ü. a. versichern. Bald darauf verschwand der Barbier. Nach einer Weile brach auch der Beamte auf, der nun annahm, Ker Bürgermeister sei zu Haust. Dort sand er indes die Türe verschlossen, obwohl er merkte, daß Leute im Hause waren. Er klopfte, rief, alles vergebens. Er begab sich nun zum Beigeordneten; vor dessen HauS sah er,'wie ein kleiner Junge unter dem Ruse: „Der Inspektor!" eiligst hinter der Türe verschwand. Diese fand er ebenfalls verschlossen. Trotz allem Klopfen und Rufen ließ sich niemand sehen. Aufgeregt begab er sich zum Wirtshaus zurück und bat den Wirt um Aufklärung. Dieser verhielt sich anfangs völlig zugeknöpft. Als aber der Herr in entschiedenem Tone seinen Titel und Rang nannte und hinzufügte: „Rufen Sie mir sofort den Bürgermeister", da bat der erschrockene Wirt seinen Gast um Entschuldigung und gab ihm Aufklärung. Der Barbier mar Agent einer Versicherungsgesellschaft und erwartete in diesen Tagen den Inspektor der Gesellschaft. Er hatte dem Wirt den Auftrag gegeben, ihm sofort, wenn ein fein gekleideter Herr mit einer Mappe eintreffe, Mitteilung zu machen. Als der nun benachrichtigte Barbier sah, daß dieser Herr sein Inspektor nicht war, sragte er den Fremden aus und eilte aus die ihm zu teil gewordene Auskunft schleunigst fort, um den Konkurrenten bei seinen Bauern unschädlich zu machen. Er forderte alle Leute, die kleine Kinder hatten, worunter sich auch Bürgermeister und Beigeordneter befanden, auf, ihre Wohnung diesem Herrn Inspektor zu verschließen. Und so geschahs.
? Klein-Linden, 20. Okt. Bei der gestrigen Beigeordnetenwahl wurde der langjährige Beigeordnete Wilhelm Jung I. unter lebhafter Wahlbeteiligung einstimmig wiedergewählt.
— Lich, 20. Okt. Sicherem Vernehmen nach kommen nächsten Sonntag abend I. K. H. Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen sowie S. K. H. der Großherzog zum Besuch des Fürsten von Solms-Hohensolms-Lich, um dort einige Tage zu verweilen.
+ Laubach 20. Okt. Heute nachmittag wurde Lehrer Schäfer im 63. Lebensjahr zur letzten Ruhe bestattet. Schäfer war vom Jahre 1888 ununterbrochen hier als Lehrrr tätig; vor dieser Zeit, von 1876 an, war er in Wetterfeld. Sch. erfreute sich hier allgemeiner Achtung.
V Friedberg, 20. Okt. Der hier vor einigen Jahren gegründete Verein gegen Mißbrauch geistiger Getränke, an dessen Spitze Medizinalrat Dr. Weckerling steht, macht immer größere Fortschritte. Die vor einiger Zeit eröffnete Wirtschaft für alkoholfreie Getränke erfreut sich eines guten Zuspruches. Generalsekretär Gonßen-Berlin hielt auf Einladung des Vereins einen Vortrag über die Anti-Alkohol- Bewegung.
k. Grebenau, 20. Okt. Das neue Obersörsterei- gebäude, das hier dem alten gegenüber aus einem schon längst zu diesem Zweck erkauften Gelände in diesem Sommer errichtet worden ist, steht jetzt im Rohbau fertig da. Es wird im nächsten Frühjahr vollendet, um am 1. Juli bezogen werden zu können. Das alte Gebäude entsprach nicht mehr den Anforderungen der Neuzeit.
w. Udenhausen, 19. Okt. Heute nachmittag fand man den hiesigen Polizeidiener Heinrich Seelig auf bem Speicher seiner Wohnung erhängt vor. Er hat sich selbst das Leben genommen, was aus mehreren hinterlassenen Aufzeichnungen hervorgeht. Auf die Tischplatte hatte er mit Bleistift den Spruch geschrieben: „Was der Mensch sät, das wird er auch ernten". Der Grund zur Tat dürfte wohl die Angst vor den sich bereits bei ihm zeigenden Folgen der Trunksucht sein.
g. Büdingen, 20. Okt. Von einem raschen Tod wurde gestern der Steuerkommissariatsgehülfe Füg ereilt. Er befand sich mit den: Steuerkontrolleur bei einer Steuerrevision m der Apotheke, als plötzlich ein Herzschlag ihn tötete.
R. B. Darmstadt, 20. Okt. Auch heute hatte der Finanzausschuß der zweiten Kammer eine sehr ausgedehnte Beratung, die besonders dadurch an Interesse gewann, daß neben Finanzminister Gn auth und Geh. Ober- j ustizrat Lorbacherals Vertreter des Justizministers auch Herr Staatsministeu Rothe erschien und in mehreren Punkten die Stellung der Regierung präzisierte. Der Ausschuß informierte sich deshalb auch heute mehr über generelle Fragen u,nr> Absichten der Großh. Regierung, die natürlich zunächst als streng vertraulich betrachtet werden müssen. Ein Beschluß wurde nur bezüglich der Gemeinde Butzbach gefaßt, welcher die für die dortige Kirche geforderten 4000 Mk. im Einverständnis mit her Negierung genehmigt wurden. Der Finanzausschuß will morgen noch eine Sitzung abhalten und sich noch über mehrere der heilte erörterten Gegenstände der Tagesordnung, darunter das Nebenbahnprojekt Lich-Grünberg, schlüssig machen. Dann gedenkt er noch in der nächsten Woche einige Sitzungen abzuhalten, um das vom Abg. Ulrich über die Beschlüsse bezüglich der Forderungen für Bad-Nauheim schriftlich zu erstattende Referat zu genehmigen und die weiteren Vorlagen für die Beratung im Plenum fertig zu stellen.
* Altona, 20. Okt. Gegen die an der Reismühle wohnende 67jährige Witwe des Konsuls Dürfeld, eine wohlhabende Dame, ist, wie schon kurz gemeldet, ein Raubmordversuch verübt worden. Gestern morgen wollte der Brothändler Hickert der Frau Dürfeld Brot bringen. Er fand die Tür verschlossen und ging, deshalb wieder fort. Abends kam Hickert nochmals vor die D.sche Wohnung, die er noch immer verschlossen sand. Da auf s»ein Klopfen nicht geöffnet wurde, benachrichtigte er die Polizei. Die Tür wurde jetzt gewaltsam geöffnet. Auf boent Korridor standen teils schon angetrocknete Blutlachen, zwischen denen Blumenkohl und anderes Gemüse, das Frau Dürfeld am Dienstag abend eingekauft hatte, verstreut lag. Die Blutspuren führten in das erste Zimmer. Dort fand man auf einem Stuhl Frau Dürfeld sitzen. Ihr ganzes Gesicht war mit einer Blutkruste bedeckt, die blutigen Haare stiebten ihr an der Stirn und den Wangen. Der Kops der eilten Dame wies drei schwere Wunden auf. Frau Dürfeld lobte noch, war aber bewußtlos. Sie wurde sofort ins Krankenhaus geschafft. Die von der Kriminalpolizei ein- ggleitete Untersuchung hat einen Raubmordversuch festge- ftellt. Der Täter muß, als Frau Dlirfeld von ihren Einkäufen zurückkehrte, sich schon in der Wohnung befunden buben. Er wird, als die alte Dame den Korridor betreten h'ütte, sofort auf sie eingedrungen sein und sie dann durch mächtige Beilhiebe niedergestreckt haben. Ein weiterer Beil- h'.ieb tötete den Hund, den treuen Begleiter feiner Herrin.
Das Beil, mit de!m! die Tat ausgeführt wurde, lag n^ch auf dem Korridor!; es ist von der Polizei beschlagnahmt worden. In der Wohnung waren sämtliche Behälter durchwühlt. Eine große Anzahl Schmucksachen, die Frau Dürfeld besessen haben soll, sind verschwunden. Bon dem Täter fehlt jede Spur. Frau D. ist nicht vernehmungsfähig.
* München, 20. Okt. Der bekannte Schriftsteller Oskar Parcizza, der vor einigen Jahren wegen seines Werkes „L t e b e s k o n z i l" zu einer schweren Gesänge nisstrafe verurteilt worden war, ist plötzlich wahnsinnig geworden. Er verließ seine Wohnung, nur mit einem Hemde bekleidet und durchlief die Straßen. Er wurde in die psychiatrische Klinik gebracht.
* Wien, 21. Okt. Gestern fand ein Duell zwischen dem Reichstagsabg. Frhrn. v. Berger und einem Fabrikanten statt. Letzterer wurde schwer verwundet. Die Veranlassung war privater Natur.
* Kleine Tageschronik. Ans W i t t k o w i tz (Oesterreichs ist vor einigen Tagen der dortige Werksbeamte Stefan nach Verübung bedeutender Unterschlagungen, die er als Zahl- meifter in der Deutschen Volksbank und Spargenossenschast in Leitmeritz für die Zahlstelle Wittkowitz begangen hat, verschwunden. Der von ihm veruntreute Betrag soll die Höhe von 60 000 bis 70000 K. erreichen. Das Kreisgericht Neutitschein hat nach dem Flüchtigen einen Steckbrief erlassen. — In Salzburg wurde der Feldzeugmeister Baron Wimpffen von seinem eigenen Hunde angefallen und schwer verlebt.
Kerichlssaak.
EB. Darmstadt, 20. Okt. Der von der hiesigen Strafkammer kürzlich wegen Todschlags, begangen an dem Polizeidiener Schnatter in Lorsch, mittelst eines Revolverschusses, zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilte Mörder Rosenberger hat gegen des Urteil Revision angemeldet.
Trier, 20. Okt. Wegen F a h n e nf l u ch t im zweiten Rückfalle, Preisgabe von Dienstgegenständen und Beleidigung eines Vorgesetzten wurde der Musketier Kolter vom 161. Infanterieregiment zu insgesamt fünf Jahren fünf TagenZucht- Haus und drei Jahren Ehrverlust verurteilt.
Paris, 20. Okt. Das Gericht verurteilte den belgischen GrafenCavel wegen schweren Diebstahls zu lebenslänglichem Zuchthaus.
Land an, 20. Okt. Das Kriegsgericht verurteilte den Assistenzarzt der Reserve Weber, Arzt in Kaiserslautern, wegen Zweikampfes mit tödlichen Waffen mit dem Arzt Seltsam in Erlangen zu drei Monaten Festungshaft, Reseveleutnant Helfer Rechtspraktikant in Kaiserslautern, wegen Kartelltragens zu einem Tage Festungshaft.
Kandel und WerKeyr. Volkswirtschaft.
Neue Reichsanteile. Wir haben bereits darauf hingewiesen, daß die Reichsbank noch 30 Mill. Mark Reichsanteüscheiue auszugeben hat. Die Bekanntmachung, daß dies geschieht, dürste in den nächsten Tagen schon erfolgen und die Zeichnung wird am 3. November stattftnden. Der Zeichnungspreis dürfte wahrscheinlich 144% betragen. Die letztausgegebenen 30 Mill. Mark wurden am 18. Oktober 1900 zu 135% aufgelegt. Es heißt, daß diesmal die Zeichner neben dem Preise auch sämtliche Stempellasten zu tragen haben.
— Die See Handlung und die deutschen An- leihen. Als seinerzeit bte Kapitälserhöhung der Seehandlung im preußischen Landtag zur Verhandlung stand, wurde von ministerieller Seite darauf hing'ewiesen, daß die Seehandlung eine Vergrößerung ihrer Mittel hauptsächlich deshalb gebrauche, um die Küfte der heimischen Anleihen zu regulieren und einen stärkeren Rückgang nach Möglichkeit zu verhindern. Nun sind noch bei jeder Geldverteuerung, oder auch nur, wenn dieselbe im Anzug zu sein scheint, so auch bei der jüngsten, die preußischen und die Fonds des Reichs wieder um 0,20 pEt. bis 0,30 pEt. zurückgegangen. Nachweislich ist die später wieder eintretende Erholung gegen die vorhergegangenen Rückgänge in diesem Jahre nie so groß gewesen, um ein langsames Abbröckeln der Kurse zu verhindern, das nun seit mitte Juni rund 1 pEt. erreicht hat. Dies kommt einzig daher, daß bis jetzt keine kräftige Gruppe hinter unseren Staatsfonds stand, die einen Kursrückgang aufhielt. Die russischen Staatsfonds genießen an den deutschen Börsen gewissermaßen mehr Schutz als die heimischen; Beispiele dafür hat man in diesen Tagen gesehen. Deshalb möge die Seehandlung ihres Amtes walten. Wenn sie warten will, bis der Kurssturz an einem Tage schon 1 pEt. oder mehr ausmacht, dann muß sie eben auf eine Katastrophe politischer oder wirtschaftlicher Art warten, die hoffentlich nicht emtritt.
Märkte.
§ Grünberg, 20. Okt. Prächtiges Wetter hatte unser heutiger' und gestriger „G a llm ar kt". Tie Bahnzüge kamen mit zwei Lokomotiven und überaus langer Wagenreihe. Zum Viehmarkt strömten am Morgen aus' allen Gegenden die Wagen mit Vieh, besonders mit Jungschweinen beladen. Der Rindviehmarkt zeigte starke Auffahrt. Lebhafter Handel entwickelte sich bei recht guten Preisen. Man bezahlte für Vs jährige Kälber 70—80 Mk., Vs jährige 100—120 Mk., ganzjährige 170—200 Mk. Zweijährige Rinder kosteten 270—300 Mk. Kühe waren schwach vertreten. Ter Schweinemarkt hatte gleichfalls großen Auftrieb. Auch hier ging der Handel flott bei allerdings keinesfalls hohen Preisen. Wenn man das Paar Ferkel für 25 Mk. kaufen kann, wie es der Fall war, so müssen die Preise als billig bezeichnet werden. Bessere Sorten kosteten pro Paar 30—40 Mk. und 40—45 Mk., die beste Qualität bis zu 50 Mk. Für das Paar Läufer (Einlegeschweine) zahlte man 60—70 Mk. und 70—90 Mk. Wohltuend berührte es, daß der gesuchte Schmutz weder auf dem Vieh-, noch auf bent Krämermarkte vorhanden war. Selbst auf dem „Juxplatze" konnte man trockenen Fußes stehen und gehen. Ter hatte zwei Originalitäten: eine spanische Stierkanrpfarena und eine — nicht fertig gewordene große Schaubude, an der man während bes gestrigen ganzen Tages herumhämmerte. Ob sie heute fertig geworden ist? Ter Stier in der genannten Arena unterschied sich von seinen spanischen Vettern durch seine Tressur und sein scheinbares „Sterben". Die Gastwirtschaften in der Stadt mit ihren Sänger- und Musrkgesellschaften hatten sehr guten Besuch, und die reich ausgestatteten Metzgerläden waren am Wend fast geleert.
ko. F r a n k f u r t a. M., 21. Okt. Drig.-Telegr. des „Gieß. Anz.") Schweine markt. Zum Verkauf standen 556 Schweine. Schweine: 1. Qualität 61—00 Pfg., Lebendgewicht 48—00 Psg., 2. Qual. 59—60 Pfg., Lebendgewicht 47—00 Psg., 3. Qualität 55—58 Pfg., Lebendgewicht 00—00. Geschäft gut. Ueberstand un- bedeutend.
Kirchliche Yachrichten.
Evangelische Gemeinde.
21. Sonntag nach Trinitatis, den 23. Oktober: Gottesdienst.
In der Stadtttrche.
Vormittags 9Vr Uhr: Pfarrer D. Schlosser.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer D. Schlosser.
Nachmittags 5 Uhr: Missionar Göhring aus Kamerun.
Die Mitglieder der Vereinig u n g d e r konfirmierten man n lich en Inge ndderMatthäusgemeinde werden eingeladen, an dem um 8 Uhr im Konfirmandensaal der Johannes- kirche stattssndenden Missionsvortrag teilzunehmen.
Donnerstag, den 25. Oktober, abends 8 Uhr, im Gemeindehaus, Kirchstraße 9, im oberen Saal, Bibelstunde. Psalm 104.
Pfarrer D. Schlosser.
Die nächsten Versammlungen der Vereinigung der konfirmierten w e i b l i ch e n I u g e n d der Matthä ns- gemeinde sindcn Freitag, den 28. Oktober, abends 8 U h r, und Sonntag, den 13. November, abends 6 Uhr, statt.
In der Johamreökirche.
Vormittags 97, Uhr: Pfarrassistent Schulz.
Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdicnst für die Johannes- emeinde. «riarraMent Schulz.
Abends 5 Uhr: Siehe Stadtkirche.
Abends 8 Uhr im Konftrmandensaal der Johanneskirche; Vortrag des Missionars Göhring über Kamerun, mit Vorführung von Lichtbildern.
Katholische Gemeinde,
chottesdieust.
Samstag, den 22. Oktober 1904.
Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit aut hl. Beicht.
Sonntag, den 23. Oktober 1904.
22. Sonntag nach Pfingsten.
Vormittags von 6 72 Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.
„ um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Altsteilung der heil. Kommunion.
„ um 8 Uhr: Tie zweite heilige Messe.
„ um 9 % Uhr: Hochamt mit Predigt.
Nachrnittags um 5% Uhr: Christenlehre; darauf Rosenkranz- Andacht mit Segen.
An den Werktagen ist täglich des Abends um 6% Uhr Rosenkranz-Andacht mit Segen.
Donnerstag um 7 Uhr: Segensmesse.
Kriefkasten der Redaktion.
(Anonprne Anfragen bleiben nnberückfichtigt.)
W. S. Erst jetzt können wir Ihre Frage beantworten, denn heute früh erst traf auf unsere direkte Anfrage bei dem Verfasser folgende Antwcrt aus Hamburg vom 20. d. M. ein: „Mein Schauspiel „Alma mater“ erscheint nach erfolgter Erstaufführung, die heute abend im Thaliatheater in Hamburg erfolgen soll, im Theaterverlag von A. Entsch in Berlin. Eine Buchausgabe habe ich vorläufig noch nicht ins Auge gefaßt, da ich erst den Ausfall der Aufführung abwarten will. Hochachtungsvollst V. Stephan^" lieber diese Aufführung wird heute der „Frkf.Ztg." telegraphiert: Das vieraktige Schauspiel „Alma mater“ ist ein, wenn auch literarisch nicht zählendes, so doch dramatisch gut gearbeitetes Drama aus dem Studentenleben. Ein Ehrenwortkonflikt endet mit Selbstmord. Die Aufnahme des Stückes war sehr freundlich.
Neneste Meldimgen.
Lorch, 21. Okt. Gestern nachmittag hat sich hier eine Rote-Kreuz-Schwester aus Frankfurt a. M., die im 26. Lebensjahre steht, iml Abort der Bürgerineisterei erschossen. Tie Unglückliche, die in der verflossenen Nacht in der „Krone" wohnte, fiel dem Besitzer durch ihr ver> störtes Wesen auf. Ms sie ihr Zimmer verließ, fand et dort unter anderem einen an ihn gerichteten Brief, in demj sie ihm ihren Selbstmord anzeigte. Sofortige Nachforschungen ergaben, daß sie sich in der Kirche befand. Durch einen Polizeidiener auf das Bürgermeisteramt gebrach^ bat sie den Bürgermeister, austreten zu dürfen. Kaum! hatte sie die Tür des Aborts verschlossen, als ein Schutz ertönte, der ihrem Leben ein jähes Ende wachte.
Heidelberg, 21. Okt. Der kürzlich verstorbene außerordentliche Professor Dr. Strauch hat der Universität 18 000 Mk. zu Stipendienzwecken vermacht.
Freiburg, 21. Okt. Im Josefshause hier starb Reichsfreiherr Heinrich Ueberbruck von Rodenstein, Großh. hessischer Kämmerer und badischer Grundherr und Ritter des souveränen MaltheserordenS. Dec Verstorbene ist der Letzte seines Stammes.
Petersburg, 21. Okt. Neber den Stand der Cho^ lera wird folgendes gemeldet: Transkaspi-Gebiet ist
vom 10. Sept, bis 17. Okt. nur eine Erkrankung vorgekont-^ men. In Baku wurde während der gleichen Zeitdauer eine Abnahme beobachtet, es sind 60 Personen erkrankt, 24 gestorben. Bei der Untersuchung der dortigen Bäder wurden in 8 von 48 Eholerabazillen gefunden. In Saratow sind vom 11. Sept, bis 17. Okt. 10 Erkrankungen tiotae* komtnen. von denen 5 tätlich verliefen. Aus dem rechten Wolgaufer gegenüber Astrachan sind vom 14. Okt. bis 16. Oktbr. drei Personen an Cholera erkrankt. Vereinzelts Fälle sind in Nowousensk und in sechs Därsern der Kreise Samara, Nikolajewsk und Busuluk fefigefteXIt Das Gouvernement Samara 'wurde daher für .choleraverseuchjt erklärt.
Vom Kriege.
Paris, 21. Okt. Tas „Petit Journal" berichtet aus Pe» tersburg: Hier umlaufenden Gerüchten zufolge haben, zwei- russische Bataillone die Fühlung' mit dem Hauptkorpsl am Taitse-Fluß verloren. Sic sollen von einer Kolonne der Armee Kurokisl a ufgerieben worden sein.
Petersburg, 21. Okt. Tas außerordentliche Budget für' 1905 sieht für die geplante Legung eines'zweiten Gleises auf der transsibirischen Bahn 10 Millionen Rubel vor. — Tie Telegramme Kuropatkins legen ein sehr großesVertrauen an den Tag, die hier den größten Optimismus erwecken. Man ist überzeugt, daß die Ja^ paner ihre Hauptanstrengungen gemacht haben und nunmehr ermüdet an den Rückzug gehen. Kuropatkin dagegen könne eine energische Offensive ergreifen, sobald der Regen aufgehört haben wird. Er hoffe die Japaner zurückzuwerfen, die Eisenbahn nach Port Arthur frei zu legen und die Festung unter* halb drei Wochen zu entsetzen. Es' heißt, die Japaner hätten bereits ihre Magazine in Brand gesteckt in der aussicht ihres Rückzuges. — lÄn Telegramm aus Wladiwostok berichtet, daß alle Schiffe wieder ausge bessert sind. Sie haben bereits befriediaeude Aussahrtversuche gemachitt
Telephonischer Kursbericht.
3Va% Reichsanleihe . . 101.65 3Vo do. ... 89.30 3V,o/o Konsole .... 101.40 3% do......89.30
3*/2% Hessen . . . . 100.00 3V, % Oberhessen . . . —.— 4% Oesterr. Goldrente . . 101.70 4‘/b% Oesterr. Silberrente 100.20 4% Unfrar. Goldrente . . 100.05 40/0 Italien. Rente . . . 103.70 41/2% Portugieser , . . 63.20 3% Portugiesen 62.40 1% C. Türken .... —.— Türkenlose ..... 129.00 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 48.00 4X[1% äussere Argentiner —.—
3% Mexikaner .... 30.30 4,/2O/o Chinesen . . . . 90.20 Electric. Sohuckert . .' , 120.30 Nordd. Lloyd . . . . 107 90
Kreditaktien . . . . . 210.80 Diskonto-Kommandit. . . 192.50 Darmstädter Bank . t e . 141.20 Dresdener Bank .... 154.60 Berliner Handelsges. . . 161.70 Oesterr. Staatsbahn . . . 138.70 Lombarden 17.30 Gotthardbahn . . . . . 190.00 Lanrahütte ..... 253.00 Bochum . 215.50 Rarpener . . . . . . 218.00 Schatzscheine • . « • ♦ 00.00 z : fest.
Herr Med.- Rat Prof. A., dirig. Arzt d. Kinderkrankenh. in. M. schreibt: In mehreren Fällen von chronischen Ausschlägen und Wundsein der Kinder habe mit Obermencr's Herba-Seife sehr gute, Resultate erzielt. Z. h. in allen Apoth., Drog. und Parf. per Stück 50 Pfg. und 1 Mk._____________ ___________ssw/<-
In einem kühlen Grunde
da saß ich neulich und trank von dem köstlichen Neuen. Aber am Morgen war ich stockbciser, denn ich hatte mir eine gehörige Erkältung zugezogen. Mein Freund Georg riet mir sofort eine Schachtck Fay's Sodener-Miueralvustillen zu kaufen und zu lwschen. Gesagt, getan und am andern Morgen war ich wieder ganz in der Reihe und konnte nochmal den bleuen probieren. Für 85 Pfg. die Schachtel in nlleu Apotheken, Drogerien und Mineralwafferhand- lungen zu haben. hv'Tt


