Danöct unö Uerlityr. DoltiLüßtlschas!
mobil wurde vollständig zertrümmert.
* Berlin, 16. März. Dem „Lok.-Anj." zufolge er- schoß sich der Attacht der hiest-en koreanischen Gesandtschaft, Hyensik Hong, wie eS heißt, well er einen Wechsel über 5000 Mk. nicht bezahlen konnte.
* Stettin, 16. Mürz. Wie die „^benbpofP «ul LtraSburg m der Uckermark meldet, wurden auf einem ®ute in der Nähe zwei Arbeiter durch Aurströmeu ««ien getötet, em drllter liegt schwer krank darnieder.
* Bremen, 16.März. Zu der Mitteilung verschiedener
verini-eyre».
• Niederheimbach b. Lmgen, 16. März. Gestern abend fuhr ein Automobilfahrer in voller Fahrt gegen em Lastfuhrwerk. Der Fahrer wurde schwer verletzt. Er erlitt eine Brustquetschung und eine Gehirnerschütterung, sodaß er kaum mit dem Leben davonkommen dürfte. DaS Auto-
Kerrchtssaal.
K a l i f d) (Polen), 16. März. In dem Prozeß gegen den Kellner Isaak Weder, der beschuldigt ist, am 14. Dezember 1902 m Berlin seine Tante, die verwilliveie Händlerin Budwiq, eine 60,ahriqe Frau in ihrer Wohnung ermordet und fie beraubt zu haben, wurde heule das Urteil gesprochen. Der Angeklagte wurde zu 15 Jahren Zwangsarbeit und lebenslänglicher Ansiedelung in Sibirien verurteilt. Er nahm das Urteil mit Achselzucken auf.
der Bremer Lebensversicherungsbank in Bremen nach Unterschlagung von 30000 Mark sich im Augenblick der Verhaftung erschossen habe, teilt die Bank mit, daß die Unterschlagung bereits mehrere Monate zurückliegt. Der defraudierte Betrag ist sofort seitens der verantwortlichen Generalrepräsentanz ersetzt worden, so daß die Bank keinen Schaden erlitten hat. Prutz ist schon damals sofort entlassen worden. Die Generalrepräsentanz erstattete mit Rücksicht aus die Familie keine Anzeige. Die jetzige Verhaftung muß auf eine andere Ursache zurückgeführt werden.
• Mittweida, 16. März. Heilte wurde im hiesigen tädtischen Krankenhause der Wärter Arnold von einem geistesgestörten Insassen durch Axtbiebe getötet.
• Kaiserslautern, 16. März. In einem Steinbruche bei Pirmasens wurde bei Sprengarbeiten einem Arbeiter der Kopf abgerissen, vier andere wurden schwer verletzt.
• Castre Villari (Prov. Cosenza), 16. März. Gestern abend wurde hier ein heftiger, wellenförmiger Erdstoß Der- spürt. Schaden wurde nicht angerichtet.
Kunst.
— Tas Trianon-Theater in Berlin hatte am Dienstag, wie L. Schönhoff im „Tag" schreibt, mit seinen Pariser Novitäten rechtes Glück. Beide Stucke haben den Charakter von „Zournalisten-Komödien", Journalisten-Ko- rnödien aber von lebhafterem ^tllgesühl. Tie eine, „Tas elfte Gebot", von dem jugendlichen See, strebt sogar, wenigstens in ihren reiiulajeten Par^i n, nach der Cha« ratter-Komödie, sie ist aber sonst wohl zu schwer mit lebhaftem Raiionnement biuadeu. „Tas elfte Gebot" könnte etwa mit den Versen gekennzeichnet werden: „Hai der Jüngling ein Vergn. gen — Sei er dankbar und verschwiegen". Und Herr Lucien Rivolet ist nicht wasserdicht. So hat der Tropf das Nachsehen und führt, ähnlich wie der Tümmling in der „Ehpriennc", die beiden Ehegatten ersl recht zusammen. Tie zweite Komödie, „Ter Dieb" von Mirbeau, (das uns in Gießen für den nächsten Thea- teroereinsabend in Aussicht steht) ist kurzweiliger und schlagkräftiger. Freilich bedeutet sie schließlich nur den Mo- nolog eines philosophischen Einbrechers, der sein Handwerk sozusagen in Schönheit übt.
Im zweiten Abschnitt des Gesetzentwurfs „Strafbestimmungen" behandeln die Art. 17—25 die Jelb- entwendung. Art. 17 entscheidet im Anschluß an unser eitheriges Feldstrafrecht die Frage, bis zu welchem Zeit- >unkt Früchte dem Feldschutz unterstehen sollen, dahin, daß ich der Feldschutz erstreckt nicht nur aus die bereits vom Soden, Stamm oder Stock getrennten, noch nicht eingescheuerten Früchte, sowie über den Grundsatz, daß nur Früchte des Grund und Bodens den Feldschutz genießen, hinausgehend, auch aus sonstige Gegenstände der Feldwirtschaft, wie Tungstoffe, Hopfenstangen, Pfähle 2c. Ter Ausschuß hat für Art. 17 eine andere Fassung beantragt, wonach mit Geldstrafe bis zu 150 Mk. oder mit Haft bestraft werden soll, wer 1. noch nicht eingebrachte Erzeugnisse oder sonstige Ausbeute des Bodens, 2. Tungstoffe, 3. bewegliche Gegenstände, welche als Nutzen für Gewächse oder zum Schutze der Felder ober ihrer suchte dienen, — von Feldern entwendet. Tiefe Strafe tritt nur ein, wenn der Mert des Entwendeten 15 Mk. nicht übersteigt. Tie Bestimmungen des Reichsstrafgesetzbuchs in § 370, 2 bleiben unberührt. Tie Strafe soll, sofern keine strafmindernden ober erschwerenden Umstände vorliegen, in einer dem vierfachen Mert des Entwendeten gleichlommenden Geldstrafe, jedoch nicht unter einer Mark, bestehen. Tas Sammeln von Untraut oder anderen Bodenerzeugnissen, die für den Besitzer des Bodens keinen Wert haben, ist straflos, sofern es nicht vom Eigentümer, sonstigen ^Nutzungsberechtigten oder der Gemeinde verboten ist. Entwendungen aus Gebäuden, die sich in Feldern befinden, oder aus Vergwerk- schachten unterliegen der Bestrafung nach dem Strafgesetz.
Justizminister Tr. Tittmar hat gegen vorstehende Umänderungen des Art. 17, die auch zum Teil nur redaktioneller Art sind, keine prinzipielien Bedenken, hält aber im Interesse der Einheit!.chleit des Entwurfs.die Annahme der Regierungsvorlage für geboten.
Nach einer längeren, aber unwesentlichen Debatte, an der sich die Abg. Tr. Buss, Leun, Hauck, Braun, Tr. Tavid, Wolf, Erk, Schönberger, Schill, K o r e l1 und Tr. Heidenreich, sowie der Justizminister beteiligen, wird Art. 17 nach dem Ausschußantrag angenommen. Ohne Tebatte werden dann die Art. 18—21 genehmigt.
Tie folgenden Artikel betreffen die Feldbeschädigung. Für Art. 25, welcher bestimmt, daß mit Geldstrafe bis zu 150 Mk. ober mit Hast bestraft wird, wer auf Feldern vorsätzlich und rechtswidrig jremoe Erzeugnisse oder sonstige Ausbeute des Bodens, orer fremde beineglioje Gegenstände, bie als Stütze für Gewäcyse oder zum schütze der Felder ober ihrer Früchte bienen, ober wer endlich ös,entliehe ober Privatwege zerstört, Pfähle, Tafeln re. wegnimmt re. — hat ber Ausschuß ebenfalls eine andere Fassting festgesetzt, ni welcher der Artikel auch genehmigt wird.
Weiter werden noch angenommen die Artikel 23, 27 tinb 28. Tie Artikel 29 uno 30 regeln den Weidefrevel; ersterer wird genehmigt, für letzteren, den der Ausschuß zu streichen beantragt, die Beschlußfassung ausgesetzt. Rändern dann noch die Art. 31, 32 und 33 angenommen, vertagt sich das Haus auf morgen früh 9 Uhr.
Behauptung zurückweisen, als ob er die Bundesregierungen verstimmt hätte, weil er diesen seine Erklärung nicht vorher angekündigt habe. Zu bedenken sei ferner, daß bie verbündeten Regierungen nach wie vor eine Zulassung von Niederlassungen der Ordensgesellschaft Jesu nicht beabsichtigen. Bon einer Aufhebung des 8 1 des Jesuitengesetzes sei absolut ketne R e d e. Die Zustimmung des Bundesrats zur Aufhebung des 8 2 wäre vielleicht schon früher erfolgt, wenn nicht durch das Auftreten des Bischvss von Trier der Zeitpunkt für die Aufhebung unpassend erschienen wäre. Die Aufhebung selbst sei ein Gebot politischer Zweckmäßigkeit. Mitglieder ber verschiebensten Parteien haben sich für bte Aufhebung ausgesprochen. Es ist also nichts geschehen, weder auf gesetzlichem noch auf personellem Wege, was den wiederholten Vorwurf der Schwäche der Regierung gegenüber dem Ultramontanismus rechtfertigen funnte. Versteckte Vorwürfe des Abg. Dr. Porsch müsse er zurückweifen. Die Katholiken hätten allen Grund, mit ihrer Lage zufrieden zu sein. Der Gegensatz zwischen den büigeniü^en Parteien dürfe nicht durch übertriebene Betonung der konfessionellen Gegensätze verschärft werden. Ihre Einheit ist notwendig im Interesse der nationalen Erschloss.nheit nach außen tote gegenüber der sozialdemokratischen Gefahr im Innern. Was sie trennt, müsse aus dem Wege geräumt werden. (Bei- f all im Zentrum.)
Aus und Lund.
Gießen, den 17. März 1904.
** Empfänge. S. K. H. der Großherzng empfingen am 16. März u. a. den Prof. Dr. Sievers von der Landes-Universität Gießen, den Pfarrer Schwabe von Gießen, den Bürgermeister Stöpler von Lauterbach und den For''tmeistcr Spieler von Friedberg.
•• Personalien. Ernannt wurde am 12. Marz d. I. der Amtsgcrichtsdicner bei dem Amtsgericht Hungen Heinrich Nicolai zum Amtsgerichtsdiener bei dem Amtsgericht Gießen mit Wirkung vom Dienstantritt des für das Amtsgericht Hungen neu zu bestellenden Gefangenwärters und der Vizefeldwebel im Infanterie - Leib - Regiment Großherzogin Nr. 117 in Mainz Johann Engen Schlett zum Anlls- gerichtsdiener bei dem Amtsgericht Gernsheim.
Frankfurt, 16. März. Tie Vernehmung Staf- orsts wurde heute fortgesetzt. Nach der Tat begaben sich >ie Raubmörder nach ber Aussage bes Stassorst nach bem Norbenb unb in die Eckenheimer Landstraße, von wo aus ie wahrscheinlich durch den Knoblauchsweg, vielleicht auch rurch einen anderen Feldweg nach der Eschersheimer Land- traße gingen. Auf diesem Weg soll Groß den Zweikilo- gewichtstein weggeworscn haben. Groß begab sich über bte Eschersheimer Landstraße in seine Wohnung, während Lfas- forst über den Affen st ein und auf Umwegen in die Mainzer Landstraße und von da nach Griesheim ging. Tie Untersuchung ist also im vollen Gange. Täglich gibt es Vernehmungen, oft solche von vier unb fünf Stunben. Einstweilen tounbert sich Groß barüber, baß er überhaupt noch itzt. Dieser Tage sagte er zu einem Beamten, es wäre etzt Zeit, ihn enblich freizulassen, ba er doch mit dergänzen Sache nichts zu tun habe. Groß sitzt in ber Zelle, tu ber sich ber Röbelheirner Mädchenmörder Strack erhängt hat. Gestern morgen wurde er in Ketten gelegt, mit Hcmd- und Fußschellen versehen. Dabei wird ihn wohl eine böse Ahnung beschlichen haben. Ueber das Verhalten des Groß in seiner Wohnung meldet ein Berichterstatter ber „Frkf. Ztg." noch Einzelheiten. Nachdem Groß füngiertet Jahre, ohne polizeilich gemeldet zu sein, in ber Neuhofstraße logiert hatte, zog er am 20. Februar in bte Wohnung feiner Braut, Hansteinstraße 13. Er gab sich für einen Mann aus, ber“ über Gelbmittel verfüge; sein Vater habe eine Klavierfabrik, die er einmal übernehmen könne. Gelegentlich sagte er, er sei Geschäftsführer bei Lichtenstein! Als am Abend des Morbtags die Uniat besprochen wurde, meinte er gelassen: „Na, die Täter frieren sie wohl nie, bie finb längst über alle Serge!" (Sine Erregung war an ihm nicht zu merken. Er war an diesem Abend gegen seine Gewohnheit zwei Stunden früher nach Hause gekommen als sonst. Gewöhnlich ging er nach dem Morgenkaffee, den er kurz nach 9 Uhr mit feiner Braut einnahm, weg und kam gegen 4 Uhr nachmittags wieder. Abends war er stets gegen 10 Uhr zu Haufe. Seine Wirtin hat er nicht bezahlt; er wollte feine Rechnung am Tage des Auszugs begteid)en. Den Hochzeitstag hatte er unter allerhand Ausflüchten immer hiuausgefchoben. Mit großem Eifer las er bie Zeitungen, uno zwar nur bie Berichte über ben Mord, aber er selbst brachte nie das Gespräch barauf. Tie wiederholten Haussuchungen bei ihm haben nichts ergeben. Sogar die Asche im Ofen ist genau untersucht worben.
th. Gießen, 16. März. Der bieswöchige Viehmarkt, mit bem ber Frühjabrs-Pferdcmarkt verbunden war, zeigte, was Rmdvieh aniangt, einen recht starken Vorrat. Zum Verlauf standen ItAXJ—lu5U e-tüa Großvieh, darunter luO Fahrochsen, etwa 503—3o0 Kälber, 350 Schweine, 350 Pferde und 40 Fohlen. Für das Ascha ft in Milchkühen fehlte es nicht an Kuno schäft, die tote immer vom Rhein, Main unb von der Sieg an den Markt gekommen war und teilweise am Vormarkt bereits starke Einkäufe in ostfriesischer Ware machte. Obschon die Verkäufer für gute Kühe hohe Preise verlangten, wurde doch ein recht guter Handel erzielt. Das Geschäft in alten Kühen macht sich an unseren Märkten immer schwerer, die nachdem ie abgemotlen sind, gemästet und zum Schlachten vertäust werden. Der handel in Fahrochsen, welch? in sehr schomn Paaren zu Haden waren, war sehr belebt. Besonders die Landwirte aus dem Kreise und der Provinz, bei btrnii man jetzt mit der Feldarbeit beginnt, sorgten bafnr, m ber Handel in Gangvieh recht belebt sich gestaltete und damit zusammenhängend gute Preise für die Ware erhielt wurde. Das Geschäft in Fettvieh, mit Ausnahme von ungen fetten Rindern, welche gefugt waren, machte sich weniger gut Auch beim Kälberhandel waren die Hoden Preise des letzten Marktes nicht zu erzielen. Es wurden gehandelt: Kühe frischmelkend und tragend 1. Qualität 425—500 Mark, 2. Qual. 350—400 Mk., 3. Qual. 26O-32o Mark, Abmelkkühe 200—240 Mk. pro Stück. Fettvieh wurde gehandelt der Zentner Schlachtgewicht: Fette „Rinder 1 Qual. 60—68 Mk., 2. Qual. 62-64 Mk., fette Kuhc 4S-o- Mark, Kälber 1. Sorte 65—70 Mk., 2. Sorte 60-64 Mark, 3. Sorte 54—58 Mk. Gangvieh wurde verkauft pro Paa 1. Sorte 880—980 Mk. (einzelne Paare höher; das bcsie Paar ging für 1070 Mark nach dem nahen Annerck fort), 2. Dort« 78O-8ÖO Warf, 3. Sorte 680-740 ®« 21/2—3jährige Fahrstiere wurden pro Paar mit 660—jju. verkauft. Um den kleinen Vorrat von Schweinen war Handel nicht groß. Tie erzielten Preise waren Nicht ho^ doch kann man von einem eigentlichen Markt bei oem geringen Auftrieb nicht reden. Ter Vorrat an jßfctD bestand meist aus Arbeitstieren und zwar durchschmt uw prachtvollen Exemplaren, für welche allerdings ansehnl Summen gefordert, und da gutes Pferdematerial nirge - billig zu haben ist, auch von den Käufern, bie am Markt waren, bezahlt warben. Unsere heimischen Pstn hänbler Frensdorf und Michel brachten größere TranSponr ausgefucht schöner belgischer Pferde. Aber auch die a . roärtigen Konkurrenten leisteten in der Qualität der - Verkauf vorgeführten Gäule Vorzügliches, ^er Setie? während der eigentlichen Marktstunden auf dem Ps markt war gewaltig. Wenn auch unter den Besuchern Marktes die meisten Neugierige waren, so waren doa« genügend Käufer darunter, sodag die Har^elsleute our Ichnittlich mit dem pekuniären Erfolg des
Marktes zufrieden sind. Von den Interessenten wurd ob anerkannt, daß das Pferdemarktkomite-; seinevolle digkeit getan und sich berechtigten Wünschen 0c0en5r entgegenkommend gezeigt Hot. Auch aus, daß die Markieinrichtungen sur den Bserdeyanv I praktisch seien, und daß man beim Herbstpferdemartr Gießen wieder zur Stelle sein werde.
Allbekannt ist da» Wirten der Krankenpflege, und Vereine in Krieg und Frieden. In A.ierke.mung der groveu dienste Hal die hoh« Kaiserliche Regierung bei A,ch lö andere Bundesstaaten bie Genehmigung ,u einer awje l-tteri. »,n E (Äelbgtro. mit SHL 0eöeb«n, beceiiggj
bereits am 11. und U. April 1904 Uattfuidet. Die vaup'S smd Ptk. 90,000, Mk. 10,000, Wt. 6,000 M. Da»
11 Lose 10 Mk. unb fmb solche beim
etragburp l tz. und allen bekannten ^os-Berkauieste zu Näheres ist aus de« Jnseraien zu ersehen.
Keer und Iloile.
Berlin, 16. März. Die auffallende plötzliche Ver- 'etzung von 8 jüngeren Offizieren de§ 1. Garde- Regiments zu Fuß wirb in Potsdam viel besprochen. Es handelt sich um Offiziere, die zu dem Kronprinzen m freundschaftlichem Verhältnis stehen. Ein Gerücht will wissen, daß die Versetzung deshalb erfolgt ist, weil die Offiziere in Gemeinschaft mit dem Kronprinzen in Berlin die Aufführung von Beyerlcins Zapfenstreich in Zivil besucht hoben, was aiich für den Kronprinzen nicht ohne Rtißh eilig keilen abgelaufen sein soll.
München, 16 März. Die .Korrespondenz Hoffmann" meldet: Tie in der Presse verbreiteten Gerüchte von einer bevorstehenden Abberufung des Generalmajors v. Endres von dem Posten des bayerischen Militärbevollmächtigten in Berlin en Wehren jeglicher Grtindlage.
’£uduminlaii|d)es
Berlin, 16. März. Tie Bud getkommission des Reichstages beriet den Etat für Ostafrita weiter und ■ bewilligte 70 000 Mk. für die Grenzfeststellungslommission gegen Uganda und Britifch-Ostafrila. Tie Kommission beschloß, dem Plenum zu empsehlen, die von der Reichspoft- verwaltung abgerundete Vorlage, nach welcher 300 000 Mk. nicht für die Telegraphenstrecke Tabora-Najiji, sondern für bie Strecke Tabora-Muamsa verwendet werden sollen, anzunehmen. Tie Kommission berät sodann den Etat für Togo und genehmigt die dritte Rate mit 430000 Mk für den Bau einer Landungsbrücke in Lorneund für den Bahnbau Lorne-Kleinpopo. Sodann soll der Etat für Südwestafrika beraten werden. Tie Kommission beschließt jedoch, mit Rücksicht aus die dortigen Ereignisse die Beratung auszusetzen und beim Plenum zu beantragen, ihr den ganzen Etat für Südwestafrika nebst den Nachträgen zu überweisen. Tie Kommisf i.on nimmt darauf das Küpilel Kolonialverwaltung aus dem Etat des Auswärtigen Amtes an und gebt zur Generaldebatte über den Gesetzentwurf betreffend Aenderungen im Finanzwesen des Reiches über. Abg. Müller-Fulda begründet den von ihm ein» gebrachten Antrag, welcher weiteres Material betreffend die voraussichtliche Entwicklung der nächsten zehn Jahre fordert. Schatzset'retär Frhr. v. Stengel sagt letzteres zu, soweit es ohne Prophetengabe möglich sei. Abg. Tr. P aa s ch e bekämpft den Antrag. Eine Beantwortung ber gestellten Fragen fei unmöglich. Abg. Bebel glaubt dies ebenfalls. Abg. Richter hält die Fragen für berechtigt, obschon ihre Beantwortung nur für einen kürzeren Zeitraum möglich fei. Ter Augenblick fei wegen der unsicheren Lage für eine Finanzreform ungeeignet. Schatzfekretär Frhr. v Stengel erwidert, gerade die Zeit einer ungünstigen Finanzlage fei günstig für die Turchführung der Finanz- reform. In guten Zeiten denkt niemand an eine Reform. Tie Wirkungen der Lex Franckenstein haben sich heute in bas Gegenteil verkehrt. Tarum werden Richter und Bebel fonfequenterroeife jetzt deren Gegner. Auch das Zentrum sollte es tun. Daß neue Steuern kommen, werde wohl behauptet, niemand aber weiß es. Tie Franckenfteinsche Klausel umfaßt heute 400 bis 500 Mill., piefe Summe wird auf 500 bis 600 Millionen steigen. Tie Vorlage soll den Etat übersichtlicher gestalten und den Bundesstaaten einigen Schuk gewähren dadurch, daß das Reich sich nach einer beftimmteu Decke streckt. Tie Vorlage ist maßvoll und entspricht dem gesunden Menschenverstände. Tie Gegner unterschieben der Vorlage fälschlich Tendenzen, welche den Regierungen durchaus fremd find. Zur Zeit der Schaffung der Franckensreinfchen Klausel dachte man nicht an ungedeckte Ma.rikularbeiträge. Die Einzel- staaten können ange sichts ihrer großen inne* xen Aufgaben nicht auf die direkten Steuern in q u n fi e n des Reiches vernichten. Im Interesse des vieiches liegt es, st a r k e Gli e d er i n d e n Bu n d e s - staaten zu haben. Tie Weiterberutung wird auf morgen
Berlin, 16. März. Bei Beratung des Kultus- Etats im Abgeordnetenhaufe antwortete heute Ministerpräfident Graf Bülow auf Vorwürfe der Abgg. tzackenberg (nl.) und Porsch (Ztr.). Von A b b ä n g i g t e i. t der Regierung vom Zentrum und politischem Kuhhandel tonne feine Rede sein. Weder daä Ge.Vtz über bie Sicherung bes Wahl-GeheimnisseS, das übrigens von feiner Seite ernstlich befämpft wurde sowie auch die Erhöhung des Zolles auf Braugerste sowie die Errichtung einer fathol.-theoi. Fafultäc an ber Universität in Straßburg fönnten als ein Sntgeaenkommen gegen-


