Ausgabe 
16.11.1904 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

154. Jahrgang

V

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Gcholstratze 7.

Ubrefie für Devejchem «u-etger Gtetzen.

stern^prechanIchluvNr 5L

Mittwoch 16. November 1904

ä ve»ngspret»r

monatlich 7b viertel-

Y - . . jährlich M. 2.20; durch

Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch dirPostM.S.Viertel-. jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die TageSnummer bis vormittags 10 Uhr. ZetlenpreiS: lokal I2Pf^ auLwärtS 20 Pfg.

Verantwortlich ffli den poltt und a tigern. teU: P. Wittko; für .Stadt und Land" und .Genchtsfaal"; August Goetz, Kit den An­zeigenteil! dans Beck.

Nr. A7O

©tiAfiöt tagte» außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechfel mit dem Kesfischen Landwirt die Giehener Familien, blätter viermal in der Woche beigelegt.

Rotationsdruck il Ver­lag bet Brüh l'fchen Untverl.-Buch-u. Stein- bnideteL R. Lang«.

Ire Zeutige Wummer umfaßt 10 Seiten.

Iie Kießener Stadtverordnetenmaßten.

Gießen, 16. Nov. 1904.

Die Schlacht ist geschlagen. Heftiger war sie als je vorher. Wiederum hat sie mit dem glänzenden Siege der Bürgerlichen geendet. Etwa um ^/z2Uhr nachts erst war das Zählgeschäst beendet, so daß wir das Resultat, entgegen unserer Absicht, nachts nicht mehr bekannt geben konnten. Erst heute, in frühester Morgenstunde, haben wir es dem Druck übergeben können, und so präsentierte es sich doch den Gießenern beim Morgenkaffee, allerdings nicht ganz korrekt, denn bei einer am heutigen Spätvormittag vorgenommenen Nachrevision ergab sich folgendes Resultat:

a) auf neun Jahre:

1. JustizratDr. Gutfleisch, Stadtv., mit 2084 Stimmen,

2. Ed. Krumm, 2005

3. Carl Loos, 1997

4. Med.-Rat Dr. Haberkorn, Kreisarzt, 1713

5. Wilh. Wallenfels- Stadtverord., mit 1695

6. Kom.-Rat Heichelheim, 1659

7. Jean Kirch, 1536

8. Louis Petri II., 1526

9. H. E. Jug Hardt, v 1497

10. Theodor Haubach, 1493

b) auf sechs Jahre:

11. Carl Aug. Faber, Stadtverord., mit 1466 Stimmen,

12. Friedr. Helm, Weinhändler, 1187

13. Hermann Eichenauer, Fabrikant, 1169

c) auf drei Ja hre:

14. August Gabriel mit 1024 Stimmen,

15. Dr. Wimmenauer, Univ.-Prof., 1021

16. Dr. Ebel ,, 1003

{ Ferner erhielten Stimmen: Max Friedberger 760, ^Friedrich Habenicht 736, Georg Simon 723, Martin Dörr 657, Heinrich Fourier 652, Wilhelm Hornberger 622, Friedrich Vetters 595, Georg Beckmann 566, Johannes Diehl 559, Christ. Petersen 523, Heinrich Baum 518, Karl Muhl 474, Wilhelm Plank 245, Georg Hebstreit 146.

Von 3576 Wahlberechtigten stimmten 2392 ab.

Die von den wiederum erfreulicherweise geeinten Liberalen Ausgestellte Liste, die bekanntlich auch den Namen des als Mitglied des städtischen Kollegiums feit 1898 erfolgreich tätigen Herrn Ed. Krumm enthielt, ist also auch diesmal .nahezu vollständig zum Siege gelangt. Nur die Herren Max Friedberger und Friedrich Habenicht sind unterlegen, die beide zum erstenniale auf der Kandidatenliste erschienen waren. Statt ihrer wurden die Herren Fabrikant Aug. Gabriel und Bibliothekar Dr. Ebel gewählt und zwar nebst Herrn Prof. Dr. Wim men au er, der schon 1898, damals ohne Erfolg, kandidiert hatte, auf 3 Jahre. Diese drei Herren, sowie ferner die auf 6 Jahre gewählten Herren Weinhändler Helm, der gleichfalls bereits ein 1898er Kandidat war, und Fabrikant Herm. Eichenauer, sowie der auf 9 Jahre gewählte Herr Medizinalrat Dr. Hab erkorn ziehen zum erstenmale in unser Stadtparlament ein, begleitet von den Hoffnungen ihrer Wählerschaft. Ob sie allesamt als starke Männer sich erweisen werden, die nach den Erwartungen und Wünschen ihrer Wähler den Kurs auf der Bürger­meisterei günstig beeinflussen werden, das wird die Zukunft lehren. Bekanntlich kehren die meisten aus den Parlamenten an Erfahrungen reicher zurück, als sie hingingen. Jedenfalls schließen wir uns den Wünschen ihrer Wähler auf Erfüllung ihrer berechtigten Hoffnungen an. Herr Weinhändler Helm verdankt seinen Erfolg namentlich seiner vielseitigen und arbeitsamen Tätigkeit in zahlreichen, mancherlei gemein­nützigen Bestrebungen huldigenden Vereinen. In der Wahl -des Herrn Fabrikanten Herm. Eichenauer, des Vorsitzenden des freisinnigen Wahlvereins, kommen die besten Hoffnungen seiner in unserer Stadt starken Partei zum Aus­druck. Herrn Fabrikanten August Gabriel schätzt man in der Bürgerschaft als einen Mann von Ideenreichtum, Tat­kraft und starkem Temperament. Die Herren Medizinalrat Dr. Haberkorn, Prof. Dr. Wimmenauer und Dr. Ebel werden als Männer von Erfahrung, Besonnenheit und reicher allgemeiner wie fachmännischer Bildung die Interessen der gesamten Gelehrtenwelt Gießens und insonderheit der Universität in der rechten Weise zu vertreten wissen und den großen Verlust, den unser Stadtparlament durch das leider unumgängliche Ausscheiden einer Koryphäe wie des großen Hygienikers Gafsky gewiß nach besten Kräften zu ersetzen trachten.

Außer durch diese 6 Herren ergänzt sich unser städtisches Kollegium wieder durch seine alten, längst bewährten Mtt- glieder, die mit Ausnahme des auf sechs Jahre gewählten Herrn Faber sämtlich auf 9 Jahre gewählt worden sind. Während vor drei Jahren unser heutiger Ehrenbürger Gaffky die meisten Stimmen erhielt, hat sie diesmal nicht, wie es an­fangs schien und ivie unser Extrablatt verkündete, Herr Ed. Krumm, der Führer der Gießener Sozialdemokratie, auf sich verein!gt. Er ist zwar auch über das zweite Tausend hinauSgekomm-n, aber Herr Justizrat Dr. Gut fleisch, der Führer der freisinnigen Fiaktion in unserem Landtag, ha ihn um 79 Stimmen überflügelt. So ist denn die einzige wirkliche Ueberraschung, die unser Extrablatt gebracht hat,

den Herren Sozialdemokraten zu Schanden gegangen. Darüber, daß Herr Krumm an zweiter Stelle steht, werden die bürger­lichen Parteien sich nicht allzu sehr zu verwundern haben. Die Sozialdemokraten haben natürlich ihren Häuptling allesamt Mann ür Mann gewählt, und zudem fehlte der Name des Herrn Krumm auch in keinem einzigen b.ürger­lichen Wahlvorschlag. Man hat in unserer gesamten Bürgerschaft die Arbeitskraft, den Scharfblick und die ruhige Sach­lichkeit dieses Mannes in städtischen Angelegenheiten anerkannt, während unter seinenGenossen" und vielleicht auch in dem kleinen Kreise von Gießener Reaktionären sich trotzdem eine Handvoll politischer Fanatiker befunden haben muß, die in ihrer Kleinlichkeit einem Manne wie Gutfleisch ihre Stimmen versagten. Uod die Tatsache, daß Krumm außer Dr. Gut- leisch alle übrigen bürgerlichen Kandidaten überflügelt hat, können die Bürgerlichen von der heitersten Seite nehmen.

Vorgestern vor 3 Jahren, am 14. Nov. 1901, ebenso wie 1898 und 1895, hatten sich, wie gesagt, die liberalen Wähler ebenso auf eine gemeinsame Kandidatenliste geeinigt und es waren auch alle gewählt worden und zwar auf neun Jahre Prof. Dr. Gaffky mit 1793 Stimmen, Karl Jann (1616), Louis Flett (1536), Karl Orbig (1532), Emil Schwall (1435), Karl Brück (1347), Ludwig Huhn (1320), Friedrich Helfrich (1283), Louis Emmelius (1082) und auf 6 Jahre Heinrich Schafsstaedt (818). Nur an Stelle des Justizrats Metz wurde als Nichtkartellkandidat der jetzt verstorbene Metzgermeister Pirr gewählt, der keiner Partei angehört hat.

Das sozialdemokratische Wahl-Resultat im Jahre 1901 war, nimmt man den von den Liberalen mitaufgestellten Herrn Karl Orbig aus, folgendes: Fourier 516, Keßler 506, Elle 500, Beckmann 496, Petersen 487, Baum 484, Adam Volz 476.

Diesmal haben die Sozialdemokraten folgender­maßen abgeschnitten: Fourier 652, Vetters 595, Beckmann 566, Diehl 559, Petersen 523, Baum 518 und Muhl 474. Es ist also, trotz der glänzenden Wahl des Herrn Krumm, der sozialdemokratische Stimmenzuwachs gering und steht im rechten Verhältnis zum Anwachsen der Gesamtbevölkerung Gießens. Vor Offenbacher Zuständen sind wir in Gießen also sicher und dem Triumpfgeheul, das die Gefolgschaft desVorwärts" über den Wahlsieg Krumms anstimmen wird, kommen wir mit freundlichem Schmunzeln zuvor.

Im übrigen glauben wir der Erwartung Ausdruck geben zu dürfen, daß auch das neue Stadtparlament kein Tummel­platz für politisches Parteigetriebe werden wird. Wir denken, daß gerade das Zusammenarbeiten von Angehörigen ver­schiedener Parteien im Bannkreis städtischer Interessen wie bisher so auch in Zukunft auf die persönlichen Gegensätze in parteipolitischen Dmgen mäßigend einwirken wird. Hoffen wir, daß unser gesamtes Stadtverordneten-Kollegium immer auf fortschreitender Bahn das Beste der Gesamtheit, selbst­verständlich einschließlich des leider diesmal unterlegenen Hand­werkerstandes, zu fördern sich wird angelegen sein lassen.

Die Wahlbeteiligung war diesmal etwas größer als vor 3 und 6 Jahren. Damals erschienen ea. 60, diesmal über 67 Prozent an der Wahlurne. Die Wahl wickelte sich selbst­verständlich wie stets in den ruhigsten Formen ab.

Die vier Wahlbureaus, deren jedem etwa 600 Stimm­zettel zugeteilt waren, erledigten sich ihrer Aufgabe ziemlich in der gleichen Frist, bis nach 1 Uhr nachts. In den ge­druckten Stimmzetteln war sehr viel gestrichen worden und die Namen mußten jedesmal vorgelesen und in den vor­bereiteten Listen mit bet Nummer des Stimmzettels vermerkt werden. Sämtliche Stimmzettel mußten also vorher num­meriert werden. Vielfach ist es vorgekommen, daß auf den gedruckten Stimmzetteln sämtliche Namen, außer einem, ge­strichen waren. Wie peinlich sorgfältig manchmal die Er­wägungen angestellt wurden, beweist die Tatsache, daß auf etlichen Zetteln oben die gedruckten Namen ausgestrichen und unten handschriftlich wieder eingesetzt wurden. Auf zirka 2 00 Bürger fielen einzelne zersplitterte Stimmen. Ein offenbar den Postbeamten sich zuzählender Wähler schrieb zwei Oberpostassistenten auf seinen Zettel, ein anderer wählte seine stadtbekannten Stammtischgenossen und ein verlesener Wahlzettel enthielt die Namen folgender Bürger, die sich wahrscheinlich von ihrer Kandidatur nichts träumen ließen: Buchbindermeister Häuser, Rechtsanwalt Klarenaar, Fellhändler Sally Klebe, Fabrikant Karl Graf, Oekonom Gg. Lampus und Weißbindermeister W. Kohlermanu. Außer auf Buch­bindermeister Häuser fielen einzelne Stimmen auch auf dessen Namensvettern Dr. Heuser und Konr. Häuser. Das gestern festgestellte Resultat erfährt heute noch eine Nachprüfung.

NoMischr Tagesschau.

Die Revolution in Brasilien.

Die revolutionären Unruhen in Brasiliens Hauptstadt Rio de Janeiro waren hervorgerufen worden durch fanatische Lehrer an den Militärschulen und durch unzufriedene Politiker, welche die im Werk befindliche Einführung des Impfzwanges dazu benutzten, einen Aufstand unter der Bevölkerung Hervorzurusen, indem sie üben triebene Vorstellungen von dem Mißbrauch dieses Gesetzes machten. Es handelte sich also um eine politische Bewegung, welche in einen militärischen Putsch auslauftn sollte. Die Offiziere namentlich arbeiteten längst an der Wieder­herstellung der M o n ar ch ie und wollten den Enkel

Tom Pedros, einen Sohn des Grafen von Eux, auf den! Thron berufen.

Aber es kam anders. Die revolutionäre Bewegung ist bereits unterdrückt. Die Rühe ist vollständig wieder hergestellt. Die hauptsächlichsten Anstifter der Bewegung! Senator Laur. Sodre und der Deputierte Barboza Lima! sind geflohen. Andere wurden verhaftet. Zahlreiche Personen sind getötet und verwundet worden. Die Unterdrückung gelang durch das energische Borgehen! der Regierung. Die Ruhestörungen dauerten noch am 14., November ungeschwächt bis nachmittags an. Da teilte der Vorsitzende des Militärklubs von Rio der Regierung mit, in seiner Abwesenheit sei im Klub eine geheime Wersammlungj abgehalten worden, in welcher die Generale Travassos und! Olympio Silveita, Senator Sodre sowie die Deputierten Barbora, Lima und Warella zugegen waren. Um 8 Uhr abends betrat General Travassos die Kriegsschule und setzte mit Zustimmung der Offiziere und der Kriegs­schüler den Leiter der Schule, General Eastallat ab. Mit den Offizieren und den Kriegsschülern marschierte erj sodann von der Borstadt Botasogo nach Rio und sttetz hier auf eine Truppe von Soldaten und Polizeimannschaften. Es entstand ein Handgemenge, bei dem Travassos verwundet und sein Adjutant getötet wurde. Die Kriegsschüler zöger: nun nach der Schule zurück und be­setzten einen Hügel in der Umgebung. Um 2 Uhr morgens! griffen die Truppen und die Polizei, unterstützt durch die im Hafen liegenden Kriegsschiffe, die Kviegsschüler an, die hilf- und führerlos sich ergaben. Sodre, der zurückgeblieben war, als Travassos die Kriegsschüler nach Rio führte, wav geflohen. Major Gomes Castro und andere Persön­lichkeiten versuchten ebenfalls, die Schüler der ArtiUerie- schule von Realengo zum Aufstand zu bewegen. Die Schüler weigerten sich jedoch. Castro wurde verhaftet.

Deutsches Reich.

Berlin, 15. Nov. Heute machte der Kaiser einen Spazierritt in der Umgebung des Neuen Palais und hörte die Vorträge des Chefs des Militärkabinetts, des Chefsf des Admiralstabs der Marine, des Chefs des Marine­kabinetts und des General-Intendanten der König!. Schau­spiele. Kurz vor 1 Uhr trafen in Wildpark Der Großherzog und die Großherzogin von Mccklenburg-Strelitz ein. Zum Empfange waren erschienen: der Kaiser, der Kronprinz und! sämtliche zurzeit in Potsdam weilenden Prinzen. Der Groß­herzog und die Großherzogin begaben sich nach dem Früh­stück im Neuen Palais nach Schloß Glienicke zu dem Prinzeü Friedrich Leopold und nahmen dort den Tee ein. Sie traten! dann die Rückreise nach Mecklenburg an.

DieNordd. Allg. Ztg." meldet: Der Atkachee bei der kaiserlichen Gesandtschaft in Tokio, Graf Alexander von Hatzfeldt-Trachenberg, zweiter Sohn des Her­zogs von Trachenber'g, hat sich mit einer Tochter des Bieomte Aoki verlobt. Die Hochzeit findet Mitte Dezember statt. Wie erinnerlich, hat Bieomte Aoki früher als Gesandter Japans in Berlin gewirkt und viele Sym­pathien hinterlassen.

Wie aus Bundesratskreisen verlautet, enthält der diesmalige Etatvoranschlag bereits die Forderung eines selbständigen K o l o n i al am t e s mit einem Staatssekretär an der Spitze. Die Forderung wird! zweifellos vom Bundesrat genehmigt werden. Die Legations­kasse soll zwei Abteilungen enthalten, eine für die Zwecke der Kolonien und eine für die übrigen Bedürfnisse des! auswärtigen Dienstes.

Ter häufig von amtlicher Stelle inspirierte Londoner Daily Telegraph" bringt heute einen Arttkel, in dem er energisch für bessere Beziehungen zwischen Deutschland und Englaind eintritt. Die Politik der Nadelstiche vergifte die Beziehungen zwischen England und Deutschland. Das Säen von Mißtrauen verursache un­berechenbaren Schaden, was sich zweifellos zeigen würde, wenn gegenwärtig irgend ein ernster Anlaß zu Differenzen! zwischen beiden Ländern bestände.

Ausland.

London, 15. Nov. Der König und die Königin uon Portugal sind heute Nachmittag in Windsor einge- troffen und wurden vom König und der Königin am Bahn­hof empfangen.

Sir Thomas Barclay sagte einem Vertreter des Dailly Expreß: Ich fand die Stimmung in Deutsch­land gegen England sehr wenig verschieden von der Stimmung Englands gegen Deutschland und halte die Lage durchaus nicht für beruhigend. Die Geschäftswelt, wie die Zeitungen Deutschlands begünstigen indeß eine bessere Verständigung zwischen beiden Ländern. Barclay gedenkt eine Konferenz des Führers des europäischen Journalismus im Haag zu veranstalten. Der Ton der deutschen Preffe werde seines Erachtens sicher Einfluß auf die deutsche Regierung ausüben. Wie er hörte, wünsche Niemand in ganz Deutsch­land lebhafter gute Beziehungen zwischen den beiden Ländern als der deutsche Kaiser. Nur das Militär st* dagegen.

Paris, 15. Nov. Caze richtet an Jaurös ein Schreiben, welches auf die Behauptung Bezug nimmt, wonach Gam- betta im Jahre 1872 die Absicht hegte, mit Bismarck zusammenzutreffen. Caze erklärt in seinem Briefe, eines Tages habe ihn Gambetta zu einem Spaziergange eingeladen und ihm plötzlich die Frage gestellt, was er nach seiner (CazeS) Ansicht auf den Vorschlag einer Unterredung mit BiSmarck antworten solle. Caze habe hiervon abgeraten unter Hinweis darauf, daß ein solcher Schritt in der Armes böses Blut machen müffe. Gambetta habe erwidert, daL sei auch