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22.7.1904 Erstes Blatt
 
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rin noch größerer (vreunD M '^'frvbenben tit her Rechts rftegr fein, noch mehr ^ebeirfen Haven gegen einfd)ncibenbc '?lb?nbenm<H'n ab? <?err Schönstedt. Trobbem wirb dem Scftvrvn die Anerkeunuiig nicht vorzuenthalten sein, daß, wenn er auch Teilte neue Bahnen tote#, berechtigte Beschwer­den bet ihm (M)ör fanden. Der Minister nahm nicht den Standpunkt ein, etnxi au# gründen der Autorität den Beam­ten tit Schutz zu nehmen, gegen bett sich die Beschwerde richtete, sondern er prüfte den Fall unbefangen und gab rückhaltlos den Schuldigen preis. Mit dem Parlament, mit dem Reichstag wie mit dem preußischen Landtag, ist Herr Schimstedt abgesehen von der Sozialdemokratie durch diese Methode iX't ?Nchtbvschönigung int ganzen gut ansg-ekommen. wobei ihn allerdings eine vorzügliche Redner­gabe unterstützte Die klaren Ausführungen anzuhören, tonr interessant auch für bett Laien in der Juristerei. Der Mi nister batte freilich mehrmals Auffassungen zu verteidigen, unter anderem über den dolus eventualis im Liebknecht- Prozeß, über Maiestätsbeleibigungen, über die russischen Verschwörer", nwbei mehr die Kunst, als die Richtigkeit der Begründung zu bewundern war. Mer man muß bei solchen Anlässen bi Nigerweise berücksichtigen, daß selbst Minister nicht die Macht haben, gewisse Schranken zu durchbrechen. Ein Staatssekretär bekannte eintnal offenherzig, daß er nicht selten in die Lage komme, auch das ihm persönlich nickt Zusagende, nicht Sympathische amtlich vertreten zu müssen.

Es liegt übrigens nahe, den Rücktritt Schönstedts mit dem Königsberger Hochveuratsprozeß in Berbinduna zu bringen.

Der metallische Beigeschmack.

. 9t Berlin, 21. Juli.

Südwestafrika und Ostasien zehren gewal- tig am Reichssäckel. Die Herero Rechnung, die dem Reichstag bei seinem Zusammentritt zu gehen dürfte, irirb auf viele Millionen sich belaufen und voraussichtlich nicht die letzte ihrer Art sein Denn Gouverneur Leut­wein rechnet noch auf eine zweijährige Dauer der kriegeri­schen Operationen. Die Kosten der Unterhaltung des Expe­ditionskorps lassen sich also nicht absehen, ganz zu schweigen von der Möglichkeit, daß nach Unterdrückung der Unruhen ein größeres Truppenaufgebot in der Kolonie bleiben muß. Das O stasien betrifft, so wurde in der Budaetkommission des Reichstags bei Beratung des diesjährigen Etats für das ost-asiatische Expeditionskorps festgestellt, daß die Aus­gaben auf d en Kopf der Brigade 5000 Mark betragen. An eine Vermindenrng oder Zurückberufung der Truppe ist während der Dauer des russisch-japanischen Kric ges nicht zu denken, und wie nach Friedcuöschluß die politr scheu Verhältnisse sich gestalten, ist völlig ungewiß.

Verseuchte Flußlaufe.

Gtegen die Verunreinigung der Flußläufe insbesondere öursch gewerbliche Al'wässer ist feit langem Abhilfe verlangt worden. Es kommen hierbei nicht nur Bestrebungen in Betracht, landschaftlich schöne Gegenden vor Verunzierung zu bewahren; das Hmrptgewicht liegt auf den gesund­heitlichen Erwägungen. Es ist hoch an der Zeit, der weiteren Verseuchung der Flußläufe Einhalt zu hm, der Flußläufe, aus denen zahlreiche Wasserwerke gespeist wer­den. Der inzwischen vertagte Gelsenkirchener Basser wer ks-Proze ß hat in dieser Hinsicht ein überwältigendes Material herbeigeschafst. Wasser mit Tnphuskeimen, Würmern, ja nrit Aalen, Salamandern von anderen unappetitlichen Stuften gar nicht zu reden muß notwendig Seuchen der schlimmsten Art Hervorrufen Was nützen alle Ausgaben für Kanalisation, wenn auf diesem Dege, durch die berüchtigtenStich- rohr e", un filtriertes, verdorbenes, wider­liches Wasser den Haushaltungen zu ge führt wird'. Solche Zustande, wie sie in dem Gelsenkirchener Prozeß aufgedeckt wurden, sind viel skandalöser, als sie durch Dohnunasüberfüklung oder versäumte Desinsiktion in einzelnen Fällen entstehen können. Ter Erlaß des preu­ßischen Handetsministers, daß Klärbassins für alle durch Fahrikati onsabgänge verunreinigten Abwäft?ranlagen her­zustellen sind, dürfte auf jenen Prozeß zurückzuführen sein Es empfiehlt sich aber wohl, daß dergleichen Anordnungen gegen Verunreinigung von Jbußläusen durch Re ichs- /zesetz geregelt werden.

Tie bayerische Tuevafiaire.

In der Donnerstags-Sitzung der bayerischen Abgeord­netenkammer gab der Kriea s m in i ster v. Asch zu der Duellaffäre Seitz-Pfeiffer folgende Erklärurrg ab:

_(s5 ist mir ein peinliches Gefühl, Steine in das Grab zu toeTTen. Darum hätte ich sehr gern über das ganze Vor­kommnis den Schleier gezogen. Tatsache ist, daß Major Seitz einen unerlaubten Verkehr mit der Gat­tin ei ne s Kameraden gepflogen hat, was schließ- iich Zum Zweikampf führte, nachdem vorher der Erlaß hinausgegeben war. Ter Mimsder schildert dann nochmals ben ganzen Vorgang und verliest den Erlaß, um den Beweis ju liefern day Tr. heim nur ein Bruchstück mitgeteilt pabe. >^ch habe, jo sagt der Minister, mit einer Aeußerung zurückgehalten, da die Beilegung von Ehrenhän­deln aur triedlrchem Wege ja doch nicht ge­dulde t w erden kann. Ich kann aber auch nicht an* ordnen, day zwei fick schlagen müssen, denn ich kann mich mit den Gesetzen nicht m Widerspruch setzen. Ter Erlaß ist an das Generalkommando gegangen und es muß diesem überlassen werden, so vor^ugehen, wie es von ihm für aut Blunden wird. Major Seitz hat den Abschied genommen und daran eine Forderung an den Leutnant Pfeiffer ge­richtet, was dann zu dem traurigen Ausgang führte Wenn das Kriegsministerium, wie es heißt, den Zweikampf wollte so kann es doch nicht denselben zu verhindern gesucht haben denn das wäre ja ein Widerspruch in sich. Ich hätte ja sagen könnsn, daß die Sache so weit zurückliegt, daß ich mich an sie nicht mehr erinnere. (Gelächter.) Wenn ich mich eines Urteils nicht enthalte, so ist es das, daß mir Tr. Heim ein Bein stellte und daß ich auch ge­fallen bin. Wufe: Aha.) Es wäre doch besser gewesen zu sagen: Wie steht eS mit dem Erlaß? Aber er hat mir eine Frage gestellt, die ich nicht beantworten konnte und als ich endlich antwortete, hat es geheißen: Das ist wfa wahr, der Kriegsminister hat gelogen Man schreibt Brandschriften über kleine Garnisonen, man spricht vom Znrückgehen des LffftierkorpS in moralischer Bezieh, ung. Wenn aber etwas mit ruhiger Hand angegriffen wird, fönnen solche Tinge nicht Vorkommen wie in den letzten Togen Um einen «-nf'liebigen Mii i'ter beseitigen zu fkirnen, schreckt man von keinem Mittel zurück.

3u ^egmn der Sitzung erklärte der Kriege Minister auf ntrag» nxid die Ernennungen im bayerischen Senate Recchsmilctargerichls betreffe, so stehe das Ernennungs-

rccht mir dem Könige von Bayern zu. Lediglich bei her Ernennung des Militäranwalts müsse die Zustimmung deS deutschen Kaisers nachgesucht werden.

Dentkches Keich.

Berlin, 21. Juli. Der Kaiser besuchte, wie miß Drontheim gemeldet wird, heute die Domkirche und wurde am Eingang von dem Konsul Ienffen und einigen anderen Herren empfangen. Nach einer eingehenden Besichtigung der Kirche begab sich der Monarch nach dem Landsitz deS Konsuls Ienssen, wo daß Frühstück eingenommen wurde.

Ter Präsident deß russischen Ministerkonüteeß von Witte ist heute hier eingetrofsen, worauß zu entnehmen sein dürste, daß die Hauptverhandlungen Über den deutsch-russischen Handelsvertrag abgeschlossen sind. Wie diePost" erfährt, werden die Verhandlungen durch Kommissare in Berlin fort­gesetzt werden. Wie scheint, hofft man in den beteiligten Kreisen, im Laufe der nächsten Woche zu einem Abschluß zu gelangen. Vor der Abreise Wittes miß Norderney ist noch gestern und vorgestern den ganzen Tag zwischen dem Reichs­kanzler, Witte, Graf PosadowSky und Timiriasefs verhandelt worden. Die gestrige Konferenz hat 5 Stunden gedauert.

Die ,N. Fr. Pr." erhält auß Norderney folgende Depesche: Meystomicz, Gehilfe in der russischen Finanzagentur, ist miß Berlin hier zur Schlußverhandlung über den Zolltarif und Handelsvertrag eingetroffen. Eine Verständigung soll bereits erfolgt fein. Rußland akzeptiert die deutschen Minimalzöllß für Ge­treide, Deutschland gewährt veterinäre Erleichte- tun gen im Viehverkehr.

Die Auflösung des H oflagerS in (Sabinen ist vorläufig auf den 25. b. M1S. festgesetzt. An diesem Tage wird die Kaiserin mit ihren Kindern voraussichtlich von dort nach Schloß WilhelmShöhe zu weiterem Somniermifenthalt übersiedeln.

Der 8-Uhr-Ladenschluß für Berlin wird aller Voraussicht nach schon am 1. Oktober in Kraft treten.

Der »ReichSanz.* veröffentlicht den stenographischen Bericht der Verhandlungen über ben Verband deutscher Drahtwalzwerke und den Verband deutscher Dra ht- stistsabrikanten vom 30. Juni.

Kiel, 21. Juli. Hebet die Kaifer-Man över be­richten die Kieler Neuesten Nacht.: An der Parade deß 9. Armeekorps vor dem Kaiser bei Altona am 5. und 6. Sep­tember wird auch dSS LcmdungSkorpS der Schlachtstotille lcil- nehmen. Am 7. September fährt der Kaiser zur Flotte und nimmt die Flottenparade ab. Am 8. und 9. September sinden die Flotten-Manöoer statt, am 10. und 11. die Be­sprechung der Flotten-Manöver und die Fahrt deS Kaisers nach Kiel. Am 12. September begiebt sich der Kaiser nach dem Manöver-Hauptquartier, dann erfolgen vom 13. bis 15. September die Feldmanöver deß Garde-KorpS und deS 9. Armeekorps unter Beteiligung der Schlachtflotte.

Ausland.

Rom, 22. Juli. Im Vatikan glaubt man, der Bruch mit Frankreich werde noch in dieser WockM vollzogen werden. Man sieht ihm mit großer Ruhe ent­gegen und sagt, eS werde damit der Kirche besser gedient, alS mit Per Politik des sckpvächlichen RachgebenS, welche die letzten Jahre des Pontifikats Leos XIII. kennzeichnete. Ter Papst könne nicht seine geistlichen Rechte preiSgeben, ohne an der Kirche zum Verrarer zu werden Combos habe einen Vorwand, um das Konkordat mit einem Scheine von Rocht zu lösen, gefunden. Die Verantwortung für die Folgen werde er allein tragen. (Na, na ft

Budapest. 21. Juli. (Abgeordnetenh au S.) Die Debatte über die Erhöhung der Zivilliste wurde heute geschlosseii, nachdem noch Lengyel unter anderem ausgefiihrl hatte, der deutsche Kaiser habe in seinem Budapester Toast mehr Sinn für Ungarns Aspira­tionen bekundet, als alle Habsburger in vier­hundert Jahren und er komme auch oft nach Un» garn,ohnegleichseineRechnungein zureichen. Graf Apponhi machte vom Schlußwort Gebrauch und er­klärte, der uirgarische Hosiialt fließe aus der Souveränität Ungarns und müsse daher verwirklicht loordon, wenn auch kein Gesetz ihn vorschreibe Man dürfe der Krone gegen­über nicht aus Zartgefühl schweigen, sondern müsse auf die bestehenden Fehlet und Mängel offen Hinweisen Gras Tisza erklärte, mit dem Wunsch nach einem ungarischen Hof­halt fei jedermann einverstanden, doch dürste man den­selben nid)t erzwingen wollen, da dies nur schädlich sei. Auf btc an ti dynastisch en Angriffe ber Opposition wolle er überhaupt nicht eingehen, da sie bei dem Zartgefühl unb der Ritterlichkeit der ungarischen Nation ohnehin wirkungs­los bleiben werden. Tie Opposition mache sich übrigens durch die Nachahmung der 1848er Allüren nur lächerlich. Ueber den Gesetzentwurf wird morgen namentlich abge- stimmt werden.

Aus Sladl und Land.

Gießen, den 22. Juli 1904.

** Eine BiSmatcksäule bei Gießen. Wie wir hören, hat der Ausschuß der Studentenschaft unserer Ludoviciana beschloßen, aus einer zu bestimmenden Anhöhe in der Umgebung von Gießen eine BiSmarcksänle zu errichten; die Kosten für die Säule sollen durch Beitrage von der Studentenschaft aufgebracht werden. Die Vorarbeiten sollen demnächst schock in Angriff genommen werden und mein hofft, die Säule in einigen Jahren vollendet zu sehen. Wir wünschen dem schönen Unternehmen den allerbesten Erfolg.

" Ober ft a. D. Otto Haupt, ber heute nachmittag zu Grabe getragen wird, wurde am 7. April 1841 in Zürich geboren als Sohn des damaligen Oberlehrers an der Kanton- schule zu Zürich, nachmaligen Pfarrers in Rimhorn i. O. unb Gronau a. d. B. Dr. Friedrich Haupt, der 1890 in Wieften starb. Nachdem er die Gymnasien zu BenSheim und Büdingen bis zur Prima absolviert hatte, trat er am 16. Oktober 1858 in die hessische Armee ein. Am 6. Mai 1863 wurde er zum Leutnant befördert. Als Leutnant nahm er an dem kurzen Feldzuge von 1866 teil. 1868 wurde er nach Suhl abfommanbiert, um die neuen Gewehre (Zünd- nabelgewehce) abziinckmien. Am Tage dcS AuSmarlcheS'gegen Frankreich, am 21. Juli 1870, wurde er zum Oberleutnant beförbert und machte als solcher den ganzen Feldzug mit;

er wurde mit der Führung bet 8. Kompagnie unseres Regi- mentS betraut. Bei Grcwelotte am 18. August 1870 im Gesicht verwundet, mußte Oberleutnant Haupt zur Heimat zurückkehren (am 30. August 1870 wurde ihm das Eiserne Kreuz verliehen); nach drei Monaten ging et jedoch wieder inß Feld, machte die Belagerung unb Kapitulation von Metz mit und nahm an dem Loire-Feldzuge teil. Bei Btiare wurde Haupt am 31. Dezember 1870 am Oberschenkel ver­wundet und mußte abermals nach Deutschland zurück. Am 11. Januar 1876 wurde er zum Hauptmann und am 13. Oktober 1887 zum Major befördert. Im Jahre 1889 wurde Major Haupt von Gießen nach Schweidnitz versetzt, wo er daß detachierte 2. Bataillon deS 38. Füsiliet- RegimentßGraf Moltke" erhielt. Etwa zwanzig Jahre hatte der Verstorbene dem hiesigen Regiment angehört. Am 25. März 1893 wurde er Oberstleutnant und nach Metz zum 131. Infanterie-Regiment versetzt. Am 19. März 1896 wurde er zum Oberst unb zum Kommandeur deß 140. Jn- santcrie-Regimentß in Inowrazlaw ernannt. Arn 20. Mai 1897 nahm Oberst Haupt den Abschied und siedelte nach seiner alten Garnison Gießen über, wo er biß zu seinem Tobe lebte. Er war unverheiratet geblieben. Daß jähe, un­erwartete Enbe deß vortrefflichen Mannes, dem jeber, der mit ihm zusammentraf, herzlichste Verehrung entgegen bringen mußte, hat in weiten Kreisen unserer Stadt auffällige Trauer heroorgerusen.

** Besitzwechsel. Das Zöckler'sche Anwesen, West- Anlage 36, ging für den Preis von 41500 Mk. an daS Spezial-Grvßgcfchäft für Ännalbau und Jnstjallationsartikel von Ringel & Walther in Gießen über.

** N och eine gute Schwimm lei st ung. Ein Ser* geant vom hiesigen Regiment legte bie Strecke von ber Lchwimmanstalt bis zmn Felsen, von da bis zum Boots­haus und von hier bis zur Schwimmanstalt, schwimmend, ohne Unterbrechung, in 1 Stunde 50 Min. zurück. Die Strecke umfaßt chva 3600 Meter. Die Leistung wurde von einem Unteroffizier, der in einem Boot nebenher fuhr, mit der Uhr kontrolliert.

** Das finanzielle Ergebnis des natio­nalen Gesangswettstreites. Eine vorläufige Zu­sammenstellung von Einnahmen und Ausgaben für ben ..Nationalen Gesangswettstreik", der zu Pfingsten in unserer Stadt abgehalten wurde, hat, so schreibt m<m uns, ergeben, daß trotz großer Aufwendungen für denselben und nicht besonders günstigen Wetters ein Fehlbetrag voraussichtlich nicht vorhanden ist. Die finanzielle Leitung des Festes hat sich also bewährt. Das Ergebnis ist erfreulich, auch in Rücksicht auf spätere ähnliche Unternehmen, zu denen es ermutigt und denen eS in Betreff der Organisation und Ausgestaltung wertvolle Anhaltspunkte bietet.

* Der Verein ehemaliger Jäger und Schützen Gießens und Umgehend veranstaltet am Sonntag auf dem Schützcmhause hier fein erstes großes PreiSschießen. Wie aus dem Inseratenteil ersichtlich ist, ist hiermit ein Gartenfest mit Votksbelnsttgungen (Arx- platz) unb Tanz brrfninben. Während deS Preisschießens konzertiert die KapeNe deS Kuichess. Iäger-Bat., Königin^ Marguerita von Italien, Nr. 11, unter Leitung des Musik­dirigenten Schönere. Auch die sonstigen Darbietungen ver­sprechen dem Publikum einen recht vergnügten Sonntag.

* Der Versand der Bad - Nauheimer Staatsqu eklen hat infolge der patentierten CyystaH- Füll-Methode sehr erheblich zugenommen. Während im Mai 190? 835 Gefäße mit Nauheimer Wasser zum Versand kamen, stieg 1903 diese Zahl auf 2145 und im Mai 1904 auf 12500 im Juni 1904 auf 24 000. Diese Ziffern beweisen, welch wachsender Beliebtheit sich die Nauheimer Mineral­wässer erfreuen.

Hosheim i. Taunus, 22. Juli. In der verflossenen Nacht wurde im hiesigen Stationsgebäude einge­brochen, ein großer eiserner Schrank gestohlen und dieser auf einem Stationskarren fort» transportiert. In dem Schrank befinden sich unge­fähr 100 Mk. in betar und ca. 500 Mk. in Briefmarken.

Mainz, 21. Juli. DaS Großh. Kreisamt hat nunmehy auch amtlich die Mitteilung erhalten, daß Mitte August der Kaiser in Mainz ein treffen wird, um den Ma­ri övern auf dem großen Sande beizuwohnen. Auch der Groß Herzog von Hessen wird dort hinkommen und den Kaiser als seinen Gast während einer kurzen Rast im Schloß bewirten In den nächsten Tagen werden die erfor­derlichen Räume im Schloß zum Empfang hergerichtet. Der Kaiser und der Großherzog werden wieder wst in früheren Jahren nach beendigtem Manöver an der Spitze her Trup­pen in die Stadt zurückkehren und sich in das Palais be­geben. Dort findet alsdann ein Diner statt.

Kleine Mitteilungen auS Hessen und den Nachbarstaaten. Dem Oberbürgermeister Ritter v. Marx in o m b u r g wurde anläßlich deSGordon-Bennett- Rennens (?) der Rote Adlerorden 4. Klaffe verliehen.

Dermifcbtei.

Berlin, 21. Juli. In der letzten Nacht hat sich bei Schmöckwitz ein Liebespaar gemeinsam durch Er­schießen ben Tod gegeben. ES handelt sich um den 25 Jahre alten Emil Koch auS Berlin und ein etwa achtzehn­jähriges Mädchen, dessen Persönlichkeit noch nicht festgestellt ist. Unter dem Verdacht der Pocken- Erkrankung wurde gestern baß 14 Monate alte Kind eines Reisenden in die Charite eingclicfcrt. DaS Befinden der übriaen an Pocken Erkrankten ist befriedigend.

* Berlin, 22. Juli. Der des Mordes an der Lucie Berlin verdächtigte Zuhälter Berger wird auch beschuldigt, früher in BreSlau ein ähnliches Verbrechen an einem kleinen Mädchen zu verüben versucht zu haben. Die BreS- lauer Staatsanwaltschaft erhob Anklage gegen Berger wegen versuchten Verbrechend gegen bie Sittlichkeit unb wegen ver­suchten Totschlags.

" Stettin, 21. Juli. Wie der »Stell. Adenbp.* aus Greifenhagen gemeldet wird, wurden gestern in der Reglitz die zusam menge blinden en Leichen eine? 20 jährigen MusikerS unb eines etwas jüngeren Dienstmädchens ausgesunden. Die jungen Leute, welche cm Liebesverhältnis unterhielten, waren seit dem Abend vorher verschwunden.

Elbing, 21. Juli. In Blondzmin, Kreiß Schwetz, sind 24 Gehöft e mit 66 Gebäuden niedergebrannt. Ein Kind kam in ben Flammen um.

' KönigShütte, 21. Juli. Heute vormittag stürzte bei einem im Ban befindlichen Schiilhause baß B auger ü st zusammen. Acht Arbeiter wurden in bie Tiefe gerissen. Sechs von ihnen wurden schwer, zwei leicht verletzt.