Ausgabe 
22.9.1904 Erstes Blatt
 
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Waffe. Gnade Parteigenossen aber, sÄliekt fmb

es gewesen die die Gegner immer wieder mit der Na)e daraus gestossen haben. ,Wenn diese Art des Kampfes aufhört, werde id) und die Partei immer noch mit einander auskommen. .(Leb­hafter Beifall.) .

Tie Hauptresolution Bebel

wurde mit 234 gegen 44 Stimmen in folgender Fassung an­genommen:

Ter Parteitag mißbilligt auf das schärfste die Unklar­heit und Zweideutigkeit, jnit welcher der Genosse Schippel seit langem in Wort und Schrift sich gegenüber der Frage der Lebensmittclchlle verhalten und dadurch unseren Feinden Mate­rial gegen die Partei geliefert hat. Wenn schließlich der Genosse Sanppel, durch die Fraktion zu klarer Stellungnahme gedrängt, erklärte, daß er Gegner der Agrarzölle sei und in der Zolltaris- srage die Stellung der Partei teilte, so war cs um so unbegreif­licher und unverzeihlicher, daß er seit Jahren seinen ganzen Scharfsinn und sein-ganzes Können aufbot, um zu beweisen, daß vom agrarischen Standpunkt aus die Forderung der Agrar- zölle gerecAertigt sei, eine Aufgabe, die wahrlich nicht die- ienige eines Sozialdemokraten sein kann. Ter Parteitag miß­billigt aber auch entschieden den häßlichen und hochfahrenden Ton, in dem der Genosse Schippel die Polemik gegen die Partei führte, ein Verfahren, das sich um so weniger rechtfertigt, als er seinen Standpunkt in der Agrarfrage von Grund aus ge­wechselt hat." .

Gegen diese Resolution stimmten u. a.: Aba. Dr. Heinrich Braun-Frankfurt a. O., Eduard Bernstein, Abg. Dr. Gradnauer- Tresden, Tr. Michels-Marburg, Frau Kähler-Magdeburg, Katzen­stein, Abg. Tr. Südekum-Tresden und v. Vollmar.

Tas Amendement zur Resolution Bebel (von Frehthalcr und Genoffen):

Ter Parteitag erklärt weiter, daß das Vertrauen, desien ein Genosse zur Bekleidung von Vertrauensstellungen in der Partei unbedingt bedarf, gegenüber dem Genossen Schippel aufs tiefste erschüttert ist, und daß, wenn Schippel fortfährt, in der bisherigen Weise zum Schaden der Partei zu wirken, er gezwungen sein wird, die Konsequenzen seines Verhaltens zu ziehen" .

wurde mit schwacher Mehrheit angenommen. Damit ist der Fall Schippel erledigt.

Inzwischen war, von Bebel und Bernstein gemeinsam unterzeichnet, folgender Antrag vorgelegt worden:

Ter Parteitag ersucht die sozialdemokratische Reichstags­fraktion, einen Gesetzentwurf einzubringen zur Schaffung eines der modernen Kultur entsprechenden Rechts ter Fremden iw Deutschen Reiche und insbesondere zur Sicherung von Ausländern gegen die seit längerer Zeit befolgte und neuerdings verschärfte Praxis der Auswandererpolizei, sie durch Nötigung zum Lösen von Fahrkarten nach bestimmten Ländern bestimmten Reedern in die Hande zu spielen und sie im Falle der Weigerung ihrem Heimatslande auszuliefern."

vermischtes.

Spelterinis Fahrt über die Jungfrau ins Wallis muß als mißglückt gelten. Der Ballon flog gegen das Bödeli, dann zurück über das Schilthorn, die Blümtisalp, Wildtrubel nach Adelboden. Er landete dort um 5.30 Uhr wohlbehalten bei starkem Nebel. Die Temperatur betrug im Minimum 5 Grad C.

Unfälle. Bei einer Tour über den Brenner stürzte der Tourist Domenig ab und blieb tot. In Wil helmsaue bei Angermünde hatten einige Knaben einen Stall bestiegen, um von einem daneben stehenden Baume Obst zu pflücken. Einer der Knaben stürzte herab und fiel auf ein Eisengitter, dessen Spitzen ihm in den Leib drangen. Er­starb bald darauf. In Bütten i. Els. legte im Scherz ein lOjähriges Mädchen die geladene Flinte auf den zwölf­jährigen Sohn eines Försters an. Die Waffe entlud sich und der Schuß traf den Knaben in den Mund. Er war so­fort tot.

* Brande. Die große Spinnerei und Weberei der Firma Wolsker Manufakturen in Myschkyn, Gouvernement Jaroslaw, ist niedergebrannt. Der Fabrikdirektor und mehrere Fabrikbeamte kamen in den Flammen um. Tausend Arbeiter sind brotlos. In Lintenau (Schlesien) ver­nichtete Feuer, das durch Funken aus einem Schornstein des BergwerkesGlückauf" bei starkem Stnrme entstanden war, fünf Häuser und sämtliches Besitztum der Bewohner derselben.

* Mordtaten. Ein blutiges Familiendrama trug sich in Schriesheim bei Mannheim bei dem Fleischbeschauer Nassauer zu, indem der Vater seinen Sohn im Streite erstach. In Mainfurt wurde der Bauer Sieger­huber von Thonhausen von einem Metzgerburschen angefallen, ermordet und beraubt. Siegerhuber hatte 2000 Mk. bei sich. Der Mörder wurde verhaftet. In dem Dorfe Schnett (Thüringen) erschlug ein Holzschnitzer seinen Vater. Der Mörder wurde verhaftet.

Von seinen Kindern geköpft. Aus Newyork wird geschrieben: Einem Verbrechen fürchterlicher Art ist man in Texas auf die Spur gekommen. Am Morgen des 18. Sep­tember sand man in einer Farm die Leiche eines Farmers namens Martin. Der Kopf war durch Hiebe nut einer scharfen Axt vom Rumpfe getrennt worden. Die beiden Töchter des Ermordeten, Mädchen von 11 bis 13 Jahren, erzählten, daß ihr Vater während der Nacht er­mordet worden sei, und daß sie weiter über den Fall nichts wüßten. Da man aber Blutspuren an ihren Kleidern fand, stellte man mit den Mädchen ein Verhör an, und sie ge­standen, den Mord begangen zu haben. Sie hatten m Abwesenheit des Vaters einen an diesen adressierten Brief aeöffnet und daraus ersehen, daß ihr Vater im Begriff stand, sich wieder zu verheiraten. Sie wollten aber keine Stief- m utter baben und machten dem Vater heftige Vorwürfe, dieser suchte die Kinder dadurch einzuschüchtern, daß er sagte, er müsse sie dann töten. Während der Nacht bewaffneten sich die Mädchen, die sich der Tragweite ihres Verbrechens aar nicht bewußt zu sein scheinen, mit einer Axt, schlichen sich an das Bett des schlafenden Vaters und schlugen diesem mit mehreren Hieben den Kopf ab.

cherichtssaal.

tst Gießen, 20. Sept. (Strafkammer.) Der Dach? deckeraeselte Georg P. aus Lick), zuletzt in Gießeu in Arbeit, ift ein unverbesserlicher Betrüger. Erst im vergangenen! ^abre wurde der schon vielfach Vorbestrafte aus dem Zucht- liause entlassen. Trotzdem man die Vergangenheit des Mannes kannte, fand er in Gießen doch Arbeit; doch miß­brauchte er das Vertrauen, welches der Arbeitgeber in ihn setzte iinb saß gestern deswegen auss der Anklagebank. Er war geständig, den früheren Forstgärtner Törmer durch ailf den Namen seines eigenen Vaters gefälschte Briefe um den Betrag von 25 Mark betrogen zu haben. In einem, weiterm Fall fälschte P. eine Rechnung seines Meisters und erhob von einem Kunden 20 Mark, und schließlich borgte er aus den Wanten seines Arbeitgebers, auf Vor­

schuß für eine «gerade in Arbeit befindliche Dachldeckerrepara­tur, eine Witwe um 10 Mark an. P. bestritt, die Betrüge­reien begangen $n haben und suchte sich vergeblich mit allen möglichen Ausreden, ja selbst durch einen vom Ge­richt geladenen Zeugen reinzuwaschen. Er wurde zu drei Jahren Zuchthaus und zehnjährigem Ehrverlust, sowie Zahl­ung einer Geldstrafe von 450 Mark, eventuell für je 5 Mark ein Tag Zuchthaus verurteilt.

Kunst und Wissenschaft.

Breslau, 21. Sept. Auf dem Naturforscher- und Aerztetag konstiturierte sich gestern das deutsche Reichskomitee für den ^.internationalen medizinischen Kongreß, der im Jahre 1906 inLissabon stattfinden soll. Zum Vorsitzenden wurde Geheimer Rat Professor Bergmann-Berlin gewählt, zum stellvertretenden Vorsitzenden Professor Bernhard Fränkel-Berlin, zum Geschäftsführer Professor Posner-Berlin.

Nniversttäts-Machrichten.

Ter Privatdozent in der Juristischen Fakultät der Fried­rich Wilhelms-Universität zu Berlin, Dr. Burchard, ist zum Professor an der Königlichen Akademie zu Posen ernannt wor­den. Dem ordentlichen Professor in der Philosophischen Fakultät der Universität zu Königsberg Dr. Pape, ist der Charakter als Geheimer Regierungsrat verliehen worden. Der a. o. Professor in der Juristischen Fakultät der Uiüversität zu Königsberg Dr. Alfred M a n i a k, ist zum ordentlichen Professor ernannt worden. Ter bisherige Privatdozent Dr. Gierke zu Göttin­gen ist zum außerordentlichen Professor in der Juristischen Fakultät der Universität zu Königsberg ernannt worden. .

MchknWkWrrNtdtt Todkssiiüt inderKlMVießkn, 37. Woche. Bom 4. bis 10. September 1904.

(Einwohnerzahl: angenommen zu 27 500 linkst 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 18,90

nach Abzug von 3 Ortsfremden: 13,23 Vro.

Kinder

Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom

1. Lebensjahr: 2.15. Jahr

Tuberkulose der

Lungen

9

2

Keuchhusten

1

1

Krebs

2

2

Gallensteinen

1 (1)

KD

-

Starrkrampf

1 (1)

-

1 (1)

Empyem

KD

1 (1)

Lebensschwäche

1

1

Herzfehler

1

1

Summe 10 (3)

6 (1)

2

2(2)

Anm.: Die in Klanunern gesetzten Zissem geben an, wie viel

der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von

auswärts nach

Gießen gebrachte Kranke kommen.

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung in Hessen für Freitag, den 23. September: Vorwiegend trüb, etwas milder, irrt Süden Regen­fälle, im Norden nur stellenweise leichte Niederschläge.

Näheres durch die Gießener Wetterkarte.

Kirchliche Nachrichten.

Israelitische ReligionsgeseUschaft.

Gottesdienst.

Samstag den 24.

rmd Sonntag den 25. September 1904. Hütten-Fest.

1. Tag: Vorabend: 5.45

Vormittag 8.00 Predigt.

Nachmittags 4.00.

2. Tag: Vorabend 7.00.

Vormittags 8.00, nachmittags 4.00.

Festesausgang 7.00.

Wochengottesdienst: morgens 6.15, abends 6.00.

Neueste Meldungen.

Originaldrahtmeldnngen des Gießener Anzeigers.'

Darmstadt, 22. Sept. Heute früh 6 Uhr ent­gleisten auf der Verbindungsbahn in der Nähe von Sta­tion Krcmichstein 3 Wagen von einem Güterznge. Die Be- triebsstöruttg war nur eine momentane, Schaden ist nicht entstanden.

Berlin, 22. Sept. Zum Bremer Abschluß schreibt der Vorwärts: So hat nun der Parteitag den Fall Schippel glücklich überstanden. Es ist einmütig festgestellt denn niemand hat das Verhalten Schippels gebilligt daß es die Lebensfrage der Sozialdemokratie ist, daß die Männer ihres Vertrauens nicht von schwankender Zerissen- heit der Ueberzengung und von zweideutiger Unsicherheit in der Aktion sein dürfen. Aber er hat auch zugleich die Hoff­nung nicht aufgegeben, daß Schippel nicht der Partei verloren zu gehen braucht.

Friedrichsru h, 22. Sept. Wie in der fürstlich Bismarckschen Verwaltung verlautet, wird einstweilen nichts an der Ordnung der Dinge geändert Die Fürstin behält ihren Wohnsitz in Friedrichsruh.

Königsberg (Preußen), 22. Sepst In tat Markt­flecken Friedrichshof bei Ortelsburg brannten 11 Ge­bäude nieder. Die Löschungsarbeiten sind durchjWasser­mangel erschwert.

London, 22. Sept. EinerDailv Mail"-Meldttng aus Kapstadt zufolge haben die Deutschen die Li­nien der Herero durchbrochen. Die Menschen­verluste seien bedeutend, da die Deutschen weder Frauen noch Kind er und G r e i sev er scho n t hätten. (Diese Meldung bedarf noch der Bestätigung!)

Belgrad, 22. Sept. Bei der K rönungstafel brachte ErbprinzDanilo von Montenegro einen poetischen Trinkspruch auf König Peter aus, indem er zunächst be­tonte, daß die Krone aus einfachem Material durch die Pietät des Serbenvolkes ihren wahren Wert erhalte. Er fuhr fort: Mein Vater und die montenegrinischen Serben senden Ihnen durch mich ihre herzliche Gratulation mit dem Wunsche, daß die Krone noch lange Jahre auf Ihrem Haupte glänzen, stets auf die fähigsten Köpfe Ihrer Familien übergehen und endlich, daß Serbien unter dieser Krone immer glücklicher werde. Diese Wünsche gehen aus den Beziehungen unserer Häuser hervor, denn diese Beziehungen waren schon unter Karageorg und Peter von Montenegro sehr freundschaftliche und sind durch Blutsverwandtschaft für immer besiegelt.

Petersburg, 22. Sept. . Rußland bereitet eine diplomatische Note vor, um gegen den Abschluß des eng­lischen Tibetve rtrages zu protestieren.

Petersburg, 22. Sept. In dem transkaspischen Gc biete nahm die Cholera in der Woche vom 11. bis 18. September im Vergleiche zu der vorhergegaugeneu Woche stark ab. In Baku erkrankten mit 12. September drei, am 17. September eine Pepsin.

Muk den, 21. Sept. Gestern griffen die Japaner den Dalingpaß an, 75 Werst südöstlich von Mukden. Einzel­heiten dieses Gefechtes liegen noch nicht vor. Es handelt sich offenbar um Vortruppenkampfe, wie sie auch der Schlacht bei Liaoyang vorausgingen. Die gewaltsamen Erkundungen der Generale Nennenkamp und Grekow ergaben, daß die Japaner hinter dem Schleier ihrer Vorposten die Truppen in östlicher Richtung vorschieben. Hier werden die Sanitätsanstalten stark vermehrt, da bald blutige Zusammenstöße erwartet werden. Die ganze Lage läßt vermuten, daß die Japaner ihrer Vor­liebe für das Festhalten an den Gebirgshängen auch diesmal treu bleiben werden. Ein aufgefangener Brief eines japa­nischen Offiziers sprich; die Ueberraschung der Japaner über den russischen Rückzug bei Liao­yang aus. Die Armee Kurokis habe starke Ver­luste erlitten und'am 1. September habe man dort keines­wegs den Eindruck eines Sieges gehabt.

T s ch i f u , 22. Sept. Eine Dschunke, welcher es gelungen war, die Blokade zu durchbrechen, überbringt wichtige Tele­gramme des Generals Stössel für Petersburg. Die japa­nischen Truppen vor Port Arthur haben bedeu­tende Verstärkungen erhalten.

Tschifu, 21. Sept. i'Reutermeldung.^ Die Frau eines russischen Offiziers, eine geborene Englän­derin, die mit dem russischen Tepeschenträger, Prinzen Rab- ziwilt, Won Port Arthur nr.ch Tschifu reiste, berichtete in einer Unterhaltung, daß die Hospi t ä l e r in P o r t Ar­th ur großartiges leisteten. Auf 1000 Mann kamen 30 Wärterinnen. Die Damen beschäftigten sich! mit der An­fertigung von Kleidern für die Soldaten, »während die ärmeren Frauen die Wache besorgten. Ansteckend« Krankheiten herrschen nicht. Die von japanischer Gewehr- und Maschinengewehrschüssen Getroffenen genäsen, schnell. Viele Leute stürben an den Stichen großes Fliegen, die das Leichengift auf die Lebenden übertrügen. Ein Arzt, der von einer solchen Fliege gestochen wurde, starb, trotzdem er st ch sofort den Daumen abschnitt., Die Altstadt von Port Arthur ist fast gänzliche zerstört. Die Verluste an Menschenleben sind verhältnismäßig gering. Die, Japaner hätten einmal 57 Granaten gegen eine russische Batterie verschlossen, ohne daß eine einzige getroffen hätte. Die Garnison sei guten Mutes; die Verteidiger hätten das' unbeschränkteste Vertrauen, daß sich die Fest­ung halten könne.

TeSegshomscher Kursbericht

F «nkfnrt a. 22. September.

28.50

104.20

62.90

61.70

. 101.80 . 89.70 . 101.90 . 89.90 . 100.05 . 98.70

. 90.10

. 117.30

. 106 00

. 206.80

. 191.20

. 141.70'

. 155.60

. 160.80

. 139.00

. 18.10

. 189.20

. 248.50

. 206.40

. 215.05

372°/o

3%

3V,% 3% 372%

Reichsanleihe do.

Konsole . do . .

Hessen Oberhessen

3% Mexikaner . . 4%% Chinesen . . Electric. Schlickert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn . Lombarden . - Gotthardbahn . . . Laurahütte . . . . Bochum.....

Harpener . .

Tendenz: ruhig.

4% linear. Goldrente . .

4°/ Italien. Rente , . .

47, % Portugieser , . .

30/ Portugiesen. . .

1% C. Türken . . . <

Türkenlose ...... 4°/o Grieoh. Monopol.-Anl. 41/, % äussere Argentiner

131.20

48.00

44.10

47.56 Oesterr. Silberrente 100.40 ' ~ ~ . 100.00

3V3%

4% Oesterr. Goldrente . . 101.70

Bekanntmachung.

Wegen Vornahme von Kanalisationsarberten wird die Nordanlage, zwischen Asterweg und Schottstraße, von heute an bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrrad­verkehr gesperrt.

Gießen, den 22. September 1904. Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

__________________I. V.: Rotb._________________

Arbeitsnachweis der Stadt Gießen

Garteustratze 2 (Bürgermeistereigebäilde) Ziurmer Nr. 14» Der Arbeitsnachweis hat die Ausgabe, zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern (Arbeitern jeglicher Art, Dieustbote« mrd Lehrlinge«) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln.

An den Werktagen von 8 bis X Uhr und von 8 bis 6 Uhr geöffnet.

ES können eingestellt werde«: B/»

1 landwirtsch. Arbeiter, 1 Pferdeknecht, 1 Schrnied rmd Schlosser, 2 Schmiede, 3 Wagner, 6 Schreiner, 3 Schneider, 1 Friseur, 2 Weißbinder, mehrere Erdarbeiter, Taglöhner und Handlanger, 1 Glaser, 1 Fabrikarbeiter, 6 Hcmsburschen, 1 Pierdebursche, 1 Zimmermädchen, 1 Küchenmädchen, 9 Dienstmädchen, 2 Lauffrauen.

Lehrlinge:

1 Installateur.

ES suchen Arbeit:

1 Bauschloffer, 1 Schmied od. Bauschlosser, I Maschinenschlosser, 1 Wagner, 1 Buchbinder, 1 Friseur, 1 Kellner' od. Portier, 1 Kaus- mann, 1 Lagerist oder Kassierer, 1 Verkäuierin, 2 Fabrikarbeiter, 1 Ausläufer,' 2 Hausburschen, 1 Schreiber, 1 Wasch- und Putzfrau, 3 Lauffrauen. _ _

MWn UmMjmiS Siejtt

Gartenstratze 2, Zimmer 9h?. 14.

(Geschäftsstunden von 81 und von 36 Uhr.)

Es sind zu vermieten:

36 Wohnungen von 17 Zimmern.

Zu mieten gesuchte

25 Wohnungen von 110 Zimmern.

Die Vermieter haben eine Einschreibgebühr zu entrichten «nh -war sür eine Wohnung mit einem jährlichen Mietwerr bis 300 Mk. einschließlich 0,20 Mk., von mehr als 300 Mk. bis 500 Mk. ein­schließlich 0,50 Mk., und von mehr als 500 Mk. 1 00 Mk.: außer­dem ist sür jede Wohnungsanmeldung 1,00 Mk. zu hinterlegen.

Für die Wohnungssuchenden erfolgt die Vermittelmrg un- entgeltlich.___________

Arbeits-Vergebung.

Die Pslasterarbeiten für den Neubau der NniversitätS- Vibliothek sollen auf Grund des Ministerialerlasses vom 16. Juli 1893 öffentlich vergeben werden, und zwar:

ca. 550 qm KLeinPftaster und Kieswege in 2 Losew

Die Angebotstinterlagen liegen auf unserem Amte, Wil- helinstraße 21, zur Einsicht offen und kömren von dort zum Selbstkostenpreis bezogen werden. ..

Angebote mit genau bezeichnender Aufschrift smd bn Montag den 26. d. Mts., vormittags 11 llhr, dcm> Eröffnungstermin, bei uns einzureichen.

Zuschlagsfrist 14 Tage. g

Gießen, den 14. September 1904. E1**

Großherzoglichc Baubehörde für die llntverfiM^Neubautcu.

Becker»