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Dienstag 15. November 1904
Lang«»
154. Jahrgang
Untverl.-iBucb-u» Stein- bruderd, 8t
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KkensprechcinichluvNr 51
General-Anzeiger
Amis- Md Anzelgehlatt für dm Kreis Gießen
Ve»«g4pr«t», mono 111(675 DterttU iährlrch Mk. 2.20; durch Abhole- il Zwelgstellen monathcb 65 M.; durch die Poft tiftt. 8.- viertel- inbrL auSlchl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für bte TaqeSnummer bis vorrntllagS 10 Uhr. 8etknprei8; lokal I2Pt^ außroärli 20 Plg.
Verantwortlich ffii den poltt und aOgern. Teil P Wittko. für »Stadl und Canb" und »Gerrchlsiaal': August Goetz, für den An- qergentei! danS Beck.
Nr. ÄO9
Orlfteint tSgUch autzer Sonntags.
Dem Gießener Anzeiger werden im Wechfel mit dem Kefstfchen Landwirt die Gtehener Kamillen- blätter viermal in der Woche beigelegt.
NotationSdrud u. Verlag der Brühl 'fchen
Aie heutige Kummer umfaßt 8 Seiten.
Deutsches Reich.
Berlin, 14. Nov. Gestern nachmittag unternahm der Kaiser einen Spaziergang und arbeitete darauf allein. Heute hörte er den Vortrag des Chefs deS Zivilkabmets.
__ Auf das Huldigungstelegramm, das bei der zehnjährigen Jubiläumsfeier ' deS Ostmarken Vereins an den Kaiser gerichtet wurde, ist folgende Antwort eingegangen:
Seine Majestät der Kaiser und König lassen dem deutschen ^stmarkenuerein für den Huldigungsgruß anläßlich der Feier seines zebnjäbriaen Vestebens bestens danken. Seine Majestät gedenken gern der treuen Arbeit, welche der Verein nt den erstes zehn im(er der zielbeivußten Leittlng emer unermüdlichen Führer p,aV" i" hJX Deutschtum im Osten de.n Vaterlande geleistet hat, mrd wünschen den patriotischen Bestrebungen des Vereins auch
Auf^Allechöchsten Befehl Geh. Kabi.iettsrat v. Lucanus."
KarlamenLarisches aus Kessen.
T-er Merke Ausschuß hat inbezug auf den Antrag der Abgg. Schönberger und Genossen, betreffend: T i e E n t - schädigung für an Maul- und Klauenseuche gefallenes Rindviehs beschlossen zu beantragen:
I. Die zweite Kammer wolle die Großh. Negierung ersuchen, die im vorigen Landtage nicht zur Erledigung gekommene Regierungsvorlage, den Entwurf eines Gesetzes, die Entschädigung für an Maul- und Klauenseuche gefallenes Rindvieh betreffend, dem gegenwärtigen Landtage mit folgenden Aeunderungen erneut vorzulegen: 1. Die nach dem 1. Oktober 1901 entstandenen Schadenfälle, soweit sie seinerzeit durch die Großh. Negierung in .Veranlassung der Gesetzesvorlage festgestellt wurden — etwa 70000 Mk. — sind vorlagsweise aus der Staatskasse zu bestreiten, und der Betrag ist durch jährliche Entnahme von je 10 000 Mk. aus den zur Förderung der Viehzucht bereit gestellten Staatsmitteln zu decken. 2. Zur Entschädigung aller späteren Schadenfälle werden alljährlich aus Staatsmitteln je 6000 Mark aufgebracht. 3. Soweit das Erfordernis den Staatszuschuß unter 2 überschreitet, werden die Mittel a) entweder nach dem Antrag der Majorität des Ausschusses durch Ausschläge aus sämtliche Viehbesitzer des Landes oder b) nach dem Antrag der Minorität des Ausschusses zu einem Viertel durch den Kreis, innerhalb befjen die Schadensälle sich ereigneten, und zu drei Vierteln durch die Wiehbesitzer des Landes aufgebracht. 4. Die Dauer de' Gesetzes wird auf die Zeit von sechs Jahren beschrankt. II. Hohe zweite Kammer wolle den Antrag der Abgg. Schönberger und Genossen hiermit für erledigt erklären.
Leute aus Zellhausen und Griesheim hatten petitioniert, die Kammer wolle bewirken, daß ba3 ®erot des Tannen ^avfenbrechens aufgehoben werde. Zur Begründung wird ansgeführt, daß durch, das Verbot eine Reibe armer Leiite, weläie während der Wintermonate durch Tannenzapfenbrechen ihren Lebensunterhalt erwerben, schwer geschädigt würde. Der Vierte Ausschuß ersucht die Regierung, den Zapfenbrechern auch in Zukunft nach Möglichkeit Gelegenheit zu geben, durch Zapfenbrechen rm Winter Verdienst zü finden.
politische Tagesschau.
Oberst Leutwein.
Aus Berlin wird uns aus Kolonialkreisen ae- Ichrreben: u
Ter Gouverneur, von Deutsch-Südwestafrika Oberst Sevttocw Akommt, seitdem sein Rücktritt feststes, nochmals ein langes Register von Fehlern vorgebalten. Oberst Leutweiii soll so ziemlich an allem schuldig sein, was im deutschen Schiutzqebiet seit Jahr und Tag Unerfreuliches sich ereignet hat. Wir glauben der Wunsch des Gouverneurs, nach Teutschland zurückzukehren, ist zum Teil beeinflußt von dem Entschluß, geaen die Vorwürfe sich persönlich zu rechtfertigen. Vorläufig ersteht dem Angegriffenen in der agrarischen „Tagesztg." ein Verteidiger. Tas Blatt veröffentlicht heute abend einen Aufsatz, der anscheinend aus gutunterrichteten kolonialen Kreisen stammt. Allerdings habe, so. heißt es in der Darlegung, das „Svstem Leutwein" die Neger mit Zuckerbrot zu gewinnen, aber ihnen niemals die Peitsche zu zeigen, in Südwestafrika schmäh-ich Fiasko gemacht. Aber die Hauptschuld trage unbedingt die Berliner Regierung, die dem Gouverneur diese Politik des Zuckerbrots vorschrieb — weil sie sich scheute, den Reichstag um die zu einer wirklichen Beherrschung der Schwarzen erforderliche Waffenmacht anzugehen. Und ebenso schuldig sei der Reichstag, der eine solche Forderung, wenn sie picht mit bei uns ungewöhnlichem Nachdruck verlangt worden wäre, sicherlich abgelehnt hätte.
Ohne Zweifel, nur würde selbst eine noch so „ungewöhnliche" Nachdrücklichkeit den Widerstand der Neickstagsmehrheit, voran des Zentrums, gegen eine derartige starke Schutztrupve nicht besiegt haben. Ueberdies, ist vom Oberst Leu.twein die Entfaltung einer „beherrschenden", den Schwarzen imponierenden Wafscnmacht vor dem Ausstand als geboten bezeichnet worden? Erst, in diesem Fall könnte man von einer „Hauptschuld" brr Regierung sprechen. Leutwein ist seiner Gutgläubigkeit und seinem Optimismus in der Beurteilung der Schwarzen zum Opfer gefallen: er war zu sehr Freund einer Versöhnungspolitik und Taktik, . die den Eindruck der Schwäche hervorrief. Doch darin hat die „Tagesztg." recht: „Jetzt, wo das Unglück geschehen ist, da hat man einen Sündenbock nötig und von allen Seiten ist seit Jahresfrist auf Leuttvein losgeschlagen worden". Gewiß. Solange die Tinge in Südwestafrika gut gingen, da erklang das Lob auf die „maßvolle", „verständige" Leitung des Gouverneurs. Auch von K-agcn unzufriedener Ansiedler wurde wenig vernommen. Jetzt, sieht Leutwein fast nur Gegn'r ringsum, und es wird^ auch wohl ein wenig zu geringschätzig behandelt, daß er auf diesem exponierten und . schweren Posten sich manches Verdienst erworben hat um das Reich. Genug, man sollte billigerweise einmal abwarten,. was Oberst Leutwein nach seiner Rückkehr zu seiner Rechtfertigung zu sagen haben wird. —oo—
An den Reichskanzler Grafen Bülow richtete der Verein gleichfalls ein Telegramm, das der Reichskanzler sofort beantwortete und also schloß: „Mögen Sie mit derselben Treue und Freudigkeit wie bisher die deutsche Fahne hochhalten im Vertrauen auf die Politik Sr. Majestät, die nicht nachlassen wird, für die nationale Sache im Osten einzustehen."
— Die nationallib. Reckar-Ztg. veröffentlicht folgenden charakteristischen Zug des Königs von Württemberg bei Eröffnung des Landtages. Es ist ein Gewohnheitsrecht des Fürsten bei solchen Gelegenheiten sein Haupt mit dem Helm zu bedecken. Der König soll jedoch geäußert haben: „Wenn meine Stände unbedeckten Hauptes sind, kann ich doch meinen Helm nicht aufsetzen." Dieses Wort des Königs wird wohl dauernd im Herzen seiner Württemberger haften bleiben.
— Wie die Rordd. Allg. Ztg. meldet, haben heute die Handelsvertrags-Verhandlungen mit Serbien begonnen. Sie wurden durch den Staatssekretär des Auswärtigen Amtes mit einer Ansprache eröffnet, welche von dem gleichfalls anwesenden serbischen Finanzminister erwidert wurde.
— Wie die „Staatsb.-Ztg." erfährt, ist bereits in voriger Woche der Befehl ergangen, die T r u p p e n in Lippe- Detniold sowie die vom Fürstentum ausgehobenen aber außerhalb Lippes stationierten Rekruten auf den Regenten Leopold zu vereidigen.
— Die Post schreibt, es sei mit großer Wahrscheinlichkeit darauf zu rechnen, daß in beiden konservativen Fraktionen bei der jetzigen Lage der Tinge sich mehr Stimmen für die Kanalvorlage im Ganzen finden, als dies in der Kommission der Fall war.
Dresden, 14. Rov. Die Polizeidirektion beschlagnahmte die Broschüre „Luise und ihr sächsi-sches Volk" wegen Ma jestäts bel ei düng.
Ausland.
Paris, 14. Rov. Jaurös erklärte heute in der „Hu- manit^", die elsaß-lothringische Frage könne nach 35 Jahren weder durch brutale Kraft noch durch eine einfache juridische Formel gelöst werden. Er fährt fort: Allerlei Arrangements werden den Bürgern von Elsaß- Lothringen vorgeschlagen, um die gewaltsame Eroberung wieder gut zu machen, eine Vereinigung der verschiedenen Rechte sichern und ihnen so erlauben, ohne alle überflüssigen territorialen Veränderungen, die durch die Aufeinanderpfropfung französischer und deutscher Elemente auf demselben Boden immer schwieriger werden, frei uirb in reichhaltigem Maße an dem geistigen und sozialen Leben der beiden versöhnten Nationen teilzunehmen.
gtoin, 14. Nov. Wie die „Tribuna" berechnet, werde sich die Kammer zusammensetzen aus 343 Ministeriellen, 39 Mitgliedern der konstitutionellen Opposition, 37 Radikalen, 27 Sozialisten, 21 Republikaner, 14 Unabhängigen und zwei Klerikalen. Das „Giornale d'Jtatia" nimmt an, die äußerste Linke werde 88 anstatt bisher 102 Mitglieder zählen.
Wien. 14. Nov. Unter dem Vorsitze des Grafen von GoluschowSk'y fand gestern ein gemeinsamer Mimsterrat über den Handelsvertrag mit Deutschland statt. Die Schwierigkeiten namentlich bezüglich der Viehzälle und der Veterinär-Bestimmungen sind sehr bedeutend. In den letzten Tagen ist eher eine gewisse Verschlechterung eingetreten. Man hofft jedoch schon demnächst zu einer Entscheidung zu kommen. Graf Posadowsky bleibt vorläufig in Wien.
Konstantinopel, 14. Nov. Der Leiter der protestantischen Missionsanstalt in Urfa, Eckard, wurde von türkischen Soldaten mißhandelt und liegt krank im Spital zu Urfa darnieder. Tie Genugtuung, welche der deutsche Botschafter verlangt, besteht erstens in der Bestrafung der Soldaten, zweitens in der Absetzung des Majors, vor dessen Augen die Mißhandlungen vorgekommen sind und drittens in einer Entschädigung an Eckard.
Zer Krieg zwischen Aapan und Zrnßlaud
Petersburg, 14. Nov. Ein Telegramm des General- adjutanteu Kuropatkin an den Kaiser vom 12. Nov. meldet: Gestern vor Sonnenaufgang unternahm eine Freiwilli- gen-Abteilung eine Erkundung in der Richtung auf das Torf Huanmitsan, zwei Werst östlich von Bianiuputsi. Eine Streifwache von acht japanischen Tragonenr floh aus dem Dorf in südöstlicher Richtung. Zwei Reihen von Schanzen, die von einer Freiwilligen-Kompagnie besetzt waren, wurden festgestellt. Nachdem ein Angriff durch das Feuer unserer Truppen vorbereitet und ein Teil von ihnen ausgeschickt war, den Feind z u umgeh e n, wurden die Schanzen genommen. Darauf kam von der Hauptabteilung der Japaner rasch ein Bataillon herbei. Tie zwei ersten Kompagnien zogen sich vor unserem Salven- feuer zurück, wobei sie ihre Toten und Verwundeten mitschleppten. 9l(a die beiden anderen feindlichen Kompagnien einen Uniaehungs- versuch machten, zog sich die Freiwilligenabteilung auf unsere Stellung zurück. Auf unserer Seite ist ein Mann gefallen, sowie ein Mann schwer und vier leicht verwundet. Im Laufe des 12. November fand ein schwacher A r t i l l e r i e k a m p f auf der ganzen Front statt. Neber Zusammenstöße am 12. November sind Meldungen nicht eingegangen. Ein weiteres Telegramm Kuropatkins meldet unterm 13. Nov., das; die Nacht zum 13 November ruhig verlausen ist und Meldungen über Kampfe nicht eingegangen sind. , ,
Tokio, 14. Nov. (Reuter.) Hier verlautet, der zum Wladi- wostok-Geschwader gehörige Kreuzer „Gromoboi" sei auf einen Felsen gestoßen und schwer beschädiot nach
Wladiwostok zurückgekehrt. Ter Unfall soll sich ereignet haben, als der „Gromoboi" nach Beendigung seiner Ausbesserungen eine Probefahrt unternahm. Ter „Gromoboi" kehrte, so wird berichtet, in sinkendem Zustande, von einer Flottille kleinerer Fahrzeuge. die ihn über Wasser hielten, umgeben, zum Ankerplatz zurück und wurde wieder vor Teck gesetzt. Wenn sich diese Nachricht bestätigt, ist es sickier, baß das Wladiwostokgeschwader noch längere Zeit untätig bleiben muß.
L o n d o n , 14. Nov. (Reuter.) Ter Erfolg der neuen 4 Proz. japanischen Anleihe gilt als gesichert. Ter Andrang der Zeichner bei den Emissionshäustun ist sehr stark. Tie Anleihe wurde heute mit V/4 Prozent Agio notiert.
Paris, 14. Nov. Aus Petersburg Mrd gemeldet: In einem Interview erklärte Alexejew, es sei ganz falsch, daß er Kuropatkin zu dem die Offensive onkündigenden Tagesbefehl ver- anlaßtl': später als die europäischen Zeitungsleser habe er, der Bizekönig, von diesem Schriftstück Kenntnis erhalten. Weder Kurovatkin noch Skrpdlow wurden Pläne aufgenötigt. Hebet den letzten javanischen Nachtangriff gegen Port Arthur sagte Alexejew: „Wenige Stunden zuvor erhielten wir eine Petersburger Tepe sch e: „Kriegsausbruch wird sich trotz des Abbruchs der diplomatischen Beziehungen vermeiden lassen". Gleichwohl beorderte ich unsere Torpedoboote, den Umkreis des Hafens ab- ^usuchen. Eine wohlgemeinte, leider verhängnisvoll gewordene Vorsicht, denn die Japaner näherten sich uns unter der Maske heim kehrender russischer Torpedopatrouillen. Unserem raschen Losfenern war es zu verdanken, daß nicht das ganze Geschwader ein Opfer dieses Irrtums geworden ist." Alerejew sprach die Hoffnung aus, daß das Pa^'fi"-Geschwader rechtzeitig eintreffen werde, um mit General Stössel Zusammenwirken zu können.
Kopenhagen, 14. Nov. Tie erwartete russische Ergänzungsflotte besteht aus zwei Kreuzern, fünf Torpedobooten^ und sechs großen Transportschiffen. Tie Lotsen werden von Nvborg ans d^m ^estbw-ader enMe^mfahren.
Aus Stadt und Sand.
Gießen, 15. November 1904.
** Heber d i e bevor st eh ende Verlobung Sr. Kgl. Hoh. des Großberzoqs mit einer Prinzessin von Solms-Hobensolms-Lich brachten bereits vor mehreren Wochen einige Berliner und hessische Blätter eine kurze Oiotiz. Am Freitag wurde uns aus Darmstadt aus "onft stets bestinsormierter Quelle die telegr. Meldung übermittelt, daß dort mit großer Bestimmtheit dem Gerüchte Glauben geschenkt werde. Am Samstag, am Vhilippstage, miede-l-ölte fast die gesamte auswärtige und hessische Preffe diese Nachricht und nannte die bevorstehende Verlobung eine „besrblossene Sache" Als Braut wird jetzt in der aus- märtigen Presse I Durchs, die Prinzessin Dorothea von Solms-Lich genannt, geboren in Lich am 20. Oktober 1883. Die Prinzessin ist das jüngste von sieben Kindern des 1899 verstorbenen Fürsten Hermann und seiner vor einigen Monaten ebenfalls Hingeschiedenen Gemahlin, der Fürstin Agnes, geb. Gräfin zu Stolberg-Wernigerode. Ihr ältester Bruder, Fürst Karl, der als Rittmeister ä, la suite der preußischen Armee geführt wird, gehörte dem Garde- Husaren-Regiment als aktiver Offizier zu der Zeit an, da der Kaiser dieses als Kommandeur befehligte, und ist mit seiner Cousine, der Prinzessin Emma zu Stolberg-Wernigerode verheiratet. Sein jüngerer Bruder, Prinz Reinhard, ist Rittmeister der Garde du Corps in Potsdam, und die Uniform dieses Truppenteils tragen auch die Gatten von drei seiner Schwestern, Graf Johannes Lynar, Graf Richard Dohna- Schlobitten und Prinz Chlodwig von Heffen-PhilippSthal- Barchseld.
^Personalien. S. K. H. der Großherzog haben dem Forstwart der Forstwartei Bassinteil (Oberförsterei Bessungen), Förster Nold zu Besiungen aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. — In den Ruhestand versetzt wurde der Bahnwärter in der Hesiisch- Preuß. Eisenbahngenwinschaft, Vierheller zu Lehnheim.
** Aus dem Bureau des St a d t t h e a t er S. Nochmals sei auf die n^orgige, unbedingt letzte, Aufführung des „Traumulus", dieses hochinteressanten neuen Werkes von Holz und Jerschke, hingewiesen. Herr Arthur Bauer vom Frankfurter Schauspielhause gastirt bekanntlich in der Titelrolle, die er git seinen glänzendsten Partien rechnen darf.
** Aus dem Eisenbahnzug gestürzt. Gestern abend, kurz nach der Durchfahrt des Schnellzuges Frankfurt-Marburg, wurde rechts des Gleises Gießen- Lollar auf dem Bahndamm ein unbekannter Mann tot aufgefunden. Er war anscheinend einem Zuge entfallen. Die Polizei stellte fest, daß es sich um den Kohlenlader Jakob Gattinger ans Limburg handelt, der nach einer Anweisung, die er bei sich trug, Aufnahme in die hiesige Klinik suchen sollte. Der Leichenbefund zeigte, daß ein Arm überfahren und ferner eine Kopfverletzung tödlich war.
** Kaufmännischer Verein. Der erste Verhandlungsabend, welcher am Samstag stattfand, nahm einen recht anregenden Verlauf. Auf einen Vortrag des Lehrers Heinrich Müller über den kaufmännischen Briefstil, wofür dem Redner lebhafter Beifall gezollt wurde, folgten bezügliche Erörterungen, die einen regen Meinungsaustausch brachten. Später wurden dann noch die Wahlen besprochen und in Bezug darauf folgende Ansichten zum Ausdruck gebracht. Die von dem fnnfnuinnifd)en Verein bei den Handels- k a m m erwähl e n bisher geübte Zurückhaltung muß auf- gegeben werden; der Verein ist berufen, die Jntereffen des gesamten Handelsstandes zu vertreten und dementsprechend durch geeignete Vorschläge bei der Handelskammerwahl mit- zuwirken. Die Stadt verordneten wählen sollen vom


