Ausgabe 
18.4.1904 Erstes Blatt
 
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154. Jahrgang

Erstes Blatt.

Montag 18. April 1804

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und da- preußische ^otteriegkseh.

Ausspstlillh l von Rhcinbabens lehrt, hierfür nicht zu haben,

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GchlhpI-iraLe f. ttbrefH |i Krr Depeichen: «lnzq^er Sieben. gemHnriaiVif)lu6 Nr. 61.

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methodisch psychologischen Arbeit und ihrer Präger Freude begrüßt wurde.

So haben sich denn heute eine stattliche Anzahl Angehörigen der verschiedensten Forschungsgebiete

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Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger v '®a7

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen

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lag b iw 8 c ü h l'lchen Unwe-wövch-u. Vtetn- btudejml M. Lange.

ch7SPf^ viertel- . Mk. LLO; burch hole- u. Zweigstellen monatlich 66 Pf.; burch diePost Mk. 2.viertel-

Deutsches Reich.

Be8k.iliitk, 17. Llpril. Man meldet aus SyrakuS: Der Ki'ul'e:r hielt heute vormittag an Bord derHohen- L-'Jrrn,*."u ncn Gottesdienst ab und arbeitete am Nachmittag.

--Sfe Aereinzur Abwehr des Antisemitis­mus titln'! gestern abend nach zehnjähriger Pause wieder einc G< lversammlung ab. Dr. Barth teilte mit, daß der Beünin auf mehr demokratische Basis gestellt, jedes Jähr- ei a: H eneralversammlung stattfinden und energischer als biLW iber Kampf für konfessionelle Gleich- b er e ctitr g mit g geführt werden soll, auch bei den Wahlen. Nack ei imi Lortrag des Archivdirektors Winter und des .llbg Pir' Dr. Eickhoff wurde eine Resolution gegen die syst« Attische Zurücksetzung der Juden im Heere an- genonmtt,' Zn den Vorstand wurden gewählt: Dr. Barth, Dr. WkSinl, Benoit-KarlSruhe, Stadtrat Flinsch, Charles L. Halli^ui-Frankftirt und Abg. Gickhoff.

jährü auSschü Bestellg. Annabme von Anzeige« für die TageSnummer bis vormtttagS 10 Uhr. ZellenpreiS: lokal 12 Pf^ auSwärtS 20 Pfg.

etzunan bi Kollekteurstellen mit pensionierten Beamten und O Ijsilieuen im Gefolge haben würde. Ferner würden u. a. i kinrpfindlich geschädigt werden das hei­misch !>« Diruckereigewerbe und die Papier-Jn- buftT lii-: jfür eine Anzahl von Druckereien, deren ganze technist ti Z urichtung auf die Arbeiten für die LandeS- lotterrcrrzcridezu zugeschnitten ist, handelt es sich hier um die FrcDj! oft Sein ober Mchtsein. Kein Wunder daher, daß Ule bi iiL'..irjcn, die von der Lotterieaemeinschaft nichts zu hoffen,; joi'it aber alles zu fiirchten haben, sich zusammen- schli ßcW UW gegen die preußischen Wünsche zu opponieren. Mau W -aber gewiß bestimmt darauf hoffen, daß zum mindeMn '!o das Damoklesschwert, das allem Anschein nack> Limits über ihrem Haupte schwebt, von sich abzu- wen'demuLssrforge getroffen werden würde, zur Vermeidung wirl 'chWliÄier Schädigungen.

Ausland.

L o!>ndv n, 18. April. TaS Reuterfche Bureau meldet aus Elt!,-:: sD ibet) vom 16. April: Die englische grifft r.xft in Gyangtse gut untergebracht. Die Ein­wohner! te Distrikts scheinen der Mission gegenüber gute GesinnuiNM zu hegen. Viele Tibetaner, die bei dem Zu­sammen ifM bei der Schlucht vom Roten Götterbilde ge­fangen 1 t Aminen wurden, kamen, als sie aufgefordert wurden - irei Schwerter und Gewehre zu zerschlagen, der Aufford eringx freudig nach und erzählten, sie feien von den Lann ; um Kampfe gezwungen worden. Der englische BefchlStiüa: legte dem Kloster in Gyangtse eine Geld­buße m iii, vmil eine Anzahl Mönche gegen die Engländer gMmpf-ii kttien.

©o Hfi,, 17. April. Der Ministerpräsident und der Minister!::! - i Innern sind nach Sitniakowo abgereist, wohin sich Für ft^n-dinand nach dem im Kloster Rilo verspürten Grdbebe m i-cu^ben hat. Es heißt, die Reise siebe «r. Zu­sammen A-zlp mit einem Zwis bevfall zwischen Bul- gariei m-Ev Belaten, der -»«durch hervorgerufen sein

Teil: P. Wittko: für , Stobt unb 8anb" und .GerichtSsaal^: August Goetz; mr ben An- zetgentell: HanS Beck.

Prof. Dr. Sommer eröffnete den Kongreß mit fol­gender Ansprache:

Als vor ungefähr V/a Jahren der Gedanke eines engeren Zusammenschlusses der experimentellen Psychologen und eines diesen einleitenden Kongresses im kleinen Kckeise er­örtert wurde, dachte wohl niemand daran, daß aus diesem Gedanken eine so stattliche Versammlung hervorgehen würde, wie sie sich heute hier zusammengefunden hat. Schon die erste Aufforderung zur Teilnahme sand lebhaften Wiederhall und dabei trat in den vorliegenden Briefen mehrfach in charakteristischer Weise hervor, daß gerade gegenüber dem Unverständnis, welches solchen Bestreb­ungen des einzelnen in seiner besonderen Umgebung öfter zu Teil wird, der Gedanke eines Zusammenschlusses der

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teilungen 810 die Anwendung dieser allgemeinen ana- lvtisch-psychologischen Methoden und Studien auf drei wich­tige Gebiete der Forschung und des praktischen Leben-, nämlich: Kinderpsychologie, Kriminalpsychologie und Psycho­pathologie. In den angemeldeten Thematen tritt der inetho- dische Zusammenhang dieser Gebiete in überraschender Weise hervor. Den Schluß bilden die Studien über die Messung des zeitlichen Ablaufes geistiger Vorgänge, wobei eine be­stimmte Laboratoriumseinrichtung die technische VvrauK- setzung ist.

Die mit dem Kongreß verbundene Ausstellung, die sich in der psychiatrischen Klinik befindet, hat sich in Ab­teilungen bringen lassen, die dem Vortragsprogramm in­haltlich entsprechen. Es konnten folgende Gruppen gebildet werden: 1. Psychophysiol ogiederSinne. 2. AuS- drucksbewegungen. 3. Untersuchung der oben er­wähnten geistigen Funktionen speziell für die Zwecke der Kinderpsychologie und Psychopathologie. 4. Lab oratoriums einrich tun g mit Instrumenten zur Zeitmessung und Zeitkontrolle.

Die Ausstellung hängt also mit dem Programm des Kongresses aufs engste zusammen und bildet gewissermaßen die objektive Seite der behandelten Probleme.

Näher auf die einzelnen Vortragsgruppen und die Aus­stellung einzugehen, erscheint an dieser Stelle unnötig. Der Verlauf des Kongresses muß ergeben, ob die gewählte Gruppierung und räumliche Ordnung die richtige gewesen ist;

(Älauben Sie mir nun, daß ich im Namen des Lokal­komitees alle Teilnehmer, Hörer und Gäste, die hier ver­einigt sind, auf das herzlichste begrüße. Wenn es möglich war, die Ankommenden gleich am Bahnhof mit einem dekorativen Gruß zu bewillkommnen und auch den Eingang der Aula und der psychiatrischen Klinik zum Empfange herzurichten, so haben wir dies dem gemeinsamen Gnt- Skommen der Stadt- und Staatsbehörde zu ver-

n. Die hier erschienenen Vertreter der Behörden be­grüßen wir lebhaft und banken für das gezeigte Entgeyen- kommen. Ferner danken wir dem engeren Senat der Uni­versität für die fteundliche Bewilligung dieses Versamm­lungsraumes. Zugleich geziehmt es sich, der Fürsorge un­serer Regierung zu danken, die fortschreitend an der Ver­besserung der Unterrichtseinrichtungen an der LandeSuni- versität gearbeitet hat. Denn wenn eS überhaupt möglich wurde, an der hiesigen Universität diesen Kongreß abzu­halten, so beruht dies wesentlich darauf, daß für die Zwecke derselben geeignete Institute und Etninchtungen zur Ver­fügung standen.

Vor allem aber drücken wir dem Schirmherrn der Landesuniversität, unserem allverehrten Großherzog' Ernst Ludwig von Hessen, der sein Interesse an ästhetischen und psychologischen Dingen so oft betätigt hat, unsere Ehrerbietung aus.

Es liegt mir nach dieser Einleitung nur noch die Pflicht ob, im Namen der Mitglieder die Leitung de- Kongrefle- in würdige und erfahrene Hände zu legen. Bei allen wesent­lichen Vorbereitungen sind wir dem Rate des Herrn Kol­legen Elias Müller in Göttingen gefolgt, möge er eS daher nicht übel nehmen, wenn wir ausnahmsweise seinem Wunsche nicht Folge leisten, indem wir ihn hiermit bitten, die Leitung des Kongrefles zu übernehmen und den Vorstand nach feinem Gutdünken zu bestimmen. Ich erkläre hiermit den Kvngreß für experimentelle Mcholoaie für eröffnet und bitte Herrn Stoltegen Elias Müller, den Vorsitz der Wer», sannnlung zu übernehmen.

Diesem Wunsche entsprach Genannter und bat eins. Anzahl anwesender Herren, am Vorstandstisch neben ihm Platz zu nehmen, und als Vorstandsmitglieder und Schrift­führer zu funktionieren. Der Vorstand wurde damit fol­gendermaßen ergänzt: Prof. Dr. Exner-Wien, Prof. Dr. Ebbinghaus-Breslau, Prof. Dr. K ü l p e - Würzburg, Prof. Dr. Sommer-Gießen. ?lls Schriftführer fun­gieren Privatdozent Dr. Ach-Göttingen, Prof. Dr.- Schu­mann-Berlin und Privatdozent Dr. Wirth- Leipzig.

Danach erteilte der Vorsitzende dem Rektor der Landes- Universität, Prof. Dr. Brauns, das Wort, welcher die Gäste im Namen der Universität willkommen hieß und seine Freude darüber ausdrückte, daß man gerade die Uni­versität Gießen zum Kongreßort auserseh'en habe und daß Vertreter der sich berührenden wissenschaftlichen Forschungs­gebiete, Psychologen sowohl als Psychiater, sich zu gemein­samer Arbeit zusammengefunden hätten. Er wünsche dieser Arbeit den besten Erfolg und daß es gelingen möge, das reichhaltige Programm zu bewältigen.

Darauf ergriff Provinzialdirektor Dr. Breidert das Wort, um im Namen der Provinz Oberhessen und des Kreises Gießen die Kongreßteilnehmer willkommen zu heißen. Er drückte die Hoffnung aus, daß durch den Kongreß Wissen und Erkenntnis durch neue Schätze von Erfahrungen bereichert werden möchten und daß den Teilnehmern der Aufenthalt bei uns ein angenehmer sein möge.

Als dritter Redner sprach Oberbürgermeister Mecum. Namens der Stadt Gießen und ihrer Bewohner sprach er einen Willkommensgruß aus, worin er darauf hinwies, daß unsere Stadt zwar mir klein sei und wenig zu bieten vermöge, daß sie dagegen durch die Universität und ihre Lehrer weithin berühmt sei. Er habe die Erwartung, baß durch das Entgegenkommen der Bewohner die fehlende Größe der Stadt ausgeglichen werde. Der Tagung des Kongresses wünsche er den besten Erfolg zum Wohl der Aermsten aller Welten.

Darauf begannen die wissenschaftlichen Vorträge. Als' erster Redner sprach Dozent Dr. Henri-Paris über die Methoden der Jndividualpsychologie. An der Diskussion! über diesen Vortrag nahmen teil Privatdor-nt Dr. Stern- Breslau, Seminarlehrer Dr. L a y - KarAvuhe, Pros. Dk> Heymans -Groningen u. a. Sodann wurde die Gruppe Psychophysiologie der Sinne" behandelt.

Berufskreise hier zusammengefunden, Psychologen, Phy­siker, Aerzte, speziell Psychiater und Nervenärzte, Lehrer, auch einige Geistliche und Mitglieder anderer Stände, um gemeinsam an den Aufgaben der experimentellen Psycho­logie zu arbeiten. Und zwar sind nicht nur Freunde unserer Sache aus allen Teilen Deutschlands, sowie aus Oesterreich-Ungarn und der Schweiz -usammengekommen^nt- sprechend der Zusammensetzung des Komitees, sondern wir haben auch die Ehre, Angehörige anderer Länder, aus Holland, England, Schweden, Frankreich, Rußland, bei diesem deutschen Kongreß mit uns vereinigt zu sehen. Bei der großen Zahl der Anfragen wäre leicht gewesen, demselben eine ungewöhnliche Ausdehnung zu geben, das Komitee hat es jedoch im Hinblick auf die Erfahrungen bei früheren psychologischen Kongressen für richtig gehalten, die Anforderung einer eingehenden psychologischen Vorbildung zu stellen, um von vornherein die Voraussetzung zu einer gemeinsamen Arbeit zu schaffen, die bei einer ungeregelten Zulassung nicht gegeben erschien.

Daß hierin nicht der Ausdruck einer abweisenden Ex­klusivität zu finden ist, sondern lediglich eine Rücksicht auf das Arbeitsprogramm, ist am besten aus unserer Stellung zu den Frauen ersichtlich, die nicht durch eine Ausnahme- gesetzgebung, sondern mit denselben Bedingungen unb. Rechten hugelassen sind wie die Männer.

Es ist nicht meine Aufgabe, hier die Zwecke und Ziele der experimentellen Psychologie auseinanderzufetzen, möge der Kongreß in dieser Beziehung für sich selbst sprechen. Nur wenige Worte seien mir über das allgemeine Programm desselben gestattet. Ohne daß dieses von vornherein be­stimmt gewesen wäre, haben sich die angemeldeten Vor­träge und Demonstrationen zu einer Reihe von inhaltlich verwandten Gruppen zusammengefunden, in denen sich eine Anzahl von leitenden Motiven deutlich ausdrücken. In den Vordergrund haben wir die Ind i v idu a l-Ps y ch o - logie gestellt, da die Erforschung der persönlichen An­lage, des Eigenartigen und des besonderen Charakters eine der vornehmsten Aufgaben der experimentellen Psychologie darstellt, die hierdurch in eine große Zahl von Seilgebieten des geistigen Lebens und der menschlichen Gesellschaft etil­gt cift. Die zweite große Gruppe bildet die Psycho­physiologie der Sinne, in der die Frage behandelt wird, in welcher Weise sich aus der Erregung der Sinnes­organe in uns eine Anschauungs- und Vorstellungswelt aufbaut. Sodann werden in weiteren, gut vertretenen Gruppen das Gedächtnis, die Verstandestätigkeit, bte Grabe des Bewußtseins, die Aufmerksamkeit u. a. behaichelt, sodann in der Gruppe 6 Ausdrucksbewegungen und W i l l e n s t ä t i g k e i t, in der 7. Gruppe die Gefühle und die Aesthetik. Sodann erfolgt in den nächsten Ab-

n> uif fürIn te ressen g em eins ch a ft" d. h. es . 'äre, i wm gstens soweit Hessen in Betracht kommt, bereit, e gothnti hessisehe Lotterie, gleichwie seinerzeit 1 E Wbckhn, gegen eine jährlich an Hessen zu zahlende, und - 7,i diesem Falle feststehende Summe zu erwerben.

Das mablldffige Sch! n a htimii, die sich

Das iiüiabBdffige Schwanken der aus ihr fließenden Ei n- iiahtimn, die sich in Zukunft noch wesentlich ver­ring 'ttn ! dürften, macht den Besitz einer Lotterie über- I inpt l jlenilich prekär. Die Lotterie macht zudem doch auch nann-eWih? lästige Scherereien, und so wäre statt ihrer

ie «nMndige, alljährlich zu erwartende ' i e in: 2mmnie nicht zu verachten, die dem zur Un- än v^gkett des Staatsbudgets von den Schwankungen der Lotter d irnb Eisend ahn-Einn ahmen sog. Aus gleich sfonds .. gn itt fänte. Andererseits würde jedoch die Preisgabe

S? aittrt ganz abgesehen von der darin enthaltenen . f i ri rti] eine 9 weiteren Stückes hessischer Selb st an* f c !üit für weite Kreise eine ernste wirtschaftliche ch ä i.Higu'n g bedeuten, über die man sich nicht leichten ' r 'nltiwegsetzen kann. Das gilt vor attem von dem Heer Iknifßmäfjtger Kollekteure, die sich einer un- gewiss«Äi Zukunft gegenübersehen, da die Lotterieaemein- chaft 'M nur eine starke Verminderung der Kollekteure, onberim outi), wie das ja in Preußen üblich ist, eine Be-

April, -uq», und

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15. April. Dn yH, DQr*, fieutnom?. -monatlichen tztch - Qien worden.

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soN, daß die bulgarische Regierung bei der von Belgien verlangten Auslieferung zweier wegen Unterschlagung zum Schaden der Brüfleker Kolonialbünk verfolgter und in Sofia verhafteter Belgier ben diplomatischen Agenten Belgiens an der Ausübung der Kapitulationen gehindert habe. Es verlautet, der Konflikt habe zum vorläufigen Abbruch der diplomatischen Beziehungen geführt.

Kongreß für erperimentesse Asychologie.

Gießen, 18. April 1904.

Der hessischen Universitätsstadt ist eine außerordentliche Ehre widerfahren. Der Kongreß für experimentelle Psycho­logie, dem eine Reihe, der erlauchtesten Geister angehören, tagt in diesen Tagen in ben Mauern unserer Stadt, die sich dieses Vorzuges voll bewußt ist. Der Bahnhofsplatz ist mit Bäumen und Fahnenstangen hübsch dekoriert, und ebenso tragt daS Universitätsgebäude ein Jestgewand, das freilich bei diesem nach den herrlichen Vorfrühlingstagen so plötzlich ein- getretenen unentwegten Landregen nicht gerade zur Geltung kommen kann.

In Anwesenheit von etwa 100 Teilnehmern, darunter hervorragende Gelehrten deS In- und Auslandes, aus der Schweiz, den Niederlanden, Oesterreich-Ungarn, England, Frankreich, Rußland, Skandinavien, selbst aus Amerika (Lec- tnrer in Philosophy Albert W. Abbot au§ Toronto in Canada) und Aftika (Augenarzt Dr. v. Herff-Eairo) ist der Kongreß für experimentelle Psychologie heute vormittag in der Aula der hessischen Landesuniversität eröffnet worden.

Um y»10 Uhr war ber Saal ber Universitätsaula bis auf die letzten Plätze besetzt. Als Vertreter der hessischen Staats- unb Justizbehörden waren erschienen, außer dem Universitätsrektor, ber ProviTrzialbirektor Dr. Breibert, Lanbgerichtspräsibent Kulmann und Oberstaatsanwalt Dr. Theobald, als Vertreter ber Stabt Oberbürger­meister Mecum. Auch einige Damen waren erschienen.

SrössuungSrede.

S. W. K Darmstadt, 17. April.

N'Mchricht, daß der preußische Finanzminister von Nye Hube ben ben kleinen Lotteriestaaten gegenüber wohl für -M. ^nteressenaemeinschaft, nicht aber für eine iiü i zügig keil oer Lotterien zu haben sei, wird im ck ^Herzogtum Hessen mit gemischten Gefühlen auf- genonMikn Wie ber Minister bereits sagte, steht er mit 5 ossei Nliserhalb in Unterhanbluna. Wir können hin- zufügi-M !,aß die Anregung zu diesen Verhandlungen von Hessen aus gegangen ist, da eine nicht geringe Zahl 3on Losen der hessisch-thüringischen Staatslotterie blshe in in iPregßen abgesetzt wurde, was in Zukunft in- s ckge i irr geplanten Verschärfungen des preußischen Lotterie- esetz : rm Nachteil der hessischen Lotterie unb ihrer Solle ilHkyK nicht mehr möglich sein wirb. Konnte bisher ein KMlüeur eine Gesamtstrafe von etwa 60 Mark, bie i. gr ., - eine ' J&fe für alle in Preußen abgesetzten Lose barstellte,

01 <:e i iskie^ln, io muß er sich iu. Zukunft, wo jeder Fall einzeln

wurde weg«, wir; und lbn Aieberholungen noch verschärft besttaft wirb, des ' -der das Aiiki,!- Absatz^ Aach Preußen enthalten, wenn er nicht seine i-iamahmt.b Existe':-» iuf8 Spiel setzen will. Hessen suchte also zunächst - r .. ir oe ullnt?rHandlungen mit Preußen den Modus ber Frei-

2 - - igW W erreichen, und zwar so, daß hessische Lose

'neyan"" 1 Prmistr und preußische Lose in Hessen zugelassen wer- oer einrodbici ben ' TftHtci., Preußen war jedoch, wie bas auch ber owie bei berSintj- AnöspsWiki töon Rheinbabens lehrt, hierfür nicht zu haben,