Ausgabe 
15.4.1904 Drittes Blatt
 
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Feuilleton.

I t i t I

H Das Weimarer -----

Weimarer T'heaterplan ist g e s ch e r t e r r.

Verinischtes.

Mainzer Hütte zerstört. Nach einem an die Sektion Mainz des deutschen und österreichischen Alpen- vereinS gelangtem Telegramm ist die unter dem Namen

angekommen.

Norddeutscher Lloyd.

Annr.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, rote vm der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auSwani naß) (Ließen gebrachte Kranke kommen.

Schiffslmchrichten.

Red Star Linie, Vertreter Carl Retter, Gießen,vleichfk.^ Der PostdampferKroonland" der Red Star Linie'in Äni- werpen ist laut Telegramm am 12. April wohlbehalten m Jiero*

Rose Bernd in Frankfurt. *)

Der realistische Naturalismus hat seine ästhetische und kulturelle Mission erfüllt. Er hat uns erlöst von jener süßlichen, verlegenen Backfischenrvfindlichkeit, die vor jedem echten, voll ausslrömenden Gefühle ängstlich zurückschauderte, von der falschen Vornehmheit einer schematisch abgezirkelten Lehrbuch-Aesthetik, die dem seine eigenen Bahnen sich wählenden Genius die alte, künstlich ausgedachte, dem Künstlerischen enge Grenzen ziehenden Grammatik dom regelrecht Schönen strafend entgegenhält; er hat die Künstler wieder gelehrt, wie Dürer es schon lehrte, der Natur zu hul­digen, treu und rein ihre Linien nachzuziehen in demütiger Wahrhaftigkeit. Das große, ersehnte Kunstwerk aber, das selbst zur unmittelbarsten Naturoffenbarung wird, haben jene tüchtigen Idealisten denn das sind sie in ihrer ethischen Weltanschauung trotz ihres oppositionellen Radikalismus eigentlich gewesen uns nicht geben können. Auch Ger­hart Hauptmann, der inHannele", in derVer­sunkenen Glocke" wie imArmen Heinrich" den Sonnenflug zu kühnen Taten der schöpferischen Künstlerphantasie ge­wagt hat, ist wieder inRose Bernd" (Buchverlag von S. Fischer in Berlin) zu der liebevoll die Natur belauschen­den Heimatkunst seiner früheren Epoche zurückgekehrt. Und die schlichte Ehrlichkeit, mit der er hier in seinem eigenen Stile bleibt, wirkt sympathisch; es ist Persönlichkeit in dem Werke, und dieses Prädikat kann man doch nur wenigen zeitgenössischen Werken zuerkennen. So bewundert man auch hier wieder dieAndacht zum Unbedeutenden", die so hin­gebungsvoll, so innig aus kleinsten Einzelzügen das Bild schlesischen Landlebens zusammensetzt, die unbedingt sichere und innerlich erschaute Charakteristik der Einzelgeftalten. Doch nicht nur das eigentlich Künstlerische in dem Werk, das uns im tiefsten ergreift, auch sein ethischer Gehalt macht uns den Dichter lieb und wert, das immer wieder durch­klingende mitleidsvolle Erbarmen mit dem Leiden der Welt

Wegen Raummangels verspätet.

Berlin, 1 r panntfabinen», Amit Ws

Kßr «d Unter ü- (mb nachmittag Afrika zu ub( ' brigade van Vei Hamburg d Gerüchten vom L land" von der ttzamb. Börsenha ung entbehr cdanolungen schw jiinh" wird im -.^wyork cm- 'etei Mülhe.m jjungen der Äufsi !>vorständen r tdem Aerzteverei . ..nzte stellen am kiasfen ein.

Dresden, -mittag daö Präs Ischen Flotter das Präsidium a - Geh. Hc ftüherer Parlam« | > gestorben.

Araunschtr : ger Lvtlmekolleli . vis«r Frhr. v. R i > jchen Mclfichten bundesstaatl i wohl aber für ! jeiben. Er gebe jiü) mit enlspre jJiit Lachsen unb Angelegenheit.

In Cleveland (Ohio) wurde em ^^koivs sches Theater mit einer Aufführung v Uriel Acosta" eröffnet.

der Regierung zur Erwägung übergeben. Kultusminister Dr. Merzäcker erklärte dabei, er werde gemeinschaftlich mit dem Ministerium des Innern eine Kommission zur weiteren Förderung dieser Angelegenheit einsetzen.

mühens nicht vermeiden, in seinen sartasnschen, mahW\a spitzen Ton zu verfallen, der ihm oft vottreffluh, Y Übel zu Gesichte stand. Manchmal ?ber leuchtet^ .eine reine, alles verzeihende Herzensgute mit Echtheit aus diesem physiognomisch so atfl >p ö männlichen Tugendbilde heraus. Herr Diegcl ein kerniger, knorriger Vater Bernd, Herr : » y lüsterner Streckmann comme il saut,beide ube wahre Gestalten, mit künstlerischer Mersterschas 6 1 lebensechte Charaktere. Vortrefflich war drReg o Quincke, der auch red)t W^e ^anb^^^nftW gestellt hatte. - Tas Frankfurter ^blikum n^m^. tiefgreifende Tragödie, die ja frerlrch wud rum^Ü davon ablegt, um wie viel mehr eigentlich V " fer seinem Empfinden und Gestalten nach Am aus als Dramatiker ist, mit erstaunlrcher Zu h

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Aus Stadt und Kaud.

Gießen, 15. April 1904.

* Personalien. S. K. H. der Großherzog haben am 10. Februar d. I. den Eisenbahnsekretär in der Hessisch- Preuß. Eisenbahngemeinschaft, Georg Harb zu Mainz, auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste mit Wirkung vom 1. April 1904 an in den Ruhe­stand versetzt und ihm aus diesem Anlaß das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. Dem Eisenbahnsekretär in der Hess.-Preußischen Eisenbahngemeinschaft, Wilhelm Sch ar mann zu Darmstadt, wurde aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand der Charakter alsRechnungsrat" erteilt. S. K. H. der Groß­herzog haben den Bureauassistenten in der Hess.-Preußischen Eisenbahngemeinschaft, Franz Dürr zu Darmstadt, auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. April 1904 an in den Ruhestand versetzt, ebenso den Kanzlisten in der Hessisch- Preuß. Eisenbahngemeinschaft, Georg Litt zu Darmstadt, und den Lokomotivführer in der Hess.-Preuß. Eisenbahn­gemeinschaft, Christian Huber zu Darmstadt, diesem unter Verleihung des Allgemeinen Ehrenzeichens mit der Inschrift Für treue Dienste". Am 18. Januar d. I. wurde der Lokomotivführer in der Hess.-Preuß. Eisenbahngemeinschaft, Heinrich Jakob Kolb zu Gießen, auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner treuen Dienste, mit Wirkung vom 1. April 1904 an in den Ruhestand versetzt. S. K. H. der Großherzog haben den Weichenstellern in der Hess.-Preuß. Eisenbahngemeinschaft Ludwig Kilian zu Reinheim und Franz Steinmetz zu Alzey, den Bahnwärtern in dieser Gemeinschaft Johann Adam Lochmann zu Berkach und Johann Georg Wolf zu Richen, sowie den Bremser in dieser Gemeinschaft Sebastian Reu sing zu Aschaffenburg, auS Anlaß ihrer Versetzung in den Ruhestand, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der InschriftFür treue Dienste" verliehen. Dem Bahnwärter in der Hess.-Preuß. Eisenbahngemein­schaft Heinrich Hamel in Zell wurde aus Anlaß seiner Ver­setzung in den Ruhestand das Allgemeine Ehrenzeichen mit der InschriftFür treue Dienste" verliehen. Am 12. März d. Js. wurde der Wagenwärter in der Hess.-Preuß. Eisen­bahngemeinschaft Georg Schmidtmer zu Darmstadt wegen geschwächter Gesundheit in den Ruhestand versetzt.

♦♦ Robert Blum-Linde, lieber eine in Gießen vorhanden gewesene Robert Blum-Linde berichtet Professor Dr. Otto Buchner in seinem 1885 erschienenenFührer durch Gießen und seine Umgebung" vom sogenannten Lädchen- Wäldchen, dem Gehölz zwischen der neuen Kaserne und der Stadt, indem er schreibt: Auch hier ist ein Erinnerungs­baum gepflanzt, die Robert Blum-Linde. Buchner fährt dann fort, zu erzählen, daß Gießen 1848 stark demokratisch gesinnt war, und als das Parlamentsmitglied Blum nach dem Kampfe des Volkes in Men gegen die Truppen am 26. Oktober 1848 und nach der Uebergabe Mens, gefangen wurde (am 4. November), ging durch das ganze demokra­tische Deutschland eine heftige Bewegung, die sich in lautem Schmerzensschrei kund gab, als Blum am 9. November 1849 in der Brigittenau standrechtlich erschossen wurde. In Gießen wurde damals Blum zu Ehren die Linde aepfanzt; trotz ihres Schutzes wurde sie, während der sehr bald ein- treteuden Reaktion, heimlich unter oer Krone abgesägt, doch schlug sie wieder aus und steht, so berichtet Buchner, von 1885 bis aus den heutigen Tag. Inzwischen sind 29 Jahre verflossen. In Gießen weiß man wobl, wo die Luther- und die Schillereiche stehen, ob und wo die Robert Blum-Linde noch steht oder nicht gestanden hat, kann nie­mand angeben. Es wäre eine dankbare Aufgabe des Ge­schichtsvereins, wenigstens den Platz sestzustellen, wo jener Baum gestanden hat und diesen vielleicht durch eine Tafel zu kennzeichnen. In unserer Nachbarstadt Grünberg existiert übrigens sogar ein Robert Blum-Gedenk- ftein seit dem Jahre 1849.

Kopenhaz, 1 land unb Dar Komitee, welches Telegramm, wori roil Lersammlun '-Insten öinnlan t den ersucht, den 1 bitten, Finn

London,1 - dem tibetanischen ' neral ohne weite I: worden Beide f, "-"General Macdon ' 'hnen, da die Be ^"apitulatior - bie hi rift m dem

April nur Z «jette 190 To zeichnen waren; c ^genommen.

Haris, 15. 2

Abschieds SS? hautet, m< '-QB Marcl-and ein 'Üdem er o -; l«Vtl)m m der U ""verrat Xfi S? elne Diszi läiet weiterhin ;

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der Westerwälder Basaltbrüche, ®. m. b. H., und der Albert Hill unb Georg Wagner vereinigt. Vorsitzender d§?^ sichtSrats ist der Gewerke Friedrich HaaS in Eiserseld der Bruchbesitzer Albert Hill in Marburg. ' q

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Weimarer T'heaterplan ist geschertert. Ö1 . do? in Berlin hat dem Großherzog nntgeteu, ^einun Vorhaben, ein Mustertheater der Modern mclen gründen, fallen gelassen habe, und zwar^S^ au6 geger gehässigen persönlichen Anarrfse, dre von Dcana-

sie gerichtet n>ort>en seien. DieW- Z-S;" kenne, müsse allerdings wissen, daß die au cd

nirgend größer sein könne als dort. überwieg"^ verständige Leute, und die Behörden un Dumont den Mehrzahl der Bevölkerung hatten Ira -oIlen, zumal Weg so geebnet, daß sie ihn hatte b £tjnnlC/ daß de es kaum einem Zweifel mehr unterlieg , cfllicnen werde Großherzog dem Plane mit Wohlwollen bcg g & Es sei trostlos. Zm Beginn des bran de-

großes Konzerthaus in Aussicht 0eB* Hoffnungen am Dumontsche Zurunftstheater, auchJbclI; biß ab Erbauung eines neuen Hoftheaters auf mindestens 50 Jahre vertagt werden m bleibe Weimar der Musen Witwensch-

au; ^,7>ychol ?nirti:n flnb^lanb u: bqß V. Zierer eini ^tolt eni

und des Einzelmenschen, das nur in der alles verzeihenden Liebe seine Erlösung sindet, dieselbe alle Nietzschesche Lebensphilosophie unbeoingt niederschlagende Gedanken­welt, die auch Tolstois oder Gorkis Dichtungen selbst dem sympathisch macht, der ihren Cinzellehren nicht folgen kann. Und mag diesmal der Dichter uns in dem Schicksale des unglücklichen Weibes gleich Furchtbares, in herbster Rea­listik zumuten, wie etwa Hebbel inMaria Magdalena", um dieses herben Liebesleidliedes willen schätzen wir ihn mehr denn je als den empfindsamsten, den feinfühligsten unserer heutigen Poeten. So scheint uns auch das Msen des Stückes in jener ©jene zwischen Frau Flamm und August Keil zu liegen, wo die beiden still duldenden Na­turen, die eine in gefestigter christlicher Glaubensanschauung, die andere in ihrem einsamen Denken zu dem gleichen Resultat verzeihender Duldung kommen, weil sie auch in dem anderen Paare, den leidenschaftlich genießenden und sündigenden Smnesmenschen, das Menschliche empfinden.

Frl. Rottmann stellte die Rose, das moderne Gretchen vom Dorfe, dar. Sie' gab sichtlich ihr Bestes und Eigenstes. Ursprünglich ganz debbes, dralles Naturkind von gesunder Leidenschaftlichkeit, stark pulsierendem Blut, wuchs sie sich aus zu einer Dorftragödrn von erschütternder Wucht der Empfindungen. Die starke Unmittelbarkeit in fillen ihren Gefühlsäußerungen, den zartesten, aus dem Tiefsten kom­menden, wie den robustesten, machte uns zu Bewunderern ihrer großen und großzügigen Kunst. Man hörte aus dem Innersten hervorsvrudelnde, brausende Naturlaute. Da vereinten sich ecyteftes Mitempfinden mit geistvollstem Studium. Den Dialekt beherrschte sie, wie fast alle Dar­steller, durchaus nicht mit phonetischer Genauigkeit, aber sie ließ sick durch die unschöne Mundart in der Freihett ihrer Darstellung nicht im mindesten beirren. Alle übrigen Dar­steller standen Nicht auf gleicher Höhe. Frl. Klinkham­mer und Herr Bauer als Frau und Herr Flamm liehen sich beide auf einem senttmentalen Eheschisflein treiben, das ä la Ludwig Richter geartet, in dieses Milieu wenig paßte und das der Dichter auch nur der Gattin stellenweise zugemutet hat. Herr Bolz, der den Ävl- porte^r darzustellen hatte, konnte es trotz emsigsten Be-

Jn Gießen vertreten durch Carl Loo-, ldrchenplatz.

Bremen, 11. April. (Per transatlantischen lelrgrak.. Der Doppelschrauben - PostdampserBrandenburg , »w E. Wollersdorfs, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, 9 111,1 6 Uhr morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.

All-flz wr dku Stm»rs>i»Isrt,istkni irr ätüt 8i(ira

Wufatbott.

Am 5. April. Joseph Hagele, Maschinist dahier mit Wagner in Leihgestern. Am 11. April. Georg Friedrich Lim^' Schlosser dahier mit Auguste Margarete Christiane '-Uoael hiei-S Adam Kaiser, Bahnarbeiter dahier mit Atarie Hahn in seid. Carl Lotz, Heizer dahier mit Elisabeths Geldsetzer in Ä darf. Karl Albert Wilke, Schutzmann in Worms mu ©ertn? Theodore Guldan dahier. Am 12. April. Heinrich Herrmann flr/i- straßenmeister dahier mit Anna Katharina Elijabethe Minna Hierselbst. Wilhelm Best, Sergeant, Zahlmeister-Aspirant bnh i mit Louise Klotz Hierselbst. Georg August Heinrich Todt, ftoni mann dahier mit Minna Vogt Hierselbst.

Eheschließungen.

Ani 9. April. Adam Rohn, Postbote dahier mit Katbarm-, Gertrude Wolff biersell'st. Ludwig Heinrich Emil Daniel Postsekretär dahier mit Anna Alöhl Hierselbst. Joseph Micka^ Aierz, prüft. Tierarzt in Glauchau mit Mathilde Kathmka (Si. beth Tribus dahier. Am 12. April. Georg Karl Emrich, Leuln>inn in Metz mit Aiarie Adolphine Fayet dahier. Am 14. Albrecht Karl Christian Ludwig Hahn, Reisender dahier mit GmiliZ Henriette Charlotte Harnickel Hierselbst.

Geborene.

Am 3. April. Dem Drechsler Wilhelm Walther ein Sobn_ Heinrich Georg. Am 6. April. Dem Taglöhner Otto Rausch em- Tochter, Elise Katharine. Dem Kaufmann Wilhelm Baumom eine Tochter, Margarete Johanna Elisabethe. Dem Bäckermeisie, Heinrich Friedrich Alüller etn Sohii, Adols. Am 7. April. Ten Hilisbrernser Heinrich Herr eine Tochter. Dem Eisenbahn-Bureau gehilsen Heinrich Arnold eine Tochter, Elly Elisabeth Auguste. - Dem Schlosser Wilhelm Kahn ein Sohn, Karl. Dem Lokomouv- Heizer Wilhelm Müller II. ein Sohn. Dem Schreinereibesmn Karl Beil eine Tochter, Allnna Jrma. Am lO.Aprü. Dem Forum August Müller eine Tochter, Elijabethe Eleonore Aiargarete. Am 13. April. Dem Schlosser Otto Herb eine Tochter, (jltiabetlx Anna.

Gestorbene.

Am 10. April. Heinrich Lehrmund, 9 Monate alt, Sohn bt? Kellners Philipp Lehrmund dahier. Am 11. April. Berta Mler 7 Jahre all, Tochter des Eiselihahnschaffners Heinrich Aitlker babiei Frieda Henriette Muhl, 2 Atonale alt, Tochter des Friseur? Karl Atuhl dahier. Am 12. April. Christian Noll, 1 Fahr alt Sohii des Tienstmanus Christian Noll dahier. Heinrich Wunac Schmidt, 24 Jahre all, Kausmann dahier. Am 13. April, (jniü Stemberger, 84 Jahre alt, Rentner dahier. Am 14. April. Amn Schultheiß, 2 Jahre alt, Tochter des Dienstmädchens pelem Schultheiß dahier.

IUöu,ratliüitlifbn|i^t ön LoöesMk m derSiadlSich«.

13. Woche. Vom 20. bis 26. März 1904. Einwohnerzahl: angenommen zu 27 bOO (infl. 1600 Atann Militäh Sterblichkeitsziffer: 28,35

nach Abzug von 8 Ortsiremden: 18,23 Im.

Kinder

Mainzer Hütte weitbekannte Schwarzenberghütte im Fuschertal, die von derSeküon Mainz unter Aufwendung bedeutender Mittel errichtet worden war, durch einen Lawinensturz vollständig zerstört.

Wien, 14. April. Der auS Westfalen gebürtige Ge­schäftsreisende Wiese ist hier verhaftet worden, weil er in Petersburg einen großen Juwelen-Diebstahl verübte.

Petersburg, 14. April. In voriger Nacht brach in einem Zimmer des vierten Stocks des Nordhotels gegenüber dem Nikolaibahnhof Feuer aus. Ms die Feuer­wehr in das Zimmer drang, fand sie alles in Flammen. Im Zimmer war eine arge Zerstörung angerichtet, die Fensterrahmen waren herausgeschlagen, die Dielen aufge­rissen. Das Zimmer hatten vor einigen Tagen zwei zu­gereiste Herren gemietet. Einer Namens Kasenow wurde in dem brennenden Zimmer tot anfgefunben,_ der zweite ist verschwunden. Es weist alles daraus hin, daß der Brand infolge der Explosi on einer Höllenmaschine ent­stand, die durch unvorsichtiges Umgehen des Besitzers mit derselben explodierte. Kasenow ober Kasarkow war ber Sohn eines Generals. Die hiesigen Zeitungen würben übrigens ermahnt, nichts darüber zu bringen; die Warn­ung kam aber zu spät; die Zeitungen waren schon im Druck, und deshalb wurden alle gedruckten Exemplare kon­fisziert. Es heißt, die Polizei habe kompromittie­rende Dokumente und Pläne entdeckt.

Washington, 14. April. Nach den neuesten Meld­ungen aus Pensacola sind bei der Explosion auf dem Missouri" 29 Mann umgekommen. Ter Unfall ereignete sich gegen Mittag. Es erfolgten zwei Entzünd­ungen. Zunächst bei einem linksseitigen zwölfzölligem Ge­schütz in dem hinteren Panzerturm während des Ladens, sodann fast sofort hinterher im Beüienuugsraume. Die Mannschaften des Turmes und des Bedienungsraumes wur­den getötet. Man fand 25 Leichen auf einem Haufen inner­halb des Turmes nahe dem Ausgang völlig entblößt. Sie waren kaum wiederzuerkennen. Die Kleider waren am Leibe völlig verbrannt.

* Wahnsinn oder Verbrechen? Eine seltsame Affäre beschäftigt die Polizei von Budapest, Berlin und Hannover. Im November vorigen Jahres kam ein Mann nach Budapest und flieg dort im Hotel Royal ab, wo er sich alsFerdinanb Troll, Kaufmann aus Han- no ver" anmelbete. Als nach einer Woche, wie üblich, ber Hotelier ihm seine Rechnung vorlegen ließ, erklärte ber Fremde, die Rechnung würde sein Oberhofmeister bezahlen. Zur Erläuterung bemerkte er noch, man müsse doch wissen, daß er der deutsche Ka ifer sei, von dem man doch nicht die Bezahlung einer Rechnung verlangen könne. Die Sache endete damit, daß Herr Troll in die ungarische Landes­irrenanstalt gebracht wurde. Seitdem ist es noch nicht gelungen, festzustellen, wer der mysteriöse Fremde ist. Die Polizei von Hannover hat ermittelt, daß aus Hannover überhaupt niemals ein Mann Namens Troll verschwunden ist, und die dort wohnenden Trolls konnten über die An­gelegenheit gar feine Aufklärung geben. Die Photographien des Wahnsinnigen kamen von überall alsunbekannt" zu­rück. Zuletzt hat die Berliner Polizei gemeldet, daß ein Ferdinand Troll vor zwei Jahren in Berlin gestorben ist. Es sei nicht unmöglich, daß dessen Papiere gestohlen wurden. Das Interessanteste an der Sache ist, daß die Aerzte noch nicht seftstellen konnten, ob Troll tatsächlich geisteskrank ist, oder ob er nur simuliert. Er hat sehr oft lichte Mo­mente, in denen er fast weinend die Worte wiederholt: Mas habe ich getan, was habe ich getan!" Es ist daher nicht ausgeschlossen, daß ein schweres Verbrechen auf seinem Gewissen lastet. Die Ermittlungen in dieser Richtung haben bisher kein Resultat gezeittgt.______________________________

Handel und Verkehr. Uolkswittschast

Hessische Laudes-Hypotheleubau», Darmstadt. Der Be­stand an Hypotheken-Forderungen erhöhte sich im ersten Quartal von Mk. 9 250 000 auf Mk. 13 250 000 und an Kommunal-Darlehen von Mk. 2 900 000 auf Mk. 4150 000. Gleichzeitig hat sich der Umlauf an Hypotheken-Obligationen von Mk. 7 600 000 aut Mk. 10 700 000 und an Kommunal-Obligationen von Mk. 1 950 000 auf Mk. 2 850 090 gehoben, Die beiden Kammern der Stande haben genehmigt, daß ans staatlichen Mitteln zur Erhöhung des Betriebs­kapitals weitere Mk. 4 400 000 bei der Landes-Hypothekenbank in° vestlert werden, über welche durch Darlehensabschlüsse für das laufende Quartal zum größten Teile bereits verfügt werden konnte.

Aktiengesellschaft Hessische Hartsteinwerke. Mit dem Sitze in Marburg wurden unter dieser Firma die im Kreise Biedenkopf belegenen Grünstein-, Syenit- und Diabasbrüche

Es starben an: Zusammen: Erwachsene:

im vom

Scharlach

1

1. Lebenswahr: 2.-15. Jahr

1 -

Tuberkulose der Lungen

1(D

KD

Tuberkulose der Drüsen

1

1

Lungenentzündung

1

1

Aneurysma

1

1

Puerperalfieber

1(1)

1(1)

Blasenentzündung

KD

1(1)

Bauchsellentzündung

1(1)

1(1)

Krämpfen

2

2

Lebensschwäche

4(3)

4(8) -

Altersschwäche

KD

1(1)

Summa:

15 (8)

8(5)

6(8) 1