Ausgabe 
19.2.1904 Erstes Blatt
 
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Telephonischer Kursbericht

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Tendenz: schwach.

HefäyrliÄ ifts, den Leu zu wecken.

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Interfdjlagung von t Spielmann fläfy Ack lantz bin tiMta

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Erbacher Kreisblatt teilt L stattfindenden Taufe e Vorbereitungen für den

Zehn Vereine und die Ankunft der Königin rich der Niederlande, de- nd der Königin von

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8% Mexikaner . . 4V87o Chinesen . . Electric. Sol ackert . Nordd Lloyd . .

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Türkenlose ...

4% Griecb. Monopol.-Anl. 41/. 96 äussere ArgerHn°r

aber noch viel gefährlicher ist das jetzige Uebergangswetter nicht kalt, nicht warm das echte Jnfluenzawetter. Da geht der kluge Mann nicht ohne Fay's ächte Sodener Mincralpastillen aus, wenn er sich vor Katarrhen und namentlich vor der Influenza behüten ober vorhandene Er- kältungserscheinungen schnell los sein will. Die Pastillen enthalten die wirksamen Bestandteile der Sodener Heil- queilen und versagen nie. Man kaust sie zu 85 Psg. per Schachtel in allen Apotheken, Drogen- und Mineralwafler- handlungen. 580

Nniverfltäts-AachriÄlen.

Die Universität Chicago richtet ein germanisches Institut ein, in dem besonders das beutlche Kulturleben be­rücksichtigt werden soll. Die Berufung deutscher Prosessoren ist geplant.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Am Sonntag Jnvocavit, den 21. Februar. Gottesdienst.

In der Stadtkirche.

Dormittags 9'Z, Uhr: Pfarrer Schwabe.

Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst.

Pfarrer Euler.

Nachmittags 2 Uhr: Kinderkirche sür die Markusgemeinde.

Parrer Schwabe.

Abends 6 Uhr: Siehe Johanneskircke.

Montag, den 22. Februar, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Matthäusgemeinde.

Nächstkünftigen Sonntag, den 28. Februar, wird im Abend- gottesdienst das heilige Abendmahl für die Matthäus-unb Markus» gemeinde gemeinsam gefeiert. Anmeldungen dazu werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

In der Iohanneskirche.

Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Euler.

Nachmittags 2 Uhr: Kindergottesdienst für die Lukas- gemeinde.

Pfarrer Euler.

Abends 6 Uhr: Repetent Lic. Fuchs.

Sonntag abend 8 Uhr: Versammlung und Bibclbcsprechung im Konsirmandensaale der Iohanneskirche. Text! 2. Kor. 6, 110.

Montag, den 22. Februar, abends 8 Uhr : B i b e l st u n d e Im Konfirmandensaal der Iohanneskirche. Text: Jak. 4, 11 ff.

Pfarrer Euler.

Mittwoch, den 24. Februar, abends 6 Uhr: 2. Passions- a n d a ch t in der Iohanneskirche.

Pfarrer Euler.

Nächsten Sonntag, den 28. Februar: Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas- und die Johaimesgemeinde im Abenb- gottesdienst. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Hansbnrsche

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Katholische Gemeinde.

SamStag, b e n 20. Februar.

Nachmittags um 5 Uhr unb abenbs um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht.

Sonntag, ben 21. Februar.

1. Fastensonntag.

Vormittags von 6'/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.

, um 7 Uhr: Die erste heil. Mesie, vor unb in berf eiben Austeilung ber heil. Kommunion.

, um 8 Uhr: Tie zweite heilige Messe. Militärgottesbienst mit Prebigt.

, um 9 '/, Uhr: Hochamt mit Prebigt.

Nachmittags um 5'/, Uhr: Christenlehre; barauf sakramentalische BrilberschastLanbacht.

Mittwoch Adenb um 6 Uhr ist Fastenanbacht.

Israelitische NeligionSgemeinde.

Gottesdienst tu der Shnagoge, Südanlage.

Samstag, ben 20. Februar 1904.

Vorabenb: 5.30 Uhr. Morgens 9.00 Uhr.

Nachmittags 350 Uhr.

Schrifterkläruug.

Sabbathausganq 6.35 Uhr.

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und leichtere französische gegebenenfalls auch italienische Marc charmant zum Vortrag zu bringen. So sang auch Frau Sigrid den niedlichen, freilich hart die Kupletgrenze streifendenChanson": Chantez, chantez, ma belle aller­liebst, und auch die kokette Schmnckarie armes Gretchen! wusite sie reizend wiederzugeben.

Hätte sie si ch^nur auf dies und ähnliches beschränkt, uns statt der Lieder etwas Italienisches, etwa aus der Rcgi- mentstochter, geboten. So lange ihre Stimme sich nicht zu erheben braucht, kann man vergessen, wie angestrengt sie bei größeren Aufgaben erscheint. Dann wird das Tre- molieren, das auch bei den leichteren Sachen den Genuß erschwert, unleidlich. Der Ton will schlechterdings nicht stehen. Auch fehlt es ihm an Rundung. Ich erinnere mich kaum eines einzigen wirklich schwellenden, leicht und spie­lend aus der Kehle hcrvordringenden Tones, wie man es von einerNachtigall" doch sollte verlangen können. Viel­mehr klingt die Stimme nicht selten hart und blechern. Sie perlt nicht, am wenigsten bei den Koloraturen. Sie hat nichts Erwärmendes, nichts Hinreißendes. Sie mag das ja alles gehabt haben, hat es vielleicht in Verbindung mit elegantem Spiel auf der Bühne noch heute; aber im Konzert­saal versagt sie. Bei den deutsch gesungenen Liedern wird die Aussprache einen Teil der Schuld getragen haben, und es muß ja unumwunden zugegeben werden, daß die deutsche Sprache, zumal im Munde eines ausländischen Sängers, mit Mark Twain zu reden, eine awful langnage ist. Die vielenck)en" in der Mozart'schenWarnung" waren ebenso viele Nadelstich? für ein fein empfindendes Trommelfell. Gewiß aber kann man auch im Deutschen das entzückende Liedchen sehr viel zarter singen, als es gestern gesungen wurde. Höchst glaubwürdige Zeugen haben mir versichert, daß EckhofsMütterlein", dessen Sentimentalität mir gestern unerträglich schien, sein vorgetragen seine Wirkung nicht verfehle. Ueber dieZerline" muß man das Urteil zurück­halten, da die mangelnde Bühne billigerweise in Reckmuug gezogen werden darf. Bleibt noch Grieg und das schwedische Volkslied. Es mag ja subjektiv sein: aber die Chanteuse, von der ich zuletzt imDeutschen Theater" in München schwedische Volkslieder hörte, sang sie mir mehr zu Dank.

Hand aufs Herz, verehrtes Publikum! Spielte nic^t eigentlich Herr Georg Adler besser als Frau Sigrid sang? Es gibt ja fast hätte ich gesagt, leider so viele §ute Klavierspieler, daß schon eine ganz außerordentliche eistung, wie etwa die Fredäric Lamonds, uns aus unserer Reserve reißt. Auch fehlt es Herrn Adler wohl an Tempe­rament und manchmal war eine gewisse Trockenheit im Vortrag unverkennbar. Meist aber erfreute er durch klares, sauberes Spiel, das auch den feineren Schattierungen des Ausdrucks gereckt wurde. Aber nun denke man sich einmal einen Augenblick: Madame Sigrid Arnoldson hieße Minchen Schulze und wäre in Frankfurt ansässig. Das Nasenrümpfen möchte ich sehen, wenn der Konzertverein sie engagiert hätte. Und warum sollte nicht auch Minchen Schulze hübsch sein?

Kr.

Wir haben hier einer Stimme aus dem Publikum bas Wort erteilt, bie mit ber sonst bei musikalischen Veranstaltungen hier gewöhnlich für angemessen erachteten Zurückhaltung in ber öffent­lichen Besprechung in Wiberspruch steht. In ber Voraus­setzung, baff biese Auslassung zu ber staubigen Dulbung einer sachlichen, objektiven, frischen unb absolut zwanglosen Tonart, zur Dulbung einer wahrhaften Kritik bei allen hiesigen musikali­schen Veranstaltungen führen wirb, übergeben wir biese Zuschrift oer Oeffenllichkeit.Die Reb. b e s G i e ft. A n z.

Für sofort suchen wir einen gewandten, zuverlässig., ver- D heirateten

Ausläufer I im Alter von ca. 30 Jahren. K Es wallen sich nur solche H melben, bie schon eine äbn- u liche Stellung gehabt haben E unb sich durch gute Zeug- H nisse ausweisen können. Die g Stellung ist bauernb. [1632 jg Färberei Gebr. Röver, chem. Waschanstalt,

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eine Anfrage an die Negierung gerichtet, ob der von der Regierung bewilligte Zuschuß von 20 000Mk. für die Bahn­bau st recke Butzbach-Lich bereits Verwendung gesunden habe und ob e§ wahr sei, daß der betr. Abgeordnete, der sich um den Bau dieser Linie sehr bemüht hatte, eine Provision von 33000 Mk. bekommen habe. Beruhe dies Gerücht auf Wahrheit, so fragten die Unterzeichner an, was die Regierung zu tun gedenke. Es werde in diesem Falle wahrscheinlich ein Antrag eingebracht werden, die 20000 Mk. Staatszuschuß zurückzuziehen, die sich ja alsdann als überflüssig zeigen würden.

Berlin, 19. Febr. Im Reichstage hat das Zentrum in einer Resolution die Forderung gestellt, neben den P o st - anweis ungskarten auch Postanweisungs- Kuverts einzuführen.

Berlin, 19. Febr. Der Fondsmaler Max H. Meyer hat sich in seiner Wobnung in Grünewald das Leben genommen. Cs steht fest, daß umfangreiche Spekula- tionsverlustc ihn in den Tod getrieben haben. Meyer war Besitzer einer prachtvollen Villa in Grünewald und galt für sehr vermögend.

Spandau, 19. Febr. Vor dem Kriegsgericht hat eine Verhandlung gegen den .Hauptmann Erdler vom Train-DepotS des 3. Armeekorps stattgefunden. Die Anklage lautet auf Erstattung unrichtiger dienstlicher Meld­ungen. Auf Antrag des Verteidigers beschloß der Gerichts­hof, die Oeffentlickkeit auszusckließen. Es waren drei Zeugen geladen. Da die Anwesenheit eines Zeugen für unerläßlich gehalten wurde und dieser wegen Krankheit nicht erscheinen konnte, vertagte der Gerichtshof den Termin.

London, 19. Febr. Aus Soeul meldetMorning Leader", die Japaner dirigieren fortwährend neue Truppen» Verstärkungen nach dem Jaluflusse. Ebenso gehen große Mengen von Vorräten aller Art nach dem Norden. Die Japaner sind im Besitz sämtlicher Telegraphenlinien Koreas.

Paris, 19. Febr. Im dicht gefüllten Saale der Sorbonne sprach Curie über das Radium und berichtete über ein neues Experiment der englischen Gelehrten Ramsai und Soddi, welche nachweisen, daß durch die Emanation des Radiums das Gas Helium entstehe.

B u d a p e st, 18. Febr. Tie Anklagekammer des hiesigen, Gerichtshofes hat heute den Baron Ernst Wallburg wegen Verbrechens der Fälsckung öffentlicher Urkunden unter Anklage gestellt, weil er aus der militärischen Matrikel in Laibach zwei Blätter heraus­gerissen und auf dieselben die angebliche Verehe­lichung seinerMutter, Baronin Wallburg, geborene Laura Skublics, mit dem verstorbenen Erzherzog Ernst eingeschrieben hat.

N e w y o r k, 19. Febr. China erließ eine in scharfem Tone gehaltene Zirkularnote, in welcher es heißt, es werde Gewalt mit Gewalt erwidern, falls die Gräber der chinesischen Dynastie in Mukden ver- letzt werden sollten.

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R.-B. Darmstabt, 19. Febr. (Eigener Draht­bericht.) In der heutigen Kammersitzung würben bie Kapitel ,Provinzialdirektion" unb .Kreisämter" ohne Debatte genehmigt. Bei Kap.©enbarmerie* ent­spann sich eine längere Debatte über beren militärische Organi­sation. Staatsminister Rothe erklärte, die Regierung werde an dem militärischen Charakter unb der ganzen Organisation be8 GendarmeriekorpS festhalten. Das Kapitel wird geneh­migt mit einem Antrag Ulrich, daß die Stellen der Distrikts- fommanbeure nur auf ben Inhaber bewilligt werden. Eine Reihe weiterer Kapitel, darunterLanbeSuniversität" unbTechnische Hochschule", werden ohne Debatte ge­nehmigt. Bei KapitelGymnasium" machte Ab­geordnete Dr. David längere Ausführungen über sein Projekt einer Einheitsschule. Ebenso beiLehr er - feminaricn". Er erfuhr scharfe Ablehnung. 9(m Schluß ber Sitzung wurde vorn Abg. Reinhardt und 16 Genossen

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Aus unserer Kirchenkasie sind an Kirchen- und Pfarr­besoldungskapitalien gegen 80 000 Mk., auch in Einzel- beträgen, auszulcihen, gegen Hypotheken zu 60% des Schätzungswerts der zu verpfändenden Häuser und Güter. Man wolle sich baligst an den Unterzeichneten wenden.

Gießen, den 19. Februar 1904. 1697

Der Evangelische Gesamt-Kirchenvorstand.

Dr. Naumann.

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Eingesandt.

(Für Form unb Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Gießen, 19. FeVri.

Der Ster«.

<58 ist immer eine eigene Sacke, wenn©ferne" auf Reisen gehen und dabei kleine Städte berühren. Meist haben sie dazu ihre guten Gründe, trotzdem sie in Hof­theatern noch ungezählte Hervorrufe zu verzeichnen hatten. Ich erinnere mich, vor etwa 10 Jahren hier einenStern" gehört zu haben. Der Name ist mir entfallen, tut auch nichts zur Sache, aber er sie war fürchterlich.

Fürchterlich war Frau Sigrid Arnoldson gar nickt. Im Gegenteil, hübsch und voller Liebreiz, eine rechte Augenweide. Wie mag sie erst als Marguertte oder terlinchen oder auch als Carmen auf der Bühne aussehen! eute aber fragen wir nur: wie sang sie? Und darauf ist die Antwort leicht: Frau Sigrid sang genau so, wie Sterne" zu singen pflegen, die auf Reisen gehen, dabei kleine Städte berühren und dazu ihre Gründe haben. SolcheSterne" pflegen vorzüglich französisch zu sprechen

Kleinkinder-Aewahranstalt.

Von nächster Woche an wollen wir die Beiträge für unsere Anstalt in 1904 erheben lasten. Die Erhebung ge­schieht durch unsere frühere Anstaltsdienerin Käthchen Hof­mann, jetzt Fran Enders, die außer der neuen Geberliste auch die vorjährige mit sich trägt. Niemand sonst ist zur Erhebung der Beiträge berechtigt.

Wir bitten zunächst um bie Beiträge für das 1. Viertel­jahr 1904; mit denselben kann nach Belieben der freundlichen Geber zugleich der Gesamt-Jahresbeitrag gespendet werden.

Indem wir dies den Wohltätern und Freunden unserer Anstalt mitteilen, bitten wir freundlichst, uns auch in diesem Jahre gütige Unterstützung 'gewähren zu wollen. Wir haben für etwa 250 Kinder in unserer Anstalt zu sorgen.

Gießen, den 19. Februar 1904. 1696

Der Vorstand der Kleinkinder-Bewahranstalt.

Dr. Naumann.

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