Verein nicht direkt beeinflußt werden; es ist zu wünschen, daß der Handelsstand nach wie vor oute Vertretung im Stadtrate findet, und man darf den Wählen: das Vertrauen ent* gegenbringen, daß auch die Interessen der Kaufmannschaft genügend gewahrt werden. Was das KaufmannSgericht betrifft, so soll nach dem Ausschreiben der Wahlen seitens des Kaufmännischen Vereins eine Vereinbarung mit den ver- chiedenen Verbänden angcstrebt werden, welche allen Wünschen Rechnung trägt.
** Der gestrige Vortrag über D c u t s ch t u ur ztn b Wcltpolitik, den Dr. Theo S o m m e r l a d aus Halle im Eafö Leib für die Mitglieder des Kauf in ä n n i - scheu Vereins und des Ortsgewerbevereins hielt, war nur schwach besucht. Der Redner verwies zunächst darauf, daß zwischen Weltherrschaft und Weltpolitik ein großer Unterschied sei. und enttvarf in einem zusamrneu- sassenden historischen Rückblick ein Bild über die Entwickelung der weltpolitischen Beteiligung der Völker. Als er auf den Eintritt Deutschlands als Weltmacht zu sprechen kam, trat er warn: für den Ausbau der deutschen Flotte ein. Zu der heutigen weltpolitischen Lage meinte Dr. Sommerlad, daß, solange Rußland und England einander als ungeschwächte Rivalen gegenüberständeu, Deutschland einen ziemlich sicheren Stand habe. Neber den Fortschritt Japans sprach sich der Redner sehr anerkennend aus: das Auftreten der Japaner hat in hrndelspoUtischer Hinsicht viel Gutes gewirkt, besonders für die Erschließung Edinas. Dir müssen wirken, damit schloß Dr. Sommerlad, für eine gute deutsche Flotte, ferner für den Schuß und die Unterstützung der Deutschen im Ausland, mit anderen Worten für die Bestrebungen des Alldeutschen Verbandes.
** Bei der Philippsfeier in Marburg kam, oie wir in der „Hess. Ldsztg." lesen, der Ausläufer eines Hotels eilig an den Postschalter gehaßt und schob einige Bekannte aus anderen Hotels, die ebenfalls vor dem Schalter standen, zurück mit den Worten: „Laßt mich mal geschwind vor! Ich muß Marren haben und habe noch hundert Gläser zu spülen! Wir haben auch Fürsten bei uns logier'n!" — So, wer is denn das?" — „Ei, Philipp der Großmütige ist bei uns abgestiegen! Geschwind, geschwind!" — „Wo is er denn hergekommen ?" — „Ei, ich glaube da oben runter aus der Provinz Brandenburg oder aus der Gegend darum!" — Geschichtskenntnis: schwach.
-ae- Heuchelheim, 15. Roo. Morgen, den 16. d. M., feiert der weit über den Kreis Gießen hinaus bekannte und geachtete Pomologe und Feldgeschworene Jakob Rinn X. mit seiner Ehefrau, geb. Kreiling, in noch erstaunlicher Rüstigkeit das Fest der goldenen H d ch z e i t.
+ Alsfeld, 15. Nov. Gestern abend entgleisten im hiesigen Bahn hof beim Rangieren einige Güterwagen, wodurch die durchgehenden Personenzuge Verspätungen erlitten. Der Verkehr wurde durch Umsteigen hergestellt.
ic. Seligenstadt, 14. Nov. Vor einigen Tagen vermißte man die von ihrem Mann getrennt wohnende 32 jähr. Ehefrau des Peter Heiligenthal. Schließlich öffnete man gemalt ihr Zimmer und fand die Frau tot im Bett. Ein Herzschlag hatte ihrem Leben schon vor zwei Tagen ein Ziel gesetzt. Neben der Leiche im Bett lag lebend das 2 j ährig e Töchterchen der Toden. Es hatte zwei Tage lang neben der Leiche der toten Mutter gelegen.
Mainz, 14. Nov. In der vorige Woche hier statt- gehabten November-Versammlung des M ittelrh e i n isch en Fabrikanten-VereinS, welche gleichzeitig mit einer Versammlung der Süddeutschen Gruppe des Vereins deutscher Eisen- und Stahl-Industrieller stattfand, widmete der Vor- jsitzende Dr. Beck-Biebrich zunächst dem verstorbenen lang- jährigen und verdienstvollen VorstandSmitgliede, Geh. Kommerzienrat Römheld-Mainz, einen warmen Nachruf. Der Verstorbene gehörte zu den Gründern des Vereins (1871), war, so lange der Verein besteht, Vorstandsmitglied und auch zeitweise Vorsitzender und ist jederzeit eifrig und pflichttreu für die Interessen deS Vereins eingetreten. Die Anwesenden erhoben sich zu Ehren deS Verstorbenen von den Sitzen. Nach einem kurzen Bericht über die vorliegenden Einläufe sprach Reddaktuc W. Jutzi (Köln) über »Die deutsche Montan- Industrie aus dem Wege zum Trusts. Redner erläuterte unter Hinweis auf die Entwickelung unserer großen montanindustriellen Gesellschaften und unter eingehender Be- sprechung der Verträge der großen Syndikate, insbesondere des Kohlensyndikats, des Roheisensyndikats und des Stahl- werksveröandes, die wachsende Zusammenlegung und Fusion von Unternehmungen der Montanindustrie. Insbesondere wies er darauf hin, daß die genannten Syndikate vermöge ihrer inneren Verfassung einen starken Anreiz dazu geben, daß immer mehr Einzelunternehmungen aufgesogen werden und daß die ganze Entwicklung unverkennbar auf die Entstehung einer verhältnismäßig kleinen Anzahl Riesenunternehmungen, denen der Eharakter von Trusts innewohnt, hindrängt. Redner bezeichnet den Trust als die Wirtschaftsform der Zukunft, die berufen ist, die bisherigen Kartelle und Syndikate abzulösen und findet es unter diesem Gesichtspunkte gerechtfertigt, daß der preußische Staat dazu übergegangen ist, sich durch den Erwerb eines montanindustriellen Unternehmens die Möglichkeit zu sichern, gemeinwirtschaftliche Gesichtspunkte gegenüber der Trustpolitik zua Geltung zu bringen, nicht etwa im Gegensatz, sondern in engem Zusammenhang mit der Montanindustrie. — An den Vortrag schloß sich eine kurze Diskussion, an welcher sich Kommerzienrat Melchers (Mainz), Rechtsanwalt Dr. Fuld (Mainz), sowie der Vorsitzende beteiligten und die sich insbesondere aus den Einfluß der Syndikatsbildung auf den Schiffahrtsbetrieb erstreckte.
w. Homburg v. d. H., 14. Nov. Als heute mittag ein von 2 Soldaten gelenktes Automobil, welches einen Offizier von Mainz hierhergebracht hatte, auf der Rückfahrt am Schlachthof hielt, um eine Reparatur vorzunehmen, ersuchte ein hiesiger Arbeiter, namens Hibler, ihn bis zu seiner Arbeitsstätte an der Oberurseler Chaussee mitzunehmen. Trotzdem chm das verweigert wurde, sprang er in voller Fahrt auf da? Automobil, was ihm auch gelang. Als er aber wieder abspringen wollte, siel er so unglücklich, daß er sich einen Schädelbruch zuzog und auf der Stelle starb.
Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Alsfeld hat sich am Sonntag nachmittag auf dem Friedhof ein 23 jähriger Mann, 3)1. A. ans Zerbst, erschossen. Der Verstorbene war vor einiger Zeit in Gießen in Stellung; er hat die Tat offenbar in "~em
Anfall geistiger Störung begangen. — In Effolderbach wurde die Einweihung eines neuen Schulhauses feierlich vollzogen. — In der Generalversammlung de§ Mainzer Karnevalvereins wurde berichtet, daß in der letzten Saison im ganzen 60 000 Mk. verausgabt worden sind. Die Nech- nung schließt mit einem Defizit von 990.57 Mk. ab. —• Der Kaiser hat ans Anlaß der Gedenkfeier dem Gymnasium in Marburg den Namen Gymnasium Philippinum verliehen. — Am SamStag abend um 12 Uhr wurde in Frankfurt ein 23 jähriger Student als er aus einem KaffehauS in der Kaiserstraße weggehen wollte, von mehreren Leuten überfallen, welche ihn im Verfalls des Streites um seine ganze Barschast beralibten. — Der berüchtigte Hotel- dieb Flasch ist von neuem auS der Irrenanstalt in Main z auSgebrochen unb hat bereits wieder in Freiburg einen schweren Einbruchsdiebstahl verübt.
vermischte».
* Die Sünden deS Museumsdirektors. Zur Suspendierung des Direktors des Zoologischen Muselims zu Dresden, Geh. Hofrats Dr. A. B. Meyer, schreiben die „Dresd. Nachr.": Das Verhältnis zwischen Direktor und Beamten ist schon seit Jahren das schlechteste gewesen, welches man sich denken kann, unb hat unglaubliche, für das Museum höchst unersprießliche Zustände geschaffen. So hat der Direktor auch im Museum mit seinem erstell und einzigen, fest angestellten wissenschaftlichen Beamten überhaupt nicht gesprochen und verkehrt, und ebenso unerquicklich hat sich der Verkehr mit vielen wissenschaststcheu Hilfsarbeitern gestaltet. Diese waren lediglich verpflichtet, am Ruhme des Direktors mitzuwirken, unb der Direktor scheute sich nicht, die Arbeiten anderer als seine eigenen auszugeben. Neber eine Reihe besonderer Fülle, welche zu der Inklage geführt haben,, erfahren wir unter anderem: Im Jahre 1895 bot eine Dame aus Madras dem Museum eine Sammlung aus Indien an: sie wurde ihr als meistunbrauchbar zurückgegeben: doch bemerkte die Besitzerin, daß ein geschliffener Elcfantenfuß daran fehlte. Sie forderte ihn zurück. Aber der Direktor ließ ihr sagen, sie habe alles zurückbekommen und nichts mehr zu verlangen. Bald nachher aber wurde ein solcher Elcfantenfuß in der Wohnung des Direktors gesehen, was auch jener Dame zu Ohren kann Sie verlangte ihn nun ganz energisch vom Direktor zurück, was diesen veranlaßte, ihr 20 Mk. zu schicken. Im Jahre 1903 wurde dem Museum vou einer Frau eine Jivaro-Kopfhaut zur Begutachtung vorgelcgt. Als sie nach einigen Tagen wieder- kam, schickte ihr der Direktor 100 Mk. Sie weigerte sich, sie dafür zll verkaufen, und verlangte den Direktor zu sprechen. Dieser ließ sie aber nicht vor, unb da die Frau sich keinen Rat wußte, ging sie schließlich fort. Früher waren für drei derartige Jivaro-Kopsbäute vom Museum 400, 600 und 900 Mark gezahlt worden. Eine Seladon-Schale, Eloisouns- Vasen und ein elfenbeinerner Schädel sollen aus dem Museum in die Wohnung des Direktors gewandert sein. Für die verschwenderische .Verwaltung Dr. Mevers ist sein wiederholt vor Zeugen getaner Ausspruch charakteristisch: ,,Mit den Geldern des Staates muß man wüsten!" Lange Zeit war das Museum geradezu eine hohe Summen verschlingende Versuchsstation. Aeltere, noch brauchbare Einrichtungen in verschiedenen Zweigen wurden beseitigt, durch neue ersetzt unb b*ese wieber außer Dienst gestellt. Das gilt zum Beispiel für die Museums- unb Bücherschränke, bie Zettel-Katalog-Kästen unb Schränke. Erstere sollen nach An-, gaben des Direktors 250 000 Mk. gekostet haben.
• Horridoh! Die älteren Lexikographen verzeichnen diesen WaidmannSruf, mit dem der Kaiser seine Rede bei der Frühstückstafel nach Enthüllung der Jagddenkmäler schloß, noch nicht, doch findet man ihn bei Grimm und Sanders. Beide geben als Belegstelle in der Litteratur die dritte Strophe de§ Bürgerschen Gedichtes „Der wilde Jäger" (vollendet März 1778) an. Diese Strophe beginnt mit den onomatopoetischen Versen:
„Nischrasch quer über’u Krettzweg ging's Mit Horridoh und Hussasa."
ES ist also ein fröhlicher Ruf de§ jagenden Waidmanned und hat ungefähr den gleichen waldfrischen Stimmungshauch, wie in der musikalischen Ausdruckssprache die Hörner ihn hervorzuzaubern pflegen. Die alte deutsche Sitte des Trinkens auf das Wohl, Blühen und Gedeihen von Persönlichkeiten, wie von Zuständen und Ideen steht der Sitte der Tempel- und Denkmals-Errichtung übrigens in gewissem Sinne näher, als man glauben könnte. Beide Male will die Begeisterung den Wunsch eines erhöhten Daseins für daß, waZ gefeiert werden soll, zum Ausdruck bringen; aber das eine Mal soll eine Wirkung in Erz und Marmor sestgebannt werden, das andere Mal scheint sie mit den flüchtigen Tonschwingungen der Rede zu entschwinden. In seiner Gegenüberstellung beider Arten de§ Feierns schrieb Friedrich II. am 14. Mai 1737 an Voltaire: „Es ist mir schmeichelhafter, daß Sie auf meine Gesundheit trinken, als zu sehen, daß man mir zu Ehren die Tempel errichtet, die inan dem Augustus errichtete/ („II m’est plus flattern* que vous buviez ä, ma sante que de voir eriger en mon honneur les teniples qu’ön engeait ä Auguste.6)
Kleine Tageschronik. In Berlin brannte in der Ritterstraße ein Zelluloidwarettlager ab: ein Arbeiter, der gefährdete Personen im dritten Stocke retten wollte, kam i n d e n Flammen nm. Tie übrigen wurden gerettet. Ein Feuerwehrmann erlitt Verletzungen. — Auf der Newa ist Eisgang ein- gctreten. — In allen östlichen Staaten der amerikanischen Union unterbrach ein mit Regen und Schnee verbundener Sturmwind die telegraphische Verbindung mit dem Süden und Westen. An der Küste von Massachusetts gingen zwei Schnncr unter; vier Personen kamen um. —- In der Nähe von Montreux am Genfer See wurde die Leiche einer jungen Dame gefunden. Der Tod war durch einen Schuß ins Herz sterbeigeführt worden. Man vermutet ein Liebesdrama. — In Wien wurde der Kaufmann Tavid Schönfärber aus Mainz in einem Kaffeehause vom Schlage getroffen und war auf der Stelle tot. — In der Hochschule zu Belgrad fand eine Prügelei zwischen den Professoren Vulic nnb Cscha - n i m wegen privaten Angelegenheiten statt. — Tie russische Studentin Berson ist in Berlin aus der Haft entlassen worden, nachdem ihr aus Petersburg cingetroffener Vater sich ehrenwörtlich verpflichtet hatte, sie werde abends nach Genf abreisen. —> In Vaihingen a. d. Enz. wurde der Fabrikarbeiter Schofer nach einem Wirtshausstreite von einem 17 jährigen Mitarbeiter durch einen Hieb mit einer Flasche getötet und seiner Barschast beraubt. — In Köln geriet ein 50jähriger Kellner mit einer 58 jähriger Witwe in Streit, in deren Verlaufe er die Frau durch vier Schüsse tödlich verletzte. Hierauf richtete der Mörder die Waffe gegen sich selbst und erschoß sich durch eine Kugel in den Kopf. Tas Motiv der Tat ist Eisersucht. — Tie Marinestation der Nordsee hat beim Amtsgericht Bant wegen groben Unfugs Strafantrag gegen einen Milchhändler gestellt, der vor einiger Zeit die gänzlich un< begründete Mitteilung verbreitet hatte, auf dem Lienienschisf
„Wörth" habe eine Explosion stattgefunden, bei der 40 Angehörige d e r Marine ums Leben gekommen seien. — In Essen (Ruhr) wurden bei dichtem Nebel auf dem Hauptbahn Hofe zwei Nottenarbeiter, die einem nahenden Güterzuge ausweichen wollten, von einem Schnellzuge erfaßt und getötet. — Man meldet ans Kiel: Ter seit vier Monaten wegen militärischen Diebstahls verhaftete Fähnrich Pratje vom „Mars" , wird nun vor seiner Aburteilung einer Irrenanstalt ül>erwiesen, weil die Untersuchung Zweifel an seiner Zurechnungsfähigkeit ergab. — Ter 13 jährige Schüler Mthauscn aus Ohligs (Rhcinl.) ließ sich aus Gram über eine erlittene Züchtigung vom Zuge überfahren; er wurde getötet.
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Kunst und Wissenschaft.
— Ter Bauernfeldpreis. Aus Wien wird berichtete In der letzten Sitzung des Kuratoriums für den Bauernfeld-Preis wurde unter dem Vorsitze des Unterrichtsministers v. Härtel die Verteilung des Preises vorgenommen. Sieben Autoren, drei Oestreicher und vier Ausländer, wurden mit der Prämie von je 1000 Kronen ausgezeichnet. Es erhielten den Preis: Hermann Bahr für sein Drama „Der Meister", Joseph Werkmann (Medelslly für das vor einem Jahr im Raimund-Theater erfolgreich ausgeführte Trama „Liebessünden", der Schweizer Karl Spittel er für die epische Dichtung „Olvmpischer Frühling", die Reichsdeittschen Thomas Mann für den Roman „Die Buddenbrooks", Hermann Hesse für den Roman ..Peter Eamenzind", (diese beiden Romane sind im Vorlage von S. Fischer in Berlin erschienen^, Wilhelm Hegel er für den Rr- n „Pastor Kling- hammcr". Tie Oestreicherin Marie Her. selb erhielt den Preis, für ihre gesamte literarische Betätigung, besonders ihr Buch 'über Leonardo da Vinci.
Flniverfltäts-^rachrichten.
— Tas Kuratorium der L i e b i g - S t i f t u n g bei der Tgt. bäurischen Akademie der Wissenschaften hat dem Zivilingenieur Prof. Tr. Adolf Frank in C h a r l o t t e n b u r g für die hervorragenden Verdienste, die er sich durch die Einführung der Düngung mit Kalisalzen und durch seine erfolgreichen Bemühungen, den Luststickstosf in ein wertvolles Düngemittel (Kalkstickstoff) zu v"rwandeln, um die Landwirtschaft erworben hat, die goldene Liebig-Medaille verliehen.
München, 12. Nov. Festsitzung der Akademie der Wissenschaf ent. Verkündet nuirbc die Vestät'gung folgender Wahlen:^ . als ordentliche Mitglieder: 1. in der mathematisch- phvsikalischen Klasse Dr. Aug. Rotbvletz, Professor der Palae- ontologie und Biologie in München, bisher aunerordentliches Mitglied: 2. in der historischen Klasse Dr. Hans Rigg au er, Honorarprofessor der Numismatik in München, bisher außerord. Mitglied:. B. als außerordentliche Mitglieder- in der historischen Klasse a) Dr. Georg P r c u ß , Privatdozent der Geschichte in München, b> Tr. Walter Götz, Privatdozent d"r Geschichte in München. E. Als korrespondierende Mitglieder: 1. in der vhvsikalisch-vhilologiscben Klasse: g') Tr. Johannes Bahlen, Geb. Regierungsrat. Professor der lateinischen Philologie in Berlin, bl Tr. Ulrich von W i l a m o w i st - Mo e l l e n d o r sf, Geh. Regierungsrat Professor der griechischen Philologie in Berlin, c) Dr. Henrv Cmont, Direktor der Handschristenabteilung in der Nationalbibliothek in Paris, h't Tr. Wilhelm Windelband, Professor der Philosophie in Heidelberg, c) Dr. Wilhelm Brau ne, Professor der deutschen Philologie in Heidelberg, f) Dr. Wilhelm Thomsen, Professor der vergleichenden Sprachwissenschaft in Kopenhagen. 2. in der historischen Klasse: a) Tr. Georg von Below, Professor der Geschichte in Tübingen, b) (George Vo - v o m t e d'Av en d, Privatgelehrter in Paris, c) Ernesto Mo- nazi, Professor der neuen lateinischen Philologie in Rom.
— Dem Generalverband ländlicher Genossen* schäften^ für Deutschland zu Neuwied sind im September in den zwölf Verbandsbezirken insgesamt 23 ^Genossenschaften beigetreten., 20 Spar- und Tarlehnskassen-Vereine und 3 Betriebs- genossenschasten. Im laufenden Jahre sind bis Ende September beigetreten: 240 Spar- und Tarlehnskassen-Vereine und 78 Be- triebsgenossenschasten, zusammen also 318 Genossenschaften. Der Bestand betrug Ende Sevtember 1904: 3923 Spar- und Dar- lehnskassen-Vereine und 561 Betriebsgenossenschaften, zusammen 4484 Genossenschaften. Von den 3923 Spar- und Darlehnskassen- Vercinen Jini), 3849 der Landwirtschaftlichen Zentral-Darlehns- kasse für Deutschland zu Neuwied als Aktionäre angeschlossen und haben sich bei ihr nut 8444 Aktien beteiligt, worauf 8 402 250 Mark eingezahlt sind. „Ter Ums"st der Mteilung Geldoerkehr der Zcntral-Tarlehnskasse betrug im Monat September 1904 bei der Zentrale 39 398 000 Mark, bei den zwölf Filialen 34 017 000 Mark, zusammen also 73 415 000; der Iahresumschlag für die gleiche Zeit betrug bei der Zentrale 177 208 000 Mark, bei den Filialen 249 592 000 Mk.. zusammen also 426 800 000 Mark. Tie Umsätze der Abteilung Warenverkehr waren im Monat September 1904 bei der Zentrale 86 000 Mark, bei den Filialen 7 645 000 Mark, zusammen also 7 731 000 Mark: im laufenden Jahre bis Ende September 926 000 Mark bei der Zentrale, 43 487 000 Marl bei den Filialen, zusammen also 44 413 000. Tie Umsätze der für die Betriebsgeuossenschaften in den zwölf Verbandsbezirken bestehenden Landes und Provinziolgenossenschafts- kassen betrugen int September 1904 12 219 000 Mark, im laufenden Jahre bis dahin 85 325 000 Mark.
Kondct uvb Aerkehr. Aolkrwittschaft.
— Unter der Firma Sisal -Agaven- Gesell" schäft soll in Düsseldorf eine K o l o n i a l g e s e l l s ch a f t nit einem Grundkapital von 500 000 Mark gegründet werden, die sich den Anbau Don Sisalh an f in Deut sch-Ost- Afrika zur Aufgabe macht. Den Ailfsichtsrat bilden die Herren Poensgen, Fabrikbesitzer in Tüsseldorf. Vorsitzender: Arnulf von Guillaume. Fabrikbesitzer in Köln, Rittmeister a. T. v. Burgsdorfs-Düsseldorf. Geb. Rat Krueger, Schloß Eller und Amts- gcrichtSrat Reinhold Dilthest-Aachen. Zum Vorstand wurde Herr Johann Franz Düsseldorf bestellt.
— Gewerkschaft Gießener Braunsteinberg-- werke Dorrn. Fernie. Der Geschäftsbericht des Werkes für das 3. Quartal d. I. zeigt einen Versandt von 356 612,12 Mark, )em an Unkosten, Löhnett usw. unter Abzug von 21100 Mk. für Neuanlagen 180 135,89 Mk. gegenüberstehm. so daß ein Bruttorest von 176 476,23 Mk. bleibt. — Unter Abzug der Verzinsung der Attleihen mit 37 000 Mk. sowie 27 825 Mk. für Amortisation beträgt der Nettoüberschuß des Werkes int letzten Vierteljahr 111 651,23 Mk.
Markte.
Gießen, 15. Nov. Marktbericht. Atü heutigem Wocktentttarkt kosteteit: Butter vr. Pld. 1.20—1.25 Mk., Hühnereier 1 St. 8—10 Pfq. 2 Stck. 15-00 Pfg., Gänfeeier 00—OO Pfg., Enteneier 7—0 Pfg., Käse vr. Stck. 6—8 Pf., Kasematte 2 Stck. 5—6 Pfg. Erbsen vr. Liter 21 Pfg., Linken pr. Liter32 Pfg., Taubenvr.PaarO,80- 0,90Rck., Hühnerpr.St. 1,00—1,60 Mk., Halme pr. Stück 0,60-1,20 Mk., Enten pr. Stück 1,80-2,20 Mk., 6)änse vr.Psd. 58-60 Pfg., Ochsenfleisch pr. Wund 70-80 Pfg., Kllh- und Rindfleisch pr. Pfund 62—68 Pfg., Schmeine- leisch pr. Pfund 60—72 Pfg., Sclnveittefieisch, gesalzen, pr. Psttnd 76 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 70—74 Pfg., Hammelfleisch pr. Pftmd 50—74 Pfg. Kartoffeln vr. 100 Kgr. 6,00—6,50 Mk., Weißkraut per Sti'ick 8—10 Pfg., per Zentner 4.00—4.00 Mk., Zwiebeln pr. Zetttner 8,00—10,00 AU., Atilch per Liter 18 Pfg., Aepsel per Zetttner 4 bis 7 PU., in Körben 00—00 Pfg. Nüsse 100 St. 20-25 Pfg. Zwetschen per Zenttter 0.00-0.00 Mk. Birnen per Zentner 6 bts 0.00 Mk. Marktzeit 8—2 Uhr.
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 16. November 1904: Meist heiter, bei etivas kälterer Nacht (Nachtfrost) Tagestentperatttr nicht veaaitdert, keine Niederschläge.
Näheres durch die Gießetter Wetterkarte.


