Ausgabe 
19.2.1904 Erstes Blatt
 
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mehrere ver-

Der Staat erleidet viele

Der Dampfer Adria von der

der Volks schwer er

befürchtet eine Katastrophe. Millionen Schaden.

* Fiume, 18. Febr.

Die Kaiserin wird an der Mittelmeerfahrt Nicht teilnehmen wegen ihres leidenden stan d e s.

* Budapest, 18. Febr. In Feny bei Szatmar wurde ein blühendes junges Mädchen auf der Bühne er­schossen. Im letzten Faschingstage führte eine Dilletanten- gescllschaft ein Drama auf. Herr Jrsai hatte auf die Dar­stellerin einer treulosen Gattin einen Schuß ab- zufeuern. Als er es tat, sank seine Part n er in, Fräulein Fischer, wirklich tot zusammen. Jrsais Revolver war, ohne daß er es wußte, mit Kugeln geladen und eine Kugel traf das Mädchen in das Herz.

* Budapest, 18. Febr. In hie staatlichen Salz, gruben im Komitat Marmatos ist Wasser eingedrungen. Infolgedessen mußten die Arbeiten eingestellt werden. Man

wundet.

* Prag, 19. Febr. In Kolin sind in küchc nach der Mahlzeit 30 Personen krankt, 5 bereits gestorben.

Karlum ntansches.

Berlin, 18. Febr. Tic Geschäftsordnungs-Kommission Reichstages lehnte heute die Genehmigung ^itr Straf­verfolgung der Abgg. Fusangel und Ger st en - berger in einer Privatbeleidigungsklage ab.

zen 65 612,06 MI. DaS Vermögen der Armenkasse beträgt 261164,53 Mk.

Die Kinderkrankheiten Diphteritis Masern und Röteln treten in der Umgegend tn erschreckender Weise auf. In mehreren Orten, darunter Lützellinden und Launspach, wurde der Unterricht geschlossen, in Lützellinden zum zweiten Mal, da zu den Masern noch Diphteritis gekommen ist. In Lützellinden und Launspach starben mehrere Kinder, in Watzen­born ist ein Knabe von 7 Jahren an Diphteritis gestorben, dluch in Heuchelheim, Klein-Linden, Leihgestern und Stein­berg treten die Krankheiten auf.

Im Rhein und Lahngebiet forderte das Hoey, wasser mehrere Opfer. Bei Linz ertrank vergangene Nacht ein Fuhrmann, bei Rheinböllen und Limburg ist je ein Mann in den Wellen uingekommen.

Aus der Schule. Man erzählt uns: In einet Schule wird ein kleines Mädchen gefragt, was eine Epistel sei und das Kind antwortet prompt:Die Frau von einem Apostel."

R. Watzenborn-Steinberg, 18. Febr. Am Mon­tag sollte hier der etwa 50jährige Weißbinder Johannes Fett beerdigt werden. Aach der Arbeiterverein, dem der Verstorbene angehört hatte, erschien mit offener, roter Fahne und einem Kranz mit roter Schleife, um an der Beerdigung tcilzunehnien. Daraufhin weigerte sich der Geistliche die kirchliche Handlung vorzunehmen. Auf Bitte der Angehörigen blieb der Arbeiterverein vom Friedhof fern, und die Beerdigung durch den Geistlichen fand danach statt.

+ Grie del, 18. Febr. Am 14. d. Mts. kehrte ein unbekannter Handwerksbursche in einen Wirtshaus zu Griedel ein und trank 14 Gläser Branntwein und ein Schnitt Brot mit Wurst dazu, worauf er einschlief. Als später Leute ihn aufwecken wollten, um ihn zum Fortgehen zu bewegen, bemerkten sie, daß er tot war. Die ungeheure Menge Schnaps hat ihn das Leben gekostet. Heute wurde die Leiche in das anatomische Institut in Gießen überführt. Die Leiche des überaus verwahrlosten Menschen war über und über mit Ungeziefer bedeckt.

)( Ilsdorf, 18. Febr. Bei der gestern hier vorge­nommenen Bürgermeisterwahl wurde Bürgermeister Ehr. Kühn einstimmig wiedergewählt.

)( Weitershain, 17. Febr. Die unvorsichtige Hand­habung kochender Flüssigkeiten hat letzter Tage hier einen Unglücksfall hervorgerufen, indem sich ein kleines Kind in die von der Mutter auf den Fußboden gestellte Pfanne mit kochendem Oel setzte und schwere Brandwunden an den unteren Körperteilen erlitt.

König i. O., 18. Febr. Das Erbacher Kreisblatt teilt mit, daß anläßlich der am 21. l. M. stattfindenden Taufe im Erbprinz lichen Schlosse die Vorbereitungen für den Empfang der Gäste im Gange sind. Zehn Vereine und die Schiiljugend werden während der Ankunft der Königin von Holland, des Prinzen Heinrich der Niederlande, des Großherzogs, des Königs und der Königin von Württemberg Spalier bilden.

DermiidUcK

Berlin, 18. Febr. Nach Untersch lagung von 17 000 Mk. ist der Bahnassistent Spielmann flüch­tig geworden. Derselbe vertrat eine Zeit lang den erkrankten Bahnhof-Vorsteher des StadtbahnhofesBörse". Als nach Rückkehr des Vorstehers eine Kassenrevisiion erfolgte, entfernte sich Spielmann, ohne daß man seine Spur wiedergefunden hat. Spielmann soll durch Spielverluste zu der Defraudation bewogen worden sein.

* Posen, 18. Febr. Wie diePos. Ztg." meldet, brannten gestern abend in Josefowo die evangel. Kirche und drei angrenzende Scheunen nieder. DaS Feuer war in einer Scheune neben der Kirche während des PassionSgottes- dienstes ausgebrochen. Menschen sind nicht verunglückt.

* Hamburg, 16. Febr. Ein starker Südw eststurm wüket hier und auf der Nordsee; der Schiffsverkehr ist em­pfindlich gestört. Der von hier nach Ostafrika abgegangene DampferTigris" wurde leck.

* Dresden, 18. Febr. Der Fabrikwächter Bienert in Reißen, der im Einvernehmen mit seiner Frau diese und seine sechs Kinder durch Kohlengase tötete, wurde heute ins Gefängnis eingeliefert. Bienert ist selber erkrankt.

* Würzburg, 18. Febr. Gegen eine Kaution von 2 00 00 0 Alk. wurde der hiesige Konsul und Weingroß­händler Friedrich Karl Ott aus der Untersuchungshaft ntlassen.

* London, 18. Febr. In einer Lydditfabrik m Cliffi.

in der Nähe von Gravesend (Kent) ereignete sich eine Ex plosi on. Drei Personen wurden getötet,

Der Bundesrat überwies heute den Geseßentwurf wegen der Krankcnfürsorge für Seeleute den zuständigen Ausschüssen. Die Ucbersicht über die Verwendung der durch den Reichshaushaltsetat bewilligten Mittel zur Anmietung und zum Ankauf besonderer Wohnhäuser für llntcrbeamte und geringer besoldete Beamte der Reichspost- und Tele­graphenverwaltung wurde zur Kenntnis genommen; dem Ausschußberichte über den Entwurf des Gesetzes betreffend den Schutz von Erfindungen, Mustern und Warenzeichen auf den Ausstellungen wurde zugestimmt.

Magdeburg, 18. F-ebr. Im Magdeburger Ae rz te­st re ik leitete die Negierung Einigungsverhandlungen zwi­schen beiden Parteien ein. Inzwischen proklamierte der rlerzteausschuß die dreifache G.'bührentaxe für die Privat­behandlung der Kassenmitglieder.

Dresden, 18. Febr. Tie erste Kammer beschäftigte sich gestern mit dem Gesetze über die israelitischen Religionsgemeinden. Nach einer Darlegung des Gc- meindekirchenrats Dr. Pank wird das Otzsetz folgende Konse­quenzen haben: 1. Bisher konnte unter den mangelnden gesetzlichen Besttmnnrngen ein Israelit auch unter 21 Jahren fn die christliche Konfession aufgenomm m werden. Das ist in Zukunft ausgeschlossen. 2. Während bisher der zum Christentum übertretende Israelit sich nur beim christlichen Pfarrer zu melden brauchte, so hat er in Zukunft vorher seinen Religionsbeamten aufzusuchen rnd ihm seinen ylbfall vom Judentum anzuzeigen. 3. Konnte bisher eine jüdische Witwe, welche Christtn ward, ihre Kinder ohne weiteres mit zum Christentum hinübernehmen, so wird ihr dies fortan verwehrt sein, wenn nicht der verstorbene Vater ausdrückliche Besttmmungen in dieser Richtung getroffen hat. Auf den Antrag des genannten Mitgliedes der 1. Kammer wurde der Gesetzentwurf zu nochmaliger Beratung an die Deputation zurückverwiesen.

Preußischer Landtag.

Berlin, 18. Febr.

Die zweite Beratung des Etats der Handels- und Gewerbeverwaltung wird fortgesetzt. Mit zur De­batte gestellt wird der Antrag Arndt und Genossen (Frk.), die Staatsregierung zu ersuchen, beim Bundesrat eine Mänder- ung der Bekanntmachung betreffend die Beschäftigung von Gehilfen und Lehrlingen in Gast- und Schankwirtschaften zu beantragen dahingehend, die Ruhezeiten für die kleineren und mittleren Betriebe ander- weit zu regeln. Der Antrag wird gegen die Stimmen des Zentrums und der Freisinnigen der Gewerbekommission überwiesen. Hierauf wird in die Generaldebatte über den Handels- und Gewerbe-Etat eingetreten. Abg. Fe lisch (kons.) verlangt den Schutz des Mittelstandes. Die Gewerbefreiheit habe alles auf den Kopf gestellt. Weiter ver­langt Redner Einführung der Meisterprüfung sowie des Befähigungsnachweises im Baugewerbe und polemisiert gegen die Konsumvereine. Der soziale Schutz müsse auf die Kleinmeister und die Kleingewerbetreibenden aus­gedehnt werden. Vielleicht veranstalte der Minister einmal eine Enquete über die Lohnverhältnisse der Arbeiter und Handwerker. Der Mittelstand sei der festeste Tamm gegen die Sozialdemokratie. Abg. Dr. Eckels (Natl.) preist das Gesetz über die kommunale Besteuerung der Wander­lager und verlangt Erhöhung der Steuersätze. Abg. Gamp (Frk.) bemerkt, die Handwerkcrkammcrn sollten die Interessen der kleinen Handwerker mehr berücksichtigen. Gegen die Ueberwucherung der Konsumvereine müsse die Gesetzgebung eingreifen. Abg. Kreitling (Fas. Vp.) weist gegenüber den Angriffen auf die Konsumvereine auf die Beamten- und Offiziervereine hin. Unterstaatsfekretär Lohmann bestreitet, daß in dem Flafch,enbierhandcl-Trlaß

Aus Stadl und Land.

Gießen, den 19. Februar 1904.

** Französisch er Vortra g. In seinem am 12.Febr. abgehaltenen Vortrag behandelte Lektor Goetschy Leben und Werke von Eduard Pailleron (18341899), der neben Emil Augier und A. DumaS Sohn als der be­deutendste Vertreter deS modernen französischen Lustspiels angesehen werden darf. Nach einem kurzen Blick auf fein Geben, daß im Gegensatz zur Laufbahn des jüngeren Dumas so sorglos und friedlich wie das Emil Augiers verlief, wandte sich der Redner der eingehenden Besprechung seines Meisterwerkes, Le Monde lon 8'ennme (1881), zu, dieser köstlichen Satire auf die akademischen, politisch-wissenschaftlich- litterarisch - schöngeistigen SalonS der dritten Republik, die modernen Vertreter jener Kreise, welche zweihundert Jahre früher Mottöre in feinem Pr£cienses ridicules und Femmes savantes mit unsterblichem Spotte übergossen hatte. Daß Pailleron diesem Thema trotz seines klassischen Vorgängers neue Seiten abzugewinnen verstand, zeigte der große Erfolg, den sein Lustspiel gehabt hat, zeigt das Ansehen, welches das Stück erwarb, und zeigte am Freitag auch der Redner, indem er mit der Kunst eines vollendeten Rezitators in der Ver­lesung der schönsten Stellen die unwiderstehliche Komik des Dramas zur vollsten Geltung brachte und allen Stimmungen und Gefühlen der so verschiedeuartigen Personen und Charaktere in der ganzen Fülle ihrer individuellen Töne und Klang­farben vollendeten Ausdruck verlieh. Maß Herr Goetschy an diesem Abend geleistet hat, berechtigt seine treuen und dankbaren Zuhörer, dem Vortrag über Nostrads Cyrano de Bergerac mit größter Spannung entgegenzusehen.

"Der städtischen Pferdemarktkommission ist die Erlaubnis erteilt worden, zu der Ausspielung von Pferden, Fohlen, landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten usw., die in Verbindung mit dem am 7. September 1904 in Gießen stattsindenden Herbstpferdemarkt mit Genehmigung der Groß- herzoglich hessischen Negierung veranstaltet werden soll, auch in den Kreisen Wetzlar und Biedenkopf Lose zu vertreiben.

** Aus dem Bericht über Einnahmen und Ausgaben der städtischen Armenkasse im Jahre 1902/03, welcher gestern der Stadtverordnetenversammlung erstattet wurde, geben wir nachstehend die gewiß allge­mein interessierenden Zahlen. Es betragen die Einnahmen 88 777,36 Mk., die Ausgaben 88 748,59 Mk. Die Einnahme zur Deckung der Armenlast setzt sich in der Hauptsache zu­sammen aus Kapitalzinscn: 10 003,13 Mk., aus einem städtische Zuschuß in Höhe von 42 332,63 Mk., sowie aus Ersatz für ausgewendete Vcrpslegungsgclder, Begräbnis­kosten, Unterstützungen usw. im Betrage von 27 866,52 Mk. Tie 1902/03 verausgabten Verwaltungskosten für die Ar­menkasse betragen 8677,30 Mk. Tie offene Armenpflege er­forderte eine Summe von 51537,66 Mk. und zwar Geld- unterstützung und sonstige Gaben 30158,81 Mk., ärztliche Behandlung und Arzneien 20 453,18 Mk., Begräbniskosten 925,67 Mk. In geschlossener Armenpflege wurden be­nötigt 14 074,40 Mk., und zwar Kosten des städtischen Hospi­tals 11822,40 Mk., Kosten für die Verpflegung armer Geistes­kranker 104 Mk., Kosten für die Verpflegung von Epilepti­kern und Idioten 2148 Mk. Aus Stiftungen wurden für die Armenpflege gegeben 2052,89 Mk. Tie Pflege und Er­ziehung armer Kinder erforderte: Unterbringung in Fa­milien 4538,34 Mk., für verwahrloste, blinde und taub­stumme Kiirder 3829,32 Mk., Lehrgelder 9.8 Mk., zusammen 8376,74 Mk. Tie Kosten der Armenpflege betragen im Gan­

dem Tes-dur Noctumo von Chopin, sowie mit einer Rhap­sodie von LiSzt zeigte sich Herr Professor Adler weiter als vorzüglicher Pianist, der nach der Rhapsodie sich zu einer Zugabe verstand. Mit den LiedernMütterlein spricht" von Fischhof undEcholied" von Eckert brachte Mme. Arnolld- son den Beweis, daß sie auch für dieses Fach sich vor­züglich eignet. Tas beifallsfreudige Publikum hörte nicht eher auf zu applaudieren, als bis sie sich zu einer Zugabe Warnung" von Mozart, verstand. Im zweiten Teil des Konzerts spielte mit gleicher Bravour Herr Professor Adler eine Barcarole von Rubinstein, eine Gavotte v. d'Albert und eine Komposition la source enchantöe des Franzosen Tubois. Mit zwei weiteren Liedern,Traum" von Griez undschwedisches Volkslied" errang Mme. Arnoldson noch­mals so starken Beifall, daß sie sich zur Zugabe eines französischen Liedes entschloß. Ein brillant gespielter Walzer aus der OperOnegin" von Tschaikowsky, bildete den würdigen Schluß der pianiftischen Tätigkeit des Herrn Professor Adler, der sich auch als feinsinniger SEtegleiter sämtlicher Gcsangsvorträge bewährte. Als Glanznummer ihrer Vorträge sang Mme. Arnoldson die Schmuclarie aus GounodsFaust", mit der sie einen großen Teil des Publikumso ent;lammte, daß es sie nicht ohne eine dritte Zugabe,Onkels Geburtstag", ziehen ließ. Pr.

Deutsches Deich.

Berlin, 18. ft-ebr Heute hatte der Kaiser eine Bc- Awechung mit dem Reichskanzler und hörte im Schlosse die Vorträge des Kriegsministcrs, des Chefs des Generalstabs und des Chefs des Militärkabinetts.

eine Gefahr für die Brauereien und den Kleinhandel mit Bier liege. Abg. Oeser (Frs. Vp.) bekämpft gleichfalls den Erlaß. Weiter bemerkt er, wir betrachten den Mittelstand nicht als Mittel zum Zweck, die heutige Staats- und Wirt­schaftsordnung zu stützen, sondern wollen ihn um seiner selbst willen erhalten. Redner verlangt eine Erleichterung für den zollfreien Veredelungsverkehr. Handelsminister Möller erklärt, daß die Bundesregierungen in bezug auf den Veredelungsverkehr in Zukunft liberaler sein werden. Abg. M a l k e w i tz lkons) erklärt, den schärfsten Protest gegen unsere Mittelstandspolitik habe der Abg. Oeser hier er­hoben. Namens seiner Freunde aber müsse er protestieren gegen den Vorwurf, als ob unsere Zollpolitik oen Mittel­stand schädige. Vor allem bitte er den Minister, eine sach­gemäße Regelung der Frage herbeizuführen, welche Betriebe den Handwerkerkammern unterstehen und welche den Han­delskammern. Geheimrat v. See f e ld: lieber d-c Frage, die der Vorredner angeregt habe, werden Kommissionsberat­ungen stattfinden, sobald die parlamentarischen Verhand­lungen es zulassen. Tie Negierung sei dafür, möglichst den Begriff des Handwerks einzuschiränken, um es vor straf­rechtlicher Verfolgung zu schützen. Abg. N o s e n o w (Frs. Vp.) erklärt, das Handelskammergeseß und das Warenhaus- steuergesctz haben nichts geholfen. Er bittet den Minister noch, das in Aussicht genommene Verbot des Fleschenbier- handcls ru verhindern Darauf vertagt sich tws Haus.

Djakowo, das von Albanesen vom Stamme Hasi bedroht wird, nur drei Bataillone stehen. Ter Kampf soll fort­bauern. Weiter wird gemeldet, daß bei der über die Trina führenden Brücke, 10 Kilometer von Tjakowo, ?llba- nefen vom Stamme Podrina und andere Stämme versam­melt seien. Ein Vormarsch gegen Prizrem ist unwahr­scheinlich. Ter Wali Schakir Pascha ist mit verstärkten Tinippen in Tarisobitsch zurückgeblieben, dort sollen zehn Bataillone mit Artillerie und Kavallerie zusmnmenaezogen werden. Tie Lage in Djakowo wird von verschiedenen Seiten als kritisch bezeichnet; gleichzeitig aber wird die Bewegung als lokalisiert angesehen. Wichtig ist, daß sich die Bewegung nicht auf Mitrowitza ausgedehnt hat.

Laut Nachrichten aus Belgrad wurde angeblich ein türkisches Bataillon von dcn Arnautcn auf ge­rieben, SchemsiPascya sei verwundet. Tie Zahl der Arnauten wird auf 30 000 geschäht und nimmt ständig zu. Serbien gab den Mächten die Versicherung vollkommen korrekter Haltung ach.

Bulgarien versetzte einen 30 Kilometer breiten Landstreifen längs der türkischen Grenze in den Be­lagerungszustand, um dem Eindringen der Banden in die Türkei entgegenzutreten.

Arnoldsoll-Konzert.

Gießen, 19. Februar.

Für das gestrige, im großen Saal des Gesellschafts- Vereins stattfindende Extrakonzert hat der Arrangeur es ermöglicht, durch das Engagement der Sängerin Mme. Sigrid Arnoldson unserem Publikum etwas Außer­gewöhnliches zu bieten. Einen so herrlichen, wohlklingen­den, ausgeglichenen Sopran findet man nicht häufig. Daß eine Sängerin, die die schwedische Nachttgall genannt wird, eine große Anziehungskraft auf Gießens Konzertbesucher aus übte, beweist die Tatsache, daß der Klubsaal völlig ausverkauft war.

Zugleich mit Mme. Arnoldson war in Herrn Pro­fessor Georg Adler aus Frankfurt am Main ein vor­züglicher Pianist engagiert, der das Publikum entzückte. Eine alle Schwierigkeiten leicht überwindende Teckmir und eine feinsinnige Auffassung der von ihm vorgekragenen Klavierstücke sind die Vorzüge dieses Künstlers.

TaS Konzert wurde eröffnet mit einer meisterhaft ge- (pielten Toccata und Fuge von Bacp-Tausig, die .Herrn Professor Adler viel Beifall einbrachte. Auf dcn K avicr- vortrag folgte aus dem ersten Akt von Mozarts Ton Inan die Arie Batti batti o bei Masetto, mit der Frau Arnoldson einen schönen Erfolg erzielte. Mit einem Impromptu und

adriatischen Dampfschiffahrtsgesellschaft ist bei heftigem Sirocco in der Nähe von Punta Nera auf den Grund geraten. Die Lage dcS Schiffes ist gefährlich. Dasselbe gilt als verloren. EjaiiM uui Deikehr. Volkswirtschaft.

Mißlungene russische Anleihe. Aus bestinformierten Finan,streuen will dieW.ener Allq. Ztg." erfahren haben, daß bas Gerücht über die Versuche Rußlands, betr. Ausnahme einer öproz. Anleihe in Paris zu 92 Proz. sich bestätige. Die Verhand­lungen seien bereits ziemlich weit vorgeschritten gewesen, die Bankcu- gruove zog sich aber im letzten Augenblick zurück, um durch die neue Anleihe nicht den Kurs der marktgängigen Anleihen herab­zudrücken.