T tnr r, NH ber holländische Manneminister den höheren Ofh|ttem des deutschen Geschwader- c\ab. nahmen die meisten Cffytert der holländischen Marine, der Minister bcS Aenßcren Melvil van Landen sowie Prinz von Sachsen-Altendurfl teil. Per Marinemimster betonte tn seinem Toast die aufrichtige nnd herzliche Freude, die deutschen Kameraden bei stch zu sehen. Admiral Koester rühmte die holländische Manne als Lrhrme-.sterin der deutschen. Gerade im Frieden habe die holländische Manne bei den Schwierigkeiten des DienstbetriebeS m den Tropen bewiesen, was sie leiste. Desto größer sei die Freude der deutschen Seeleute, die holländischen begrüßen zu können. Die holländischen Zeitilngen zeigen Zurückhaltung.
Rom. 15. Juli. Der Papst soll ein Dekret vor* bereiten, da- den geistlichen Orden verbietet, sich mit Handel und Industrie zu befassen. Der Papst wünscht, daß die OrdenSleiite. die Fabriken irgendwelcher Art betrieben, diese sowie die Fabrikmarke und daS FabrikationS- gehennnis an Laiengesellschaften abtreten, damit die Kleriker mehr als bisher ihre religiösen Ailsgabcn erfüllen könnten.
Bern, 15. Juli. Das Militärdepartement veröfsent- ticht den Entwurf der neuen Militärorßanisation. Rach diesem Einwurf umfaßt der Auszug tn Zukunft die diensttaugliche Mannschaft vom 20. bis zum 33. Jahr, die Landwehr bieienigv vom .34. bis zum 39. Jahr, der Landsturm diejenige vom 40. bis zum 50. Jahre. Es wird eine Gechirgsinfanrerie, befbebenb aus sechs fRe crimen t cm Alpen- jöger ju zwei bis drei Bataillonen geschaffen. Im Frieden wird von der Bildung von Arrneekvtt'S Lll>stand genommen. Im Frieden werden bloß zwei bis drei Armeekorps-Kom- rnandos gebildet. ES werden sechs Divisionen gebildet, bestehend aus drei Jnfanteriebrigaden zu dnei Regimentern ;u drei Bataillonen und cnrs einer Kavallerie- und einer Kavallerie- und einer Artilleriebriaade. Eingeführt werden lährlich mindestens 60 Unterrichtsstunden. Die Dauer der Rekrutenschnlen wird auf 80 Tage für Kavallerie ^nd 60 Tage für die übrigen Waffengattungen festgesetzt. Für die Jnfanverie bedeutet dies eine Verlängerung um 15 Tage. Die ersten acht Jahrgänge deS Auszuges haben einen jähr- lichcn Diederholungskurs von 11 Tagen zu bestehen: daran schließt sich ein werterer Diederholungskursus von 11 Tagen in der Landwehr.
Konstantin ovel, 14. Juli. Am 6. Juli umringten Truppen und Basclnbozuks im Dorfe Poedviechte, nördlich von Kastoria, eine vwölfköpfige Bande unter Führung von Mitres, die sich iedock in der Nackt rettete. Die Truppen verloren drei, die Bande zwei Mairn. In der letzten Zeit wurden von K o m i t a d s ck i s zehn Mordtaten verübt.
Petersburg, 15. Juli. Der Korrespondent der „No- wofe ^ernja" behauptet. Rußland sei bereit, Minimalzölle aus Getreide anzunehmen, bestehe aber seinerseits alsdann auf der Annahme seiner hohen Zölle aus den deutschen Industrie- Im dort. Dieser Punkt sei daS Haupthindernis. Falls kein Kompromiß zustande komme, sei es noch sehr weit bis zum Abschluß des Handelsvertrages.
Der Krieg zwischen Japan und Auhland
Pott Atthnr.
T-kio. 15. Inti. (Amtlich.! Die Nachricht, die in Sn- rova verbreitet iw, daß während eines nächtlichen Angriff» am 1L 3nü aui Port Ärthnr die Japaner mit einem Berlnff von 30000 Mann n r ü ct geschlagen seien, entbehrt jeglicherBegründnng, da, abgesehen von kleinen Borpostengefechten. überhaupt kein ernstlicher Angriff ans die ruffischen Ltellungen an jenem Tage gemacht worden iff.
Also war alles wieder einmal S chwin del! Der M)aniiche Verlust von 30 000 Mann wäre ja auch gleichbedeutend mit einer Aufhebung der Belagerung gewesen. Der russische Kommandant hat auch von der ganzen Geschichte ferne Nachricht gegeben, die doch zweifellos nicht auSgeblieben wäre.
Folgende Privatnachrichten siind auch nicht ohne weiteres glaublich:
Petersburg. 15. Juli. Tic Meldung, wonach die Javaner bei dem Angriff aur Port Arthur 30000 Mann verloren baden sollten, stellt sich als unrichtig heraus. Tie Japaner haben bei dem Angriff etwa nur 3000 Mann verloren. Die Verluste der Japaner bei Kaioing sind bedeutender gewesene das Personal des Roten Kreuzes bitte Tag und Nacht zu arbeiten, um die Verwundeten aufzulestn und die Toten zu beerdigen — Vie aus Mukden gemeldet wird, Hoden die russischenBesatzungstruvven vonPort Arthur die Ost feite des Lundantenpasses und die bärtigen den ganzen Paß beherrschenden Höhen erstürmt, wobei die javanischen Truppen 2000 Tote und Verwundete hatten.
Authentische Berichte sind die folgenden:
Petersburg, 15. Juli Tie „Birschewiia Wjedomosti" meldet aus Tafchitschao vom 14. Juli: Am Abend des 13. Juli bemerkten die russischen Vorposten, daß der Feind besondere Bewegungen vornahm. Die Japaner wechselten anscheinend ihre Stellungen. Am Morgen des 14. Juli wurde eine Kavallerie- a-teilung zur Ausllärung entsandt. Diese stellte fest, daß das Tal bis nach Kaiving von den Japanern geräumt fei. Tie russische rechte Flanke war daher frei. Sofort wurde eine neue Rekognoszierung für den 15. Juli befchloffen. Anscheinend ziehen die Japaner ihre Truppen aus dem Zentrum fort. Sollte sich dies bestätigen, unternehmen sie offenbar eine Seitenbewegung über den Dalinpaß. Es wurde bemerkt, daß, die Japaner Geschütze von großem Kaliber die Berge hinaufschaffen. Wahrscheinlich sind dies keine wirklichen Geschütze, sondern Holmodelle, ein? List, wie sie schon öfter beobachtet wurde und durch die sich die Russen nicht mehr täuschen lassen. — Derselbe Korrespondent meldet dem Blatte vom 15. Juli: Die .angegebene Bewegung des Feindes nach Nordosten hatte zur Folge, daß befohlen mucke, gegen den linken Flügel des Feindes, der sich auf Kai ping stützt, Rekognoszierungen zu unternehmen. Dabei stellte sich heraus, daß der Paß unbesetzt ist. Es ist daher anzunehmen, daß die Truppen, die früher dort standen, entsandt wurden, um die Truppen, die von Liujan vorrückten, zu verstärken oder daß sie zur Verstärkung der Truppen vor Port Arthur abgingen, die bei dem letzten Angriff in der Nacht zum 11. Juli sehr große Verluste erlitten haben In bet letzten Zeit wird allgemein Nnordnung beim Ma nöD rieten der Japaner bemerkt. Es zeigt sich, daß der japanische Generalstab offenbar militattsche Operationen in der Ebene fürchtet.
Petersburg, 15. Juli. General Ssacharow meldtt: Am 13. Juli wurden bei einer Rekognoszierung im Tale des Zinsfahe fünf bis sechs japanische Bataillone und fünf Eskadrons im Biwak überrumpelt Sie mußten unter dem russischen Feuer nach Kaitschou hin in Unordnung zurückweichen. Am Vormittag ereignete sich ein r Zusammenstoß auf den aus Kaiffchou in das Zinssah"- tal führenden W-gm. Zehn Russen wurden verwindet. Russische hatten auf den westlichen Ausläninm der Höhen l, bei dem D;er Russen fielen Einer muck» o-rwundet. Die stacht auf oen 14. Juli verlas ruhig. A»f der Linie Saimatsi-Liauiang wurde eine feindliche Feldwache
12 Werst südlich Midsv von einer ruffOibcn Abteilung zurück- geworfen. Tk*r Paß bei Fandsiapudsp, 20 Werst südlich Midsu war frei. Die russische Dorhut besetzte das D o r f. Als die russisäm Hauptmacht den Paß erklomm, unternahmen die J'ipaner einen energischen Angriff auf den reckten Flügel. Berittetie Sapeure uud Freiwillige Norden gegen den linken Flügel und den Rücken deS Feinde- gesandt und zwangen die Japaner zu raschem Rückzüge. DaS OstfeckN mährte von 1 Uhr 45 bis 2 Uhr30 Min. nachmittags Bei Beginn bet GW echtes mürbe General Rennens ampff am Fuße verwundet. Rennenkampsf blieb bei feiner Abteilung Ein Dragonerosfizier ist gefallen, 2 Kosakenofs»ziere und 13 Mann nmrben verwundet.
lieber Aiutschwang
liegen sich direkt widersprechende Nachttchten vor:
Petersburg, 15. Juli. Die im AuSlaild berbrvüeten Gerückte, die Japaner hätten Niutschwang eingenommen, tperben von Mukden auS dementiert.
London, 15. Juli. Wie auS Tokio beriffytet wird, lxwen die Russen vor der Aufgabe NiutschwangS daS im .i)afen liegende russische Kanonenboot „Sinutsch^ versenkt. Ebenso sollen die Russen sämtliche LebenSmittel-Vor- räte in Niutschwang, welche sie nicht mitnehmen konnten, vernichtet haben. . t
Petersburg, 15. Juli. Au» Niutschwang totrb berichtet, daß ein britische» Kanonenboot dort eingctrofsen sei, um die englischen Interessen zu f (hüben. D i e Japaner dehnen ihre Front allmählich in nordöstlicher Richtung auS.
Rach dem Kriegsschauplätze.
Odessa, 15. Juli. Die russifckien Dampfer „Petersburg" und „Smel nsk", .roetrfN? kürzlich die Dardanellen paffierten. hatten bedeutend? Waffen- und MunitionSvorräte an Bord, ebenso eine Anzahl Schnellseuergeschützc. Dieselbe,» waren unter den Kohlen verborgen, welche die Schiffe angeblich in Sebastopol eingenommen hatten. Wie e- beißt, sind die Dampfer als tzilfskreuzet für die baltische Flotte bestimmt.
DaS hulsSbereile Kreuznach.
Die Babeveiwaltung von Kreuznach hat dem russischen Kriegs- minister die unentgeltliche Benutzung der Heilmittel de» Bade» für verwundete russische Ofsi- ziere angeboten.
Der schweizerische Attachö.
Zürich, 15. Juli. Der „Neuen Züt. Ztg." zufolge hatte der vom nilTfrfjen .^auptauattier abberufene Ob.rst Audeoud beute vormittag eine Audienz bei dem Bottieher deS Militär- depattements, in der er auf daS entschiedenste in Abrede stellte, beleidigende Aeußerungen über die russische Armee oder deren Fübrung gttcrn zu haben. Er kenne den Grund des Verlangens KuropatkinS nach seiner Abberufung auch heute noch nirbt, da er weder bei seiner Abmeldung beim Generalstabschef Knropatffns nvck in Petersburg AnfNärung darüber crlwlten habe. In Petersburg habe er zu fänden des KttegSminister», der mit dem Kaiser verreist wat, einen schriftlichen Protest hinterlassen Das Blatt fügt hinzu, daß die ruffiscde Regierung dem Erfucl>en deS BnndeSrates um Bekanntgabe de» Grunde» für die verlangte Rückberusiing . Äubemtb» nicht entfpaxben Habe. Die Meldung eine» Berliner Blattes, daß Oberst Audeoud im Rainen der nad> gerade ungeduldig gewordenen fremden Offiziere bei fiuruDelfin vorstellig geworden fei, emfpreche nickt den Talsackew
5>rt Kall «Ftpsius.
lAuSsüHrlicher Bericht.)
B. B. Darmstadt, 15. Juli.
Die seinerzeit viel erörterte LepsiuS-AngelegcnHeit, die bekanntlich damit zum Abschluß kam, daß der schwer von seinen eigenen Kollegen und Mitarbeftern am hiesigen Droß- herzogl. Musenm vor dem VetwaltunoSgerichtShof angeschul- biqte Geh. Oberbergrat Pros. Dr. LepsiuS von allen Punkten der Anklage mit einer Ausnahme freiqesprochen und nur wegen einer vom Gerichtshof als ,Leichtfettig dezeich- neten Handlung mit einem Verweis, der geringsten Strafe, belegt wurde, kam heute vor dem VerwaltungSgerichtShos noch einmal zur Erörterung. G6 drehte sich dabei um die Beleidigungsklagen, die einerseits Pros. LepsiuS gegen denMuseurnSdirektorPras. Back, Professor v. Koch und den MusenmSassistenten Wittich und anderett'eitS Pros. Back und sämtliche MuseumS- assistenten gegen Pros. LepsiuS angestrengt hatten. Seitens des Verwaltungsgerichtshofs mußte eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob die jeweiligen beleidigenden Ausdrücke in Ausübung ober auS Veranlassung der Ausübung deS Amtes geschehen und wenn baß ber Fall, ob sie bann eine Ueberschreitimg ihrer amtlichen Befugnisse barstellten. Den Vorsitz sühtte Wirkt. Geh. Rat Knorr v. Rosen- roth; bie StaatSbehürbe vertrat Ministerialrat Braun. Als Vetteibiqer beS Geh. Rats LepsiuS war Rechtsanwalt Dr. Osann II., für Prof. Back Rechtsanwalt Dr. Löb unb für Dr. Wittich Rechtsanwalt Dr. Neufchäffer erschienen. Nach mehrstünbiger Verhanblung entschieb ber Gerichtshof bahin, baß noch eine BeleibigungSklage beS Geh. Rat LepsiuS gegen bie brei genannten Herren zulässig fei (unb wohl auch statt- finben werbe) wegen ber von jenen in privaten Unterhaltungen geäußetten Beleibigungen. Daß aber weber Prof. Back in seinen amtlichen Berichten, noch Geh. Rat LepsiuS in seiner Abwehr ber von den MuseumSangestellten gegen ihn erhobenen Beschiilbigungen sich eine Ueberschreitung ihrer AmtSbefug- nisse hätten zu Schulben kommen lassen.
Aus Stadt und Land.
Gießen, ben 16. Juli 1904.
-EineBesichtigungberStrafanstaltMarien- schloß in Rockenberg würbe gestern nachmittag von etwa 40 Studierenben ber Rechte unter Führung von Professor Mittetmaier unternommen. Der Direktor ber Anstalt zeigte ben Herren alles Sehenswerte unb gab interessante Erlän- terungen. Vor einiger Zeit unternahm Prof. Mittermaier mit seinen Hörern einen ähnlichen Ausflug nach bem Zellengefängnis in Butzbach.
** Promenadenkonzert finbet morgen, Sonntag, um 12 Uhr in ber Sübanlage mit folgenbem Programm statt: 1. OitDcdüre ^Frau Luna^ von Lincke, 2. Touristen- Quabrille von Krauße, 3. Finale au5 ber Oper ,A'lba" von Verbiß, 4. A.-M. Nr. 10.
** Die Gemälbe-AuSstellunq am Branb, von welcher ein großer Teil Gemälbe erst seit 8 Tagen ausgestellt ist, hatte sich am Sonntag sowie fortgesetzt in ber Woche eines sehr regen Besuches zu erfreuen, was als ein Beweis gelten barf, baß bie gegenwärtige Ausstellung sehr interessant ist. Die Ausstellung ist mir noch 8 Tage einschließlich zweier Sonntage geöffnet.
•• Aus b ec Untersuchungshaft entlassen würbe ber Geschäftsführer Peter Kronenberg von ber Firma H. C. Werner gegen Stellung von 2000 Mk. Kaution.
•• euet. Weltern adend nach 9 Uhr ertönten wieder bie Sturmsignale, bie faft die ganze Stabt auf bie Beine brachten. ES ging hinaus nach bem Wisumrenveg, wo bie Eishalle brannte. Als bie Feiicrwchr dort ankam, konnte nichts gerettet werben; baß auß Holz errichtete Gcba»ibe, baß auch eine Menge Sägespäne enthielt, ftanb schon ganz m Flammen unb brannte vollständig nieder. Darum herum tummelte sich, von ber Polizei in Schranken gehalten, haß Alter unb bie Jiigenb Gießenß. Die Sch>^tzle»»te hatten Mühe, bie Neugierigen von einer Grude im Felb ziirückzu- haNen, in bie in ber Dunkelheit einige Burschen hinunter» purzelten, gl»1cklicherweise ohne Schaben zu nehmen. In ber üorberften Reihe stanben bie allerkleinsten Knirpse unb Knirpsinnen, oft nur halb angekleibet, bie sich eifrig baran beteiligten, bic Kornselber unsicher zu machen unb bie ihren nachlässigen Eltern kein gute» Zeugnis außftcQcn. Die Ursache des Brandes ist aller Wahrscheinlichkeit nach in Fahrlässigkeit au suchen.
(!) Lollar, 15. Juli. Am 13. b. MtS. mürbe ein junger Mann, ber bei Kanissellbesiher Krämer tätig war, als er auS ber Wirtschaft zum Einhorn zu Lollar auf bie Straße trat, von einigen Burschen überfallen unb nut Knüppeln niebergeschlagen, so baß er blutüberströmt liegen blieb. Die Täter würben burch bic Genbarmerie ermiLclt, zur Anzeige gebracht, unb brei Hauptschulbige verhaftet unb nach Gießen transportiert.
)( Grünberg, 15. Juli. Aus ber Lauterer Chaussee verunglückte heute früh baS Fuhrwerk eines Milch- kutscherS auß Gonterskirchen. Der Fuhrmann wollte einem ihm entgegenkommenben Gefährt schnell aiisbiegen, wobei ein Rab brach und ber Milchwagen bic hohe Büschimg hinunter* stürzte. Der Kutscher flog vom Wagen zwischen bie Pserbe, auS welcher gefährlichen Lage ihn schnell hinzukommenbc Hilfe befreite. Mehrere Milchkannen stürzten ebenfalls vom Wagen unb entleerten sich auf ber Erbe.
Darmstabt, 14. Juli. Der Umbau beS Hos- theaterS, ber sich nach ben Plänen ber Wiener Architekten Fellner unb Helmer vollzieht, schreitet rüstig sott. Der Zu- schauerraiim, welcher für 1600 Personen Platz bietet, wirb im Stile Lubwig XVI. burchgeführt, unb bic Maschinerien aus ber Bühne werben sämtlich hybraulisch betrieben. Da aller Voraussicht nach ber Umbau zu ber bevorstehenben Theatersaison nicht beenbet sein kann, so werben bic Vorstellungen vorerst im alten JntcrimStheater stattsinben.
[] Marburg, 15. Juli. In glanzvoller Weise begeht gegenwärtig baS StubcntenkorpS ^Ha ss o - Nass ov ia' sein 65jährigeS Bestehen. AuS bicscm Llnlasse weilen Hiinbctte ehemaliger KorpSmitglieber, teils mit ihren Familien, in unserer Stabt. Wahrenb beS gestrigen Gartenfestes im KorpS- haufe, baS bekanntlich prachtvoll seitlich beS Schlosses liegt, würbe hier sowohl, wie auch bei ber BiSmarcksäule ein groß- artige» Feuerwerk abgebrannt. Heute früh von 7—8 Uhr nahmen bie grün bemühten alten unb jungen Kommilitonen an brei langen Tafeln auf bem altertümlichen Marktplätze bie trabitionelle FuchS-Chokolabe ein. Nicht weit 'entfernt saß in einem neuen Sessel eine alte Kirschenhänblerin in einem mit Guirlanben unb Blumen geschmückten Stand. Auch sie hatte Jubiläum, denn auf einem mit Nassovia-Fähnchen dekorierten Schilde stand zu lesen: ^Schier 60 Jahre sitz' ich hier!* Ein echt Marburger Straßenbild. Heute abend gegen 7 Uhr veranstalteten die Nassoven, bevor der Kommers begann, einen pninkvollen Festzug, in dem sämtliche alten Semester, darunter weißhaattge Greise, vettreten waren.
Vermischtes.
e Bütow «Pommern), 15. Juli. Auf dem Weaüber- gang zwischen Heleichof-Sewitz an ber Bahn Bütow-Luuen- burg wurde ein Fuhrwer k von einem Zuge überfahren unb eine Frau schwer verletzt.
* Paris, 16. Juli. Während der drei letzten Torc sind in Puris 50 Personcn aus der Straße am Hitz- schlag verstottben. Die Zahl der Er^runkunflen ist sehr bedeutend. Heute, wo die Temperatur ziernlick besonders tropisch tirnr, dürfte bie Liste ziemlich lang sein.
* Marseille, 15. Juli. In ben Werkstätten zur Herstellung elektrischer Zünder in St. Marttn be Crau erfolgte heute eine Explosion. Bon 14 bort beschäftigten Frauen wurden brei getötet unb sechs schwer verletzt. Das Gebaubc wurde völlig zerstört.
* Brände. In den Zittauer Waldungen wüten große Brände, die durch Brandstiftung entstanden sein sollen. — Nach ber Löschung des großen Walbdrandes in ber Dresbener Heibe wurde ber stark verkohlte Leichnam eines etwa 15jährigen Menschen aufgesunden. Es' liegt unzweifelhaft ein Lustmord vor. Der Täter hatte baS Feuer angelegt, um bic Spur seines Morbes zu verwischen. — Durch ein Großfeuer wurde heute die Kochsche Palmkemölfabrik in Harburg mit bebeuten* ben Warenvorräten fast ganz eingeäschert. Der Schaden beträgt über 100 000Mk. Eine angrenzende Zementsabril wurde ebenfalls größtenteils zerstört. Der Brand entstand in bem Maschinerchause durch das Warmlaufen einer Maschine. — In Liptau wurden durch einen großen Brand dreißig große Gebäude, darunter Rathaus und Synagoge ein» geäschert.
* Eine Berliner LiebeStragödie. lieber den Selbstmörder Eugen Schloß, der seine Geliebte Frl Hoffmann durch Re v o l v e r s ch ü s s e schwer verletzte, werden jetzt Tatsachen bekannt, aus denen hervor- steht, daß Schloß nicht der war, für den er sich an-gegeben hatte. In Berlin weilte ein Onkel von ihm au» M arn z, um die erforderlichen Vorbereitungen zum Begräbnis zu treffen Er holte auch die wenigen Hinwrlassenscka'ten des' Verstorbenen von der Wittve Lomiz ab, in bereu Hause N.ch d:e Liebestragödie abgespielt halte, imb führte bei biejcr Gelegenheit bie Renommistereien de» Verstorben ■ »
'Ln wahren Wert zurück. Eugen Schloß hatte üb. r.»'l un^ namentlich auch seiner Wirtin unb feiner wict^r betont, daß seine Eltern große Weinberge besäßen, daß fein Bruder in Wiesbaden Be siVer eE großen Bankgeschäftes sei, und baß er selbst aTwr ton ‘em^ ®at€rd veise. In WirNichkeit ReiU ViX w wC-n an^r Schlächtermeister auf einem anÄ.d sich sein achtzehnjähriger y r KCr ^hre beftnbet. Lediglich aus Mitleid nahm ibn » sa d Ach^nnig bekannten Eugen auf, um
LCU1 Spirituosengeschäft zu uer »1)010011. Obgleich er schlechte Erfahrungen mit ihm machte bchien er ihn doch mit Rücksicht auf bic armen Eltern Isoii einer Heberführimg ber Leiche in bic Heimat ist ab-


