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21.3.1904 Erstes Blatt
 
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Nr. 68

Eriche»»« tSgllch außer SonnlagS.

£em Gießener Dlnzeiger ivsrden im Wechsel mit bem Kesfischen Landwirt die Siebener Zamilien- blätter oienimt in der Woche beigelegt.

DfotattonSbrud u. 93er- Icfl der Brüh l'ichen ibn lve rs.-Buch-u. Stein- t> rudere». R. Lange, iflebaftüm, (hrpebttum und Trudetet:

Lchulftraße 7.

Mresie für Depeschen: Anzeiger Gießen.

sscrnlpr,chanlchlnßNr 51.

Erstes Blatt.

154. Jahrgang

Montag 21. März l 804

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger v

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Bezugspreis: monatlich 7bP|., viertel- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.3. viertel- jährl. ausfchl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für dte Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12 Pf auswärts 20 Pfg.

Verantwortlich für den poliL und allgem. Teil: P. Witt ko: für .Stadt und Land^ und Gerichtssaal": August Goetz; für den An­zeigenteil: Hans Beck.

Nr Erläuterung der militärischen Situation in SüdrveftafriKa

noge das Folgende dienen:

Tie Abteilung Glasen app war von Windhuk nach> Go- tcbis vorgeschickt, um von hier aus nach Norden sich ziehend, am Feinde den Weg nach der englischen Grenze zu ver- "len, falls er hierher zu entkommen versuchen sollte. Es ulkte sich indessen heraus, daß er an einen Rückzug nach M°fer Richtung bisher nicht gedacht hat; vielmehr steht eine rt'r 1000 Gewehre geschützte Macht unter Samuel Maherero nach westlich von Windhuk in den Komasbergen, welche trrch Hauptmann Puder mit zwei Kompagnien in Schach gehalten wird.

Weitere Hererohaufen stehen in den Onjatibergen öst­lich von Windhuk, und ihrer Einschließung galten die Beweg- i^en unserer Truppen in den letzten Tagen. Nach Westen ; ernten die Herero nicht entkommen, weil hier die Kolonne bom Estorfs die Linie Mndhuk-Okahandja-Otjosasu be- Irrscht; irrt Süden erscheint die Linie Windhuk-Gobabis nach be-i vorliegenden Nachrichten zurzeit gleichfalls für uns pe ichert, und nur nach Norden zu steht den Herero der Weg frri; denn von dem ganzen Gebiete zwischen den Onjati- i?<ugen und Waterberg haben wir seit Wochen keine bestimm­tet Nachrichten mehr.

Um dem Feinde diesen Weg abzuschneiden und der Ko­lonne Estorfs oie Hand zu reichen, rückte die Kolonne Gla- sit app von Osten her vor. Der Ort Kehoro (nicht Rehoro) liebst am schwarzen Nossob genau auf dem 22. Breitengrade, llandjesu etwa 45 Km. nordöstlich davon; weitere 110 y Lometer in derselben Richtung von letzterem Orte ent* * fcimt finden wir Owikokoreo, den Schauplatz des Gefechts vom 13. d. M.

DerVorwärts" schreibt zu der schweren Schlappe vorn Owikokorero:

Daß 26Manngetötet und nur 5 leicht verwundet wurden, legt die Vermutung nahe, daß die Hereros in ''wer Erbitterung das Vorbild des Dr. Baumgart nach- si rahmt und ebenfalls keinen Pardon gegeben haben. G erade das beweist aber, wie sich die Grausamkeit der tolonialen K'riegsführung am eignen Fleische rächt! Man 1 i nicht zu siegeszuversichtlich! Noch mehr als einmal fj. nuten den Hereros verwundete Soldaten in die Hände st.llen! Verständigt man sich nun nicht mit den Hereros dahin, daß auf beiden Seiten Verwundete rnd Wehrlose zu schonen sind, so hat man den Tob der Verwundeten auf das eigene Schuldkonto zu sitzen! Die Vernunft sollte wenigstens zu einer zivili- s erten Kriegsführung veranlassen, wenn man schon das Eebot der Christenpflicht und der Kulturehre mißachtet!

Diese sozialdemokratische Glosse offenbart wieder an rrifeiti gleit und Unverständnis mehr als man für möglich i l'en könnte. Die Idee von einer Verständigung mit den Hereros ist von äußerster Msurdität. Die Herren ').:>eros haben nicht ihre Bildung auf den Schulbänken von kernau oder Pankow bei Berlin genossen, sondern stehen lielmehr aus einer Kulturstufe, die jedeVerständigung" ins schließt.

Ueber die Ursache der Herero-Erhebung ilhueibt dieKöln. Ztg.":

Es kam endlich hinzu, daß Händler, wie das auch m den Berichten unseres nach SüLwestafrika entsandten !p< zialberichterstatters hervorgehoben wird, sich keineswegs M Bereich der Gesetzlichkeiten hielten, sondern, statt die Forderungen einzuklagen, sich widerrechtlich und gewaltsam n Len Besitz der ihnen geschuldeten Gelder zu setzen ver­achten. Eine derartige Handlungsweise wird jedenfalls auch 'ton vor dem Erlaß der fraglichen Verordnung vorgekom- sein. Daß ein solches widerrechtliches Vorgehen über» mpt möglich war, ist als ein Verschulden der örtlichen Kl.onialverwaltung zu betrachten; denn der Gouverneur

' te die Weißen soweit in der Hand haben, daß sie sich »t zu gesetzwidrigen Handlungen hinreißen ließen. Auch

die Justizbehörden hätten eingreifen müssen. Man muß unbedingt das eine festhalten, daß wenn die überragende Stellung der Meißen auch ein erstes Gesetz richtiger Kolo­nialpolitik ist, anderseits auch die Eingeborenen auf Ge- rechtigkeit Anspruch haben und vor Ungerechtigkeiten durch einzelne geschützt werden müssen. Dies scheint nicht ge­nügend geschehen zu sein und man wird nicht fehlgehen, wenn man darin einen der Gründe zum Aufstande erblickt."

Deutsches Reich.

Berlin, 20. März. Man meldet aus Gibraltar: Ter Kaiser hörte gestern den Vortrag des Geh. Ober­regierungsrates Valentini. Bei der gestrigen Takel im'Hause des Gouverneurs trank der Kaiser auf das Wohl des Königs Eduard; der Gouverneur brachte ein Loch auf den Kaiser aus. Nach dem Tiner empfing der Kaiser die Gesellschaft Gibraltars. Tie Stadt war vielfach illuminiert. Heute vormittag hielt der Kaiser an Bord des König Albert" Gottesdienst ab. Tas Wetter ist schön. Kaiser Wilhelm besuchte den großen KreuzerFriedrich Karl", nahm den Lunch bei Admiral Lambton auf der Vietorious", den Tee beim Gouverneur an Land imb dinierte beim Abnriral Beresford an Bord des Flaggschiffes Cäsar". Tie Abfahrt des LlovddampfersKönig Albert" und desFriedrich Karl" erfolgte abends 11 Uhr.

Die Ankunft Kaiser Wilhelms in Neapel erfolgt am 24. März morgens. Tie Begegnung mit dem König von Italien findet am 26. o. M. mittags statt. Am 27. März verläßt dieHohenzollern" Neapel und setzt die Fahrt nach Palermo und Messina fort. Am 29. verläßt der Kaiser in Genua dieHohenzollern" und tritt die Rückfahrt mit der Bahn an.

Von der Monarchenbegegnung in Vigo wird nachträglich folgender Zwischenfall gemeldet. Bei der Rundfahrt des Kaisers und des Königs durch die Bucht von VEo kollidierte daS KanonenbootVaseo", an dessen Bord sich die beiden Monarchen befanden, mit dem FischdampferMeliton" infolge eines falschen Manövers des letzteren. Ein zwölfjähriger Kuabe schwebte dabei in unmittelbarer Lebensgefahr, zwischen beiden Schiffen zer­drückt zu werden. Nilr das rasche Gnareifen beider Monar­chen, die persönlich den Knaben auf das Kanonenboot hin- überzogen, rettete ihn vor sicherem Tode.

TieNordd. Allg. Ztg." erklärt gegenüber demVor­wärts", der Reichskanzler wisse nichts von bevor­stehenden allgemeinen Wahlen oder von irgendwelchen Vorbereitungen zu solchen. Diese Ankündigung all­gemeiner Wahlen sei und bleibe Flunkerei. Bei der vomVorwärts" erwähnten Papier-Bestellung handle es sich lediglich um eine interne Verwaltungs-Maßregel des Ministeriums des Innern. Tie jetzt bestellten Umschläge seien nur der Ersatz für die bei den Reichstagswahlen verbrauchten.

Gräfin Bülow empfing gestern die Spitzen der Gesellschaft. Etwa 100 Personen waren anwesend. Ter Kronprinz erschien um 10y2 Uhr und wurde vom Reichskanzler und der Gräfin empfangen. Er verweilte bis nach lli/2 Uhr.

parlamentarisches.

Berlin, 19. März. Die Kommission des Reichstags zur Vorbereitung der Resolution Gröber betreffend Ab­änderung des Militär st rafgesetzbuchs hat sich heute konstituiert. Mitglieder der Kommission sind die Abgeordneten Gröber unb Dr. Spahn (Ztr.), Meirich (k.), Graf Brudzewo-Mielczynski (Pole), Prüschenk v. Linden- Hofen (Rd.), Hagemann (nl.) und Stadthagen (Soz.). Zum Vorsitzenden ber Kommission würbe Tr. Spahn gewählt.

Ausland.

Lüttich, den 19. März. Infolge des letzten Dyna­mit-Attentates nahmen Agenten der Sicherheits­

polizei bei mehreren Anarchisten Haussuchungen vor, die aber ohne Resultat blieben. Ter bei dem Attentat ver­wundete Priester hat bereits vor fünf Jahren einen Drohbrief erhalten, worin ihm mit geteilt wurde, daß sein Haus anaesteckt werden würde.

Paris, 20. März. Ter in der Spionage-Ange­legenheit verhaftete M ar tin wurde ins Militär-Ge­fängnis eingeliefert.

Rom, 19. März. Ein Runds ehr e iben des Papstes, welches das Datum des 12. März trägt, be­handelt das Jubiläum Gregors des Großen. Ter Papst gibt zunächst eine Ueberficht über das Leben und die Taten des Heiligen, um daran Ermahnungen für das christliche Volk, die Bischöfe und den Klerus anzuknüpfen. Ter hl. Gregor soll, so legt ber Papst bar, sein (Pius X.) eigenes Vorbild sein; Pius X. will ein gregorianischer Papst Jein. Heute nachmittag fand die Enthüllung des Arberterdenkmals im Lateran statt. Ten deutschen Pilgern unter Führung des Msgr. Widmann-München und des Generalsekretärs Fournelle aus Berlin waren besondere Ehrenplätze angetoiejen. Zahlreiche Begrü^ungskundgeb- ungen deutscher Verbände, darunter von Köln, Freiburg, Wien und Salzburg, sind eingegangen. Abends war Fest- vorstellung für die deutschen Pilger. Im Auftrage des Vatikans hat ber Nuntius in Paris der französischen Re- gierung die offizielle Mitteilung gemacht, daß der Heilige Stuhl den im April stattfindenden Besuch des Präsidenten L o u b e t als ungeschehen betrachte, d. h. der P a p st werde den Präsidenten nicht empfangen.

- Petersburg, 20. März. Ter am 10. ds. zum Tode verurteilte Anstifter des Mordanschlages gegen Minister Szipjagin, Veterinärarzt Gerschurri,ist hingerichtet worden. Tie Meldungen, daß er um Gnade gebeten habe, bestätigen sich nicht, hingegen hat sein Mit- verschwoiener, Artillerie-Stabskapitän Grigorjew, der später die übrigen Verschworenen verraten hat, ein Gnadengesuch- eingereicht, über das die Entscheidung noch nicht gefallen ish

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 21. März 1904.

** Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Bei der heute fortgesetzten Ziehung der 6. Klasse fielen fünf Ge­winne von je 5000 Mk auf Nr. 9905 23264 28804 66794 99782, Gewinne von je 3000 Mk. auf Nr. 7531 7829 12374 22311 32007 41564 44942 49411 54267 63756 64319 72437 77802 80355 87949 90083 9490» 98307 98547. (Ohne Gewähr.)

* Theaterverein. Das Gastspiel von Fräulein Leonie Taliansky als Agnes in berSchule der Frauen" und als Marianne in Goethe'sGeschwistern" ist nunmehr auf Mittwoch vereinbart. Wir haben also' Gelegenheit, eine der besten Darstellerinnen naiver Rollen zu sehen, die als die Käthi vonAlt-Heidelberg* Manchem schon in Berlin bekannt geworden sein wird, die die Meisten aber wohl nur aus Bildern und Postkarten kennen. Um auch seinerseits dazu beizutragen, daß alle noch nicht verwendeten Abonnementsbillets und Bons der Theaterdirektion benutzt werden können, hat der Vorstand des Theatervereins be­schlossen, diese beim Ankauf von Billets an der Abendkaste in Zahlung anzunehmen. (Siehe Anzeigenteil.)

**Auö dem Bureau des StadttheaterS. Zu der heutigen letzten Vorstellung vonZapfenstreich", so­wie zur morgigen Aufführung desPfarrer von Kirch­feld" haben Block - Abonnementsbillets ohne Zuschlag Giltigkeit. DaS Klärchen in der heutigenZapfenstreich Vorstellung wird von Frl. Hohl gespielt; es dürfte durch diese Neubesetzung das interestante Stück wieder besonderes Interesse gewinnen.

Gießener Stadühealer.

Heimat.

Schauspiel in 4 Men von Hermann Sudermann.

Hatte Otto Ernst in berJugend von heute" die Aus- -Jf'fe einer modernen Weltanschauung, die bas Recht der f:di vidualität für sich in Anspruch nimmt, mit scharfem Hi:t gegeißelt, so haben wir gestern unmittelbar darauf tin Drama gesehen, in welchem ein anderer das Lebensbild tinS Menschen, ber auch seine eigene, einsame Straße gehen Ml,, mit erschütterndem Ernste uns entrollt. Frl. Hohl, ' ! Benefiz gestern abenb ftattfemb, zeigte uns diese hgiba, idie Offizierstochter und Sängerin', die aus der k:ein Heimat hinausgegangen ist in eine andere, größere üt. in der die Schule des Lebens aus ihr eine selbständige, (^bewußte weibliche Persönlichkeit macht, die die kon- i^tivnellen Anschauungen über Gesellschaft und Moral sich wirft. Sudermann zeigt uns das Recht ber ivübualistischen Weltanschauung. Seine Heldin ist wirk- l!d eine einsame Persönlichkeit, deren Welt, in der sie V aus eigener Kraft zu eijter hohen Stellung emporge- mgqm hat, die Kunst ist. Die wandelt nicht als eine VWge allein und verloren in der Gesellschaft, sondern sie chk j iich von ihr getrennt, und ber Höhepunkt ihres Auf- Mm»s in dem Drama liegt gerabe darin, daß sie den

mit flammender sittlicher Kraft zuzurufen vermag:

? wollt Ihr von mir, was habe ich mit Euch zu Mchn?!"

Als Sudermann ir feinem späteren StückEs lebe

das Leben!" wiederum ein ähnliches Frauenschickfal dar­zulegen versuchte, war viel weniger die Berechtigung be­gründet, gerade dramatisch ein so schwieriges Problem auf­zurollen. Auch inHeimat" zeigt sich in allzu theatralischen Stellen der geschickte Sudermann, ber dem Publikum ent­gegenkommt unb um jeden Preis nach Effekt strebt. Aber einen großen, tiefgehenben Eindruck macht bas Stück doch auf jeden Zuschauer, und wenn cmch darin der nackte philo­sophische Gedanke eine große Rolle spielt, so ist doch die Er­scheinung der Magda von dem lebenskundigen Verfasser mit viel Scharfblick als eine interessante Künstlerin mit allen ihren lebenswahren Eigentümlichkeiten gut gesehen und, was man bei Sudermann wahrlich nicht immer sagen kann, künstlerisch wiedergegeben worden.

Frl. Hohl, zu deren Ehrenabend erfreulicherweise das Haus fast bis auf die letzten Plätze sich gefüllt hatte, verfehlte keine Seite ihrer dankbaren unb interessanten Rolle; sie spielte die heimkehrende, welterfahrene unb bewegliche Sängerin mit größter Frische und Natürlichkeit, bas aufsteigende Mißbehagen unter der alten, väterlichen Autorität unb die heimliche und ausgesprochene Furcht vor bem Zusammenprallen ihrer Anschauungen, die sie gefestigt und selbstbewußt in sich trägt, mit den Vorur­teilen ihres Vaterhauses, besonders des alten Offiziers; sie zeigte das Lächeln und die Bewegungen der lleberlegen- heit ebenso treffend, wie das gute Herz, das die warme Liebe zur jüngeren Schwester und zum Vater und der Mutter auch in der Fremde sich bewahrt hat, und in den erschütternden Svenen der Entdeckung war sie ganz die schmerzlich getroffene, aber charakterstarke Frau, die den ungeliebten Mann, ber sie von ihrem Kinde trennen will,

mit Entschiedenheit zurückstößt. Kürz die liebenswürdige Künstlerin ließ alle Saiten ihres reichen Könnens spielen und hatte es verdient, daß man ihr mit reichern Beifalli lohnte unb ihr zu ihrem Ehrenabend viel buftenbe Blumen brachte.

Tie andere Hauptrolle des Dramas, den alten Oberst­leutnant a. T. Schwartze, hatte Herr Sinken übernommen. Er traf den Grundzug des Charakters des weißbärtigen Alten gut, übertrieb vielleicht nur ein wenig die Alters­schwäche dieses Offiziers, der bemGeiste des Umsturzes unserer moralischen Anschauungen" verständnislos gegen» übersteht. Ten Pfarrer Heffterdingk, den vor vielen Jahren abgewiesenen Freier ber Magba, spielte Herr Sanborff mit sehr gutem Erfolg. Tas Aeußerliche dieses bescheidenen, innerlich vornehmen und großmütigen Geistlichen hätte man sich etwas schlichter und gereifter vorstellen können. Herr Pichler war für den kalten Regierungsrat v. Keller, den früheren Geliebten der aus bem Elternhause Ver­stoßenen, der als konseguenter Streber sie verließ unb,

nachdem sie als Siegerin zurückkehrte, bereitwillig mit ihr sich wieder verbinden will, ber richtige Vertreter. Von den übrigen Mitwirkenben ist im allgemeinen dasselbe zu sagen: Fr. Ke Hermann war eine sympathische Gattin und Stiefmutter, Frl. Großnrüller ein sehr frisches, natürliches unb anmutiges jüngeres Schwesterchen ber Magda; der Leutnant Max des Hm. Knabe war, was Bewegung anlangt, ein wenig unfertig, und Fr. Fisch er zog die Rolle der geschwätzigen Tante etwas zu sehr ins Komische. Im ganzen war der Benefiz-Abend für Frl. hohl sehr anregend unb erfolgreich A. G.