Erstes Blatt
Donnerstag 17. MärztS04
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154. Jahrgang
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scheid nach Washington zu überbringen haben. An die Möglichkeit, daß der Kronprinz nach St. Louis geht, glaubt man beiläufig ent* amerikanischer Seite nicht. Hinsichtlich der Beteiligung Deutschlands an der Weltausstellungs-Flottengrenze ist die Entscheidung bereits getroffen und der Regierung in Washington mrtgetcilt worden. Deutschland wird dem Vernehmen nach nicht durch ein Geschwader, sondern nur durch zw^ei Kriegsfahrzeuge, einen Kreuzer und ein
Ker Lrieg zwistSen Japan und Wußland.
Zur Kriegslage.
Aus Pingkau wird gemeldet, daß die letzte Be- slbiießung von Port Arthur nur w en i g Schad e n nixerichtet hat. Die Russen waren erstaunt, eigene Geschosse unter sich krepieren zu sehen. Es waren meist russ. Granaten, die aus dem gekaperten Transportdampfer „^Dndschuria" stammten. Die Konsuln in Niutschwang Protest! erten bei dem Statthalter Alexejew gegen die Besitznahme neutralen Eigentums. Am vorigen Sonntag waren nämlich die Gebäude und Waren der amerikanischen Handelsgesellschaft requiriert worden.
Ter Marine-Mitarbeiter des „Daily Chronicle" kritisier:' in schärfster Weise die Haltung des japanischen Admirals Togo. Mit seiner Beschießung von Port Arthur f>a6r er nichts anderes, als Geld- und Munitions - Ver- schnendung getrieben.
Von authentiscler Seite wird berichtet, daß eine beträchtliche russische Streitmacht sich in der wert- tol^n strategischen Stellung in der b e festigt en Stadt Nschangau, bis wohin die Japaner im chinesisch-japa- ni|dien Kriege vorrückten, festsetzte. Eingeborene, welche sloenghwangschoen bis zum 12. März verließen, und deren Auslagen glaubwürdig sind, bestätigen die Meldung, daß die !H a u p tm a ch t der Russen, welche am Jalu zusammen gezogen war, ihn seht überschritten habe und fleir e Truppenkörper in Autung, Tsiulientscheng und in and?reit Orten zur Bewachung des Flusses zurückließ Vor 14 Tagen waren japanische Aufklärungstruppen in An tun g: seitdem wurden westlich 'vom Jalu keine Ja- ttmrr gesehen.
Minister Ruhstrat und die Presse.
Die vom Justizminister Ruhstrat im oldenburgischen Landtag bei der Behandlung des Falles Biermann getane Aeußerung: „Ich kenne kein Preßvergehen1' und die von ihm kundgegebene Auffassung, daß jeder, dem das Gericht eine Gefängnisstrafe auferlege, eben damit als ehrlos charakterisiert werde, erregt selbst in denjenigen Kreisen entrüstetes Kopfschütteln, welche bisher durchaus nicht mit dem verurteilten Redakteur Biermann sympathisierten und die Persönlichkeit des Ministers Ruhstrat im mildesten Lichte zu betrachten geneigt waren. Sie schreiben die „Oldenb. Rachr." im berechtigten Unwillen:
„Ist beispielsweise jeder Redakteur ehrlos, der sich in der Hiße des Kampfes in der Wahl seiner Mittel vergreist, der für einen ausgenommenen, vom Gericht als strafbar erkannten Artikel die Verantwortung übernimmt, der in der Erregung politischer Zeiten zu scharf wird, der einer guten Sache zuliebe sich einsehr oder im Kampfe gegen eine schlimme sich opfert — soll der seine Ehre eingebüßt haben, falls das Gericht ihm dafür Gefängnisstrafe zuerkennt? Auch der Redakteur ist ein Mensch, Herr Minister, und hat oft ebenso, wie Sie für sich in Anspruch nehmen, etwas anderes als Fischblut in seinen Adern, und ebenso wie Sie, Herr Minister, läßt er sich am Ende im Drange des Berufes vom Temperament hinreißen zu einer strafbaren Handlung, aber er hat nicht immer das Glück, so milde Richter zu finden, wie Sie, Herr Minister, und mit 20 Mk. Strafe davonzukommen!*
UMilche Tagesschau. .
Kaiserstandarte und Sternenbanner.
R. Berlin, 16. März.
Unter den zahlreichen Gerüchten, welche aus Anlaß der Mittelm^erfahrt Kaiser Wilhelms entstanden s nd, wußte eines zu melden von einer Begegnung des amerikanischen Admirals Evans mit dem Kaiser. Ter Admiral, so hieß es, werde auf der Rückfahrt mit seinem Flaggschiff von Ostasien nach Amerika in offizieller Mission an Bord des Kaisersch'ffes kommen. Ob dem Gerücht die Tatsache folgt, wird sich ja in allernächster Zeit Herausstellen. Was die „offizielle Mission" des Admirals betrifft, so neigt man in den Kreisen der amerikanschen Kolonie oer Reichshauptftadt der Ansicht zu, daß s-e wohl nur der Frage des Meltaus st ellungs Besuchs eines Mitgliedes der kaiserlichen Familie gelten könnte. In dieser Beziehung dürfte Admiral Evans bestimmten Be-
Durch Ukas des Zc MÄer Chef des ©tarn Etil!>en Ozeans, abberufen, ebenso wurde Vizeadmiral Etork vom Oberbefehl über das Geschwader des Stillen
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„In Otjisewo fanden wir die erste Leiche. Kaufmann Kujarski lag erschlagen vor seinem geplünderten Hause. Ter Schädel war ihm mit dem Kirri eingetrieben und nur mit Hemd und Strümpfen bekleidet lag er wie zum Hohn auf offener Straße, und die Hühner fraßen ihm die Augen aus. Ein wenig weiter fanden wir vier Leichen, den dort stationierten Polizisten Tausendrcich -feinen Sohn, einen Schutztruppler und noch einen Mann. Ten Knaben hatten sie bei lebendigem Leibe kastriert und ihn verbluten lassen. Tie Frau des Polizisten war am Tage zuvor von Ruß abgeholt worden, sonst hätte sie das gleiche Schicksal mit den anderen geteilt. . . . Tie Erbitterung ist hier sehr groß; keiner gibt Pardon, alles wird niedergeschossen. Wie feige sind die Farmer überfallen und hingeschlachtet worden ! Ein junges, nettes Mädchen, das mit unserem Dampfer angenommen war, wurde mit ihrer Schwester direkt ausgeschlachtet und die Eingeweide wurde bann auf Bäume gehängt! Ja, man hat Verdacht, daß sie gar nicht erst betäubt waren. Vorher sind sie gräßlich geschändet worden, wie hinterher von einem Gefangenen berichtet worden ist. Ein anderer Farmer war halb tot geschlagen, kam aber wieder zu sich und liegt hier im Lazarett. Er hat mit angesehen, wie entsetzlich die Bande gehaust hat. Aber immer haben sie nur einzelne überfallen, an mehrere haben sie sich nicht herangewagt."
Iie Kreuetlalen der Kerero.
Von entsetzlichen Greueltaten der Herero gegen weiße Ansiedler gibt ein in Bückeburg eingetroffener Brief des Lazarettgehilfen Teubener von der Schutztruppe, der die Belagerung von Okahandja mitgemacht hat, ein anschauliches Bild. In dem Schreiben heißt es:
„Nun, liebe Mutter, will ich Dir einmal die Augen öffnen über die wahre Gestalt unserer schwarzen Brüder hier. Nicht Menschen, nein, Bestien sind es. Die Greuel schreien zum Himmel um Rache, die Schändlichste iten und Metzeleien, welche dieselben an unseren weißen Frauen und unschuldigen Kindern begangen haben, sind in Worte nicht zu fassen, so treiben es die Menschen, bei denen die Missionare schon Jahrzehnte lang arbeiten. Tie Farmer, die ihnen in die Hände sielen, sind bei lebendigem Leibe verstümmelt, Arme mit der Hacke abge- s ch l a g e n, Au g e n aus gestochen ; die Fr au en waren noch übler daran, dieselben wurden erst vergewaltigt, völlig entkleidet, dann totgeschlagen und ausgeschlachtet wie ein Schwein, in vier Teile geteilt und die Stücke an den Bäumen aufgehängt, die Brüste der Frauen abgeschnitten und an die Tür des Hauses genagelt. Einer Frau Lange, welche hier in der Feste ist, wurde ihr Manu erschossen, die Frau halb tot geschlagen und vor ihren Augen ihr vier Jahre altes Kind zwischen der Tür totgequetscht. Solch ähnliche Szenen gehen in die Hunderte. Allein im Distrikt Okahandja sind, soweit feststeht, 113 Personen ermordet, man kann sagen, sämtliche Farmer von der Umgegend aus Windhuk und hier, welche sich- nicht frühzeitig genug haben retten können. ... So sieht es hier im Lande aus. Ich habe jetzt zwei Gefechte mitgemacht und denke auch mit heiler Haut, so Gott will, davonzukommen. Gnade Gott, wenn uns die Hunde in die Hände fallen, da gibt's blutige Rache!"
Einer angesehenen Leipziger Familie ist von einem Angehörigen aus Windhuk ein Brief zugegangen, in dem es heißt:
„Sämtliche Ansiedler sind auf ihren Farmen ermordet worden, und zwar meistenteils mit der Keule totgeschlagen, nachher a u s g e s chl acht e t und stückweise auf den Bäumen aufgeknüpft worden. Selbst im Gefecht gefallene Männer 'wurden nicht geschont und auf das gräßlichste geschändet. Einer Farmersfrau haben sie den Kopf abgeschnitten uno denselben auf dem Dach ihres Hauses festgemacht, indem sie ihr noch den Klemmer auf die Nase setzten. Kinder wurden im Beisein ihrer Mütter zwischen der Tür erdrückt, Frauen von den Herero vergewaltigt, bis sie Leichen waren.
Der Brief gibt dann der in hohem Mäße erregten Stimmung der Ansiedler gegen den Gouv ern eur Ausdruck. Wenn die deutsche Regierung jetzt nicht ganz und gar aufräume und sämtliche Stämme entwaffne und ihnen Vieh und Land nähme, sowie dem Wunsche der Einwohner, eine iCivilverw altung zu schaffen, nicht nachgäbe, werde fein Ansiedler und Kaufmann dort bleiben. Es sei widersinnig, wenn Kaufleute und Farmer, die die Kolonie in die Höhe gebracht, nicht mitzureden hätten, sondern von einem Gouverneur beherrscht würden, der noch vor einiger Zeit Berichte nach Deutschland gesandt habe, welche besagten, daß das Land ruhig sei, daß man überall mit Spazier stock ober Regenschirm spazieren gehen könne, und daß eine Verminderung der Schutztruppe angezeigt sei. ... Es heißt dann weiter:
„Du solltest einmal die schwarzen Kerle hier sehen, wie frech sie Drch anschauen und sich über Dich belustigen. Aber die Kerle haben beim Gouverneur viel Rückhalt, und das nutzten sie aus. Der Gouverneur hat öfters solche Schurken zum Lunch bei sich gehabt im Gouvernementsgebäude und sogar beim Kaiser Dekorationen und Ehrenschwerter für die Halunken von Häuptlingen verlangt, die sie jetzt stolz tragen und im Kampf gegen die Deutschen schwingen. Die Sache wird der Regierung teuer zu stehen kommen, und das alles hat sie dem Gouverneur zu verdanken."
Aehnliches berichtet ein in den „Leipz. N. N." abgedruckter Bericht des Tierarztes Dr. Bum gart aus Windhuk vom 10. Januar:
Ta die Unterhandlungen mit Newyorker und Londoner Financiers ohne Resultat geblieben sind, erklärte die japanische Regierung, für den Augenblick den Plan einer neuen Anleihe aufzugeben.
ßitteratur.
Der Krieg zwischen Rußland und Japan. Auf Grund zuverlässiger Quellen bearbeitet von Walter Etdmann von Kalinowski, kgl. preuß. Hauptmann a. T. Mit Skizzen und Karten. Erstes Heft: Ursachen des Krieges. Tie beiderseitigen Kampfmittel. Ausbruch des Krieges. Tie Neutralität der Mächte. Wirkungen der kriegerischen Ereignisse auf die Stimmung und Maßnahmen der Heeresleitungen. Betrachtungen über die militärische Lage und wahrscheinlichen Operationen. Völkerrechtliche Fragen. Politische Gruppierung der Staaten. 3 Anlagen, 1 Karte, 2 Skizzen. 60 Seiten Text. Preis 1,20 Mk. Berlin, Militärverlag der Liebelsck)en Buchhandlung, W. 57, Kurfürstenstraße 18. — Tas Werk macht nicht den Anspruch, auf rein kritisch-kriegswissenschaftlichem Standpunkte allein zu stehen und danach beurteilt zu werden, vielmehr will es auch Nichtmilitärs in leichtverständlicher Weise alles vor Augen führen, die gegnerischen Schachzüge erläutern, auf die Errungenschaften oer verschiedenen Bewaffnung Hinweisen, das Verhalten der so verschieden gearteten Gegner kennzeichnen. Wie geschickt und sachgemäß der Verfasser seiner Aufgabe gerecht wird, das beweist das vorliegende 1. Heft. Man folgt den Ausführungen des Verfassers, der den Gegenstand nach allen Richtungen hin beherrscht, mit Interesse.
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Erscheint ISgttch außer SonnlagS.
d tm Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit bem hessischen Landwirt die Gießener Kamillen. Hitler viermal in der Woche beigelegL
Rotationsdruck u. Verla« der Brüh l'schen Uv ivers.-Buch'U.Stein- bmderct. R. Lange. Redaktion. Erveduwn und Druckerei:
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Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.
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Deutsches Deich.
Berlin, 16. März. Man meldet aus Vigo: Ter Kaiser begab sich heute vormittag bei herrlichem Wetter an Bord der spanischen Königsjacht „Giralda". Später machte der Kaiser mit dem König Al ph ons einen Ausflug. Tie Ausfahrt fand an Bord des spanischen Kanonenbootes „Vasco" statt. Als das Schiff bei den Kriegsschiffen „Pelayo" und „Urania" vorbeifuhr, feuerten diese Salut. Während die Musikkapelle des „Pelayo" die deutsche Nationalhymne spielte, brachten die spanischen Matrosen laute Hurrarufe aus. Tie Begegnung des Kaisers und des Königs trug einen herzlichen, freundschaftlichen Charakter. Sowohl während der Rundfahrt in der Bucht, als während des Fr üb stück s auf dem „Giralda" unterhielten sie sich auf das lebhafteste. Bei der Tafel tranken der Kaiser und der König einander zu. Beim Abschiede nach dem Frühstück umarmten und küßten die Monarchen sich wiederholt. Tie Musik an Bord der „Giralda" spielte die deutsche Hymne. Äls der Kaiser auf den „König Albert" zurückkehrte, brachte ihm das Publikum auf den zahlreichen Tampfern und Booten stürmische Ovationen bar. Nachmittags 5 Uhr 10 Minuten setzte sich der Tampfer „König Mert" mit dem Kaiser an Bord in Bewegung Ter spanische Kreuzer „Pe-
k;eoms aus Gesundheitsrücksichten entbunden. — 2er ;,3ar verlieh dem Befehlshaber des „Retwisan", Kapitän tifle-1 Ranges Tschensuowitsch, für die Abwehr des Angriffs lei Torpedoboote und die Zerstörung der Brander auf die SÄ von Port Arthur in der Nacht vom 24. zum 25. 'Hebrilar das St. Georgskreuz vierter Klasse.
Ker koreanische Handelsvorstand in Kjöngjöng am Tju- Mn-Zlusse erhielt eine Mitteilung von dem russischen Ge- Treraf in Wladiwostok, in welcher dieser ihn benachrichtigt, llcß. da Korea sich Japan angeschlossen habe, Rußland «Mi es als k r i e g f ü h r e n d a n s e h e. Temgemäß werden 12000 Mann koreanischer Truppen, die jetzt in Söul sind, Este Woche nach dem Norden von Korea gesandt werden. ?üie Japaner stellten endgiltig fest, daß eine größere Trup- «?nir acht russischer Feldartillerie am Nordufer des Jalu- lussk's Erdwerke aufwerfe.
Die Bewegungen des Wladiwostok-Geschwa- ß:i y hemmen den japanischen Handel in emp- Mlicher Meise. Ende März beginnt am südlichen Ufer dk Ansel Sachalin der Fischfang, wovon ein großer Teil Ott Japaner lebt. Die Japaner errichten dort Hütten, wo '•! iten gefangenen Lachs zerlegen und zum Versand föiingen. Die jetzige Lage macht es jedoch unmöglich, den g’inbtel fortzusetzen.
Deutsche Offiziere.
Kaiser Nikolaus empfing am 16. d. M. in Pe- lE?bmrg den Oberstleutnant von L au e n st ein und Major M. von Tett au vor ihrer Abreise nach dem Kriegsschau- . piche in besonderer Audienz. Ter Kaiser richtete an die 6-iflben deutschen Offiziere sehr huldvolle Worte. — Wie j bä „M. N. N." berichten, ist zur Teilnahme am russisch«- ) jLmischen Krieg seitens des Generalstabs der bayerischen ‘ SUnneti Major im Generalstab des 1. Armeekorps, Stet- i titn, entsendet. Er wird den Operationen der japanischen iömete in deren Hauptquartier beiwohnen und morgen k buchiin abreisen.
Japanische Stenennaßnahmen.
Tie japanische Regierung beschloß, dem Parlament in ciütt besonderen Tagung, die am 18. März Beginnen soll, £ Schläge zu unterbreiten betreffs Ausd ehuung des L km o n o p o ls auf bearbeiteten Tabak, Einführung edier Salz st euer und Erhöhung verschiedener anderer (8Stent. Tas Gesamtergebnis dieser neuen Einnahme- qimil'eit wird auf 68 Millionen Pen geschätzt. Die Kriegs- k !acle n vom Ausbrucb der Feindseligkeiten bis Dezember 1.IS04 werden auf 536 Millionen Pen geschätzt. Q iDnrb beabsichtigt, die Kosten durch die Erträgnisse von nisifit Steuern, ferner durch Bondsausgabe, durch eine fi Habende Anleihe und Entnahmen aus dem Spezial- i chiosfonds zu decken. Zu den. Steuern gehören vor allem ) i Allund- und Einkommensteuer, ferner Abgaben für ge- iWliiche Abschlüsse von Wein und Zuckerlieferungen an )üÄs'0mdsbörse, außerdem sollen die Stempelabgaben erhöht :««bcnt. Zu den neuen Steuern gehören diejenigen auf S inile, Stückgüter, Kerosin und Wolle. Tie Kriegs ko st en n:imem von dem Ausbruch der Feindseligkeiten bis zum 3!UMärz auf 156 Millionen Pen geschätzt, wovon z-W.eitt aber einschließlich der Summen für den Ankauf der Klmzeec „Nischin" und „Kafuga" nur 50 Mill, ausgegeben stzjnit Ms wird beabsichtigt, die Ausgaben bis zum 31. März n rit 1000 Millionen Schatzamtsbonds zu decken, die aber b'Mhmft sind, ferner mit 25 Millionen aus dem Kriegs- si::nte und 31 Millionen temporäre Anleihe. Tie Ausgaben vom ÜÄpril bis Dezember werden auf 380 Millionen ver- ai*gt. Mau beabsichtigt hierzu die Kriegsreserve von 4«-0» Millionen zu verwenden, ferner 200 Millionen Schatz- b.ib'A auszugeben, 68 Millionen durch Kriegssteuern auf- z^kin.izen, sieben Millionen aus den ordentlichen Einnahmen ulmbÄ) Millionen aus dem Spezialreservefonds zu ent- nt>m.
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Amts- md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen WWZ
^ eiqenteil: Hans Beck.


