' jammlung die Absendung eines Huldigungstelegramms an i den Großherzog. Hierauf wird der Jahresbericht für ' 1. Mar 1903 Lis 30. April 1904 von Oberst a. D. Becker- ' Darmstadt vorgetragen. Darnach beträgt die Zahl der Mitglieder 7916 gegen 6267 im Vorjahr; es sind jetzt , Gruppen gegen 57, 60 körperschaftliche Mitglieder in der ; Stärke von 9800 gegen 42 in der Stärke von 6332. Dieser redeutendc Fortschritt ist der lebhaften Mitarbeit einiger- begeisterten Männer z-u verdanken. Der Zusammenschluß aller in einem Kreis wohnenden Mitglieder zu Kreis- gruppen soll erstrebt werden. Von den 7916 Mitgliedern entfallen aus Starkenburg 3264, Oberhessen 3071, Rheinhessen 1521. Die Stadt Gießen zählt 610, der Kreis 1073 ordentliche Mitglieder; dazu kommen noch "unf Körperschaften und Vereine mit 323 Mitgliedern. Die Zahl der Gruppen beträgt 10: Gießen, Allendorf a. Lahn, Allendort a. Lumda, Klein-Linden, Geilshausen, Grünberg, Reiskirchen, Lollar, Londorf und Grünberg.
Die Lichtbilder-Vorträge und kinematographischen Vorführungen wurden von ca. 45 000 Personen besucht und haben den größten Beifall gefunden. Eisenbahnsekretär Blum-Offenbach hielt an 22Oi.tenLichtbildervorträge. Davon in Oberhessen in Mendorf, Büdingen, Gedern, Grebenhain, Homberg a. d. O, Lang-Göns, Londorf, Ortenberg, Reiskirchen und Schlitz. In diesem Jahr finden voraussichtlich in Lollar, Klein-Linden und Assenheim Vorträge statt. Der Kinenratograph war im vorigen Vereins- jahr rn Gießen, Butzbach, Schotten und Nidda.
Ueber die Schülerfahrt, die am dritten Pfingsttag begann, berichtet der Führer derselben, Marinestabszahlmeister a. D. Sch a d-Darmstadt. Es beteiligten sich 16 Lehrer und 118 Schüler der höheren Lehranstalten .Hessens. Die Fahrt ging von Frankfurt nach Bremen, Bremerhafcn, Helgoland, Wilhelmshaven. Sie hat großen Anklang gefunden, sodaß auch nächstes Jahr eine ftattfiuden dürste.
Dr. Valkenberg-Darmstadt berichtet über den Stand der Sammlung zur ,Hesseug locke". Dem am 18. September v. I. durch den Großherzog getauften Kriegs- schrsf Hessen" soll ein Patengeschenk in der Form einer Glocke überreicht werden. Ferner ist die Stiftung einer llnterstützungstasse zu gunsten hilfsbedürftiger Famllien un- erer in der Marine dienenden Landsleute und der Be- ayung des Schiffes „Hessen" geplant. Bis jetzt sind circa 5000 Mark aus allen Teilen Hessens gesammelt und weitere bedeutende Sammlungen sind noch im Gang, z. B. in Worms. Die Sammlung hat allenthalben Sympathie gefunden. Auch in Gießen wurde eine namhafte Summe gesammelt. Zwecks Herstellung einer oder Zweier Glocken soll mit verschiedenen Künstlern in Verbindung getreten werden. Die Sammlungen werden Ende 1904 abgeschlossen.
Ober-Konsistorial-Sekretär Sonne-Darmstadt referiert hierauf über das Verhältnis der Presse zum Flottenverein. Er bezeichnet es als ein sehr gutes und betont, daß die Presse in erster Linie dazu befähigt sei, die Ideale des F ottenvereins ins Volk zu tragen.
Der Schatzmeister MarinestaLszahlmeister Schad verliest hierauf den Rechenschaftsbericht und die Rechnungsablage für 1903/04. Die Einnahmen betrugen 8759.48 Mk., die
kann ; aber sie tun, als wäre mit der offiziösen Ableugnung alles erledigt. Ist die lästige Geschichte auf diesem bequemen Weg zu verscharren, so läßt sich dagegen nichts einwenden. Nicht das mindeste auch gegen die edle Ruhe der „Nordd. Allgemeinen". Wozu ift sie denn da?"
Darauf antwortete prompt die Nordd. Allg. Zig.":
Trotz unseres klaren Dementis vom 12. Juni beharrt die ,Zukunft" bei der Behauptung, daß der Reichskanzler die mehr- erwähnte Depesche des Hauptmanns Dannhauer vor der Veröffentlichung gelesen und als zur Veröffentlichung geeignet bezeichnet habe. Wir bemerken hierzu, daß unser Dementi vom Reichs- k a n z l e r s e l b st stammte. Ter Herausgeber der „Zukunft" wrrrde gröblich getäuscht.
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Eine süddeutsche Eisenbahnbetriebsmittel-Gemeinschaft für deren llridee Bayern die Priorität beansprucht, unter* liegt, wie man aus München schreibt, in zurzeit vorgeschrittenem Stadium den Verhandlungen der beteiligten Eisenbahnverwaltungen. Es scheint, daß dieselben von Preußen mit Baden und Württemberg allein wieder ausgenommen werden, nachdem die ftüher mit Bayern gepflogenen ins Stocken geraten waren, denn in einem sehr offiziös gefärbten Communique der „M. N. N." wird mit sauersüßer Mrene versichert, daß Bayern keine Ursache habe, sich durch die Verhandlungen der erstgenannten Staaten zurückgesetzt zit fühlen. Die steife Zurückhaltung Bayerns seit dem letzten Ministerwechsel, die ja vor allem den Rücksichten auf die ultramontan-partikularistische Kamm er mehr hei t entspringt, rmd die mehr als unfteundliche Geichäftsgebahrung der Pfalzbahnen dem durch die Main-Neckarbahn bereits mll Preußen-Hessen verbündeten Baden gegenüber haben Preußen offenbar veranlaßt, unter vorläufigem Ausschluß Bayerns mit den anderen süddeutschen Staaten Fühlung zu nehmen. Das Resultat der im November v. I. in Frankfurt a. M. stattgehübten, streng geheim gehaltenen .Besprechung Buddes mit seinen Kollegen o. Brauer und v. Soden aus Baden und Württemberg war die grundsätzliche Einigung der drei Staaten über eine Eisenbahnbetriebsmittel-Gemeinschaft. Die Bekanntgabe, die der badische Staatsminister v. Brauer vor einigen Tagen in der Ersten badischen Kammer darüber machte, hat die schläfrigen bayerischen Bartikularisten erstaunt auffahren lassen, die sicb jetzt noch die Augen reiben, als trauten sie ihnen nicht, und die nun eine passende Form suchen, um den fast versäumten Anschluß zu findeir.
Die Hauptversammlung des -rsuchen ^andes- veröauds des Deutschen Ilottenvereins.
(Originalbericht des „Gieß. Anz.")
k. Friedberg, 19. Juni.
Die Versammlung fand am 19. Juni im Hotel Trapp zu Friedberg statt. Der Vorsitzende Dr. W. M er ä-Tarmstadt hreß dre recht zahlreich erschienenen Mitglieder ans allen Tellen Hessens willkommen und begrüßte besonders den : Vertreter der Stadt, Beigeord. Hieronimns, Kreisrat Fey i v-nd Oberstleutnant Mootz. Dr. Merck spricht hierauf über ; dre hohe Bedeutung des deutschen Flottenvereins und bringt ein begeistert aufgenommenes Hoch aus Kaiser und Grophcrzog aus. Auf.seinen Vorschlag beschließt die Ber-
Ausgaben 8525,75 Mk., sodaß ein Ueberschuß von 233,75 Mark verbleibt. Dem vorjährigen Schatzmeister Weigand- Darmstadt wird Entlastung erteilt, und seine Verdienste werden hervorgehoben.
Der Vorsitzende teilt der Versammlung ein Schreiben der Ortsgruppe Menschlirf mit, in dem betont wird, daß auch bei dem Vogelsberger Bauernstand das richtige Ver- pändnis für die deutsche Flotte vorhanden sei. Ober- konsiporialrat Sonne verliest die Wanderungen der Satzungen des Landesverbands, die nur geringerer Art sind und von der Versammlung genehrnigt werden. In Zukunft soll der Landesausschuß aus den beiden Vorsitzenden und 28 Beisitzern bestehen; tunlichst soll jeder Kreis vertreten sein. Jedes Mitglied, das 1 Mark bezahlt, ist berechtigt, die „Flotte" zu erhalten.
Zu den Ergänzungswahlen des Vorstandes schlägt Eisenbahnsekretär Blum acht Herren vor, die von der Versammlung durch Zuruf gewählt werden: Kreisrat Schönfeld-Schotten, Fabrikant Wenzel-Lauterbach Rechtsanwalt I ö ck e l - Friedberg, R ö m h e l d - Nidda, B a n t s ch - Mainz, Menges- Worms, A v e n a r r u s - Gau-Algesheim und Kreisrat v. Hahn in Heppenheim. Kreisamtmann Dr. Kranzbühler-Gieß en stellle den Antrag, daß die Wahl bis nächstes Jahr ausgeschoben werden solle. Diesen Antrag zieht er nach einigen Erklärungen des Vorstandes zurück.
Ein Antrag Osann-Darmstadt geht dahin, daß ßet der Zuwahl die nicht vertretenen Kreise berücksichtig werden sollen.
Hiernach wurden bic Verhandlungen durch eine Mittagspause unterbrochen, nacb welcher um 3y4 Uhr die Verhandlungen wieder begannen. Der Vorsitzende Dr. Merck teilt mit, daß vom Großherzog folgende telegra- phischeAntwort eingetroffen ist: „Dr. Merck, Flotten- verem Friedberg. Dem hessischen Landesausschuß des D. Fl. V. besten Dank für seine Grüße! Spreche meine Freude aus über das große Interesse, das in Hessen für die deutsche Flotte herrscht und betrachte dies wesentlich als ein Verdienst des Flottenvereins. Ernst Ludwig."
Oberst a. D. Becker- Darmstadt spricht hierauf über „Unsere nächsten Ziele und Aufgaben". Er betont, daß die Bestrebungen des Flottenvereins überall Anerkennung gefunden haben, sowohl in landwirtschaftlichen als auch industriellen Kreisen, und so müsse auf dem vorbereiteten Boden durch Agitation eifrig weiter gearbeitet werden.
Rechtsanwalt Abg. Windecker-Friedberg spricht in begeisterter Weise einer Vermehrung der deutschen Kriegs- lotte das Wort, indem er auf den russisch-japanischen Krieg hinweift, bei dem Rußland nur durch seine schwache Flotte ins Hintertreffen geraten ist.
Einen Hauptanziehungspunkt der Versammlung bildete der Vortrag des Dr. Vosberg-Rekow über „Der ruf» rsch-ja panische Krieg mit seiner Nutzanwendung für Deutschland." Dr. Vosberg, der vem Borland der deutsch-asiatischen Gesellschaft angehört, kennt die Länder des fernen Ostens aus eigener Anschauung und au» seiner dienstlichen Tätigkeit. Er betont den erstaunlichen Anteil des deutschen Volkes an dem Krieg; dies sei wohl mit dadurch zu erklären, daß wir große Interessen
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