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17.2.1904 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

Mittwoch 17. Februar 1804

VezrrgöPretS:

monat

wurde von

Frau eines Sonntag auf aufgefunden.

154. Jahrgang

lenburg und vom Reichskanzler Graf Bülow unterzeichnet ist, bittet um Spenden für die durch den Auf st and der Herero Betroffenen.

s.

Abgeordrirten- des Präsidiums für

I und dann die Be- Salmen'^erwaltuna , f andern die Weiter

Vermidchte».

- Saarbrücken, 16. Febr. Bei einem MaSken- fcft in St. Ingbert kam c5 zu einer schweren Messer­stecherei, deren Hergang noch nicht genau ermittelt ist. Der 20 jährige Glasbläser Schicke! verletzte eine größere An­zahl Personen durch Messerstiche. Der Glasbläser Max Zang

Mk. 2060 ab. Die Jagd von Atzbach Fabrikant Rinn in Heuchelheim gepachtet.

e. Großen-Linden, 17. Febr. Die hiesigen Bahnarbeitcrs wurde in der Nacht von Montag in der Nähe des Dorfes ertränkt

diePost Mt.2. Viertel­jahr!. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen sür die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12 Pf, auswärts 20 Psg.

Verantwortlich für den polit. und allgem. Teil: P. Wtttko; für Stadt und ßortfr und Gerichtssaal": August Goetz; für den An­zeigenteil: HanS Beck.

GiehenerAnzeiger

General-Anzeiger " A~z

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Man vermutet Selbstmord, doch könnte die Unglückliche auch im Dunkeln in§ Master gefallen sein.

[] Marburg, 16. Febr. Auch in unserer Stadt wurde am heutigen Fastnachts-Dienstag dem fröhlichen Mummenschanz wieder in ausgiebigster Weise gehuldigt. Von den frühen Morgenstunden an bis spät in die Nacht hinein belebten Hunderte von originellen Gestalten die Straßen, und ein närrischer Festzug folgte auf den andern. Dazwischen bemerkte man allerhand phantastisch dekorierte Wagen, iu a. sogar dasNeue See-Rum-Jnstitut". In den NachmittagS- stunden steigerte sich besonders im Zentrum der Altstadt der Straßenverkehr dermaßen, daß nur mit Mühe durchzukommen war. Den größten Teil der Maskierten stellte natürlich die Studentenschaft, die sich vor Semesterschluß noch einmal amü­sieren wollte. Abends fanden in verschiedenen Lokalitäten närrische Konzerte statt.

Frankfurt a. M., 16. Febr. Einen schlechten Fastnachtsscherz haben sich bis jetzt noch unbekannte Leute in der Wirtschaft Eichwaldstraße 20 geleistet, indem sie die Gasleitung auf dem Kloset beschädigten. Als der Wirt, ein 26 jähriger Mann namens Walter, den Gasometer auf- drehen wollte, entstand eine schwere Explosion. Walter wurde im Gesicht und an den Händen verbrannt. Sein Zustand ist bedenklich. Auch einige weibliche Personen er- litten Brandwunden. Man nimmt an, daß das Leitungsrohr durchschnitten war.

Kleine Mitteilungen aus Hessen und ben Nachbar st aaten. In Inheiden und Utphe ist die Einführung der Feldbereinigung genehmigt worden. In Inheiden stimmten die Eigentümer von 175,1000 Ha., in Utphe von 207,8000 Ha. Land dafür. Der Posthilfsbote May in Mainz erschoß sich aus Liebeskummer. Die Polizei fand ihn mit der Narrenkappe auf dem Kopfe in seiner Wohnung. Au§ Anlaß des jüngst vorgekommenen Selbst­mordes eines Sergeanten des 87. Infanterie-Regiments sind sämtliche Unteroffiziere und Sergeanten des Mainzer Regi­ments von ihren Vorgesetzten auf die schweren Folgen der Soldatenmißhandlungen aufmerksam gemacht worden. In Frankfurt hat sich ein von auswärts zugerei,tes Ehepaar namens Schadendorf in einem Hotel erschossen. In Cron- berg i. T. ist die Aufstellung de§ Denkmals der Kaiserin Friedrich an der Cronberger Stadtkirche nunmehr beendet. Der Enthüllung werden der Kaiser und die Kaiserin bei­wohnen. In Höchst a. M. wurde am Bismarck­denkmal das Portepee und die beiden Sporen ab­geschlagen. Die Polizeiverwaltung hat eine Belohnung von 200 Mk. für die Namhaftmachung des Täters aus­gesetzt.

Ausland.

Rom, 16. Febr. Wie dieTribunal schreibt, hatte Schatzminister Luzzatti mit dem deutschen Botschafter Grafen MontS eine Besprechung über den deutsch-italienischen Handelsvertrag, bezüglich dessen die Verhandlungen in einer Weise fortschreiten, daß die Hoffnung auf eine dem- nächstige günstige Lösung gerechtfertigt erscheint.

Konstantinopel, 15. Febr. Konsulardepeschen auS Uesküb und Prizren melden, im Gebiete von Djakowa hätten zwischen oppositionellen Albanesen und türkischen Trup­pen Kämpfe stattgefunden, über die Einzelheiten noch fehlen. Die Bewegung beginnt sich auf das Gebiet von Djuma (südlich Prizren) auszudehnen.

UnmaSkierten sich darbot. Wie ein großes, viel ver­zweigtes Telegraphennetz zogen sich die Linien der Papierschlangen durch den Raum, und eS wurden mit dem Papierzeug heiße Kämpfe ausgefochten wobei sich einzelne flinke weibliche Hände siegreich auSzeich- neten. Sogar mitKrüppeln" traktierte man sich mitunter, aber wenn auch öfter die ZwischenrufeHut ab" lauter und drohender wurden, so gab es doch nirgends eine lieber» schreitung der karnevalistischen Amtsgewalt. Eine ganz be- onders lustige Ecke war die, wo Einige, darunter auch ein allgegenwärtiger, vielumworbener, aber in Name und Stand unerkannt gebliebener Burenhäuptling, saßen, die sich mit Fug und Recht als dieletzten Romantiker" bezeichneten und im Kräppelesten, Bier dazu Trinken und der Mobilisierung ihrer Wehrkräfte und ihres SchießzeugeS ihresgleichen nicht hatten. Als sie schließlich aufbrachen, um noch anderwärtsihr Zeug zu machen", herrschte natürlich bei den verlassenen, auch ganz kriegstüchtigen Nachbarn eitel Betrübnis. Im Cass Heitler ging an einzelnen Tischen die Unterhaltung mehr inS Geistreiche, so daß dieRomantiker", diewaS erleben" wollten, nicht umhin konnten, zum Schluß noch einmal anderswo Unterkunft zu suchen. Wenn man nun heute am Aschermittwoch all die erlebten KriegSereigniste, u. a. auch die Schlacht imSchipkapaß", wobei sich der schon er­wähnte Burenhäuptling rühmlich hervortat, an sich vorüber­ziehen läßt und die übrig gebliebenen metallenen Streitkräfte im Geldbeutel zum Sammeln ruft, merkt man, daß die Ver­luste doch groß gewesen sind. Der gefürchtete Tag begrüßte die Helden des vorangehenden mit Stimmen der Mahnung, weniger der Hoffnung, für die Zukunft.

Jagd-Verpachtung. Die Jagd von Großen» Bus eck, 400 ha Wald und 1200 ha Feld, die bisher an Ehr. Petri V und Genossen aus Gießen für Mk. 1540 pro Jahr verpachtet war, ging vor einigen Tagen an Kommerzien­rat W. Gail-Gießen, Emil Goll-Frankfurt, Georg Koch und Adolf Klingspor-Gießen für eine Jahrespacht von

i. yebruar 1904.

Mwoch den 24. Ze- uigSjaaie des Negier» 9, eine öjfentlity tßcooint Dbetijeffen Hesiuh des Heinrich . yun Betrieb einer .erqüinntz im Äiege chmng der Beiriebs- inbrüche,bereinigte ^teinheim. 3. Unter« Wingen; hier: Bei­der *Hedwig", hier: einer Böschung »fahrt zu Weid.

>en 20. Zebruar, vor- ile des Reg.erungs- Dto Meisausschches

Rekurs Der Georg IL zu Gießen gegen :qermei|terei Gießen, ließen gegen zwei Po- ei Gießen.

des Krolibauer- einertrag des Kon« .4.96 Marl. Dieser verwiesen worden.

jährlich

Aohole» u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch

Deutsches Reich.

Berlin, 16. Febr. Der Kaiser fuhr heme beim Reichs­kanzler vor und hörte, inS Schloß zurückgekehrt, die Vorttäge des Chefs deS MilitärkabinetS, des Chefs des Admiralstabes und deS Chefs deS MarinekabinetS.

Kaiser Wilhelm wird am 1. März *5 Wil­helmshaven eintreffen, um dieRekrutenvereidigung vorzunehmen.

In der Wahlprüfungskommission wurde der Bericht über die für giltig erklärten Wahlen deS Grafen Ballestrem und Günther (nl.) sowie über die beanstandete Wahl deS Abg. Bros Ski festgestellt. Betr. Wahl deS Abg. v. Brockhausen (k.) sollen eine Anzahl Erhebungen angestellt werden.

Heute fand hier eine allgemeine, stark besuchte Aerzteversammlung statt, in der sämtliche Redner auf die hohe Bedeutung der Beschlüsse der Berlin-Brandenburgischen Aerztekammer hinwiesen, durch die eine freiwillige Organisation der Aerzte bei Vertragsabschlüssen mit Behörden und Kranken­kasten in die Wege geleitet werden soll. Es wurde eine dem­entsprechende Resolution angenommen.

Crimmitschau, 16. Febr. Dem Bürgermeister Beckmann wurde eine jährliche Gehaltszulage von 1000 Mk. zugebilligt. Begründet wurde diese Zulage damit, daß in Anbetracht der schwierigen Verhältniste, in denen der Bürgermeister eS weder den Arbeitgebern, noch den Arbeitern recht machen konnte, seine Tätigkeit Anerkennung verdiene. Dieser Beschluß wurde in geheimer Sitzung gegen die fünf Stimmen der Sozialdemokraten gefaßt.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 17. Februar 1904.

* Professor Dr. Winckler, welcher bis vor einigen Jahren an der Veterinäranstalt, sowie als Kreisveterinärarzt tätig gewesen war, feierte dieser Tage seinen 7 0. Geburts­tag. Das veterinärmedizinische Collegium brachte dem Jubilars bei diesem Anlaste seine Glückwünsche dar und über­mittelte ihm den Dank für feine langjährige, treue und erfolg­reiche Amtsführung.

Das Fastnachttreiben setzte sich gestern nach­mittag mit bedeutend vermehrtem Aufwand von karnevalisti­scher Stimmung fort. Namentlich der SelterSweg war, wie alljährlich, in den Dämmerstunden der Schauplatz eines wahren KirmeStrubels. Von allen Seiten zischten die Papier­schlangen, regnete es Konfettiströme, und nicht nur das männliche Geschlecht allein gab sich diesen übermütigen Neckereien hin, sondern auch die holde Damenwelt in ihren schönsten Vertreterinnen war mit mit vollen Händen damit beschäftigt, den bunten, fest anhaftenden Flimmer auszuteilen und dem sorglos Dahinspazierenden in die Ohren ober in den Kragen zu stopfen. Wenn die närischen Wagenzüge sich durch die Mengen drängten, flogen von und zu den Fenstern, aus denen bezöpfte Köpfchen herauslugten, Apfelsinen und BonbonS. Von gut vorbereiteten Witzen, etwa lokalhumori­stischer Art, war indessen nicht viel wahrzunehmen. Ein fahrender, zärtlicher Spielmann, ausgerüstet mit allem, was stolze Frauenherzen bewegen kann wenn man von der langen Nase absieht, die er sich zu seiner Verschönerung auf­gesetzt hatte erregte, als er den Frauen und Jungfrauen ritterlich Arm und Geleite anbot, viel Heiterkeit. Belacht wurde auch ein als Gendarm Verkleideter, der sich hastig hinter irgend jemand herbewegte, so daß es den Anschein einer bevorstehenden Verhaftung gewann, was Jntereffe und Auflauf hervorrief. Die Studenten waren an dem Mummen­schanz natürlich am meisten beteiligt. Abends fehlte es nicht an Gelegenheit, das karnevalistische Treiben in den Wirts­häusern fortzusetzen. Der Fechtverband Gießen-Lahr hatte im Cafs Leib einen gut besuchten Maskenball mit hübschen Gruppenaufführungen, der bis zum frühen Morgen mit unvermindertem Frohsinn fortgesetzt wurde, von dem sich zur Kurzweil Mancher zeitweise entfernte, um zu sehenwas sonst in der Stadt los sei." Und es war viel "lo§." In der Turnhalle hatte die Vorturnerschaft des Turnvereins karnevalistische Herren- und Damensitzung", von ba gingS nach dem Cafö Skalitzky, wo gestern von nachmittag ab karnevalistisches Konzert stattfanb und ein ungewöhnlich buntes Durcheinander von Maskierten und

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Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesfi'chen Landwirt die Gießener Zamilien- blätter viermal in der Woche beigelegt.

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Dolitische Tagesschau.

Der Reichstag und die Kunst.

Aus den Tagen der Kämpfe um die lex Heinze stammt oas geflügelte Wort:Die Mehrheit des Reichs­tags versteht von der Kunst soviel wie der Blinde von der Farbe." Die deutschen Künstler akzeptierten dieses Wort einmütig. Jetzt dürfte eine etwas veränderte Auffassung bei ihnen platzgreisen. Das ebenso überraschende wie lebhafte Eintreten des Zentrurnssührers Dr. Spahn für «die von her Vertretung der deutschen Kunst auf der Weltausstellung in St. Louis ausgeschlossene s e z e s s i o n i st i s ch e" Richtung der deutschen Malerei wird bte deutschen Künstler überzeugt haben, daß auch in den Mehrheitsparteien des Reichstags das Verständnis für die Eigenart und den künstlerischen Wert der sezessionistischen Richtung nicht fehlt. Diesen Eindruck zu vertiefen, war der Verlaus derSezessionsdebatte", der hochstehende Kunstfreunde in den Diplomatenlogen, namhafte Künstler auf den Tribünen lauschten, geeignet. Mehrere Volksver­treter legten kräftiges Zeugnis a6 für dieNotwendig­keit der Freiheit in der Kunst, für die Gleich­berechtigung deralten" und derneuen" R i ch t u n g in der Malerei; man vernahm allerlei scharf Kri- ttsches, sogar auch von konservativer Seite, über die von Berlin aus protegierteoffizielle Sun ft", und über den Gegensatz der künstlerischen Anschsauungen in Preußen und in den Kunstzentreu der Einzelstaaten, wie München, Stuttgart, Karlsruhe, Weimar und unserem Darmstadt.

Die schärfsten Worte, wohlversehen mit Spitzennach oben", fand Abg. Singer (Soz.), der die Kunstdebatte in der Budgetkommission in Fluß gebracht hatte. Daß er die Sezessionisten alsArme Leut-Künstler" für die Sozialdemo­kratie reklamierte, wird diesen Malern aber kaum genehm sein und entspricht heute auch! keineswegs mehr den Tat­sachen. Tendenz-Malerei ist heute vielmehr verpönter denn je unter den modernen Künstlern. Sie suchten viel mehr das Lyrische in der Natur, die seinen, kleinen, intimen Reize im Unscheinbaren, scheinbar Alltäglichen, das doch so außer­ordentlich zartem Wechsel ständig unterworfen ist. Die Politik hat mit'der Frage nicht das Mindeste zu tun; sie damit verquicken heißt den Künstlern, den Wien wie den Jungen, einen schlechten Dienst erweisen.

Am bemerkenswertesten war natürlich die Erklärung oes Regierungsvertreters, des Staatssekretärs Grafen Posadowsky. Er bestritt auf Grund des Materials über die Tätigkeit der Jury, daß dieSezessionisten" majorisiert worden seien. Sie hätten sich dem Urteil der Zentraljury nicht fügen wollen, sich selbst ausgeschlossen. Die Regierung habe jedenfalls keine Veranlassung, in den Kampf der beiden Richtungen entscheidend einzugreisen, wenn auch kein Hehl daraus zu machen sei, daß unter den Bundes­fürsten und Regierungen die Anschauungen über Kunst auseinander gehen. Diese Erklärung konnte die Auffassung nicht aus der Welt schassen, daß in St. Louis mit Wissen des Reichskommissars eine Bevor­zugung der der alten Richtung huldigenden Kunstgenossenschaft gegenüber dem moder­nen Künstlerbund stattgesunden hat.

Dem wurde in der Debatte auch Ausdruck gegeben, be­sonders lebhaft seitens des hessischen Abg. Grafen Oriola, der über den preußischen Akademie-Direktor Anton von Werner und über das süddeutsche Kün st empfinden in mar­kanter Weise sich äußerte. ?lbg. Dr. M ü l l e r - Meiningen (Fr Vp.) stellte seine Erkundigungen den Mitteilungen des Grasen Posadowsky gegenüber. Gegen den auf den Staats­sekretär angewendeten AusdruckPrügelknabe" erhob Vizepräsident Gras Stolberg Einspruch Da bediente sich unter Heiterkeit des Hauses der Redner der Bezeichnung Armes Opferlamm". Dr. Müller-Meiningen bestritt die Angaben über die Zusammensetzung der Jury. Die Se­cession sei von vornherein im Nachteil gewesen.

Der badrische Gesandte Graf v. Lerch en f eld schwieg seltsamerweise. Doch gab es wenigstens eine Erklärung des Vertreters der weimarischen Regierung: daß hie vielerörterte Reise des preußischen Kultusministers in die Goethestadt mit Kunstangelegenheiten nicht zusammenhing. Graf Posadowsky nahm für das Oberhaupt des Reichs hna Neckt der Meinungsäußerung auch in Kunstfragen in Anspruch Abg. v. Kardorff (Rp.), dessen Sohn als ^aabter Sezessionist gilt, hielt dem Staatssekretär ent- aeaen daß es sich hierum im Grunde nicht handele. Dies wird "dem Grafen Posadowsky selbst nicht entgangen fein. <>vir Sezession bedeutet her Tag einen unleug- baren Triumph. Mit Einmütigkeit hat sich der Reichs- taa für den Grundsatz entschieden, jede Richtung her Kunst 8tt? Geltung kommen zu lassen, fofem sie Wnstlerisches leistet. _________________

Z»cr^Aufstand in Aeutsch-Südwestafrika.

Man meldet aus Oka Hand ja vom 17. d. M.: Hinern von 9 Uhr morgens ab wurde Geschütz feuer aus her Richtung von Otjambingwe nach Farmen zu ge- anrf Das Neuer stammte vermutlich von her Kolonne des Kavitänleutnants Gy gas her, bei der sich auch die Ober­leutnants Kuhn und Ritter von der Schutztruppe be-

Abg Frhr. v. Erffa hat von amtlicher Stelle die Meldung erhalten, daß sein Sohn, der sich aus emer Studienreise in Südafrika befand und nach Ausbruch des Aufstandes als Vizewachtmeister bei der Schutztruppe ein- aeroaen worden ist, sich nach einer gestern nachmittag Angegangenen Depesche des Obersten Leutwein wohl er­halten in Omaruru befindet, nachdem er mehrere Gefechte. E^^Aufruf^der vom Herzog Johann Albrecht zu Meck-