gesehen worden. Fxl Hoffmawn formte ihre Eltern und einige Bekannte auf kurze Zeit in der Charite sprechen. Ihr Zustand hat sich etwas gebessert, doch sind die Kugeln aus "be-m Kopfe noch nicht entfernt. Wiederholt sind nach dem „B. Durchleuchtungen des Kopfes mit Röntgenstrahlen vorgenommen worden, unt den Sitz der Kugeln zu bestimmen.
• Steckbrief hinter einem Bürgermeister. Der Bürgermeister der Stadt Tanken, namens Krüchen hat vor einiger Zeit einen längeren Urlaub genommen, den er mit unbekanntem Aufenthalt, dem Vernehmen nach aber in Berlin verbringt. Jetzt hat der königliche Staatsanwalt zu Kleve hinter ihm einen Steckbrief erlassen, da das Stadtoberhaupt dringend verdächtig ist, städtische Gelder nicht abgesührt, also unterschlagen zu haben.
Nniversttäts-Yachrichten.
Stuttgart, 15. Juli. Iie Studentenschaft der technischen Hochschule und der tierärztlichen Hochschule hielt gestern abend als Vorfeier für die heutige Einweihung der Bismarcksäule ein glänzendes Bankett ab. Zu demselben traf aus Wilhelmshaven folgendes Telegramm des Königs von Württemberg ein: „Mit aufrichtigem Bedauern muß ich mir versagen, an der morgigen Feier teilzuitehmen, möchte aber die heute versammelten Festgenessen meines warmen Anteils versichern und ihnen aufrichtige Anerkennung gussprechen für die Tarkraft, h?rvorgegkrngen aus wahrer vaterländischer Gesinnung, mit welcher sie das Werk vollendet haben, das Stuttgart für alle Zeiten an Deutschlands größten Staatsmann erinnern soll."
Den im Coburger L. C. Bereinigten Landsmannschaften aus deutschen Hochschulen gehören im laufenden Sommersemester unter entsprechendem ?lbzug der Mehrbänderleute 727 Aktive und Inaktive, sowie 2697 Alte Herren an. Der im Jahre 1868 begründete Verband zählt 27 aktive und 8 suspendierte Landsmannschaften. _________________________
Kitteratur.
— Die Kaufmannsgerichte. Ihre Verfassung und ihr Verfahren. Zum praktischen Gebrauch für Kaufleute, Handlungsgehilfen und Kaufmannsgerichtsbeisitzer dargeftellt von Walther Graes. Leipzig 1904, Verlag von Carl Ernst Poeschel. Preis geh. Mk. 1. — Am 1. Januar 1905 tritt das Gesetz über die Kaufmannsgerichte in Kraft, das die Streitigkeiten aus dem kaufmännischen Dienst- und Lehrverhältnis ben ordentlichen Gerichten entzieht und sie der Rechtsprechung besonderer Berufsgerichte unterstellt. Das Gesetz führt die für die Verfassung und das Verfahren der Kaufmannsgerichte geltenden Vorschrift, n nur zu einem Teil wörtlich auf und verweist im übrigen auf zahlreiche Paragraphen des Gewerbegerichtsg-'setzes, deren Inhalt auf die Kaufmannsgerichte für anwendbar erklärt wird. D durch wird das Gesetz für den praktischen Gebrauch des Laien unübersichtlich. Da nun auch im Gewerbegerichtsgesetz das gerichtliche Verfahren nur teilweise geregelt ist und, soweit das nicht geschehen ist, für dasselbe die Bestimmungen der Zivilprozeßordnung maßgebend sind, so wird ein im allgemein verständlicher Ratgeber für die an den Kaufmannsgerichten beteiligten Kreise zum Bedürfnis. Dieses Bedürfnis ist schon deshalb nicht von der Hand zu weisen, weil por den Kaufmannsgerichten die. Zuziehung von Rechtsanwälten ausgeschlossen ist 'und damit den Prozeßführenden der bislang in Anspruch genommene rechtskundige Beistand fehlt. Llber auch die zahlreichen Kaufteute und Handlungsgehilfen, die durch das Vertrauen ihrer Berufsgenossen zu Beisitzern der Kaufmannsgerichte gewählt werden, werden eines Führers durch die einschlägigen Vorschriften der für ihre Tätigkeit in Betracht kommenden Gesetze (Gesetz, betreffend Kaufmannsgerichte, Gewerbegerichtsgesetz, Zivilprozeßordnung, Gerichtsverfassungsgesetz, Gerichtskostengesetz, Gebührenordnung für Zeugen und Sachverständige u. a.) nicht entraten können. Das vorliegende Buch will em solcher Wegweiser sein.
Ocrichtssaal.
(th.) Gießen, 15. Juli. Heute verhandelte die Straf- k am wer hinter perschlossenen Türen gegen den vielfach vor- beftraften 1863 geborenen Tagelöhner W. H. von Gießetz wegen Sittlichkeitsverbrechens, begangen an einem achtjährigen Kinde. Die Kammer verurteilte den Angeklagten zu neun Monate Gefängnis.
(th.) Gießen, 16. Juli. Der Schuhmacher, welcher kürzlich dem Gerichtsvollzieher, der eine Pfändung wegen eines Betrages von drei Mark und der Kosten vornehmen wollte, eine Zzene machte und auch dem zu Hilfe herbei gerufenen Schutzmann Widerstand leistete, wurde gestern von dem Schöffengericht, obgleich er noch unbestraft ist, zu einer Gefängnisstrafe von sechs Wochen verurteilt. In der Verhandlung wurde fest- gestellt, daß der Gerichtsvollzieher in her humansten und rücksichtsvollsten Art vorgegangen war, diesem sogar einige Tage vorher mitgeteilt hatte, daß er Auftrag habe, zu pfänden, mit dem Hinweise, der Schuldner möge doch 'die unbedeutende Schuld vorher begleichen. Rur dem Umstande, daß der Angeklagte noch unbestraft war, hat er es zu danken, daß das Gericht nicht dem Anträge des Amtsanwalts entsprach, welcher vier Monate und 14 Tage Gefängnis beantragt hatte.
Schneidemuhl, 15. Juli. Vor der Strafkammer deS Landgerichts begann heute dea große Spielerprozeß gegen die GrafenJohann Bninski und Voleslaus Buinski, Rittergutsbesitzer zu Toncke. In dem Prozeß sind 36 Zeugen geladen, [bie meistens der hohen polnischen Aristokratie angehören. Es handelt sich um einen Vorfall, der sich zu Anfang Dezember 1902 auf Domke beim Grasen Boleslaus zutrug. Herr von PoninSki warf dem Grafen Johann vor, er habe unter dem Tisch betrügerische Manipulationen verübt. Graf Johann hat daraufhin Herrn von Poninskr zum Duell gefordert, wurde aber später vom militärischen Ehrengericht für nicht satisfaktionsfähig erklärt. Die Erhebung der Anklage beruht auf der Anzeige des Grasen Mielzynski der im Spiel mit dem Grafen sehr viel verloren hat. Beide Angeklagten bestreiten energisch jede Schuld. Tie Zeugenvernehmung sällt zunächst ziemlich günstig für den Angeklagten aus.
Breslau, 15. Juli. Das hiesige Oberkriegsgericht verurteilte den Musketier Rorowietz vom Infanterie-Regiment Rr. 156 in Brieg wegen tätlichen Angriffs und Achtungs- Verletzung und Beleidigung gegenüber seinen Vorgesetzten zu '> Jahren und 3 Monaten Gefängnis und Entfernung aus dem Heer.
Leipzig, 14. Juli. In der Klage Dr. Paul Lindaus gegen das von ihm bisher geleitete Berliner Theater wegen Gehaltsforderung bestätigte das Reick>sgericht das Urteil des Kammergerichts, welches ebenso wie das Landgericht I. in Berlin das Berliner Theater zur Zahlung verurteilt hatte.
München, 14. Juli. Das Oberkriegsgericht verhandelte '-uir in der vom Reichsmilitärgericht hierher zurückverwiHiten -nebe des ehemaligen Einjährigen Eras Der Angeklagte wurde heute wegen falscher Anschuldigung, Belobigung, Nnge- borfam und Vorschützen von Gebrechen zu einer Gesamtgesäilgnis-
- 1 i'rtotcn unb 10 Tag« ii verurteilt.
Landwirtschaft.
(G) Haingründau, 15. Juli. Gestern abend fand in den Hühn'schen Wirtschaft eine Versammlung der Ziegenbesitzer statt. Ter Versammlung wohnten die Herren Negierungsassessor von Helmolt und LandwirtschoftSlehrer Lintz von Büdingen bei. Es wurde die Gründung einer Ortsgruppe des Kreisziegen- : u ch t v e r e i n S beschlossen. Im Interesse einer rationellen Ziegenzucht wäre zu wünsck>en, daß die anbereit Gemeinden deS Kreises diesem Beispiel folgen würden.
Saatkörungen. Zurzeit werden die voM Hessischen a n d w i r ts ch a f t s r a t errichteten Saatbaustellen besichtigt “J® aSJL ^r«^tviEung von Saatgut bestimmten Saatfelder auf Echtheit, Reinheit der Sorten und andere Wertfaktoren der ^aatgutproduktion geprüft und je nach Ergebnis der Besichtigung als zur Saatgutgewinnung geeignet angekört oder zurückgewiesen. Das von den angekörten Saatfeldern zu gewinnende Saatgetreide hnrb demnächst direkt oder durch Vermittelung des Landwirtschaftsrates als unter Kontrolle produziertes besttmmt sortenechtes und sortenreines Saatgut zum Verkauf gestellt. Hiedurch erhalten die Landwirte die sehr wertvolle Gelegenheit, von den Saatbaustellen und den gekörten Saatfeldern bestes Saatgut zu beziehen, was bei den großen Mißständen, die sonst im Saatgutbezug lnrrschen, von größter Bedeutung ist. Körungen fanden Mtt in Ober Hessen bet: Heinrich Alles - Rieder-Florstadt, Gutspächter Bornemann in Obbornhofen, Gutsbesitzer Karl Brei- ^nbach-Dorheim, Wilhelm Breidenbach-Melbach, Gutspächter Brennemann - Ober-Erlenbach, Gutspächter Heil und Chelius-Wick- stadt, Gutsbesitzer von Helmolt Ww. - Friedberg-Fauerbach Oeko- nomierat Hoffmann - Hofgüll bei Lich, Gutspächter Hugo Jakobi- Utphe, Oberverwalter Kiepe-Sickendorf, Oekonomierat Schade- Altenburg, Gutspächter Schuch - Hof-Schleifeld bei Nidda, Gutsbesitzer H. Schudt - Görbelheim, Gutsbesitzer Schudt - Steinftirth, Freiherr!. Riedesel'sche Gutsverwaltung, Oberverwalter Erb- Stockhausen, Fürstlich Solms'sche Gutsverwaltung - Lich.
Kisenöayn-Zritung.
ZurVerbesserung derGepäckabfertigurtg. Der Eisenbahnminister macht die Eisenbahnbirektionen barauf aufmerksam, daß noch immer über unzureichendeEinricht- ung direkter Personen- und Gepäckabfertigung geklagt wird. Selbst zwischen den Schnellzugsstationen eines und desselben durchgehenden Schnellzugskursus sei die birkte Abfertigung noch nicht überall möglich. (Sehr richtig! Wir machen hier diese Beobachtung im Verkehr mit Frankfurt nicht selten!) Der Minister bringt daher seine, die direkte Abferttgung anordnenden Erlasse vom 26. Juli 1900 und vom 13. Mai 1904 nochmals zur genauesten Beachtung in Erinnerung.
197.12
Oest. Kredit. .
Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß . Harpen er Bergbau
t. Schlußkurfe.
201.20
219.87
137.60
Anfangs- u.
. 201.70
. 220.10
. 137.60
. 186.90
. 196.90
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.
Berliner Börse vom 15. Juli 1904.
(Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 2% Prozent.
Tendenz: Zieinlich fest.
Bingen, 15. Juli. Heber das Vermögen der Firma Metallurgische Werke G. m. b. H.. dahier ist gestern der Konkurs eröffnet worden. Die Gesellschaft ist eine Gründung des kürzlich fallit gewordenen Wcingutsbesitzers Mies in Büdesheim.
Zum Fall de Hessel le. Wie mitgeteilt wird, sind die Mitglieder des Ausiichtsrats durchweg sehr vermögende Leute. Insbesondere der Schwiegervater des Direktors Heinrich de Hesselle, der gleichzeit'g Generaldirektor einer Familiengründung der Akt- Ges. Glashütte Dorrn. Gebr. Siegwart u. Co. in Stolberg (Rheinland) ist. Ein anderes Aufsichtsratsmitglied ist Mitinhaber der bedeutenden Lütticher Lederfabrik Bouvy. Zuerst sollte bie ganze Angelegenheit in aller Stille erledigt werden, als man aber merkte, um welche Summe es sich handelt, ließ man den Dingen ihren Lauf. .Aus Aachen wird uns noch 'mitgeteilt, daß der verschwundene Direktor keinerlei direkte Unterschlagungen beging. Rach dem heutigen Status gilt etwas über em Viertel des Aktienkapitals für verloren.
Ein neuer Zusammenbruch. Hebet die Johan» Albrecht-Werke Akt.-Ges. in Neustadt (Mecklenburg) ist der Konkurs eröffnet worden. Das Unternehmen wurde im Jahre 1899 mit einem Aktienkapital von 1400 000 Mk. gegründet Im Jahre 1902 wat der Terrainspekulant und Holzhändlet Karl Kähne in Berlin Großaktionär der Gesellschaft geworden. Mit dem Zusammenbruch Köhnes scheint der Konkurs der Gesellschaft im Zusammenhang zu stehen. Die im Mai v. I. beschlossene Obligationen an leihe im Betrage von 500 000 Mk. scheint nicht gelungen zu sein und dadurch gebrach es der Gesellschaft an Betriebsmitteln.
Die Bilanz. Die Verpslichttntg des Kaufmanns zur jährlichen Bilanzziehung ist einem Urteil des Reichsgerichts zufolge dahin aufzufasien, daß die Bilanz in jedem Geschäftsiadr und zwar an dem Geschäftserösinungsdatum zu ziehen ist. Will etwa der Kaufmaim die Jahresfrist mit dem Kalenderjahr zusammenfassen, so ist dies insofern angängig, wenn er an einem aus den Beginn des Geschäftsjahres folgenden Schluß des Kalenderjahres eine Zwischenbilanz aufmacht, von welcher sodann dem Kalenderjahr eittsprechend, die weitere einjährige Bilanzfrist läuft. Bemerkt sei hierbei insbesondere, daß eine mangelhaft hergestellte Vilatrz überhaupt nicht als solche int Sinne des Gesetzes gilt. 9lls mangelhaft z. B. anzusehen ist, wenn die Bilanz nach ungefährer Schätzung des Warenlagers und der sonstigen Bestände aufgestellt wird, ohne baß bieser Sck)ätzung ein vorschriftsmäßig aufgenommenes Vermögensinventar zu Grunde siegt.
GillgesanLt
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Gießen, 16. Juli.
Den Passanten bet Reuen Bäue, welche noch im Besitz ihrer Geruchsnerven sind, wird dieser Stadtteil bei der eben herrschenden schwülen Temperatur durch einen p e sti l e n z a r t i- gen Gestank, welcher sich in der Nähe des TriUergäßchens zu entwickeln scheint, dermaßen verleidet, daß sie lieber einen Umweg einschlagen, um an ihren Bestimmungsort zu gelangen. Wie mag es erst den armen Anwohnern ergeben, denen es unmöglich .ist, die Fenster offen zu halten? Hoffentlich genügen diese Zeilen, um zu veranlaffen, daß diesen Zuständen bald ein Ende bereitet wird. (Anmerkung der Red.: Dir haben den gerügten Mißstand gestern auch gemerkt mtb gehofft, daß unser Mitbürger nur ausnahmsweise enrmal so was Schlimmes id'kocht habe.) Y.
Möchrvtlilhk IlrbrrMtbrr TodrsM io dtt Stadt tziktzko.
21. Woche. Vom 15.—21. Mai 1904.
(Einwohnerzahl: angenommen zu 27 500 (inkl. 1600 Mann Militär) SterblichkeitSziffet: 30,2
nach Abzug von 10 Ortsfremden: 24,58 g/oo.
Kinder
ES starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom
L Lebensjahr: 2.—15. Iaht
Tuberkulose der
Lungen
3
3
—
—
Lllngenentzundung
2(1)
2(1)
—-
—
Brustfellentzündrmg
2
1
—
—
Herzfehler
1
1
——
—
Arteriosklerose
KD
1 (1)
—
—
Darmkatarrh
1
—
1
—
Schlagstuß
1
1
—
—
Krämpfen
1
——
1
—
Zuckerkrankheit
1
1
—
—
Krebs
3(1)
2(1)
—
*■
AlterSsch,väche
2
3
—
—
Summe
16 (8)
14 (3)
2
—
Ann,.: Die in
Klammern aefetzten Ziffern geben
an, rote viel
der Todesfälle in der betreffenden Kraukhett auf von an5nMirt4 noch
Gießen gebrachte Kranke kommen.
ötcBetter landwlrtfchaMlcher- ts et t ersten ft.
BorauSfichtliche Witterung in Heffen für Sonntag den - 1904 ' Zunächst noch heiter, später zunehmende Bewölkung. noch warmer. Für bie kommenben Tage Aussicht auf Gewitterregen. Näheres durch die Gießener Wetterkatte.
Temperatur der Lahn und der Luft
am 16. Juli 1904.
Nach Reaumut gemessen mittags zwischen 12 und 1 Uhr.
Wasser 22°, Luit 24*.
___i Albert Rübfqmen.
Familien-Nachrichten.
Gestorben: Ernst Aulber, Pfarrer, Eppelsheim.
Schiffsnachrichten.
Norddeutscher Lloyd.
In Gießen vertreten durch Carl LooS, Kirchenplatz.
Bremen, 13. Juli. <Per transatlantischen Telegraph.', Der Dovpelschrauben-Schnellpostdampfer .Kaiser Wilhelm der Große", Kapit. O. Cüppers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 10 Uhr morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.
Bremen, 13. Juli. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauben-Postdampfer „Barbarosia", Kapitän F. Mentz, vom norddeutschen Lloyd in Bremen, ist heute 3 Uhr morgens wohlbehalten in Newyork angetommen.
Red Star Linie, Vertreter Carl Retter, Gießen, Bleichstr.8
Der Postdampser ^Zeeland" der Red Star Smie* in Antwerpen ist laut Telegramm am 11. Juli wohlbehalten m Newyork angekommen.
11 nieste Meldungen.
Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeiger-.
London, 16. Juli. Heute wurde der Prospekt über die neue kaiserlich chinesische Anleihe veröffentlicht. Aus derselben ergibt sich, daß es sich nur um die Ausgabe des noch nicht emittierten, l1/» Millionen Pfund Sterling betragenden Teils der Anleche handelt, die sich im Gunzeu auf Lstr. 21/i Mill, beläuft, von denen aber Lstr. 750 000 schon früher auf den Markt gebracht wurden.
L o n d o n, 16. Juli. Den Morgenblättern zufolge wurde im Ministerrat beschlossen, die Ueberführung der Leiche des Exprasid enten Krüger nach Südafrika fru gestatten. Diesbezügliche Telegramme sind sofort nach Südafrika abgesandt worden. Aus Johannesburg wurde mitgeteilt, daß der dortige Gouverneur bereits die Erlaubnis Mr Bestattung der Leiche erteilt habe.
Paris, 16. Juli. Der Nachlaß des Präsidenten Krüger wird auf y 0 Millio nen FraneS geschätzt. Dieses Vermögen soll unter verschiedenen Namen in europäischen und amerikanischen Banken deponiert sein.
Paris, 16. Juli. Der „Rappel" veröffentlicht folgende (wenig glaubwürdige)Nachricht aus Rom: General S a l e t t a, Chef des großen Generalstabes, welcher augerv- blicklich mit mehreren höheren Offizieren eine Inspektionsreise vornimmt, werde andauernd von zwei deutschen Spionen verfolgt. Ein Wirt ans Dizenza, der den Spionen Mitteilungen gemacht hatte, wurde verhaftet.
Paris, 16. Juli. Die Tribuna meldet auS zuverlässiger Quelle, die Niederkunft der Königin von Italien werde im Schlöffe Racconigi, die Taufe in Rom erfolgen.
Montreux, 16. Juli. Die Aufbahrung der Leiche Krügers ist so eirrfach wie möglich. Die Leiche wurde in einen dreifachen Sarg gelegt und in die Totenkammer auf dem Friedhöfe von Clärens überfuhrt, wo sie bleibt bis die definitive Beisetzung in Transvaal oder Holland beschloffen wird. Von Privaten sind zahlreiche Beileids- Depeschen eingegangen, von den Regierungen ist kein Zeichen der Teilnahme eingetroffen. Von den Staats- berhäuptern hat einzig Präsident Loubet kondoliert.
Rom, 16. Jusi. In Mbano wurde die Madonna della Rotonda ihres reichen Edelsteinschmuckes beraubt. Als der Tat verdächtig wurde der Kanoni.tL4 der dortigen Kirche verhaftet.
Belgrad, 1.6 Juli. Blattermeldunyerr zufolge wurde auf der serbischen Gesandtschaft in Bukarest eine große Defraudation entdeckt. Der eine der Defrmcdanten, Kannowitscb, eTttleibte sich nach der Entdeckung. Der aridere wurde entlassen, nm jedes Aufsehen zu vermeiden.
Telephonischer Kursbericht.
Franktnrt &. M
3x/t°/o Reicheanleihe . . 102.10 3% do. ... 90.20 3Vt°/o Konsole .... 102.06 3°/n do......90.35
liessen .... 100.60
3V.96 Überhessen . . . —.— 496 Oesterr. Goldrente . . 101.10 4’Gestern fiilberrente 100.55 49» Ungar. Goldrente . . 100.15 40/.j Italien. Konto , . . 103.60 4,/,X Portugieser , . . 61.40 S°/\ Portugiesen. .... 60.30
C. Türken .... —
Türkenlose 128.80
4% Griech. Monopol.-Anl. 48.50 41/, % Süssere Argentiner —.—
m 16. Jufi.
3°/o Mexikaner .... 27.60
41/s',/t> Chinesen .... 90.10
Electric. 8ehackert . . . 104.40 Nordd. Lloyd . . . . 100 90
Kreditaktien . . . « . 201.90
EHskonto-Kommandit . . 187.40
Darmstädter Bank . . 137.55
Dresdener Bank .... 149.00
Berliner Handele«?ee. . . 153.80
Oesterr. Staats bahn . . • 136.90
Lombarden .... 17.50
Gotthard bahn 187.50
Laurahütie . ..... 242.50
Bochum ...... 186.40
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Tendenz: fest.
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