Herero. Sie wollte letztere abschne'iden und ließ daher bte Artillerie eingreifen. Hauptmann Kliefoth, der bei den Geschützen zu Pferde hielt, wurde durch dieSchul- ter geschossen. Er ließ das Gefecht abbrechen, da der Gegner die Stellung geräumt hatte. Tie Herero waren schwer erkennbar, weil sie mit Uniformen von Peters Magen bekleidet waren. Wir hatten keine weiteren Verluste, die Herero, die mehrere hundert Mann stark schienen, aber schwere. Tie Herero hatten teilweise M 1871/1888 Gewehre; es befanden sich entlaufene eingeborene Soldaten unter ihnen. Mir gingen nach der Wasserstelle Otjikango zurück und sandten am 30. Januar Karren mit Verwundeten und zum Holen von Proviant nach Outjo. Dis zur Rückkehr der Karren sollten Züge gegen die Herero nach Osongombo und andern Plätzen unternommen werden. Anscheinend haben die Herero sich dort und anderwärts auf einer über Waterberg östlich gehenden Linie gesammelt, um die Verbindung zwischen Outjo und Omaruru abzuschneiden. Als jedoch unruhige Nachrichten aus Outjo kamen, wurde am Abend des 30. Januars der Lagerplatz von Otjikango verlassen und wir trafen nach einem Eilmarsch am Morgen des 31. Januars wieder in Outje ein. Oberleutnant Frhr. v. Schönau-Wehr war inzwischen aus Seßfontein eingetroffen und unternahm eine Erkundung nach Westen, wo auf der Farm Khauas bei dem Farmer Kreuz sechs Farmer, die sich mit Familien und Vieh gerettet hatten, unter Leitung Krenz' und mit Hilfe dreier Reiter von der Schutztruppe sich selbst erfolgreich verteidigten. Die gestohlenen Herden wurden eingebracht, mehrere Diebe erschossen. Die Hottentotten im Norden sind ruhig trotz der vorherigen Alarm- , nachrichten, ebenso die Ovambo, die sehr gefürchtet werden. Die Ovambo sind mit den Herero gerade wegen eines Wagendiebstahls in -einem kleinen Zwist. Immerhin ist Vorsicht geboten, deshalb kann die Kompagnie nicht weit weg und beschränkt sich vorläufig auf größere Offizierpatrouillen im Umkreis von etwa 60 Kilometer. Nnige Belagerte brechen morgen mit der Post über Franzfontein nach Swakopmund durch die Namiebwüste durch. (Der Durchbruch ist offenbar geglückt, da diese Leute auch das Telegramm des Berichterstatters zur Küste gebracht haben müssen.) Wir warten weiter auf Entsatz, da der Transport der Ersatzkompagnie fällig ist. Die Ausgedienten verbleiben auf der Station. Okankwejo wie Seßfontein sind geräumt, damit alle Streitkräfte hier verfügbar sind. Wir haben über 120 Mann. B e fr e m d e n d ist, daß die lange Jahre hier lebenden Missionare so wenig Kenntnis von den Eingeborenen hatten. Wir fanden auf der Reise bis Thumeb, der künftigen Hauptstätte des Bergbaues der Olavi-Gesellschaft, und bis Grootfontein alles äußerlich friedlich Besonders in dem auch betroffenen Grootfonteiner Bezirk, vielleicht dem reichsten Südwestafrikas, hatte das reiche Regenjahr die schönsten Hoffnungen geweckt. An Plätzen mit ständigem Wasserlauf walc "die erste Maisernte reichlich ausgefallen und die zweite Vielversprechend. Bei den Gesellschaften und der Regierung herrschte große Nachfrage nach Ländereien. Der Besiedlungskommissar Rohrbach hatte gerade Farmen für zehn vom Reich unterstützte Ansiedler, die kommen sollten, ausgesucht. Die Otavi-Gesellschaft hatte in Thumeb mit 80 Ovambo die ersten Arbeiten im Hinblick auf den baldigen Bahnbau eingeleitet. Alle Hoffnungen sind nun vereitelt, das Land ist auf lange ruiniert. Manche Handelsfirmen sind bedroht.
*
Wolfbureau bestätigt diese Nachrichten kurz, indem es meldet: „Oberst Leut wein telegraphiert unter dem 16. Februar folgendes: Am 16. und 19. Januar hatte die Kompagnie von Outjo Gefechte südlich und östlich dieses Platzes. Der Feind wurde zurückgeschlagen. Verwundet: Hauptmann Kliefoth, Feldwebel Glazet. Als ermordet gemeldet: Ansiedler Karl Behre aus Eutin; Peter, Farm von Petersdorfs; Franz Boettcher-Hamburg, Schwarz, Farm Savannes; Paul Hov, früherer Eisenbahnunteroffizier, Frau Hoy gerettet. Outjo ist nicht direkt bedroht. Gobabis ist infolge Rückzuges des Feindes frei. Die nach Outjo gelangte Expedition ist im Gang. Die nach Gobabis abgesandte Expedition setzt ihren Marsch dorthin fort behufs Säuberung des ganzen Distrikts."
Wie der „Berl. Lokalanz." aus Okahandja meldet, hatte die Kompagnie Fischet am 14. Februar zwischen Seeis und Windhoek auf dem Wege nach Gobabis ein V o r - Postengeplänkel, wobei die Seesoldaten Mahnke, Luttermüller und Schneider fielen, Seesoldat Henze schwer, Gefreiter Arndt leicht verwundet wurden.
Dem „Braunscblw. Anz." ist ein Brief aus K a r i b i b vom 10. ds. zur Verfügung gestellt worden. Tarin heißt es, daß die Herero von Okahandja Farmern dort sagen ließen, sie möchten sich entfernen, da sie kommen würden, um das Vieh weg zu treiben. Die Farmer folgten dieser Aufforderung. Die Geretteten schlossen sich dem Oberleutnant Zülow an. Aus dem Briefe geht hervor, daß der Charakter des Auf st and es von Anfang an gutmütig war.
Der Krieg zwischen Japan und Außland
Tie „Agence Havas" meldet aus Petersburg: Die Floltendemonstration der Japaner an der Mündung des Jaluflus'ses scheine den Zweck gehabt zu haben, die Aufmerksamkeiten der russischen Behörden zu täuschen. Zu gleicher Zert habe sich im Golf von Liau- tun g unter dem Schutze von Kreuzern eine große Tr u p- penbewegung vollzogen, die ans Zerstörung der Eisenbahn im Hinterlande von Port Arthur gerichtet gewesen sei..
Tie japanischen Kreuzer „Nischin" und „Kasuga" sind in Jokosuka antzekommen.
Ter französische Kreuzer „Pascal" ist am 16. d. M. von Dschemulpo nach Tschisu abgegangen. An Bord befinoen sich der russische Gesandte Pawlow mit Familie, zahlreiche russische Flüchtlinge und die Ueberlebenoen vom Kleuzer „Marjag" und „Korejetz". Tie Abfahrt des „Pascal" hat sich seit dem 12. Februar durch von den Japanern gemachte Einwendungen gegen die zur Beförderung der Flüchtlinge getroffenen Vorkehrungen verzögert.
Der große Transportdampfer der Hamburg-Amerika- Lrnie „Batavia" nahm in Wladiwostok über tausend Flüchtlinge auf und wird sie in Mogi oder Tsingtau landen.
Tas Reutersche Bureau meldet aus S o e u l, der j a p a - Nische Gesandte Hayashki und der japanische Mili- tärattachee Jjischi seien am 9. Februar abends vom Kaiser von Korea in Audienz empfangen worden und hätten ihm über den eingetretenen Umschwung der Sachlage berichtet. Ter Kaiser habe das offene Vorgehen der Japaner gebilligt und bestimmt erklärt, er würde den Staat niemals irgend einer andern Macht anvertrauen imb sich gänzlich auf Japan verlasse n.
Tas neuerdings aufgetauchte Gerücht, Rußland ver- suche die Durchfahrt durch die Meerengen zu erwirken, wird sowohl von türkischer wie russischer Seite entschieden dementiert.
In San Francisco erhielten die Spediteure der Ladung Büchsenkonserven, die auf dem Dampfer „Coptie" für die Russen nach Port Arthur verschifft war, die Nachricht, die Ladung sei in Nagasaki von den Japanern beschlagnahmt worden. In der nächsten Woche soll mit dem Dampfer „China" von San Francisco eine Ladung von 1 Mill. Pfund Pökelfleisch abgehen und nach Shanghai konsigniert werden, um von dort weiter nach Port Arthur befördert zu werden, in der Hoffnung, daß eine Beschlagnahme dieser Sendung vermieden werde.
Originaltelegramme.
London, 17. Febr. Dem Reuter'schen Bureau wird über Newyork aus Tokio gemeldet: Flüchtlinge erklären, daß Wladiwostok nicht darauf vorbereitet sei, einem Angriff Widerstand zu leisten. Es seien dort weder Torpedos noch Minen. 10 Torpedoboote seien vom Eise eingeschlossen. Die Rusten fahren fort, Truppen nördlich des Paluflusses zusammenzuziehen, da sie dort den Hauptzusammenstoß mit den Japanern erwarteten und fürchteten, daß versucht würde, die Verbindungen von Port Arthur und Wladiwostok abzuschneiden.
London, 17. Febr. Aus Tientsin wird gemeldet, die Japaner hätten nunmehr die Landung aller für Korea bestimmten Truppen bewirkt, die auf 100 000 Mann berechnet würden. Sie sind in zwei Linien aufgestellt; die eine südlich von Palu, die andere nördlich von Söul.
Newy ork, 17. Febr. Aus Söul verlautet gerüchtweise, daß 3 russische Schiffe in Jongampho von japanischen Kriegsschiffen eingeschlossen seien.
parlamentarisches.
Berlin, 16. Febr. In der Budget-Kommission deS Reichstages entspann sich heute eine längere Debatte über die Spalierbildung anläßlich der Wiesbadener Kaiser-Begegnung, wobei die Heranziehung auswärtiger Truppen getadelt wurde. Seitens der Re- gicrungsvcrtreter wurde diese Maßregel mit politischen Höflichkeitsgründen zu rechtfertigen gesucht. Bei dem Kapitel Unterhaltung der Geschütze machte der Kriegsminister authentische Angaben über die Rohr-Rücklaufgeschütze. Es ist daraus zu entnehmen, daß die Regierung nach eingehenden Versuchen des Ehrhardt'schen Modells sowie des Krupp'schen ein Kompromiß-Modell dieser beiden, welche? beider Vorzüge vereinigt, hat Herstellen lassen, das sich vorzüglich bewährt habe und wahrscheinlich auch in der Armee zur Einführung gelangen werde. Die Ostmarken-Zulagen für höhere Mititär-Beamte wurden abgelehnt. Die Kommission nahm alsdann einstiinmig eine,, Resolution Groeber und Speck an, nach der mittellosen Eltern, die ihre beim Heer schwererkrankten Söhne besuchen, eine Reichsbeihilfe gewährt werden soll.
— Das preuß. Abgeordnetenhaus setzte die zweite Beratung des Etats der Berg-, Hütten- und Salinen- Verwaltung fort. Der Rest des Ordinariuins sowie des Extra-Ordinariums wurde ohne wesentliche Debatte angenommen. Es folgte die Beratung des Etats der Handelsund Gewerbe-Verwaltung, die nicht zu Ende geführt wurde.
— Dem Abgeordneten hause ging ein Gesetzentwurf, betr. Verbesserung der Wohnungsverhältnisse der in Staatsbetrieben beschäftigten Arbeiter und gering besoldeten Beamten, zu. In demselben werden 15 Millionen Mk. gefordert.
Kirche und schule.
Rom, 16. Febr. Aus Allem, was aus Kurienkreisen verlautet, geht hervor, daß die Mission des Profestors von Hertling, die eine Reihe wichtiger Fragen betrifft, vollständig geglückt ist. Doch glaubt man, daß Hertling vor Allem darauf hinarbeitet, die Mission in Ostasien wie in Palästina offiziell dem französischen Protektorat zu entziehen. Die voraussichtliche Ernennung eines deutschen Kurien-Kardinals wird als Vorstoß gegen Frankreichs Einfluß iu Rom betrachtet.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 17. Februar 1904.
Sprech st unden der Redaktion:
12—1 Uhr vormittags, i/i7—*/28 Uhr abends.
** Gerichtsschreiber- und Gerichtsvollzieher- Prüfung. Am 13. Februar d. I. ist der Landgerichtsrat Ludwig Lang in Darmstadt an Stelle des zum Mitglieds der Prüfungskoiulnision für das Jtistiz- und Venvaltungs- fach ernannten Oberlandesgerichtsrats Dr. Berchelmann ztltn Mitgliede der Kommission zur Prüfling der Gerichtsschreiberund Gerichtsvollzieher-Aspiranten bestellt worden.
** Ueder Dentschsüdwestafrika wird in der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde beute abend im großen Saale des Hotels „Großherzog von Hessen" cand. jur. E. Donnert aus Omaruru sprechen und insbesondere die Hereros in seinen Vortrag einbeziehen. Gleichzeitig wird eine Ausstellung von Herero-Waffen, -Schmuck-, -Be- kleidungs- und -Gebrauchsgegenständen dort zu sehen sein.
•* Das Sigrid Arnoldson-Konzert wird, wie vorauszllsehen war, einen vollen Erfolg haben. Wir machen hellte besonders darauf aufmerksain, daß mit Rücksicht auf die vielen hiesigen Gesellschaften und die zahlreichen auswärtigen Konzertbesucher der Anfang auf 7 Uhr abends gelegt ist. Noch bis jetzt Unentschlostene wollen sich rasch entscheiden. Sigrid Arnoldson dürfte in absehbarer Zeit Gießen nicht wieder besuchen.
'* Die Vertreterversammlung deS Hessischen Landes-Lehrervereins soll am 7. April zu Bad-Nau- heim abgehalten werden. Die Tagesordnung bringt: 1. Erstattung des Jahresberichts für den LandeS-Lehrerverein und
den Verein prov. angestellter Lehrer in ErkvankungSfäÜen. 2. Rechnungsablage der beiden Vereine pro 1903. 3. Beratung und Festsetzung deS Voranschlags pro 1905. 4. Beratung und Beschlußfassung über gestellte Anträge. 5. Ernennung des Schriftleiters für den Schulboten.
§ Burkhards, 16. Febr. Der hiesige langjährige Polizeidiener Haxt ging gestern abend aus dem „Ge- meindewirtshallse^ heim, kam von der Dorfstraße ab in die dlirchfließende Nidder, welche hier etwa ca. einen halben Meter tief ist, und ertrank. Gegen 3 Uhr fand ihn der Nachtwächter. Die allgemein beliebte Familie wird über den jähen Tod des alten Mannes sehr bedauert.
Darmstadt, 16. Febr. Die amtliche „Dünnst. Ztg." schreibt: Der ordentl Professor in der juristischen Fakultät der Landesuniversität Gießen, Geh. Justizrat Dr. A. B. Schmidt hat, wie wir erfahren, den an ihn ergangenen Ruf an die Universität Königsberg abgelehnt. Hierdurch ist von unserer Landesuniversität erfreulicherweise ein Verlust abgewendet worden, der angesichts der außergewöhnlichen Arbeitskraft und der eingehenden Bekanntschaft Schmidts mit unseren gesamten heimatlichep Verhältnissen kaum zu ersetzen gewesen sein würde.
Vermischtes.
* Tilsit, 16. Febr. Der Fleischermeister Hubert (Lompönen) welcher im Mai 1903 den aus der Schweiz stammenden Meiereibesitzer Zürcher sowie dessen Ehefrau mit Tochter ermordet hatte, wurde heute hin- gerichtet. Kurze Zeit vor seinem letzten Gange legte er ein Geständnis ab, daß er die Tat mit Ueberlegung begangen habe.
* Die älteste Bewohnerin Tilsits und wahrscheinlich auch der ganzen Provinz Ostpreußen, Frau Ulrike Ulfs, ist im 103. Lebensjahre in Tilsit gestorben. Sie war am 15. Oktober 1801 als Tochter des s. Z. dem Tilsiter Dragonerregiment angehörenden Rittmeisters v. Kortzfleisch geboren. Im Jahre 1818, also mit 17 Jahren, heiratete sie. Seit mehr als 52 Jahren war sie verwitwet.
Landwirtschaft.
Berlin, 15. Febr. Tie von dem Vereine zur Förderung der Moorkultur veranstaltete Ausstellung wurde heute vormittag im Landesausstellungsparke eröffnet. Anwesend waren Staatssekretär Graf Posadowsky, die Minister Studt, Frhr. v. Hammerstein usw. Tie Eröffnungsrede hielt Frhr. v. Wangenheim. In seiner Erwiderung führte Graf Posadowsky aus: Tie Ausstellung, zu welcher Landwirtschaft und Industrie aus allen Teilen ihr Bestes beigesteuert haben, und an der sich auch befreundete Staaten in so ausgiebiger Weise beteiligten, wolle ein zwar etwas abseits liegendes, nichts destoweniger aber hoch bedeutsames Arbeitsfeld zur Anschauung bringen. Es sei nicht seine Aufgabe, hier nur flüchtig anzudeuten, wie die Kültivierung der Moore oder die industrielle Ausbeutung ihrer Substanz auf die Landeskultur und auf die Volkswirtschaft einwirken; er wolle nur betonen, wie Landwirtschaft und Industrie, Praxis und Wissenschaft gleichmäßigen Anteil an der Nutzbarmachung der Moore haben und einmütig zusammenarbeiten. Redner weist dann auf den Stand jener praktischen, selbstwirtschaftenden Landwirte hin, die auf diesem jungen Versuchsfelde Pfadfinder gewesen sind, auf Rimpau und Schultz-Lupitz, und betont die nutzbringende Verwendung der Thomasschlacke auf Moorboden, wovon die Landwirtschaft bald in großem Umfange Gebrauch machte. Tie Landwirtschaft zahlt jo der Eisenindustrie, nachdem sie ihr eine Last abgenommen hat, noch Millionen. Auf den früher so üerrufenen Mooren sehe man heute schon zahlreiche Heimstätten und Siedelungen, bewohnt von einer strebsamen Bevölkerung. Diese Ausstellung sei deshalb ein Ehrenzeuynis jener zähen Tatkraft, die es verstanden habe, rastlos die verborgenen Schätze der spröden Erde abzuringen. Alsdann erklärte Graf Posadowsky die Ausstellung für eröffnet. Hierauf erfolgte ein Rundgang durch die Ausstellung.
Äerichtssaal.
Leipzig, 16. Febr. Das Reichsgericht verwarf deute die Revision des Grafen Walter Pückler-Klein- tschirne, der am 6. Oktober 1903 vom Landgericht 2 Berlin wegen Beleidigung der jüdischen Einwohner Glogaus, begangen durch eine in Berlin gehaltene Rede, zu einer Geldstrafe verurteilt worden war. Verworfen wurde auch die Revision der Nebenkläger gegen dasselbe Urteil, so weit durch dieses die Angeklagten Graf Pückler und der Stenograph Schimmelpfenniq der Beleidigung der Gloqauer jüdischen Einwohner durch den Porwurf eines an den Grasen Pückler begangenen Giftmordversuches für nicht schuldig befunden wurden.
-----!WJ--■■ J.1.JJ !.. 1 .. .
Hauke! und Uerkehr. Volkswirtschaft.
Berlin, 16. Febr. In der heutigen Sitzung des Zentral- auSschusses der^Reichsbank gab Präsident Dr Ko-ch einen U e b e r b l i ck über die in der Lage der Reichsbank eingetrctenen Veränderungen und führte unter Zustimmung des Zentralaus- schusses aus, daß bei den hohen fremden Wechselkursen und der unsicheren politischen Lage eine Ermäßigung des Diskonts nicht beabsichtigt sei.
SJleteDroloflifrfie Beobachtungen
der Station Gießen.
»
e
tu
O
*5-
‘C
2
Wetter
Februar 1904.
2>s
Februar -4- 4,8u C.
„ — 1,7 ° C.
738,1
735,9
724,4
Bew. Himme' Bew. Himmel Schnee
4,5
4,5
4,7
+ 4,6 4- 2,0 + 0,7
16.
16.
17.
71
85
96
W.
8.
o ~ iö'S 51 2
eo
Höchste Temperatur am 15.—16.
Niedrigste . , 15.—16.
llnuilr Mciduuukil.
Originaldrahtmeldnngen de- Gießener Anzeigers.
Petersburg, 15. Febr. Rußland rüstet gegen England! General Sherimedjew von den asiatischen Truppen ist vom Zaren empfangen worden und nach Asien abgereist Nach absolut verläßlichen Informationen besteht hier die (5nt- schloffenheit, in Tibet keine Schwäche zu zeigen. Die Situation ist sehr ernst.


