Ausgabe 
21.6.1904 Erstes Blatt
 
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war von mehr als 5000 Personen besucht. Es wurde fol­gende Resolution angenommen:

Tas Schicksal der an dem Widerstand der ersten Kammer gescheiterten Volksschulnooelle hat aufs Neue scharf beleuchtet, daß die Kammer der Standeshcrren mit ihrer Vorbcrrschait, Adelvor­rechts, cm Organ ultramontaner Herrschastsgelüste und ein starres Hindernis einer fortschrittlichen Gesetzgebung ist. Das freigesiiinte wnrttembergische Volk spricht die bestimmte Erwartung aus, daß die Regierung König Wilhelms II. mit der großen Mehrheit der Kammer der Abgeordneten Zusammenwirken wird, um den Charakter der Volksschule als einer unabhängigen Staatsanstalt sicher zu stellen und durch eine alsbaldige durchgreiseiide Revision unserer Verfassung einem unhaltbaren Zustand ein Ende zu machen.

Schluß der Feier vom Schauspielchor gesungene Cantate war von Adolf Stoltze verfaßt und von Musikdirektor G. v. Rößler in Musik gesetzt, der auch die Eintrittsfanfare komponiert hatte. Die Ehrengabe des Personals besteht in einem ge­räumigen Bücherschrank aus Nußbaumholz. Der Großherzog von Baden verlieh dem Intendanten das Ritterkreuz 1. Klaffe des Ordens vom Zähringer Löwen.

Homburg v. d. H., 20. Juni. Der aus Anlaß des Gorüon-Bennett-Nennens für heute im Kur garten vorge- ehcne Blumenkorso, sowie der darauffolgende Sub­skriptionsball fallen wegen mangelhafter Be­teiligung aus. Die meisten Automobilisten sind bereits abgefahren.

Kleine Mitteilungen aris Hessen und den Nachbarstaaten. Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Alsfeld beging am Sonntag die Feier ihres 50jährigen Bestehens. 14 auswärtige freiwillige Feuerwehren waren erschienen, von Eudorf, Kirtorf, Homberg, Groß-Felda. Windhausen, Nieder-Ohmen, Lauterbach, Grünberg, Schal- ten, Allmenrod-Sickendorf, Gießen (Gailsche), Butzbach, Frredbcrg, Bad-Nauheim. Homberg und Lauterbach hatten eigene Musikkorps mitge-bracht. Die Stadt prangte im Flaggenschmuck. In Melbach fand das Jahressest des Wetterauer Zweigvereins der Gustav Adolf-Stiftung imter großer Beteiligung der hiesigen Gemeinde und der Nachbar­orte statt. Der Festgottesdienst fand um 2 Uhr statt und wurde von Prof. Dr. Wurster, dem Direktor des Prediger­seminars zu Friedberg, abgehalten. Der Sekretär des Haupt­vereins für Hessen, Prof. Trümpert-Darmstadt, mar erschienen und predigte in der Nachversammlung. In Watzenborn- Steinberg beging am Sonntag der Kreiswahloerein Gießen der Sozialdemokraten ein Fest. Es zeigte sich, daß Watzenborn darüber nicht erfreut war; die Watzen- borner Burschen hatten Ausflüge nach Münzenberg un<r

etil versilberter Trinkbecher:Alle Neune"-Meseck, 6. Pr, ein Meinservice:Kcrngesund"-Gießcn. Den Ehrenpreis, einen Regulator, gestiftet vom KegelklubGut Holz"- Wicscck, erhieltGut Holz"-Lollar.

Mainz, 20. Juni. Ter Vorstand und Ausschuß des Vereins Mainzer Kaufleute beschloß eine Eingabe an den hessischen Landtag und Regierung zu richten, worin um Einschreitung gegen die verderblichen Maßnahmen des Kohlensyndikats zum Schutze der Kohlenhändler und des Publikums ersucht wird.

fc. Frankfurt a. M., 20. Juni Pfarrer Wil- b e! m Doll aus Darmstadt, der gestern im evangelischen Vereinshause des Nordostvereins in der Wingertstraße pretigte, wurde während des Gottesdienstes vom Schlage getroffen. Er verlor die Sprache und mußte ins Heiliggeistspital gebracht werden.

München, 20. Juni. In der letzten Sitzung der Kammer der Reichsräte am Samstag, in der über den auch von der Kammer der Abgeordneten bereits genehmigten Gesetzentwurf über hie Grundwertabgabe beraten wurde, verkündete der Reichsratspräsident als Resultat der nament­lichen Abstimmung, daß dieser Gesetzentwurf mit 21 gegen 20 Stimmen angenommen sei. Nachträglich stellte sich heraus, daß der Entwurf mit 21 gegen 21 Stimmen ab­gelehnt worden ist. Daraufhin verbreitete sich das Ge­rücht, daß Staatsminister Freiherr v. Riedel sein Ent­lassungsgesuch eingereicht habe. Es besteht jedoch begründeter Anlaß zu der Annahme, daß er seiner Stellung erhalten bleibt.

wiörs, zu. yum. ^u.v . d hier die Enthüllung uv& vom Kaiser der Stadt und Grafschaft Mörs geschenkten Denkmals der Kurfürstin Luise Henriette, Ge­mahlin des Großen Kurfürsten, in Anwesenheit des Prinzen Eitel Friedrich statt.

Stuttgart, 21. Juni. Die heute von der Deutschen Partei, Volkspartei und den Nationalsozialen einberufene Protestversammlung gegen die Ablehnung der Volksschulnovelle durch die Kammer der Standesherren

verwundete ihn e ein Zeitungsartikel * Das Dam;

Tage waren für bt Stauer. Am 19. b§ 200 Leichenbegängnis angesüllt sind. Ein > die ans Kosten der £ M gesunden, 3 letzte befinden sich verbrannt, daß eir Untersuchungen weo Widerstand der Do wurden im Rumpf nicht möglich gewes« Unterstützungsfonds 150000 notwendig, haben durch den S das Unglück "-n'gstes Beileid aui

Frankfurt, 20. Juni. Im Foyer de§ Schauspielhauses war heute morgen festliche Feier zu Ehren des Inten­danten Emil Claar, der ein Vierteljahrhundert als Bühnenleiter in Frankfurt tätig ist. Die Theater­welt, Klinitfreunde und Kunstfreundinnen waren im ge­schmückten Festsaal versammelt. Die erste Begrüßungsan. spräche hielt Heinrich Hanau im Namen des Äufsichtsrats der Neuen Theateraktiengesellschaft. Er brachte als Gabe des Aufsichtsrats ein Bild des neuen Schauspielhauses dar und meinte zum Schluß, von dem Jubilar gelte nicht das Goethesche Wort:Es irrt der Mensch, so'lang er strebt", sondern er könne mit Recht in jedem' Augenblick mit Schiller von sich sagen:Ich sühls, daß ich der Mann des Schick- sals bin, Und Hoffs mit Eurer Hilfe zu vallführen." Inten­dant Jensen priesvon ganzem Herzen den liebenswürdigen und allzeit wohlwollend gesinnten Kollegen" und überreischte eine Glückwunschadreffe und die Damen und Herren von der Oper brachten ein dreifaches Hoch auf den Jubilar aus. Dann kam Oberregisseur Quincke längere Zeit zum Wort. Er brachte die Glückwünsche des Personals zum Ausdruck. Er sagte ti. a., es herrsche, dank vor allem der Gewissenhaftig­keit und Humanität des Gefeierten, die nicht leicht jemanden ziehen ließe, ohne zuvor einen gleichwertigen Ersah für ihn gefunden zu haben, am Frankfurter Theater eine weit größere Seßhaftigkeit des Personals, als an den meisten anderen Bühnen. Der Jubilar sei stets darauf bedacht gewesen, die künstlerisch oder wirtschaftlich wichtigen Vorstellungen auf beide Kunstgattungen abwechselnd zu verteilen, da nie das eine Theater dem anderen Konkurrenz machte. Herr Quincke überreichte den Schlüssel zur Ehrengabe des Personals und ersuchte die Kunstgenossen,hier in der Burg, welche diese Stadt der Kunst erbaut hat, einzustimmen in die Worte, durch die der Hausstand des Götz von Berlichingen seinen Ritter ehrt:Es lebe der Burgherr, unser Vater und Führer!" Intendant Claar dankte Herrn Hanau und meinte, daß eigentlich auch der Aufsichtsrat sein Jubiläum begehen könne: Mitgearbeitet, mitgefeiert! Er dankte Herrn Jensen; man freue sich des Kindes, das man in der Wiege pflegte und das man aus dem Auge und aus der Hand verloren habe. Er dankte den langjährigen Mitgliedern der Oper, die chn unterstützten, und sagte, er nehme Anteil an dem Nachwuchs, der die Zukunft der Oper verbürge. Schauspiel und Oper, wenn auch äußerlich getrennt, innerlich sollen sie vereint sein als Schwesterinstitute. Der Jubilar dankte Herrn Quincke und dem Künstlerpersonal, das als geschloffene Korporation erschien. Der Bühnenleiter habe ein schweres Amt; er gelte mitunter als ungerecht gegen den einen, während er doch nur gerecht gegen den andern sein wolle. Nunmehr gratulierten: Balletmeister Gyurian, Obermaschinenmeister Bräutigam für das technische Personal, das als Ehrengabe einen Schirm brachte, Oberbeleuchter Quetsch, der einen Beleuchtungskörper überreischte. Es kamen Gratulationsschreiben zur Verlesung, vom Präsidium des Deutschen Bühnenvereins, gez. v. Hülsen, vom Präsidium der Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger, gez. Dr. Max Pohl, u. a. Prof. Dr. MaximilianClaar aus Nom, ein Sohn des Jubilars, erschien als Gratulant des. Königs von Italien und des italienischen Minister­präsidenten, mit dem Auftrag, Dank zu sagen für die Unter» stützung, die die italienische Musik und die veristische drama­tische Richtung durch Emil Claar gefunden haben. Da§ sichtbare Zeichen der Anerkennung werde später folgen. Redakteur Otto Hörth, der Vorsitzende des Journalisten- und Schriftstelleroereins, gratulierte dem langjährigen Mit- glied; der Verein schätze in ihm nicht nur den fruchtbaren dramatischen Dichter sondern auch den feingesinnten, genie- vollen, formgewandten Lyriker und Schriftsteller. Intendant Claar nannte in seiner Erwiderung die Journalistik die Mahnerin, Förderin und Mitarbeiterin der Künste. Die am

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* Könitz, * Spur m der Wi Fortgang- Heute nach der Richtig haben, wo sich o mmdung Winters einer Vernchimmi ffühere Inhaber f Hotel. Es heißt, Material zutc aus Halberstadt gc nehmuny, die er äussreren Fuß vernommen.

' Kanderste Besteigung de Berner Studer verletzt in einet funden und morger Keller um 5 Uhr s portiert.

* Belgrad, der Redakteur leutnant Schu

In dem agitatorischen Vorgehen des Handwerkerbundes lallt besonders die Tatsache auf, daß der Bund bis jetzt besonderen Wert darauf gelegt hat, sich in denjenigen Wahlkreisen zu organi­sieren, die durch Abgeordnete des D. A. B., der Deutschen Resorw- parter vertreten sind. Es ist aus der ganzen Art der Agitation des Bundes der Handwerker klar erkennbar, daß nicht sächliche, sondern rein persönlicbe Gesichtspunkte maßgebend sind. Die Be­hauptung, der Bund der Handwerker sei nichts weiter als eine verkappte Organisation des Bundes derLand- wirte, wird durch sehr wichtige Vorgänge bei den Maßnahmen des Handmerkerbundes unterstützt."

Nach derTägl. Nundsch." wird eine Bundes- rajsver Ordnung für das Schlächtergewerbe nach der Art der Verordnung für das Bäckergewerbe erwartet. Für heute und morgen hat das Kaiserliche Statistische Amt eine Anzahl^von Vertrauensmännern, Meister und Gesellen, aus dem Schlächtergewerbe nach Berlin zur Vernehmung berufen.

Hamburg, 20. Juni. Aus einer von dem Vorstand des Zentralausschusses Hamburg-Altonaer Detaillisten-Vereine veröffentlichten Aufstellung über die Umsätze der zwei dortigen Beamten-Konsum vereine und der beiden unter sozial­demokratischer Leitung stehenden Konsumvereine er- giebt sich, daß diese vier Konsumvereine mit ihren 67 541 Mitgliedern in 84 Verkaufsstellen im vorigen Jahre einen Umsatz von 10 585 333 Mk. erzielten. Dieser Umsatz wird dem Detaillist en stände entzogen. Von dem Rein­gewinn dieser Summe (ca. V/4 Million Mk.) wird bekannt­lich keine Einkommensteuer und verhältnismäßig nur eine geringe Grundsteuer gezahlt, so daß einschließlich des entgangenen Gewinnes an Gaskonsum dem Staat per Jahr eine Einnahme von 151557 Mk. entgeht. Da die Umsätze dieser Vereine sich von Jahr zu Jahr steigern (Produktion 1903 334 366 Mk. mehr als 1902, Gesellschaft zur Verteilung von Lebensbedürsnffsen von 1866: 1903 473 317 Mk. mehr als 1902), so ist vorauszusehen, was schließlich aus dem Detaillistenstande der betreffenden Branchen werden wird.

Bremen, 20. Juni. Vom Kaiser ging dem Prä­sidenten des Norddeutschen Lloyd, Geo Plate, auf die Mitteilung der letzten Rekordreise des Dampfers Kaiser Wilhelm II." nachstehendes Telegramm zu:

Gerade jetzt, wo so ernstlich angestrcbt wird, eine weitere Geschwindigkeitssteigerung der transatlantischen Fahrten zu er­reichen, ist mir die Nachricht von der unübertroffenen Leistung des Schiffes, welches meinen Namen trägt, sehr willkommen. Ich gratm liere dem Lloyd zu dem neuen Erfolge."

beiten vorgetragen hat, fein Finländer und mit den Sitten und Gesetzen des Landes nicht vertraut ist, und da er mit General Bobrikow gemeinsame Interessen hat, so bekommt Ew. Majestät nicht zu wissen, weder wie der wirkliche Zustand ist, noch was die Landesgesetze gebieten. Da keine Aussicht vorhanden ist, daß innerhalb eines übersehbaren Zeitraums eine wahre Darstell­ung des wirklichen Zustandes an Ew. Majestät gelangen wird und daß Bobrikow abberufen wird, bleibt nur noch übrig, zur Not- toebr zu greifen und zu versuchen, ihn imschädlich zu machen. Das Mittel ist gewaltsam, aber das einzige Mittel. Dabei opfere ich mein eigenes Leben mit eigenen Händen, um zu versuchen, Ew. Majestät noch mehr davon zu überzeugen, daß tm Großfürstentum Finland wie in Polen und den Ostsee­provinzen, ja im ganzen russischen Reich Mißstände herrschen. Meinen Entschluß habe ich nach reiflicher Ueberlegung allein gefaßt Ew. Majestät! Mit dem Tode vor Augen schwöre ich bei Gott, daß hier keine Verschwörung vorliegt. Ta ich das gute Herz und die edlen Absichten Ew. Majestät kenne, bitte ich Ew. Maie,tat nur um das eine, sich Klarheit über die wirklichen Zustände des Reiches zu verschaffen, darunter eingerechnet Polen, Finland und die Ostsee-Provinzen.

Ich verbleibe mit tiefster, untertänigster Ehrfurcht der aller­untertänigste, treuste Untertan Ew. Majestät.

, Eugen Schaumann.

Ein m Kopenhagen lebender Finländer, ein Ver­wandter Schaumanns, berichtet, Schaumann habe das Attentat lange geplant, er habe niemanden in seinen Plan ein geweiht und keine Mitschuldige; er habe eifrig an der nationalen Agitation teilgenommen. Seine Familie sei 1686 geadelt worden, der Vater habe im russischen General- stake eine glänzende Karriere gemacht.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 21. Juni 1904.

p- Dr- Hans Köppe wird zum Zweck der Habilitation für das Fach der Nationalökonomie und Finanz- wiffenschast am Mittwoch, 22. Juni, nachrn. 6 Uhr c. t. in der kleinen Aula des Universitätsgebäudes eine Probevor­lesung:Die rationelle Ausgestaltung der Matrikular- beiträge", halten.

** Militärisches. Generalarzt Dr. Großheim aus Frankfurt weilt seit gestern in unserer Stadt und ist im Großherzog von Hessen abgestiegen. Gestern inspizierte er eingebend das Lazarett und heute wird er die sani­tären Verhältnisse in den Kasernen einer Prüfung unter­ziehen.

** Ertrunken. Gestern nachmittag war ein hiesiger Mann auf seinem Acker in der Nähe der Militärschwimm- aTrstalt beschäftigt und chatte sein acht Jahre altes Töch­terchen bei sich. Das Kind entfernte sich von seinem Vater, um nach Hause zu gehen. Als der Vater nach Hause kam, war das Kind nicht da, und die sofort von dem Vtter angestellten Recherchen waren ohne Erfolg. Heute morgen wurde das Kind als Leiche in der Lahn gefunden.

** Der Hess. Zentralverein für Erricht­ung billiger Wohnungen hält am 29. d. M. vor­mittags lOVr Uhr seine diesjährige Hauptversammlung ab. Der Verein hat nach dem gedruckt vorliegenden Geschäfts­bericht für 1903, der uns heute zugegangen ist, im var- ganaenen Jahr eine sehr rührige Tätigkeit entfaltet. U. a. wurde infolge zahlreicher Anfragen ein Musterstatut für Baugenossenschaften ausgearbeitet, das von der Geschäfts- relle des Vereins, Wilhelminenstraße 3 in Darmstadt, be­zogen werden kann. Die allgemeine Inanspruchnahme der Geschäftsstelle des Vereins hat sich int Berichtsjahre gegen das Vorjahr wesentlich gesteigert.

d. Wieseck, 20. Juni. Bei bem am Sonntag hier tattgehabten Preiskegeln erhielten folgende Kegel­klubs Preise: 1. Preis, eine wertvolle Standuhr:Gut Holz"-Lollar, 2. Pr., ein versilbertes Trinkhorn:Gut Ho!z"-Launsbach, 3. Pr, eine versilberte Bowle,Gut Holz"- Wieseä, 4. Pr., ein Bierservice:Gut Holz"-Gießen, 5. Pr.,

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Ausland.

London, 20. Juni. Dem nunmehr veröffentlichten amtlichen Bericht zufolge belaufen sich die Kr önun as- ko st en auf 7 985 780 Mark.

König Eduard reist am 23. Juni abends von London nach Port Viktoria, wo er sich an Bord der kgl. Jacht begibt. Auf der Reise nach Kiel wird den König ein großes Gefolge begleiten, dem der erste Lord der Admiralität, Earl os Selborne, der Direktor der Nach­richtenabteilung der Admiralität und Prmz Louis von Battenberg angehören. Die Dauer des Aufenthaltes in Kiel ist noch nicht bestimmt festgesetzt. Man nimmt an, daß er etwas über eine Woche betragen wird.

. Paris, 20. Juni. Die Kammer nahm Artikel 22 des Mrlitärgesetzes an, nach welchem jungen Leuten, die gewisse Schulen besuchen, für die Mleistung ihrer Militär- pslicht Aufschub bewilligt werden kann. Dann erfolgte dre Annahme des ganz-en Gesetzes.

Budapest, 20. Juni. (Ab g e o r d n e t en h a u s.) Auf eure Anfrage Aloh (Kossuthpartei) erklärt Ministerpräsi­dent Disza, der Bürgermeister von Devreczin sei ver­pflichtet gewesen, auf eine ihm zugegangene deutsche Zuschrift des östreichisch-ungarischen Konsulats Galatz zu antworten. Ter Bürgermeister habe von dem Minister des Innern Weisung hierüber erhalten, weil der gesetz- lrchen Praxis zufolge die Amtssprache der östreichisch-unga- rffchen Diplomatie deutsch sei. Nach dieser Erklärung schrie Kubik zu d'er nattonalliberalen Partei gewendet:Nun brennen Ihnen die Augen vor Scham aus." Aufgefordert, den beleidigenden Zuruf zurück- zuHieben, weigerte sich Kubik dessen, worauf die Angelegenheit an den Jmmunitätsäusschuß verwiesen wurde

Belgrad, 20. Juni. Das BlattStampa" berichtet, daß die Polizei auf sämtliche Kleidungsstücke der Königin Draga Beschlag gelegt hat, doch soll deren Schätzungswert den Schwestern der Königin übermittelt werden. Die Beschlagnahme erfolgt angästich zur Ver­hinderung einer etwaigen Schaustellung dieser Kleider. Das Brautkleid der Königin Draga, ein sehr wertvolles Natioual-Kostüm, ist verschwunden. Die Schlaf­

zimmereinrichtung des Königs Alexander soll auf Veranlassung der Exkönigin Natalie verbrannt werden.

Petersburg, 20. Juni. Der K a i s e r und die K a i - f er in begaben sich heute von Zarskoje Selo zum Sommer­aufenthalt nach Peterhof.

Deutsches Reich.

Berlin, 20. Juni. Die diesjährige Nord land-- zetfe des Kaisers wird in den ersten Tagen des Juli von Swinemünde aus ihren Ausgang nehmen. Für die Dauer der Reise sind nach den bisherigen Dispositionen etwa vier Wochen in Aussicht genommen. Nach der Rückkehr wird die kaiserliche Familie zu mehrwöchentlichem Sommer-Aufenthalt nach Schloß Wilhelmshöhe übersiedeln.

Die KaiseryachtHohenzollern" ankerte heute nacht und heute vormittag auf der Rhede von Cuxhaven, von wo der Kaiser das Einkommen der Pachten von der Regatta Dover-Helgoland beobachtete. Der Kaiser hötte heute den Vottrag des Reichskanzlers und besuchte nachmittags die hier ankernden PachtenMeteor" undIduna". Zur Abend­tafel war Exzellenz von Eisendecher geladen.

Das Abgeordnetenhaus nahm heute unter anderem die beiden Meliorations-Vorlagen über die Verbesserung der Vorflut an der unteren Oder, Havel und Spree und Maßnahmen zur Verhütung von Hochwasser­gefahren in der Provinz Brandenburg und im Havelgebiet der Provinz Sachsen in zweiter Lesung, sowie den Gesetz­entwurf über das Spielen in außerpreußischen Lotterien in dritter Lesung an. Ferner wurde der Gesetzentwurf über die Erhöhung des Kapitals der See- handlung in zweiter Lesung angenommen und die Vor­lage betreffend Gewährung von Beihilfen an ehemalige An­gehörige des preußischen Heeres und der Marine, die an dem Kriege gegen Dänemark 1864 teilgenommen haben, ver­abschiedet.

Bei der Verabschiedung des Gesetzentwurfs, betreffend die Kinderarbeit in den gewerblichen Betrieben, hatte der Reichstag im März v. I. den Reichskanzler ersucht, tm ganzen Reich Nachforschungen über ben Umfang und die Art der Lohndeschäftigung der Kinder im Haushalt (Aufwartung, Kinderpflege unb dergleichen), sowie in der Landwirtschaft und deren Nebenbetrieben vornehmen zu laffen und die Ergebniffe dem Reichstage mitzuteilen. Dem Vernehmen nach hat der Bundesrat dieser Resolutton zu- geftimmt, so daß also die Erhebungen demnächst stattfinden werden.

Der Antisemitenbund hat beschloffen, den Namen Deutscher M i tte l st an d s b u n d anzunehmen. Nach derStaatsb.-Ztg." kam es in der Versammlung zu einer scharfen Absage an den Bund derHandwerter. DieStaatsb.-Ztg." berichtet darüber:

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