Ausgabe 
15.2.1904 Erstes Blatt
 
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Regierung zu ersuchen, dem Ausschüsse noch in dieser Tag­ung ausführliche Mitteilungen über die als dringend zu bezeichnenden Straßenbauten und deren mutmaßliche Bau­kosten zu machen.

Ausleihungen und Staatsschuld-

Unter Vorbehalt der ?lendevungen, welche durch Be­schlüsse der Kammern notwendig werden, stellt sich nach der Vorlage der Regierung und unter Berücksichtigung der Nachträge und Berichtigungen Einnahme und Ausgabe in diesem Kapitel folgendermaßen:

Einnahme.

1. Rückzahlungen auf Ausleihungen 200100, Mk.

2. Kapitalaufnahmen 14 000 793,

3. Einnahme der Staatsschuldenk?sse 05 8 7 77

Summe 14 306 780,77 Mk.

Ausgabe.

1. Auszahlungen 4 480000, Mk.

2. Kapitalrückzahlungen 3 800,

3. Ausgaben der Staatsschulden-Ver- waltung 105 887,77

Summe 4 589 687,77 Mk.

Der Ausschuß beantragt:

L Die Einnahme in Höhe von 14 309 780.77 Mk., vor­behaltlich der Aenderung n di' s'ch d"rch die beider­seitigen landständischen Besch üssi e geben:

2. die Ausgabe in Höhe von 4 589 687,77 Mk. zu bewilligen.

Das Betriebskapital der Hcr-Ptstaattk sse. 5 000 000 Mk und sonstige indisponible und reservierte Fonds in Höhe von 3 460033,96 Mk., welche sich noch erhöhen um den infolge der Nachträge und Berichtigungen im Hauptvor­anschlag, 1. Teil,Für die Verwaltung" den Einnahmen und Ausgaben zugegangenen Betrag crbschliesend mit einer Mehreinnahme von 233 690 Mk., kommen hier in Ausgabe zu stehen.

In der Erläuterung wird im einzelnen nachgcwiesen, daß der mutmaßliche Rest des verfügbaren Ver­mögens Ende 1904: 385 720,21 Mk sein werde. Dieser Rest wird sich aber nach einer Mitteilung des Finanz- mrnisters tatsächlich wesentlich höher stellen; man sprach von 800 000 bis 1 000 000 M k. über den hier angesetzten Betrag h i n au s g e h e n d e Be- träge.

Deutsches Reich.

Berlin, 14. Febr. Ter Kaiser nahm gestern die Meldungen des Oberstleutnants Lauenstein, des Majors v. Tettow, Majors v. Förster und Hauptmanns Hoff­mann entgegen, die zu den kriegführenden Par­teien abkommandiert sind, die ersteren beiden zu den russischen, die letzteren zu den japanischen Truppen. Heute mittag empfing der Kaiser Erzbischof Fischer.

Ueber die Haltung des Reichtags beim Ab­leben des Herzogs Friedrich von Anhalt be­klagt man sich in anhalttschen amtlichen Steifen. Die Kreisblätter nennen es außerordentlich auffallend, daß des Ablebens des Herzogs mit keinem Worte im Reichstage gedacht ist, und führen Beispiele an, die dieses Verhalten des Parlaments befremdlich erscheinen lassen sollen. Als König Albert von Sachsen starb, be­teiligte sich das Präsidium des Reichstags an der Bei­setzung und nach Wiederaufnahme der Sitzungen gedachte der Präsident des Heimgegangenen Monarchen. Auch beim Tode des Großherzogs Karl Alexander von Sachsen-Weimar 1901 geschah dies, und das Haus hörte stehend die An­sprache an.

Wie dieAkad. Bl." melden, ist der Reichstagsabg. v. Ger lach,weil er öffentlich die Haltung des Vereins bekämpft und Gegner des Vereins unterstützt hatte, aus dem Verein deutscher Studenten-Derlin ehren- rätlich ausgeschieden worden."

Darf ein Sozialdemokrat illuminieren an Kaisers Geburtstag? Tiese Frage hat, tote die Freis. Ztg." berichtet, den sozialdemokratischen Wahlverein für Berlin II beschäftigt. Nach demVorwärts" lag dem Verein folgende Anfrage vor:Verträgt es sich mit den politischen Anschauungen eines organisierten Parteigenos­sen, daß er zur Feier des Geburtstages des Kaisers die Fenster seiner Wohnung illuminiert?"" Aus der Begründ­ung ging hervor, daß der illuminierende Genosse der Vorwärts"" versieht diesen Titel mit Anführungszeichen Rechtsanwalt Viktor Fränkl ist. Vor dem förmlichen Ausschluß blieb Fr. nur bewahrt, weil er durch seine Erklärung im Oktoberheft derZukunft"" be­treffs Mitarbeit an dieser gegnerischen Schrift sich selbst außerhalb des Rahmens der Organisation der sozialdemo­kratischen Partei stellte, indem er die Beschlüsse des Dres­dener Parteitags nicht anerkennt." Immerhin wurde aber das Verdikt gefällt, daß Fränkl nicht mehr als Genosse zu betrachten sei.

Tie Tada kar b etter genossen s chäft (E G. m. b. H., Sitz Hamburgs hat ihren Bericht übre das ab­gelaufene 13. "Geschäftsjahr erscheinen lassen. Ter Gesamt­umsatz betrug im Jahre 1903: 10 585 Mille, die Steigerung gegenüber 1902 26 Prozent. Ter fakturierte Wert der ver­kauften Maren betrug Mk. 440683 gegenüber Mk. 348 054 im Jahre 1902. An dem Absatz waren die Konsumvereine beteiligt 1902 mit Mk. 168925 und 1903 mit Mk. 235135. Ter Absatz an dieselben hat sich mithin gegenüber 1902 um 39 Prozent gesteigert.

Magdeburg, 14. Febr. Sämtliche Kranken- kassenärzte bis auf dreißig, haben ihre Tätigkeit für die Ortskrankenkasse eingestellt.

Ausland.

Paris, 14. Febr. Das gestern unterzeichnete fran­zösisch-siamesische Abkommen sichert Frankreich alle Vorteile des Abkommens von 1902, enthält aber ferner eine Reihe von Bestimmungen, die darüber hinaus Frank­reich wirtschaftlichen und politischen Einfluß im siamesischen Laos und den Provinzen um den großen See verschaffen, wo Siam seit mehreren Jahren bemüht war, die lokalen Behörden zu unterdrücken und an Stelle der eingeborenen Polizei siamesische Gendarmerie zu setzen. Diese Versuche werden sich nicht wiederholen, da Siam sich verpflichtet hat, in diesen Provinzen eine rein Ein- geborenen-Polizei zu unterhalten, deren Offiziere Franzosen sein sollen. Sobald dort Die allgemeine Sicherheit durch­geführt ist, sollen öffentliche Arbeiten unter Leitung fran­zösischer Ingenieure unternommen werden. Frankreich behält Tschautabun, bis die neue französisch-siame­sische Grenze, namentlich der Teil zwischen dem großen See und dem Meere, der seit 1867 nicht hatte festgesetzt werden können, von einer gemischten Kommission festgesteut

ist und bis die Frankreich zukommenden Gebietsteile sich in seinem Besitz befinden. Französische Ingenieure erhalten die Erlaubnis, auf dem Land- oder Wasserwege die Ver­bindung mit der bedeutendsten Stadt des Nam-Mun-Tales, Ubon, zu erleichtern. Dies wird es Französisch-Jndochina ermöglichen, dort wirtschaftlichen Einfluß auszuüben und Absatzgebiete für die aus Saigon kommenden Waren zu er­schließen. Längs des rechten Ufers des Mekong hat Siam Frankreich in allen großen Handelszentren, die das Ge­neralgouvernement von Jndochina bezeichnet hat, Strecken Landes eingeräumt, wo Handels- und Schiffsniederlassungen gegründet werden sollen. Auf siamesischem Gebiet sollen überall, wo der Mekong Verkehrshindernisse bietet, Eisen­bahnen gebaut werden. Frankreich wird somit auf dem rechten Mekongufer zahlreiche Punkte be­setzen, sodaß die Zone von 25 Kilometern überflüssig wird, durch die Siam gehindert werden sollte, sich auf dem linken Mekongufer festzusetzen. Im weiteren verzichtet Siam auf die Souveränetät über mehrere auf dem rechten Mekongufer gelegene Territorien. Die Frage der Schutzbefohlenen ist den Forderungen Frankreichs entsprechend geregelt worden. Siam erkennt die gegenwär­tigen Listen an. Tie französische Rechtsprechung wird auf alle französischen Schutzbefohlenen ohne Unterschied aus­gedehnt.

Etienne, 14. Febr. Bei der Sitzung des Sozia- li st en -Kongresses kam es zwischen Dissidenten und Anhängern Jaurös zu heftigen Kundgebungen. Jaurös Rede wurde häufig unterbrochen. Nach dem Mee­ting entstand ein heftiger Krawall und Jaurös mußte sich mit mehreren Freunden in ein Caf6haus flüchten

Athen, 14. Febr. Die Kronprinzessin Sophie wurde gestern von einer Prinzessin entbunden. (Die Kronprinzessin ist bekanntlich eine Schwester des deutschen Kaisers.)

^er erste internationale Kongreß für Sckutyygierre zu Mrrverg (4.9. April 1904).

In der Zeit des Weltverkehrs wird die Erreichung aller Ziele und Au'gab en, seien sie sozialer, wirtschaftlicher, beruflicher, politischer oder idealer Art, versucht durch Zu­sammenschluß, durch Organisation, durch Bildung großer, starker Gruppen von Gleichgesinnten. Die räumlichen ^Ent­fernungen unserer Erde sind klein geworden, schon längst ist die Grenze des Landes kein Hindernis mehr für den Menschen, der sich mit Gleichgesinnten zusammenfinden will zu gemeinsamer Arbeit. Es ist erfreulich, daß es nament-. lich die Wissenschaft, daß es hauptsächlich die Lösung idealer Aufgaben ist, welche zu kosmopolitischer Tätigkeit ruft, und dadurch dazu beiträgt, die Völker zusammenzufassen, zusammenzuführen und die Erkenntnis zu fördern, daß es gemeinsame, große Ziele gibt, denen gegenüber nationale Eifersüchteleien- keine Berechtigung haben.

Mit Stolz dürfen wir betonen, daß es deutsche Ge­lehrte waren, von denen die Anregung zu einem neuen, internationalen Unternehmen ausgegangen ist, da? berufen ist, segensreich für die gesamte Menschheit zu wirken. Der Allgemeine deutsche Verein für Schulgesundheitspflege" hat im Frühjahr 1903 in einem Rundschreiben alle nationalen Verbände ähnlicher Tendenz zur Meinungsäußerung über die Zweckmäßigleit einer intemation^lm Z- sammenfassung aufgefordert. In allen Ländern fand die Anregung unge­teilten Beifall, der Zeitpunkt war vorzüglich gewählt, denn mit Recht heißt es in demAufruf zur Gründung inter­nationaler Kongresse für Schulhygiene", der eine Folge dieser ven deutscher Seite stammenden Anregung war, baß auf dem Gebiete der hygienischen Forschung zurzeit in allen zivilisierten Ländern die Schul- und Volkshygiene int Vorder­grund des allgemeinen Interesses steht, Diele Hygieniker haben mit Wort und Schrift in diesen Zweigen der Wissen- chaft bahnbrechend gewirkt, Aerzte und Schulmänner haben >enselben gemeinsame Arbeit gewidmet, Regierungen und Kommunalverbände sind eifrig bemüht, solche Arbeit zu fördern. Es hat sich aber die Ueberzeugung durchgerungen, daß zur Heranbildung einer gesunden Jugend gerade der Schulhygiene noch viel zu tun übrig bleibt, daß bereits im jugendlichen Alter unb insbesondere in der Schule durch vollendete Körperpflege geistige Ueberanstrengung und Schwächung der Individualität verhindert werden muß und daß durch gemeinsame, gegenseitig anregende und befruchtende Arbeit aller Nationen die Aufgabe der Schulhygiene erleichtert und gefördert wird.

Tie Folge dieser Erkenntnis ist die Bildung einesper­manenten internationalen Komitees", das periodisch statt­findende internationale Kongresse berufen wird. Dieses Komitee besteht aus 53 Herren; alle europäischen Staaten, auch Asien und Amerika sind vertreten, eine große Anzahl der ersten Hygieniker des IN- und Auslandes sind ver­zeichnet, alle nationalen Verbände, die sich mit hygieni­schen Aufgaben beschäftigen, sind durch ihre Vorsitzenden vertreten. Dieses permanente internationale Komitee hat den ersten Kongreß nach Nürnberg auf den 49. April einberufen. Die Organisation der Nürnberger Tagung ver­spricht einen mustergiltigen Verlauf der ersten inter­nationalen Versammlung, beweist aber auch das Ver­ständnis und das große Interesse, welches der Veranstalt­ung in weiten Kreisen entgegengebracht wird. Ein vielfach gegliedertes Ortskomitee von nicht weniger als 370 Mit­gliedern hat die Vorbereitung zum Kongreß übernommen, Se. Kgl. Hoheit Dr. med. Prinz Ludwig Ferdinand ist Protektor.

Mitglieder des Kongresses können alle diejenigen wer­den, die a.n der Förderung sckmlhygienischer Bestrebungen Interesse haben. Die Mitgliedskarte zum Preise von 20 Mark berechtigt zur Teilnahme an allen Sitz­ungen und Veranstaltungen des Kongresses, sichert den Bezug des Kongreßberichtes und Kongreßtageblatteö, gewährt Stimm- uno Wahlrecht.

IN den allgemeinen Sitzungen finden zusam­menhängende Vorträge allgemeinen Interesses, in 10 Tlb- t ei hingen Abteilungssitzungen statt mit zahlreichen kürzeren Vorträgen und anschließender Diskussion. U. a. sind fol­gende Abteilungen gebildet:

Hygiene der Schulgebäude und ihrer Einrichtungen. Hygiene des Unterrichts und der Unterrichtsmittel. Hygienische Unterweisungen der Lehrer und Schüler. Körperliche Erziehung der Schuljugend.

Krankheiten, Kränklichkeitszustände und ärztlicher Dienst in den Schulen.

Hygiene der Schuljugend außerhalb der Schule, Je- rienfo(onicen und Organisation von Eltemabenoen.

Mit dem Krongreß ist außerdem eine schulhygienische Ausstellung (Schulbauplüne, Modelle, Lehrmittel usw.) ver­bunden.

Auch im Groß Herzogtum Hessen hat sich am 18. Dezember 1903 unter dem Vorsitze des Geh. Ober­medizinalrats Dr. Neid hart ein Organisationskomitee

gebildet, das aus 42 Herren, Medizinern, Pädagogen und Technikern besteht, auch die hessische Schulabteilung ist hierbei durch die Herren Oberschulräte Nodnagel und Scheuermann vertreten. Schriftführer dieses hessischen Or- ganisationskomitees ist Oberlehrer Karl Roller-Darm­stadt, der zu jeder Auskunft bereit ist. Wir dürfen hoffen, daß Hessen, das an den Verhandlungen der deut- chen Kongresse, die der allgemeine deutsche Verein für Schulaesundheitspslege bisher veranstaltete, stets lebhaften Anteil nahm, auch in Nürnberg würdig vertreten sein wird.

Aus Stadl uud Kaud.

Gießen, den 15. Februar 1904.

LU. Herr Geh. Iustizrat Prof. Dr» B. A. Schmidt )at einen an ihn ergangenen ehrenvollen Ruf an die Uni­versität Königsberg ab gelehnt.

** Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Anr heutigen Ziehungstage der 5. Klasse siel die Prämie von 75 000 Mk. auf Nr. 44949 (nach Darmstadt), ferner iel ein Gewinn von 25 000 Mk. auf Nr. 1179, ein Gewinn von 10 000 Mk. auf Nr. 2818, ein Gewinn von 5000 Mk. auf Nr. 34201, ein Gewinn von 3000 Mk. auf Nr. 66988. fünf Gewinne von je 1000 Mk. auf Nr. 1905 60285 68628 73868 88962, Gewinne von je 400 Mk. auf Nr. 1968 7371 81339 87589 91869. (Ohne Gewähr.)

** Eine Kindesleiche wurde am Samstag nach­mittag 5 Uhr in einem der letzten Gärten auf dem Rodtberg aufgefunden. Die Leiche war in Lumpen gewickelt und scheint o längere Zeit dort gelegen zu haben. Näheres wird die im Gange sich befindende Untersuchung ergeben.

** Ter Maskenball des Gesangvereins Heiterkeit gestern abend im Caf6 Leib eröffnete die Faschingstage mit einem Treiben ungebundener Karnevals­freude. Tie Räume des Iestsaales waren ganz gefüllt, und die Besucherzahl nahm in der vorgeschrittensten Zeit kaum ab. Man sah sehr hübsche Masken und beobachtete viel ergötzliche Vorgänge. Wenn einem da so unverhofft von unbekannten Vermummten das Gewissen wie ein Sack umgestülpt wird, heißt es, gute Miene zum bösen Spiel machen und die neckigeWahrsagerin'" mit vermehrter Liebenswürdigkeit und Vertraulichkeit unter das Tach der Bescheidenheit zu scheuchen, oder, was erstrebenswerter scheint, zu einem trauten Versöhnungsfestakt zu überreden. Ties letzte scheint denn auch in den allermeisten Fällen gelungen zu sein. Wunderhübsche Gruppenaufführungen boten auch den dichtgedrängten Zuschauern auf der Galerie Stoff zu unterhaltenden Bettachtungen. Oben auf der Bühne vermittelte ein nettes Schwebekaroussel den Fahrlustigen ein interessantes, überaus lustiges Bild des regen Treibens im Saale. Nebenan sorgte eine schmucke Schießbude dafür, daß die Schützen unter den Ballbesuchern von Zeit zu Zeit erproben konnten, ob die muntere Weinlaune die Sicherheit der Hand nicht beeinträchtigt habe und ob über­haupt das Herz noch auf dem richtigen Fleck sitze. Sich solchen Vergnügungen hinzugeben, war Zeit bis zum grau­enden Rosenmontag.

Das karnevalistische Konzert des Turn» Vereins gestern, Sonntag, hat auch dieses Jahr wieder einen Mitgliedern fröhliche, köstliche Stunden bereitet. Das Auftreten erster Humoristen, die Turnkünste am Reck, Pferd, Doppeltrapez und an römischen Ringen, die Akrobatenkunststucke der beiden lustigen Chinesen, deS Salto-Mortale-Clowns Schmidt und das südländische Ständchen von Signor Berini hat auch diesmal gezeigt, daß die mitwirkenden Mitglieder ihr Bestes zur Verherrlichung des schönen Abends beigetragen haben. Wie aus der heutigen Annonce ersichtlich ist, findet am Dienstag abend eine karnevalistische Damen- und Herren­sitzung mit anschließendem Tanz statt und so schreibt man uns das vorgesehene Programm dürfte nicht allein einen genußreichen Abend versprechen, sondern alle Ermattungen übertreffen.

** DaS Kaiserpanorama bringt tmS diese Woche die herrliche Sächsische Schweiz. Darunter erblicken wir Dresden, Schandau, Königstein, Lilienstein, Edmundsklamm, Edle Krone. Auch für diejenigen, welche diese Punkte schon bereist haben, wird die Besichtigung eine schöne Erinnerung sein, da das Panorama alles naturgetreu wiedergiebt.

Die Landesbrandkasse des Großherzogtums be» zahlte im Jahre 1903 für Brandschäden rund 900 000 Mk. Die Kosten, die entstehen für die Vergütungen an Gemeinden, welche eine ausgiebige und dem Feuerschutz dienende Waffer- leitung besitzen (2 Pfg. pro 100 Mk. Versicherungskapital), belaufen sich auf 200 000 Mk. Hiervon entfallen auf die Städte Mainz 42 000 Mk., Darmstadt 40 000 Mk., Worms 15 000 Mk., Offenbach 11000 Mk. und Gießen 10000 Mk. Die Gesamteinnahme für die mit der Landesbrandkasse verbundene Feuerlöschkaffe betrug 68 370 Mk., die Ausgaben 66 790 Mk. Außerdem sind an Einnhmen noch vorgesehen aus früheren Jahren 18 600 Mk., sodann 1 Prozent der für das Jahr 1903 ausgeschlagenen Brandversicherungsbeiträge zitta 72 000 Mk., ferner der Beitrag des Staates zirka 25 000 Mk., sowie 3500 Mk. Zinsen von dem Reservefond. Die sich ergebenden Ueberschüffe werden dem Reservefonds, der die Höhe von 100 000 Mk. erreicht hat, so lange ver­zinslich beigelegt, bis er 200 000 Mk. beträgt.

g. Aus dem Biebertal, 14. Febr. Die Bewohner im Biebertal und am DünSberg wünschten schon vor Jahren im Besitze einer Apotheke zu sein. In der Tat besteht ein recht bringendes Bedürfnis danach. Rasche ärztliche Hilfe ist in allen Fällen wohl leicht zu haben, denn fast an jedem größeren Otte hat sich ein Arzt niedergelassen. Aber weit beschwerlicher ist die Herbeischaffung von Medikamenten, die oft mit unliebsamer Verspätung aus der Stadt beschafft werden müffen. In der Frage, ob Krofdorf oder Rodheim zum Sitz einer Apotheke werden soll, hat die Gemeinde Krofdorf den Sieg daoongetragen. Mit dem 1. April d. I. wird auch in Hohensolms eine Apotheke eröffnet. Beide Orte, Krof­dorf und Hohensolms liegen indessen für die Bewohner des Biebertals nicht günstig; für uns kann eben nur Rodheim in Betracht kommen, zumal eS auch der Sitz eines Arztes ist.

L Wißmar, 12. Febr. Am Donnerstag fand hier die erste Brennholzversteigerung aus dem hiesigen Ge­meindewald statt; tue Preise touren, trotz des großen An­gebots an Holz, durchschnittlich gut zu nennen, dies ist be­sonders bei- guten Qualität und Formung des Holzes, sowie der gut fortschreitenden Verbesserung und Chaussierung der Holzabfuhrwege zuzuschreiben. Zur Deckung der Kosten für eine hier anzulegende Güterv er Ladestelle und eine Wasser-