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Zweites Blatt
154. Jahrgang
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger, Amt;- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
}le -enttge Rnmmer umfaßt 10 Seiten
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Montag I8.AprU 1904
Rotationsdruck und Verlag der Brüh loschen Untoerfltö t-sbrutf crct R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.A.
Tel. Nr. 51. Telegr.-Adr»r Anzeiger Gießen,
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Nie Umwälzungen im UuhrKohlenöergbau.
Jnr preußischen Abgeordnetenhause kam am Samstag i-ie Interpellation Stötzel-Brust betr. Riederlegung von Zechen im Ruhrkohlenrevier zur Verhandlung. Zu ihrer Begründung erhält das Wort der Abg. Stößel (Ztr.), der ausführt, daß im Ruhrkohlenrevier in den letzten Wochen
Bl-Iutcr Erfolge, aber ohne entscheidenden Wert, haben die beuxfc1 Waffen in Südwestafrika zuerst mit ziemlich grrA-sil! Verlusten unter Major b. Glasenapp bei O ka- h a r u iai.. fur^ darauf in einem glücklicheren Gefecht unter Oberst '.Mtvein mit der Hauptmacht der HereroS bei
Ira° errungen. Ferner hat in den letzten Tagen ein Ibcri Okatumba statkgefundei^, in dem irgend merkenswerte Erfolge aber nicht errungen worden
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untimliiiht, das den Nagel auf den Kopf trifft. In frei- willllher mmd unfreiwilliger Komik, die sich manchmal als ! lilteffter Ernst gibt, ist wie bei uns in Hessen, so im fltevrife ta-r Antisemitismus stark. Wenn angesichts d'N- !'MÄgiltigkeit des Reichskanzlers gegenüber dem eng* lis^-fr^anzS fisch en Bündnis der Antifemit und Agrr»vin Graf Reventlow daS Wort prägte, u n Huk'Aufgabe wäre, die Reibungsfläcyen zw , , m i linitB rivalisierenden Nationen zu verringern, so II.Ümft ja Frau Berta von Suttner Reichskanzler wer 3tat. s > war diese hübsche Ironie nicht unberechtigt. Das lehwlrt em Blick Über unsere Grenzen hinaus. England ist
stleeßlich auch ein Staat, der sich zu internationaler Grö iffk i tporgeschwungen hat und also wohl ein bischen vonIcschvlitik verstehen muß! Man hat aber von dem Bed Mchiij Englands, zwischen uns und Frankreich, zwischen
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eine gewaltige Erregung ausgebrochen sei. Den Grund hierzu biete der Ankauf der im südlichen Bezirk gelegenen kleinen Zechen durch die großen Gewerkschaften und die Absicht derselben, die angekauften Werke, wenn auch nüht augenblicklich, so doch in wahrscheinlich kurzer Zeit nieder- zulegen. Bei den ersten Ankäufen sei er, Redner, bei« Minister vorstellig geworden- dieser bekannte, daß die Lag« für die Besitzer wie für die Arbeiter sehr schwierig sei. Er sei auch bei den Regierungspräsidenten in Arnsberg und Münster vorstellig geworden. Diese versprachen alle- zu tun, um wenigstens die schweren Schädigungen der Gemeinden möglichst zu verhindern. Jedenfalls hätten er und Brust, um eine klare und bindende Antwort zu erhalten, diese Resolution eingebracht. ES handle sich gar nicht uw unrentable Zechen, wenn auch ein Laie die Rentabilität nicht beurteilen könne. Er glaube nicht, daß man Zechen, die noch auf lange Jahre hinaus reichen Ertrag liefern, ftillgelegt hätte, wenn nicht daS Kohlensyndikat die Beteiligungsziffer festgesetzt hätte. Unter solchen Umständen könne man die Aufregung der Leute, die Etn-
Abg. Schulze-Telkum (kons.) führt aus, hinter den Zechen würden die großen Banken stehen. Er meine ■ 5r' S dürften hier nur nationale Rücksichten gelten, nicht die Dividendenpolitik der Großbanken. Hoffentlich Kurven die Verhandlungen dazu beitragen, die Emegung nach Möglichkeit zu beseäigen.
_ *^g- O eser (Hosp d. Frs. Vp.) macht die monopolistische Syndikatspolrtik für die Stilllegung der Zechen verantwor- lich^Was bisher zur Abhilfe geschehen sei, sei viel zu wenig, ytottoenbtg sei das An greifen der Gesetzgebung in di« Syw -rkate und eine Aenderung des Berggesetzes entsprechend der Entwicklung, die die Verhältnisse in dem Bergbau ge* rammen. Er persönlich würde einer Verstaatlichung > e r B e r g w er k e das Wort reden, wenn auch die Schwierigkeiten, die in der inzwischen erfolgten Preissteigerung hegen, nicht zu verkennen seien.
Abg. Dr. Stockmann (Frk.) meint, man könne gegen
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Volltische Wochenschau.
tie Berliner Parlamente haben von neuem dämm! begonnen, die allbekannten Ereignisse der letzten WvllÄii mit epischer Breite nochmals zu erörtern, sodaß nach wie - lor Idie Präsidenten ihre Not haben, den rechtzeiatigen Abfluß der Etatsberatungen durchzusetzen. Bei dem gegen* wär Stand des Parlamentarismus in ganz Deutsch- lanLÄMli man schon zufrieden sein, wenn dabei hier und da ■•en neuer Gedanke, hier und da ein kräftiges Wörtlein
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müssen, die ein Hohn auf alle Sozialpolitik seien. Man behaupte, daß § 65 des Berggesetzes keine Handhabe zum Eingreifen biete, aber er sei überzeugt, der Gesetzgeber würde diesen Paragraphen anders gefaßt haben, wenn er eine solche Entwicklung vorausgesehen hätte.
Handelsminister M ö l l e r meint, der Prozeß der Stilllegung sei nichts Neues. Schon ganze Gegenden hätten den Bergbau verloren, aber es habe sich eine andere Industrie dort angesiedelt und Landstriche, die früher arm waren, seien danach wohlhabend geworden. Dasselbe werbe sich mit den jetzt betroffenen Gegenden vollziehen. Die Mitteilungen über die Zahl der betroffenen Arbeiter seien weit übertrieben. Es handele sich int Ganzen um höchstens (!) 12500 Arbeiter Hätte das Kohlensyndikat nicht seinen nivellierenden Einfluß auf die Preise geübt, so wären diese Zechen schon in der Krise der 90iger Jähre still- gelegt worden, denn die Bevölkerung habe auch so schon dauernd Zubuße leisten müssen. Redner sucht daS an längeren statistischen Darlegungen nachzuweisen. Im übrigen haben bereits Verhandlungen an verschiedenen Stellen zwischen den Bergbehörden, den Verwaltungsbehörden und den Gemeindevertretern stattgesunden und ist auch bereits an mehreren Orten durch Verhandlungen Beruhigung eingetreten. Man müsse eine Kommission von Ministerial- kommissaren in das Revier schicken, welche festzustellen suche, wie weit man den Schäd en abhelfen könne. Die Arbeiter würden mit verschwindend kleinen Ausnahmen sehr bald anderweit Unterkommen finden. Bedauerlich bleibe die Situation der grundbesitzenden Arbeiter und der Geschäftsleute, die auf die Arbeiterkundschaft angewiesen feien. Die Zechen seien bemüht, bet Arbeitern fast vollständig anderweitig Unterkommen zu verschaffen. Was die Anwendung des § 63 des Berggesetze- anlange, so sei aus den Kreisen der Interessenten deS Kohlenbergbaues diesem Paragraphen wohl eine zu enge Auslegung gegeben worden. Er hoffe, daß seine Auffassung, die eine erheblich weitere Auffassung deS § 65 zulasse, auf die Dauer Geltung gewinnen werde. Sollte mit den Interessenten über die Anwendung des § 66 tebte ©inigung erzielt werden, so wäre von feiten der Regierung in Erwägung zu ziehen, ob eine Klarstellung deS betreffenden Paragraphen notwendig wäre. Er habe die Hoffnung, daß die Schwierigkeiten, die nun durch die Plötzlichkeit und den gleichzeitigen Eintritt der beabsichtigten Stillegungen ein getreten sind, sich leicht überwinden lassen werden. Daß der ganze Süden des westfälischen Kohlenreviers in ben nächsten Jahrzehnten seiner Erschöpfung entgegensehe, sei jedem Sachkenner bekannt. Wenn die Sache ruhtg und ohne künstliche Aufregung behandelt werde, dann werde eS leicht gelingen, die ganzen Schwierigkeiten zu Überwinden. Jetzt sei eine Art Dheaterpamk ausgebrochen, aber er sei überzeugt, bei gutem Willen werde sich in verhältnismäßig kurzer Zeit ein Ausgleich finden lassen.
Auf Antrag des Aba. Dittrich (Ztr.) findet eine Besprechung der Interpellation statt. — Abg. Hilby (nl.) darzulegen, daß die Zechenbesitzer im südlichen Ruhrrevier gezwungen sind, die Werke wegen ihrer Unrentabilität allmählich skillzulegen. Die Selbstkosten würden jetzt nicht gedeckt, hauptsächlich auch deshalb, weil das Kohlensyndikat mit seinen Preisen so mäßig sn, Nur der Zähigkeit der Westfalen sei es zu verdanken, daß nicht schon eher Stillegungen erfolgt seien. Wenn der gute fleißige Bergarbeiterstand im Ruhrrevier arbeitslos würde, so wäre das ein großes Unglück. Aber für die Arbetter brauchte man keine Sorge zu haben, denn um diese wurden sich die anderen Gruben reißen. Schlimmer feten bre Gemeinden daran, aber auch diesen kämen die Zechen sehr entgegen. Die Hauptsache ser, daß die Nachbarrechen die Arbeiter sofort beschäftigen. Bis jetzt el noch kein Arbeiter brotlos geworden. Sie würden mch alle ihre Wohnstätten behalten können. Die Vorgänge eten aufgebauscht durch die Zentrumsversammlungen und die Sozialdemokratie. Hauptpflicht sei es, ruhiges Blut zu behalten.
nn8 !l mt> i Amerika oder zwischen uns und Rußland Frieden Pm, «niemals das geringste gehört. Großmut spielt ii Söffe rieben leider eine sehr geringe Rolle und mit solcher Äii-oßmut, wie sie Graf Bülow hier als Devise der - tmtkfiüm!Politik auf unsere Fahnen schreibt, kommen wir । nvtieil jirrikf wie der „Gemütsmensch" int Geschäftsleben, 5er i sich Aufrichtig freut, daß sich zwei seiner Konkurrenten, Me > Ity bisher zu seinem eigenen Vorteil befehdeten, jetzt 'crttmjett haben, um ihn desto erfolgreicher auf den Sand setzein zu! können. Graf Bülow, der so gern die Grund- sc je j öiSim arcks bei jeder Gelegenheit im Munde führt uitb i doch am letzten Samstaa bescheiden behauptete, er sei - nicht Iso geschmacklos, mit dem Altreichskanzler sich zu vcrgsMeu, hat sich damit dem Standpunkte des Grafen npruriri gmäbert, der in bewundernswerter Befriedigung en « Inn Abschluß des französisch-russischen Bünd- isf'slt luerkündete: es sei erfreulich, daß dadurch endlich °ü8 ' Md) fehlende europäische Gleichgewicht wieder- '• ergibt worden sei. Auch wenn der Reichskanzler seine 'leicüWhsteit mit besonderer Rücksicht auf Paris und 'ond-omm-ch dem Rezept zur Schau tragen wollte: es if tt . Ztichan von Starke, sich über das, was man nicht ärtbeialnrn, nicht zu ärgern — so ist er damit doch wohl ein ii-enmgübet.'g Ziel hinausgeschossen. Denn in keinem andern ?IaaM Verden vom auswärtigen Minister die auswärtigen Ji'tknnfsm wie diesmal unsere Interessen in Marokko als gl» Idrhijiltiflie Bagatelle behandelt ober gar ausdrückliche Genu gtrMg über ein Bündnis zweier Rivalen zur Schau getraaW.
(■ 31 i^iien fast, als habe Bebel, der Parteigänger der Her'»ns, diesmal die national-eingestimmte Harfe der "üeich Mfik rung aus der Hand genommen. Bebel erllärte, daß tbie S-ozialdemoKaten nicht wollten, daß ein Fuß breit Kutscher Erde uns verloren gehe — sie wollten nicht die 0 M;en vermengen, sondern mir eine Verständigung Öd K l2!!uvvölker zur gemeinsamen Erledigung der Kuliur- ausga M k:erbeiführen. Solche Aeußerungen sind höchst er- . li 4 - schade, daß der Reichskanzler, der am letzten -SainsMg den Agrariern so viele Freundlichkeiten zu sagen wu ßtetz,«, vn säumte, den Sozialistenführer auf diesen netto* nad.-n: Grundlagen festzulegen und damit der Politik der Oteropffllii tote Rückkehr in ein nationaleres Fahrwasser zu erteicFtto, wie es die französischen Sozialisten in reiferer politijM I Erkenntnis und unter Aufgabe der kosmopolitischen urrt UukunftsstaatS-Träume längst getan haben! Mögest ,iit: Iseine gewundenen Reden von Dienstag und DonncisüLM der letzten Woche mit der Abwesenheit des Kais '«!ö, der in Malta und SvrakuS weilte, zusammen* hängt, ■, sie die Erledigung mancher Gesetzentwürfe (z. B. über (tfcifhmg des Reichsgerichts) und die klare AuK- sprackESer brennende politische Fragen erschwert, und 1 er K( tfn will doch bei jeder Entscheidung von größerem Selnnf^g ::r entscheidendes Wort sprechen.
Ai Ilu l er Tml der Kanalvorlage, der die Hoch- wass trage betrifft, wurde dem preuß. Landtage in berfefb feeiSeftan vorgelegt, in der er vor der Mttelmeev- reise 1:16 Zustimmung des Kaisers erhalten hatte. Im übrige-*i" der nur den Kanal vom Rhein bis Hannover fort m'trt' tmtnmrf keine Ueberraschungen gebracht. Man ist bei IM Hartnäckigkeit der konservativen Kanalfeindschaft überze^M- daß auch die beste Begründung der Vorlage, wie s fot rin dickbändigen Vorschriften geführt wird, die scbMeur Aussichten der Vorlage nicht bessern könnten. PräsidilDa Kröcher teilte am Samstag seine Geschäfts-Dis- positio-Mr iiait. Danach soll die 2. Lesung des preuß. Etats bis smgm’L April beendet fein, die 3. Lesung soll am 23. beginn iQ Md am 26. beendet sein. Am 29. April soll dann endlich ri-wasserwirtschaftlicheDorlagezur Debatte x niM werden, deren AnSgang heute noch niemand vorausGm! kann.
Nr. 16 in Köln. Oberleutnant Reiß gehörte früher dem 22. Drag.-Reg. fn Mülhausen i. E. an und ist am 1. Febr. dieses Jahres mit dem Marineerpeditionskorps nach Süd- westafrika abgegangen. Leutnant Finders war früher im 2. Oberschl. Feld-Artillerie-Regiment Rr. 57.
Der Erfolg auf dem Kriegsschauplätze in Ost- asien gehörte in der letzten Woche ganz den Japanern. Au frussischer Seite ist Wmiral Makarow, der allgemein auch beim Feinde durch die Whnheit und Gefoanot- heit hohe Achtung einflößte, mit der er die schwierige Position der russischen Flotte in Port Arthur bisher noch immer zum russischen Vorteil auszunutzen verstand, mitsamt dem Linienschiffe „Petro Pawlows k", au1 bem er das Kommanoo über die gegen die Japaner ausgelaufene Flotte führte, untergegangen — vermutlich ein Opfer seines zu kühnen Vorstoßes. Der japanische Admiral Togo meldet, er habe am 11. April einen Angrif' auf Port Arthur gemacht und um Mitternacht Minen gelegt, worauf er seine Schiffe auf eine Entfernung von 15 Meilen zurÜck^vg. Die „VekropawlowSk" sei, als sie den Hafen verließ, auf eine japanische Mine gestoßen und in die Luft geflogen. Nach neuerlichen Meldungen betrug die ®ejabwnff deS „Petropawlowsk" bei seinem Untergänge 600 Mann, wovon nur 75 gerettet sind. Gerüchte über angebliche neue Verluste russischer Panzerschiffe sind unbegründet. Doch die Kette der ruflischen UnglÜckSfälle zur See ist um ein sehr gewichtiges Glied vermehrt: sie haben zu dem Kreuzer „Warjag" und dem Kanonenboot „Korejetz" nun auch noch ein Linienschiff und vier Torpedoboote verloren, denn gleichzeittg mit dem „Vetropawlowsk" ging noch ein russisches Torpedoboot unter. Außerdem verloren sie das Minentransportschiff „Jenessei", den DranSportdampfer „©Ungarin“ und das in Shanghai des- armierte Kanonenboot „Mandschur". Die Japaner, die beständig am Ausbessern ihrer Flotte sind, haben außer einem Torpedoboot bisher, soweit es bekannt geworden ity keine Schiffsverluste erlitten. Allerdings beschädigte, üne die offiziöse ruff. Telegraphenagentur vom 15. d. M. meldete, bei einer erneuten Beschießung von Port Arthur ein russischer Schuß einen japanisthen Kreuzer. Rach anderen Berichten erlitten zwei japanische Schiffe Beschädigungen. Aber dieses und alles frühere waren immer nur Kleinigkeiten, und jedenfalls haben hie Ja- jxmer ihre Verluste durch Reparaturen in ihren zahlreichen Docks stets wieder wett machen können, was für die Russen,
Äht genügende Docks in Ostasien besitzen, nicht mögllch ist. An dieser Tatsache wird Rußland zur See sich verbluten müssen, wenn nicht rechtzeittg die Ersatz flotte von Europa eintrifft, die erst am 16. d. M. unter Admiral Wirenius in g^borg in See gegangen ist. Ueberall machen sie zurzeit Bestellungen auf Tauchboote usw. ©ie haben bisher beim Vorrücken der Japaner am Jaln hie und da Erfolge im Kleinen errungen. Nach englischen Meldungen sollen sie neuerdings drei über den Jalu führende hölzerne Brücken zerslvrt haben, ehe sie sich von den Japanern zurückzogen. Der Jalu soll jetzt eisfrei fein. Einem Bericht des „Bureau Reuter" aus Tokio zu- folste bestättgen prtoate Meldungen aus Korea die Nachricht, daß 20000 Russen sich auf dem rechten Ufer deS Jalu ansammeln, um einem japanischen Einfall in die Mandscburei Widerstand zu leisten. Es ist aber zweifelhaft, ob sie die Mündung des FlusseS beherrschen. Die Japaner sammeln sich in großer Zahl auf dem linken Ufer, lassen aber nicht erkennen, wann und wo sie den Fluß überschreiten werden. Man ist in Tokio überzeugt, daß die Japaner, sobald ihr Aufmarsch beendet ist, Den Ucbergang ohne große Verluste erzwingen werden. Admiral Togos Flotte eMortierte dieser Tage einem Gerücht zufolge eine Anzahl Transportschiffe nach einem Punkt westlich der Mündung des Jalu, wo die Ausschiffung der Spedition begann, ohne daß die Japaner bemerkten, daß die Russen int Hinterhalt lagen. Als 12 000 Mann japanische Truppen gelandet waren, griffen die Russen an und trieben )ie Japaner zu ihren Schissen zurück, wobei die Japaner < chwere Berl uste an Mannschaften und Geschützen hatten.
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sind. A Kl e-rlstelt seltsametiveise zunächst, nur eine Verlustliste, wlGm- der Gefechtsbericht erst am Samstag abend in Berl Ä nmgettoffen ist. Hauptmann Fiedler schickte aus dem H tecuartier Okahandja folgende Gefechts-De- pesche^ümt Weins, die infolge Betriebsstörung der Heliognrövwilinie erst am Samstag früh in Oka^ndja eintraf^:
„Am 18. April rückte ich von Otiosasu gegen die bei Okatumba stehenden Herero vor. Letztere wichen bi- in die Gegend von Oviumbo zurück, wo sie ihrerseits «angriffen. In einem zehnstündigen schweren Gefechte wurde der überlegene Gegner cbge» wiesen. Letzterer hatte zahlreiche Verluste. Da dis Heranziehung von Munition und Verpflegung nicht möglich war, ein Vorgehen in diesem Gelände auch keinen Erfolg versprach, ging ich nach Otjosasu. Diesseitige Verluste: Hauptmann Bagenski, Oberleutnant Reiß und sieben Reiter tot. Leutnant FindeiS und sieben Reiter schwer, sechs leicht verwundet."
Hieraus geht nicyt hervor, ob Oberst Leutwein es hier mit einem Teil des am 9. d. M. bei Oganjira geschlagenen fieindes zu tun hatte, oder ob ein Teil der zum Häuptling Tetjo gehörenden Herero sich bei Okatumba festgesetzt hatte. Tetjo war nach dem Gefecht bei Owikokorero erst südwärts gezogen, und seine Scharen wurden damals auf der Linie Otjosasu-Okatumba vermutet. T<rs Gefecht bei Okaharui am 3. d. ließ jedoch erkennen, daß Tetjo nördl. von dieser Linie Halt gemacht hatte ober wieder in nordöstlicher Richtung zurückmarschiert war; immerhin ist es möglich, daß ein Teil seiner Leute bei Okatumba zurückgeblieben war und in der geschilderten Meise dem Vordringen Leutweins Mderstand geleistet hat. Mit den Verlusten im Gefecht be Okatumba bezw. Owiumbo erhöht sich die militärische Verlustliste auf 15 Offiziere und 81 Mann. Außerdem sind 10 Offiziere und 59 Mann verwundet worden. Der gefallene Hauptmann v. Dagenski war erst im Februar in Die Schutz truppe für Südwestafrika verseht worden. Er wurde im April v. I. Hauptmann im Infanterie-Regiment
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