(M. Tgbl.)
fperben.
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älbergeschüft zeichnete sich aber
2^0.50
217.00 137.60
186 r"'
199.12
Oft. Kredit. Teuft ehe Bank Tnnnftäbter Bank Bochumer Wutz .
um eilte
Sechs Gebäude wurden zerstört.
Paris, 19. Juli. In Havre sprang gestern in
. 200.90
. 217.00
. 137.RO
. 186.00
WormS, 19. Juli. Die orts üblichen Tagelqhne wurden in der letzten Stadtverordneten-Versammlung folgendermaßen feftqefetrt:
Für Derköltigunq: Für Wohmmq il f, ro.:
Erwachsene männliche Arbeiter: in der Stadt 1 Mk. 90 P?g.
auf dem Lande 90 Pta. 60 ,
Erwachsene weibliche Arbeiter: Stadt 60 Pfg. 20 Pfg.
Land 50 , 15 „
Jugendliche männliche Arbeiter: Stadt 60 Pfg. 20 Psq.
Land 60 15 „
Jugendliche weibliche Arbeiter: Stadt 50 Pig. 20 Pfg.
Land 50 „ 15 „
Frankfurt a. M., 19. Juli. In der Altstadt erkrankte gestern abend eine Familie unter Vergiftung S ersch e i n - ungen Ter Arzt stellte fest, daß die Erscheinungen nach dem Genuß von Erdbeertorte, die auch Schlagsahne enthielt, sich eingestellt batte. Nasche Anwendung von Gegenmitteln beseitigte jede Gefahr. Erkrankungen nach dem Genuß von Schlagsahne an heißen Tagen sind schon häufig vor- gekommen. Vor einigen Jahren haben hiesige Aerzte in Vorträgen davor gewarnt, solche Süßigkeiten in der Sommer- zeit zu viel zu nehmen. ($r. Ztg.)
Kassel, 19. Juli. Mehrere Fälle von Hitz- Schlag sind hier und in der Umgegend vorgekommen, dar- unter einige mit tätlichem AuSgange. So verschied während eines Spazierganges der Landessekretär a. D. Scharr, ein Herr von 78 Jahren, Vater des Direktors der Ham^ burger Sternwarte, ProfesiorS Dr. Scharr. Plötzlich am Herzschlage starb auch der Sekretär des Kasseler LandratS- amtS, Kanzleirat Winhold, ein Herr von 65 Jahren. Ferner sind noch vier schwere Fälle von Hitzschlag vorgekommen. Eine auswärtige Tome, die in der Hohenzollernstraße zu Baden stürzte, liegt lebensgefährlich erkrankt darnieder. __
In Niederkaufungen ist infolge der großen Sonnen- Hitze em alteS Gebäude ouS Holz und Fachwerk in Brand geraten und niedergebrannt. Der Hausbesitzer saß am Sonntag nachmittag mit seiner Familie vor der Tür, als pl^tzl'ch oben unterm Dache boS Feuer auskam, in wenigen M'nnten standen Wohnhaus, Scheuer k. in Flammen; an ffcrtteit war gar nutzt zu denken, rverl alles wie Zunder brannte.
nalschutzmann, der auf der Lauer gelegen hatte, Leichenfledderer ab^ufanaen. Ein zweiter Schutzmann herbei und nun erfolgte die Verhaftung der beiden Schwindler, die sich wegen Erpressung zu verantworten baden
folge Versagens der Bremse ein Straßenbahnwagen aitS den Schienen und zertrümmerte zwei große Schaufenster. Zehn Insassen deS Wagens wurden schwer verletzt.
'LimoqeS, 19. Juli. Die hiesige Irrenanstalt wurde gestern durch Feuersbrunst eingeäschert. Tie Rettung der Insassen konnte nur mit großen Schwierigkeiten oorgenommen werden.
• Wien, 19. Juli. Vom Gnadenbild der Karmeliterkirche wurden heute von unbekannten Tätern eine schwere, goldene mit wertvollen Edelsteinen besetzte Kette, eine Perlenschnur und eine goldene Kapsel geraubt.
'Erlau, 18. Juli. Milliarden von Heuschreeken ließen sich gestern auf die Wiesen und Felder deS hiesigen Domkapitels nieder und richteten ungeheueren Schaden an. Zn ihrer Vertilgung ist Militär auSgerückt.
Newyorker Kapitalisten kauften den Vulkan Pepecat6petl in Mexiko zur Ausbeutung deS Schwefels, so daß die Einführung italienischen Schwefels vermutlich aus- hören dürfte.
Jäher Tod. Bei einem Arzt ist ein 31 jähriger Kaufmann verstorben, der nach Berlin gekommen war, um sich ärztlich untersuchen zu lassen. Als er die Art der Krankheit erfuhr, verfiel er in Bewußtlosigkeit, wurde
w. Bad-Salzhausen, 19. Juli. Wer i* diesem Monat in unser Bad kommt, kennt eS nicht mehr, so ein reger Verkehr von Badegästen und Touristen herrscht hier. ES wird allerdings auch mehr geboten wie früher. Am 16. Jul, fand Tiroler Echuhplattlerkonzert statt mit darauf folgendem Feuerwerk, am 16. Juli hatte die Bade- btrehton ein großes Kinderfest arrangiert. lieber 100 Kinder wurden mit Schokolade und Bretzeln bewirtet und führten mancherlei Spiele aus. Am 17. gab die Militärkapelle der Hanauer Ulanen ein sehr gut besuchte« Konzert. Die Zahl der von außen täglich kommenden Badegäste ist besonders groß. Heute soll ein von Kurgästen arrangiertes Konzert für Arme stattfinden.
§ AlSseld, 19. Juli. Zwei 50jährige Dienst- fubiläen von Lehrern werden in Kürze hier gefeiert. Die Lehrer Dürtenberger zu Reibertenrod und Stein zu Brauerschwend verließen 1854 das Lehrerseminar zu Friedberg, um in den Schuldienst zu treten. Da? Jubiläum deS zuerst genannten ist am 27. Juli, das deS Lehrers Stein am 10. August.
+ RoSbach v. d. H., 18. Juli. Aus eine überaus reiche Kirschenernte blickt unsere durch ihre großen Kirschenanlagen berühmte Gemeinde zurück. ES wurden etwa 80 000 Mk. gelüst. Die Kirschen wurden größtenteils von Händlern ausgekauft. Auch die Nachbargememdc Ockstadt erzielte eine gute Einnahme.
R. B. D.armstadt, 19. Juli. Eine« der beliebtesten Mitglieder der Darmstädter Künstlerkolonie, Prof. Ludwig Habich, bat beute mit Frl. Sophie Adelheid Freiin Löw von und zu Steinfurth. denBund fürs Leben geschlossen. Die VermählungSseier fand auf einer Besitzung tn der Nähe von Friedberg statt. Vater der jungen Gattm ist der frühere langjährige oberhessische KreiSrat, Geb. Re- gierungSrat Erwin v. L., der in Darmstadt im Ruhestand lebt.
Dald-Michelbach, 19. Juli. Vor einigen Tagen ging die Notiz durch die Blätter, baß da« eine Stunde von hier im Gebirge gelegene Försterhaus Dürr-Ellen- ba ch noch der einzige stumme Zeuge eines verschollenen Dorfes sei, das noch vor 70 Jahren eine Schule aufwies 2C. Dem ist in der Tat so. Aber auch gewiß einzig dastehend ist, daß Heute noch Dürr-Ellenbach als selbständige Gemeinde gilt. Man lese nur die neue hessische Dahskreiseinteilung Da findet man Durr-ENenbach auf- geführt und dem Wahlkreise Dald-Mickvlbach uigeteiU. Nun wohnt aber in Dürr-ENenbach nur her Förster. Dieser allein bildet die ganze Gemeinde. Die Gemeinde führt eigene Rechnung unter der Bürgermeisterei Aschbach. Der Förster bekommt z. B. täglich die Darmstädter Zeitung, das Kre's- blatt re. auf Kosten der Gemeinde zugestellt. Der bei einer Dahl den Förster gewinnt, der Hat die ganze Gemeinde für sich!? — Durch den beteidjnctcn Zustand Haben am meisten die Briefboten zu leiden. Diese müssen nämlich den sehr beschwerlichen Weg dahin machen. Da aber dem alten Förster Politik gar ferne liegt, wird er oft Gnade für Reckt walten lassen unb aus die tägliche Zustellung seiner Zeitungen verzichten, besonders im Winter, wo häufiz dorten tiefer Schnee liegt und oft monatelang niemand dahinkommt.
Mainz, 19. Juli. Zwei falsche Schutzmänner sind in der letzten Nacht an den Unrechten, oder vielmehr an den Rechten geraten. Es war in der Rheinpromenade, dort schlief ein Hcmdwerksbursche anscheinend den Schlaf des Gerechten, als er plötzlich unsanft wachgerüttelt wurde; ein Mann stand vor ihm, der sick als Kriminalbeamter aus- gah und ihn für verhaftet erklärte. Gutwillig kam der Handwerksbursche mit Unterwegs gesellte sick zu ihnen noch ein anderer „Kriminalbeamter^ und erzählte seinem „SToTlegen", er hätte schon einen verhaftet und auf die V^che gebracht. Dann wurden die Beiden gemütlich und boten ihm an, ihn für fünf Mark laufen ux lassen. In diesem Augenblick faßte sie der HandwcrkSbursche am Kragen, beim er selbst war ein verkleideter Str i m t-
th. G i eß en 20. Juli. Der gestern abgebnltene R in d- LV? r^5nltLf,n<n ®ünat von 1470 Stück Großvieh unb ettva 100 Stück Mlbcr. IroUbcm besolckcrs diesmal am Markt in allen Gattungen aufgefahren unb auch die ™rt ,UL®tHlr frnWe, wohl infnlfle txr nn- fxiltenbcn Tflrrt, frme fraufluft jobnft der fcanbd, brr schon ,,.eln ^omiark, mehr wi, flau war, ofjteri sich rrft rocht fcfjlcait gestaltete. Infolgedessen ivarcn die Äilchtiere, mit AuS- nahnic die in unter Ware, erheblich billiger zu haben nU sonst. kJTS Metzger konnten Fettvich billiger einkaufen, alber den letzten Märkten. .DaS Kälbergesck)äft zeichnete j,ch aber
Harpen er Bergbau . . 199.80
Tendenz: Matter.
BomRheinischWestsälischenKohlenmarkt. Der Versand der Kohlen, Koks und Briketts hat in der Zeit vom 1.—15. b. M. gegen den Voran nat erheblick abgenommen. Während im ganzen vorigen Monat arbe tStnglicf) noch durchschnittlich 19 000 D.-W. angesordert werden konnten, stellte sich diese Zahl in der ersten Hälfte b. M nur auf durchschnittlich 18 318 D.-W. für den Arbeitstag. Zunächst l)at dieses seinen Grund in den Jnventurausnalnnen, em weiterer Grund liegt in der geringen Besäftiaunq der Siegerländer Hütten, und schließlich, das ist ein wesentliche Punkt, bewegt sich der Abruf des KchhlenkontorS
im allgemeinen in engen Grenzen.
Der Krieg und die russische Industrie. Rach der ,/ßct Wjeb." ist der Krieg auf die Industrie öiS jetzt nur von sehr geringem Einfluß gewesen. Einige Industrien haben allerdings etwas gelitten, andere haben nur prositi-rt, dank der durch den Krieg verstärkten Rachfiage nach ihren Erzeugnissen. Am schlechtesten ist eS aber noch um die Textilindustrie bestellt. Die Frage, ob bie Messe von Rishnij Nowgorod aussaNen sott, ist noch in der Schwebe.
Tabakernte Kubas. Die Berichte über die diesjährige Taha lernte in Kuba lauten nach einem Bericht des kaiserlichen Ministerresibenten in Havanna recht günstig lieber die Beschaffenheit der Ernte läßt sich jedoch ein abschließendes Urteil noch nicht fällen, da der Tabak noch verscksiedene Vorgänge durchwachen muß, die seine Entwicklung beeinssussen können Aber die ollgemeine Ansicht gebt dahin, daß die diesjährige Ernte mild, mindestens ebenso schon im Aroma itne die vorjährige, ober von feinerer Tertur und von gutem Brand sein wirb. Deck- blätter sinb zahlreicher alS tm Vorjahre geerntet worben, aber unmerbtn nttfrt genügenb für die Nachfrage. Die Ernte lvird in allen Provinzen groß, jedoch kaum vor Ende August beendet sein. BlSher hat nur der Trust angefangen, den neuen Tabak y verarbeiten, die unabhängigen Fabriken noch nicht.
Märkte.
Per /röstigsverger Hochvenats-H'cojeß
VI.
Königsberg, 19. Juli.
In der heutigen Verhandlung verlas der Dolmetscher Dr. Rost Königsberg die bei den Angeklagten Vorgefundenen «saniften und bemerkte, daß Schriften jeder der drei in R'lßland vettretenen ozialistisch«en Richtung darunter seien. Ein Teil der Schriften tuende sich an die s?lrntee und fordere bicfeflx' auf, mit dem Volke gemeinsame Saclw zu mneben, dem Vefehle, auf baß Volk zu schießen, nicht Folge zu leisten, sondern tn die Luft zu schießen und die Baionette gegen die Kom- manbcure z u richten. An ihren Trei'e-'d brauchten pch d>e Soldaten nicht zu balten, da auch die russischen Herrscl>er fast immer ihre Eide m-brochen hätten. „ .
Im weiteren Verlaufe der Verhandlung teilte der Vorsitzende olgendeS Telegramm deS Justiz Ministers mit: .luf >aS gestrige Enuclvn erklärte daS Auswärtige Amt: Ein S t a a t S- v ertrag zwischen Deutschland bezw. Vreuskcn und Rußland im Sinne des 260 des russilckvn StrafgesetzlmckieS existiert nicht Ob in Rußland ein publiziertes 61 e s e tz im Sinne deS § 2b0 des ruüifdxn Strasges-tzbnckvS bestes, ist dem Auswärtigen Amt unbekannt, unb dies kann nur in Russtaud feit gehellt werben. Der EstwickstSlwf beschloß aus Antrag der StaatSanwaft- chaft, durch Vermittelung deS deutschen Botschafters die russische Regierung um Auskunft zu ersua>en, ob in Rußland ein publiziertes Odssetz im Sinne deS § 260 deS nissisch-n StrasgesetzbuckwS besteht, durch welckvs seitens Rußland dem Trurieben Reickv Gegenseitigkeit verbürgt ist.
Gegen Cckluß b'r Verhindl'ng bmnlragte die Verteidigung, den Bürgermeister Vetkofs-Sosia den fiüheren russisckvn Dragoman JaeobsolM'Rustsclntt und einen Redakt-ur der ,.Wet- scherna Posta" in So'h alS Zeugen zu laden. Diese würden den Nachweis erbrinarn, daß die russische Regierung seit 18'1 in dn Valk.niläudern Agenten unterhalte, die die Aufgabe hätten, baS Volk zum Aufstand gegen ihre Regierungen aufzureizen, und die auch verschiedene Attentate, z. B. auf Stambuloss und das trübere serbische Konigspaar, veranlaßten. ES sei ^es für die Strafzume's vm höck»ster Bedeutung, da bi rbet in Betracht komme, ob Hockwerrat gegen einen RecWSstaat unternommen worden sei, ober gegen einen Staat, der durch Anstiftung zu Verbrechen den Anspruch auf den Namen eineS RechtSstaates vollständig verwirkt fribe. Die Staats annwaltschaft widersprach dem Anträge, da er zu dem gegenwärtigen Prozesse in keiner Beziehung stehe. Der Gerichtshof behielt sick Beschlußfassung vor unb vertagte die Verhandlung auf morgen.
PeinlickvS Aussehen muß erregen, daß russische amtliche Stellen nickt etwa mir ungenaue, sondern ganz unrichtige Unterlagen für den .(bönigsberger Zarenbeleidig- ungSprozeß geliefert haben. DaS Auswärtige Amt in Berlin hat jeden Zlveifel nunm''hr d^d"rck behoben, daß nach seiner Er fifining ein beutscl>-russischer Vertrag im Sinne des § 260 deS russischen Strafgesetzbuck"eS nicht existiert Da- bedeutet, daß keine Geaenseitigkeit in Bezug auf Verfolgung von MasistätS- btleidigungen besteht, und daß also deutsche Untertanen nickt wegen Zarenbeleidigung zur Verantwortung gezogen werden können. Be^or die ruffifefje Regierung durch ihren Botschafter in Berlin Strafantrag stellen ließ, mutzte sie sich über diese Umstände unterrichten. Man konnte erwarten, daß die russ.s lw Regierung hiulünalick B sch id wußte über die Bestimmungen deS internationalen Reckts DaS Königsberger russische K'msulat hat gerade in dem Punkt, auf den eS an- kam, eine unvollständige Ucbersetzirng des § 260 deS russischen Strafgesetzbuchs geliefert. So bekundeten vor dem Königsberger Gerick^ die Sackwerständigen. Die russische Botschaft, statt diese Ueberfetzung im'nigstenS nach-uprüfen, begnügte sich mit bet Bestätigung der Richtigkeit.
Die „Rat.-Ztg.^ schreibt flb*r b*m Fall: „Die ungenauen Angaben, die dem deutsckwn Gerick't von amtlicher russischer Seite übermittelt worden sind, müssen lebhaftes Befremden erregen, zumal in einer so außerordentlich h'issen Angelegenheit, in der eS auf jeden Buchstaben ankommt." . . . Von einer anderen Seite betrachtet die „Voss. Ztg" den yhifl. Das Blatt führt auS, daß auch von deutscher Seite vor dem Beginn des Verfahrens die Frage der Strafbarkeit der Handlung sorgfältig zu prüfen war. „Feindselige Handlungen gegen b*'freunbete Stmten sind nur bann eine strafbare Handlung, wenn die Gegenseitigkeit durch StaatS- & ertrag ober ein Gesetz deS befieundeten Staates sestgestellt ist. Und ehe ber Beweis geführt ist, daß diese Voraussetzung vorliegt. bat der Gerichtshof keine Veranlassung, einen a • ” r t n rühren." Dicken A'tzn d'b' br <v n • - tjerirfrt licke B runtersuckuna. wenn Fragen, die in der Veruuf rsuchung vollständig geklärt sein sollten, erst aufgeworfen werden, nachdem die Hauptverhandlung sehr erheblich vorgeschritten ist?
Das Vorkommnis liefert einen neuen TMeg für die Reform- bedürftigkeit des ganzen Systems der Voruntersuchung.
Dcrmifcbtc».
• Köln, 18. Juli. Heute wurde hier am Kaiser Fried- rich-Ufer eine männliche Leiche gelandet, der ein großer Stein um den Hals gebunden war. Bisher ist noch nicht festgestellt, ob e8 sich um einen Mord oder Selbstmord handelt.
'Braubach, 18. Juli. Infolge eines zu früh loS- gegangenen Sprengschusses in dem hiesigen Bergwerk wurden oter Bergleute \o lebensgefährlich verletzt, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird.
• Altona, 19. Juli. Im hiesigen und in den benachbarten Kreisen sind in letzter Zeit viele Fälle von Tollwut bei Hunden sestgestellt worden.
• Paris, 19. Juli. In Dijon kam gestern bei einer Feuersbrunst eine 78jährige Frau in den Flammen
aber von dem Arzt meeber zur Besinnung gebracht. Dann sollte er sich erholen, bekam aber einen neuen Anfall von Ohnmacht, auS dem er nicht zu erwecken war. Er war vor Schreck gestorben. ,
» Eine unsinnige Wette wurde tn einer Wirtschaft in Ottensen abgeschlossen. Mehrere Arbeiter besahen einen alteren Jahrgang der „Illustrierten Welt^. Bei dem Bilde, dgS einen Menschen darstellt, der GlaS zerbeißt und herunterschluckt, erklärte ein Arbeiter, daS könne er auch. ES wurde um einige Runden „Köm un Beer" («Lüste Lagen') gewettet. Der Arbeiter sollte die Scherben eines Schnapsglases aufessen. Er machte sich sofort an die Arbeit. Schnell wurde ein GlaS zerkleinert, und der „Mann mit dem Straußenmagen' hatte bereits die Hälfte verschluckt, als er plötzlich zu Boden stürzte. Blut quoll ihm auS Rase und Mund. GlaSsplitter hatten ihm die Speiseröhre zerschnitten. Er liegt jetzt im Krankenhause in bedenklichem Zustande darnieder.
* Eine Mutter. Die Szene, die sich vor einig eit, Tagen in einem Pariser Hinterhause abspielte, ist eine neue Variante des uralten Themas vom Mutterherzen und her Mutterliebe. In einer ärmlichen Dachwohnung einer Mietskaserne hauste die Däsckerin Amelie Boquet, eine alte ftrau, die sich ehrlich mit ihrer Hände Arbeit durch die Welt bringt. Ihr Mann ist Rachttvächter in einer großen Fabrik. Das greise Ehepaar hatte unter den härtesten Entbehrungen einige Spargroschen beiseite gelegt und trug sich mit der Hoffnung, dereinst den Sohn, einen Tunichtgut von zwanzig Jahren zu „etablieren". Der junge Bursche war kein Freund der Arbeit. ^Mutter und Vater arbeiten ja für mich, weshalb soll ich auch noch arbeiten?* DaS war die Anttnort, die er zu geben pflegte, wenn man ihn fragte, warum er als Nichtstuer herumlungere. Dor vier- -,ehn Tagen machte LouiS in einem verrufenen Ballhause die Bekanntschaft einer Halbweltlerin. Louis erklärte ihr seine Liebe. Die Antwort war: „Venn Du ein Mann fein willst, schaff' Geld!" ,^sch habe aber kein Geld", erwiderte Louis zaghaft. „Venn man aufrichtig Hebt, findet man immer Gell) ?" Mit diesen Worten ließ sie den Burschen stehen und wandte sich lachend und scherzend (einen Freunden zu. Der junge Mensch aber dachte an •bic Ersparnisse feiner Mutter, an die wenigen SouS, die einst feine „Etablierung" fördern Helsen sollten. „Morgen früh werde ich (Mb haben", sagte er, als er gegen Mitternacht den Tanz< faal verließ. Er ging nach Hause, weckte die alte Mutter aus dem Schlafe — der Vater wurde durch seinen Dienst vom Hause fcrnqcfialtcn — und fuhr sie an: „Do hast Du daS (Mb? Ich brauche es jetzt!" Verwundert blickte ihn die Mutter an und sagte „Du hast zu viel actrunken, Louis, geh' schlafen?" — ,.(W*lb her . . . Geld per . . . ober ich schlage Dick tot?" brüllte der Bursche, indem er ein Dolch- ineffer aus der Tasche rog. — „Alles, was hier ist, ist Dein", erwiderte die Mutter, „wir heben es für Dich auf, aber jetzt laß mich in Ruhe?" — „Dann stirb?" schrie der Sohn und stieß der Mutter das Dolch- ntc ff er wohl zehnmal in den Leib Ein halb- erstickter Angstschrei — Nachbarn eilten herbei: der Verbrecher aber nimmt den Weg durchs Fenster und flieht in dis Rächt hinaus. Im Zimnrcr aber hört man ein Klirren und ulappem, als wenn GlaS zerbrochen würde, und als bald darauf die rasch heckbeigeholte Polizei erscheint, findet sie die alte Waschfrau, aus vielen Wunden blutend, mitten in einem Hausen von GlaSscherl>en. „Das da an Ihrem Wrper sind Messerstiche", sagt der Polizeikommiffar, ,-Jhr Sohn hat Sie gestochen?!" — „(Er m i ch gestochen^ schreit die a l t e F r a u, indem sie sich mit einem energischen Ruck emvorrichtet. „Nein, Herr Kvmmifsar, ich bin in bie Glasscherben gefallen, und Louis, der f oweichherzig ist, sprang vor Angst aus dem Fensters Einen mitleidigen Blick wirft der Kommissar auf die arme alte Frau, dann verlaßt er mit seinen Leuten das Zimmer, und einige Stunden svater wird der jugendliche Verbrecher, der seine Mutter er’rerfjen wollte, gefesselt dem Unter- 'llchungsrickter vorgeführt.
Handel und öcrkrljr Volkswirtschaft.
Berliner Börse vom 19. 3iili 1904.
«Mitoeteilk von bet Bank für Handel unb Industrie, Gießen.) Privat-Ti-kont 2‘/» Prozent.
Awanas- u. Schlnßknrfe.


