Ausgabe 
18.7.1904 Viertes Blatt
 
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Nr. 166

Zweites Blatt

Erscheint tSgllch mit Ausnahme des TonntagS.

DieGiehcner Samilienblatter" werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der ^hefflfche Landwirt" erscheint monatlich einmal.

154. Jahrgang

Gietzener Anzeiger

Montag 18. Juli 1904

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sche« Unwersitätsdruckerei. R. Lange, Gieß«,

Redaktion, Expedition u. Druckerei: bchulftr.K,

Tel, Nr. 5L Telegr^Adr. x Anzeiger Gießen,

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen.

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Kekanntmachung.

Betr.: Feldberemigunq in der Gemarkung Gießen, rechts der Lahn.

In der Zeit von Donnerstag den 21. ds. MtS. bis Mittwoch den 27. d. Mts. einschließlich liegen auf der Großh. Bürgermeisterei Heuchelheim zur Einsicht dec Beteiligten offen:

1. die Entscheidungen des Schiedsgerichts vom 28. v. M. über die Einwendungen gegen die Arbeiten des zweiten Abschnittes in dem zur Feldbereinigung Gießen, rechts der Lahn zugezogenen Teil der Ge­markung Heuchelheim,

2. diejenigen Bonitierungskarten, in denen nach schieds- gerichtlicher Entscheidung eine Aenderung der Boni­tierung eingetreten ist.

Diese Offenlegung erseht zugleich die besondere Zustellung der Entscheidungen des Schiedsgerichts an diejenigen von den Entscheidungen betroffenen Beteiligten, die gegen die Arbeiten des zioeiten Abschnitts nicht reklamiert haben.

Friedberg, den 15. Juli 1904.

Ter Großherzogliche Feldbereinigungskommissär: Spanier, Kreisamtmann.

Bekanntmachung.

Betr.: Rotlaus zu Mendorf a. d. Lda.

Die Rotlaufseuche im Gehöfte des Wilhelm Fischer zu Allendo rf a. Lda. ist erloschen. Die Sperrmaßregcln sind aufgehoben.

Gießen, den 15. Juli 1904.

Großherzoglicheo nrcisamt Gießen.

I. V.: Hechler.

Drtunmtmachung.

Betr.: Rauschbrand zu Watzenborn.

Die über das Gehöft des Wilhelm Junker zu Watzen­born verhängte Sperre wird hiermit aufgehoben.

Gießen, den 15. Juli 1904.

Großherzogliches Kreis amt Gießen.

___________________I. V.: Hechler.____________________

Bekanntmachung.

Wegen Vornahme von Rohrverlegungsarbeiten wird der Schissenbergerweg zwischen Licher- und Bergstraße von Dienstag, den 19. bis einschließlich Samstag, den 23. d. Mts. für den Fuhrwerksverkehr gesperrt.

Gießen, den 15. Julr 1904.

Großyerzoglicyes Polizeiamt Gießen.

I. B.: Roth.

Bekanntmachung.

Wegen Vornahme von Kanalijatiousarbeiten wird die Ludwigstraße zwischen Bleichstraße und Riegel- psad vom 18. d. MtS. an bis auf weiteres für den Fuhr­werks- und Fahrradvertehr gesperrt.

Gießen, den 16. Juli 1904.

Großherzoglicucs Polizeiamt Gießen.

I. V.: Roth.

Politische Wochenschau.

Unfete Beziehungen zu England sind gegenwärtig die denkbar besten. Nachdem König Eduard die Kieler sportlichen Veranstaltungen gelegentlich seines: Zusammen­treffens mit Kaiser Wilhelm besucht hatte, hat das erste attive Geschwader der deutschen Flotte unter Admiral von ste r dem englischen Kriegshasen Plymouth einen Besuch abgestattet. Ueber seinen Zweck ift man sich in der Oessentlichkeit allerdings nicht recht klar geworden, es ist zwar allerlei hin und her geraten worden, die wahre Ursache und Absicht hat sich aber nicht ermitteln lassen, zumal da sich auch die osfiziöse Presse im Gegensatz zu ihrer sonstigen Gepflogenheit ausschwieg. Dre Aufnahme, die die deutschen Offiziere und M-urnschasten Bei ihren eng­lischen Kameraden fanden, ließ in keiner Weise etwas zu wünschen übrig, nur daß sich verschiedene Londoner Sensationsblätter die schöne Gelegenheit nicht entgehen lassen konnten, einige kleine Hetzartikel gegen das Deutsche Reich i m allgemeinen und die deutsche Flotte rm beson­

deren zu bringen. M ,

Von England begab sich das deutsche Geschwader nach Holland. Bemerkenswert ist, was em meistenteils Fabrikantenkreisen gelesenes einflußreiches holländisches Blatt dazu schreibt. Es sagt, daß der ursprüngliche, wenn auch wohlgemeinte Plan, ein sust ebwso großes deutsches Geschivadcr, >oie es die ganze holländische Flotte ist, auf vier Häsen Hollands zu vertcllen, bei vielen im Lande tum: Billigung fand. Der abgeänderte PlMi zeigte daß dciu Flottenbesuch nichts ferner liege, als em demonstrativer Charakter. Der Besuch diene zur Befestigung der fteund- schasUichen Gefühle und sei ein neuer Kewern für die Sympathie, die der deutsche Kaiser so oft schon für das holländisch Fürstenhaus an den Dag ßclegt

Der Kaisei, der dieser Tage auf s-E Nordlands­reise der Gegenstand begeisterter Huldigungen m dem von ihm seinerzeit hochherzig unterstützten uortveAStadt chen Aalefund war itnb zurzett vonMolde aus Ausflüge unternimmt, hat kurz vor feiner Abreis nicrcn Wunschtelegramm an se in in M)bvrg garrnsomeren bfö russisches In santerieregiment gerichtet, oas Überall bedeutendes Aufsehen hervorries und zu Kbhas, Kommentaren Veranlayung gegeben hat. Wenn diSuche vliiiiu iu dreden versucht wurde, als ob der staqer nur di. er Kundgebung für Rußland gegen Japan: hatte Parün ergreifen wollen, so t|i denigegenubei zu bemer^iy daß , iid) bi i »i hin i iigramm leoigtich um eine Aittwort -uw Kaisers au ..ne lvietouug handelt^ d.e der^Oberst tx» Megunen,» vorichriftsmayrg seinem Ches vor b-m u.-

fohlenen Abmarsch zum Kriegsschauplatz zu machen hatte. Von einem offenen Bruch der deutschen Neutralität zu reden, ist daher Torheit, eine andere Frage aber ist es, ob nicht vielleicht ein etwas weniger warmer Ton in der kaiserlichen Depesche angebracht gewesen wäre.

Als weiterer Beweis für die erwähnten ausgezeichneten Beziehungen zu den englischen Vettern ist das vor einigen Taaen zum Abschluß gelommene deutsch-englische Schiedsabkommen anzusehen. Dies Abkommen gleicht den zwischen England und einigen anderen Staaten be­reits abgeschlossenen Bündnissen, hat aber praktisch nicht viel zu bedeuten, da es, wie das englisch-französische Ab- (ontmen voraussetzt, daß die Streitfragen, die man künftig dem Haager Gericht unterbreiten will, weder vitale Inter­essen noch die Unabhängigkeit oder die Ehre der beiden kontrahierenden Staaten berühren, noch die Interessen Dritter in Frage stellen.

Graf Bülow, fraglos der eleganteste Reichskanzler, den wir bis jetzt gehabt haben, genießt in Norderney die Freuden des Seebades. Damit es ihm dabei nicht an Zer­streuung fehle, bat ihm der russische Ministerpräsident v. Witte einen Besuch abgestattet, um mit iym über den immer noch in der Schwebe befindlichen deutsch-rus­sischen Handelsvertrag zu konferieren. Die eigent­liche Absicht des russischen Staatsmannes aber wird wahr­scheinlich die sein, dre Berliner Finanzkreise über die Mög­lichkeit einer Anleihe zu sondieren, denn auch das Zaren­reich muß gegenwärtig die Wahrheit des alten Spruches erfahren, daß zum Kriegführen Geld, Geld und abermals Geld gehört, und was diesen zarten Punkt anbelangt, so hapert es in Rußland gerade am allermeisten.

Aus Südwestafrika sind in der letzten Woche Nach­richten von Bedeutung nicht eingegangen. Generalleutnant v. Trotha will den Hauptschlag gegen die Hereros offen­bar erst dann führen, bis alle von ihm verlangten Ver­stärkungen eingetroffen sind. Der Gouverneur von Süd­westafrika, Oberst Leutwein, hat kürzlich dem Haupt­mann a D. v. Perbandt geschrieben, daß die Herero kein Pardon wollen mrd daß dieser Krieg noch zwei Jahre d auern wird. Daß man in Deutschland von den südwestafrikanischen Vorgängen nichts weniger als erbaut ist, war schon seit langem bekannt, neu ist dagegen, daß auch der Kaiser in unzweideutigster Weise sein Mißfallen über die Zustände in der Kolonie aus­gesprochen hat. Leider ist von dieser kaiserlichen Ver­stimmung auch die Abordnung der südwestafrikanischen Far mer, die sich augenblicklich in Berlin aufhält, be­troffen worden, da der Kaiser seine Nordlandreise ange­treten hat, ohne sie zu empfangen, trotzdem ihr dies vom Reichskanzler in sichere Aussicht gestellt worden war

Eine bittere Enttäuschung müssen gegenwärtig die euro­päischen Großmächte an chrem Stiefmwe, dem ewig un­ruhigen Mazedonien, erleben, denn trotz aller Reform­versuche will in diesem unglücklichen Lande keine Ruhe ein treten. Immer wieder tauchen Banden der berüchtigten ^Komitatschis" aus, die Brandstiftungen und Mord­taten begehen, den türkischen Truppen Gefechte liefern ober Dynamit attentate in Szene setzen. Von letz­teren sind ja einige zum Glück rechtzeitig entdeckt worden, eines auf der Konstantinopel und Saloniki verbindenden Bahn hat dagegen zur Sprengung einer Brücke und infolge davon zu einer Zugentgleisung geführt. Das bulgarische Regierungsorgan bespricht den tiefgehenden Eindruck, den die Anschläge in Regierungs-, Bcvölterungs- und mazedoni­schen Kreisen hervorgepusen haben. Das Watt drückt die Befürchtung aus, daß die Türkei daraus Anlaß nehmen werde, gegen die mazedonischen Bulgaren die schärfsten Maßregeln zu ergreifen. Bulgarien könne nie zugeben, daß die Urheber jener Anschläge Bulgaren seien. Alle mazedonischen Kreise seien tief durchdrungen von der Notwendigkeit, daß die Reformaktion nicht gestört toerben bürfe, damit nicht die Verantwortung für ein etwaiges Mißlingen derselben auf sie falle. Bulgarien könne die Schuld von den Anschlägen leicht zurückweisen, da nach- weislich die Grenzbewachung auf das strengste durchgeführt werde. Die Schuld falle nur auf die Türkei zurück, die un­fähig sei, solche Anschläge zu verhindern. Gerade aber die bulgari sche Regierung scheint die Anstifterin alles Uebels auf dem Balkan zu sein. Der Fürst dieses inter­essanten Ländchens wellt zurzell in Marienbad zur Kur, und da demnächst auch König Eduard zu demselben Zlvecke dort eintreffen soll, so hätte er vorzüglichste Ge­legenheit, dem lieben Vetter Ferdinand den Stand­punkt gründlich klar zu machen und ihn in energischer Weise auf seine Pflichten hinzuweisen. Zu einem ernst­haften Einschreiten der europäischen Mächte wäre ja bei der Art, in welcher die Komllatschi vorgehen, ganz- gewiß reichliche Veranlassung, ob es aber dazu fommeii wird, muß dahingestellt bleiben. Fardinandck>en aber will sich, wie's heißt) vor Eduarden drucken nnb sobald Kaiser Wilhelm wieder in Berlin ist, diesen mit seinem Be­suche beehren, in der Hoffnung, von dessen Generosität Größeres zu erreichen. Dre Ankunft des neu ernannten bulgarischen diplomatischen Agenten in Berlin, General Ni­kiforow, ift soeben angekündigt worden. Diese Beschleunig­ung der Errichtung der Agentur soll mit dem Besuche des Fürsten Ferdinand bei Kaiser Wilhelm zuj am men hängen.

Die t ü r k i s ch e Regierung hat es angesichts der bul­garischen miegshetzereien sehr sckstver, den Frieden zu be­wahren. Eine kürzlich ftattgehabte Zusammenkunst des türkischen Ministers des Aeußereu mit deui Botschafter der Ententemächte in Konstantinopel galt der (Erörterung der Lage in Mazedonien. Die Ergreifung energischer Maß­regeln seitens der Pforte gegen die extremen Elemente und Komitees wird seitens aller Diplomaten gutgeheißen.

Mit dem greifen Expräsidenten der ehemaligen Trans- vaalrepublik Paul Krüger ist eine Persönlichkeit da­hingegangen, die zurzeit des Burcnkrieges an Popularität in der zivilisierten Welt ihresgleichen suchte. Zn den letzten Jahren aber, wo Krüger saft unbeachtet in der Ver­bannung lebte, hatte man nur noch sehr iwnig vonOhm Paul" gehört. Fetzt ist mit der Nachricht von seinem Tode die Figur dieses merkwürdigen Mannes noch einmal in die Ocjfetttlichkett getreten. Langer war eine echt nie­

derländische Bauernnatur, die eigenartig aus Starr köpftA- feit und Klugheit zusammengesetzt ist. Der tragische Zug in feinem Leben und sein Tod haben wieder allenthalben die Teilnahme für ihn und fein Volk wackgerusen. 4W großer Patriot, als makelloser Charakter, als ein Held und Märtyrer wird der Tote in der Geschickte Weller leben. Die englische Regierung genehmigt, daß Kruger üx Transv aal beerdigt wird.

Je länger sich die Entscheidung auf dem oftafiati» scheu Kriegsschauplatz hinzögert, um so verwirrender und unwahrscheinlicher werden die täglichen Nachrichten, mit denen von dort die große Well versorgt wird. Neu­lich hieß es, die Japaner hätten bei einem Sturm auf Port Arthur den ungeheuren Verlust von 30000 Manu zu verzeichnen gehabt, ober gar die genannte Festung (ä schon in den Händen des Feindes. Beide Nachrichten finfy bestimmt nicht wahr. Ein Telegramm des Statthalters' Alexejew an den Kaiser vom 14. Juli besagt vielmehr folgendes:

Nach. Berichten aus Port Arthur vom 5. Juli ttnrrbe am 3. und 4. Juli auf dem rechten Flügel der russischen Verteidig­ungslinie um den Besitz der Stellungen bei Lumantang go- kämpft. Gegen Abend wurde der Feind zurückgedränat. Viele von feinen Befestigungen wurden von den Russen gt». nommen. An beiden Tagen liefen der Kren zer ^No- v i k", die Kanonenboote und Torpedoboote ausundbefchossen die feindlichen Stellungen vom Flügel aus, wodurch sie zum Gesamterfolge beitrugen Den größten Schaden richtet« Die feindlichen Maschinengewehre an, deren Zahl über zwanzig betrug. Aui russischer Seite wurden in diesem rwlltäaigeu Kampfe zwei Offiziere jmb 35 -Dumn getötet, 5 Offiziere und 247 Mann verwundet. Die Verluste der Japa uer betrugen nach Aus­sagen von Chinesen 2000 Mann. Nach einem Bericht vom 7. Juli nahmen die Russen am 6. Juli den Berg, der den Besitz des Lunwantangpasses sichert. Auf russischer Slle wurden zwei Offiziere getötet, ein Offizier und 21 Manu verwundet. Wie weiter gemeldet wird, wurden in Dalni Truppenland^ ungen vorgenommen. Daselbst waren bis zum 2. Juli gegen 20 000 Mann Und 50 Geschütze gelandet worden. Der Feind l«ssett die Docks aus. Die elektrische Zentralswtiou und auch die Eisen­bahn wird wiederhergestellt; da aber keine Lokomotiven vorhanden sind, werden die Wagen von Chinesen geschoben. Am 9. Juü^ IteHten die Japaner ihren Vormarsch ein und befestigen seitdem ihre Stellungen stark. Tägliche Scharmützel erschweren ifrttat die Arbeiten. Regengüsse haben die Wege sehr verdorben. Die' Stimmung der Truppen ist vorttefflich.

Sehr bemerkenswert ist fchlleßlich noch die ofsizrüse Petersburger Wiedergabe emes Gerüchtes, der auch nach den obigen Meldungen aus dem Hasst vorr Port Arthur ausgelaufene Kreuzer ^Novik" habe bk Blockade durchbrochen und sei nachWladiwoftok gedampft.

Aas Konto K.

Vom Geh. Staatsrat I. Budde erhall bkKöln. Ztg." bk nachfolgenden Briefe, bic er im Einvernehmen mit dem Obev- dofmeyter Frhrn. v. Mirbach zu veröffentlich« anheim--

Berlin EtU Tauberrstr. 22, den 9. Juü 1904.

Exzellenz!

Hochverehrter Herr Ober Hofmeister!

Ew. Exzellenz haben in Ihrer gerichllichen ZengenanSsagr vom 15. Juni er. bekundet, daß Sie diejenigen 335 000 (mit ausgelaufenen Zinsen 327 358.30- Mark Restguthaben Ihres Kochos K. bei der Pommernbank, über welche Ew. Erzellenz auf Wunsch der früheren Direktoren der Bank, um das Konto aufzulöscn, am 28. Dezember 1900 als empfangen quittiert haben, tatsächlich nicht erhoben und erhallnt haben. Im Interesse der weiteren Verfolgung unserer Ansprüche auf Erstattung dieser nach dem Kastabuche wirllich der Bank entnommenen Summe, bitte ich um sehr gefällige Auskunft ergeben^ ob Ew. Erzellmrz darüber irgend welche Kennttrts oder Vermutung haben, von wem und für welche Personen oder Zwecke dieses Geld erhöbe n sein könnte.

Mit vorzüglichster Hochschatzung habe ich die Ehre zn zeichnen

Ew. Exzellenz ergebenster gez. I. Budde, Direllor der Berliner Vvpothctenbank-Akrieng^ellschaft.

Berlin, den 12. Juli 1904.

Euer Hochwohlgeboren

envidere ich auf Ihre Anftage vom 9. d. Mts. ganz ergebaüt, daß mir von dem Verbleib der 325 000 Mark <unb 2358.50 3Ä1 Ziirsen) nicht das geringste bekannt ist. Wenn dieses Geld wirk­lich der Kasse der Pommernbank entnommen ist, so kann ich nur vermuten, daß die frühren Direktoren der Bank, Herr Schultz und Herr Romeick, dasselbe erhüben haben, da sie sich biequ wahrschenllich für berechtigt hielten, nachdem ich auf ihre Stist- ung verzichtet hatte. Demi mir gegenüber haben ixe Herren stets erklärt, daß sie dieses Geld aus ihren eigenen Mitteln bei der Pommern bank aui das Konto K. (Kircheubauverein) eingezahll hätten: über die anderweitige Verwendung dieser 325 000 Dck. (und 2358.30 Mk. Zinsen) ist mir, wie gesagt, nicht das ge­ringste bekannt. Gleichzeitig erlaube ich mir, Euer Hoch- Wohlgeboren ganz ergebenst mitzuteilen, daß die unter meiner Leitung stellenden Sttstungen und Vereine auf meine Anregung hin in Erwigung gezogen haben, die durch rnich euchfangenen, von ben früheren Direktoren der Ponnnernbaick gespendeten Gelder sow ei ^zurück zuzahlen, als die Pommernbankdurch diese Spenden nachweisbar etwa Verluste gehabt haben sollte. Ich ersuche bctibalb Euer Hockwohlgeboren, nur hierüber gütigst Auskunft erteilen zu wollen.

In vorzüglichster Hochachtuicg Euer Hochivohlgeboreu er­geben [her

Freiherr v. Mirbach. Berlin, den 13. Juli 1904.

Euer Exzellenz

gestatte ich mir, für bie im gelingen Schreiben erteilte Aus­kunft verbiMichsten Dank auszusprechcn. Ich entnehme daraus, daß die Berliner Hypolhekent^nk ivegen der fraglichen 325 000 Mk. nur gegen die früh^en Direktoren der Pommernbank Ersatz- aryprüche geltend nmchen kann. In Bezug auf do>> an mich gerich­tete Ersuchen beehre ich nncb folgendes »u erwidern: Ueber bic von Herrn Schultz im Jabre 189.' geleistete Zahlung iu Höhe von 60 000 Mk. habe ich erst durch Ew. Exzellenz Zeugcnau^'age vom 15. Juni er. Kennlnw erhalten. Herr Sckuütz bat im Jahre 1899 bei der Pomulernbatck und der Jmmohllien-Veriehrsbank grotze Summen in bar für seine versönliaven Bedürfnrsfe entnommen und gegxut Jabre^üluß ferne Schulden bei der Jimnobllien iQr kehrSbank U'gltclpcn durch Einbringen von Werter ui gleichen Nommalbcteageu, die fick in der Folge zum großen teile <\U iiH'rtMlL und realisierbar herausgevellt haben. Ich tann d tut Bücher ixr Bank nickte darüber ergeben, nicht nachn'ciie» daß auch bic Viirgcbartucn (>0000 Mk der P o m m i H k\ i oder JmmobiNen-Ber kehr-bank entnommen