Ausgabe 
15.6.1904 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Re­

ist zum ca. 50 ds. ein vor der schaffen.

gierung über die Zugehörigkeit Spaniens zum Dreibunde, und bittet um Auskunft, aus welchen Gründen Silvela das von seinem Vorgänger entworfene Abkommen mit Frankreich nicht überzeichnet habe. Ministerpräsident Maura antwortet, Silvela hätte geglaubt, sich nicht binden zu sollen und er hätte keinen Grund gehabt, dies zu bedauern.

Beschuldigungen des Vorr dners mit Verachtung zurück sei bereit, die Arbeiten der Kommission in jeder Weise zu leichtern. Er beantragt die Beratung des Antrags Conti zu tagen. Das Haus beschließt demgemäß.

Madrid, 14. Juni. ^Kammer.) Nocdal befragt die

Geh. RegierungSrat Schönfeld aus Schotten. Der Orts­pfarrer Muhl weihte in zündender Rede die neue Fahne.

fc. Worms, 14. Juni. Der Barbier Klaus, der in der Zigeunerschlacht bei Köngernheim schwer verwundet wurde, ist heute früh gestorben. Von den Haupttätern hat man noch keine Spur. Der am Sonntag festgenommene junge Zigeuner wurde wieder entlassen. Dagegen wurden vier Zigeunerinnen als der Beihilfe verdächtig in Haft ge­nommen.

c. Wiesbaden, 15. Juni. (Eigener Draht­bericht.) Unter dem Verdacht, den Mord an dem früheren Architekten Döring in Darinstadt begangen zu haben, wurde heute früh von einem, hiesigen Kriminalbeamten ein junger Mann, der Gürtler Folge, festgenommen.

Kleine Mitteilungen ans .Hessen und den Nachbarstaaten. Hauptlehrer Vonderau aus Fulda deckte am Schulzenberg vorgeschichtliche Gräber auf, von denen eines noch girterhaltene menschliche Gebeine enthielt. Die Gerätschaften in der Begräbnisstätte weisen ihre Anlage in die Uebergangszeit der Stein- zur Bronzeperiode. Zwischen diesen Gräbern und den am gegenüberliegenden Haimberg aufgedecktcn Wohnanlagen herrscht große Ueber- einstimmung, so daß man annimmt, die Bewohner und Er­bauer des Schlackenwalles haben ihre Toten am Schulzcn- berg bestattet. Das Ringofen-Etablissement und Dach-

Mannheimer Künstler waren dazu berufen worden. So ttug u. a. Herr Hecht aus Mannheim mit einer Wormser Partnerin das Wildenbrrichsche Zwiegespräch: Weist du noch? vor. Den zweiten Teil des Programms füllten, wie Wormser Blätter berichten, anmutige Ballettvorstellungen, Deklamationen und Lieder aus. Der Vorstand des Reichsverbandes der nationalliberalen Jugend hat beschlossen, den außer­ordentlichen Vertretertag in Frankfurt a. M., der für nächsten Sonntag geplant war und den Schulantrag erörtern ollte, nicht stattfinden zu lasten.

alzziegelfabrik von Wegner und Trabener in Fulda größten Teil niedergebrannt. Der Schaden beträgt bis 60 000 Mk. -7- In Worms fand am 12. Rosenfest statt, um anschließend an das Wäldchen Stadt als Parkanlage einen Rosengarten zu

Aus Stadt und Land.

Gießen, 15. Juni 1904.

* Zur Ablehnung der ehrenvollen Berufung des Prof. Pfannenstiel nach Freiburg schreibt die Darmst. Ztg.* heute offiziös:

Wir sind in der Lage, mitteilen zu können, daß sich der In­haber des gynäkologischen Lehrstuhls und Direktor der Frauen­klinik unserer Landesuniversität Gießen, Herr Prof. Dr. Pfannen­stiel, entschloßen hat, den an ihn unter glänzenden Bedingungen ergangenen Ruf, der Nachfolger Hegars in Freiburg zu werden, abzulehnen. Die Großh. Staatsregierung, unsere Landesuniverfität, wie auch die sie beherbergende Stadt Gießen haben allen Grund, diesen Entschluß aus das freudigste zu begrüßen, denn der Weg­gang Pfannenstiels würde für sie den Verlust eines Forschers, Lehrers und Arztes bedeutet haben, der es bereits in dem kurzen Zeitraum oon 2'/, Jahren seiner Wirksamkeit in Hessen verstanden hat, dem gynäkologischen Lehrstuhl unserer Landesuniversität und der mit ihm verbundenen Frauenklinik weit über unser engeres Vaterland zu hohem Ansehen zu verhelfen.

* * Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Am heutigen zweiten Ziehungstage der 2. Klaffe fiel die Prämie von 75 000 Mk. auf 9lr. 30178 (nach Alzey), ferner ein Gewinn Dort 10 000 Mk. auf Nr. 82356, 1000 Mk. auf Nr. 70599, je 400 Mk. auf Nr. 68003 und 68271. (Ohne Gewähr.)

* * Generalmusterung fand heute vormittag unter dem Beisein des Militärvorsitzenden Generalmajors Graf von Kanitz und des Zivilvorsitzenden Negierungsrats Dr. Wagner der Großh. Ober-Ersatz-Kommission inLonys Bierkellcr" statt.

Der 4 0 0. Geburtstag Philipps des Groß­mütigen. Am 13. November werden bekanntlich vier Jahr­hunderte seit der Geburt Philipp des Großmütigen verstossen sein. Der Historische Verein für das Großherzogtum will die geschichtliche Bedeutung des Ahnherrn des Regentenhauses den Bewohner Hessens zu diesem Gedenktage darlegen und sein Andenken lebendiger gestalten. Er beabsichtigt die Herausgabe einer Festschrift, zu der zahlreiche hessische Historiker Beiträge zugesagt haben, sowie die Veranstaltung einer Gedächtnisfeier mit einer würdigenden Festrede. Da die Beteiligung an dieser Erinnerungsfeier auch den Wünschen weiterer Kreise entspricht, hat sich ein Komitee ge­bildet, dem u. a. beigetreten sind: Oberkonsistorial-Präsident D. Buchner; der Rektor der Technischen Hochschule Profestor Dr. Dingeldey; Ministerialrat Dr. Eisenhuth; Generalleutnant Frhr. v. Gall, Erzellenz; Provinzialdirektor Frhr. v. Senar- clens-Grancy; Oberst ä. la suite Frhr. v. Heyl; Justizrat Dr. Kleinschmidt; Stadtverordneter Dr. E. Emanuel Merck; Oberbürgermeister Morneweg; Oberkammerherr Freiherr Volprecht Riedesel zu Eisenbach; Dr. Max Rieger, Alsbach; Geh. Kabinetsrat Römheld; Direktor des Großh. Haus- und Staatsarchivs Dr. Frhr. Schenk zu Schweinsberg; Hof­bibliothekar Dr. Schmidt. Im Verlage von Carl Vietor in Kastel erschien unlängst eine kleine Schrift über Philipp den Großmütigen von Ed. Rud. Grebe.

Q Ermenrod, 14. Juni. Das Fahnenweihsest des hiesigen Kriegervereins, das gestern und vorgestern hier stattgefunden, nahm einen sehr schönen Verlauf. Ein Festgottesdienst leitete den ersten Festtag recht stimmungsvoll ein. Das Dorf prangte im Festesschmuck; 16 Vereine be­teiligten sich am Festzuge. Bei bet Weihe der neuen Fahne auf dem Festplatze hielt der Ortspfarrer Georg: eine Weiherede.

§ Babenhausen, 14. Juni. Gestern und vorgestern wurde hier das Bezirks fest des Bezirks Ulrichstein im Ver­ein mit der Fahnemveche des hiesigen Kriegervereins abgehalten. Das schöne Wetter ließ das Fest, zu dem der Kriegerverein weder Mühe noch Kosten gescheut hatte, in allen Teilen wohlgelingen. Der große Festzug setzte sich aus 20 Vereinen zusammen; unter den Ehrengästen befand sich

Ausland.

Paris, 14. Juni. Die Bureaus der Kammer ernannten heute die aus 33 Mitgliedern bestehende Kommission zur Unter­suchung der Karthäuserangelegenheit. Dieselbe besteht aus 12 Ministeriellen und 21 Antiministeriellen. Sie beschloß eine beschleunigte gri'indliche Untersuchung anznstellen.

(Kammer.) Conti (nationaler Republikaner) beantragt, oaß die Kommission, welche die zwei Millionen-Ange- l e g e n h e i t untersuchen wird, diese Untersuchung auch auf alle mit der Angelegenheit in Verbindung stehende Tatsachen aus­dehnen soll, und daß der Kommission die Befugnisse eines Untersuchungsrichters beigelegt werden. Conti verlangt für seinen Antrag die Dringlichkeit und gibt dnnn seiner Verwunderung Ausdruck, daß Lagrave seinen Posten als Kemmissar bei der Welt­ausstellung in St. Louis beibehält. Redner sagt ferner, er hoffe, daß der Sohn des Ministerpräsidenten bald seine Unschuld werde dartun können. Ministerpräsident C o m b e s erllärt, er allein sei verantwortlich und werde keine Verleumdungen gestatten.

zogen sich die Herero z-urück. Die Deutschen verfolgten sie, machten aber bald Halt, um sich durch ein kräftiges Mittagsmahl M stärken; die Kuh wurde geschlachtet und das Fleisch verteilt; jeder nahm Reis, welcher in den Packtaschen am Pferde mitgeführt wird. Es wurde gekocht, und nun sollte der Schmaus beginnen. Da auf einmal brachen dieHerero" hervor ein Ueberfall! Schleu­nigst wurde Alarm geblasen, alles eilte zu den Pferden. Aber diese konnten das Schießen und Blasen nicht ver­tragen; sie liefen, obwohl sie an den Beinen ge­fesselt waren, im Galopp davon. Nun waren die Pferde weg, und die Mannschaften machten große Augen. Auf Kommando eilte alles an die Gewehre, wie der Blitz ging das, und das Gefecht begann. Was das für ein Spaß war, als die Pferde wie wild umherliefen, ist gar nicht zu beschreiben; erst am nächsten Tage hatte man die letzten Pferde wieder, fast alle mit durchgescheuerten Fesseln."

Kunst und Wissenschaft.

Historische Kommission für Hessen und Wal­deck. Der Jahresbericht verbreitet sich über den Stand der wissenschaftlichen Unternehmungen der Kommission. In Bearbeit­ung sind das Fuldaer Urkundenbuch, Landtagsatten, Chroniken von Hessen und Waldeck, Landgrafenregesten, Ortslexikon, Ur­kundenbuch der Wetterauer Reichsstädte, Trachtenbuch, Münzwerk, Urkundliche Quellen zur Geschichte Landgraf Philipps des Großmütigen, Das Bild Philipps des Großmüttgen sowie Grundkarten. Ueber die neuen Unternehmungen ist zu berichten, daß der im vergangenen Jahre eingesetzte Ausschuß für die in Aussicht genommene Sammlung Urkundlicher Quellen zur Geschickte des aeisttgen und kirchlichen Lebens in Hessen und Waldeck der Jahresversammlung der Kommission euren ausführ­lichen Plan für die dlusgestalttmg des Werkes vorlegte und mit der Bearbeitung eines ersten Teiles Lic. Dr. Köhler in Gie­ßen betraut wurde. Graf v. Berlepsch auf Schloß Berlepsch, Landrat v. Bischofsshausen-Witzenhausen und Frhr. v. Scharfen- berg auf Kalkhof haben Hsie Herausgabe von Quellen zur Ge­schickte der Landschaft an der Werra im Mittelalter in Anregung gebracht und in Gemeinschaft mit Landrat v. Keudell-Eschwege

(Lärm rechts.) Brisson (sozialistischer Radikaler) wirft Conti vor, daß er Leidenschaftlichkeit in die Verhandlungen bringe. Keinerlei Beschuldigung sei gegen den Sohn des Ministerpräsiden­ten erhoben worden. Conti versucht hierauf Zeitungsarttkel zu»verlesen, wird aber von der äußersten Linken überschrien. Er sagt dann, man habe nicht gewagt, diejenigen, die den Sohn des Ministerpräsidenten angegriffen, vor die Geschworenen zu verweisen. Ministerpräsident C o m b e s erwidert, er weise die ~ " und

ex» vcr-

vertznischte».

* Berlin, 14. Juni. Heute abend 7 llhr stand der Tach- ttihl eines Hauses in der Behrenstraße in Flammen. Der Kaiser, der um diese Zeit auf der Fahrt zum Reichs­kanzlerpalais die Straße passierte, ließ sofort seinen Wagen halten und entsandte seinen Adjutanten, um sich nach der Ur­sacke des Brandes zu erkundigen. Ter Brandmeister begab sich später in das Reichskanzlerpalais und machte Meldung. Der Brand ist gelöscht. Mehrere Feuerwehrleute sind an Rauch­vergiftung erkrankt. Die Staatsanwaltschaft erließ jetzt gegen den flüchtigen Fabrikanten Böhle (der fein Vermögen mit Künstlerinnen durckgebracht hat) und dessen Rechtsanwalt Mer- leckerSteckbriefe.

* Dortmund, 14. Juni. Bei Lünen überfiel ein junger Mann ein Lehrmädchen, schoß ihm eine Kugel in den Kopf und tötete bann sich selbst. Der Zustand des Mädchens ist hoffnungslos.

* Paris, 14. Juni. Die Typhus-Epidemie in der Garnison von.neville fordert täglich große Opfer. Gestern wurden 132 Fälle konstatiert, von denen drei tödlich ver­liefen. In der Nähe von Vichy ereignete sich gestern ein schwerer Automobil-Unfall. Ein Automobil stürzte an einer Wegbiegung um und sämtliche vier Insassen wurden schwer verletzt.

Paris, 14. Juni. In der Avenue Gambetta stießen zwei Wagen der elektrischen Straßenbahn, die in voller Fahrt befindlich waren, zusammen. Zehn Passag'ere wurden verletzt, darunter -drei schwer.

* R o m, 14. Juni. An Bord des aus Neapel in Genua ein- gettoffenen DampfersParthenope" wurden der Priester Migliaccio aus Aversa und zwei verwandte Frauen unter der Anllage des Mordes verhaftet. Er hatte an Bord die Messe gelesen.

* R o m, 14. Juni. Der Sohn des verstorbenen Philosophen Bovio beging in Neapel einen Selbstmordversuch, in­dem er sich eine Kugel in den Kopf schoß.

* Brieg, 14. Juni. Ein großer Waldbrand wütete im Forstrevier Groß-Lenbusch. Gegen 150 Morgen zwanzig bis dreißigjährigen Nadelholz wurden vernicktet.

* Myslowitz, 14. Juni. Die Wälder bei Szczakowa stehen seit einigen Tagen in Flammen. 500 Joch sind bereits abgebrannt. Die östreichischen Feuerwehren wiesen die russische HÜfe zurück.

* S t. Louis, 14. Juni. Infolge mangelhaften Wach­dienstes ist die deutsche Abteilung der Welt-Ausstellung namentlich die Abteilung der Porzellan-Manufaktur be­stohlen worden.

* In Angelegenheit der Ermordung des Gym­nasiasten Winter in Könitz fairden längere Verhöre der Frau Roß, der Fran Berg, des Ehemaimes Berg, der unver­ehelichten Roß, des Restaurateurs Heinrich urrd der Frau Schnei­dermeister Plath statt. Tie Familie Berg soll, wie das Kon. Tagcbl." meldet, hauptsächlich von dem Arbeiter Maß- loff beschuldigt werden, daß Frau Berg mit Winter »in­timen Verkehr gepflogen und der Ehemann ans Zorn darüber den Winter getötet haben. Die Beschuldigung lautet: wie es heißt, auf vorsätzliche Tötung. In einer anderen Sache wurde Frau Roß von der Sttafkammer wegen wissentlich falscher Be­schuldigung zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt.

* Neues vonJohannOrth weiß das katholischeFränk. Volksbl." in Würzburg, redigiert von dem Reichs-, und Land- tagsabg. Benefiziaten Liborius Gerstenberger zu berichten. Wie man" dem Blatte miüeitt, hat Johann Orth an seine Schwester, die Prinzessin Ludwig von Bayern, einschriftliches Schreiben" gerichtet, in dem er ihr im Vertrauen zu wissen tut, daß er der Oberbefehlshaber der japanischen Armee ist. Sein Inkognito werde er demnächst lüften. Ob er den Fall von Port Arthur abwarten will oder den Quartalswechsel beim Fränk. Bolksblatt"?

und Direktor Tr. Fabarins in Witzenhausen einen jährlichen Bei­trag von 1100 Mark auf fünf Jahre bewilligt. Beides wurde von der historischen Kommission in der Jahresversammlung mit herzlichem Dank begrüßt und auf Grund eines ausführlichen Gutachtens von Prof. E. Schröder-Göttingen beschloffen, dem An- tragc Folge zu geben. Es wurde ein Arbeitsausschuß für dieses Werk gewählt und Dr. Huyskens mit der Bearbeitung zunächst' der Archive der Klöster jener Landschaft betraut.

Nniversttäts-Aachrichten.

Der Privatdozent der Forstwissenschaft an der Universität München, k. Forstamtsaffeffor Dr. V. Schüpfer erhielt nach/ derA. A. Ztg." einen Ruf als außerordentlicher Professor a< die Universität Gießen.

Kerichtssaak.

Eine Skandalaffäre aus Brandenburg a. H. wurde vor dem Potsdamer Schwurgericht verhandelt, vor dem sich aus der Untersuchungshaft vorgeführt, die un­verehelichte Schneiderin Pauline Heubeck wegen Verbrechens gegen das keimende Leben zu verantworten hatte. Die Heubeck ist eine 37 Mal vorbestrafte Prostituierte/ die bereits dreimal im Arbeitshause war. Sie war in Brandenburg die sogenannte lluge Frau, an die sich junge Mädcken, die einen Fehltritt be­gangen hatten, wendeten. Zu der Verhandlung waren mehrere Offiziere der Brandenburger Garnison, auck ein Kürassiereinjäh­riger als Zeugen geladen und es kamen dabei recht skandalöse Vorkommnisse in nichtöffentlicher Sitzung zur Sprache. Das Gericht verurteilte die Heubeck zu 3 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust.

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

London, 13. Juni. Die Cunardlinie beschloß die Fahrpreise dritter Klasse von Liverpool nach New York oder Boston, wie folgt, herabzusetzen: Für die Dampfer Campania" undLueania" auf 5 Psd.. fürUmbria",Etru- ria",Jvernia" undSaxonia" auf 55 sh., fürCarvathia" undAurania" auf 50 sh. Den Fahrpreis der dritten Klasse von Rotterdam, Hamburg. Bremen und Antwerpen nach New- Bork und Boston setzte die Gesellschaft auf 3 Psd. fest.

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung in Hessen für Donnerstag, den 16. Juni 1904: Meist trüb, etwas kühler, Regen besonders im Norden.

Näheres durch die Gießener Wetterkarte.

Temperatur der Lahn und der Luft

am 15. Juni 1904.

Nach Neaumur gemessen mittags zwifehen 12 und 1 Uhr. Wasser 17'/,°, Lust 18°.

Albert Rübsarne n.

Familien Nachrichten.

Geboren. Dem Oberlehrer Decker und Frau, geb. Möller in Lauterback ein Sohn.

Unierte Meldungen.

Originaldrahtineldungcn des Gießener Anzeigers.

Berlin, 15. Juni. Die Verhandlung über den Groß- Schiffahrtskanal Berlin-Stettin in der wasserwirt- schaftlichen Kommission des Abgeordnetenhauses endete mit der Annahme der Anträge von Arnim (Erhebungen über Einführung des elektrischen Zugbetriebes auf dem Finow-Kanal), Revoldt (Erhebungen über den Einfluß des Großschiffahrtsweges Berlin-Stettin auf die Bahnbenutzung und von Arnim (Mitteilungen über den Wagenladungs­verkehr zwischen Berlin und Stettin und Herabsetzung der Eisenbahnfrachten zwischen Berlin und Stettin).

Saarbrücken, 15. Juni. In einem Hause am St. Johanner Marktplatz wurde eine Falschmünzerwerk- stätte entdeckt, von der aus in den Saarstädten seit einiger Zeit falsche Zweimarkstücke verbreitet wurden. Die Polizei, fand alle Einrichtungen zur Herstellung falscher Geldstücke vor. Als Fälscher gilt der Uhrmacher Eisele, welcher bereits flüchtig ist.

London, 15. Juni. Ter Dampfer Sokoto, welcher aus A l t - K a l a b a r am 22. Mai abging und in Liverpool eintraf, brachte die Meldung, daß ein deutscher Händ­ler, der sich in einem Canoe den Gr-Fluß hinab­geflüchtet hatte, am 14. Mai in M-KalaVar eintraf. Der Mann hatte mit drei anderen Reisenden im eäiner Fabrik auf deutschem Gebiet an der Grenze von Englisch-Süd­nigeria gearbeitet, als die in Empörung befindlichen Eingeborenen die Ansiedlung überfielen. Der Mann konnte sich mit vier Weißen retten. Die Fabrik wurde niedergebrannt. Schließlich wurden die Re­bellen von deutschem und englischen Truppen zerstreut uitb1 flohen ins Innere, nachdem sie viele Tote zurückgelassen hatten.

Fiume, 15. Juni. Der bei der Bagdadbahn angestellt gewesene Ingenieur Hoffmann hat sich an Bord des hier, eingettoffenen Lloyddampfers Triest, nachdem er sich durch' Mefferstiche schwer verwundet hatte, ins Meer gestürzt.

Bozen, 15. Juni. Drei Touristen au§ München, welche in den Dolomiten nächst Fornidisopra Zeich« nun gen machten, wurden von italienischen Grenzwächtern unter dem Verdacht der Spionage verhaftet.

Petersburg, 15. Juni. Seit Beginn der Feindselig­ketten bis 26. Mai sind auf Seiten der Russen folgend- Verluste zu verzeichnen: 216 Offiziere und 4900 Mann tot, verwundet oder gefangen.

Petersburg, 15. Juni. (Ruff. Telegr.-Agentur.) einer Meldung aus Mukden vom 14. dS. befindet sich die Port Arthur belagernde Armee auf der Linie Pint- schentszeLounvantiau. Zwischen den Vorposten finden täglich Scharmützel statt. Die Gerüchte über einen Stur» auf Port Arthur bestätige« sich nicht.

. 26.40

4x/,% äussere Argentiner

. 102.00

. 90.10

. 101.95

. 90.30

. 99.95

4<V9 Italien. Rente 4V2% Portugieser RO/ Portugiesen. .

1% C. Türken . Türkenlose . . .

4% Grieoh. Monopol

. 87.80 . 104.5) . 98.60 . 201.00 . 186 10 . 137.60 . 150.10 . 151.60 . 135.80 . 16.60 . 192.20 . 243.(0 . 190.00 . 199 JO

SVa°/o SV" «Wo 3<Vn R/oO/0 37,%

3% Mexikaner . . 4l/29/n Chinesen . . Electric. Sehackert . Nordd. Lloyd . .

Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank Dresdener Bank . Berliner Handelspee. Oesterr. Staatsbahn Lombarden . . Gotthardbahn . . Lanrahütte . . . Bochum .... Harpener . .

Tendenz: fest.

Reichsanleihe do.

Konsols . do. . .

Hessen Oberhessen

143.00

60.75

59.80

4% Oesterr. Goldrente . . 101.15 4VS% Oesterr. Silberrente 100.20 4% Un^ar. Goldrente . . 99.60

. . 127.00

-Anl. 47.15

Telephonischer Kursbericht»

Frnnkinrt a. J3., 15. Juni.