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24.8.1904 Erstes Blatt
 
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154. Jahrgang

Erstes Blatt.

Mittwoch 24. August 1904

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Adresse für Depeschen: «nzetger Gieße«.

Fernsprcchau!chlußNr.b1.

Nr. 198

vrsch»int tägltih auber Somitags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siebener Familien- blätter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck u. Ver­lag bei Brü h l'scheu Nnivers.-Buch-u. Stein» btudereL R. Bange

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Gietzener Anzeiger

w General-Anzeiger "

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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sietzen MW

W _ leiqenteil: HanS Beck.

Ale heutige Kummer umfaßt 10 Seiten-

Aie tiöerale Strömung i« Rußland.

Der russische Liberalismus ist ziemlich alten Ursprungs. Seine Spuren kann man bis in die kritische Zeit nach dem Tode Peters des Großen (erstes Mertel des 18. Jahr­hunderts), ja noch weiter zurück, bis in die Zeit Iwans des Schrecklichen (16.) verfolgen. Doch als eine Massen- bewegrmg, als ein ernster Faktor im russischen politischen Leben ist der Liberalismus erst nach der großen fran­zösischen Revolution in die politische Arena Rußlands ge­treten. Die Wellen der gewaltigen französischen Bewegung schlugen bis in die weiten russischen Steppen und haben dort viele Anhänger der französischen Freiheitskämpfer ge­schaffen. Nach dem Tode Alexanders I. haben diese An­hänger einen Aufstand gewagt, welchjex, wie bekannt, ein sehr trauriges Ende genommen hat. Fünf Führer dieses Ausstandes ließ Nikolaus L hängen, die 'übrigen Angeklagten (115 an der Zahl) wurden nach Sibirien in die Bergwerke verschickt oder zwangsweise ins Militär als Gemeine ein­gereiht. Doch ergriff der liberale Gedanke immer breitere Schichten des großen ruffischen Volkes. Die Teilnehmer des obenerwähnten Ausstandes in RußlandDeka- ßnfterr" genannt, da der Aufstand im Dezember (Dekabr) statt gesund en hat, waren Angehörige der oberen Klaffen des russischen Volkes. Unter ihnen war eine Menge Fürsten, Grafen, hohe Beamte, Offiziere, welche kein Zutrauen zu der Maffe hegten. Von ihnen ist die liberale Idee in den sechziger Jahren des verffossenen Jahrhunderts KU der deklassierten Intelligenz übergegangen, dann in den neun­ziger Jahren zu den Arbeitern, und jetzt nmcht sie auch unter den breiten Kreisen der ruffischen Bauern ziemlich große Eroberungen.

Selbstverständlich waren dieFormen", in welchen diese Idee in verschiedenen Zeiten austrat, und dieNamen", unter welchen sie sich verirribete, ziemlich 'verschieden; doch das Wesen dieser Idee, ihr Kern blieb immer derselbe. Im Grunde genommen ist, so schreibt A. Donskoj in Herrn v. GerlachsBeri. Ztg.", der jetzige Sozialismus in Rußland nichts anderes als eine schärfere Tonart des russischen Liberalismus, oder wenn man will, umgekehrt, der Liberalismus ist eine etwas mäßigere Form des Sozialismus. Aeußerkich aber treten diese beiden politischen Richtungen in ver­schiedenen Losungen auf, ost auch bekämpfen sie sich gegen­seitig auf das äußerste. Gewöhnlich bezeichnet man in Rußland als liberale Strömung diejenige, welche sich in der monatlich erscheinenden legalen ZeitschriftWjestnik Ewropy" (Der Bote Europas) oder auch in der Tageszeitung Rußkija Wjedomosti" (Russische Zeitung) und in der illegalen, im Auslande gedruckten ,/)swoboschtdenje" (Be­freiung) ausdrückt.

Mas will der ruffische Liberalismus? Was sind seine Forderungen, sein Programm, welche Ideale beseelen ihn, und was hofft und wünscht er für die nächste Zukunft?

Sein Ideal ist: das Ideal der ganzen zivilisierten Welt; der Grundgedanke der französischen Revolution die Frei­heit, die möglichst große Freiheit der Persönlichkeit! Er willMenschen- und Bürgerrechts". Er will, daß alle russischen Untertanen das Recht bekommen sollen, ihre Meinung, ihre Wünsche, ihre Leiden und ihren Willen frei und offen auszudrucken, und er will auch, daß das Gesetz jedem Untertan die möglichst größte Freiheit läßt, sich zu bewegen und zu handeln. In der DenffchriftVon den russischen Konstitutionalisten"", welche dieOswoboschb- denje"" veröffentlicht hatte, heißt es, daß die Konstitutio­nalisten fordern-:

1. Persönliche, durch ein unabhängiges Gericht garan­tierte Freiheit;

2. Gleichheit vor dem Gesetze und als ihre Konsequenz die Aufhebung aller nationalen Standes- und religiösen Ausnahmegesetze;

3. Preßfreiheit;

4. Versammlungs- und Koalitionsfreiheit;

5. Petitionsrecht;

6. Eine Volksvertretung mit Kontrolle-, Gesetzgebungs- nnd Budgetrecht.

Um diese Forderungen dnrchzusetzen, wollen die Libe­ralendie öffentliche Meinung organisieren", wozu auch die von dem tiefsinnigen russischen Publizisten v. Struve gegründete und talentvoll geleitete HalbmonatsschriftOs- woboschtdenje" sehr wirksam dient. Nach der berühmten Glocke"", welche Herzen in den sechziger Jahren in London herausgab, ist es nur der ,-Oswoboschbdenje"" ge­lungen, einen mächtigen Eknftuß sowohl avf dieöffent­liche Meinung", wie auch auf die Kreise der Regierenden auszuüben. In mehreren Tausenden von Exemplaren wird sie alte zwei Wochen in ganz Rußland verbreitet, und ihr Erscheinen wird mit Begier sowohl von ihren Freunden wie von ihren Feinden erwartet.

Arr Kriefl zwischen Japan und Wußland.

Tschifu, 23. Aug. (Reuter.) Nach chinesischen Be­richten bedrängten die Japaner am 21. August das Zentrum d e r R u s se n entlang der Eisenbahn, sowie den rechten Flügel derselben in der Nähe des Goldenen Hügels sehr heiß. Die hier lebenden Japaner, an der Spitze der Konsul, sammeln Geld, um den Fall der Festung Port Arthur zu feiern.

Paris, 23. Aug. Wie aus Petersburg gemeldet wird, versuchten in der Nacht zum Sonntag japanische Torpedo­boote in den Jnnenhafen von Port Arthur einzudriugeu, doch wurden sie durch heftiges Feuer der russischen Strand Batterien daran verhindert. General Stössel befahl indes den noch anwesenden russischen Kriegsschiffen in

Anbetracht der großen Gefahr, bett Hafen zu ver­lassen. Man erwartet daher in Petersburg baldigst die Nachricht von einem, neuen großen SsLkampf vor Port Arthur.

London, 23. Ang.Daily Mail"" meldet aus Tschifu, japanische Torpedoboote hätten den Da'mpferPetschili" benachrichtigt, daß acht russische Torpedoboote am 18. d. M. abends aus Port Arthur entwichen sind.

Tschifu, 23. Aug. 4000 Japaner sind gestern in Dalny gelandet und wahrscheinlich für Port Arthur bestimmt.

Paris, 23. Affg.Echo de Paris" meldet aus Peters­burg: Admiral Alexejew hat an den Zaren berichtet, daß sich die Verluste in. dem Seegefecht vom 10. b. M. auf 5 Offiziere und 350 Mann tot und 20 Offi­ziere und 300 Mattn verwundet belaufen. Dasselbe Blatt berichtet weiter, der KreuzerDiana" welcher in Saigon vor Anker gegangen', sei stark beschädigt.

Shanghai, 23. Aug. (Reuter.) Dv:s Urteil des Marinegericht'sHofes in der Angelegenheit des Dampfers ,Lipsmng"" wurde heute morgen gefüllt. Es lautet: Der russische Torpedob o o tszerstörer, von dem man jetzt! weiß, daß es derRastoropny"" gewesen ist, näherte sich beim englischen Dampfer,LiHrisang", dessen Lichter hell brannten und der am Tage die englische Flagge zeigte. Der Torpedobootszerstörer feuerte Granaten, die einige Passagiere töteten, andere verwundeten, worauf derHipfcrng"" sofort hielt. Aber das ruffische Schiff schoß noch einen Torpedo ab und brachte so den Dampfer zum Sinken, ^verHipfang" hatte weder Kontre- bande noch Japaner an Bord. Der Gerichtshof macht den Board of Tipde und das Auswärtige Amt darauf aufmerksam, daß der Dampfer, obgleich er mit der nötigen Vorsicht und mit einwandfreiem Kurse gefahren ist, be­schossen und zum Sinken gebracht wurde, ohne rechtlichen Grund oder Veranlassung.

Paris, 23, Aug. Nach Meldungen aus Petersburg wird der Zar Attfang November die konischen Kosaken und in Warschau die Artillerieabteilungen besichtigen, die nach Ostasien abgehen,

Petersburg, 23. Aug. Die Folgen des Krieges be­ginnen sich bereits in den verschiedenen Zentren der In­dustrie und des Handels bemerkbar zu machen. In Char­kow mußten 20 Fabriken, meist der Kochmittelbranche, den Betrieb einstellen. Die kaiserliche Münze hat einstweilen die Prägung von Gold eingestellt. Dagegen werden für 14 Millionen Silbermünzen ausgeprägt. Ebenso wird eine große Menge von Kriegsmedalllen in der Münze hergestellt.

London, 23. Aug. In Schiffahrtskreisen von Kap­stadt erregt die Durchsuchung eines englischen Dampfers durch ein russisch es Schiff, wie man dort fest glaubt, von der Freiwilligenftotte, Erstaunen und Befürchtung. Mehrere Dampfer haben in den letzten Tagen auf dem M^ge nach Japan Kapstadt angelaufen. Man be­fürchtet, daß diese ben russischen Schissen in die Hände fallen werden, und ertoartet, daß die britische Regierung energischen Prvtest einlegt.

Berlin, 23. Aug. Das Russische Handels-Telegraphen- bureau meldet aus Petersburg, 23. August: Ein Hamburger Blatt behauptet fortgesetzt, daß eine russische Anleihe in Deutschland perfekt geworden sei. Das genannte Blatt stellt zu diesem Zweck allerhand Detalls zusammen, indem es versichert, es handle sich nicht um eine Rente, sondern um fünfjährige 5prozentige Schatzscheine, die den Nominalbetrag von voraussichtlich 400 Millionen M k. nicht übersteigen dürsten. Der Zeitpunkt der Emission sei nicht spätsr als für den Monat September in Aussicht genommen und der Nebernahmekurs etwas niedriger, als bei der französischen Anleihe. Demgegenüber kann das russische Finauzministeriilm nur feststellen, daß überhaupt keine Unterhandlungen über eine Anleihe geführt wurden und daß alles, was darüber bas Hamburger Blatt meldet, auf Purser Erfindung beruht.

Die Schilderung einer ruffischen Panik.

Der russische Kriegskorrespondent Nemirowitsch Dant- schenko schildert in lebhaftester Weise in einem Berichte über die Schlacht bei Wafankau eine russische Panik, dieses unerllärliche G'fühl plötzlichen Entsetzens, das sewst Truppen der tapfersten Armeen hier und da ergreift, ist auch dem russischen Heere, trotz der eisernen Disziplln der Leute und der so bewährten russischen Tapfer­keit nicht unbekannt geblieben.

/^aiht Ihr jemals gesehen, wie Leute das Schlachtfeld beriaffein, sich zurücktziehen, weglaufen nennt es, wie Ihr wollt?! Großer Gottz möge Euch der Anblick einer so voll­ständig verlorenen Armee erspart bleiben. Ich sehe die Soldaten an und kann es nicht verstehen. In dichtge- drängtett Massen drängen sich die Leute in das Tal, das sich in den Bergen nach Norden windetz in vollster Unord- nung, schweigend, eilig. Keinen Blick wenden sie zur Seite. Es ist wie ein Strom, wie ritt Strom, der feite Uferi überschritten hat und der einzigen, möglichen Oeffnimg zu- siießt. Diese ganze große Masse ist sinnlos; blind und dm m m strebt sie den Bergen im Norden zu. Die Leute hinten treiben die Leute vor sich Vorivärts. Selbst^ wenn riner stehen bleiben wollte- er kann es nicht. Unab­änderlich! wird vorpväris gedrückt. Ich kam selbst vom linken Flügel und war davon überzeugt, daß unseren Truppen der Sieg geh örte. Die Soldaten sahen mich nicht einmal an. ^Wo geht Ihr hin?"" rufe ich. Sie schweigen. Haben sie die Flanke des Frindes umgangen? Warwln geben sie nach Norden?Dort ist Sieg, Soldaten, auf dem linken Flügel Die Japaner sind geschlagen!" Keiner hört aus mich Keiner>rint bad Wort Sieg zu verstehen. Laß sich die anderen doch freuen, laß sie lachm

aber hier bersten die Schrapnells über den Köpfen dieser Leute, und jeder hat nur den einen Gedanken weglaufem Endllch traf ich einen Offizier. ,Mrs soll das feigen?" Er antwortete:Ich. habe den Befehl, zurückzugehen."Wo sind Sie gewesen?""Im Zentrum."Aber so halten Sie doch? General Gern'groß hat die Japaner ge­schlagen, und Sie laufen weg."So versuchen Sie doch, die Leute zu halten, ich kann es nicht."Haltk" rufe ich. Der Offizier tut das Gleiche.Zweite Kom>' pagnie halt!"" schreit er laut, und ich schreie mit. Die^ zweite Kompagnie nimmt absolut keine Notiz von dem Be fehl. Schweigend schiebt sie sich vorwärts. Ich frage den Offizier, der die Kompagnie fuhrt:Wollen Sie so bis Fentschoulrn laufen?"'Meinetwegen zum Teufel, mir rsfs gleich"", antwortet der Offizier.Aber hier sind Sie vielleicht nötig"", sagte ich. ,Mer will mir befehlen, hier zu bleiben?""Schicken Sie zum Korpskom­mandanten!" Der Korpskommandant konnte nicht gefunden werden."

Mittische Tagesschau.

Die Dresdener Resolution.

DieDresdener Resolution"", die auf dem Amsterdamer Sozia- listentage eine so große Rolle gespielt ,hatz .hat dort folgenden Wortlaut erhallen:

Der Kongreß weist zurück (in Dresden hieß es ,pernrteilri) auf das 'entschiedenste die revisionistischen Bestrebungen, unsere bisherige, bewährte und fieggekrönte, auf dem Klassenkampfe ruhende Taktik in dem Sinne zu ändern, daß anstelle der Erober­ung .der politischen Macht durch Uoberwindung unserer Gegner eine Politik des Entgegenkommens an die bestehende Ordnung der Dinge tritt

Die Folge einer derartigen revisionistsschen Taktik wäre, daß aus einer Partei, .die auf die möglichst rasche Umwandlung der beste^nden bürgerlichen in die sozialistische GesellschaftS- ordmmg hinarbeitet, also im besten Sinne des Wortes revolutionär ist, eine Partei tritt, 4>ie sich mit der Reformierung der bürger­lichen Gesellschaft begnügt .Daher ist der Kongreß int Gegensatz zu den vorhandenen revisionistischen Bestrebungen der Ueber- zeugung, daß die Klassengegensätze sich nicht abschwächen, sondern stetig verschaffen, und erklärt:

1) daß die Partei die Verantwortlichkeit ablehnt für die auf der kapitalistischen Produktionsweise beruhenden politische» und wrrtschastlicheu Zustärche und daß sie deshalb jede Bewillig­ung von Mitteln verweigert, welche geeignet find, die herffchende Klasse an der Regierung zu erhallen,

2) daß die Sozialdemokratie gemäß der Resolution Kautsky des internationalen Sozialistenkongrffses zu Paris im Jahre 1900 einen Anteil an der Regierungsgewall innerhalb der bürger­lichen Gffellschaft nicht erstreben kann.

Der Parteitag verurtellt ferner das Bestreben, die vorhan­denen, stets wachsenden Klassengegensätze zu vertuscheu, um eine Anlehnung an bürgerllche Parteien zu erleichtern.

Der Parteitag erwartet, .daß die Fraktion die größere Macht, die sie durch die vermehrte Zahl ihrer Mitglieder, wie durch die gewaltige Zunahme der hinter ihr stehenden Wählermassen erlangt, nach wie vor zur Aufklärung über das Ziel der Sozial­demokratie verwendet und entsprechend den Grundsätzen unseres Programms dazu benutzt, die Interessen der Drbellerklasse, die Erweiterung und Sicherung der politischen Freiheit und der gleichen Rechte für alle aufs kraftvollste und nacHwÜcklichste wahr­zunehmen und den Kampf wider Mssiwrismus und Marinismus, wider Kolonial- und Wellmachtspolitik, wider thrred^t, Unter­drückung .und Ausbeutung in jeglicher Gestall noch energischer zu führen, als es bisher ihr möglich gewffen ist und für den Aus­bau der Sozialgffetzgebung und die Erfüllung der politischen und kulturellen Aufgaben der Arbeiterklasse energisch zu wirken."

Aer Katholikentag.

Regensburg, 23. Angnst.

Nach dem Requiem im Dom fanden heute vormittag die Versammlung des Volksvereins für das kathollsche Deutschland und die Veffammlung katholischer Lehrer statt, darauf die zweite geschlossene Versammlung. Graf Drvste-Vischering berichtete über die Tätigkeit deS Zeutral-Kvmi-- tees. Die Vorbereitungen für den nächsten Katholikentag in Straß­burg find bereits im Gange. Sodann wurde die Beratung der Anträge fortgffetzt und eine Rffolution angenommen zur Be­kämpfung der öffentlichen Unsittlichkeit. Pfarrer Frank wies besonders auf die Kirchcnnot Berlins hin. Andere Anträge, darunter die Empfehlung des St. JosefS-Missions-Der- eins, des Donifatius-Vereins und der Windthorft-Bünde wurden nach kurzer Motivierung angenommen.

Prof. Schmirer-Freiburg (Schweiz) hielt einen Vortrag Wer Katholizismus und Wissenschaft. Redner legte dar, daß die Kirche die Kultur und Wissenschaft von scher verteidigte und verbreitete, und dies auch noch harte tun würde. Dr. Huppe ck-' Köln sprach über moderne Belletristik, gab ein Bild der modernen Literatur und erklärtz daß die katholische Belletristik in neuerer Zeit fich auch moderner Sujets bemächtige. Redner mahnte namentlich vor allzu schroffer Kritik, trenn irgend eiw mal etwas nicht mit dem Althergebrachten zu stimmen scheine mid schloß mit den Worten: Weg mit dem Schmutz, her mit der künstlerisck)en Lektüre. Gvmnasialprofessor Bartlt-Stratzburg sprach über die katholische Presse. Der letzte Redner war Reich« tagsabg. Dr. Schädler, .der die Schul frage behandelte, ftd> für die Konfessionsschule aussprach und die Simultanschule leb haft bekämpfte.

Die Antwort des Kaisers auf das Huldigungsteke-- gramm des Katholikentages lautet folgendermaßen:

An den Präsidenten der Gen^alversammlung der Katho­liken .Dentschlmrds, Herrn?1offck Regensburg. Den R^i' lliedei - der in Regensburg tagenden Generalversammlung der ^atlw liken Deutschlands spreckn ich meinen kaiserlichen D^ink für bi - übermittelte Huldigung aus. Ich boffe zu Gott, daß die Vcr bandlungru, vvm Geiste des Frieden s .gleitet, guten Fint gaug nehmen und der Ehre und dem Wohle des deillss^en Vaterlandes dienen werden. Will*elm.""

Die Antwort des Papstes aus das an ibn grrichtrte Huldigungs'ele.-,ramm lautet:

9(n dm Prä'ch nt.m d- deutschen Kaiholikentages hi Re geusourg Herrn Pe.lch e l^nlidru citri je des Glaubens inrb der Liebe wetz - die Gm^ralvrffammlimg der Katholik» Dcuttrs)!lands dem briliarn Vater anszufpveche» sich deetltr