fcine Meinung. Gambetta schrieb darauf in Gegenwart CazcS einen Brief an den Grafen Henckel von Donnersmarck, worin er sich entschuldigte, der Einladung keine Folge leisten zu können. Eaze babe den Brief selbst zur Post besorgt. IauröS veröffentlicht den Bries CazeS in der „Humanste" und fügt hinzu. Gambetta stabe am Tage vor der Unterredung mit Caze die Reise zu BiSmarck beschlossen gestabt, wenn er auch am nächsten Tage seine Absicht geändert stabe, so ändere daS an der Gesinnung GambcttaS an sich absolut nichts.
Newyork, 15. Nov. DaS Ackerbauamt erlässt eine schärfere Verfügung betreffend Kenntlichmachung deS Inhalts von Konservenbüchsen auf den Etiguetten. Der Vorsitzende deS republikanischen KongresstomiteeS, Habookk, erklärt, die Republikaner würden umfassende Tarifrevisionen vornehmen, selbst wenn dadurch die Steuer erhöbt würde.
Die Kuller Affäre.
London, 15. Nov. DaS Handelsamt begann die Untersuchung über die Hullaffäre in Hüll. Als Vertreter der russischen Regierung war Dr. Herbert Woodhouse zugegen. Zunächst werden die Leiter der beiden Fi sch er - flottillen vernommen. Beide erklärten entschieden, daß keine Kriegsmunition oder Japaner in den Räumlichkeiten der Fischerfahrzeuge verborgen waren, die überhaupt zu klein wären, nm darin irgend etwas zu verstecken. Mehrere Fischer, die hierauf verstört wurden, stellten ebenfalls die Anwesenheit von Japanern bei bcn Fischerbooten in Abrede. Der britische Seeoffizier Frederic wies nach, das; die Russen vollständig außerhalb ihresKurseS waren. Woodhouse fragte die Zeugen, ost dies nicht, wenn die Russen Grund gestabt hätten, Gefahr zu befürchten, erklärlich sei. Der Zeuge erwiderte: DaS hänge vom betreffenden Admiral ab.
J)er Krieg zwisiffen Japan und Juhland
Port Arthur
Petersburg, 15. Nov. Der Korrespondent der . Bir- schewiia Wsedomosti" in Tscküfu telegravhiert seinem Blatte von gestern: Die Einnahme des Forts It schädig (Port Arthurs würde einen wesentlichen Erfolg der Be lagerer darstellen, denn das Fort Itschang ist der Schlüssel zu den inneren Berteidigungswerken. Indessen ist bis fehl noch keine Bestätigung der Nachricht von dem Falle Jtschangs einaegangen. Die stier lebenden Javaner erkennen an, daß sich Port Arthur bis Januar halten kann. Nach Mitteilungen aus sicherer Quelle ist Ge n er a l N o g i an einem gefährlichenLetdenerkrankt. Di" zu der Mandschureiarmee entsandten Astteilunaen der Belagerung? armee sind zu dieser zurückgekehrt, denn die Armee des Marschalls Ovama erhält Verstärkungen von Japan. Das Wetter ist wieder schön.
Paris, 15. Nov. Nach einer Meldung aus Tientsin per- zögern d i e Japaner den entscheidenden Sturm gegen das Fort Liao tisch en trotz dessen du red das Bombardement bc wirkten Beschädignnaen, weil vorerst die von Stössel angelegten Minengange ;ur E'-vlosion gebracht werden müssen. General Nogi schont jetzt Offiziere und Mannschaften und unternimmt nichts ohne Zustimm""a s mer Gonienfstziere.
Dom Kriegsschauplatz.
London, 15. Nov. Das Reutersche Bureau meldet aus dem Hauptguartier der linken ispanischen Armee über Fusan vom 14. Nov.: Eine Abteilung russischer Kavallerie habe die Japaner gestern in der Nähe von Likiatun angegriffen, sei ober von der japanischen Kavallerie unter schweren Verlusten zurück geschlagen worden: bei der Dunkelheit hätten die Russen ihre Toten und Verwundeten aufgesucht.
Mukden. 15. Nov. (Rufs. Telegr.-Agentur.^ Admiral Ekrydlow ist aus Datsuvu hierher zurückgekehrt. In allen Stellungen herrscht Ruhe. Die Kanonade ist verstummt. Gestern abend stellten die Japaner eine große Anzahl von Belagerungsgeschützen aus.
Tokio, 15. Nov. «Reuter.) Ter G-eneralstab erklärt, die aus russischer Quelle stammende Meldung von dem Tode des Generals Kuroki sür vollständig unbegründet.
Tie japanische Anleihe.
L on d on , 15. Nov. Die Substrintion auf di" neue japanische Anleihe wurde heute vormittag geschloffen Den lüsb"rigen Schätz- ungen zufolge wurde die Anleihe acht bis zehnmal überzeichnet.
Tie russische Erg'anzunqsftotte.
Kiel, 15. Nov. T^r russische Konsul Tiedrichstn röstet den Damvser „Mimi" ^ur K oblcnvcrsorgung der russischen Ergänz- ungsslottc aus. Sie besteht aus einem Kreuzer, fünf Transportschiffen und fünf TnTV'fbrtbrnf<'n. Dänisch«' Staatslotsen übernehmen im Langeb^"'"t"»^ ^ö/'»"na her Russen.
Nene russische Nnterschleife.
Petersburg, 15. Nov. Bei der Verwaltung und Verkeilung der Rote K r e n - G c l d e r vnb Liebesgaben wurden ungeheure Unter schleife und Betrügereien entdeckt. Von den nach Hunderttansenden v"n Rubeln zählenden Beträgen wurden nur geringe Summen ihr"m eigentlichen Zw^ck entgegengeführt. Der iveitaus größte Teil floß in die Taschen von höheren Beamten Selbst Kleidungsstücke usw. wurden verlauft und her Erlös unterschlagen. Tic Stimmung in der Bevölkerung ist sehr erregt.
Einberufeu.
Nürnberg, 15. Nov. Zum russisch-javanischen Kriege erhielt der Cöernsänger Albrecht v. Ulmann, ein geborener Livländer, Mitglied des hiesigen Stadttheaters, eine Ein- berusunasardre p. Ulmann ist 33 Ialne alt und verheiratet. Di" GeU''il"n^.-."7-^r' jr ' Sn» CTntiftfpr fjq nn"rmartet.
Kolonialvost.
Johannesburg, 15. Nov. (Reuter.) Die 130 Buren, welche vorgestern von hier ausbrachen, um über Kapstadt nach dem Damaraland zu reisen und die Deutschen im Kampfe gegen die Hereros zu unterstützen, incrbcn nur als Transporteure fungieren. Es heißt, sie seien auf sechs Monate angeworben.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 16. November 1904.
" Kirchliche Personalien. S. K. H. der Groß- ^erzog haben der durch die Dekanatssynode des Dekanats Alzey für den Rest der im Jahre 1908 ablausenden Wahlperiode vollzogenen Wahl des evangelischen Pfarrers Stock zu Hangen - WeiSheim zum Stellvertreter des Dekan? des Dekanats Alzey die Bestätigung erteilt. — Dem Psarrver- walter Vogt zu Wahlen, Dekanat Alsfeld, wurde die dortige evangelische Pfarrstelle übertragen.
"Schenkungen für Theater- und Saalbau. Am Dienstag vergangener Woche konnten wir mitteilen, daß
bereits 130 000 Mk. für das große Projekt in Aussicht gestellt seien. Wir sind nun in den Stand gesetzt, diese Mit- eilung dahin zu ergänzen, daß der Reigen der Spender durch den Fabrikanten Sch affst a e dt eröffnet wurde, der in einem an, 6. d. Mts. an das Komitee gerichteten Schreiben 3 0 000 Mk. zur Verfügung stellte mit der Auflage, daß diese Sunnne zunächst zur Ausführung des ganzen Projekts, falls dieses aber nicht möglich fein ollte, ausschließlich zum Bau eines Theater? Verwendung finden sollte, damit endlich die dramatische Kunst ein würdiges Heim in Gießen finde. Diese Bedingung ist auch bei fast allen folgenden generösen Spenden gestellt worden, deren Summe im Augenblick schon nicht mehr weit von 200 000 Mk. entfernt ist. Somit dürfen wir bestimmt hoffen, daß Gießen zum minbeften einen würdigen Bau zur Aufnahme feine? Stadttheaters bald erhalten wird. — Das in der Kunsthandlung von Hirz ausgestellte Schaubild de§ vereinigten Theater- und Saalbau- vrojekts hat, wie wir vielfach beobachten konnten, nur bei Wenigen volle Anerkennung und Zustimmung erhalten. Die äußeren Formen dieses Baues würden nach unserer Meinung keinesfalls schon zu nennen (ein; die Vereinigung beider Projekte zu einem einzigen mußte von vornherein die bedenkliche Notwendigkeit zeitigen, daß •• . der äußerlichen Synwtrie Rechnung getragen werden mußte, als, wie es doch wünschens,vert wäre, auf reine architektonische Schönheit Bedacht zu nehmen. Die beiden gleichförmigen Häuser, die über die gesauste Anlage, wran der Vorbau mit dem .Hauptportal noch am gelungensten scheint, hoch hinaus- ragcn, sind sogar vielfach geschmacklos genannt worden, ja der mehrfach geäußerte Vergleich mit Fabrik- oder gar Ge- sängnisbauten darf nicht einmal alß völlig unberechtigt bezeichnet werden. Die innere Einrichtung freilich scheint praktisch zu sein und allen Anforderungen zu genügen. Wenn man aber an die Kosten denkt und an die Verzögerungen, die die Vollendung dieses Gesamtprojekts jedenfalls erleiden würde, kann man es verstehen, daß die n,eisten Spender glaubten, die oben erwähnte Bedingung machen zu sollen. Zweifellos ist n,ehr Stinnnung für einen Theaterbau als für einen Saalbau vorhanden. Und wenn nun schon beinahe 200000 Mk. der Kosten gesammelt sind, dürfte man die reudige Hoffnung hegen, daß der in den Vordergrund deL Vrojekts getretene Theaterbau mit allen Erfordernissen der Neuzeit auLgestattet und unserer Stadt einst zur wahren Zier gereichen werde.
•• LandtagSa bg. Köhler und der Eberstädter KindeSrnord. Wie uns heute drahtlich aus Darmstadt mitgeteilt wird, gab heute in der soeben aus? neue ver- omn,eiten II. Kamm er der Abg. Kohler folgende Erklärung ab:
Erklärung des A h .v K ö l) l c r in bei Sitzung ber 2. Kammer am 16. November 1904:
Ick; haste micki verpflichtet, vor der hohen Kammer und dem Lande folgende Erlläruna abzugeben: ~
Am 16. Mai d. I. bah' ick; bei der zweiten Kammer der Stände eine Anfrage an die Grvßh. Regierung eingebracht, betreffend das Vorgehen der Staatsbehörden bei Untersuchung über den Kindesmord zu Eberßadt bei Lich in Oberhessen.
Diese Anfrage war veranlaßt in erster Linie durch die außer gewöhnliche Erregung, die innerhalb aller Bevölkerungskreise meines Wahlbezirks in heftiger Weife zu tage getreten war: sie wurde in ihrer Wortfaffnng verschärft infolge der Erklärungen eines Arztes, der auf das Enlfchiedenste die Schuld der angeklagten Kind-suiärderin im verwiegenden sralle bestritt, verschärft durck' die Aussagen des Vat"rs der Angeklagten, nicht zuletzt aber auch durch die mir persönlich zu teil gewordenen Aussagen äußerst vertrauenswürdiger Personen, deren Namen ick, unter keinerlei llmftnnbm nennen kann, und die sämtlich von der Unschuld der Ang"klagten überzeugt zu sein mir erklärten. Die ?Xo(gc hat gezeigt, daß sämtliche dlussaa-'n ber B^ahrhest nickst entsprochen haben und demnach meine Anklagen gegen das Vorgehen der ^taatsbelwrden, namentlich der Herren Geheimrat Professor Dr. Psannenßiel. Ober-LandeSaerichtsrat Sandmann, Staatsanwalt Neuß und Med. Rat Dr. Haberkorn ^mbegründet waren.
Indem ich dies vor aller Oessentlichkeit feftstelle, erkläre ich, daß mir nichts ferner gelegen hat, als die vorgenannten Herren in ihrer persönlichen Ehre zu kränken, sondern ich glaubte einzig und allein in Ausstlhrung meines Auftrags als Abgeordneter des Bezirks Hungen-Lich, zu dem Eberstadt gehört und, wie ich damals der Redaktion der Frankfurter Zeitung mitteilte, auch im Namen der Menschlichkeit zu handeln^ wenn ick, so schnell und so scharf als möglich Stellung zu ber Sache nahm. Handelnd unter dem Eindruck der heftigsten dleußerung ber Volksstimmung, beeinflusst durch die beftimmtesten Versicherungen eines Arztes, ber Bevölkerung Eberstadts und anderer Personen, verfaßte ich meine Interpellation und veröffentlichte sie.
Tie Folge gab mir Unrecht.
Ich aber stehe nicht an, frei n n b offen s u b e t e n n e n , da ß ich übereilt und unrichtig bandelte, als ich die Anfrage hinausgab und fein Vorwurf die genannten Herr'-n trifft, als sie in Ausübung ihres Amtes handelten.
Indem ich das a"?ckühre, ziehe ich meine Anfrage Drucksache Nr. 389 hierdurch zurück. —
** Ein bi belieft er Wähler. Man schreibt ber „Frkf. Ztg/: Vei ber Frankfurter Stabtverorbnetenwahl würbe von einem unzufriedenen Schalk folgenber Wahlzettel abgegeben: Jesaia 41, Vers 24: Siehe ihr seid alls nicht?, unb euer Tun ist nichts, und euch zu wählen ist ein Greuel.
** Alle Wirte, Inhaber von Zapfstellen unb Besitzer von Bierpressionen werben auf die Bekanntmachung be? Großb. Polizeiamts hingewiesen, und baraus aufmerksam gemacht, baß nunmehr bie burch die neue Polizeiverorbnung vorgeschriebenen Aenberungen an ben Bierpressionen u. s. w. alsbalb vorgenommen werben müssen. Anderenfalls trifft Bestrafung oder noch unangenehmere Folgen bie Säumigen.
** Rache ist süß! In einem oberhessischen Dorfe gingen die Wogen der Gemeindera tswa hlen hoch. Langwierige Redeschlachten wurde in den allabendlich überfüllten Dorfschenken gehalten unb mancher sonst solibe Bürger mürbe daheim ob der langen Nachtfitzungen mit einer grauslichen Gardinenpredigt empfangen. Vieles konnte man in den Tagen detz Wahlkampfes begreifen, nur ein? nicht, nämlich daß der Bürgermeister selbst für die Kandidatur deS Orts- dieners eintrat, der bei der einige Wochen früher vollzogenen Bürgermeisterwahl gegen feinen Vorgesetzten lebhaft agitiert hatte, obwohl er gerade durch die Vermittlung des Bürgermeisters seine etwa 500 Mk. jährlich eintragende Stelle vor Jahren erhalten hatte. Nach Ansicht aller Bürger ta das Ortsoberhaupt, indem er den Polizeidiener in den Ge- mcinberat Haden wollte, etwas, waS gegen bie Verminst gehe. Man vertramste jedoch dem altbewährten Dorfmonarchen unb wählte neben
Stimmenzahl zmn Gemeinderat. Nach der Wahl erklärte sich da? rätselhafte Verhalten deS Bürgermeisters. Im Vertrauen wegen feines Eintreten? für die Wahl des OrtsdienerS be- ragt, meinte er: „Als Ortsdiener Hot er im Iohr 500 Mk. Gehalt aus de Gememeidekass. Oliver al? Gemeinderatsmitglied derf er bie Stell eine? OrtsdienerS net mehr bekleide, —- ich such nur jetzt an annern!
§ Lau dach, 14. Nov. In dieser Woche finden hier große Treibjagden statt. Au? weiter Ferne find dazu hohe Herrsehasteu herbeigeeilt unb im Hotel Solmser-Hos abgestiegen. Heute würben 18 Hasen, 3 Rehe und eine Seltenheit ! — 1 schwarzes Eichhörnchen zur Strecke gebracht.
Gr un berg, 11. Nov. Einem Wunsche des dem B a h n b a n - K o m i t e e L i ch — Gr ü n b e r g angehörigen' Assessors Löblein lseither in Lich, jetzt in Lanterbach) ent- prechend, war auf heute eine G e m e i n d e r a t s s i tz n n g anberanmt worden, die sich abermals mit der Uebernahme von Obligationen beschäftigte. Um das Bahnprojekt zustande zu bringen, empfahl Assessor Löhlein. — der übrigens gegen das einseitige, nicht von dem Gesamtkomitee ansgehende Vorgehen, die Bahn über Qneckborn, Lauter nach Wetter- eld zn führen, Protest eingelegt hatte, wenn nicht die ganze Summe von 85000 Mk., so doch einen Teil, etwa 4 5 000 M k.. zn übernehmen. Ein Beschluß wegen Neber- nahme von Obliaationen wurde auch beute nicht gefaßt.
Bad-Nauheim, 15. Nvv. Die Firma Mengelund Schön wasser beklagt sieb neuerdings in einer Eingabe an bie IT. Kammer über die Nichtberücksichtigung ihrer Wünsche inbezug aus ihre Waschanstalt, hat indeß nicht die geringste Aussicht auf Gehör.
4- Ober-Erlenbach, 14. Nov. Fast sollte man meinen, als hätte bie grausige Mordtat in Heldenbergen bereits Früchte gezeitigt, denn in der vergangenen Nacht wurde auch hier ein Einbruch in das katholische Pfarrhaus versucht. Der Pfarrer erwachte mitten in der Nacht durch das plötzliche Bellen feines Hundes. Als er nach dem Grund sehen wollte, entdeckte er im Hofe einen Menschen, der gerade einzusteigen im Begriffe war. Der Pfarrer schlug sogleich Lärm, und es gelang, den Einbrecher zu erwischen und dingfest zu machen. Am Morgen sollte der Einbrecher, dessen Persönlichkeit noch nicht bekannt ist, nach dem Amtsgericht Vilbel transportiert werden. Er wurde deshalb geschlossen und von dem Polizeidiener begleitet. Wahrscheinlich war die Schließkette nicht fest genug zugezogen, denn es gelang dem Täter, sich plötzlich ihrer zu entledigen und querfeldein davon zu springen. Von den verschiedensten Seiten wurde sofort die Verfolgung aufgenommen und nach vielen Mühen gelang es, den Ausreißer wieder zu erwischen. Er hatte sich bei Groß- Karben im hohen Schilfe an der Nidda versteckt. Ob der Einbruch mit ber Helbenberger Affäre im Zusammenhang steht, konnte noch nicht sestgestellt werben, doch dürfte dies kaum anzunehmen sein. Es verlautet, der Einbrecher komme aus Rendel.
Darm stadt, 16. Nov. Die frühere Großherzogin Viktoria Melitta kommt nach einer Blättermeldung heute nach Darmstadt, um am Todestage ihres Töchterchens, der Prinzessin Elisabeth, an deren Gruft zu fein. Die Großherzogin kehrt sofort nach Koburg zurück.
Darmstadt, 15. Nov. Unter den unverkauft gebliebenen L o s e ti der 6. Klasse der Landeslotterie, welche an die Direktion nach Darmstadt ztirückgtngen, befand sich and) die Nummer, aus welche der Preis voii 1 5 0 0 0 0 Mark entfallen war. Dieser Gewinn gehört nunmehr dem h e s s i s ch e n S t a a t. ,
R. B. Darmstadt, 15. Nov. Noch unmittelbar vor dem Wiederbeginn der Kammerberatnngen, gestern und heute, war unter dem Vorsitz des Abg. v. Brentano noch der Gesetzgebung saus schuß ?u einer Beratnng zu- famniengetreten, um die nock) rückständigen Gesetzentwürfe sür die Plenarverhandlnngen fertigznstellen. Die Beratungen, die größtenteils in Anwesenheit des Iustizministers Dr. Dittmar und der Geheimräte Lorbacher, Fuchs und Milbrand stattfanden, drehten sich besonders um die G e b ü b r e ii o r d n u n g für Notar-e und die Vorlage über die Forstverwaltung, lieber beide Gesetzentwürfe wurde eine allgemeine Verständigung mit den Regierunosvertretern erzielt, wenngleich und) keine endgültigen Beschlüsse gefaßt wurden. Man hofft jedoch, daß dies in einer morgen nack)mittag stattfindenden Schlußsitzung des Ausschusses wird geschehen können. Mit der Abfassung des schriftlichen Berichts darüber wurde Abg. Reh beauftragt. Die Vorlage in betreff der Schlachtvieh v e r s i ch e r u n g wurde in der Weise, wie wir früh er schon berichteten, vom Ausschuß erledigt und zum Berichterstatter Abg. Selin g er ernannt: der Antrag Häusel aus Abänderung des Art. 61 des Gesetzes, betr dre Enteignung von Grundeigentum' wurde tm Ern- ve'-ständnis mit dem Berichterstatter sür erledigt erklärt, die Regierungsvorlage, betr. die Streubere ch t t g u n g dagegen der Kammer zur Annahme empfohlen. Schlreßluh wurde noch eine Vorstellnng der dentsch-katholrschen Gemeinde zn Mainz um Zulassung ihres Geistlichen als Mitglied des Sd)nlvorstandes daselbst abgelehnt.
w. Wor m s, 15. Nov. Nach längerer außerordentlich erregter Debatte, an der sich n. A. der Reichstagsabgeordnete Freiherr Hepl zu Herrnsheim sowie ber Landtagsabg. Nein- hart beteiligten, beschloß die heutige Stadtverordneten-Ver- faimnlung, den Antrag des sozialdemokratischen Wahlvereins auf Ueberlassung des Theatersaales zu einer Volksversammlung mit einem bedeutenden Parteiredner ab zu lehnen.
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Se. Königl. Hoh. der Großherzog hat bestimmt, daß das Großh. Landeshospital Hof.heim künftighin den' Namen Großherzogliche Landesirrenanstalt ,^PHilipvshospital^ bei Goddelau zu führen hat — Wegen Unterschlagung im Amte wurde ber Beamte Zchmibt ber Fahrkartenausgabe be? Bahnhofes Fulda in Hanau verhaftet.
vermischtes.
* Eine ganze Pastorenfamilie ermordet. Wie von der fchlesisch<russischen Grenze gemeldet wirb, erniorbctc nachts eine Näuberbanbe in BerzanSk den Pastor Baumann, feine Gattin, Tochter und Dienstmädchen. Von den Tätern fehlt jede Spur.
* Duelle. Die Strafkammer in Dresden verurteilte den Schriftsteller Dr. Häsker wegen eines Pistolenduells mit dem Infanterie-Hauptmann Schöne zu 3 Monaten Festung. Den Grund deS Duell? bildeten Familien-Zwistig- auS Kribi hätten zwei deutsche
anderen auch den Polizeidiner mit großer testen. — Nach Nachrichten


