Ausgabe 
18.10.1904 Zweites Blatt
 
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Qanbrot Berthold- Blumenthal sprach sodann über Ent­wickelung, Stand und Einfluß der

Reformmaßregeln.

Was die tfritKitc Bautätigkeit seit einem Menschenalter leistete, wird bntrtu tage vielfach untersMtzt. Sie bat annähernd folgen Wunen der Bevölkerun^vermebrung und Bcvölkerungsverschieb- ung. (Zustimmung und Widerspruch.) Was von Seiten der Ar- txütgeder geschah, must Vielfalt» anerkannt werden. In vielen Teilen unseres Vaterlandes hat der deutsche Arbeitgeberstand den Erwartungen entsprochen. T*te Lande sversickerungs- anstalten haben die Frage der Wohnungsfürsorge in die Hand genommen und sind jetzt vielfach die Träger dieser Fürsorge. Was die Reformmastregeln betrifft, so wird wohl die These nicht beftritten, das; eine W o h n u ngöaufsicht eingerichtet wird, die man in die Hände der Gemeinde n legt. Tas Erbbaurecht Inrt eine grvste Bedeutung: man könnte leichter ein gewisses^ Ge­lände heranziehen. Nur mit dem Erbbaurecht können die Gemeinden Wolmpolftir großen Stils treiben. Tein Erbbaurecht nmrdc ein Knüppel in die Räder geschoben durch eine Entscheidung deH Reichsversickcrun<rsamts, welche solche Beleihungen nickt für mündelfickier erklärt: dieser Standpunkt ist aber nickt aufrecht zu erhalten. Das bfa Förderung des K l e i n w o h n u n g S - baue» anlangt, so ist für diese entscheidend die Frage der Geldbeschaffung. Bei den Kleinwohnungen, die vom Staat als Arbeitgeber und von den Landesversickn'rungsanstalten über die Grenze der Mündelsicherheit hinaus belieben worden sind, hat sich klar herausgestellt, daß diese Hvpotheken im großen und ganten reckt gut sind. Tas beste wäre, wenn der Staat durch eine der ZentralgenofsenschaftSkasse entsprechende Einrichtung den Hvpo- thekarkredit für Kleinwohnungen mit einem bestimmten. mäßigen Kapital unterstützt und reguliert. Namentlich von den Gemeinden muß die WohnungSfürsorge in die Hand genommen werden. CI)ne Zwang kommen wir nickt aus: er must aber unter die weitgehendste Rechtskontrolle gestellt werden.

In der Diskussion liest sick auch ein

Hausbesitzer

hören, und zwar Baumeister H a r t w i g - Dresden, vom Verband der deutschen Hausbesitzervereine. Tcr Redner spricht von dem traurigen Los der Hausbesitzer, die durch die Ungunst der Zeiten vernichtet, von den Mietern verlassen und au feer stände, die Hvpothekenzinsen zu zahlen, mit Frau und Kind erschlagen am Boden liegen. (Heiterkeit.) Er lädt die Versammlung ein, das dem Kongreß gewidmeteManifest des Zentralverbandes der städtischen Hans- und Grundbesitzervereine" zu lesen. Es wird darinMiderspruck und Broten dagegen erhoben, daß man bei Bildung des Organisationsausschusses zwar nicht weniger als 214 Personen zu demselben herangezogen hat, dagegen aber nie­manden, der als Vertreter der organisierten städtischen Hans- besitzer Teuticklands und als solcher anzusehen wäre". Baumeister Hartwig ruft:£, wie ist mein Himmel gefallen!" Ter Himmel war ihm das Reich, vor dem er bis jetzt in tiefster Verehrung gestanden, der Himmel fiel, weil in einer Stadt, wo 3500 Wohn­ungen leer standrn, mit staatlicher Hilfe etliche hundert Arbeiter­wohnungen errichtet wurden. Helfen Sie uns im Kampfe gegen das verschuldete Wohnungselendbei mangelnder sittlicher Quali­fikation einzelner Mieter" als da sind:Spiel, Trunk, Lust nach Frauenzimmern, Verwendung von Geldern für Streik­kassen!" Hoffentlich können wir Sie beim nächsten Kongrey als Bundesgenossen begrüßen. Hallelujah? (Beifall und Heiterkeit.^

Pfarrer Tr. N a u rn a n n - Berlin befürwortete eine Crgani Nation der Mieter zur Bekämpfung des freien Mietvertrags. Eine .Abstimmung wurde nickt vorgenommen. Privatdozent Tr. Sinz- h eg er-München befürwortet ein Reichs Wohnungsamt unter Leitung des Reiches, auf der Grundlage des allgemeinen Wahlrechts aufgebaut

Gegen V, Uhr abends wurde die Verhandlung auf Tienstag vormittag Uhr vertagt.

Zweite Generalversammlung der Gesellschaft für soziale Reform.

(Nachdruck verboten.)

S. u. H. Mainz, 15. Oft.

In der heutigen Sitzung, die fich mit der Frage der Konsumvereine beschäftigt, führte der Referent Tr. 9t bi eit - München aus, daß die Konsumvereinsbewegung die natürliche Folge der großindustriellen Entwickelung sei. Während in Groß­britannien die organisierten ^Konsumenten mit ihrer umfangreichen Selbstproduktion die Cberftufe der wirtschaftlichen Temokratie bereits erfolgreich und zukunstsvvll beschritten hatten, gelte die konsumgenossenschaftliche Arbeit in Deutschland zurzeit noch fast ganz dem Ausbau der Unterftufe: der konsumgenossenickmitlicken Warenvermittelung. Tie Wirkungen der konsumgenossenschastlichen Veranstaltungen erführen zunächst die organisierten Konsumenten selbst in Gestalt bedeutsamer Förderung ihrer materiellen, geistigen und ethfichen Interessen. Eine besondere, weitergehende Be­deutung nehme diese Förderung für die Arbeiterschaft an. Tie konsumgenossenfÄaftliche Tätigkeit sichere vielfach den tatsächlichen materiellen Erfolg gewerkickaftlick-'r Arbeit. Wenn die Konsum­vereine außer von den natürlichen Gegnern, den sich bedroht fühlen­den Gewerbetreibenden, auch von Regierungen, Behörden und Politikern bekämpft würden, so seien dafür nicht etwa sachliche, sondern in erster Linie allerlei Zweckmaßigkeitserwägungen partei­politischer Art ausschlaggebend. Tiefe Ärt der Konsumvereins- bekämpfung^'ei vorgeschritten bis zu systematischen Vorstößen gegen das allen Staatsbürgern gesetzlich gewährleistete Recht wirtschaft­licher Bewegungsfreiheit, insbesondere gegen das gleiche Recht aller, in wirtschaftlicher Vereinigung ihre Fähigkeiten und Kräfte zu betätigen und '.u entwickeln. Neutralität hätten die Regier­ungen und Behörden zu bekunden positiv: durch vorurteilsloses Studium des Konsumvereinswesens, negativ: durch Unterlassung der Mitgliederabtreibung mittels offenen oder versteckten Truckes auf Beamte und Angestellte. Ter Redner fordert weiter, da die Vorteile des konsumgenossenschaftlichen Prinzips für die organi- lierten Konsumenten in Ersparungen bei Verausgabung bereits besteuerter Einkommen bestehen, die Betriebserübrigungen der Konsumvereine sowie die Ersparungen bei den Mitgliedern nicht zu besteuern. Ter Referent geißelte weiter scharf die Art und Weite, wie die Konsumvereine bekämpft werden. TieKolonial­waren-Zeitung" schrieb kürzlich, man sehe, daß die Regierung wreder nicht konseauent vorgehe, sonst hätte sie längst den Zu­sammenhang erkennen müssen, der zwischen der Arbeiter-Konsum- Oerexnigung und dem Anarchismus bestehe. (Große Heiterheit.) Noch weiter gehe der Hallenser Gymnasialprofessor Suchsland, welcher geschrieben habe, durck die gesamte Antikonsumvereins- beipcgung müsse ein patriotischer Zug gehen, Ter Bestand der ^ynaitre werde durch die Ausbreitung der Konsumvereine ge­fährdet stürmische Heiterkeit, und der Erlaß Buddes sei gerecht­fertigt im Interesse öer Betriebssicherheit der Eisenbahnen. lEr- neute Heiterkeit. -

Während des Referates ist der Vorsitzende des Verbandes bet H.-T.-Gewerkvereine, Landtagsabgeordneter Tr Max Hirsch- Berlin, und der antifemitiscke Reichstagsabgeordnete Raab- Hamburg erschienen, der sick sogleich zum Worte meldete und als erster Tiskusfionsredner meinte, die Hauptfrage sei, ob die Konsumvereine bessere und billigere Waren liefern könnten als der freie Zwischenhandel. Er wolle die Konsumvereine nickt da­durch bekämpfen, wie es heute von den Behörden geschehe, sondern er verlange eine angemessene Umsatzsteuer. Pfarrer L. Weber- M.-Gladbach will auch nicht alles unterschreiben, was der Referent gesagt hat Tie Frage der Konsumvereine sei noch keineswegs ganz gelöst. Ein ungeheurer Vorteil der Konsumvereine, der gar nickt hock, genug angeschlagen werden könne, sei der, daß sie die Arbeiterschaft, die beim Krämer immer auf Borg gekauft habe, an das Prinzip der Barzahlung gewöhne.

In den Ausichuß der Gesellschaft für soziale Reform w?rd"n folgende Herren gewählt: Professor Brentano- Münck>-n, Abr Brust Alteuessen, Professor Francke-Berlin, Ar-

ir -bert- M.-Gladbach, Vorsitzend r des Laber 1

~ r Pach-nicke-Berlin, Profeisor Sombart- Bresfau/Piarr. r V\c. Web r M.-Gladenbach und Professor Wir- mfaghau^Köln Mit einer Schlußalp prache des Vorsitzenden, Land-

tagsabgemckneten Frenay-BenSheim erreicht die Versammlung um ein Uhr mittags ihr Ende.

Am Nachmittag unternahm der Kongreß eine Reise nach Höchst a. Main, um die dortigen Arbeiterwohnungen zu besichtigen. Mcuds li>ar ein Festessen im KasinoHof zum Gluten berg".

Aus Stadt uni) Land.

Gießen, 18. Oktober 1904.

** Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten-Versatntnlnng 'Donners­tag, den 2 0. Oktober 19 04, nachmittags 4 11 ()r. 1. Mitteilungen. 2 Baugesuch des Heinrich Wiun für die Große Mühlgasse, hier: Dispens. 3. Baugesuch des L. Beil für den Schiffenbergerweg, hier: DispenL. 4. Baugesuch des L. Kitz für die Marburgerstraße, hier: Dispens. 5. Bau­gesuch des Karl Nikolaus für die Noonstraße, hier: Dispens. 6. Gesuch deS Georg Wallenfels dahier um Erlaubnis zur Anbringung eines Firmenschildes am Hause Marktplatz 21. 7. Gesuch der Firma Stein & Meyer um Erlaubnis zum Anbringen einer GaSlaterne am Hause Walltorstraße 24. 8. Ausbau der Verbindungsstraße zwischen Frankfurterstraße und dem Bahnübergang. 9. Einspruch gegen den Ilucht- linienplan für die Große Mühlgasse. 10. Ausbau der Stephan- straße zwischen Bismarck- und Bleichstraße. 11. Ausbau der Keplerstraße. 12. Befestigung der Bürgersteige in der Ris- marckstraße. 13. Umpflasterung der Mäusburg. 14. Kanalisation, hier: Vergebung von Pflasterarbeiten. 15. Sielbau, hier: Beschaffung von Steinzeug für die Hausanschlüffe. 16. Er­bauung eines Geräteschuppens fürs Tiefbauamt, hier: Ver­gebung der Lungsteinlieferung. 17. Beschaffung von Farbe zum Anstrich von Brückenkonstruktionen. 18. Genehmigung von Rechnungen. 19. Kauf mit Georg Konrad Simon Witwe. 20. Ankauf von Gelände zur Verbreiterung der Großen Mühlgasse. 21. Ueberlassung der städtischen Wiesen hinter den Eichen an den Eisverein. 22. Erlaß einer Desinfektions­ordnung für den Kreis Gießen. 23. Teilung einer Klaffe der Fortbildungsschule. 24. Entwurf eines Ortsstatuts für das Kaufmannsgericht Gießen. 25. Abänderung des O.tSstatuts über das Gewerbegericht Gießen. 26. Gesuch deS Gustav Ballmann dahier um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Lindenplatz 1. 27. Gesuch des Friedrich Euler dahier um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Wolken- gaffe 1. 28. Rechnung der Löber-Stiftung für 1903/04. 29. Voranschlag der Löber-Stiftung für 1904/05.

Der Kaufmännische Verein hat gestern abend seine Vortragsabende in diesem Winter mit einem Lichtbilder­vortrag über den Panam aka nal eröffnet. Dr. Weyener- Berlin, der an Ort und Stelle genaue Studien über dieses Thema gemacht hat, hatte bei seinem Vortrag im Neuen Saalbau viel Zuhörer, Damen und Herren, die nut großem Interesse feinen Ausführungen bis zum Schluß folgten. Der Vortrag gab im ersten Teil einen historischen Ueberblick. Die ersten Pläne, einen Kanal an jener Landenge zu schaffen, der den atlantischen und stillen Ozean mit einander verbinden sollte, ent­standen schon im Anfang des 16. Jahrhunderts. Aber die Erfah­rungen, die man besonders im vergangenen Jahrhundert ge­macht hat, lehrten, daß Privatunternehmungen diesem Riesen­werke, das bis heute schon über eine Milliarde verschlungen hat, nicht gewachsen sind. Nur eine Regierung, die über die größten Hilfsmittel verfügt, ist imstande, daS gewaltige Unter­nehmen erfolgreich durchzuführen. Die Regierung der Ver­einigten Staaten machte sich an die große Aufgabe heran, und nachdem die Neue Panamakanal-Gesellschaft im Hinblick auf das näher gerückte Nicaragua-Projekt ihre übertriebenen Forderungen von anfänglich 105 Millionen Dollars für die Abgabe all ihrer Rechte und Vorarbeiten auf 40 Millionen Dollar ermäßigt hatte, wurde von den Vereinigten Staaten der sogenannte Spooner-Akt genehmigt, wonach vom Staate Columbien die Aufsicht über einen mindestens 6 Meilen breiten Streifen Landes zu Kanalzwecken erworben werden sollte. Aber Columbien machte, trotzdem am 22. Januar 1903 der Abschluß eines Vertrages zustande gekommen war, Schwierig- teiten, da eS eine Beeinträchtigung der nationalen Ehre und der columbianischen Souveränität besorgte. Ta wurden die Vereinigten Staaten aus einer fatalen Situation befreit, als die Republick Panama ihre Unabhängigkeit von Columbien durchsetzte, wodurch die Gelegenheit gegeben war, mit diesem Staate in der Kanalfrage zri einem Abschluß zu kommen. Die vertragsmäßige Einwilligung der neuen selbständigen Re­publick mit dem Bau des Kanals und die Abgabe des zuge­hörigen Landstreifens berechtigen zu der Hoffnung, daß da? große Werk nun in einigen Jahren beendet wird. Dr. Wegener führte im 2. Teil seines Vortrages eine Reihe von Lichtbildern vor, an denen er die Lage des Panama-Kanals erläuterte und womit er einen Blick gab auf das, was die früheren Gesellschaften schon geleistet haben. Einige Bilder zeigten die bereits sehr tiefen Ausschachtungen und an der Route des Kanals die verlassenen Magazine und Wohnhäuser der Ar­beiter und Beamten der früheren Gesellschaft; einige fertigen Stellen des Kanals, die der Vortragende mit einem Kahn befahren hat, weisen eine landschaftlich prächtige Szenerie auf, ähnlich der eines neu entdeckten Urwaldflusses. Interessant waren auch die Bilder der Panama-Eisenbahnlinie, die die gleiche Lage wie der projektierte Kanal hat. Der Panama­kanal wird in erster Linie natürlich den Amerikanern Vorteil bringen, während der deutsche Handel weniger Ursache haben wird, sich seiner raschen Vollendung sehr zu freuen. Bei der Riesenenergie der Amerikaner könnte etwa schon im Jahre 1913 der Kanal für die vollständige Durchfahrt schiffbar sein. Doch wenn auch die baldige Wiederaufnahme der Ar­beiten wahrscheinlich ist, so kann man mit absoluter Sicherheit über das Gelingen des großen Projektes einstweilen noch nichts Voraussagen.

-o- Lollar, 17. Okt. Am Sonntag abend, als der Zug LollarGrünberg um 7 Uhr sich der Hauptstraße näherte und durch die Glocke sich anzeigte, kamen in Windes­eile zwei Radfahrer angesaust, um noch über die Schienen zu kommen. Es gelang ihnen auch, doch der Letzte fuhr mit heftiger Gewalt auf einen auf der anderen Seite stehenden Mann, in dessen Nähe sich eine Frau mit Kind und eine Dame befanden. Hätte der Ueberfahrene nicht einen Herrn am Arm gehabt, so hätte Schlimmes passieren können. Der !)iadler stürzte, fich verletzend, der Ueberfahrene aber, dem der Radler auf den Leib fuhr und der bis jetzt noch nicht zu klagen hat, kam glücklich zu Fall. Der Radfahrer fuhr übrigens ohne Licht. Sehr beklaaenÄvert aber ist,

daß bei der Bahnüberführung auf der Hauptstraße keine Schließungsstangen angelegt worden sind und keine Laterne ausgestellt ist. Letztere hätte wohl die Ge­meinde aufzustellen.

sd. Darmstadt, 18. Okt. (Eigener Drahtbericht.) Der 60jährige Dekan Sturmfels aus Seligenstadt, wel­cher gestern der Jahresversammlung der hessischen Missions­konferenz beiwohnte, ist am Abend, alß er um 9 Uhr nach Hause fahren wollte, an der Bahnsperre von einem Herz­schlag getroffen, tot zusammengestürzt. Er war ein um die Mission sehr verdienter Geistlicher.

VermUchte».

* Berlin, 17. Okt. Der Tätrrschaft des an der Plätterin Wascher begangenen Lustmordes dringend verdächtig ist der 1876 geborene Zuhälter Alexander Baruth festgenommen worden. Baruth ist ein Trunken­bold, der sich von Frauenzimmern ernähren ließ. Er ist unter den Prostituierten gefürchtet, weil er sie oft roh miß­handelte und durch seine Geivalttätigkeit zu allem zwang, was ihm gerade gefällt, besonders, wenn er Wutanfälle bekommt. Baruth befand sich seit einiger Zeit in der Irrenanstalt zu Lichtenrade. In der Nacht zum Sonntag brach er dort auS, kam mit der Anstaltskteidung nach Berlin, die er im Trödelladen seiner Mutter mit anderer vertauschte. Er behauptet, daß er die Nacht über mit einem Wärter der Irrenanstalt auf dem Tanzboden gewesen sei.

* Kleine Tageschrvnik. Arn Samstag abend wurde ein Attentat auf den L a n b r a t des Kreises Kehdingen (Hannover), Tr. Sckmidt-Schar f f, von einer unbekannten Dame verübt, die ihn vor seiner Wohnung in "Freiburg an der Elbe erwartete und zwei N e v o l v e r.sch ü s s e auf ihn abgab. Tie Tarne verübte Selbstmord. Die Verletzungen sind nicht lebensgefährlich. Am Montag stießen in den Gütergleisen bei der Blockstation Hausbergen (Elsaß) die Güterzüg e 6044 und 6405 zusammen. Tot ist der Güterabfertjgungs- arbeiter Lutz. Verletzt wurden drei Zugbeamte, barunter einer schwer. Tie Ursache war bas Ueberfalyren bes geschlossenen Signals bei Nebel. Tie gestern aus Wien gemeldete Bluttat in dem Schottenwalbe, welcher der Taschnermeister Teifel zum Opfer fiel, dürfte auf die Unvorsichtigkeit eines Ausflüglers zu­rückzuführen sein, der leichtsinnig mit einem Revolver hantierte. Tirektor Manzoni von der Mailänder Gesellschaft Benedettt, die sick mit der Fabrikation kugelsicherer Brustpanzer befaßte,ist mit Hinterlassung zahlreicher Schulden geflüchtet. Er wird steckbrieflich verfolgt. Von den zahlreichen, aus dem Auslande eingelaufenen Bestellungen mit Vorausbezahlung wurde Feine einzige ausgeführt. Tie Eheleute Klein, die verdächtig find, in Wien den Armenrat Sikora ermordet zu haben, wurden in Paris verhaftet. Auf den Bericht, den der vom amerikanischen Handelsamte eingesetzte besondere Ausschuß über das Unglück auf dem Vergnügungsdampfer General Slocum" erstattete, verfügte Präsident Roosevelt, baß Oberinspektor Rodie und die Tampferinspektoren Dumont und Barett ihres Dienstes wegen Pflichtvemachläffigung ent­hoben werden und daß das Schiffsinspektionswesen neu geregelt werden soll. Im Judenv iertel im östlichen Teile von Brovklin geriet eine Mietskaserne in der Moorstraße in Brand, wobei sechs Personen erstickten und 15 Verletzungen er­litten. Zwischen Go ch und Weeze (Rheinl.) stürzte ein Reisender aus dem Schnellzug Köln-Cleve, nach­dem er die Kupeetür geöffnet hatte. Ter Kops wurde ihm vom Rumpfe getrennt. In München wurde Rechts­anwalt Schiffner auf Regufiition der Staatsanwaltschaft wegen Unterschlagungen von Depots in Höhe von 12000 Mark verhaftet.

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Hamburg, 17. Okt. Für morgen kündigten auch die Engrvs- und Kopfschlachter den AuSstand an, falls die Forderungen der Jnnungstzesellen inzwischen nickt zugestanden würden.

Hibern ia. Tas Kamm erger i ch t stellte in der Hibemia» fache in der Beschwerdeinstanz den Beschluß des Hemer Amtsgerichts wieder her. Tas Kammergericht setzte also damit auf die Tagesordnung der Generalversammlung am 22. Oktober auch den Antrag auf Wiederaufhebung der Kapitals- erhöhungsbeschlusfe, sowie die Wahlen zum Aufsichtsrat. Tas Amtsgericht in Herne hat die Turchsührung der am 27. August be­schlossenen Erhöhung deS Grundkapitals der Bergwerks-Gesell­schaftH i b c r n i a" um 61/? Millionen Mark ins Handels­register eingetragen.

Vom Geldmarkt. Tie Geldknappheit läßt nickt nach. T-as zeigte fich auch an der gestrigen Börse wieder. Es stand Nachfrage nach Geld nur geringes Angebot zu abermals erhöhtem Satze gegenüber. Ter Privatdiskont notierte in Frankfurt _a. JUi. 4 ein Achtel Prozent. Es ist leicht begreiflich, daß unterjolmcn Umständen die Börse äu.ßerste Zurückhaltung bewahrt und deutsche Staatsanleihen zu den an geboten en Artikeln gehören.

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