Ausgabe 
19.10.1904 Erstes Blatt
 
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Sämtliche Angriffe wurden abev zurückgeschlagen und der Feind ist unter Zurü^lftssung vi-eler Toten wieder zurück gegangen.

Tokio, 18. 6ft., 31/2 Uhr nachrn. (Reuter.) Die Russen richteten in der vergangenen Nacht einen wil­den Sturmangriff gegen die Stellungen Generals Oku und griffen auch die Generale Nodzu und Kuroki an, wurden aber überall unter großen Verlusten zurückge­worfen.

*

London, 18. Oft. Ter Kriegskorrcspondent derCentral- News" berichtet, die Russen hatten im Ganzen 24 Geschütze und 8 Maschinengewehre erbeutet. Tie russischen Truppen seien voller Begeisterung und bäten die Offiziere, die Offensive zu ergreifen.

Das baltische Geschwader.

Fakkebjerg, 18. Okt. Heute nachmittag 2s/4 Uhr lichteten sechs Schiffe des russischen Geschwaders, drei Panzerschiffe, zwei Torpedoboote und ein Transportdampfer, die Anker und steuerten nordwärts.

Paris, 18. Okt. Ter Korrespondent desMatin" meldet aus Petersburg, daß die zur A u s b e s s e r u n g der Richtvorricht- uugen des zweiten Geschwaders erforderlichen Arbeiter an Bord genommen wurden und daß die Ausbesserungen geringfügiger seien, als man zuerst geglaubt hatte, sodaß die Arbeiten während der Fahrt vorgenommen werden können.

Russische Unterschleife.

Odessa, 18. Okt. Hier erregt die Entdeckung von Unter­schleifen bei der Schwarzen M eerflotte großes Aufsehen. Kohlen, Materialien und Proviant für die Flotte fehlen. Ter 'Hafenkommandant von Scbastopol, Jschejew, der Chef- intendant der Flotte, T'olgopolow, und der Werkftätten- direktor, Varma, sollen vor ein Kriegsgericht gestellt werden.

Deutsches Reich.

Berlin, 18. Okt. Heute besuchten beide Majestäten da§ Kaiser Friedrich-Mausoleum bei der Friedenskirche, wo der Kaiser einen Kranz niederlegte. Der Kaiser beehrte heute nachmittag Gras Bülow mit einem längeren Besuch. Heute abend fand im Schlöffe Tafel statt, bei der der Kaiser zwischen der Kaiserin und der Großherzogin von Baden saß. An der Tafel nahmen Teil die anwesenden Fürstlichkeiten, der Reichskanzler, die Minister, die Staatssekretäre, die Ver­treter der deutschen Bundesstaaten, das diplomatische Korps, die Abgesandten der ausländischen Museen, die oberen Hof­chargen, die Generalität, die Admiralität, die Präsidenten des Landtages, die Spitzen der Zivilbehörden der Provinz Bran­denburg und die Herren der hiesigen Museumsverwaltung.

DemStaatsanz." zufolge bewilligte der König dem Wirk. Geh. Rat Professor Stölzel in Berlin die Ent­lassung aus dem Amte als Präsident der Justiz- Prüfungskommission und verlieh ihm den Roten Adler­orden I. Klaffe mit Eichenlaub.

Die polnischen Sokolturnvereine wollten in Berlin eine Konferenz abhalten. Aus Leipzig, Bitterfeld, Sonders­hausen und Berlin waren Vertreter anwesend. Bei der Er­öffnung der Konferenz lösten Polizeibeamte die Versamm­lung auf, weil es sich um eine politische Versammlung handle, deren Anmeldung erforderlich gewesen wäre.

Liegnitz, 18. Okt. Heute fand die Grundsteinlegung der Kaiser Friedrich-Gedächtniskirche statt.

Nürnberg, 18. Okt. Der geschäftsführende Ausschuß der nationalliberalen Landespartei in Bayern r. Rh. betont in einem Aufrufe die Notwendigkeit der Erkämpfung des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts auf der Grundlage der Verhältniswahl.

Straßburg, 18. Okt. Der Landesausschuß von Elsaß- Lothringen nahm einstimmig einen Antrag an, beim Reichs­kanzler vorstellig zu werden, daß dem Reichstag und Bundes­rat ein Gesetz vorgelegt werde, durch welches die Ver­fassung dahin geändert werde, daßElsaß-Lothringen zum Bundes st aat erhoben und den übrigen Bundesstaaten gleichgestellt werde. Der Ausschuß nahm ferner mit 32 gegen 12 Stimmen einen Antrag an, daß die auf Grund der neuen Verfassung einzusetzende Volksvertretung aus einem allgemeinen direkten, geheimen und gleichen Wahl- recht hervorgehen solle.

Aer erste deutsche Wohnungskongreß,

n.

w. Frankfurt a. M., 18. Okt.

Die heutige Sitzung des ersten allgemeinen deutschen Wohnungskongreffes beschäftigte sich in sehr eingehender Weise mit dem Preußischen Wohnungsgesetzentwurf. Der Berichterstatter Abg. Dr. Jäger (Speyer) empfahl die Annahme des Gesetzentwurfs und betonte die Notwendigkeit, das Aufsichtsrecht dem Staat zu übertragen. Der Freiheit der Gemeinden auf dem Wege des Wohnungswesens ver­danke man die heutigen Zustände auf dem Gebiete des Wohnungswesens. Was man Selbstverwaltung nenne, sei auf Grund des preußischen Gemeindewahlrechts nichts anderes wie die Herrschaft der kleinen Haus-, Grund- und Kapital­besitzer über die große Masse der Minderbemittelten. Jeden­falls sei es dringend erforderlich, daß von allen Seiten mit voller Energie an die Durchführung des Gesetzes herangetreten werde. Oberbaurat Prof. Baumeister trat für ein Reichs- Wohn-Gesetz ein. Oberbürgermeister Wagner-Ulm, Oberbürgermeister Werner-Cottbus, Oberbürgermeister Körte-Königsberg i. Pr. und Oberbürgermeister Dr. Lentze- Barmen wandten sich mit großer Entschiedenheit gegen dre Angriffe auf die städtischen Selbstverwaltungen. Diese haben auf dem Gebiete der öffentlichen Gesundheits­pflege, des Schulwesens usw. ganz außerordentlich viel ge­leistet. Den städtischen Selbstverwaltungen sei das Aufblühen der Städte im Wesentlichen zu verdanken. Die Uebertragung der Ausführung des Wohnungsgesetzes an die staatlichen -Drqane fei ein arqer Eingriff in die Kommunen-Selbstver. -maltuug. Erweitere man das Enteignungsrecht der Gemeinden,

dann werden diese in der Lage sein, auch auf dem Gebiete des Wohnungswesens Ersprießliches zu leisten.

Frau Lilly Braun-Berlin verlangt bessere Schläf­st ellen für die Dienstmädchen, dies werde aber nur durch ein Parlament des allgemeinen Wahlrechts, das auf die Frauen ausgedehnt sei, erreicht werden können.

Privatdozent Dr. SinSheimer-München, der gestern abend von verminderten städtischen Gemeinwesen gesprochen haben soll, bemerkt: Die Einwendungen des Oberbürgermeisters Werner-Cottbus waren faule Ausreden. Es erhob sich infolgedessen ein furchtbarer Tumult, der sich erst legte, als der Redner auf Auffordern des Vorsitzenden die Ver­sammlung um Verzeihung bat.

Von einer Beschlußfassung wurde Abstand genommen. Es wurde alsdann beschlossen, das Organisationskomitee in Permanenz zu erklären. Hierauf wurden einige Referate ge­halten, in denen vorgeschlagen wurde, dahin zu wirken, daß die Reichsinvalidenkasse und die Landesversicherungsanstalten Gelder zum Bau von Arbeiterwohnungen hergebcn und städtische Bau banken errichten, die unter Gemeinde­garantie zinsfällige Hypotheken beleihen sollen. Die Bespre­chung hierüber wurde aus Mittwoch Vormittag 9^ Uhr vertagt. ,

Kus Stad! >u:d Land.

Gießen, 19. Oktober 1904.

** Die Wahlrechtsvorlage, die bekanntlich im Juni d. I. von der Zweiten Kamnrer'verabschiedet- wurde, ist, wie derWormser Ztg." geschrieben wird, vom Vorsitzenden des Finanzausschusses der Ersten Kammer dem Mitglied desselben, Fürsten zu S 0 lm s -H 0 h en s 0 lms-Lich zur Berich ter st attung übergeben worden. Da die Vor­lage auch in dem siebengliedrigen Ausschuß der Ersten Kammer einer eingehenden Beratung unterzogen werden soll, erscheint es ausgeschlossen, daß sich auch das Plenum der Kammer vor Weihnachten noch mit der Vorlage zu beschäftigen haben wird. Eine Einberufung der Standesherren im Dezember dürfte, dem zitierten Matte zufolge, nur dann erfolgen, wenn die Großh. Regierung den Wunsch äußern sollte, einige dringliche Vorlagen, wie die Forderung für die Umbauten in Bad N au he im, mit der sich die Zweite Kammer alsbald nach ihrem Zusammentritt im November beschäftigen wird, noch vor Ablauf des Jahres erledigt zu sehen.

Lauterbach, 18. Okt. Heute nachmittag 2 Uhr brach auf dem Speicher des Geschäftshauses A. Finger u. Co. auf bis jetzt unaufgeklärte Weise Feuer aus. Der Speicher wurde ganz und der obere Stock zum Teil vom Feuer zer­stört. Dos Mobiliar wurde zum größten Teil gerettet.

+ Sch otten, 18. Okt. Am 25. Oktober feiert die Mutter des Glasermeisters Leuning hier ihren 9 8. Geburts­tag. Die alte Frau ist noch rüstig und will die 100 voll machen. Vor etwa Monatsfrist beging Herr Jakob Bauer seinen 9 4. Geburtstag. Er raucht noch mit Wohlbehagen sein Pfeifchen.

Rainrod bei Schotten, 18. Okt. Ein Opfer des Alkohols ist ein hier bediensteter Knecht geworden. Wenn ihm Getränke bezahlt wurden, verschlang er riesige Quantitäten und gelegentlich verschmähte er auch abgestandenes oder Tröpfelbier nicht. Beim Tanz am vorigen Sonntag sprach er allen möglichen Getränken unvernünftig zu und am anderen Morgen fand man seine Leiche in der Scheuer.

w. Mainz, 18. Okt. Das Haus des Metzgermeisters Riechard auf der Augustinerstraße, welches von der Stadt angekauft wurde und in wenigen Tagen abgerissen werden sollte, drohte heute morgen zusa mm en zu stürz en. Durch das Niederlegcn des Nebengebäudes verlor das Haus seinen Halt und neigte sich stark nach vorn. Die alsbald benach­richtigte Baupolizei ordnete die Räumung an. Es wurde gestützt, um ein Einstürzen zu vermeiden.

fc. Biebrich, 19. Okt. (Drahtbericht.) Als die Frau eines Ziegeleiarbeiters von der Arbeitsstätte ihres Galten, dem sie Essen gebracht hatte, heimkehrte, fand sie ihr drei Jahre altes Kind gräßlich verbrannt vor. Das Kind hatte mit Streichhölzern gespielt, es starb einen qualvollen Tod.

fc. Worms, 19. Okt. (Drahtbericht.) Eine Dame von hier ist mit ihrem Rade schwer verunglückt. Sie machte mit ihrem Gatten einen Radausflug und kam auf steiler Stelle zu Fall. Ein Arzt brauchte auf offener Straße ^wei Stunden, um ihre Wunden zu vernähen. Sie liegt jetzt ;M hiesigen Krankenhause.

Kerichtssual.

R. B. Darmstadt, 28 Okt, Eine sehr umfangreiche B e- leidigungsklage zwischen einem Landtagsabgeord­net e n u n d einem Pfarrer, die sich bis in die späten Abend­stunden ausdehnte, beschäftigte heute die 1. Strafkammer al- Be­rufungsinstanz. Zwischen dem Brauereibesitzer und Abg. Schön­berger und dem seit etwa 4 Jahren in Groß-Bieberau im Amt befindlichen evangelischen Pfarrer Wilhelm K r ä m e r herrschte schon längere Zeit bittere Feindschaft. Als nun im Mai d. Js. der Pfarrer milde Beiträge in seiner Gemeinde sammeln liefe, soll er den damit beauftragten Kindern gefügt haben: Zu dem Land- tagsabg. Schönberger braucht ihr aber nicht zu gehen, denn der kommt gleich mit feinen Grobheiten und schilt immer, wenn ge­sammelt wird. Der Angeklagte bestritt in der Hauptverhandlung vor dem Schöffengericht zu Reinheim, diese Aeußerung getan zu haben. Er habe den Kindern vielmehr gesagt:Zu Schönbergers geht ihr nicht, denn da giebt's nichts mehr!" Zu dieser Bemerkung habe er sich berechtigt gehalten, weil Sch. schon im vorigen Jahre nichts zu der Sammlung gegeben habe. Eine Beleidigung des Sch. habe ihm fern gelegen, er habe auch den Kindern eine solche Er­klärung abzugeben sich erboten. Vor dem Schöffengericht erklärten die Kinder fast einstimmig, daß der Pfarrer zu ihnen gesagt habe, sie brauchten nicht zil Sch. zu gehen. Nur zwei Schüler wollten ähnliche Worte, wie fie der Kläger behauptet, vernommen haben. Letzterer hatte sich auch beschwerdeführend an das Oberkonsistorium gewandt, und als der Pfarrer zum Bericht aufgefordert wurde, verfaßte er einen solchen, las ihn den Kindern vor und sagte ihnen, wer das mit gutem Gewissen unterschreiben

könne, möge eS tun, wer nicht, möge es kaffen, er würde efl!/ keinem' verargen. Tie Kinder haben darauf sämtlich unter­schrieben. (Ob das zweckmäßig und nötig war, läßt sich be­streiten. T'. Red."! Das Schöffengericht kam aber zu der Ansicht, daß der Pfarrer doch zu den Kindern von Sch. als einem Mann gesprochen habe, der Grobheiten mache, wenn zu dem Zweck des Vereins' gesammelt werde und verurteilte ben Beklagten nach §§ 185, 186 zu 40 Mark Geldstrafe. Zur heutigen Verhandlung waren nicht weniger als 30 Zeugen aus Groß-Bieberau geladen, darunter 1/3 Schulkinder. Den Kläger vertrat Geh. Justizrat Osann I., den Beklagten Rechtsanwalt Hallwacl's. ^er Versuch des Vorsitzenden., einen Vergleich zustande zu bringen, scheiterte- an dem Widerspruch des Klägers. Von beiden Seiten wurden Zeugen dafür angeführt, dcch der eine bestrebt gewesen sei, den anderen durch Bemerkungen verächtlich zu machen. So soll der Pfarrer in der Kirche gesagt haben, es freue ihn, daß der größte Teil der Gemeinde auf seiner Seite sei, die anderen werden gewiße auch für ihn sein, aber sie dürften wohl nicht Und der Be- klagte ließ wieder durch Zeugen feststellen, daß Sch. sich in ab­fälliger Weise über ihn ausgesprochen habe, indem er sagte, er habe vor dem Pfarrer nicht mehr Respekt, als unbedingt notwendig sei usw. Tie Vernehmung der Zeugen dauerte bis 6'Uhr abends. Nach den sehr umfassenden Plaidopers der beiden Verteidiger fällte der Gerichtshof sein Urteil dahin, daß der Be­klagte freigesprochen wurde. Tas Urteil der ersten Instanz wurde aufgehoben.

fc. Frankfurt a. M., 18. Okt. Qrig.-Telegr. be§~®iefe- Anz.") Schweinemarkt. Zum Verkauf standen 1696 Schweine. Schweine: 1. Qualität 6000 Pfg., Lebendgewicht 4700 Pfg., 2. Qual. 5859 Pfg., Lebendgewicht 4600 Pfg., 3. Qualität 5255 Pfg., Lebendgewicht 0000. Geschäft mittelmäßig. lieber- stand bedeutend.

Evangelische Gemeinde^

Im Gemeindehaus, Kirchstraße 9.

Donnerstag, den 20. Oktober, abends 8 Uhr, im unteren Konfirmandensaal, Bibelstunde. Text 1. Corinth. Cavt. 1.

Pfarrer Schwabe.

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung in Hessen für Donnerstag den 20. Oktober 1904: Zeitweise heiter, doch vielerorts Morgennebel, nachts etwas kühler, tags Temperatur wenig verändert, sehr mild/ Näheres durch die Gießener Wetterkarte.

Tlcnestc Welimnnen.

Berlin, 19. Okt. Ein über die Lage in Südwestafrika hier eingetroffenes amtliches Telegramm besagt, daß die Witbois, die bisher den deutschen Truppen gegen die Hereros als Führer dienten, entwaffnet und nach Swakop- mund gebracht worden sind.Der KaufmannAd. Lach- mann aus Braunschweig, der nach Berlin gekommen war, um sich mit seinen Gläubigern auseinanderzusetzen, hat sich in einem hiesigen Hotel während der Verhandlungen mit seinen Gläubigern, die auf seinen Vorschlag nicht eingehen wollten, zu erschießen versucht. Er wurde in sehr be­denklichem Zustande in ein Krankenhaus überführt.

Rotterdam, 19. Okt. Indischen Blättern zufolge sind in Semarang unter dem Verdachte des Landesverrats die deutschen Unteroffiziere Koa und K roh na von der indischen Kolonialarmee verhaftet worden. Krohna hatte Zeichnungen und wichtige Dokumente aus den Staatspapieren entwendet. Auch in Batavia seien wichtige Schriftstücke aus dein Kriegsdepartement verschwunden. Man vermutet, daß zwei englisch' sprechende Ausländer die Unteroffiziere gu dem Verrat verleitet haben.

Vom Kriege.

Rom, 19. Okt. TieItalia Militare" berichtet ausl Tschifu, daß General Stössel entschlossen sei, den Japanern die Stadt, die Docks und die Befestigungen von Port Art hur zu überlassen mit Ausnahme von Liaotischan, wo Mu­nition in genügender Quantität, mindestens aber für 10000 Mann auf die Dauer von 6 Monaten vorhanden ist. Dasselbe Blatt berichtet aus Tokio: Marschall O y anva habe 70 000 Mann Verstärkungen verlangt.

Petersburg, 19. Okt. Von der russischen westlichen Ar-, mee wird berichtet: Während der letzten neun Tage hatten wir ca. 2000 Tote täglich. Hospitäler sind nicht in genügender Anzahl vorhanden. Trotzdem werden aber alle Anstrengungen^ gemacht, die Verwundeten gut zu verpflegen. Tie Truppen neh­men alles Holz, selbst solches von chinesischen Häusern, um die Lagerfeuer zu unterhalten. Der Anblick des Landes ist tief­traurig. Es wird täglich offenbarer, daß das Land unmöglich eine Armee ernähren kann, dader größt eT^l der Ernte zerstört ist. Tie Blätter fahren fort, weitere Siegesnachrichten zu verbreiten. 58 japanische Feldgeschütze, zahlreiche Munition, Gewehre und mehrere Gebirgsgeschütze sollen erbeutet wvrden sein. Ter Korrespondent desRuss" behauptet, die Japaner, welche alles auf eine Karte gesetzt haben, befänden sich in einer solchen Lage, daß wenn der Erfolg aus russischer Seite bleibe, die ganze japanische Ar meemorali sch undphhsisch vernichtet sei. Tas russische O st seege schwader hat vor seiner Ausreise noch einen weiteren Unfall gehabt, indem- zwei große mit über 10 000 Tonnen Kohle beladene Begleitdampfer schon vor dem Besuch des Zaren auf eine Untiefe vor Revol^ aufliefen. Der eine davon wurde dabei so schwer havariert, daß die Kohlen auf einen anderen Dampfer umgeladen werden mußten.

Kopenhagen, 19. Okt. Die dänischen Lotsen weigern sich, das russische O ft sse e-G e s chwader bei unklarem Wetter durch den großen Belt zu führen. 8 Schiffe sind vom. Ankerplatz bei Brokykke-Wall auf Langeland abgedampft. Wegen des großen Tiefganges ging das Geschwader durch die östliche Fahrstraße im großen Belt.

TeiephomscBneiF Kursbericht*

31/a°/o Reicheanleihe . . 101.50 3-Vg do. ... 89.20 3V,% Rnneole .... 101.40 3% do.....89.30

3*/?°/n Heesen .... 99.95 31/2 % Oherhessen . . .. 4% Oestorr. Goldronte . . 101.60 4i/&% Oesterr. Silberrente 100.30 4% Ungar. Goldronte . . 100.05 40/0 Italien. Rente . . . 103.60 4ll2% Portugieser . . . 62.80 180/ Portugiesen.....62.25

1 % C. Türken ....

Türken! oeo.......

4% Griech. Monopol.-Anl. 47.60 4l/2% äussere Argentinor 43.40

3% Mexikaner . . 4i/8o/n Chinesen . . Electric. Schlickert . Nordd. Lloyd . .

Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Randelsges. Oesterr. Staatsbahn . Lombarden . . . Gotthardbahn . . . Laurahütte . . . . Bochum . . « . . Harpener . . . Schatzscheine . . .

Tendenz: fest.

. 29.75

. 89.90 . 119.70 . 108 50 . 209 80 . 191.40 . 140.40 . 153.80 . 160.30' . 138.10

. 17.25 . 190.00 . 250.00 . 214.80 . 214.60 . 00.00

Stadtveirordnet e ihm > ihl!

Wähler-Versammlung

wozu freundlichst einladen

Uo22o

Freitag den 2\. Oktober, abends 8$ Uhr im Saale des Gasthof znm Löwen Mehrere Wähler aus allen Sladtleil'en.