Ausgabe 
20.4.1904 Drittes Blatt
 
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Der TitelSrnat^feTvftär' wird b c tv f T TI g f, Mc Resolution Münch Ferber mit großer Mehrheit angenommen.

Einige weitere Kapitel werden ohne Debatte bewilligt.

Abg. Crzbcrger sZtr.) fragt an, ob eS wahr sei, daß den deut­schen Konsuln im AuSlande tncMünchener Allgemeine Zeitung" gratis geliefert würde.

Staatssekretär Frhr. t>. Richtliofen erwidert, daß den Konsular­oertretern einzelne Zeitungen zur Information geliefert würden, eS sei möglich, daß sich darunter auch dieMünchener Allgemeine Zeitung" befände, denRcichSan^eiger" bekämen alle.

Die Kommission hat die für den Ministcrrcsidcnten in L a P a z geforderte Summe Non 37 000 Mt. gestrichen.

Staatssekretär Frhr. v. Richthofcn bittet um Bewilligung dieses Postens.

Abg. t). Böhlendorfs (kons.s und Dr. Arendt sRp.s sind eben­falls für die Bewilligung, während Abg. Dr. Spahn sZtr.) den Kommissionsbeschluß befürwortet.

Abg. Dr. Paasche snat.-lib.s bittet gleichfalls, diesen Posten wiederherzustellen. ES standen wichtige deutsche Interessen in Frage. In Bolivien hätten wir noch keine Vertreter, bei den eigenartigen Verhältnissen in Süd-Amerika sei eine Vertretung Deutschlands dringend geboten. Er bitte deshalb, die kleine Summe zu be­willigen.

Der Kommissionsbeschluß wird hierauf u m g c st o ß e n , die Forderung für den Ministerresidenten in La Paz wird bewilligt.

Eine Reihe weiterer Kapitel wird ohne Debatte

angenommen.

In dem zum Etat deS Auswärtigen Amts gehörigen Kapitel Kolonialverwaltung" hatte die Budgetkommission die geforderten 35 000 Mk. zuKommissionSkostcn" gestrichen, weil sie nicht wünschte, daß diese Summe zur Entschädigung der in Paris und London versuchsweise angestellten Kolonialattachäs ver­wandt würde, für die die Zustimmung deS Reichstags nicht ein» geholt war. Dieser Verstoß gegen das Budgetrecht deS Reichstags hatte bekanntlich in der Kommission zu heftigen Angriffen auf den Kolonialdircktor Dr. Stübel geführt.

Nun liegt ein K o m v r o m i ß a n t r a g der Abgg. Dr. Spahn sZtr.), Dr. Stockmann sRv.s, Frhr. v. R i ch t h o f e n (lonf.) und Graf v. Orrola snat.-lib.s vor:Der Reichstag wolle beschließen, entgegen dem Antrag der Budgetkommission, von den gestrichenen 85 000 Mk. 16 000 Mk. zu bewilligen/

Abg. Dr. Spahn sZtr.s begründet den Kompromißantrag.

Abg. Dr. Südekum sSoz.i bezeichnet e5 als seltsam, daß Dr. Spahn hier als freiwilliger RegieriingSkomniissar onftrek. Tie .Kommission habe den Beschluß einstimmig gefaßt als Mißtrauens^ votr'm gegen daS eigenmächtig» Verhalten deS Kolonialdirektors. Lebten wir in einem wirklich konstitutionellen Staate, so wäre der Kolonialdirektor längst von seinem Platze weggefegt, aber wir leben eben nicht in einem konstitutionellen Staate.

ReichSschaßsekretär Freiherr von Stengel: Ach möchte betonen, daß die Sache der Kolonialattaches weder eine Verschleierung noch einen Verstoß gegen daS EtataSrecht bc5 Reichstages darstellt. Ich gebe zu, daß die Stellung der Reichsschahverwaltung bei Etats Überschreitungen zur Zeit etwas mangelhaft ist (Sehr wahrst, und

wir darnach zu streßen haben, daß eine bessere Regelung etnfrift. Ich betone aber, daß c5 sich um eine EtatSüberschreitung keil'- wcgS gehandelt hat, etatsmäßige Anstellung der Kolonialattachcs ist nicht erfolgt. Hierzu würde eine Einwilligung deS Reichstages notwendig sein. Es mag sein, daß vielleicht eine Aeußcrung oes Kolonialdirektors in der Budgctkommission zu Mißverständnissen Veranlassung gegeben hat. sZurufe: Aha st Ich hoffe aber, daß diese Mißverständnisse nunmehr beseitigt sind.

Abg. Frhr. von Nichthofen skons.j bestreitet eS, daß hier eine Verschleierung vorliege.

Abg. Dr. Pansche snat.-lib.s führt aus, daß seine Freunde in der Kommission gegen den Titel gestimmt hätten, weil sic c5 für unzulässig hielten, daß unter dem TitelKommissionskosten" zwei Beamte ohne Zustimmung des Reichstages ins Ausland geschickt würden. Seine Freunde hätten mit ihrer Abstimmung jedoch nicht dem Staatssekretär oder dem Kolonialdirektor den Vorwurf der beabsichtigten Täuschung machen wollen. Dem Kompromißantrag Spahn würden seine Freunde zustimmen, da sic es für nützlich hielten, wenn das Auswärtige Amt einen Fonds in Händen hätte, um Kommissare ins Ausland zu schicken.

Aba. Dr. Arendt (ReichSp.) führt aus, daß er auch für den Kommissionsbeschluß geivesen sei; Sie National-Zeitung habe mit Unrecht die Kommission angegriffen. Die Kommission sei durchaus im Recht gewesen.

Kolonialdirektor Dr. Stübel: Die Kolonial-AttachöS sind von Paris und London abberufeii worden, was ohne weiteres geschehen konnte. Die Kolonialverwaltung bedauert dies sehr, da sie die Tätigkeit der AttachöS für sehr nützlich hielt. Sie wird jedoch im nächsten Jahre auf die Frage der Kolouinl-AtlachöS zurückkonunen. Den Vorlvurf der Verschleierung muß ich zurücklveisen.

Die Kolonialvertvaltung hat in keiner Weise vor der Ocffcnt- lichkcit die Tatsache zu verschleiern, daß wir KolonialaltachöS in London und Paris unterhalten.

WaS die Einstellung deS Betrages von 16 000 Mk. betrifft, so ist dieser notwendig alS Dispositionsfonds für die Grenzberichti- gnngSkommisfion. ES handelt sich um Grenzregulierungen, die in Kamerun, Togo und Ostafrika notwendig sind.

Abg. Dr. Südekum meint, die Darlegungen deS Schatzsekretärs seien sehr bedenklich getvesen, eS sei nicht zu bestreiten, daß eine Verletzung deS Budgetrechts vorliege.

Hiermit schließt die DiSlussion, der Kompromiß- a n t r a g wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Polen angenommen.

Für eine S o m m e r w o h n u n g des Gesandten in Teheran hat Sic Regierung 80 000 Mk. gefordert.

Die K o in ni i f f i o n_ hat diesen Posten gestrichen.

Abg. von Böhlendorff (kons.) beantragt, diese Position wieder­herzustellen. Er wisse auS eigener Erfahrung, daß das Klima in Teheran so ungesund sei, daß eine Sommerwohnung not­wendig wäre.

Geheimrat Dr. Rosen verliest ein sehr langes ärztliches Gut­achten über daS gesundheitschädliche Klima Teherans. Wenn der

ordmmg.

Schluß 61 Uhr.

Auf Antrag des Abg. Dr. Sattler wird die Sef»rer6n.. der Interpellation beschlossen.

Die Besprechung wird jedoch auf Mittwoch 1 jh. vertagt. Außerdem stehen noch die Etat» de» gu, gemeinen Pensionsfonds, des Reich« . ßnn,.' lidenfondS und der Expedition für Ostoi,?/ sowie die Interpellation der Sozialdemokraten oelrcffcnb PIiiRr, betriebsetzung von Bergwerkoa auf der

Gesandte feine Sommerwohnung nicht bekäme, so müßte x dem von Wanzen geplagt, schlaflose Nächte verbringen ' °l^ein Abg. Dr Spahn (Etr.) erwidert, das eben verlesene

Gutachten sei 4 Jahre alt. Hätte der Gesandte eS so gehalten, so könne er auch noch 1 Jahr warten. ann2

Die Sommerwohnung wird abgelcbnt.

Der Rest deS Etats wird ohne wesentliche Debatte n e h m i a t. 11 gr

Es folgt um 6* *i Uhr die Interpellation v. Orins» Paaiche, Dr. S at t l e r (natl.): - Tu

Ist der Reichskanzler bereit, AuSkimst darüber ui

1) AuS welchen Gründen die Gesetzentwürfe zur Nein- der Versorgungsansprüche der O'fizierc und Mamn>, Neichshceres, welche, wie die Thronrede hervorhebt on.-lC dringendes Bedürfnis anerkannt worden ist" nodi "imJ.'. '11 011 dem Reichstag zngegangen sind? 1

2) Wann endlich diese Gesetzentwürfe, welche auch di- <n sorgung der Offiziere und Mannschaften der Marine und -i truppen auf gleicher Grundlage neu ordnen sollen, an de kanzier gelangen werden?

Kriegsminister v. Einem erklärt sich bereit, die Interpellant, sofort zu beantworten. * moe

Abg. Graf Oriola (ni.) begründet die Interpellation.

Kriegsminister von Einem: Bei der Uebernahme des Ministeriums fand ich ein unfertiges Gesetz vor, insofern eine ffin »u mit der preußischen Regierung noch nicht erzi It war. fant-en nn Lkratungen statt, eS wurde eine Einigung erzielt und am * *

ging der Gesetzentwurf dem BundeSraie zu, eS liegen ibw schon entsprechende Gesetze für die Marine und die Tchntzmn-r'- vor, die ihm aber erheblich später vorgelegt worden sind t MannschaftSversorguiigSgesetz und auch daS Gesetz zur Pensionicruu und Versorgung der Offiziere sind auf ganz neuer Grundlage oufnfhn, und weichen wesentlich von dem geltenden Recht ab. jmailll s", Beratungen deS BundeSratS abgeschlossen sein werden, wrik * nickt; ich habe den dringenden Wunsch, Saß bei (ürffb dieser Session an den Reichstag kommt, aber da« hängt eben u den Verhandlungen hn BnndeSrate ab, und ich tvein 2 diese so rasch erledigt fein werden.

Z>er Krieg zwischen Japan und Mußtand.

Das japanische Bombardement auf Port Arthur am 15. April hat den westlichen Teil von 2iao- teschan zerstSrt.

Me weiter aus Port Arthur berichtet wird, kann der ^esarewitsch" in zwei, derRetwiscm" in acht Tagen -wieder in die aktive Schlachtflotte ein treten. Die Repara­turen sind beendet.

Authentische Nachrichten aus Söul sagen, das; die j a p a- tlische Armee geteilt sei in ein Ex p e d i t i o ns - und Nn ein Okkupationskorps. Das erstere, 45 000 Mann Rark, rücke gegen den Ialu vor. Das letztere, an8 45 000 Reservisten bestehend, mache die Verbindungs- Mittel möglichst vollkommen. DaS Hauptquartier ist litt Söul mit 4000 Mann Besatzung. Das Hauptquartier für )>ie Transporte ist in Tschemulpd. Der Bau der Eisen Jahnen nnd der Landstraßen schreite rasch fort. Die Insel «ajedo wird befestigt.

/ Ein Beamter der Zollbehörde in Gen-San berichtet, daß 4ine starke rassische Streitmacht ans der großen Südstraße längs der Ostküste in der Nähe von S ö n g t s ch i u durchaekommen sei. Söngtschin sei von einer Anfklärnngs- abteilnng besetzt. Die Hanptmacht hielt am 17. d. M. Puktschöna, etwa 80 Meilen nördlich von 0sen-San, besetzt. ( Die Chinesen haben, wie ans Nintschwang ge­meldet wird, daselbst im Anßen-F-orts unter der Leitung eine? den chinesischen Forts entnommenen englischen Jn- struktenrs eine Artillerieschnle mit 100 Rekruten er­öffnet. In Nintschwang liest man überall Anschläge in russischer und chinesischer Sprache, in denen, da die Chi­nesen sich weigern in die Mandschurei und China Nahrungs­mittel hineinzulassen, die Ausfuhr von Geld, Nahrungs­mitteln und anderen ^Gegenständen verboten wird.

f In Odessa trafen am 19. d. M. an Bord eines französischen Dampfers 440 Mann der Besatzungen des arjag" undKoreje tz" unter Führung des Komman­danten desWärjag", F-lügeladjutanten Rndnew, aebst 55 Mann der Schutzwache oer russischen bfesandtschaft in Söul pnd 30 Kosaken hier ein. Der .Hafenchef übergab ihnen VcorgSkreuze. Die Seeleute wurden sehr herzlich b-e- tzrüßt. Sie gehen nach Scbastopol nnd Petersburg.

Der russische Finauzminister erließ eine Verordnung, wodurch die Verbindlichkeiten der Einwohner in Sibirien stnd im russischen -Orient bis zum Ende des Krieges in der Schwebe bleiben. Diese Maßregel wnrde zur Unterstütz- pna der Bevölkerung der durch den Krieg besonders be­troffenen Gebiete getroffen. Bei diesem Zahlungs-Aufschub handelt e§ sich um rund 80 Millionen Rnbel.

Die Redaktion der , Nowosti" veranffaltete in der Kasan- Kathedrale xu Petersburg einen Trauer-Go tt"?- 4>i en st für den vor Port Arthur umgekomm^nen b r. hm- ten Maler Wäsili Wereschtschagin, der seit 20 Fahren ihr literarischer und künstlerischer Mitarbeiter war. Dem TrauergotteSdienste wohnte eine große Menschenmenge bei.

Dem russischen ^lesundten in Paris wurden 75480 Francs überreicht, als Ergebnis der für die Neberlebendcn der Katastrophe auf demPetropawlowsk" veranstalteten Wohltätigkeitsvorstellung.

^arlamtntarisches,

Berlin, 19. April. Die WahlprüfungSkom- Mission deS Reichstages hat über die Wahl des Abg. Dr. B e ck e r - Sprendlingen, Hospitant der Nationalliberalen, Hessen 5) Beweiserhebung beschlossen.

Die Budgetkommission deS Reichstages ver­handelte den Ergänzungsetat der Schutzgebiete, welcher zwei Millionen zur Gewährung von Entschädig­ungen für die Verluste anläßlich des .Herero- aufstandes fordert. Die hierzu der Kommission vor­gelegte Denkschrift, betreffend Vern»endnng der ge- forderten zwei Millionen, hält daran fest, das; ein Rechts­anspruch auf Schadenersatz nicht beste! e Kolonialdirektor Dr. Stübel führte aus, eS werde in erster Linie auf die Entschädigungslommission ankommeiu Diese dürfe nicht vom arünen Tische an5 arbeiten, und solle deshalb zum

überiviegenden Teile, aus Laien besiehen unter dem Vor­sitz eines Oberrichters. Tie Kommission werde nur nach wirklichem Bedürfnis entschädigen und vollständig indi­vidualisieren. Große Gesellschaften und geldkräftige Private müßten znrückstehen nnd hätten Beihilfe nicht zu gewärti­gen. Den in der Presse gegen Missionare erhobenen Be­schuldigungen schenke er keinen Glauben. Redner erörtert dann den Ausschluß gewisser Kategorien von der Entschädig­ung. Die Abgg. Gi'öber (Ztr.) und Spahn (Ztr.) be­antragen folgende Abänderung:Zn Darlehen an Ge­schädigte sowie zu Hilfeleistungen an Bedürftige anläßlich der Verluste infolge deS Eingeborenenaufstandes zwei Millionen." Dieser Antrag wird mit großer Mehrheit an- aenommen. Dann wird der Rest deS Ergänzungsetats eben- salls angenommen.___________________________________

Aeutschsüdwestafrikanisches.

Die Kolonial-Zeitschrift erhielt ans Windhoek fol­gendes Telegramm: Eine zahlreich besuchte Versammlung von Ansiedlern beschloß am 16. d. M. einstimmig, den Gouverneur zu bitten, seinen ganzen Einfluß dafür einzu- setzen, daß die Entschädigungen nicht an irgendwelche einschnürende Bedingungen geknüpft werden wollten. Nur bei voller Entschädigung werden die Ansiedler im Lande verbleiben, andernfalls werden sie au Sw andern. Sie wünschen in den Stand zurückversetzt zu werden, in dem sie sich vor dem Aufstande befanden. Die Zusammen­setzung der Gntschädigungskommission solle in der Weise geregelt werden, daß sie besteht aus einem Mitgliede der Regierung und zwei Angehörigen des Berufsstandes, dem der zu Entschädigende angehört.

Wie dasSiegn. Tagebl." meldet, erhielten die in Jakobsdorf wohnenden Rademacher scheu Eheleute die Nachricht, daß ihr im vierten Jahre bei der Schutztruppe in Südwestafrika dienender Sohn von den HereroS er- mordet worden sei.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 20. April 1904.

** Lotterie. DieDarmst. Ztg.^ schreibt: Gegenüber mehrfachen, größtenteils unzutreffenden Zeitungsnachrichten über Stand und Richtung von Verhandlungen, welche zur Zeit in Lotterie - Angelegenheiten zwischen Hessen und Preußen schweben, sind wir in der Lage, zur Beruhigung der hessischen Interessenten mitzuteilen, daß seitens der Großherzogl. Negierung ein Aufgeben der selbständigen Hessisch-Thüringischen Staatslotterie nicht in Aussicht genommen ist.

Se. König!. Hoheit der Groß Herzog hat nach derDarmst. Ztg.^ Athen am 19. d. M. verlassen, und wird über Italien heim kehrend vorarlSsichtlich nächsten Samötag mitttag wieder in Darmstadt eintreffen.

)( Wies eck, 19. April. Die seitherige Postagentnr wlirde in ein Postamt verwandelt. Die Schü lerzähl unserer letzten Schulklaffe ist auf über 100 gestiegen, sodaß die Anstellung einer weiteren Lehrkraft als notwendig er­scheinen dürfte.

Frankfurt, 19. April. Eine entsetzliche Tat ereignete sich gestern abend kurz nach 8 Uhr im Hause Rothekreuzgasse 27. Im Parterre hat die Familie deS Händlers Gustav Bender eine Wohnung von ztvei Zimmer- cheu und Küche inne Die Familie besteht ans Vater, Mutter, drei Mädchen von 13 Jahren, 2 Jahren und 6 Monaten und aus einem Sohn von 6 Jahren. Die Bewohner der oberen Stockwerke hörten um die angegebene Zeit fürchter­liche Schreie im Erdgeschoß. Fran Bender rief gellendZu Hilfe, ick bin gestochen, meine armen Kinder!" In dem­selben Augenblick kam sie auS der Wohnung herausaefiürzt mit den beiden ältesten Kindern, tlife und ®uftt». Whitter und Sobn bluteten, da? Mädchen tuar nicht voilrHt. Die Drei flmhtetcn in die nahe gelegene »:ettunglUxi^e fllüwfr- gasse. Die HauSbcv '.ater eilten weg, um Polizei zu holen.

Kerichtssaat.

Berlin, IS. April. Bor dem -«w

aann hellte vormittag die sehr nrtitanaretd\ .n x- fltur.1 der Beleidigungsklage deS ^hetredakteul Hambllrger Börsenhalle, Dr. Max D i t t e n b f r Schriftsteller Bernhardt. ES handelt ftA c'«,mWlfrr Hardt verfaßten Artikel, in welchem über die im \ rtff)tun^ bank-Prozeß bervorgetretene PreH-Korrmmon angestellt und Dr. Wittenberg vorgeworfe« wnroe, cinc tni- BerusS-Ehre mit Füßen getreten nnd daß p ' , fchrist für 12 OOP Mk. von der Bommernbank hn" __---

* Berlin, 19. April. Die ehemaligen

Pommern Bank, Sch u ltz und R omerct _ frnintT1cr tt? neuer Auslage am 2. Mai vor der <- Landgerichts I beginnen wird, sind mff B kammer heute plötzlich wieder vcryai -^act-n^, Verhaftung soll wegen der Hohe der z» Strafe verfügt worden feitt. <rrf/rfth'r 3^*51

* Aus der Schweiz. Wie die..MW" 586'* St. ®allen meldet. Nürztc be, rirttm » uf,r fturme nuf dem ^sipdche des e.dgen^ » festes der östliche Teil der ie>beest- ' ,^1 Dchiotzhalle rin. Zwei Arbnier W ""1.

letzt - In Vrig iffenton 80 W enf L troffen, daß im Dorfe Grenglol. - ^graben w fünf Häuser durch eine Lawine v^hern- - Sen. Der Lawinensturz erfolgte vem n (*_ Weiler Mühlebach wurde verscküt^ ''

um. «in ^citcrel 3 < w t * < * * *

Wett«-- hefßrcht«k.

Sie hätten freilich besser getan, sofort das Parkmr c betreten, vielleicht wäre es ihnen noch möglich gctvchi das Schrecklichste des blutigen Dramas zu vcrhiudcrn.

als man endlich mit einem Schutzmann einbrtmg, fanb n: r die beiden jüngsten Kinder, Anna und Sofie, tot hör Vater hatte ihnen in der Zwischenzeit dieHölscburdx geschnitten. Da§! eine Mnd lag auf einem M, ki andere im Bett. Die Tat war mit einem feststchentcn Mt - taschenmesser geschehen. Die Rettungswache tvrbrotfife blt Frau und den Sobn ins BNrgerhospital Fron hat drei Stiche im linken Oberarm .

Für ihr Leben besteht keine Gefahr, fj? der Knabe, der starken Blutverlust hatte, irfimcr twfrpt Das älteste Mäochen, das ohne Verletzung bavcnkcm, wurde von der Polizei dem Armenpflegn W N'üi h Obhut gegeben. Der Täter, Gustav Bender, nnitbc aib- bald verhaftet und Na^h dem Polizeirevier .

Bei der Vernehmung hat Bender behmiptet, daß cr bie urt aus Not beaanaenzwbe, da er die Familie nicht mehr ernähren im stände sei. Von den übrigen ISntrohr,'rr. beS Hauses wurde dagegen versichert, daß Bcndcr arbcitSi^eu st­und sehr streitsüchtig. Er lebte mit den HanSgenc>si-nn..i. auf friedlichem Fuß und stritt sich auch öfters mit jrinri Fran. Gestern abend war der blutigen W ein wt» scheu den Eheleuten vorangegangcn. Der ganze S-organ: legt die Vermutung nahe, ob man eS nicht m't men geistig gestörten oder wenigstens zeitweise unzurrtn:^. fähigen Menschen zu tun hat. Bender soll in Merc Jahren bei einem Aufenthalt in Gießen einen wu» auf den Kopf erhalten und seitdem mitunter em m. würdiges Benehmen gezeigt haben. Bon anderer ra- wird aber versichert, daß er bei dem ersten Berber mm« Wegs den Eindnr ickeineS Irrsinnigen oder W'-' gemacht habe. Auch soll er nicht betrunken

Bender ist 30 Jahre alt. Er hat daS

erlernt, diesen Bonrf aber schon lange nicht mein - flcüüt. Die Familie trieS eine« handel mit Blumen, die sie selbst verfertigte. AlS dre ra: fr wurde, sammelte sich zahlreiche- Publikum an.

enge Straße gleichsam ftürntte: sie wurde , der Polizei avgesperrt.