die Ideen vergangener Meister nicht mißachtet, sondern zur rechten (Hel hing gebracht. Und eine „Kunst auf nationaler Grundlage", d. h. eine wahrhaft deutsche Kunst, die freilich nicht pompöse äußere Vorgänge aus der deutschen v^eschichte dekorativ schildert, sondern (Ub5 der Seele des deut- schenBolkeS und der deutschenErde ihreReichtümer schöpft, hat gerade die neue Richtung in der deutschen Kunst bereits geschaffen und sie stebt im Begriff, das „wahre Schönheitsideal" zu verwirklichen.
Ter Kaiser verlieh zahlreiche
Auszeichnungen.
Es erhielten u. er. den WilbelmSorden Großkanftnonn IameS Simon-Berlin (er nmrbe also nicht ins Herrenhaus berufen0, den Kronenorden erster Klasse Generaldirektor der Museen Sckoene, den Stern zum Kro:renorden zweiter Klasse der erste Tirektor der Ekrnäldegalerie Geh. Rat Bode, den Kronenorden dritter Klasse die Direktoren am Münzkabinett, Professoren Mena di er und Drefsel, fotu-ic der erste Restaurator bei der Gemäldegalerie Professor Hauser. T'irektorialassistent Tr. Friedländer wurde zum zweiten Direktor des Kaiser Fried- rich-Micseums ernannt, Ferner wurde dem Wirkt. Geb. Rat Hinzveter in Bielefeld der Rote Adlerorden 1. Kl. mit Eichenlaub und Krone, dem Wirkt. Geh. Rat Professor Grafen H a r r a ch in Berlin das Kreuz und der Stern der Komture des HausordenS von Hobenzollern, dem General der Kavallerie z. T1. v. Lenke in Wiesbaden und dem Generalleutnant z. D. Freiberrn von Schleinitz in Kassel der Rote Lldlerorden erster Klasse mit Eichenlaub und Schwertern am Ringe, dem Generalmajor z. T. Heydwolff in Germershausen bei Marburg die Krone zum Roten Merorden zweiter Klasse mit Eichenlaub und Schwertern am Ringe verliehen.
Das Denkmal.
AuS Berlin wird uns geschrieben:
Dos Werk ist eine Arbeit des jüngst verstorbenen Bildhauers Rudolf M aison. Es führt das ganze Elend unseres heutigen Tenkmalwesens wieder so recht vor die Seele. Unter den vielen schlechten Denkmälern, die Berlin aufzuweisen hat, ist dieses Kaiser Friedrich-Denkmal eines der s ch l e ch t e st e n.
Ms ein notwendiger Mschluß hätte sich dies Denkmal arckn tektonisch in das Gesamtbild des Banes, der Brücken und deS belebenden Wassers einfügen müssen und ebenso hatte die geistige Auffassung der Gestalt erweisen müssen .eine wie innige Gemeinschaft zwischen diesem Haus und dem Manne bestehe, dessen Namen es tragt. Ter grotze ideale Gedanke, der in dem zweiten Kaiser des deutschen Reiches lebendig war, seine freie künstlerisch edle Weltanschauung muhten aus den Linien zu uns f Drechen. Man konnte ihn sich denken als den hohen Schützer dieser Stätten der Schönheft, dessen machtvolle Gebärde, dessen erhabene Stellung Jrie ganze Umgebung beherrschte und umfaßte. Schon aus der Sfthouette sollte ein Gefühl der Schönheit, der Weihe, der hohen Kultur den Beschauer anstrahlen, wenn die Mauern noch im massigen Dunkel lägen und nur diese Fiaur auf hohem Postament wie eine Leuchte gegen den Himmel aufstiege. Lebt nicht im Bolksbewusttsein so dies tragisch umdunkelte, von einem matten Abendrot der Schönheit überglänzte Geschick und Wirken des Kai fers, der sich so heiß gemüht um deutsche Bildung und Kunst?
Und was ist uns beschert worden? Auf einem allzu hoben Sockel.steht das Reiterbild eines Generals. Der Helm sitzt ihm sehr tief im Gesicht, man sieht nicht das milde große Auge, das in einem stillen Feuer glühte: man sieht garnichts Don dieser vornehmen Gesichtsbildung: nur noch den mächtigen Bart. Solche Helme drücken und lasten schwer, wenn sie vorschrifts mäßig aufgestülpt werden, und sie nehmen dem Schnitt des Gesichts jede feinere seelische Formung mit ihren plumpen spitzen Linien. Dieser General hat einen Feldherrstab aufs Knie gestützt, er hat Kanonenstiefel an und der Waffen rock sitzt ziemlich prall. Das Pferd scheint militärisch reglementsmäßig angeschirrt zu sein mit Zaumzeug und Satteldecke. Doch wie kleinlich und schlecht wirken diese Riemen, dieser gestutzte Schwanz, diese ganze Ausrüstung, die das Vergängliche der Uniform, daS Enggeschnürte, so wenig Monumentale des äußeren Anzuges subtil wiedergibt imh jeden Ewigkeitszug, jede große Linie vermissen läßt. Wie gern würden wir diesen unschönen Aufputz für eine einzige großzügige Form hin geben, in der etwas von der stolzen Reinheit, dem innerlich blühenden Kunstsuchen des Kaisers läge.
Die Gestalt reitet — eine direkt groteske Idee — in das Portal des Museums hinein: das Schreitmvtiv des Pferdes ist steif und unglücklich, die Beine scheinen auf dem steilen engen Sockel mühsam zu balancieren. Da- Postament selbst ist für die Figur viel zu groß, so daß die Silhouette nicht nur kleinlich wirft, sondern völlig verwischt ist. Dieses Denkmal ist kein würdiges Monument einer heftigen Idee und eines großen Menschen.
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Einen Artikel über das Kaiser Friedrich-Museum enthält die heutige Nummer der „Gieß. Familienblatter".
Die Schlacht am Schalio.
Tas Reutersche Bureau in London erhält aus dem Hauptquartier der östlichen russischen Armee einen zusammen fassenden Bericht über die Schlacht am Schaho.
den aufmerfenben Zuschauer besteht darin, daß er allzu früh sieht, der Mann hat betrogen, und vor der Tur steht die Entdeckung; das sagt schon der Theaterzettel. Hellwig hat dann gewiß keine Existenzmöglichkeit mehr, also wird er auf irgend welche Weise von dieser von ihm als schön empfundenen Well scheiden müssen. Im letzten Akte wird angedeutet, daß er sich an Chloral gewöhnt habe — und so kommt es auch. Aber schon ist das nicht. Zwischen dem Feste der Silberhochzeit und dem Schluß liegen zwei Szenen zwischen Vater und Sohn. Zum Familienfeste haben die Eltern ihr verlorenes Kind herbeigeselmt, denn das Mutterherz ist doch itärker als die Furcht der schönen Frau vor dem großen Sohn, stärker als die Furcht des Vaters vor des Sohnes Künstler- tum. Der junge Helwig kehrt heim mit dem Weibe, das ihm einil in die Fremde der Welt und in die Weite seiner Sehnsucht gefolgt ist. Sie (eben mit einander, wenn auch ohne kirchliche Weihe; nur ein Kind ist das Band, das sie vor den Menschen eint. Sie leben für einander in verstehender Liebe, sie teilen ihren Berg von Lasten; sie könnten miteinander sterben. So stellt ber Dichter in diesem ungeweihten Herzensbunbe eine wahre Ehe einer falschen, wenn auch kirchlich eingesegneten, gegenüber. Wenn er bas junge Paar aufführt, nimmt ber Dichter Partei. Kein Dichter ist objektiv. Dieser Bilbhauer unb sein Weib, bie Geigenspielerin, unb noch einen britten, einen Jüngling, in bem sich ein Dichter regt, hat er aus ber Liebe seiner Seele geschaffen. Sie sinb einseitig gesehen: nur jung unb schön unb halb; mir ist, als ob ich bie Hände aufs Haupt Dir legen sollt. Die junge Frau hat zum Paten ihres Kindes Jens Peter Jacobsen gewählt, den die Feingestimmten alle lieben. Weil sie eines Tages beim Skiläufen bie Rechte verlor, kann sie nicht mehr Geige spielen. Aber sie ist reich begnabet. Sie sagt: „Wcr spielen kann, spielt in sich selbst am besten". Unb später, als ihr Mann schwankt zwischen seiner Arbeit, bie ihn an- zieht, unb ben Eltern, bie seiner vielleicht bebürfen, sagt Anna: .Wenn und bas Leben von ber Kunst roegrufl, soll man ihm folgen — benn bas wirkliche Leben ist stärker".
Nack) demselben begann ber Vormarsch diestr Minee am 6. Okt. in gleicher Linie mit dem Vormärsche der westlichen Armee.. Ihr Ziel war Liaujang. In erster Linie wurde erwartet, daß der Feinds sich zwischen Ientai und Beriapadsa verteidigen werde. Am 7. Oktober meldete General Rennenkampf, daß er den Taitseho erreicht habe. Am 9. Oktober erreichte die Armee Beniapudse. Die Avantgarde wurde in einen Kampf verwickelt. Das Artilleriefeuer dauerte bis zum Eintritt der Dunkelheit. Um diese Zeit besetzten die Russen die japanischen Verschanzungen, die sich meist in unfertigem Zustande befanden, widerstandslos. Am 10. Oktober 11 Uhr vormittags begann ein heftiges Artilleriefeuer in der Richtung auf Fentai, das bis zum Eintritte der Dunkelheit anhielt. Im Laufe deS Tages lief eine Mitteilung deS Generals Kuropatkin ein, welche besagte, daß er Stackelberg, zu feinem erfolgreichen Marsche zur Besetzung BeuiapudfeS, beglückwünscht habe.
Am 11. Oktober früh 6Vs Uhr entwickelte sich die Schlacht auf unserem rechten Flügel und dehnte sich auf das Zentrum unb den linken Flügel aus. Vier Korps eröffneten ein heftiges Artillerieseuer auf die Japaner, die sich in einer die Gegend ('"herrschenden Stellung befanden, da sie die Gipfel einer Reihe hoher felsiger Berge besetzt hatten, durch die viele Pässe lnudurchzogen. Die russische Front hatte ihre Richtung nach Südwest und befand sich 45 Kilometer südwestlich von Mukden. Die Infanterie traf kleine spanische Mteilungen auf den niedrigen Hügeln vor der Stellung, die die Japaner auf den Höhen innehatten, und trieb sie zurück. Die japanische Artillerie beschoß die vorruckende Infanterie mit Granaten, ohne den russischen G"schützen Aufmerksamkeit zu schenken. Der Angriff auf die iabanifdie Höhenstellnng begann 20 Minuten nach 12 Uhr. Um diese Zeit war Iber Kampf auf der ganzen Linie biS Jcntatz allgemein. Die £or|» griffen die Pässe von Tumanfing und Tuhauschanling an und erreichten, indem sie unter heftigem Schrapnell- und Gewebrscuer entschlossen vorrückten, die Basis der feindlichen Stellung. Um 3 Uhr nachmittags ging der Befehl ein, den Angriff gegen diese dnrchzufülnen. Die russische Artillerie hatte bald die japanischen Batterien z n m S ch w e i g e n gebracht, und machte sich dadurch für den ganzen Tag znm Herrn der Situation: sie schoß durchweg vorzüglich. Tie Hauptmacht d'r feindlichen Artillerie war nach Westen zu gegen die russische Mittelstellung 5ufammcngc*$ogen. Die jap?ui'chen Maschinengewehre und die Infanterie unterhielten aber ein lebhaftes Feuer gegen die in drei Linien vorrückenden Riftsen. Die russischen Feuerlinien schienen niemals stark genug zu fein. Die Leute waren mit ihrem Gepäck schwer beladen und da die Berg- adhänge schlüpfrig waren, wurden nur langsame Fortschritte gemacht. Trovdem die Artillerie die Infanterie vorzüglich unter» stützte, traten doch hälftig Augenblicke ein, wo doS Feuer eiusck'lief. Ein Korps versuchte, die Javan-r in der Flanke zu fassen, machte aber keine befriedigend m Fortschritte. Zu derselben Zeit erlitt die Bewegung gegen die westlichen vom Feinde besetzten Höhen durch einen javanischen Gegenangriff in der Flanke, die vier Regimenter umfaßte, aus Besorgnis für die Sicherheit zweier Batterien eine Verzögerung von 10 Minuten. Vor 6 Uhr nachmittags meldete jedoch der Kommandeur der Angriffskolonne, daß er Glranatfeuer auf die Pässe vor der Front richte. Am späten Nachmittag stand das russische Kor."s innerhalb einer Entfernung von 100 Metern vor der japanischen Stellung.
Mer die Japaner schossen bei Anbruch ber Nacht noch immer auf die Russen herunter, obgleich letztere nur noch 50 Meter unter ihnen standen. Tie Schlacht tobte die ganze Nacht. Ms der Morgen anbrach, war die Lage noch unverändert und der Kampf wurde mit ungeschwäck-ter Energie fort geführt. Ich glaube, daß die Japaner ihre Stellungen, die noch immer un erschüttert blieben, verstärkt hätten. Um 1.30 Uhr lief die Nachricht ein, daß das russische Zentrum nach einer furchtbaren Kanonade zlirückgeschlagen lvorden sei und daß die Japaner die letzten niedrigen Höhen ketten besetzt hielten, nachdem d er russische rechte Flügel in die Ebene zurückgetrieben worden war. Alis einer spateren Meldung ging hervor, daß das Zentrum der russischen Armee durchbrochen nxir und daß daS Korts, aus dem es bestand, sich auf dem N ü ck z n g e befand, sowie, daß Stackelberg, die Bagage, der Train und die Reserve nach Norden hin int Abzüge begriffen waren. Auf diese. Weise entstand eine große Lücke in dem russischen Zentrum, und die Japaner drängten sich hinein. Der russische Kommandierende sandte ein Korps, um das Zentrum zu verstärken. Dieses Korps geriet in einen heftigen Kampf. Die Javaner machten einen Gegenangriff auf dieses Korps in einem Winkel, der gegen das Zentrum der russischen Front unt» damit gegen seinen empfindlichsten Teil gerick'-tet war. Sie drohten auf diese Weise, Kurovatkins Armee in zwei Teile zu spalten und jeden Teil dann einzeln zu schlagen.
Die Japaner hatten ein Korps im Westen konzentti-'rt, wo sie die Russen z u r ü ck s chl u g e n. Dann griffen sie das Zentrum an. während sie gleichzeitig mit ihrer linken Kolonne den linken russischen Flügel Mcbäftigt hielten. Gegen 1 Uhr 30 Mim sandle General Stackelberg vier Reserve- tegimenter vor, um einen Angriff auf die westliche Flanke der Japaner .zu machen und zu versuchen, die Lücke zu schließen. Um 4 Uhr 20 Min. war die Lücke zum Teil geschlossen, aber das Endresultat des Kampfes war, daß die russische Armee sich in einer kritischen Lage und fictu noch immer in Gefahr befand, in zwei Teile gespalten zu werden. Am 13. Oktober hielten das elfte und daS dritte Korps noch immer ihre Stellungen. Gegen
Ihr Theodor reißt bann feinen Vater im letzten Moment seines Lebens ans bem Elenb seiner Seele. Netten konnte er ihn nicht. Das Weib, bas schwache, genießenbe, immer lächelnde, zieht den Gatten wieder in ihre kleine Welt. Mit ihrem Namen auf ben Lippen kommt ber Tob zu ihm.
Die juqenblichen Kunstlergestalten, bie uns hier begegneten, sinb Schemen; wir wollen uns darüber nicht täuschen. Nur sind sie hier bie Liebe des Dichters unb — zur Hälfte wenigstens — unsere Freube gewesen. — Kein Kritiker ist objektiv. —
Hirsch selb vermied alles, was aus dem Ehepaare Helwig Wesen irgendwie eigener Art hätte machen können. Er wollte also Typisches geben. Unb leider muß man zugeben, daß er richtig geschaut hat, daß Ehen dieser Art wahrlich nicht selten sino. Er hat hier einen guten Novellenstosf, mit feinen Einzelligen burchwirkt und zu symphonischer Breite ausgesponnen, schlecht unb recht aus der Bühne zur Schau gestellt, ohne durch eine bedeutende Idee, ohne durch einen Zug ins Große sich größeren Erfolg erwünscht zu haben.
Tie Darstellung der Hauptchargktere entsprach zumeist den Absichten des Dichters. Freilich, Herr de Giorgi eignet sich nicht sehr für die Hauptrolle. Er bot wohl eine verständnisvoll und sehr fleißig durchgearbeitete Leistung, aber tat, crls ob er statt eines Franz Hellwig einen Franz Moor zu mimen habe. Herr Franz Hellwig ärgert sich über das Pathos seiner Angehörigen, das aus Kleinigkeiten „immer gleich eine große Tragödie" macht. Herr de Giorgi aber gerade war es, der, nicht erfolglos, dieses Stück eines modernen Poeten zu einer hohen Tragödie auszubauschen sich bemühte. Dieser simple Oberslächenmensch will nicht theatralisch genommen werden. Besser hätte er getan, einen im Grunde jovialen und fidelen Herrn aus dem Berlin W. von heute darzustellen, den seine unree.llen Streiche zwar nervös gemacht haben, der aber immer mit tändelnder Grazie über böse Stimmungen sich und andere hinwegzusetzen versteht. Was er in dicken Farben austrug, hätte er besser nur diskret andeuten sollen. Frl. Gartner gab sich als Frau Marianne große sJ)lüt)e. Ihre Begabung, scheint auch mehr nach der Seite hinzuueigen, wo große
mittag begannen die Japaner ben Angriff auf die rechte Flanke dieser östlichen Armee. Zwei Divisionen mürben einzeln zum Schutze der Flanke in den Kampf gebracht, aber die Japaner hatten eine beherrschende Stellung gewonnen, welche die Russen nicht zu nehmen vermochten. Tie Schlackt nahm am 13. Oktober nach Westen zu ihren Fortgang: es wurde wieder sehr scharf gekämpft. Tie Japaner trieben immer noch Kuropatkin zurück. Um 3 Uhr 30 Min. nachmittags erhielten verschiedene KorpS^ der östlichen Armee Befehl, den Kampf cbzubrechcn. In der Nacht zum 14. Oktober ging ein Teil dieser Armee im Norden zurück, kämpfte aber am 14. Oktober immer noch. Im Westen, wo die Armee gleichmäßig zurückging, wurde wieder ein furchtbares Feuer gehört. Tie Länge der Schlachtfront zu schätzen ist unmöglich. Am 1.5. Oktober dauerte die Schlacht noch an, aber das Feuer hörte gegen mittag auf. Tie ruffi- schen Verluste sind sehr schwer.
Russische Berichte.
Petersburg, 18. Okt. Ein Telegramm des Generals Sacharow an den Generalstab von heute meldet: In der Nacht zum 17. Oktober griffen die Japaner wiederholt unseren rechten Flügel an, wurden aber z u r ü ck g e s ch l a - gen. Im Lause des Tages nah men unsere Trup^ pen das Dors Schalantsi, das am Schaho, östlich von Schahopu liegt. Der Feind beschoß unsere Stellungen bei dem eroberten Dorfe heftig, ging aber nicht zum Angriff über. Auf dem „Bergkegel mit dem Baume", der der Putilowsche genannt wird, werden heute abend und nachts die Toten begraben, wobei den Japanern militärische Ehren erwiesen werden. Die Waffen sowohl unserer, als auch der japanischen Gefallenen auf dem Vergkegel zeigen Spuren des verzweifelten Nahkanrpfes. Eine bedeutende Verstärkung der feindlichen Truppen gegen unser Zentrum ist bemerkbar. Auf dem linken Flügel sanden am 17. Oktober keine Zusammenstöße statt.
Petersburg, 18. Okt. Der Vertreter der „Birsche- wija Wjedomosti" telegraphiert am 18. Oktober aus Ehar- bin: In der N a ch t a n f d e n 1 7. O k t o b e,r g i n g e n d i e Russen vor und warfen die Japaner aus sechs Stellungen, wobei sie 8 Geschütze erbeuteten^ Die Japaner setzten sich dann auf starken bergigen Stellungen fest. Die Russen stürmten dieselben gegen 2 Uhr nachmittags und eroberten wieder 16 Geschütze und 8 Schnellfeuergcschütze. Das Gefecht dauert fort.
Petersburg, 18 Okt. Nach einer Meldung aus Mukden ist durch den niffifchen Gegenangriff das Zentrum derjapa- nischen S t e l l u n g d u r ch b r o ch e n worden. Tie genommene Höhe bedeute den Schlüssel der Position. Auch dieser Kampf forderte furchtbare Opfer: das ganze Gelände ist mit Leichen bedeckt. Unter den von den Russen eroberten Geschützen befinden sich Feldkanonen, Berggeschütze und Maschinengewehre. Einige 100 Japaner wurden gefangen genommen. Das Gefecht, in dem sich auch sibirische Schützen besonders auszeichneten, dauert noch fort Die Russen dringen weiter vor. Gelingt ihnen die jetzt ein» geleitete Operation, so ist Linschipu für die Japaner nickct _mehr zu halten. Die Russen gewönnen b.rmit eine sehr günstige Stellung in der linken Flanke des Gegners.
Japanische Berichte.
Tokio, 18. Okt., 1 Uhr nachm. Die Russen um* Ringelten am Sonntag die Kolonne des Generals Yamada. BierzehnGeschützewurden erbeutet. Tie Russen konzentrieren sich vor der Front der Armeen Okus und Nodzus. Man ertvartet eine neue große Schlacht.
Tokio, 18. Okt. (Amtlich.) Äw 16. Oktober rückte eine Tmcppe unter Migadeaeneral Jarna da (?)amada?) vor, um eine Llbteilung ber linken Armee, bte den Feind nördlich von Schahopu angriff, zu verstärken. Sie schlug den Feind bei Weichialanisu, wobei sie ihm zwei Geschütze und zwei Munitionswagen abnahm, und schlug dann einen neuen feindlichen Angriff bei San- tankautse zurück. Sie befand sich aut dem Rückmarsch nach ihrer ursprünglichen Stellung, als sie plötzlich um 7 Uhr abends von etwa einer Division russischer Truppen umzingelt wurde. Nach einem heftigen Kampfe, Mann gegen Mann, gelang es ihr, dnrch die feindliche Stellung d u r ch z u b r e ch e n und ihren früheren Platz zu erreichen. Inzwischen büßte die japanische Artillerie ihre meisten Pferde ein. Die Mannschaft mußte neun Feldgeschütze und fünf andere.Geschütze inr Stiche lassen. — Dem Feinde sind in der Stellung gegenüber dem japanischen Zentrum !B e r st ä r k u n g e n zugegangen. Die Verluste der Japan ex betrugen an* Sonntag etwa 1000 Mann.
Marschall Qyama berichtet, daß in der Nacht zum! 18. Oktober die Russen heftige Angriffe gegen den rechten Flügel der linken Armee und einige schwächere Angriffe gegen die mittlere und rechte Armee unternahmen Posen, volle Töne, ernste Worte aus tiefem Herzen ani Platze sind. Am Schluß, bei der Leiche ^rauzens, wo sie für einen Augenblick Herz zeigen soll, war )ie ergreifend, echt; als kleines oberflächliches Weibchen fanb tie selten den rechten Ton und auch nicht bte rechte Art trotz allen eifrigen Bemühens. r o.. .
Sehr glücklich war der Sohn durch Herrn Lutt- johann besetzt Er sprach mit schlichter Innigkeit nnd vermied das Pathos, das ihm der Dichter manchmal ins! Wort gelegt hat, mit fernem Takte. Wir scheinen in ihm einen hossnungsreichen jungen Künstler von Geschmack und Bildung gewonnen zu haben. Seine Braut ist die ungeschickteste Figur der Dichtung. Ihre Darstellerin ist zumeist zum sttimmen Zuschauen verdammt und hat hin und wieder nur ein paar Worte hinznwerfen, die sich bei der Lektüre gut und klug ansnehmen, die aber aus dem Munde eines jungen Weibes entsetzlich geschraubt und unwahr klingen. Frl. Dülser stellte sie so glanbwürdig als irgend möglich bar. Eine recht sympathische schauspielerische Leistung bot Frau Fischer als Großmütterlein, zart unb klug, überlegend und überlegen, zurückhaltend und verschwiegen. Ihre ganze Art war echt und wahr, lieb und sein, ohne die leiseste Uebertreibung. Treffliche Episodensiguren stellten die Herren Lippert und Andreas hin. Die Herren' Knabe, Ellen und Stäuber sowie die Damen Jenny und Ruf leisteten Ansprechendes.
Das Zusammenspiel war leider bisweilen recht mangelhaft. Man übersah die einfachsten Höflichkeitsformen und vermied auch den geringsten Versuch ungezwungenen stummen Verkehrs. Mit geradezu ängstlicher Treue schien man dem Titel des Stückes rein äußerlich gerecht werden zu wollen und spielte gar häufig nicht mit einander, sondern! auf Kosten des natürlichen und gefälligen Bühnenbildes „neben einander".
Tie Zuschauer verhielten sich nach dem ersten Akte ziemlich zuri'lckchaltend, nach hem zweiten und dritten folgte starker Beifall. Doch der Eindruck des Stückes luar nicht nachhaltig. Schon an der nächsten Straßenecke hatte matt es vergessen, und es drängten sich auf die Lippen Fragent nach Kind und Kegel, Katz und Hund. P. W»


