der letzten Sitzung ber Han­delskammer wurde beschlossen, bei der Eisenbaffnvertoal- tung dahin vorstellig zu werden, daß ein faffrplanmäßrg früh um 6.50 von Wetzlar in Weilburg ein rief fenber; Per sonenzug, bet um 7 Uhr mit bem Personal leer, ohne Personen mitzunehmen, wieder zurückfahrt, auch für die Rückfahrt als fahrplanmäßiger Personenzug bis Gießen burrfjgeführt werde, womit dann auch passende Sclmellzugsanschlüsse in Wetzlar und Gießen erreicht werden könnnten. ,

W. Bad Kreuznach, 23. Aug. Dr. Karl Ascffofs hier ist es gelungen, aus dem Sinter der Kreuznachet Solquellen einen Stoff zn ssolieren, welcher starke radioaktive Wirkungen zeigt, und zwar schemen bic in den Quellen vorhandenen Ba hum Verbindung en die Träger dieser Eigenschaften zu sein. Dr. Aschoff hatte vor einigen Jahren bas Vorffanbenfein ber ben Beequerel- sttafflen sehr ähnlichen FluoreSeinstrafflen sestgestellt.

Kleine M i 11 c i l u « o c n ans 5? essen unb ben Nachbarstaaten. In BüdeSffeim wurde ein Kind vom Blitz erschlagen. In LangSdors wurden in ben Gemeinderat gewählt: Philipp Roth VII. mit 81, Konrad Köhler mit 78, Will). Schiel II. mit 77 Stimmen. In Freiweinffeim bei Mainz wurde die Leiche de? 80 Jahre alten Privatiers Jakob Heller von Wiesbaden m Rhein geländet. Heller wurde seit Mittwoch vermißt. Am genannten Tage ging ec, wie gewöhnlich, nach Tisch spazieren unb ist nicht wieder in seine Wohnung zurückgekehri. Der alte Herr zeigte in letzter Zeit zuweilen Spuren geistiger Verwirrtheit.

Ausland.

London, 23. Aug. TieTimes" veröffenilicht den Text einer Bekannrrnachung be*> Gouverneurs von Malta, die dem Vernehmen nach auch von den Gouverneuren der übrigen briti­schen Kolonien erlassen werden soll, und die verfügt, daß, falls, eine kriegführende Flotte sich entweder nach dem Kriegsschau­plätze oder nach Stellungen auf bem Wege bahin befindet, um neutrale Schiffe abzufangen, die verdächtig find, .".rie^kontrebanöe an Bord zn hoben, ihr nicht gestattet werden soll, in britischen Häfen Kohlen einzunchmen, fei es brr ?t vom Genad?, fei von ben sie begleitenden Kohlen- schiffen. DieTimes" fügt hinzu: Tiefe Anordnung steht in abroüitem Einklang mit anderen Rechten und Pflichten als neu­traler Macht und wird den wannen Beifall der Nation finden.

Wien, 23. Aug. Das amtliche Warfchauer BlattWar- schawskin Tnewnik" meldet aus Miecbow im Gouvernement Kielie in- Weickselaebitt, daß dort am 11. August drei Mann des 12. öst- reichifckm Ti-aqonerregiments, die aus Krakau desertiert -?rren, ang:ha!ten wurden. Sie wollten angeblich in die russ. Armee in Lstaiien eintreten. Im Laufe des Jahres rien dr?.'ig öffr'-chifche Deserteure in Mie^vw angeffilten wor- bm. Die OTmfchaften des 12 Regiments sind czeÄscher Natio­nalität. .Sie stammen aus Mähren.

Konstantinopel, 23. Aug. Die Stornita^cfnS planen neue Anschläge gegen die Eisenbahnen. D-ort wurde ein Dulgar verhaftet, der einen genauen Plan für die Zerstör­ung der Zahnstation und der Werkstätten in Iedikule, einem Vororte von -Stambul, bei sich trug. ES sollte Dynamit oernr nbft werden. Der Sicherheitsdienst längs bet Eisenbahn wurde verstärkt.

Aks bladl und Land.

Gießen, den 24. August 1904.

Der freundlich-unfreundliche Wetter­umschwung, den ber Montag in Gestalt kräftiger, fast die ganze Nacht wahrender Regengüsse nebst Ferndonner ein* leitete, ist nachhaltig. Auch der Dienstag Abend brachte noch - rügen Regen, und heute blickt ber Himmel mit einem -> vrnv und einem trüben Auge auf uns herab. Dürre und Staub unb oon der monatelang durchalühten Erdkruste gründ*

r rt n, und l ff erfreut schließt sich her Mensch der rv vixxVvVitn N tut an, die in him'nlischemEntzücken

oas lange entbehrte köstliche Naß aufsaugt. Die Glut detz

und Fuhrmann Michael Schmidt geriet mit seiner Frau in feiner Wohnung in Streit. Er verletzte daS arme Weib dürch mehrere Stiche und schnitt sich bann selbst ben Hals durch. Er ist tot unb die Frau wurde lebens­gefährlich verletzt ins Krankenhaus gebracht.

Offenbach, 23. Aug. 22 Lazarettwcrgen, die vom Noten Kreuz in Darmstadt einer hiesigen Wagenbau- irma in Auftrag gegeben worden und für russische SanitätS- zwecke auf dem Krie gSschauplatz in Ostasien bestimmt sind, sind nun so weit fertiggestellt, daß ein Teilt davon gestern zur Vervollständigung der Ausrüstung nach Darmstadt gesandt werden konnte. Sämtliche Wagen tragen neben dem roten Kreuz in russischer Schrift die Bezeichnung .Groß* herzoglich hessisches Feldlazarett". Zrrr AuS* rüfhtng des LazarettzugeS gehören außer den KrankentranS* Dortroagen 4 Apothekerwagen und 8 Gepäckwag>m. Die letzteren dienen zur Unterbringung einer entsprechende» Anzahl Zelten. Die Wagen können nicht nur auf Rädern foutberoegt, sondern auch ohne Räder nach Art der Tragbahren von Vserden ober Soldaten transportiert werden. Der russische Gesandte in Darmstadt, Fürst Koudascheff, weilte ^n letzter Zeit mehrere male hier, um sich von den Fortschifitten zu überzeugen. Er hat noch eine Anzahl gleichartiger Wagen, sowie 20 Schlitten bestellt, auf welche Wagen im Winter gesetzt werden können. Die Wagen sollen ein paar 'Tage in Darmstadt ausgestellt werden und bann so schnell als möglich zum Kriegsschauplatz abgehen. (Offb. Ztg.)

Groß-Gerau, 23. Aug. Eine heitere Szene spielte sich auf dem Bahnhofe Dornberg-Groß-Gernu ab. Aus dem um 11 Uhr dort einfahreuden Personenzuge stiegen rwei gut gekleidete Herren aus, deren Reiseziel Groß-Gerau war. Ter eine schleppte eine umfangreiche Kiste, aus' deren Innern daS Grunzen eines jungen Ferkels zu kommen schien. DieS erregte die Aufmerksamkeit deS Schaffners, bet ben Herrn zur Bestrafung nach dem Bureau be§ Stationsvorstehers ,stiert«'. Obwohl der Herr ben Besitz eines solchen Tieres lebhaft bestritt, wurde das Gegrunz immer stärker, jo daß der Schaffner die Dcffnung der Kiste verlangte. Der Wort*

Ocrmifcbki«

Essen a. Ruhr, 23. Aug. In Wattenscheid erstach der Arbeiter Arens seinen verheirateten Bruder auf offener Straße.

* Elbing, 23. Aug. Bei dem Bahnhose von Schön­see wurde die Frau des Fuhrwerksbesitzers Foth auS Sieg* friedsdorf vom Zuge getötet; ihr Mann erlitt schwere Verletzmigen.

Kiel, 23. Aug. Der Fähnrich zur See, v. Tipp eis* kirch vom LinienschiffMecklenburg" hat sich gestern eine Revolverkugel in die Schläfe gejagt. Er starb 12 Stunden nach der Tat im Marinelazarett, ohne daß Bewußt­sein wiedcrcrlangt zu haben. Der Verstorbene, der im Jahre 1901 in die Marine eintrat, stand unmittelbar vor der Be­förderung zum Leutnant zur See.

* Wien, 23. Aug. Der 27 jährige Landwirt Scntik aus dem dalmatinischen Dorfe Viconje, der als Matrose am AuSsatz erkrankt ist, floh, als er in der Heimat in die Epidemie-Baracken gebracht werden sollte, nach Wien. Hier verkehrte er unbekannt mehrere Tage mit der Bevölkerung, bis er endlich nach langem Suchen von der Polizei gefunden und in die Abteilung für Hautkranke ge­bracht wurde. Der Wiener Bevölkerung bemächtigte sich große Aufregung.

* Kaiser Wilhelm gegen Marcvni Die ,,Gazetta bi Venezio" erzählt, daß Sir (Horbon Bennett schon seit bem 3ribrc 1902 auf ber Ranmcketrnfel eine radiotÄegraphisehe Station nach bem System Marcvni er richt ctbabc. Diese Station killt dank ihrer miSOTcidmcten Luge vortreffliche Dienste für die Signali licruiTg ber atrtommenben Wenn ment bie kommerziellen,

industriellen und persönkstffcn Interessen erwägt, bic Amercka nn Europa müpsen, so imrb man auch bic große Wichtigkeit dieser Anlage ^kennen, dank Wieher man sich mit den Dampfern zwölf Spmben vor ihrer Anbnrft in Derbindnnq setzen kann. Diese Station tonrbc auch fleissig von allen Sänssahrtstztsellseiften, bte heu Passagierbienft zivffchen NorLmmerika und Etiropa besorgen, betiü^t. Ter einzige Norddeutsche Lloyd konnte bieü^ nicht tun, weil seine Schisse mit Apparaten nach bem System Slaby ver* iehen sind. Die bcutsche Kolonie Newyorks unb derNord deutsche Lloyd" versuchen nrdhrmafö Bennett zn veranlassen, bic Marcom Fitstallation zu west-fekv ober wemsstens das Stavv-