Ausgabe 
20.7.1904 Erstes Blatt
 
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durch cpanz dosandere Lauheit aus, ba, diese Ware von den Landwirten jetzt direkt zu habm ist und die Metzger auch rn den Badeorten deshalb keinen Mangel haben. Ein Posten junger Rinder ging zu mäßigen Preisen fort, während etwa 20 Stück Gangochsen, welche schon gestern aufgefahren waren, gut unter­gebracht wurden. ,Gehandelt wurden Kühe frischmelkend und tragend 1. Qual. 480500 Mk., 2. Qual. .330380 Mk., 3. Qual. 250280 Mk. ?ldmelkkühe, die schwer unterzubrrngen waren, erzielten 170200 Mi. Fettvieh wurde verkauft pro Zentner Schlachtgewicht: Rinder 1. Sorte 6870 Mk., 2. Sorte 6567 Mk., Kühe 1. Sorte 6364 Mk., 2. Sorte 6062 Mk. Die Kälberprcise stellten sich pro Zentner Schlachtgewicht 1. Qual, (über 50 Pfund wiegend) 7075 Mk., 2. Qual, (zwischen 40 und 50 Pfund schwer) 6266 Mk., 3. Sorte (leichtere Tiere 5456 Mk. Milchvieh, 9lbmelkkühe, sowie Kälber blieben mehr oder weniger überständig. Anfangs August soll, wie wir erfahren, eine weitere Viehhändlerversammlung geplant sein, die in der Angelegenheit der hiesigen Viehmarktsperre endgilttg beschließen soll.

Alsfelder Pferde- und Fohlenmarkt 19 0 4. Am Montag den 25.. Juli findet zu . Alsfeld der biesjährige, mit Prämiierung und Verlosung verbundene Pferde- und Fohlen­markt statt. Der Landes-Pferdezuchtverein veranstaltet hierbei in Gemeinschaft mit der Großh. Bürgermeisterei der Kreisstadt Als­feld eine Prämiierung von Stuten und Fohlen der Wagen- und Arbeitsschläge im Besitz oberhcssischer und auslvärtiger Pferde­züchtern, sowie von Pferden im Besitz von Händlern. Die Unter­nehmerin des Marktes ist die Stadt Alsfeld. Zur Prämiier­ung stehen im ganzen 14 00 Mark zur Verfügung; hierunter vom Kreis Alsfeld 150 Mk., von der Stadt Alsfeld 200 Mk., vom Landespserdezuchtverein 400 Mk. und vom Marktkomitee 650 Mk. Anspruch auf Prämien haben nur Pferdezüchter, welche Mitglieder des landw. Vereins für die Provinz Oberhessen oder des Landespferdezuchtvereins sind, und auswärtige Pserdezuchter, welche einer Pferdezuchtgenossenschaft angehören, sowie Pferde­händler. Die zur Verlosung bestimmten Fohlen werden, svweit tunlich, aus Züchters Hand angekauft. Zum Ankauf von Fohlen sind 1200 Mk. vorgesehen.

Wie dasAmtsblatt der Landwirtschaftskammer" in Wiesbaden berichtet, hat der Ackerbauausschuß der Kammer in Form eines Beschlusses einstimmig konstatiert,baß die in dem Minifterialerlaß vom 24. Januar d. I. enthaltene Annahme, wonach die Steigerung der Leistungsfähigkeit der deut­schen Landwirtschaft in der Hauptsache auf die Tätig­keit des Großgrundbesitzes zurückzuführen sei, nicht als zutreffend anzuerkennen ist, daß vielmehr geradeimKlein- betriebe eine ganz bedeutende Steigernng der Leistungsfähigkeit nachgcwiesen werden fönnc".

Wien, 19. Juli. (Saaten stand Mitte Juli.) In­folge der außerordentlichen Dürre hat sich der Stand der eaatcit und Feldfrüchte bedeutend verschlechtert. Weizen- und Roggencrnte versprechen teils schwachen, teils mittel- mäßigen, terls aber gutmittleren Ertrag. Die Gerste, besonders Spätsaat, bietet ein klägliches Bild. Die Haferernte wird direkt als schlecht bezeichnet werden müssen. Das Wachstum der Zucker­rübe ist vielfach stark beeinträchtigt, doch ist teilweise die Aussicht noch immer günstig.

B u d a p e st, 19. Juli. Nach dem Saatenstandsbericht des Ackerbauministcriums vom 15. Juli wird das Ernteergebnis des Weizens geschätzt auf 34.82 Millionen gegen 44.07, des auf 11.65 gegen 12.91, der Gerste auf 10.35 gegen 14,05, des Hafers auf 8.95 gegen 12.67 Millionen Meterzentner

Voriahres. Hackfrüchte stehen infolge mangels an Regen un-

Kerichtssaak.

th. Gießen, 19. Juli. Der Landwehrmann L. von Klein- ^w/en, besten Verurteilung vom Standgericht wir jüngst meldeten, verfolgt Berufung, und der Fall wird erneut vor dem Kriegs» gericht als höhere Instanz verhandelt.

B r o m b e r g , 19. Juli. Wegen Mißhandlung Unter­gebener m 47 Fällen wurde der Unteroffizier Hardel vom ^4cTrPu'l(tcrw^eqimcnt Eilens des Kriegsgerichts der 4. Division zu 6 Wochen Mittelarrest verurteilt. Der Vertreter der Anklage hatte 6 Monate Gefängnis und Degradation beantragt.

Konstanz, 19. Juli. Wegen mehrfacher Sittlich- keitsv erbrechen wurde der praktische Arzt Dr. Rudolf Müller aus Zweibrücken nach sechstägiger Verhandlung vom Schwurgericht zu insgesamt 5 Jahren 4 Monaten Zucht­daus und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt, unter Anrechnung von einem Jahr der erlittenen Untersuckmngshaft. Der Staate airtvalt hotte 12 Jahre Zuchthaus beantragt, ____________

Arbeitervlwegung.

Frankfurt, 19. Juli. Gestern mittag fand im Gewerks- fchaftshauie eine Versammlung der von der Aussperrung betroffenen hiesigen Zimmerer statt. Nach den ausgesüllten Fragebogen sind 337 ausgesperrt, wozu noch 14 kommen, die frei* willig die Arbeit niederlegten, sodaß insgesamt 351 Zimmerer in Betracht kommen. Das ist noch nicht die Hälfte der in diesem Berufe beschäftigten Arbeiter. Ferner wurde die Konttolle der Ausgesperrten und die Ueberwachung der Arbeitsplätze geregelt. Die Auszahlung der Unterstützung erfolgt Montags hier im Gewerkschaftshause. Auch 'wird die Abreise der Unverheirateten aus dem Avssperrungsgcbiete dringend gefordert. Um Konflikte bei Ueberwachung der Arbeitsplätze mit der Polizei zu vermeiden, sind die betreffenden Personen verpflichtet, sich streng an die ihnen erteilte Instruktion zu halten, überhaupt sei während der Dauer der Aussperrung von jedem einzelnen ein Verhalten zu fordern, das geeignet sei, den Ausgesperrten die Sympathien des Pu­blikums zu erhalten.

Frankfurt, 19. Juli. Die Frankfurter Metzger-Ge­sellen bereiten eine Lohnbewegung für den Herbst vor. Am Donnerstag, 21. Juli, abends 9 Uhr, halten sie im großen Saal des Gewerkschaftshauses eine Versammlung ab, in der sie ihre Forderungen nach Lohnerhöhung, Verbesserung des Kost- und Logiswesens und Regelung der Arbeitszeit formulieren wollen. Nach demFrkf. Vbl." sollen weitere Versammlungen in Höchst, Bockenheim und Griesheim stattfinden.

Boryslaw, 19. Juli. Der gestrige Tag ist ruhig ver­laufen. Heute nacht warfen unbekannte Täter in das Innere einer Druckpumpe der Magazingesellsck-aft eine mit Pulver ge­stillte Schachtel, die mit einer in Oel getränkten Lunte ver­sehen war. Das Pulver explodierte, doch gelang es, das Feuer zu löschen Heute wilrden vier Verhaftungen vorgcnommen.

Sport.

Am 23. und 24. Juli findet in Mainz auf dem Rheine eine große internationale Regatta statt, verbunden mit dem Meisterschaftsrudern für Deutschland. Es werden 21 Rennen ausgefahren, davon 10 am Samstag, 11 aüi Sonntag nachmittag und es haben hierzu 28 deutsche und ein östreichischer Ruder- Verein ihre Mannschaften gemeldet. Von Nord und Süd trifft die Elite der Nudcrci auf der Reimstrecke des Mainzer Ruder- vcreino zusammen, denn neben dem sportlich hochwichtigen Kampf um die Meisterschaft wird auch zum 1. Male in Mainz ein von dem Kaiser verliehener Wanderpreis für Akabennker im Vierer zum Ausrudern kommen. Der Regattaplatz bestndet )ta)

°nrT)a£c Bootfrn&t des Mainzer Ruder-Vereins an der alten Ersenbahnbrücke.

Flniverfltäts-Aachrichten.

r he- $a«6tubium der Theologie in Deutsch- l an ^ Insgesamt beträgt die Zahl der Studierenden an den r a t h o l i s ch - t h e o l o g i s ch e n Fakultäten 2313. Ihnen stehen gegenüber 189 Dozenten und 2123 Studierende der e v a nq e l i s ch en Theologie. Von den Universitäten hat Halle die stärkste Frequenz 0 qen Lnpzrg 278, Berlin 260, Tübingen 177, Erlangen 164 Marburg 150, Göttingen 112, Greifswald 106, Bonn 86, Vreslau und Königsberg je 75, Gießen 74, Heidelberg 71, Straßburg 64 (davon 35 Elsäßer), Jena 50, Kiel 85 und Rostock 34.

Heidelberg, 19 Juli. Für die Kuno Fischer- qmV ^uno Flscher-Preis) sind bis heute schon über ergangen, darunter befinden sich namhafte Bei­ttage des Gwßherzogs-uiA Erbgroßherzogspaares von Baden, des Prinzen Heinrich mill. Reuß j. £., des Prinzen Wilhelm von Sachsen-Weimar, des Prinzen Georg Wilhelm von Cumber- land u. a. hohen Persönlichkeiten. Ein ungenannter Verehrer Fischers sandte aus Landau i. Pf. 5000 Mark. Zum 23. Juli haben bereits 17 Hochschulen Vertreter angekündigt. Von der Universität Königsberg, deren jüngster Ehrendoktor Fischer ist, kommen sechs Dozenten. .Auch andere bedeutende Persönlichkeiten aus ganz Deutschland haben sich bereits angemeldet. Dem hiesigen Handelskammerpräsidenten Schott, der kürzlich der Universität Heidelberg .eine wertvolle Papyrussammlung zum Ge­schenk machte, verlieh der Großherzog .das Ritterkreuz 1. Kl. vom Orden des Zähringer Löwen.

Metcoroloaiscke Bl-obnchtungen

_________der Station Gießen.

»öchste Temperatur am 18.19. Juli 4- 23,90 C.

klebrigste , , 18.19. , = + 8,8 °C.

Juli 1904.

Barometer aw 0° reduziert

Temperatur der Luft

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Windrichtttng

Windstärke I

Wetter

19.

2» |

748,1

23,8

8,5

38

SW.

2

Sonnenschein

19.

9 |

747,9

748,4

17,2

8,6

59

NE.

2

Heller Himmel

20.

1*

14,0

8,6

73

NNE.

2

Sonnenschein

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

voraussichtliche Witterung in Hessen für Donnerstag den 21. Juli: Nach vorübergehender Bewölkung wieder heiter, Tem­peratur wenig verändert, iortdauernd trocken.

Nähereß durch die Gießener Wetterkarte.

Temperatur der Lahn und der Luft

am 20. Juli 1904.

Rach Neaumur gemeßen mittag« zwischen 12 und 1 Uhr.

Wasser 21», Luft 20°.

Albert Nübsamen.

MöchrMchk UlbrrW dtr lobrsfäöt in dn Stadt Gießku.

22. Woche. Dom 22.-28. Mai 1904.

(Einwohnerzahl: angenommen zu 27 500 (infL 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer.' 17,1

nach Abzug von 10 Ortsirenrden: 13,23 Vnn.

Kinder rchsene: im vom

1. Lebensjahr: 2.15. Jahr

-11

1

2(1) - -

- 1

- 1

Kl) - -

_____________- 1

Summe 9 (2) 4 (2) 2 3

Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betteffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Briefkasten der Redaklian.

(«nonhme Anfragen bleiben unberücksichtigt.)

Aller Abonnent tu AlSfeld. Nach Art. 200 des Einf.-Ges. zum B.-G.-B. bleiben für den Güterstand einer vor 1. Jan. 1900 geschloffenen Ehe, besonders für die erbrechtlichen Wirkungen des­selben die seitherigen Gesetze maßgebend. Nach Art. 218 cit. Ges. dürfen aber bte silberigen Bestimmungen durch die Landesgesetz- gebilntz nach dem Inkrafttreten des B. G. B. geändert werden. Dies ,st in Hessin geschehen, indem eine möglichste Anpassung an das Recht des B. G. B. erstrebt wurde. Ta nun .seither" m den 3 Hess. Provinzen 17 verschiedene eheliche Güterrechte bestanden, o sind die für die UebergangSzcit in dem Hess. Ges. bett, die Aus- führung des B. G. B. getroffenen Abänderungen so mannig­faltig, daß wir auf Ihre Frage eine .allgemeine" Antwort nicht geben können. Notwe>ldig ist vor allen Dingen, daß die betr. Ehe­gatten am 1. L 00 ihren Wohnsitz m Hessen hatten.

ES starben an: Zusammen:

Bronchitis 2

Influenza 1

KrebS 2 (1)

Gehirnhautentzün­dung 1

Krämplen 1

Altersschwäche 1 (1)

Verbrübuna 1

Schisssnachrichlcll.

R ed Star Linie, Vertreter Carl Retter, Gießen, Bleichstr. 8

Der Poftdampser .Finlanb* der Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 18. Juli wohlbehalten in Newyork angekommen.

Neueste Nleldnuueu.

Originaldrahtmeldungeu des Gießener Anzeigers.

®e/n' 20* Juli. Auf dem Mont blanc beim' Argenttöre^Gletscher ist em junge*'a ufm ann aus Bescmeon namens Mwt mit seiner Braut und ihrer Schwester

Ti? drei befanden sich in einer steilen Fels­schlucht, als von einer plötzlich herabstürzenden Eis- masse verschüttet und ein Stück weit heruntergeschleudert' wurden. Mwt und seine Braut sind tot, die Schwester schwer verletzt.

Karlsbad, 20. Juli. Der berühmte Cellist David Popper ift hier schwer erkrankt und mußte sich einer Gallen st ern-Operation unterziehen, die glücklich ver­laufen ist.

Bozen, 20. Juli. Abgesturzt und tot aufgefunber würbe der 18jährige Sohn bes Schuhmachers Windischhofer aus Meran, der mit seinem Vater die Texelgruppe be­sieg unb sich beim Blumensuchen von diesem getrennt hatte.

S i nj (Dalmatien), 20. Juli. Jp einem diesigen Labo­ratorium sand bei der Herstellung von Feuerwerkskörpern eine Explosion statt. Vier Personen, darunter zwei zu­fällig anwesende Bauern, wurden tätlich verletzt.

Vom Kriege.

Petersburg, 20. Juli. Ein Spez-ial-Telegrannn aus Taschitschia meldet, daß im Gebiet der Ostarmee südlich von Suan am 18. Hs. ein Kampf um den Besitz der Pässe stattfand. Mit dem Bajonett vertrieben die Russen die japanische Besatzung vom Fen- s ch u i l i n - P a s s e. Tre Eroberung des stark befesttgtew Medulin-Passes gelang jedoch nicht, sodaß die Russen in ihre frühere Stellung zurücktteten mußten. Nähere Einzelheiten fehlen.

Paris, 20. Juli. In Petersburg herrscht Besorgnis über das Schich'al der von den Generalen Kaschtalinski und Keller nach deren verunglückten Angriff bei Janselin zurück- geführten Truppen. Man befürchtet, daß der Rückzug, welcher sich in guter Ordnung vollzog, nicht zu einer sicheren neuen Aufstellung führte, kxiß vielmehr die Meld­ung weiterer Verluste zu ermatten sei. Von den im ganzen 17 russischen Bataillonen, welche bei der Affäre beteiligt waren, hat die Mehrzahl furchtbar gelitten. Man weiß nicht, ob die 12 russischen Kanonen gerettet wer­den konnten.

London, 20. Juli. Das japanische Kriegsministerium publiziert derTimes" zufolge den Bericht des Generals Oku über verschiedene Fälle, in welchen die Russen bis­her das Völkerrecht verletzt oder sich Grausam­keiten zu schulden kommen ließen. General Oku be­richtet, daß russische Truppen in zwei Fällen die weiße Fahne mißbrauchten. Ein andermal feuerten sie wiederholt auf ein japanisches Feldspital, ttotz- dem dasselbe das Rote Kreuz weithin sichtbar entfaltet hatte. In drei Fällen töteten sie hilflose Vep^ Mundete, in zwei anderen Fällen wurden japanische Leichen grausam verunstaltet. Ferner sollen sich russische Soldaten an chinesischen Frauen vergangen haben.

London, 20. Juli.Morning Lead er/' meldet aus Konstanttnopel, der englische Botschafter habe gegen' die abermalige Durchfahrt eines russischen Schiffes durch die Dardanellen bei der Pforte Einspruch erhoben. In Tientsin herrscht, wieMor­ning 5eaber" meldet, das Gerücht, in Tokio seien infolge der Verzögerung der Operationen bei Hüitscheng und des Sturmes auf Port Arthur Nrrruhen ausgebrochen. Wie verlautet, soll bas französische Konsulat in Kobe in Brand gesteckt worden fein. Aus Taschitschiao wird berichtet, bas Wetter sei andauernd schön. Die Untätigkeit der Japaner werde bannt erH"vl daß die Russen einen lapai t f dj 2 n Gcn2ralsts bs-Haupt m a n n, to I er als Chinese verkleidet war, in dem Augenblick gefangen, nahrnen, als er die russischen Linien passierte. Man be­fürchtet, daß die Russen dadurch über die letzten Beweg­ungen der Japaner KeTmtnis bekommen haben könnten..

Petersburg, 20. Juli. Die von englischen Blättern gebrachte Drohung, daß die englische Regierung das^ Vorgehen der russischen Hilfskreuzer im Roten! Meere als Akt der Seeräuberei erklärt habe, wird als gegenstandslos bezeichnet, da es jeder kriegfüh­renden Macht frei stehe, Handelsschiffe zu chartern ober anzu­kaufen und sie als Kriegsschiffe zu verwenden.

Telephonischer Kursbericht.

8 79% Reich «Anleihe . . 102 05 80/.) do. ... 90.15 3V,% Konsole .... 102.20 3% do......90.35

37e% Hoesen .... 100.60 3'/, 96 Oberhesson . . .. 4% Ooeterr. Godrente . 101.20 4* 5 % Oeeterr. Silberrente 100 50 4% Untrar. Goldrente . . 100.20 4°/ Italien. Rente . . . 103.60 4<',56 Portugieser , . . 61.65 so/ Portugiesen. .... 61.40 1 % C. Türken ..... Türkenloee .....128.20

4°/o Oriech. Monopol.-Anl. 48.20 4V. % Äussere Artjentiner 44.

'rankfnrt a. 20. Juli.

8% Mexikaner .... 27.60 4,/on/n Chinesen .... 89.50 Electric. Seb ackert ... 103.10 Nordd, Lloyd . . . . 100 60

Kredit»ktien . . . , 200 50

Diskonto-Kommandit . 186 60

Darmstädter Bank . . . 137.80 Dresdener Bank .... 148.70 Beriner Handelseree. . . 158 50 Oeeterr Staats bahn . . . 135.50 Lombarden.....17.40

'Gotthard bahn.....187.00

Laurahütte . ..... 241.00 Bochum.......186.00

Harpener......199,50

Tendenz: schwächer.

Bingeu, 20. Juli. Heute sank hier ein oberhalb des HafenS liegenbeS, zum AtiSlaben bestimmtes Schiff der Firma William Druhahn in Rotterdam, welches mit Phosphat beladen ist. DaS Schiff liegt nicht ganz unter Wasser.

London, 20. Juli. Wie aus Washington halbofsiziell verlautet, verfolgt die Regientng mit regstem Interesse die Vorgänge im Roten Meere, alle Einzelheiten sam­melnd. Eine feste Meinung hat sie bisher nicht gefaßt, ist aber entschieden der Ansicht, daß die etwaige Festnahme amerikanischer Po st dampfe r, selbst wenn sic Post direkt für Japan an Bord hätten, unzulässig sein würde. verlautet nichts darüber, ob die Regierung Kreuzer zum Schutze der amerikanischen Schiffahrt nach dem Roten Meere zu senden beabsichtigt.

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