Ausgabe 
22.9.1904 Erstes Blatt
 
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Nr. LS3

Erstes Blatt.

154. Jahrgang

Donnerstag 22. September 1N04

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

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Orl4)<ittt täglich aufcer Sonntag*.

Dem Gießener Anzeiger werben tm TOecbiel mit dem Hessischen Landwirt die Gtetzener Familien» Hättet viermal in der Woche beigelegt

RotaNonSdruck u. Ver­lag bet Brühl 'scheu Univers.-Buch-u. Stein» b ruderet. 8t Lange, Rebaftton, ErvedMo» unb Druckerei: Gchulpratzs 7.

ilbrefie für Depeicheur Vn-eiger Wietzen.

SenstprrchanIchlußNr 61.

VezagöpeeiOi monatlich 75 Pi., viertel« jährlich Mk. 2.20, durch vlbbole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pi.; durch die Post Plk.2.vienel- fährt ausfcht Bestellg. Annahme von Anzeigen tüt bie 2aqe*nummet bi* vormittag* 10 Uhr, Zeilenvrei* lokal 12Pl^ auftroärtfl 20 Psg.

Verantwortlich *üt den ooltL und allgem. Teil P. W'ttko: für .Stadt und LandE und GenchtSfaaf: August Goetz, für den An- zeiaenteil: L>an* Deck.

5>ie öeuiige Kummer umfaßt 8 Seilen.

Kelranntmnchung.

Betr.: Beginn der landw. Winterschule zu Büdingen.

An der landwirtschaftlichen Winterschule zu Büdingen beginnt der Lehrgang 1904/1905 am 7. November, vor­mittags 10 8/4 Uhr.

Die Anmeldungen haben rechtzeitig schriftlich oder münd­lich, und zwar spätestenS bis zum 15. Oktober bei dem Vorsteher der Schule, Großh. Landwirtschaftslehrer Andrae in Büdingen, zu erfolgen, von welchem der Unter­richtsplan und Jahresbericht unentgeltlich bezogen und jede gewünschte Auskunft eingeholt werden kann.

Büdingen, den 7. September 1904.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats der landw. Winterschule Büdingen.

I. V.: Dr. Bernbeck.

Volitische Tagesschau.

Auf dem absteigenden Ast.

R. Berlin, 21. Sept.

Nach den vom sozialdemokratischen Partei­tag bisher bekannt gewordenen Schilderungen mutet diese Veranstaltung einigermaßenspießbürgerlich" an. Man merkt nichts von dem Wehen kraftvoller Sie­geszuversicht, das die rote Fahne rauschen machen sollte. Ist denn im Grunde auch Anlaß zu gehobener Stimmung? Tie Führer können an der Tatsache unmöglich vorübergehen, daß die nach dem Dreimillionensieg statt­gehabten Ersatzwahlen zum Reichstag für die So­zialdemokratie Mandatsverlust oder Stim men - rückgang zur Folge gehabt haben. Und auch bei Wahlen zu Einzellandtagen mußte Bebel die Partei schlecht abschneiden sehen. Man könnte meinen, daß der Sozial­demokratie durch den unwürdigen Verlauf des Dresdener Parteitages zahlreicheMitläufer entfremdet worden sind. Doch diese Erscheinung zeigt sich auch in anderen Ländern. In demselben Holland, in dem vor wenigen Wachen Bebel seinen papiernen Sieg über Jaurös errang, legt sogar der Begründer der dortigen Sozialdemokratie, Nreuwenhuys, in einer Reihe von Artikeln freimütig dar, daß durch die sozialistische Bewegung wohl eine Besserung der Lage der Arbeiterführer, nicht aber der Arbeiter erreicht sei. Die Konseauenz aus dieser Er­kenntnis werden die holländischen Arbeiter vermutlich mit derselben Beschleunigung ziehen, wie die Arbeiter Belgiens, als sie im vorigen Jahre das Fia sko sozialistischer Kommunalverwaltungen vor Augen sahen. Die belgischen Arbeiter gingen scharenweiseinsLager der bürgerlichen Parte, über, und so endeten die Gemeinderats- wie in diesem Frühjahr die Kammer- Wahlen mit einer Niederlage der Sozialdemokratie. Ueber das NiedcrdrüLende solcher Vorgänge können kouragierte Reden und Begrüßunastelgramme nicht Hinweghelfen. Die Völker" sind je länger, umsoweniger erpicht darauf, durch die internationale Sozialdemokratiebefreit" zu werdenj Wenn also nicht Zwischenfälle sich ereignen, wird der Bremer Parteitag wohl sang- und klanglos ausgehen. Die So­zia l dem okratie'beiindet sich auf dem abstei­genden Ast. Es würde nichts törichter sein, als durch geseh.geb^rische Experimente in diese Entwickelung der Dinge einzugrcifen. *

Werftarbeiter und Flottenfordernngen.

-tt- B er l i n, 21. Sept.

Von einer Kürzung der Arbeitszeit auf den Kais. Werften ist unlängst berichtet worden. Es fehlt an ausreichender Beschäftigung. Auch die Entlassung von Arbeitern soll in Erwägung genommen sein. Aller Voraussicht nach wird sich die Situation zum Winter hin noch verschärf n, denn von den in der Herstellung besiud- lichen acht Schifssneubauten *liegen nur drei auf Kaiserl. Werften, wahrend die übrigen fünf an Privatwersten ver- geb.u sind. Sonst sind die kaiserlichen Werften nur poch mit dem Ausbau von bereits zu Wasser gelassenen Schiffen beschäftigt, eine Ausgabe, durch die sämtliche Mteilungen der Werft in Anspruch genommen werden. So bedaiier- lich der Verlust an Verdieustgelegenheit für die Werftarbeiter sein mag, es ist keine Aussicht, daß in Anbetracht dessen die Einbringung der neuen Flottenvorlage beschleunigt werden wird, selbst wenn auf feiten der Regierung Geneigtheit bestände. Für den Reichstag ist dieses Moment nicht entscheidend. Er hat vor zwei Jahren, als eine Rate von zwei Millionen Mark für einien Kreuzer- umbau gefordert wurde, seine Zustimmung verweigert^ ob­gleich Staatssekretär v. Tirpitz ein ihm zugegangetres Tele­gramm des Werftdirektors zur Verlesung brachte des In­haltes, daß bei Nichtbewilligung der Umbaurate Arbeiter- entlassungcn vorgenommcn werden müßten. Für die Volks­vertretung war die Rücksicht auf die finanzielle Lage des Reiches bestimmend, und sie wird auch entsprechend einwirken auf die Beschlußfassung über daS künftige Schiffs­bauprogramm. Auch das Arbeiterpersonal der. Privat- werften, denen überhaupt erst aus Anregung des Reichstages vermehrte Aufträge zum Bau von Kriegsschiffen zugewendet tvurden, leidet unter dem Wechsel der Konjunktur.

Deutsches Deich.

Berlin, 21. Sept. Ter Kaiser ist heute früh, die Kalserin mit der Prinzessin Viktoria Luise heute nachmittag

inRominten (Westpr., ein getroffen. In dem Dorfe Szitt- kehmen hatten die Schüler des Realprogymnasiums aus Goldap Aufstellung genommen.

Der Kronprinz wird, dem Vernehmen nach, in nächster Zeit mit seiner Braut, der Herzogin Cecilie zu Mecklenburg, in Baden-Baden eintreffen, um dem Großvater der Braut, dem zurzeit dort weilenden Groß­fürst enMichaelNikolaje witsch von Rußland, einen kurzen Besuch abzustatten.

Zu dem angeblich bevorstehenden Ministerwechsel schreibt dieNordd. Reichskorr.": Trotz aller ofsiziösen Dementis und trotz der Erklärung des Frhrn. v. Hammer­stein selbst, müssen wir dabei bleiben, daß ein Wechsel im Ministerium des Innern nahe bevor steht. Zum Nachfolger des Herrn v. Hammerstein ist Frhr. v. Wil­ma wski, der derzeitige Oberpräsident von Schleswig-Hol­stein, bestimmt, dessen Name unter den Kandidaten bisher nicht genannt wurde. Der Kaiser hat Herrn v. Wilmowski von seiner bevorstehenden Berufung persönlich Kenntnis gegeben. DasBerl. Tgbl." erfährt aus angeblich zuver­lässiger Quelle, diese Meldung entbehre jeglicher Begründ­ung.

DieNationalztg." hört, in dem Ministerium des Innern werde eine umfangreiche Denkschrift ausge­arbeitet, in welcher Frhr. v. Ha mm er stein die Resultate seiner Studienreise nach London und Paris mit­teilt.

DerBerl. Karr." zufolge bringt der Minister der öffentlichen Arbeiten einen Erlaß aus dem Jahre 1902 in Erinnerung. Infolge der andauernden Trockenheit und der dadurch verursachten Behinderung der Binnenschiffahrt befinden sich zahlreiche Güter­mengen seit längerer Zeit auf dem Wasserwege, ohne weiter­befördert werden zu können; der Erlaß enthält Bestimm­ungen über die Anwendung der Frachtsätze widerruflich im Wege der Frachterftattung. Ferner meldet die Korre­spondenz: Das Ergebnis der Untersuchung des Brandes in den Primkeuauer Forsten veranlaßt den Eisen­bahnminister, die Eisenbahndirektionen, wiederholt auf die genaue Einhaltung der für die Unterhaltung der Feuer­schutzstreifen in den Wäldern gegebenen Vorschriften hinzu­weisen.

Jnowra zlaw, 21. Sept. Die Stadtverordnetenver­sammlung stimmte dem Anträge des Magistrats auf Ab­änderung des Namens der Stadt in Hohensalzv zu. Die Polen stimmten dagegen.

Dresden, 21. Sept. Die Handelskammer be­dauerte in ihrer heutigen Sitzung die merkwürdige Haltung der Regierung zu den industriellen Notstandstarifen; dadurch scftn berechtigte Erwart­ungen getäuscht und die Industrie schwer geschä­digt worden. Die Regierung habe die Gelegenheit ver­säumt, zu zeigen, welchen Wert die Selbständigkeit der Sächsischen Staatsbahnen habe. Tie verschiedenartige Behandlung der Industrie und der Landwirt­schaft müsse die schwersten Bedenken Hervorrufen.

Von einem Landwirt, der von den Notstands­tarifen keineswegs entzückt ist, wird aus Sachsen be­richtet :

Oekonomierat Kasten, Mitglied der 1. Ständekam­mer und Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreis­vereins im Vogtlande, hat sich zwar, nachdem einmal der Landwirtschaft Notstandstari'e gewährt worden sind, dafür, ausgesprochen, daß der Billigkeit halber solche auch der Industrie hätten zugesprochen werden müssen, aber er ist der lleberzeugung, daß für die Landwirtschaft der Nutzen solcher Notstandstarife sehr illusorisch fei. Sie verschöben plötzlich den regulären Markt, und wo sie auf der einen Seite Vorteile brächten, schädigten sie auf der anderen Seite wieder die Händler sowohl wie die Landwirte, welche Futtermittel zu verkaufen haben. Auch der direkte Nutzen für die Landwirtschaft sei sehr gering; in Preußen habe er sich 1901 nach den Ermittlungen Posadowskys nur auf 140 000 Mk. belaufen. Das Benefizium, das jetzt den sächsischen Landwirten ge­währt werde, stelle sich natürlich noch erheblich niedriger. Da solle man wirklich nicht soviel Geschrei um die Sache machen.

Ausland.

London, 21. Sevt. Wie derMorning ^oft* aus Washington berichtet wird, werde die amerikanische Armee gegenwärtig mit einem neuen Feldgeschütz ausgerüstet, welches an Leistungsfähigkeit die von den übrigen Mächten verwendeten Geschütze übertreffen soll. Das Geschoß des neuen dreizölligen Geschützes wiegt 15 Pfund und erreicht eine Geschwindigkeit von 1700 Fuß in der Sekunde, die Tragweite beträgt 5 Meilen. 208 dieser Ge­schütze sind augenblicklich in Arbeit-

Haag, 21. Sept. Exvräsident Steijn wird in den nächsten Tagen auf der hiesigen britischen Gesandtschaft dem König Eduard den Untertane neid leisten. Die Leiche des Präsidenten Krüger dürfte im November in Kapstadt eintreffen, wo sie während einer vollen Woche zur öffentlichen Aufbahrung gelangen soll.

-Konstantinopel, 20. Sept. Am Samstag wurden in Kokoschinse, 13 Kilometer südöstlich von Kumanowo im Wilajet Uest'üb neun der Serbenpartei angehürende Ein­wohner, darunter ein Priester und ein Lehrer, von einer an­geblich 3040köpfigen Bulgare'-bande getötet.

Aer Krieg zwisSen Japan und Zlußland.

Vor der Schlacht.

Mukden, 21. Sept. (Reuter.) Eine Schlacht steht unmittelbar bvvor. Tie Japaner rücken in Stärke von 8 bis 9 Divisionen au. Das hohe Getreide ist über­all gemäht und es bietet sich daher ein weites Schuß­feld über der flachen Ebene. Direkt vor der Front der russischen Stellungen befindet sich der Hunfluß.

Tokio, 21. Sept. (Reuter.) Das Hauptguartier det mandschurischen Armee telegraphiert heute: Teile der russi­schen Streitkräfte, bv3 bei Rekognoszierungen am 17. Sep­tember in ein Gefecht verwickelt wurden, ziehen sich titm Pintsaitsu zurück. Tie japanischen Armeen setzen den Marsch auf den Straßen nach Mukden und Fuhsu fort. Am 18. September sand kein Gefecht statt.

Petersburg, 21. Sept. Ein Telegramm desGeuerak- adjutanteu Kuropatkin an den Kaiser vom 20. d. M. lautet: In dem Bereiche der Armee sind keine Veränder­ungen eingetreten. Am 19. September wurde die Verschieb­ung einer feindlichen Abteilung nach der Gegend östlich vom Dalinpasse, südöstlich von Mukden, bemerkt. Am 20. September griff der Feind zweimal die Stellung, die unsere Truppen auf diesem Paß innehatten, an und versuchte mit vier Kompagnien unseren linken Flügel zu umgehen. Beide Angriffe wurden zurückgeschlagen. Ter Umgeh­ungsversuch wurde durch Kavallerie, die Masck^nen- gewehre mit sich führte, vereitelt.

London, 21. S-ept. Nack, einer Petersburger Meldung soll Kuropatkin seit dem 9. d. M. 75000 Mann, und zwar meist Kerntruppen aus Westrußlond, sowie 170 Geschütze aI5 Verstärkung erhalten haben. Aus E«'arbin gingen drei Panzerzüge nach Süden; einer ist jetzt in Tieling, zwei sind in Muk>en.

Paris, 21. Sept. Der Kriegsberichterstatter Nemirowitsck Dantschenko ist aus dem Hauptquartier Kuropatkins ausge­wiesen worden. Die Ursache ist in einer von ihm abgesandten Meldung zu suchen, daß die russische Armee 48 Stunden nach der Llsfäre von Liaujang nicht einmal mehr Kommis­brot zu essen hatte.

Port Arthur.

Tschifu, 20. Sepchr. (Reuten.) Die Jvparrer haben' während der letzten 19 Tage Vorbereitungen für bcw gegen­wärtigen Angriff auf Port Arthur getroffen, der sich gegen die Nordostftont richtet. Den Japanern kommt eS darauf an, das Rikwanschan- und das Erlunschan-^Fort sowie die Zwischenforts zu nehmen. Der Angriff gegen Ende August dauerte in Wirklichkeit 10 Tage. Obgleich die Japaner auf d er ganzen Linie zurückgetrieben wurden^- behielten sie doch vier kleine Befestigungen tm! Nord osten. Zwei davon liegen nur 50 Meter von dem Erlum- schanfort entfernt. Die Russen verschießen, täg­lich 1000 Granaten, hauptsächlich gegen die vier er­wähnten Schanzen. Wie dieNowi Krai" berichtet, stnden nachts Ausfälle gegen diese Schanzen statt.

Tschifu, 20. Sept. (Reuter.) Die aus Dalny ein- treffenden Japaner legen große Achtung vor der. Widerstands kra ft der Russen in Port Arthur ait den Tag. Der Ende August gemachte Versuch, das Riklvan- schan-Fort zu stürmen, kostete den Japaner» ein ganzes Regiment.

Tas baltische Geschwader.

Aus einer besonderen Quelle erfährt der Kieler Korrespondent derFranks. Ztg.", daß bei der Indienststellung des baüitöen Geschwaders fest^estellt wurde, daß zwischen die reibenden Teile der Maschinen Sand gestreut worden war, wodurch umfang­reiche Reparaturen nötig wurden, die den ,Abgang der Schiffe verzögerten.

China rüstet!

Berlin, 21. Sept. Daß die Neutralität Chinas verdächtiger Art ist, daß die Chinesen den Japanern vielfach Ssnonendienste leisten usw., weiß man zur Genüge aus verläßlick^n Berichten. Tie chinesische Regierung, von der es kürzlich hieß, sie brauche Geld, richtet sich auf kommende Ereignisse ein. Wie wir von informierter Seite erfahren, sind soeben ganz bedeutendeAuf- träge an große Berliner Firmen seitens dieser Re­gierung erteilt worden, Aufträge, die nur Kriegszwecken dienen können. So hat eine Berliner Firma für iy8 Millionen Mark Werkzeugmaschinen für die Waffen- und Mtmitionsfabrd- kation zu liefern; bei anderen Firmen sind Ausrüstungsgegen­stände, Konserven usw.. in großen Posten bestellt wotchen. Drese Rührigkeit kann wohl die Vermutung unterstützen, daß China Vor­bereitungen trifft, um, falls es zum äußersten kommt, falls int Minterfeldzug sich das Waffenglück wenden sollte, den Japaner» Beistand zu leisten.

Ans ütiwt und Land.

Gießen, den 22. September 1904.

'* Personalien. S. K. H. der Großherzog haben dem Direktor des Nealaymnasiums, der Oberrealschnle unb der höheren Handelsschule zu Mainz Geh. Schulrat Dr. Friedrich Schön aus Anlaß seiner Versetztmg in den Ruhe­stand die Krone zum Ritterkreuz 1. Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.

--Der Abg. Ulrich hat bekanntlich vor einigen Monaten im Finanzausschüsse der Zweiten Kammer eine Erhöhung der Progression der Einkommen von 6000 Mk. an in Vorschlag gebracht. Diese Vorschläge ver­anlagten, wie erinnerlich, den Frhrn. v. Heyl zrt heftigen Angriffen im Reichstage, worauf eine nickst minder scharfe Antwort Ulrichs im Landtage erfolgte. Die Regierttng hat nunmehr der Kammer eine Aufstellung ,machen lassen, au9 welcher die Wirkungen der Ulrichfchen -Lkala auf die Besteuern na der Einkommen zu ersehen sind. Danach würden sich die Steuersätze progressiv aus 9,9 Prozent erhöhen, ivährenb die Grenze in Hessen bisher 4,95 Prozent ist. Die höchste Belastung mit staatlicher Einkommensteuer