einer reinen Betriebsmittelgemeinschaft der deutschen
Ausland
London, 20. Okt. Dem Reuter-Bureau wird aus
der Siaatsregierung wurde seitens des anwesenden Regierungsvertreters bekundet. Der einzige Gegner des Antrages war das sozialdemokratische Mitglied des Ausschusses.
Stuttgart, 20. Okt. Die Fraktion der Volkspartei beschloß, im Landtage zwei Interpellationen einzubringen betreffs der lippeschen Streitfrage und des Projekts
wird sie Abg. Traeger begründen.
— Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Tie Angaben, die der „TuneS" aus Peking und Wien über die Einmischung der deutschen Diplomatie in Sachen des englisch- tibetanischen Vertrages zugingen, veranlassen uns, folgendes festzustellen: Weder bei China, noch bei Rußland, noch an anderen Stellen hat die deutsche Diplomatie in der Tibetfrage amtlich oder vertraulich Schritte getan. Der Vertrag zwischen Großbritannien und Tibet wurde in Peking durch Veröffentlichung einer Zeitung bekannt, ohne daß vorher der deutsche Gesandte von dem Wortlaut deS Vertrags oder seiner Veröffentlichung unterrichtet gewesen ist. Die Zeitung soll den Text des Vertrags aus chinesischer Quelle erhalten haben. Von der deutschen Gesandtschaft konnte ihr darüber keine Information zugehen. Nach der Veröffentlichung fragte der deutsche Gesandte gesprächsweise auf dem chinesischen Aus- l wärtigen Amte, ob der in der Presse gemeldete Wortlaut des Vertrags authentisch sei. Der Gesandte hob dabei ausdrücklich ! hervor, Deutschland nehme an dieser Angelegenheit keinerlei I Interesse.
Wildpark, 20. Okt. Heute nachmittag sind der Groß- ! Herzog und die Großherzogin von Mecklenburg mit Herzogin Geeilte eingetroffen. Zum Empfang waren der Kaiser und die Kaiserin, der Kronprinz, Prinz und Prin- zessin Heinrich erschienen.
Fulda, 20. Okt. Bei der heute nachmittag stattgehabten Landtags-Ersatzwahl im Wahlkreise Fulda an Stelle des verstorbenen Abg. Dr. Göbel (Ztr.) wurde ReichsgerichtS- rat Dr. Spahn-Leipzig (Ztr.) einstimmig gewählt.
Oldenburg, 20. Okt. Unter den Anträgen, die der Finanzausschuß des Landtages dem Plenum zur Annahme empfiehlt, ist von besonderem Interesse ein Antrag Schröder, der dte Seßhaftmachung ländlicher Arbeiter bezweckt. Nach dem Anträge soll der Staat auch zur Mitwirkung herangezogen werden, wenn in kultivierten und bewohnten Gegenden Eigentum erworben werden soll und deut Erwerber entweder die Möglichkeit fehlt, sich anzukaufen, oder aber die Mittel mangeln, sich seßhaft zu machen. Staatsländereien sollen in kleinen Parzellen für die Seßhaftmachung der Arbeiter und der ihnen gleich zu achtenden Kleinhandwerker hergegeben werden; außerdem aber soll der Staa auch mit seinen Mitteln als Käufer austreten, wenn größere Besitzungen in Gegenden zum Verkauf kommen, wo es der Arbeiterschaft schwer wird, passendes Eigentum zu erwerben. Nicht nur der Finanzausschuß erklärte sich mit der Tendenz des Antrages durchaus einverstanden, auch die Sympathie
Deutsches Reich.
Berlin, 20. Okt. In Werder a. d. H. wurde heute in Gegenwart des Kaisers, deS Kronprinzen, der Prinzen Heinrich, August Wilhelm, OSkor, Joachim, Friedrich Karl von Hessen, der Prinzessinnen Heinrich, Friedrich Karl von Hessen und Viktoria Luise das Denkmal Kaiser Fried- richS enthüllt.
— Die Nachricht betreffs Aeußerungen, welche der Reichskanzler gegenüber dem Bruder des Abg. VopeliuS zur Kanalvorlage getan haben sollte, erklären die „Berl. N. Nachr." für erfunden. Die Kanal Vorlage sei weder vom Reichskanzler noch von ihm berührt worden.
— Der Reichskanzler Graf Bülow empfing heute nachmittag den gestern abend hier eingetroffenen österreichisch- ungarischen Botschafter v. Szoegyeny-Marich zu einer i längeren Unterredung.
— Der Reichskanzler hat den Lippischen Staatsminister Gevekot nach der Festtafel im königlichen Schlosse am 18. d§. in ein längeres Gespräch gezogen, das sich in erster Linie um die Lippische Frage gedreht hat. Minister Gevekot ist heute nach Detmold zurückgereist. Der Ausschuß für daß Justizwesen und der für Verfassungsfragen sind mit der Prüfung der Lippischen Angelegenheit beschäftigt. So sehr nun hier auch die Angelegenheit beschleunigt wird, bis zum nächsten Samstag wird die Materie für das Plenum des BundeSratS auf keinen Fall schon spruchreif sein. Wenn nun weiterhin behauptet wurde, Gras .^phenthal sei als Referent über die Lippische Angelegenheit im Bundesrat bestellt, so liegt auch hier nichts als eine Vermutung vor. Minister Gevekot hat Gelegenheit gehabt, auch noch mit einer ganzen Anzahl weiterer Bundesratsbevollmächtigter in einen Meinungsaustausch zu treten. Dabei hat man weder von der einen, noch von der anderen Seite versucht, Stimmung mu machen, und insbesondere hat, wie die .Post" hört, der Minister Gevekot diejenige Zurückhaltung bewahrt, welche von Anfang an auf Seiten der gegenwärtigen Regierung in Lippe so angenehm aufgefallen ist.
— Die von den Freisinnigen eingebrachte Interpellation, betreffend die Sammlungen des Oberhofmeisters v. Mirbach, wird vom Minister de§ Innern Freiherr Iv. Hammerstein am 26. d. M. im Plenum des Abge- I ordnetenhauseS sofort beantwortet werden. Voraussichtlich
Die Regierung wird aufgefordert, ein Arbeitsministerium zu gründen.
Paris, 20. Okt. Präsident Loubet empfing bte her» vorragendsten Teilnehmer an dem Chirurgenkongreß, darunter die Professoren Czerny-Heidelberg, von Mikulicz- Radecki-BreSlau, Ernst von Bergmann und Sonnenburg- Berlin.
Wien, 20. Okt. Nach einem statistischen Nachwelse über den Außenhandel Oesterreich-Ungarns betrug im September der Wert der Einfuhr 161 Millionen Kronen, also 22.9 Mill, mehr als im September des Vorjahres, der Wert der Ausfuhr 172.3 Mill., also 8.5 Mill, weniger als 19 0 3. Vom Januar bis einschl. September bezifferte sich der Wert der Einfuhr aus 1459.4 Mill., das sind 92.8 Mill, mehr als 1903, der Wert der Ausfuhr aus 1517.4 Mill., also 17 Mill, weniger als im Vorjahre. DaS Aktivum der Handelsbilanz beträgt in diesem Jahre 58 Mill. Kronen gegen 167.8 Mill, im Vorjahre.
— In der niederösterreichischen Handelskammer stellt daS Mitglied Lindhelm folgenden Dringlichkeitsantrag: Angesichts der enormen Wichtigkeit der telephonischen Verbindung Wiens mit Frankfurt a. M., das schon seit Jahrhunderten und lange vor Berlin mit der österreichischen Finanzverwaltung und der Wiener Geschäftswelt in ernster Berührung steht, wolle die Handelskammer in einer Eingabe an das Handelsministerium neuerdingS versuchen, eine telephonische Verbindung zwischen Wien und Frankfurt a. Main, eventuell im indirekten Wege durch Benützung der bayerischen Linie sukzessive durchzusetzen.
Shanghai, 20. Okt. Gut informierte Chinesen ver» sichern, daß sich geheime Gesellschaften gebildet haben, um in der Provinz Kwangtung einen allgemenen Chinesen- aufftanb herbeizuführen.
Sofia, 20. Okt. Aus Saloniki wird gemeldet: Ein bulgarischer Priester wurde vor seiner Wohnung von Griechen ermordet.
-- . - - — Eine Versammlung von Gemeinderatsmitgliedern der
'^rhtTßeiite^bi^an^bMi Vororte Londons hat einen Antrag angenommen betreffend
erwehren Gründung einer großen Kolonie, nach welcher bte Arbeitslosen der Stadt London gebracht werben sollen.
AUS und Land.
Gießen, ben 21. Oktober 1904.
" Personalien. S. K. H. ber Großherzog haben dem evangelischen Pfarrer Alexander Schuch ard zu Reinheim daS Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps )c§ Großmütigen verliehen. — In den Ruhestand versetzt wurde der Bahnwärter in der Hess.-Preuß. Eisenbahngemein- chast Jakob Henkel zu Großen-Buseck.
*• Der neue NotauSgang im Stadttheater. Der Beginn der Volksvorstellungen, die ein besonders zah.l- reicheS Publikum ins Theater zu ziehen pflegen, giebt un§ Veranlassung, daraus hinzuweisen, daß in diesem Herbst vom Theaterverein ein NotauSgang hergestellt wurde, der von der linken Seite des ParketS aus durch die Kegelstube hindurch direkt inS Freie, nämlich in den Garten ber Herren Gebrüber Friedberger führt, die in dankenswerter Weise ihre Einwilligung zu der Anlage gegeben hatten. Dieser NotauSgang ist mit einem Feuerwehrmann besetzt, der im Falle einer Gefahr das über 2 Meter breite Tor nach den: Fried- berger'schen Garten aufstößt. Während also durch diesen neuen breiten AuSgang alle auf der linken Hälfte deS Saales sich befindenden Personen in kürzester Zeit das Freie erreichen, treten die rechts sitzenden durch die beiden schon früher vorhandenen Türen direkt in den Hof des Theater- grundstückeS; die Besucher der Gallerie und der oberen Logen verlassen dagegen den Saal am besten über die Gallerietreppe, wenn sie es nicht vorziehen, eine der Leitern herabzusteigen, die seitens der Feuerwehr vor jeder Vorstellung an das Haus gestellt werden. Es sind also alle Vorkehrungen getroffen, um im Falle einer Gefahr ein rasches Entleeren des Theaters zu ermöglichen.
♦* Der Gesangverein Harmonie feiert am Samstag abend in der Restauration Wigandt sein 58. Stiftungsfest sowie am Sonntag nachmittag in Lonys Merkeller ein Familienfest, verbunden mit humoristischen, Gesangsvortragen und Tanz. Die wackere Sängerschar steht unter Leitung eines bewährten Dirigenten, des Lehrers Mach, der versteht, dem Verein seinen alten guten Rus zu erhalten und zu stärken. Tie Festtage versprechen den Ungehörigen sowie den Freunden des Vereins einige schone Stunden. ,
•• Der Hannoversche Sport-Wettlauser Karl Gerhardt, welcher am vorigen Sonntag nachmittag auf Oswaldsgarten vor zirka 2000 Zuschauer, die ringsum den Platz besetzten, zum Erstaunen der Zuschauer 220 Meter 90 mal in 688/4 Minuten umlief, während bte Mitläufer es auf nur 8—12 Runden brachten, wird Sonntag den 23. Oktober nachmittags nach 3 Uhr auf Oswaldsgarten nochmals einen Wettlauf'veranstalten. Diese Vorstellung verspricht dadurch interessant zu werden, daß zwei Radfahrer 97 Runden m derselben Zeit fahren müssen, in der der Wettläufer 50 gelaufen hat. Das Nähere ist im Inseratenteil zu ersehen.
** Oberhessische Heimatgeschichte. In Nr. 243 (vom 15. d. M.) des „G. Anh.", so schreibt man uns, findet sich, als Beitrag zur oberhessischen Heimatsgeschichte die „mündliche Ueberlieserung" mitgeteilt, daß die ehemalige Stadt Feldkrücken zwischen Ermenrod, Ruppertenrod und Elpenrod gelegen Hube, daß die Bewohner in den Vogelsberg gezogen, dort ein neues Feldkrückerr gebaut, daß jedoch drei Familien zurückgeblieben und Elpenrod begründet hatten. Hiervon ist allein richtig, daß zwischen jenen drei Dörfern ein Dorf Feldkrücken gelegen hat, das um die Mitte des 14. Jahrhunderts bestand, jedoch schon 1466 wüste war. In einer Arnsburg er Urkunde vom 19. Ang. 1350 erscheint Fel d - krucken bi Elperodde", also beide zur selben Zeit noch als Dörfer. Dagegen erscheint Feld krücken im Vogelsberg (bei Ulrichstein) schon 11. April 1344, kann also ebenso wenig wie Elpenrod von jenem anderen Feldkrücken aus begründet worden sein.
** Der Herr Versicherungs-Inspektor. Man schreibt uns auS Preußen: Ein höherer Verwaltungsbeamter begab sich vor Kurzem in dienstlicher Angelegenheit in daS abgelegene Dörfchen P. Dort fragte er nach der Wohnung des Dorfoberhauptes und erfuhr, daß dieses abwesend sei. Der Beamte begab sich inS DorfwirtShauS und erhielt dort Gesellschaft in der Person des DorsdarbierS. Dieser war neugierig genug, den fremden Herrn zu fragen, waß er für ein „Geschäft" habe. Dieser, dem eS darum zu tun war, vorerst nicht erkannt zu sein, gab sich für einen LebenSversicherungS- , Inspektor aus, er wolle u. a. die Kinder deS Bürgermeisters
englische Dampfer „Maori King"', der eine Ladung gepökelten Fleisches im Werte von 300 000 Toll, an Bord hat, von Rußland angekauft wurde. Ter Dampfer ging heute nach Kapstadt. Er führt jetzt den Namen „Restauration .
Lemberg, 20. Okt. Wie ein polnisches Blatt meldet, haben fich ein Oberst, 6 Offiziere, ein Militärarzt, denen der Ankauf von Werden in den Grenzgebieten für die ostasiatische Armee Übertragen war, geflüchtet. Sie wandten sich nach der Schweiz, um nicht mehr nach Rußland zurückzukehren.
Paris, 20. Okt. Ein Berichterstatter, der vor kurzer Zeit die chinesischen Gewässer durchfuhr, berichtet, daß in diesen Tagen ein heftiger Sturm geherrscht habe. Es sei daher leicht möglich, daß sich die Dschunke, auf der sich der d e u t s ch e und französische Militärattacbee befanden, im Sturm unter- gegangen sei.
Frauenzimmer und Wutki.
Der amerikanische Oberstabsarzt Seaman, der vom Kriegs- schauÄaß nach Amerika zurückgekehrt ist, hielt auf dem Kongreß der Militärärzte in St. Louis einen Vortrag über die Erfahr-
DeterSburg, 20. Okt. General Kuropatkin ist im! unbcftrittcuen Besitzt" SSHeistcltung am Schaho. Starke Kräfte sind -mm schütz der Flügel svNwlü am Hunbo . bei Suhndiapu wie auf der Straße von Mukden nach Bianvapusa i ausgestellt, sodaß eine flankierende Bewegung des den ge- < schäumen Stackelberg ansckx'inend nickt mehr so heftig verfolgen- ] hen Kuroki auch in der Richtung über den Paß von Hanschan nicht । zu befürchten ist.
Port Arthur.
Tie Llnzeicken, bau eine Entscheidung für Porck Arthur nahe bevvrsteht. mehren fick. Ob diese Entsck^eidung aber den^ end- ; nlligen Fall bei- Festung bedeutet, oder ob General stosset I .feine dezimierte Besatzung in einer letzten festen Reduitstellung I, vereinigen kann — wie es heißt, in dem Westabscknitte der I Festung bei Lavtischan —, steht dahin. Solange das ru)mcw Andreaskreuz als Kriegsflagge nock auf einem Teile von Port Arthur weht, ist Iatxm nickt Herr der Halbinsel Liautung und hat nickt seinen Zweck er-reickt, seiner Flotte den crstlmten Stützwmkt im Gelben Meere zu geben. Die Frontlinre der Gürtel- werke um Port Arthur hat eine Länge von 24 bis' 25 Kilometer nach der Landseite zu. Zu ihrer nnrksamen Verterdigung Tctcwn I nach den fünfmonatlichen Kämpfen die lebenden und toten ^>treit* mittel nun nicht mehr aus. Es heißt, die Besatzung let aus 5000 Mann Waffenfähiger gesunken. Ist diese Mitteilung wahr, so kommen kaum 200 Mann aus die Verteidigung ernes Kilometers. Dieses Verhältnis fällt wenigstens noch um dre valste, da die dicnstbabende Mannschaft abgelöst werden muß. 1001 Mann auf 1 Kilometer verteilt, ergibt höchst unzureichende Verteidigung. Nach all den Verlusten durck Gefechte, Krankheit, Ileberanstrengung ist der moralische Mut der Besatzung bewunderungswürdig. Er ist nocki nicht gebrochen, so daß Okrteral I Ztdssel den heldenmütigen Widerstand nach Ausgabe der Haupt- befestigungen in einem räumlich kleineren 2lbsckhritte sortzu-1 führen gtbenTt. Ta Stössel dem letzten japanischen Parlamentär, der ihn zur Uebergabe aufforderte, mit der Warnung entließ, den nächsten Unterhändler, wenn er mit gleichem Anträge käme, erschießen zu lassen, so ist eine Uebergabe der Festung auf dem Wege der Kapitulation ausgeschlossen, sie kann nur durck eturm erzwungen werden. Mit dieser einzigen Notwendigkeit rechnet auch General Nogi. der Leiter der Belagerung: diesem Umltande entspringen die Gerückte eines nabe bevorstehenden Sturmes, der bis zu dem Geburtstage des Mikado Port Arthur endgiltig zu Fall bringen soll.
Die heute vorliegenden Meldungen besagen:
London, 20. Okt. Dem Reuterbureau wird aus Tlckim bom 20. Oktober gemeldet: Die Japaner machten am 8. Okt. auf Erlungschan, und die Russen am 9. Okt. auf die japanischen Befestigungen einen vergeblichen Angriff. Später madtfen die Japaner einen überraschenden Angriff und eroberten die Höhen und die 500 Meter von der Hauptbefestigung Erlnng- schcm entfernte eiserne Eisenbahnbrücke. Seitdem ^nackten die Rrffsen verschiedene vergebliche Versi'che, diese Stellung wieder zu nehmen. — Am 10. Okt. gingen neun Torpedobootszerstörer aus dem Hafen und beschossen die linke Flanke dex Japaner. Vier japanische Torpedobootszerstörer zwangen jedock die Russen, nach dem Hafen zurückzugehen. Hierbei erlitt ein japanisches Boot eine schwere 5) a varie, indem es auf eine Mine lief. — Die russische Garnison ist auf 5000 Mann zusammengefckmolzen. — Am 13. Okt. fand ein heftiges! Gefecht auf den Abhängen von Erlungschan statt, wobei die Japaner 300 Mann verloren. — Die Nachricht vom Auslaufen des baltffchen Geschwaders rief in der Festung große Begeisterung hervor. I
London, 20. Okt. „Daily Telegraph" meldet aus Tsckim oon gestern: Ein von der Belagerungsarmee aus Port Arthur hier eingetroffener japanischer Kaufmann berichtet, daß die javanischen Verluste vor Port Arthur mehr als 50 000 Tote betrugen. Die Soldaten litten jetzt auch unter der Kälte. Die Hauvtartilleriestellung der Japaner bestehe aus 400 Geschützen, die in einer Linie von den Wolfsbergen bis Tasdmntan । stehen. — Das Feuer dieser Geschütze könne für die Festung erst dann verhängnisvoll werden, wenn die vorgelagerten Forts zum Schweigen gebracht sind. Die Nachrichten von der baltischen Flotte veranlaßten die Japaner dazu, ihre Anstrengungen zu.erhöhen. Sie zögen Verstärkungen zusammen, auch werde die Beschießung heftiger, und beides deute auf ein-n neuen Angriff hin.
Kleine Meldungen.
London, 20. Okr. Nack einer Meldung aus Tsckifu liegt ein aus den östlichen Gewässern gekommenes iapanisdies Geschwader vor der Jalu-Mündung. Durch dessen Zusammenwirken mit den Landtruppen sei eine ausgedehnte Invasion in Korea durck die Russen nunmehr unmöglich gemacht.
Washington, 20. Okt. (Reuter.) Das Staatsdepartement übermittelte den japanischen Protest dagegen, daß die russischen Truppen chinesische Kleider getragen haben, an bm Geschäftsträger Eddie in Petersburg zur Ueber- reichuug an die russische Regierung. Es heißt hier, die Bekleidung sei nicht gebraucht worden, um den Feind zu täuschen, sondern weil wegen des eingetretenen kalten Wetters warme Kleidung nötig gewesen wäre. Es sei nur eine Verletzung der Kriegs- gesetze ftn technischen Sinne.
London, 20. Oft. Die „Times" melden, daß der
imaen, die er int fernen Osten sammelte. Er ist der Ansicht, daß die übrigen Staaten auf dem Gebiete der H e i l p f l e g e im 'Kriege von den Japanern viel lernen können. Ter böseste Feind fei,nicht der Gegner, sondern die Krankheit, uttb die Japaner, scheinen die ersten zu fein, die dies richtig erkannt hätten.^ Schon lange vor Ausbruch der Feindseligkeiten waren japanssche Militärärzte damit beschäftigt, an den für den Vormarsch der Truppen in Aussicht genommenen Orten die Eisenbahnen, lokalen Verhältnisse auf ihren Einfluß auf die Gesundheit zu
prüfen. Es sei auch bei der japanischen Armee Aufgabe der Mlli-1 .......
tärftr?5te, die Anfertigung der Kleidung und der Zelte genau zu I überwachen. Sämtliche Brunnen und Flußläufe wurden, ehe diel Armee in den Distrikt kam, ärztlich untersucht. Keine foura-1 ' ,
Zierende Abteilung verlasse das japanische Lager, ohne daß ein mAan) in Tibet vorn 17. Oktober gemeldet: Das Haupt- fofaebeflen feien Unterleibserkrankungen in der japanischen Armee find hier erngetroffen. Der Marsch über die Passe war fast unbekannt, und ebenso sei der geringe Prozentsatz der Fieber- mit furchtbaren Anstrengungen verbunden. 72 Leute Erkrankungen geradezu erstaunlich. In den ersten sechA Monaten fielen unterwegs vor Ermattung um und baten, man ^en^Bruchteilson 1 verloren, wägend Prozentsatz mö9* fj* ftcr6e” $cr iebod^
ber im amecikanisch-spanifcken Stiege an Krankheit umgekommencn alle Erschlafften nach Phary zu bringen. In der Oiacht zum Leute auf ametrkanischer Seite 70 Prozent betragen habe. — Auf 17. Oktober fiel so viel Schnee, daß die Zelte unter seiner die russischen stna hmen ist amerikanische Arzt ^ast zusammenbrachen. 2 Mann starben während der Nacht.
Mit Leuten, Munilim, Der weitere Rückmarsch mmh, da alle Wege verschneit sind,
nrtttttn und Medikamenten gefüllt m sein, stets einen gwsten unterbrochen werden.
Rmun an schlechte Frauenzimmer und an Wutll.vergeudet hätten. — Eine Versau Di- nssssiche Bahn habe Tausende dieser Frauenzimmer und Zehn- - tmchmde Kisten Wutki befördert, sodaß selbst,Leute, die an den Krieg gewöhnt feien, fid) ihres Abscheues nicht hätten erwehren


