6.
Telephonischer Kursbericht«
Frnnktni’t a. W
Anfangs- u. Schlußkurse.
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4% Oestorr. Goldrente . . 41 'ß % Oesterr. Silberrente 4% Unfirar. Goldrente , .
4°/o Italien. Rente , . , 4A^% Portugieser » . .
S0/; Portugiesen. . . .
1-6 O. Türken . . . Türkenlose......
4°/o Grieoh. Monopol.-Anl. 4\\>% äussere Argentiner
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3% Mexikaner . . 4Vo% Chinesen . .
Electric. Seh ackert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien * . . D i skonto-Konnn andit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staats bahn .
Lombarden ♦ . • Gotthard bahn . . . Laurahütte .... Rechnm ..... Harpener ....
Tendenz: ruhig.
Reichsanleihe do.
Konsole . do . .
Hessen Oberhessen
3*/2°/o 3% sv,0/ 3°/o RVoO/n 314%
Privat-Diskont 26/8 Prozent.
Oest. Kredit. • .
Deutsche Bank . .
Darmstädter Bank .
Bochumer Guß . •
. 201.90 . 220.40 . 140.40 . 210.30 . 219.70
Sancta Simplicitas!
(Nach einer wahren Begebenheit.) Ein Bäuerlein nach Gießen kam Und sah sich alles an, Was einen Mann vom Lande so Hier int'ressieren kann.
Ohn' Aufenthalt der Hannes lief Den ganzen Tag umher, Die Musenstadt sich anzuschau'n Die Kreuz und auch die Quer.
Auch in die Ostanlag' ging er Zum Liebigdenkmal hin, Denn für die großen Männer hat Ter Hannes sehr viel Sinn.
Gar lange stand er dort davor.
„Es sein ka leichte Sache," Der Hannes sagt, „aus so me Sta So 'n fchene Mann ze mache."
Auch meint er voll Bewunderung: „Mer mutz es doch gesteh', Zwa Döchter hott de Liewlg gehatt, Däi warn d'r wunnersche/
Wilhelm
Krieskasten der Redaktion.
(Anonyme Anfragen bleiben nnberückfichtigt.l
K. Schn, in Aachen-Burtscheid. „In aller Güte" teilen wir Ihnen mit, daß nach § 222 des Strafgesetzbuches mit Gefängnis bis zu 3 Jahren bestraft wird, wer durch Fahrlässigkeit den Tod eines Menschen verursacht hat. „Wenn der Täter zu der Auf- merksamkeit, die er aus den Augen setzte, vermöge seines Amtes, Berufes oder Gewerbes besonders verpflichtet war, so kann die Strafe bis auf 5 Jahre Gefängnis erhöht werden." — Eine frühere Briefkastenanirage von Ihnen ist uns nicht zugegangen.
K. in Bg. Wenn die „Neue Fried b. Z tg." alle Ihre uns eingesandten Original-Nachrichten stets ohne Zitat nachdruckt, so schicken Sie ihr doch eine Liquidation zu und lassen Sie sich noch nachträglich von ihr ein angemesirnes Honorar zahlen.
Da» Cinrohmcit von Bildern, Spiegeln, Haussegen Brautkränzen
wird gut und billigst besorgt.
Kunst und Wissenschaft.
W i e n, 23. Aug. Professor der Medizin und Hofrat Drasch ist heute abend in Voeslau gestorben.
Grösste ?lu»ivnbl in vtt-erleisten, fertigen Bttdern, pan*seaen und Spiegeln, «tellralnnen • Tiirfchoner.
und sintermilitärs in Aussicht- _
Petersburg, 24. Aug Das japanische Kreuz et* Geschwader hat den Versuch gemacht, in den inneren Hafen v on P ort Arthur vorzudringrn, um die dort lagernden russischen Schiffe zu vernichten. Ter Anschlag wurde jedoch rechtzeitig entdeckt und die japanischen Schifft mußten unverrichteter Dinge wieder zurückkehren. — Aus Port Arthur wird berichtet, daß es der russischenFlotte anKohle mangelt. — 500 Arbeiter sind Tag imb Nacht damit beschäftigt, den Schienenweg um den Baikalsee fertig zu stellen. 54 Kilometer 'ind bereits fertig. Die. ganze Linie, 120 Kilometer, wird tre September fertiggestellt sein.
Oran, 23. Aug. Der Prätendent von Marokko schickte, um 83 seiner Anhänger, die von Kaid Hamada hinge m o r d e t worden waren, zu rächen, gegen letzteren eine Trup- penabteilung. Diese wurde jedoch geschlagen und verlor zahlreiche Tote und Verwundete, sowie eine Anzahl Pferde, Waffen und einen Teil des Gepäcks.
Tschifu, 23. Aug. General Stössel berichtet über einen neuen Angriff der Japaner, der aber unter großen V e r l u st e n für dieselben zurückgeschlagen wurde. — Ter fran- zosisck»e Marineattachee hat Port Arthur verlassen. Bis je& sat man noch keine Nachricht von ihm erhallen und ist über sein Schicksal besorgt. ., ,
Liauj ang , 24. Aug. Es wird beruhtet, _ daß 200000 Japaner mit 240 Geschahen gegen Mukden vorrücken.
Tokio, 24. Aug. (Reuter.) Der Panzer „Ssewasto- pol" verließ am Dienstag Morgen Port Arthur und lief ans eine Tliite auf. Das Schiff legte sich stark auf Steuerbord- feite und mußte in den Hasen zurückgesckleppt werden.
Newyork, 24. Aug. Tie letzten auf den Bermudas'-Jnsellr gefangen gehaltenen Buren sind hier eingetrosien. 16 gehen als Kolonisten nach Meriko, 8 nach Afrika.
Washington, 24. Aug. .Einem Kongreß-Beschluß gemäß ist der amerikanisckw Botschafter in Petersburg angewiesen worden, bei Rußland eine bessere Behandlung der amerikanischen Bürger jüdischen Glaubens durckzu- setzen. Tie Bundes-Regierung besteht auf einer radikalen Dender- ung der bisherigen russischen Praxis gegenüber amerikanischen Juden.
Sandel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Berliner Börse vom 23. August 1904.
(Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.)
System hinzuzufugen. fDa aber Bennett sah, dast alle übrigen Schiffahrtsgesellschaften das System Marconi benutzten, antwortete er, er könne nickst, um einige zufrieden zu stellen, einen zu so allgemeiner Zufriedenheit funktionierenden Dienst stören . oder hemmen. Die Sache scheu erledigt zu sein, als vor einigen Tagen Sir Gordon .Bennett ein Telegramm des deutschen Kaisers erhielt, in dem er ersucht Wurde, dasnlaby- System auf der Nantucketinsel zu erproben, da es dem Marconi- scken durchaus nicht nachsteht, ja billiger und vollkommener sei Wenn auch bis jetzt der Wunsch des deutschen Kaisers nicht erfüllt wurde, so bewirkte diese Depesche doch, daß Bennett dem Kaiser Wilhelm antwortete, er werde den kaiserlichen Wunsch in Erwägung zieheu, woraus er den Signaldienst von Nantucket suspendierte. Der Mangel des Dienstes wurde sofort bemerkt, und die Proteste in Newyork wurden allgemein. Man wollte die kleine Insel kaufen; die Newyorker Presse riet, der Newyork Herald Company und der Mareoni-Gesellschaft einen Protest der Bewohner von Newyork zu überreichen, und sie zu versichern, daß alle Einwohner zum Kaufe der Insel und der Marconi-Station beigefteuert hätten, wenn nur der Betrieb fortgesetzt würde. Aus der ganzen Bewegung wurde aber bis jetzt nichts. Man glaubt jedoch, daß die jetzige Einstellung des Betriebes nur als ein All der Höflichkeit Bennetts gegenüber dem deutschen Kaiser angeordnet wurde, und daß sie nur vorübergehend sein werde. Inzwischen aber schweigt die Station von Nantucket.
* Eine internationale Po st Wertzeichen-Ausstellung wird in Berlin am Donnerstag im Architektenhause eröffnet werden. Der Gesamtwert der eingesandten Postwertzeichen beläuft sich auf 2% Millionen Mark, worunter sich die größten philatelistischen Schätze befinden. Wir nennen hier nur: aus dem Besitz von Duveen dessen Mauritius-Sammlung, Baron de Worms: Ceylon mit den seltensten Nuaneen und Abarten usw. Auch sonst sind die britischen Kolonien, insbesondere Südaustra- lien Victoria, Transvaal, Indien usw. durch die kostbarsten Sammlungen vertreten. .Der Milliardär Crocker hat seine auf eine Viertelmillion bewertete Hawai-Spezialsammlung über das Well- meer geschickt. Hervorragende Spezialsammlung en von Deutschland und den Einzelstaaten kommen von bekannten deutschen Sammlern, wie Ingenieur Koch-Gießen, Fabrikbesitzer Elster-Berlin zur Ausstellung; Dr. jur. Edler v. Horrack-Wien sendet seine Rumäniensammlung; kurzum, ans jedem Lande, das Marken emittiert hat, werden Spezialsammlungen ausgestellt.
* Das denkende Pferd. Der aus den verschiedenen Sommerfrischen nach Berlin Heimgekehrten harrte ein großes, noch nickst dagewesenes Zugstück: Das denkende Pferd. Die dressierten Affen, Pudel, Seehunde, Elefanten und Tanzbaren haben in diesem Wunderpferde eine nicht zu überbietende Konkurrenz erhalten. Man würde an dieses lluge Roß nicht glauben, es für ein Produkt der Aera der sauren Gurke hallen, wenn nicht die Tatsachen für sich sprächen. Dieses Wunderpferd ist wirklich keine Seeschlange. Ein Herr von Osten hat über die Entwicklungsfähigkeit der Tierseele langjährige und eingehende Versuche an- gestellt und ist dabei zu recht interessanten Ergebnissen gelangt. Er hat einem Orlowhengst, der auf den schonen Namen „Hans" hört, seit Jahren regelmäßigen Unterricht erteilt und sich einen guten Pferdeschüler herangezogen. Was Hans alles kann ist fabelhaft, und was er alles nicht kann, interessiert nicht weiter. Das Tier ist Minister Studt und einer Korona von hervorragenden Sportsleuten vorgeführt worden, die Vorstellung llappte ausgezeichnet, Hans blieb nicht stecken. So gab er die Geburtstage des Kaiserpaares, den Tag von Sedan und Weihnachten mit einer Genauigkeit an, die in Erstaunen setzte. Auch der Kaiser will sich demnächst diesen phänomenalen Vierfüßler vorführen lassen, der dem pädagogischen Talent seines Erziehers ein glänzendes Zeugnis ausstellt. Goethes und Darwins Lehre von der graduellen Entstehung der Tierwelt und von ihrer Befähigung zu seelischem Empsinden und Ausdruck haben durch das intelli- gcmte Roß, d-as nicht einmal ein Musenroß ist, eine glanzende Illustration erhalten. Man wird einmal von diesem Pferd sagen können: sein Leben sei fein größtes Werk gewesen. Psyche oder Dressur? Wild wogt der Kampf der Fachleute ob dieses neuen Weltwunders.
• 1000 Mark für die Festnahme seiner Frau hat der Privatier Paul in Calw (Württemberg) ausgesetzt. Desien 47 jährige Frau Bertha, geb. Bozenhardt, ist unter Mitnahme von Wertpapieren in Höhe von 102 000 Mk. flüchtig geworden. In ihrer Begleitung besindet sich der 39- jährige Werkmeister Carl Krauß von dort. Die Flüchtigen werden vermutlich versuchen, die dem Ehemann Paul gehör: genWertpapiereauswärtszuveräußerm^^^^^^^^
Kaplansgasse 27, Ecke Bahnhofstr.
von verbrochenen Fensterscheiben wird schnell und
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Neueste Mewimaeu.
Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.
Worms, 24. Aug. (Privatmeldung.) Die Stadtverordneten bewilligten für die Hochbauten des neu zu errichtenden städtischen Wasserwerkes im Bürstadter Walde 190 000 Mark.
St. Johann a. Saar, 24. Aug. (Privatmeldung.) Gestern abend kam der Zimmermann Francois von hier beim Aufsprrngen auf den Hinterperron eines Straßenbahnwagens in Brebach so unglücklich zu Fall, daß er sich mit seinem Stemmeisen, das ihm in den Leib drang, schp)er verwmrdete. Gleichzeitig wurde ihm durch den 'Anhängewagen der Kopf und ein Avm zermalmt, sodaß der Tod auf der Stelle eintrat.
Neunkirchen (Bez. Trier), 24. Aug. (Privatmeld- ung.) Bei den Gewittern, die gestern über das Saargebiet hinzogen, wurde der den Touristen bekannte Aussichtsturm aus dem Schaumberge von einem Blitzstrahl getroffen und in seinem oberen Teil vollständig demoliert. Ferner hat der Blitz in dem benachbarten Ottweiler die Frau eines Bergmanns erschlagen.
Hannover, 24. Ang. Ans dem Kall-Bergwerk Eime, bei Gronau fand infolge eines Sprengschusses eine Explosion schlagender Wetter statt, wobei vier Bergleute getötet imb 11 schwer oder minder schwer verletzt wurden. Zur Zeit des Unfalles befanden sich 20 Mann jm Schachte.
Kiel, 24. Ang. Oberleutnant Eichler, welcher auf dem Dampfer „Ariadne" zur Deckung seiner Schulden geheime Akten beseitigte und seine Dienstgenmlt gegenüber einem Schreibermaateu mißbrauchte, wurde aus dem aktiven See-Offizierkorps ansgeschieden. t r .
Beuthen, 24. Aug. (Privatmeldung.) Gestern abend wurde der schwer Einbrecher Chernh, der aus dem Landgerichtsgefängnis ausgebrochen war, von dem Wachtposten durch zwei Schüsse schwer verletzt.
München, 24. Aug. Die „Münchener N. N." melden: Die seit zehn Tagen vermißten Münchener Touristen. Bautechniker Wolff und Chemiker Heiden, die eine Tour auf den Schindler unternommen hatten, wurden gestern als Leichen int Schinderker aufgefunden.
München, 24. Ang. Gestern abend brach in der Rathgeber- schen Eisenbahn-Waggonfabrik Groß feuer aus, das sich mit rasender Geschwindigkeit über die ganze Fabrik ausdehnte. Abgebrannt sind die Räumlichkeiten der Sckneinerei, Sattlerei und Tapeziererei. Reber 4000 Quadratmeter Werk stätte mit der gesamten Einrichtung an Maschinen usw. sind ein Trümmerhaufen. ~
London, 24. Aug. Die Japaner wollen die Garnpon von Port Arthur gänzlich ermüden, um sie dann zu schlagen. Die Garnison bewahrt jedoch ihren festen entschlossenen Mut. General Stössel reitet unablässig von einem Punkte zum anderen. Die Offiziere und Soldaten sind gegen Kugeln und Granaten gleichgiltig geworden. Groß ist die Sterblikeit besonders unter den jungen O ffizieren, die sich durch glänzende Bravour auszeichneten. Fast auf allen Hügeln, wo ehemals die russisckten VoNwsten standen, .sind letzt lapauische Geschütze montiert. Die Häuser der Chinesen sind voll von ruflr scheu Verwundeten. Auch die Russen begraben jetzt ihre -löten in ungelöschtem Kalk, um Epidemien zu vermeiden.
Paris, 24. Aug. Nach einer Depesche aus Tientsin dauert seit Sonntag der Kampf um die Positionen bei dem goldenen .Hügel fort. Port Arthur soll in den letzten 24 stunden durch das Bombardement mehr gelitten haben, als wahrend der ganzen vorigen Woche.
Nom 24 Aug. Nach hier eingelaufenen Meldungen hat Kuropatkin Liauj'ang au sg e gebe n und den allgemeinen Ruckzug nach Mukden angeordnet. — Nach weiteren dem lnesigen Kriegsministerinm ^gegangenen Meldungen ist der F a l l von Port Arthur noch lange nicht zu erwarten. Die Russen sind noch immer im Besitz aller stratewsch wichtigen Punkte. . Mimition ist noch reichlich vorhanden, wenn auch Nahrungsmittel zu wünschen übrig lassen. .Immerhin reichen diese noch auf mehrere Wochen aus. _
Petersburg, 24. Aug. Em heute vom Kaiser aus Aiflaß der Geburt des Gr oßsiir sten-Tlwoiifol ge rs erlassenes Gnadenmanifeft enthält folgere Bestimmungen:
Die Körperstrafe für die bäuerliche Bevölkerung, ipltne für Soldaten des Heeres und der Flotte, mo sie. noch für wiederholte PflickstVerletzung zur Anniendung kommen, werben Mifgelwbem Me Rückstände von Alstösilngszabllmgen, von Landschafts-Abgaben imb andern Steuern der Balk-ern werden erlassen; die
Harpener Bergbau
Tendenz: schwächer.
Der deutsch-russische Handelsvertrag.
Mitteilungen des Handelsvertragsvercins geben von dem Inhalt des Vertrags eine Skizze, die in der Hauptsache das Nichtige zu treffen scheint. Bekanntlich ist noch keinerlei Mitteilung über den Vertrag in die Oeffentlichkeit gedrungen. Nach dieser Skizze behält Deutschland die Minimalzölle für Weizen, Roggen und Hafer, läßt dagegen Gerste zu dem bisherigen Vertragszoll von 2 Mark durchgehends als „Nicht-Malzgerste" auch weiter eingehen und gewährt Rußland Erleichterungen der veterinärpolizeilichen Maßnahmen im Grcnzverkehr mit Pieh. Rußland verzichtet auf die Differenzierung der Einfuhr zu Land und zur See, behält aber im weserttlichen seine erhöhten Judustriezölle bei. Der Vertrag läuft vom 1. Januar 1906 auf 12 Jahre unkündbar. — Eine Kritik läßt sich hieran nicht üben, weil man eben nicht genau weiß, ob die Skizze stimmt. Sollte dies aber der Fall sein, dann träte allerdings eine scharfe Kritik sehr berechtigt, namentlich seitens des Handels und der Industrie.
bäuerliche Bevölkerung wird von der Rückzahlung der für Der- 11^11^ bei Mißernten erteilten Darlehen befreit dem werden verschiedene Geldstrafen erlassen. Vergehen, welche sonst mit Geldstrafen, Arrest oder Festungshaft ohne Rechtsverlust bestraft werden, bleiben unbestraft, wenn sie am Tage der Geburt des Thronfolgers gerichtlich noch nicht anhängig gemacht sind oder ein gerichtliches Urteil noch nicht erfolgt war.
Außerdem enthält das Manifest eine Reihe von Vergünstigungen für Verbrecher, Sträflinge und politische Verbrecher, welche sich durch ’gute Führung ausgezeichnet haben: sie können nach Ablauf ihrer Strafzeit auf Fürsprache des- Justizministers die bürgerlichen Rechte wiedererhalten. Politische Verbrechen, welche mindestens 15 -Fahre vor Geburt des Thronfolgers begangen sind und bis zu diesem Tage unbekannt blieben, werden der Vergessenheit anhcimgegeben. Politische Verbrecher, die in das Ausland geflüchtet waren und in die Heimat zurück- zukehren wünschen, können durch den Minister des Innern um' die Erlaubnis dazu nachsuchen. Ten Inländern erläßt das Manifest alle bis zum 27. Januar 1904 fällig gewesenen und bei der Geburt des Thronfolgers noch nicht entrichteten rückständigen Gelder, Abgaben und Grundsteuern, ferner ein Viertel von etwaigen' Darlehen in Bar, Kom oder Mehl. Drei Millionen Mark aus Landesmittelu werden zu den unantastbaren Fonds für die Bedürfnisse der Fein Land besitzenden Personen hinzugeschlagen. Alle bisher nicht bei getriebenen Geldstrafen von Dorf- und Stadtgemeinden, welche die Wahl von Mitgliedern zu den MMärein- berufungsbehörden für 1902 und 1903 unterließen, werden nicht mehr eingezogen.
Den Finländern, welche ohne Erlaubnis Finland verlassen haben, wird gestattet, im Laufe eines Jahres nach Fin-^ land zurückzukehren; Militärpflichtige haben sich sofort narfr ihrer Rückkehr freiwillig zu stellen. Finländer, die sich ihrer Militärpflicht entzogen haben, gehen straflos aus, falls sie sich innerhalb drei Monaten vom Tage der Geburt des Thronfolgers ab gerechnet, den Militärbehörden stellen. Vergehen mit Ausnahme von Diebstahl, Raub und Veruntteuung unterliegen nicht der Ahndung. £-er Generalgonverneur von Finland ist beauftragt, Maßnahmen zur Milderung des Schicksals von Personen, denen der Aufenthalt in Finland unterfagt ist, zu erwägen. Im Reiche werden die Familien von Juden, die sich ihrer Militärpflicht entzogen haben, von der ihnen auferlegten Geldstrafe befreit DaS Manifest stellt schließlich die Versorgung und Erziehung von Kindern der im Kriege gegen Japan gefallenen Omzrere
Familien-Nachrichten.
ubett. Fräulein Lina Loos in Offenbach a. M. — Frau oerro. C’bcrroacbtmeifter Marie Jung, geb. Kröh, in Darmstadt.
24. August.
27.35
Arbeiterbewegung.
** Gießen, 24. Aug. Gestern nachmittag fand hier noch- nials im „Wiener Hof" eine von ca. 150 Mann besuchte Maurer- versammlung statt. Wie verlautet, beschlossen die Arbeiter im Lause des heutigen Tags bet den Meistern um Erhöhung des Lohnesans 40Pfg. proStnnde nachzusnchen.
(Gießener landwirtschaftlicher Wetterdierlst.
Borauüsichtliche Witterung in Hessen für Donnerstag, den 25. August: Zeitweise heiter, bei noch etwas kühlerer Nacht Tages- temperatur wenig verändert, trocken.
Näheres durch die Gießener Wetterkarte


