fcte StttÜeMNg intrerrtdbter Gruben Nichts' eimvenden, müsse aber verlangen, daß der Betrieb Wetter geführt werde, wenn er auck) nur mit geringem Nutzen verknüpft sei. Dann seien die Voraussetzungen des § 65 des Berggesetzes ohne weiteres gegeben. Seine Frennde wünschten der ganzen Frage noch in einer Kommission näherzutreten.
Abg. Brust (Ztr.) legt noch einmal die Schädigungen /der Arbeiter dar. Auch er macht die Shndikatspolitik für die Stilllegung verantwortlich, "
Abg. Dr. Beumer lntl.) meint, durch die Presse sei die in Frage stehende Angelegenheit stark übertrieben worden. Der Arbeiter habe sich eine übertriebene Angst unb Beunruhigung bemächtigt. Redner nimmt das Köhlen- Syndikat in Schutz und behauptet, ohne das Syndikat wäre tote Stilllegung der Zechen schon längst erfolgt. Nach einer «Verstaatlichung per Zechen würden, wie er den FiskuS kenne, bllligere Preise nicht zu erwarten sein. Schließlich werde man auch noch die Landwirtschaft verstaatlichen wollen.
Abg. Dr. Hahn (Bd. d. Landw.) schiebt die Schuld ion den Vorgängen nicht den germanischen Männern der Eroten Erde, sondern den Großkapitalisten der Berliner Börse । äu. DaS Kohlensyndikat müsse scharf beobachtet werden, koenn es sei übermächtig auf wirtschaftlichem Gebiete. Werde ipas Kohlensyndikat weiter bevorzugt, dann werde der Wunsch ^nach Verstaallichung der Bergwerke immer lebhafter werden.
Nach einer Polemik des Abg. Brust gegen den Abg. /Dr. Beumer wird der Schlußantrag angenommen.
Abg. v. Savigny (Ztr.) bemerkt zur Geschäftsordnung, ec behalte sich vor, einen Antrag, wodurch der § 65 näher aeprüft werden soll, ob er eine genügende Handhabe gegen $te durch die Stilllegung von Zechen entstehenden wirt- ischafllichen Schädigungen leiste und eventuell noch in dieser .Session einen entsprechenden Gesetzentwurf vorzulegen.
Damit ist die Interpellation erledigt.
Keer und Ilotte.
Dresden, 16. April. An der heute unter Vorsitz des Ehrenvorsitzenden Kronprinzen Friedrich August abgehaltenen Vorstandssitzung des Deutschen Flotten- v er eins hob General Menges bei der Besprechung der allgemeinen Vereinslage hervor, daß die Organisation des Vereins eine sehr befestigte, die finanzielle Grundlage gut fei Der Vorstand beschloß eine stärkereAgitationfür Vermehrung der Flotte sowie der Gesellschaft „See- mannshaus" le 15000 Mk. auf 3 Jahre, der deutschen See- Mannsmission in England einmalig 3000 Mk. zuzuweisen. lFerner wurde beschlossen, festeren Anschluß an die deutsche KolonialgesÄlschaft anzustreben. Dem Geschäftsberichte ent- 'nehmen wir folgende Mitteilungen: Der Verein verfügt über ein Vermögen von 278 598 Mk. Die Einnahmen betrugen im verflossenen Jahre 541497 Mk. gegen 390 258 Mark im Vorjahre. Die Bereinigung deutscher Marine- Vereine mit 22 000 Mitgliedern ist dem Verein am 1. Januar d. I. geschlossen beigetreten. Die Zahl der Untergruppen und Geschäftsstellen stieg um 150, sodaß gegenwärtig ihrer 8595 vorhanden sind. Dem Erstarken des Vereins in Oberdeutschland ständen Abnahmen in einigen preußischen Provinzen gegenüber, die aber durch Zunah- prerr in Hessen, Köm, Trier, Schlesien und Westpreußen wieder ausgeglichen würden. Mit dem Hauptverband deutscher Flottenvereine im Auslande wurde enge Fühlung genommen. Der Bericht bespricht dann die Marine-Ausstellungen in Krefeld, Hagen und Witten, die mit einem er- :heblichen Fehlbeträge abschlossen Andererseits war der materielle Erfolg der biographischen und kinematographischen Vorsührungen« der Flottew-Mutoskope und der sonsti
gen Werbetätigkeit rühmend hervorgehoben, da dadurch erreicht worden sei, daß der Verein, der vor drei Jahren mit einer Schuldenlast von mehreren Hunderttausend Mark zu rechnen hatte, heute über ein schuldenfreies Vermögen von mehr als y* Million Mark verfüge.
Dresden, 17. April. In der heutigen Hauptversammlung des deutschen Flottenvereins, welcher der Kronprinz von Sachsen beiwohnte, begrüßte Staatsminister v. Metzsch den Verein im Namen der Regierung und feierte dessen Bestrebungen. Die Versammlung genehmigte den Rechenschaftsbericht, den Voranschlag und den Chinafonds, im Jahre 1903 wurden 11655 Mark an Unterstützungen gewährt, und beschloß die Veranstaltung einer Lotterie zum Besten maritimer Wohltätigkeitsinstitute und für Zwecke des Vereins. Admiral Hollmann ist aus dem Präsidium ausaeschieden. Reichsrat Freiherr v. Würtz- burg-München wuroe zum Vizepräsidenten gewählt. Die nächste Tagung findet in Stuttgart statt.
Aus Stabt und Kaub.
Gießen, 18. April 1904.
•* Den Mitteilungen der Zentralstelle für Landes st ati st ik läßt sich folgende interessante Zusammenstellung entnehmen: Von den Einwohnern des Großherzogtums sind 73 pCt. steuerfrei (Frauen, Kinder, Arme), von den verbleibenden 27 pCt. haben 26 pCt. ein Einkommen unter 400 0 Mark jährlich und nur ein einziges Prozent der Einwohner des Grobherzogtums hat ein jährliches Einkommen von über 4000 Mark. Wahrscheinlich ist es in anderen deutschen Staaten ebenso. Daraus läßt sich der Schluß ziehen, daß diejenigen, welche so viel Einkommen haben, daß sie für industrielle Unternehmen, Fabrikanlagen, größere Handelsgeschäfte Geld übrig haben, sehr dünn gesät sind. Und doch müßen sie für die Ernährung eines großen Teils der Bevölkerung Sorge tragen.
** Stenographie. Gestern tagte hier im „Andres" der Gesamt-Bundesvorstand des Mittelwestdeutschen Stenographenbundes Stolze - Schrey. Hauptlehrer Fenner aus Marburg begrüßte die recht zahlreich erschienenen Herren. Es wurden danach die stenographischen Verhältniße im allgemeinen, sowie im Bundesgebiet eingehend besprochen. Die interessanten Erörterungen, an denen sich Fenner und Kniese-Marburg, Crezelius-Kasiel, Dunker-Frank- furt und Wilker-Gießen beteiligten, gaben ein erfreuliches Bild deS steten Anwachsens der Schule Stolze-Schrey. Der Verbandstag des Mittelwestdeutschen Stenographenbundes findet am 2. und 3. Juli in Kassel unter dem Protektorat des Prinzen Alexis von Hesien statt. Mit demselben ist ein öffentliches Wettschreiben und eine stenographische Ausstellung verbunden.
Offenbach, 15. April. In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung wurde ein Gesuch des Ausschußes für Volksvorlesungen um Bewilligung von 2000 Mark zunächst an den Verfassungsausschuß verwiesen. DaS Gehaltsregulativ für die hiesigen Volks schul- lehrer enthält in § 7 die in Hessen einzig dastehende Bestimmung, wonach infolge der Ernennung eines LehrerS zum Hauptlehrer dieser ohne Rücksicht auf sein Dienstalter sofort in die höchste Gehaltsstufe rückte und außerdem eine Zulage von 600 Mark für seine Funktionen als Hauptlehrer erhielt, während eS sonst üblich ist, daß ein solcher nur die letztere Zulage bezieht. In den letzten drei Jahren wurden zwei
verhällnismäßig junge Lehrer zum Hauptlehrer erna wodurch die Stadt infolge dieser Bestimmung rund i? Mark jährlich mehr auszugeben hat. Heute wurde »T langer Debatte diese Bestimmung aufgehoben. Den » , Bausatzungen wurde zugestimmt.
Frankfurt a. M., 17. April. (Zwei 9Bunber kinder) tragen gegenwärtig künstlerische Sensation durch die Lande: der 12jährige ungarische Violinvirtuls Franz v. Vecsey und der ebenfalls 12 Jahre geniale Geiger Flonzel v. Reuter — ein kleiner Ccöi- nicht nur im Reiche der Kiinst. Der kleine Vecsey Frankfurt zwei Konzerte und rechtfertigte durch die unve- gleichliche Schönheit und die — im Verhältnis zu ifln zarten Alter — unnatürliche Reife seiner Technik das (t V zücken Meister Joachims. Der Knabe bewältigte die schmer- technischen Aufgaben eines Mendelssohn, Paganini, WicniaE Hubay und Vieuxtemps spielend, und zwar in des ^0L‘ vollkommenster Bedeutung. Man hat kaum eine (SrEIacu -- für die Funktionen deS jugendlichen Gehirns, dessen phütr menale Gedächtsniskraft man nicht genug berounbccn fan. noch mehr staunt man aber über die abgeklärte Nuhe\- die warme Empfindung, die in dem Knaben steckt, an h/ oon frühreifer Blasirtheit, von nnnatürlichem Drill feir Spur zu entdecken ist. Der Vortrag ist durchaus fitn|i(en,< und schon nach den ersten energischen und doch so roct*.‘ Bogenstrichen schwindet die Skepsis, mit der man Wunbe- kindern entgegentritt. Das Publikum, das sich keinc-wc-. im Saalbau drängte und das hauptsächlich aus ftümV- und Musikfreunden bestand, bereitete dem kleinen ^Unj- Ovationen, wie wir sie in ähnlich temperamentvoller noch selten erlebt haben.
Frankfurt, 17. April. Der Rechtsvertreter des Ban!. Hauses B. Metzler sel. Sohn u. Cie., Justizrat 2r. ü'k:- teilt mit: „Die Veruntreuung des Kassiers Fries ist nach dem Geständnis des Fries, da» mii stattgehabten Ermittlungen völlig übereinstinunt, vor lange Jahren und zwar, nach seinen eigenen Angaben, köigiy zur Deckung von Verlusten aus unglücfhii. Börsenspekulationen erfolgt. Sie beträgt, wie si^ feststeht, 144,000 Mk. Die Veruntreuung hat sich nur a_- Entnahmen aus der Kasse bezogen. Zur Verdeckung ?:: Fries fortdauernd unrichtige Bucheinträge vorgenommen, bi?, wie die gerichtliche Untersuchung ergeben wird, selbsi ein- so schürfen und genauen Kontrolle, wie sie sowohl b.ra Anstellung eines zweiten Kassiers, als auch durch bic Lhm persönlich geübt wurde, nicht zugänglich waren unb I b durch einen Zufall an den Tag kamen. Die Bezüge b<: Fries betrugen etwa sechstausend Mark im Jahr.'
Frankfurt a. M., 17. April. Der Vorstand bi! Vereins der Detaillisten richtete an alle Frankfurts a. M. die dringende Aufforderung, bei den wieder bevorstehenden Neuengagements von Lehrlingen zusammenzustehen und jedes Angebot mit weniger als e r > jähriger Lehrzeit in ihrem eigenen Interesse, int Iniecen? des Lehrpersonals und im Interesse deS ganzen AaufmannS. standes zurückzuweisen." Dem Verein der ÜMiiten wie er mitteilte, auf dieses Rundschreiben eine «uw Zuschriften, darunter von ersten Detailsimen, jugegang;;;, die sich vollständig mit dem Inhalte bei ’te-;-- -■■■= einverstanden erklärten.


