Herrmann vom „Habicht", LanLwehrgesreiter Wilhelm Schmidt aus Gollendorf, Landrvehrgefreiter Johann Sonne aus Friedrichsfeld.
Tas Tetachement Glasenapp sollte, nach der letzten Privatmeldung eines Berliner Zeitungs-Berichterstatters Hauptmann a. T: Tannhauer, am 5. und 6. März vom Biwak bei Owingi in zwei Kolonnen nach Westen zu aufbrechen, um die nach den Onjatibergen, östlich von Oka- handja, zurückgegangenen Hereros dort zu stellen und gleichzeitig mit der von Osten kommenden Mteitung des Majors v. Estorfs einzuschließen und unschädlich zu machen. Tie- ffelbe Privatmeldung tat eines Gerüchtes Erwähnung, daß halbwegs nach den Onjatibergen, bei Otjiarua, eine größere Hereroabteilung vermutet werde. Tas Gefecht hat am 13. März stattgefunden, während die Vereinigung beider Kolonnen für den 15. d. M. vorgesehen war. Ta aus der Meldung des Majors v. Glasenapp hervorgeht, daß dieser mit seinem ganzen Stabe und nur mit einer geringen" Begleitmannschaft in den Kampf geraten ist, ist der unverhältnismäßig hohe Verlust an Offizieren verständlich.
Tiefe neuen schweren Verluste an kostbaren Menschenleben rufen wieder in zahlreichen Familien hier in der Heimat tiefe Trauer hervor. Im fernen Afrika über werden unsere braven Landsleute nur mit umso größerer Entschlossenheit, mit Einsetzung aller ihrer Kräfte gegen den Feind vorgehen, um das Blut ihrer für das Vaterland ehrenvoll gefallenen Kameraden zu rächen und eine Wiederkehr so trauriger Ereignisse für immer unmöglich zu machen.
Wie berichtet wird, sind in maßgebenden Kreisen Erwägungen im Gange, den früheren Kommandeur der Schutz- trupve, Generalmajor v. Trotha, zurzeit Tivisions-Kom- mandeur, mit der Oberleitung des Feldzuges gegen die Aufständischen in Südwestafrita zu betrauen.
Wie verlautet, werden in der nächsten Zeit folgende Truppentransporte auf Dampfern der Wörmann- Linie nach Teutschsüdwestafrita abgehen: Am 25. März 400 Mann auf dem „Feldmarschall", am 30. März der „Markgraf" mir 500 Pferden und die „Enterios" mit 100 Mann und 400 Pferden, am 7. April endlich die „Lucie Wörmann" mit 400 Mann.
Ter am 18. März von Buenos Aires abgegangene zweite Transport Pferde und Maultiere wird am 1. April in Swakopmund erwartet.
Prinz Heinrich von Preußen stellte sich an die Spitze des Zweighilfslomitees, welches in Kiel auf Anregung des Zentralhilfskomitees für die deutschen Ansiedler in Südwestafrika gebildet ist. Weitere Zweigkomitees sind 'angesichts der Notwendigkeit schneller Hilfeleistung in allen Teilen Teutschlands gebildet ooer in Bildung begriffen.
Mrlameruarisches aus Kesten.
Die Abg. Müller und Dr. Buff beantragen: Hohe Kammer wolle beschließen, die Großh. Regierung zu ersuchen, bei den verbündeten Regierungen eine Gesetzesvorlage einzubringen oder anzuregen zum Schutze von Arbeitgebern, welche die ihnen aus der sozialpolitischen Gesetzgebung erwachsenden Verpflichtungen erfüllen, gegenüber denen, die ihren aus jener Gesetzgebung erwachsenden Verpflichtungen nicht Nachkommen uud sich ihnen entziehen. — Die Großh. Kreisgeometer richteten an die Zweite Kammer eine Vorstellung betreffend anderweitige Festsetzung ihrer Besoldungsvordienstzeit.
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Karlamcnlarijches aus dem Kelche.
Berlin, 19. März. Das Abgeordnetenhaus setzte heute die Beratung des Kultus-Etats fort. Eine besondere Debatte verursachten die Schulvcrhältmsse in Oberschlesien. Das Gehalt des Ministers wurde bewilligt, ebenso eine Reihe weiterer Artikel.
— Die Reichstags-Stichwahl in Lüneburg zwischen Dr. Jänecke (natl.) und Frhrn. von Wangenheim (Welfe) findet am 24. d. Mts. statt.
Keer uud Störte.
— Nach einem dem „B. T." aus Breslau zugehenden Telegramm verlautet in dortigen militärischen Kreisen, daß der Generalinspekteur der zweiten Armeeinspektion, Erbprinz von Sachsen-Meiningen, die durch den Tod des Generalfeldmarschalls Grasen Waldersee erledigte Stelle des Generalinspekleurs der dritten Armeeinspektion übernehmen solle. Generalinspekteur der zweiten Arme ein spettiou, zu welcher das 5., 6. und die beiden sächsischen Armeekorps gehören, solle der kommandierende General des 12. Armeekorps, Kronprinz Fried- vich August von Sachsen werden.
Aus Stadt uns £aiük
Gießen, 21. März 1904.
* * Personalnachrichten. S. K. H. der Großherzog haben Allergnadigst geruht, am 19. ds. den Kreisrat des Kreises Oppenheim Friedrich v. Hahn zum Kreiscat des Kreises Heppenheim, den Rat bei der Provinzialdirektion Rheinhessen, Regierungsrat Dr. Edmund Steeg zum Kreisrat des Kreises Oppenheim, den Kreisamlmann bei dem Kreisamt Gießen, Regierungsrat Dr. Otto Heinrichs zum Rat bei der Provinzialdirek- kion Rheinhessen und zweiten Beamten des Kreis- amts Mainz mit dem Amtstitel „Regierungsrat", den Vorstand des Polizeiamts Gießen Polizeiamtmann Paul Hechler zum Kreisamtmann bei dem Kreisamt Gießen und den Regierungsassessor Heinrich, Herberg in Osfenbach zum Vorstand des Polizeiamts Gießen mit dem Amtstitel „Polizeiamt mann" — sämtlich mit Wirkung vom 1. April an zu ernennen. — Der Hittsgerichlsschrecher bei dem Amtsgericht Alzey Johann Georg Holzmann wuroe zum Oeko- nomen am Landeszuchthause Marien,chloß mit Wirkung Som 2. April ernannt, dem Chef der Firma Siesmaycr zu Frankfurt a. M. das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. — In den Ruhestand versetzt wurde der Lokomotivheizer in der HJsisch- Preußischen Ei,enbahngemeinschaft Joseph Christ zu Frankfurt a. M. mit Wirkung vom 1. April an.
* * Das 4 0. Stiftungsfest des Bauerschen Gesangvereins fand am Samstagabend unter großer Beteiligung im Neuen Saalbau, der bis auf den letzten Platz besetzt war, und in Anwesenheit einer Anzahl von Ehrengästen und zahlreichen Gesangvereinen von chcr und auswärts statt. Herr Todt, der am Festabend als Vorsitzender funktionierte, eröffnete das Fest mit einer Ansprache, in der er die Erschienenen, besonders die Ehrengäste, herzlich willkommen hieß und darauf aus der Geschichte des Bauerschen Gesangvereins e.nige in.e. j.ante
Mitteilungen machte. Von den 8 Gründern des Vereins leben nur noch 2, nämlich die Herren Häuser und Unverzagt. Wie der Verein unter vier Dirigenten nacheinander immer stolz das Banner der Gesangeskünst hoch hielt, wie er häufig aus Gesangswettstreiten siegreich und preisgekrönt zurückkehrte, wußte der Redner eindrucksvoll darzulegen. Indem er schließlich das Interesse des Kaisers für den Münnergesang und den Kunstsinn unseres Großherzogs erwähnte, brachte er ein Hoch auf beide Fürsten aus, in das man begeistert einstimmte. Als Vertreter des Pro- vinzialdircktors sprach Regierungsrat Dr. Wagner schöne Worte und beglückwünschte das Geburtstagskind, das er ein stattliches nannte, indem kaum ein anderer Verein in Gießen sei, der auf eine so lange und reiche Vergangenheit zurückblicken könne. Darauf begann nach einem schwungvollen Prolog, den das Vereinsmitglied Roloff gedichtet und mit markiger Stimme vorgetragen hatte, das musikalische Programm, das vom Bauerschen Gesangverein unter der Leitung seines jetzigen Dirigenten Polster mit einigen sehr hübschen Liedern eröffnet wurde. Aber nicht nur der festfeiernde Verein zeigte, daß er in der Kunst des Männergesangs Vorzügliches zu leisten vermag, sondern auch eine Anzahl anderer Vereine betraten die Bühne und erfreuten die Anwesenden durch gute Gesangsvorträge. Die „Liedertafel" und der „Liederkranz" aus Marburg, die Gesangvereine ^Harmonie", „Heiterkeit" und „Gemütlichkeit" boten recht gute Leistungen. Glückwünsche wurden natürlich auch namens der Vereine ausgesprochen; der Dirigent des Lahntalsängerbundes, Schneider, gab in einer langen, gewandten Rede seinen Empfindungen erschöpfenden Ausdruck, für die Freiw. Gailsche Feuerwehr sprach mit Ueber- reichung eines Fahncnnagels Herr Lindenstruth, für den Schützenvcrein (mit Ueberreichung einer Standarte) Herr Brück, für den Kriegerverein Herr Bommersheim; der Ma- scbinenbaucrgesangverein überreichte einen Fahnennagel, die „Liedertafel" Marburg ein großes Gruppenbild ihrer Sänger, der „Liederkranz" Marburg ein Bild Richard Wagners, der Gesangverein Gemütlichkeit eine Weintanne. Die Frauen und Jungfrauen des Bauerschen Gesangvereins stifteten 2 Fahnenschleisen. Die zwei noch lebenden Gründer des Vereins wurden von diesem mit schönen Blumenkörben beschenkt. Nach Beendigung des Programms, das 19 Nummern umfaßte, wobei die Militärkapelle mitwirkte, wurde von den Lahntalsängern noch manches schöne Lied gesungen. Am nächsten Tag, Sonntags, wurde die Feier fortgesetzt, indem im Neuen Saalbau von hiesigen Damen und Herren ein Lustspiel „Ein Toiletten-Geheimnis", auf- geführt wurde, wonach die Vorführung lebender Bilder und ein schöner Ball den Schluß bildeten.
Büdingen, 20. März. Prinz Max von Jsen- burg-Büdingen-Wächtersbach ist in Wächtersbach im Alter von 37 Jahren verstorben.
Darmstadt, 19. März. Heute nachmittag fand in Gegenwart S. K. H. des Groß Herzogs, der Fürstin zu Erbach-Schönberg, des Staatsministers Rothe und der Spitzen der Staats- und städtischen Behörden die Einweihung des hessischen Lehrerinnenheims statt. Oberbürgermeister Morneweg hielt die Festrede.
D a r m st a d t, 20. März. S. K. H. der Großherzog empfingen u. a. am 19. März den Oberstleutnant a. D. Gab und den Redakteur Dr. Busch vom Vorstand des Journalisten- und Schriftstellervereins, den Amtsrichter Dr. Maurer von Butzbach. — S. K. H. der Groszherzog ordnete wegen Ablebens des Herzogs von Cambridge eine Hoftrauer vom 17. bis einschließlich 24. Mürz an.
Frankfurt, 20. März. Tas Verhör der Mörder Lichtensteins dauerte am Samstag bis gegen 6 Uhr nachmittags. Ihre Angaben lauten noch immer widersprechend. Man vermutet nach der „Frkf. Ztg.", daß Staf- sorst in Hamburg schon vor seiner Verhaftung Kenntnis von der Ergreifung des Grosi gehabt hat und sich deshalb als den Verführten hinstellt. Man erzählt sich ferner, daß nach dem Bekanntwerden der Festnahme des Stafforst Radfahrer nachts am hiesigen Gerichtsgesängnis vorbeigefahren sind und laut den Namen Stafforst gerufen haben, anscheinend in der Absicht, den Groß zu warnen. Außer einem Wechselsorrnular, auf dem der Gerichtschemiker Dr. Popp blutige Fingerspuren feststellte, hat man neuerdings in dem Geschäft Lichtensteins auch noch eine Postkarte gefunden, aus der ein Taumenaboruck zu sein scheint. Die Karte wird zurzeit untersucht; mau hofft, daraus einen neuen Anhaltspunkt zu bciommen. Auf Anordnung des Untersuchungslichters wurde gestern von der Kriminalpolizei abermals Haussuchung in der Großserien Wohnung Hansteinstraße 13 nach dem Revolver und dem geraubten Gelde vorgenommen. Lie gründliche Suche war jedoch erfolglos. Ein besonderes Schwurgericht, das Ende April oder anfangs Mai zusammen- tritt, wird vielleicht über die Mörder das Urteil fällen. Nach seiner freiwilligen Gestellung hatte Groß an den Rechtsanwalt 2r. Stutz geschrieben: „In meiner Angelegenheit mit Lichen sic in etliche ich um Ihren Besuch, da ich Sie als Verteidiger -annehmen will." Dr. Stütz hat den Groß seit dessen (tegcnübersiellung mit Stafforst nicht wieder gesehen. Bei den ersten Besprechungen mit dem Anwalt hat Groß jede Beteiligung ah dem Mord mit lächelnder Miene in Abrede gestellt.
Kleine M i . , ieu und den
Nachbarstaaten. Eine lOfopftgc Bande schulpflichtiger Jungen stahl auf dem letzten Krammarkt in Fulda Taschenmesser, Mundharmonikas, Mützen, Zuckerzeug und andere „Klemigleiten" zu Dutzenden vom Auslagefiand hinweg. Die Polizei beschäftigt sich mit dieser jugendlichen „Regsamkeit". — Der Verein Frauenbund in Frankfurt übersandte uns seinen Jahresbericht, dem wir noch entnehmen, daß seine beiden „Henne" für Frauen von 209 respektive 80 Mädchen und Frauen der verschiedensten Berufsstände bewohnt ivurden; vertreten waren alle Klassen außer der Fabrllarbeiterin. Dem ersten Heun in der Langcstiage ging von Frau Georg Speyer eine Schenkung von 5000 Mk. zu.
vermischtes.
* Kiel, 19. Marz. Als um 12 Uhr nachts der Küstenpanzer „Odin" nach Fesllegen an der Boje seine Dampf- pinasse zu Wasser ließ, brach die Kette und die Pin ässe sank. Bei dein Unfall ist der Maschinislenmaat Wagner ertrunken, die übrigen Bedienungsmannschaften wurden gerettet.
* Reich en berg, 20. März. Gestern nachmittag sand in eine, mciyams^en Weberei in Mederrochtttz eine Tampf- kess e l e x p l o f i o n pari, durch welche das Kesselhaus und einige Täte de. Fabrck zerstört wuroen. Mehrere Arbeiter erlitten schwere und ein Obermehler lcbensgisachliche Verletzungen.
* Kopenhagen, 20. März. Im hiesigeu .. u pt-
postamt sind Betrügereien mit gefälschten Post, antoeifungen entdeckt worden. — Ein aus Berlin geflüchteter Verbrecher, der hier einen Einbruch versuchte, wurde verhaftet.
* Kopenhagen, 20. März. Bei Thyboroen (Jüt- land) ist der Stetttner Kohlendampfer „Saxonia" ge- strandet. Rettungsboote find mit dem Schiffe in Verbindung; Menchenleben sind nicht in Gefahr. Von Frede- rikshaven ist ein Bergungsdampfer angegangen.
• London, 19. März. In dem großen Hospital, in dem sich gegenwärtig 700 Kranke befinden, ist eine Blattern- epldemie ausgebrochen. Bis jetzt ist in vier Stationen die Krankheit aufgetreten.
* London, 20. März. Wie amtlich bekannt gegeben wird, ist das untergegangene Unterseeboot durch den Dampfer „Berwick Castle" wahrscheinlich am Hinteren Teile an der Steuerbord seite an gerannt, als es völlig untergetaucht war. Es liegt jetzt auf der Seite in sieben Faden tiefem Wasser. Versuche, es zu heben, erwiesen sich als fruchtlos. Es muß jetzt zu Bergungsarbeiten geschritten werden.
* Paris, 20. März. Durch Eintreten von Kurz, sckluß wurde heute nachmittag 2Vs Uhr auf der Station Place de l'Etoile der Stadtbahn unter den Passagieren des betreffenden Zuges eine Panik hervorgerufen. Die Reisenden drängten einander, um den Ausgang zu gewinnen. Vier Personen erlitten Verletzungen.
* Paris, 20. März. Das Schwurgericht in Douay verurteilte gestern eine Anzahl von Kundgebern, welche bei den Tumulten anläßlich des Streikes in Armentieres beteiligt waren. Einer wurde zu 15 Jahren ZwangZar- b eit, mehrere andere zu 3 bis 5 Jahren Gefängnis vec- urteilt. 14 wurden freigesprochen. — Der bekannte Lustschiffer de la Vaulx machte gestern Versuche mit seinem Luftschiff, die vollkommen gelangen. Ec beabsichtigt, von Korsika nach Algier überzusetzen. Bei einer gestrigen Flotten-Uebung in Lorient stießen zwei Torpedoboote zusammen. Beide erlitten Havarie, deren Reparatur längere Zeit in Anspruch nehmen wird. — Augenblicklich liegen 300 Typhuskranke in den Pariser Spitälern.
* Mailand, 19. März. Ter Ingenieur Missaglia hantterte im Kreise seiner Familie unvorsichtig mit für den Fischfang bestimmten Tynamitpatronen. Diese explodierten, wobei Massaglia in Stücke zerrissen wurde, während zwei Familienmitglieder schwere Verletzungen erlitten.
* Petersburg, 19. März. Der rumänischeVizekonsm Teodoreska stürzte, als er sich mit dem Fahrstuhl in den dritten Stock des Gesandtschaftsgebäudes begeben wollte, infolge zu frühen Verlassens des List ab, wobei er sich einen tätlichen Schädelbruch zuzog.
* Brünn, 20. März. Der Landesausschußbeisitzer Dr. Eduard Ritter von Jornstorff, ein angesehener verfassungstreuer Großgrundbesitzer, hat sich heute aus dem Fenster gestürzt und blieb sofort tot.
* Maulkörbe im Parlament. Die Wiener N. Fr. Pr. berichtet: Ein politischer Spaßvogel hat sich einen Witz mit dem Abgeordnetenhause erlaubt. Heute vor der Plenarsitzung erschien ein Mann im Präsidium mit einem großen Pack Maulkörbe. Er ließ sich beim Grafen Vetter anmelden und teilte dem Türsteher mit, er bringe die gewünschten Muster. Der Präsident, der sich den angekündigten sonöe-- barert Besuch nicht erklären konnte, ließ dem Mann sagen, er habe nichts bestellt. Darauf präsentierte der Maulkorb- Händler eine Postkarte, in welcher dem in der Josefstadl etablierten Riemermeister der Auftrag zugekommen war, sich mit Proben für Maulkörbe, namentlich für Buldoggs beim Präsidenten des Abgeordnetenhauses einzusinden. Es brauchte einige Zeit, bis man dem enttäuschten Geschäftsmann begreif» lich machte, daß er das Opfer eines Witzboldes geworden war.
Arbeiterbewegung.
M ar s e i l l e, 19. März. Hafenarbeiter undM a t ros en sind in den A u s st a n d getreten. Die Veranlassung hierzu ist darin zu suchen, daß das internationale Arbeiter-Syndikat eine Schiffahrtsgesellschaft wegen Beschäftigung nicht syndikierler Arbeiter boylouiert hat. Die syndikierten Arbeiter suchten die nicht syndikierten Arbeiter an der Arbeit zu verhindern. Zwei Arbeiter, welche dagegen protestierten, wurden schwer mißhandelt. Wenn die Angelegenheit nicht bald beigelegt wird, befürchtet man für die nächsten Tage ernste Zwischenfälle.
KrNchtsjaaL
Magdeburg, 19. März. Der Arbeiter Hans Müller au* Kiel wurde wegen Majestäts-Beleid igung zu einem Jahre Gefängnis verurteilt. Die beleidigende Aeußerunq war im Anschluß an einen Zeitungsbericht über die Wiedergenejung des Kaisers gefallen.
Wndrl und Uerlieyr. Volliüuiirlschafl
— Errichtung einer neuen Aktienbank in Darmstadt. Die Gründung einer neuen kleinen Aktienbank soll in Tarmßadl in Vorbereitung sein. Wie man von dort aus mitteilt, ist daö Aktienkapital mit Mk. 2 000 000 in Aussicht genommen, wovon einstweilen 50 pCt. eingezahlt werden sollen.
— Amsterdamer Tabaieinfchrcibungeu. Bei der legten Tabakeinschreibung wurden 12 341 Päcke Sumatra angeboten und alle verkauft. Kauflust lebhaft. Preise 80—90 c. über Schätzung. Dell erzielte durchschiiiitlich 200 c.
Spidpian der vereinigten Frankfurter tztadttheater. Lpernhans.
Dienstag den 22. März: Zum ersten Male: „Zer Pen- Kapellmeister" ober »Antonius und Kleopatra". — „Tas goldene Kreuz." Mittwoch den 23. März, abends halb 8 Uhr: „Lrvhcu. in der Unterwelt." Donnerstag ben 24. März: „Robert der Teufel". Freitag den 25. März: „Ter Zigeunerbaron." Samstag den 26. März, abends halb 7 Uhr: „Sie Walküre." Sonntag den 27. März, nachmittags halb 4 Uhr: „Orpheus in der Unser' wett." Abends 7 Uhr: „Ter Wilojchülz." Montag den 28. Marz abends halb 7 Uhr: .Lohengrm."
Schauspielhaus. .
Dienstag den 22. März: „Rovella d'Andrea". Mittivoch ocn 13. März: ./Rovella d'Andrea." Donnerstag den 25. Mar;^. „Wilhelm Dell." preitag den 25. März: „Tie andere Ge'ayr. Samstag den 26. Alärz: ^Zapfenstreich." Sonntag den 27. Mar», liachmittags halb 4 Uhr: „Der blinde Passagier." Abends 7 uyr- Zum ersten 3)lale: „Ltebesmanover." Montag den 28. Mar»- „LiebesmanÖver."
*) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.^ GLschästz-Empfehlungen liefert billigst Srühstche Universitäts-Druckerei, Sietzen,


