S. u. H. B rem kn, 21. Sept.
heute zunächst
mit blondem Schnurrbart
Gewinne von 5000 Mk. auf Nr. 30936 56013 81187, Ge>
roinne von je 2000 Mk. auf Nr. 806
826 2861 3146 7671
Nachdem die Festlegung der
B. B. Darmstadt, 21. Sept.
Einer der früheren
'annt wurde, sei die Fraktion außer sich gewesen; es
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weiter auS: Bei dem Umstand, daß die Gemeinden zum großen Teil über 1000 Prozent Zuschlag zur staatlichen Einkommen- und 200 Prozent zu den Realsteuern erheben und hierzu noch die nach Maßgabe der Staatssteuern auSgeschlagene allgemeine und nach den Gemeindemnlagen erhobene lokale Kirchensteuer kommt, würde sich nach den Ulrichschen Vorschlägen die höchste Gesamtbelastung an direkter Staats-, Gemeinde- und Kirchensteuer auf über 40 Prozent des Einkommens stellen. Daß Hessen schon mit Rücksicht auf die
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98791. (Ohne Gewähr.)
Ulrich-Offenbach hält dafür, daß die Affäre Schippet nicht wie das Hornberger Schießen auslaufen dürfe.
Bebel betont, daß es sich nickst um Unterdrückung der Meinungsfreiheit handle. Als das Referat über Schippels Vortrag bekannt wurde, sei die Fraktion außer sich gewesen; es herrschte die Empfindung, daß Schippel beabsichtige, von der- Partei loszukommen, daß er aber hinausgeworfen werden wolle. (Sehr richtig!) Ter Parteitag sei zu einem endgiltigen Urteil durchaus kompetent. Schippel sollte Jsegrimm als richtigen Familiennamen annehmen. (Heiterkeit und Zustimmung.) Er habe der Partei stets Verlegenheiten gemacht, bei den Berliner Stadtverordnetenwahlen, bei der Maifeier, auf dem Partei- Urg in St. Gallen und schließlich sein mehr als merkwürdiges Verhalten in der Agrarfrage in Breslau. Und immer die höhnende, herabsetzende Weise gegen das, was er am Tage vorher
Unter lautloser Spannung bestieg Schippel, ein wohlgenährter, mittelgroßer Mann und goldener Brille, die Rednertribüne.
bctragi m Preußen 4 Prozent, tn Württemberg 5 Prozent, m Sachsen 5 Prozent, in Baden 3V.? Prozent und in Hessen 5 Prozent; nach den Vorschlägen der Sozialdemokraten würde sie sich somit verdoppeln. Der Finanzminister rechnet
Sozialdemokratischer Parteitag
(Nac^nick verboten.)
Abg. Schippel, der meint, daß nach seinen umfassenden mündlichen und schriftlichen Erklärungen jedes Wort überflüssig sei. Ter Vorwurf, daß er Moral mit doppeltem Boden treibe, weil er in kleinerem stTetie sich freimütig anders äußere über eine Frage, der gegenüber die offizielle Parteitaktik eine andere Haltung diktiere/ sei unberechtigt, das bitt andere Genossen auch (Widerspruch) Für Agrarzölle einzutreten, sei ibni nie eingefallen; er be» kampse |te m und mit der Partei. Eine llarere Stellung
könne unmöglich jemand verlangen. Dadurch, daß man diese
Erklärung nicht gelten lassen und glauben wolle, untergrabe man: mutwillig den Wert einer solchen und liefere den Gegnern eine
(3. Verhandlungstag. Vormittagssitzung.)
projektierten Straßenfluchtlinie zwischen der TaunuS- imb der Hochweiselerstraße, worüber seit Anfang Marz d. I Verhandlungen schwebten, nunmehr ihre Erledigung gefunden hat, beabsichtigt der hiesige gemeinnützige Bau verein vorerst auf seinem dort erworbenen Baugelände zwei Doppelwohnhäuser zu erbauen. Das gesamte im Besitz genannten Vereins befindliche Gelände ist etwa 5000 Quadratmeter groß und es sollen hierauf noch weitere Wohnhäuser errichtet werden. (B. Z.)
sd. Darmstadt, 22. Sept. (Eigener Draht- 5ericht.) Die Maschinenfabrik von Busch bäum in der Kahlertstraße wurde heute nacht ein Raub der Flammen. Das Feuer fand in der Holzkonstruktion der Fabrik reiche Nahrung; es ist wohl im Maschinenhaus ent-! 'landen. Das ganze Maschinenlager wurde vernichtet und j der Betrieb einstweilen eingestellt. Der Schaden ist groß, obwohl der Kaflenschrank unbeschädigt blieb, er ist indessen! durch Versicherung gedeckt. Menschen waren nicht bedroht. Die Fabrik besteht schon 54 Jahre.
Er spricht mit sächsischem Akzent und ziemlich schnell, manchmal in überhastendem Tone und ohne manche Satze zu Ende zu führen, dabei aber äußerst Nar durchdacht und oft mit beißender Ironie. Bebel sitzt luähTcnb seiner Rede mit gesenktem Kopf in seiner unmittelbaren Nähe.
noch die ichllmmsten Tinge erleben. (Sehr richtig!) Wenn mau sagt: So geht es nicht weiter? dann gibt man auch gleich ein paar anderen Genossen einen Wink, den sie> hoffentlich beachten werden. (Lebh. Beifall.)
Nunmehr wird ein Schlußantrag angenommen. Indessen bekommt das Wort noch einmal
Butzbach, 21. Sept.
Mitinhaber der weltbekannten Firma E. Merck, ist gestern im nahe gelegenen Kurort Jugenheim plötzlich gestorben. Der Verblichene war schon seit langer Zeit kränklich und hatte sich deshalb vor mehreren Jahren gänzlich ans dem Geschäft zurückgezogen. Gestern weilte er noch in Darmstadt bei seinen Verwandten, auf der Rückfahrt wurde er von einem starken Unwohlsein befallen, dem wahrscheinlich ein Schlaganfall folgte. Der Kranke, den ein Freund aus Darmstadt begleitete, starb, noch ehe er seine Besitzung in Jugenheim^ erreicht hatte. I. H. Merk hat nur ein Alter von 53 Jahren erreicht.
r. Mainz, 21. Sept. Der 12. Telegiertentag der Vereinigung deut scher Hebammen ist heute hier zujammengetreten. Die Vereinigung deutscher Hebammen hat sich da§ Ziel gesetzt, die berufliche Tüchtigkeit des Standes zu ent-1 roiefefn und ihm auf diese Weise die Achtung und die soziale Stellung zu verschaffen, die er bei seiner Bedeutung für das Volkswohl verdient. Tas Programm der diesmaligen Tagung ist im Rahmen dieser Aufgabe gehalten, es beschäftigt sich einerseits mtt der Frage der beruflichen Fortbildung der Hebammen, über die der Direktor der Mainzer Hebammenlehranstalt, Geh. Medizinalrat Tr. Krug, referieren wird, wobei er sich auf die Erfahrungen im Großherzogtum Hessen Nützen wird, und anderseits werden fachwiffenschaftliche Vorträge über Fortschritte der Desinfektion, der Säuglingser- nährmng und Pflege gehalten und endlich wird über die Einführung einer eigenen Atters- und Invalidenversicherung beraten. Außer Direktor Krug werden Geh. Medizmalrat Dr. Psannenstiel-Gießen, Dr. Th. Zlocsti-Berlin,
Kupferberg-Mainz und Prof. Dr. Walther-Gießen w.nen^chaftliche^ Vorträge halten. Mit der Tagung, während welcher ein^Besuch^ der hiesigen Entbindungsanstalt stattfindet, m eine Fachausstellung verbunden, auf der namentlich Neuerungen auf dem gesamten Gebiete der Wochenbetts- ??6lene, der Sauglmgsernährung und Kinderpflege vorge- vlTrbeiL Samstag nach Schluß der Tagung machen die Hebammen gemeinschaftlich eine Rheinfahrt nach Rüdes- heun zu dem Niederwalddenkmal. '
Mainz, 21 Sept Der Prozeß gegen die „Mainzer Volkszeitung" wegenVeröfsentlichung derKretsch- mannbrr-s- ist vertagt worden. Er kommt am Montag gegen den damals Redakteur Doller zur Verhandlung Landtagsabgeordneten Adelung in Ä * 9etre-nnt unb k°mmt wegen derzeitiger
Abwesenheit deSstlben ent spater zur Verhandlung.
Lst Mainz, 22 Sept (Eigener Dra htb-ri cht.) Im Alter von 91 Jahren ,st der Ehrenbürger der Staet Mainz, der stühere Chefarzt des Rochusspitals/ Medizinal- rat Dr. Hochgesand, gestorben.
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Landwirt Adam Marsteller aus Grü- nrngen schreibt uns, daß er als .Feind' des Bürgermeisters nur in dem Sinn gelten wolle, daß er im Gemeinderat gegnerische Ansichten verfechte und „dem Bürgermeister und seinem Anhang oftmals Verlegenheiten zu bereiten qed zwungen war. — Die allerncueüe deutsche Orthographie weist der Briefkasten auf, den die Reichspost vor dem Kreishaus n Hanau hat anbrmgen lassen. Tort lieht groß und deutsch in eisernen Buchstaben zu lesen: „EIN W U R V*.
, rr - „ ■ v , Y .. । Schippel führte aus: Parteigenossen ! Ick iverbc Sie viel-
^teueriatze der benachbarten Bundesstaaten stch solche lteuer- feiert in gewissem Sinne enttäuschen, wenn Sie eine große Ver liche Erperimente nicht gestatten darf, liegt auf drr Hand. teidigilngsrede ertvarten. Vielleicht werde ich nicht einmal die Di- Ulrichschen Vorschläge sind deshalb ernstlich volle Stunde, die Sie mir bewMAen, -uSnuheu Wenn man •.xx -,, ' < <; A ss. „t -- lechs ,Monate IN einem etreite steht, wenn man Erllärnng auf
nicht yU erörtern, und die Regierung lehnt e. Qrrnänntg abgegeben hat, die dahin gingen, daß die Beschul- ab, ihnen naher zu treten. I dignn g en gegen mich falsch sind, daß ich in Zollfragen auf dem
•* Milit är isch es. Im Hotel .Großherzog* waren ! Standpunkte der Partei stehe und .weiter bereit bin, ihn zu ver- gestern folgende Offiziere abgestiegen: der Dioisionskomman- ^s^n, dann dürfen >Lie mir das nicht übel nehmen. Wie kommen hJtr sPr J 11711 bann überhaupt zu einem Ende, wenn btc alten Beschuldig-
beur der 2o. Dwlsion ^rhr. von Gall, der Bngadek^mman ungcn nneber erlwben werden. (Vereinzeltes: Sehr richtig!) Aber deur der oO. Jns.-Bngade yri). von Ledebour, Generalmaior ich lwbe die Pflicht, Sie noch einmal zu orientieren über das, von Kanitz und die Obersten Scholtz und Dietlein, General- was geschehen ist. (Unruhe.) Tie Hauptsackte ist, daß wir zum stabsoffizier Major Graf v. Waldersee u. a. Schluß kommen. (Sehr richtig!) Ich will Ledebour keinen Vor-
— a macf>en' aber em obiektives Referat übet das, nne es in
Heisls ch - huringlsche Staats lotterte. Bel Fraktion gelaufen ist, war es nickst. Wenn Ledebour objektiv oer heute fortgesetzten Ziehung der 6. Klape wurden folgende referieren wollte, hätte er niwt das Recht gehabt, immer von Gewinne gezogen: 10 000 Mk. auf Nr. 99225 (nach Mainz), Fraktion zu sprechen. (Sehr richttg!) Wo ist denn die Ent- “ * "" 'rüstung a m größten gewesen? In Ehemnitz nicht. Ta
etwa, wo meine Ärttkel erschienen fnti>, oder da, wo die Chemnitzer „Volksstimme" verbreitet ist und gelesen wird? Mit großer Aufmerksamkeit sind gerade die Artikel gelesen worden. Ist da die Entrüstung aufgeschäumt, hac da die Entrüstung gekocht? Nein,! die Chemnitzer „Volksstimme" hat eine sehr große Verbreitung, sie wird gelesen im Wahlkreise 10 Dobeln, 15 Mittweida, 16 Chemnitz, 17 Glauchau-Meerane, 19 Stolberg-Schneeberg, 20 Tschoppau- M arienbu rg, 21 Ann aber g-Schwarzberg. Ich lese die Zeitung sehr aufmerksam, auch alle Bersammlungsberichte, weil es das Blatt ist, das in meinem Wahlkreise verbreitet ist. Also da, wo!
, beiterzeitung": „Schippel macht sich nichts daraus. Es ist ihm überhaupt alles egal. Tas Gefühl der allgemeinen Wurstigkeit beseelt ihn. Man weist ihm nach, daß er alte agrarische Laden- hüter produziert, deren Richtigkeit längst aufgedeckt, von ihm selbst erkannt ist, daß er Zitate fälscht. (Ruf: Sehr richtig! Helterkeit.) Nun, Zitate fälschen wir ja alle, Zitate i wüsten immer im Zusammenhang betrachtet werden — „das; et die Unwahrheit sach, — das rührt ihn nicht. Er ist unverletzbar, denn er hat jedes moralische Empfinden verloren. lHeiter" leit) Man kann ihm, wie dem unverwundbaren Ali im Variätä Stricknadeln durch die Mangen ziehen und brennendes Werg bi ! den Mund stecken. (Stürmische Heiterkeit.) Er fühlt nichts. WaZ man auch, über ihn schreibt, er liest es nicht. Alles ist nichtig. Er ist jenseits von Gut und Böse, er lebt in einem Nirwana, zu deutsch in einem Dusel. (Große Heiterkeit.) Mit halbge- schlossenen, verschlafenen Augen sieht er sich die Welt an — sie erscheint ihm klein, unbedeutend, und was wir anderen treiben, wofür wir uns, ereifern, erhitzen, unnütz und erbärmlich Wahrheit, Wissenschaft — alles ist unsicher, schrankend, vergänglich Revolution, Sozialismus, politisck?e Macht, Meltumwälzung, alles Hallunzinationeu, Utopien, Zeitvertreib.' (Heiterkeit.) Tritt man ihm entgegen, sucht man, ihn zu überzeugen, so hört man bloß: das alles kann er ebensogut, wie wir, und wenn wir es wünschen, könne er es auch anders darstellen. (Rus: Leider! Sehr richtig!) Er zeichnet eine Karikatur der Volksmiliz und agitiert mit uns gegen das stehende Heer; er schreibt ein schutzzöllnerisches Buch und agitiert mit uns gegen die Schutzzölle. Er glaubt weder an das Eine noch an das Andere: weder an das, was wir hin, noch an das, was er schreibt; er ist zu bedauern. Er kannte einst bessere Zeiten." (Heiterkeit.) Und bet anderer Gelegenheit schreibt dasselbe Blatt: „Schippel hat den ehernen Boden der Marxistischen Denkweise verlassen, und nun hat er gar keinen Boden mehr unter den Füßen, er sinkt, sinkt ins Bodenlose. Gerade am Fall Schippel zeigt sich aufs neue deutlich, wie selbst die größte Begabung und die mnfastendsten Spezialkenntnisse nicht vor völligem politisch-wissenschaftlichem Schiffbruch lSehr richttg!) schützen, wemt man nicht geleitet wird von dem Kompaß einer fest fundierten Theorie, wenn man nicht unverwandt blickt auf den Leuchtturm eines zielttaren Programmes. Tas erlaubt sich hier dem Genossen. Max Schippel jemand zu sagen, der es weder an Begabung, noch an Spezialkenntnissen mit ihm aufnimmt, der weder „allweise" noch ein „Parteilicht" ist, der aber vor Schippel einen großen Vorzug voraus hat, den nämlich, I---- MM — m vuuuuu in. vu, juuift ein klassen- und zielbewußter Sozialdemokrat
die Genossen am meisten hatten aufschäumen müsten, ist nichts (Verfett) Habe ich angesichts solcher Auslassungen nicht davon zu sehen gewesen, nichts von Entrüstung über mein Tun. ich menten Ton um em paar Nuancen verschärfe?
I Zn Hamburg hat man einen Beschluß gegen mich gefaßt, dort 5? e l) che R e i o l u ti on enthält eine Stelle, die Sie «hat man verlangt, daß gegen mich vorgegangen werde. In dem "^utWltch so^annehmen können. Es heißt da: „Wenn schließlich 17. Wahlkreise, wo Auer gcwähll ist, hat Genosse .Knauf folgcnbc PcL„J°1'e durch die Fraktion zu Rarer Stellungnahme
Ausführungen gemacht mit bezug auf den Fall Schippel: „Tie geprangt, erllarte,. daß er Gegner der Agrarzölle sei . . ." Zu Haupstache ist, daß die Verhandlungen sachlich geführt werden. £?™^^en 'bin tch durchaus nicht gedrängt worden. Vor allen Dingen dürfe man bei abweichenden Meinungen nid}t .'eIkr habe mich freiwillig bereit erllärt, eine versöhnliche immer gleich das schlimmste befürchten. Tie Meinungsfrei- abzuaeben. Tazu kommt die Stelle über den Ton.
beit müsse unter allen Umständen hochgehalten den -r-on der einen Sette kritisieren, dann sollten Sie,
werden. Parteigenoffen, legen Sie die Hand aufs Herz: 23ie 1071 ^nen Streit hin und her gehandelt hat, entweder
viele von Ihnen, die bereit sind, mich zu verurteilen, haben bic r™ der anderen Leite auch kritisieren. (Sehr richtig!), oder Artikel gelesen, wie viele haben Nummer für Nummer verfolgt, Wllten dies Moment weglaisen, denn das führt in der Außenwelt ob mein Ton schlechter war oder der Ton der Gegner. Tenn das ücn® ranmen Vorstellungen. Niemand hat bereitwilliger die müssen Sie doch auch bedenken, beim Hobeln fallen immer Spähne, seines ^tandvunktes in gewissen Fragen zugegeben
die Abwehrmaßregeln richten sich doch auch nach dem Verhalten lch.^,(Hört! Hort!) Wenn enter so offen ausspricht, daß er der Gegner. Wenn Sie ernst an die Tinge Herangehen wollen, Standpunkt geändert hat, dann sollen wir auch hier nicht so wird es Ihnen gehen, wie es den Hornbergern gegangen istt cl -^ux^uug annageln wollen, als wenn sie einen Vorwurf ido man sich sagen mußte: Was eigentlich los ist, wissen wir , eutet. (Zuruf von Bebel.) Sie haben von meiner Zweideutig- nicht, darüber sind wir nicht orientiert. (Heiterkeit und Unruhe)IN lkesprochen. (Mit erhobener Stimme): Nun, Genossen, wenn Im Reichstage ist Hoch entzüat von meinem Buche gewesen. Aber das durch das Amendement bezwecken, was Schörflin ganz | über meine Rede im dritten Wahlkreise entrüstet er sich, obwohl dlbstcht ausgesprochen hat, dann haben Sie heute mal
Kautsky nachgewiesen hat, daß genau dasselbe, was ich da gesagt r™ Mut, Jtann seien Sie nickt zweideutig, dann verlangen Sie habe, in meinem Buche steht. An dem Buch hat man seine mollen. Und verlangen Sie das, was Sie wollen,
Freude, unb bann steigt man hier auf die Tribüne und hält wir uns weiter sprechen!
die Anllagerede. Das reimt sim nicht zusammen. (Vereinzeltes- .. M schippel geendet hatte, ertönte nur vereinzeltes Klatschen, Sehr richttg!) Ich kann mir meine Anschauungen nicht von Genossen verharrten in eisigem Schrveigen. Der nächste
den Gegnern vorschreiben lassen, ick kann mir doch nicht, h>enn mrirner mm: i n b e r m a n n = ^eSben, der Schippel ganz äußerste mich flohen, flugs eine andere Anschauung bilden. ~ '*'*’'***
Sdtes: Sehr richtig! Unruhe.) Das Buch soll eine der handelspolitischen Strömungen im Laufe des 19. Jahrhunderts < m ,. r .r . , -
I fein. Im vierten Kapitel wird die Frage erörtert: Vie kommt es, er die Notwendtgkert der heuttgen Zollpoltttk wtfienschaftlich zu
daß wir feit dem Ende der 70er Jahre allüberall einen so ge- rEserttgen versuchte, den Gegirern der Partei die gefähr-
waltigen Umschwung aller Anschauungen über die ganze Handels- Waffen gegen seine Parteigenossen
Politik wahmehmen, daß die früher von den bürgerlichen Parteien , ... „ . .
so verfehmten Agrarzölle jetzt trotz aller Ueberliefemngen ' w;c" " '
akzeptiert werden? Tas muß eine Ursache haben! Wir Sozial-
| demokraten sollten uns eigentlich freuen, wenn einer sagt: Hier liegen ganz neuartige Erscheinungen vor, die wir auf absehbare Seit nicht ändern können. Und ba habe ich allerbings die Anschauung vertreten: So leicht wird diese Sckntzzoll- mauer nicht Umfallen. Tas Buch, das den Mittelpunkt der Anklage bildet, ist 'vor drei Jahren erschienen. .Das geht bei jedem Buck so. Es gibt auch Artikel, bei denen der Autor gar nicht bekehren will, unb es gibt auch Artikel, die nur geschrieben sind, um einen Autor zu diskreditieren. Solche Artikel, Genossen, liest man nicht. (Lho! Große Unruhe.) Ich habe sie nickt gelesen, bis beute noch nicht. (Hört.' Hört!) Und ich verbitte mir das (Bebel: Na, na!), daß mir zugemutet wird, ich hätte diese Artikel lesen müssen. (Andauernde Unruhe und Zn-i.^^- - , ----- — —. —
rufe.) Wenn Leute, die mten gar nicht gelesen haben, trotzdem ^wst geglaubt hat. (eebr richtig!) Solange die Partei be-
über mich urteilen, bann werbe ich sagen dürfen: die betreffenden '^bt, l'1 unser Programm Derartiges von einem Parteikritischen Artikel habe ich auch nicht gelesen. (Zurufe.) In bei genoßen noch nicht gesagt worben, wie von Schippel gelegentlich
Partei haben sie aiuh gar keine Wirkung gehabt. (Na nu! Hört' ^^r Stuttgarter Zoll-, seiner Hamburger Kanonenrede. Lieb-
Hört!) Wissen Sie etwas davon, daß einer aufgeftanben wäre ^nht unb ich waren so naiv, Schippel in Schutz zu nehmen, unb gesagt hätte (um einen Auerschen Ausdruck zu gebrauchen)- >^«4: Leider!) ?lls wie Sckippel die Ausarbeitung des „Lasten Sie Schippel die Klinke von außen zumachw'"^ Ich habe I ^^^^^^ndbuches, das meist unbrauchbar und irreführend nichts davon gehört. Ich gebe zu, die Partei kann verlangen toax’ brachte er uns über Militär- und Marinesragen ein Manu- baß ein Genosse zeitweise beiseite geht, wenn er mit der An- Aript pon 57 Seiten, von dem 4 ohne Quellenangabe au£ sckauung der Mehrheit nicht übereinftimmt. Aber ich mar gar Richters Abc abgeffchrieben waren. Richter hatte auch das nicht der Meinung, daß der Fall vorlag (Oho!), daß daraus sanze Manuskript geliefert haben können. .Als Fischer und ich für mich ein Kamps entstehen müsse zum Biegen oder Brechen unannehmbar erklärten, lieferte er nach ein paar Wochen (Unruhe.) Ich bin bis an die Grenze des Möglichen gegangen' emen Arttkel, der allen Anforderungen enthpraa>. (Hört! hört! vielleicht noch darüber hinaus. (Hört! Hört?) Trotzdem ift ber ^1^11.) ^un gebe jn, day der Ton rn Parteibebatten Streit weiter gegangen. Ick wende mich deshalb der Resolution ?fi unangenehm ift, rch will auch gar nicht beftreiten, daß ich Bebel zu. Welche Stellung Sie dazu nehmen werden, ist Ihre Et in der Ditzv des Kampses gegen^einen Parteigenossen einmal Sache. (Sehr richtig!) Tn wird mir mein Ton vorgeworfen, ^er die schnür ^hauen habe, (^ehr richttg!) Aber es ist Ein Jahr nach dem Dresdener Parteitag derjenige zu sein, dem l^?^ etwas anderes, wenn man m der Ruhe zu Hause sich in erster Linie in der Partei der schlechte Ton vorgeworsen wird, ^nsetzt und tchreibt, was die ganze Partei^ in den Augen der das habe ich nicht erwartet. (Große Heiterkeit. Sehr richtig' Gegner fcrabW. Um diese anarchstttschen Zustände nicht weiter-- Widerspruch und Unruhe.) Ich glaube nicht zu denjenigen au lassen, M es notwendig, hier unbedingt eine klare
gehören, die sich am lautesten gegen Parteigenossen äußern. Aber I ^lellungnahme der höchsten partennstanz herbeizuführen, bedenken Sie: ich habe auch eine Leber, über die mal eine Laus I .
läuft. (Heiterkeit.) Wenn Sie meinen Ton tadeln, warum nehmen I , Nachmtttagssihung
Die den Ton der anderen nickt mtt hinein? (Sehr richtig!) Da lag eine weitere Schippel-Resolution des Genossen Katzen st ei st gibt der Genosse Parvus eine Korrespondenz heraus. Darin vor, in der Schippel zur Niederlegung seines Reichs- schreibt er: „Schippel hielt in Berlin eine große Rede über tagsMandats aufgefordert wird; dieselbe wurde aber nicht Handelspolitik. Ter „Vorwärts" brachte einen langen Bericht genügend unterstützt. (Bewegimg.) darüber. Tieser ^Bericht enthielt von der ersten bis zur letzten Schöpf! in-Leipzig: Wenn die Genossen bic volle Kemtt- Zeile nichts als stockagrarische Ausführungen (Ruf: Sehr richtig')! nis der Dchippelschen Arttlel lstitten, sie würden noch viel un- über Agrarzölle, über Landwirtschaftsnot, über Handelsverträge, günstiger urteilen. (Heiterkeit.) Wenn es Schippel gestattet sein Ganz und gar im Sinne eines Grafen Kanitz (Heiterkeit.) Tann I würde,. fein Verhalteir weiter beizubehalten, so würde die Partei Publizierte Schippel eine Berichtigung im „Vorwärts", wonach ** * 4 <T';"
seine Ausführungen zwar durchaus genau im Bericht wiedergegeben leien, nur habe er damit blotz die Ansichten der anderen Parteien zunr Ausdruck bringen wollen, ceine Ansichten aber seien die Ansichten der Partei. Wtt gestatten uns, dieses Tementi in den Papierkorb zu schmeißen. ^Heiterkeit.) Hätte Schippel gesagt, er 1er es gar nicht gewesen, der den Vortrag gehalten hat, die Versammlung habe nicht stnttgefunden, der Bericht sei gar nicht im „Vorwärts" erschienen, sondern in der „Deutschen Tagesztg.", so würde man vielleicht an seiner geistigen Intaktheit zweifeln.
^Heiterkeit.) schippel würde gut tun, in der Zukunft, um Mißdeutungen vorzubeugen, an die Genossen, die von ihn? Referate verlangen, erst hie Anfrage zu richten - Von welckw'M Standpuntt wollt ,hr, daß ich die Frage behandele? Vom agrarischen, vom ultramontanen oder vom antiseinttifchen? ober noch anders? ^Große Heiterkett.^ In der Ankündigung wird eS bann ungefähr heißen: JCar schippel spricht über Justiz vom Standpunkt Fritz Friedmanns. t.jrturm. Heitert> it.- Dann heißt cs in bet „Tvrtm. Ap-
(Verein- ordentlich heftig angriff. .
Oieickickte Bernstein wendet sich gegen Bebels Resolution. J Jen sch-Berlin wirft Schippel vor, daß er dadurch, daß


