Ausgabe 
14.12.1904 Erstes Blatt
 
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P. Dezemver TOGO gefallene Russe,n in der Nähe des- 203 Nteter-Hügels gefunden wurden. Tie teilweise Zer­störung bet Ar s'enaI s macht es den Russen nn m ö g- lich, weitere?)?unitsion 511 fabrizieren. Stössels Hauptquartier ist angeblich Paintuschan.

Ter russische Kapitän Klado

ist wegen sreimätige-.- Artikel über das Verhalten der russischen Marineverwaltung vom (Großadmiral Großfürsten Alexis mit zweiwöchigem Arrest bestraft worden, (yr ift der Held des Tages. Sämtliche Blätter der russi­schen Residenz veröffentlichen Warrn empfundene Artikel an die Adresse des (^maßregelten, der aus Liebe urrd Anhänglichkeit 'um Baterlaude sich .nicht gescheut habe, offen die Wahrheit über die Zustände im Marinewesen zu erörtern. Klado veröffentlichte am Tienstag selbst eiueri Brief in der ZeitungRuß", worin er wiederholt mit Nach" druck für die sofortige Verstärkung des Geschwaders Rosdjestwenskis durch Entsendung des dritten Ge­schwaders cintritt, da die dem Admiral zur Verfügung stehende Streitmacht in jeder Beziehung unzureichend sei. Es müßten alte Schiffe ab gesandt werden, die im Augenblick reisefertig seien; mau dürfe nicht weiter warten.Wie schrecklich klingt nachher das Wort: Zu spät!"

Die baltische Flotte.

Tie Meinung, daß Rosdiesttvenskis Flotte ohne weitere Verstärkungen zu nichts imstande sei, wird auch sonst immer nachdrücklicher vertreten, zumal seit das russische Port Ar­thur-Geschwader aus jeder Zukunftsberechnung ausgeschie-- den ist. Ter Admiral selbst teilt diese Ansicht.Petit Parisien" teilt einen Brief Rosdjestwenskis an einen Pe­tersburger Freund mit. Gr erklärt darin, er könne ohne Verstärkung den Kampf gegen Togos Flotte nicht au fn eh men. Gr äußert ferner seine unumwundene Anerkennung über die tatkräftige englische Unterstützung bei der Fahrt des russi­schen Geschwaders von Vigo nach Bakar.

London, 13. Tez.Goening Standard" berichtet, daß das Geschwader Rosdjestwenskis in der Besan-Bai eingetrosfen ist. Von der Snnda-Bai wird gemeldet, daß der KreuzerOleg" und der TorpedojägerGroßny" dort eingetroffen seien.

Lissabon, 13. Tez. (Reuter.) 21 zum russischen Baltischen Geschwader gehörende Kriegsschiffe sind heute in Mossamedes eingetroffen.

Rom 13. Tez. Eine aus russischen Ingenieuren und Ma­rine-Technikern bestehende Kommission ist in Italien eingetroffen, in der Absicht, mit den italienischen Schiffswerften wegen be­deutend er Bestellungen jnr Reorgonisation respektive zur Neubegründung der russischen Kriegsmarine in Verbindung zu treten.

Ter französische Botschafter in Petersburg.

Bomvard, der zurzeit in Paris weilt und am Tienstag dem Präsidenten Loubet ein Öandschr eiben des Kaisers N i k 0 l a u s überbrachte erklärte einem Redakteur desTemps", daß ganz Rußland in ehr denn je entschlossen sei, alles auszubieten, um ein entscheidendes und v 0 l l st ä n d i g e s R e s u l - tat z u erziele n. General Kuropatkin, der zu Beginn des Krieges unzureichende Streitkräfie so wunderbar zu verwenden verstand, besitzt nunmehr ein Kriegsinstrument ersten Ranges. In sinanzi eller Hinsicht sei die Lage Rußlands ausge­zeichnet. Bompard schätzt die der ausländischen Industrie zufallenden Bestellungen auf höchstens 150 Mill i0- n en. Gr habe übrigens die Versicherung erhalten, daß Rußland die Anerbieten der französischen Industrie günstig aufnehmen werde. Allerdings habe es die deutsche Metallindustrie verstan­den, durch ihre eigenen geschickten erfahrenen und unermüdlichen Vertreter ihre Inte ressen in ständiger Weise treff- lich zu fürd ern .und daran möge sich die französische Industrie ein Beiwiel nehmen.

Jocer und Jlotte.

München, 13. Dez. Das Begnadigungsgesuch des früheren Ginjährig-Freiwilligen Gras, der zu mehreren Monaten Gefängnis verurteil wurde, weil er zwecks Befreiung vom Militärdienst wahrheitswidriae Beschuldigungen gegen einen Sergeanten vorbrachte, ist vom Prinzregenten ab- schtägig beschieden worden.

und Schule.

Der protestantische Verein in Saalburg beschloß die Errichtung eines Luther-Denkmals. Der katholisch­galizische Verein berief dagegen eine P r 0 t e st v e r s a m ni l u n g ein.

Aus und Land.

Gießen, 14. Dezember 1904.

** In der letzten Sitzung des Provinzial- AuSschusseS wurde wiederum über das Gesuch des vor­mals Kern'schen Kohlensäurewerts zu Bad-Nauheim um Genehmigung der Errichtung einer Dampfkessel -Anlage und damit zusammenhängender Veränderung seines Gewerbebe­triebes verhandelt. In dieser Sache fanden bereits sechs Sitzungen und zwei Augenscheintermine statt, sodaß die Ent­scheidung des Provinzial-Ausschusses nunmehr wohl erwartet werden darr.

Kauft am Platze! Die letzten Wochen vor dem Weihnachtsfeste sind für die Mehrzahl der Geschäftsbräuchen die Tage, an denen verstärkte Bemühungen cinzusetzen haben, um durch das Angebot und die Auslage der Waren das Publikum zum Kaufe einzuladen. In kleineren Städten haben dann die Geschäftsleute auch den Nachweis zu führen, daß die Käufer keinen Anlaß haben, ihre Bestellungen der Billig­keit des Preises wegen auswärts zu besorgen. Wer nun die Verhältnisse in Gießen kennt, weiß, daß die hiesigen Geschäfte auswärtiger Konkurrenz vollständig gewachsen smd und es der Reise nach Frankfurt oder anderen größeren Städten nicht bedarf, um gut und billig cinzukaufen. Das WortKaust am Platze!" sollte aber auch diejenigen, die irgend welche Verbindungen und Beziehungen in anderen Städten haben und daher öfter auswärts weilen, daran er­innern, daß es schließlich im Interesse der heimatlichen Ver­hältnisse geboten ist, auch bei den Weihnachtseinkäufen den heimischen Geschäften vor den auswärtigen den Vorzug zu geben.

Wegen der Kabellegung in der Bahnhof- flraße ist der hiesige Detaillisten verein bei der Bürger­meisterei vorstellig geworden. Gestern ist er von dieser benach- richtet worden, daß das hiesige Kaiser!. Postamt folgendes Schreiben an die Bürgermeisterei gerichtet hat:

Gießen, den 10. Tezember 1-04.

Ter . _

(y t- o r h c r zog liehen Düra.erm elfterer hier

^.1 . ifm>q zurückgesandt, daß die zur Verstellung

rxr, , o'antaae vor "üeh"u Bauz il von 12 Tagen leider

: örtl l Schwierigkeiten, zwei

Regentage und ähnliche urwenneidliche widrige Umstände, die Ar­beiten erheblich aufhielten. Der Kaiserlichen Ober-Postdirektion ist über die Sachlage Bericlst erstattet und oie Genehmigung dazu beantragt ivarbeit, daß die Arbeiten in der Geschäftsgegend der Bahnhofstraße und in der Marktstraße nur noch soweit fortgesührt werden, als es der gegenwärtige Stand der Arbeiten und die Wiederherstellung der Degeoberflächen unbedingt erfordern, und daß inzwischen die Strecke Wiefeckbrücke-Postamt der Zement- kanalanlage sowie die Kabellegung in der Liebigstraße und in dem südlich von der Liebigstraße gelegenen Teile der Frankfurter- straße ausgefübrt werden. Tie Fertigstellung der begonnenen Arbeiten in der Geschäftsgegend der Bahnhofstraße beansprucht mir noch höchstens 2 Tage. Turcb diese Regelung der Ange- legenheit wird den Wünschen der Geschäftsleute billige Rücksicht getragen und diese dürften sich beruhigen, besonders wenn die Großherzogliche Bürgermeisterei baldigst für die vorläufige Wieder­herstellung der Bürgersteigoberflächen in der vorgeschlagenen Weise gefälligst Sorge tragen möchte.

gez. Schäfer.

Dieses Schreiben ist vom 10. ds. Mts. datiert. Nicht zwei, sondern vier Tage sind bereits vorüber und die Ar­beiten sind noch nicht beendet, im Gegenteil, cs wird noch vor der Möbelhandlung Grünebaum tüchtig gearbeitet, ebenso zwischen Postamt und Wicseckbrücke. Unserer gestrigen Be­hauptung, das; jetzt auch die Strecke zwischen Wieseckbrücke und Hotel Grost'wrzog aufgerisscn werde, widerspricht heute das Kaiserl. Pouamt; die Arbeiten in diesem Teile der Bahn­hofstraße, sowie in der westlichen Hälfte der Marktstraß-' würden erst nach Neujahr in Angriff genommen werden Dazu haben wir zu bemerken, daß diese Arbeiten naeh unseren genauen Iusormationen bereits begonnen hatten, indeß als­bald wieder eingestellt worden sind und z. Zt. ruhen. Aus dem obigen, im Wortlaut mitgeteilten Schreiben des Kaiser!. Postamts an die Bürgermeisterei geht übrigens hervor, das; zwischen diesen beiden Behörden bereits Verhandlungen statt­gefunden haben und daß während dieser das hiesige Postamt die schleunige vorläufige Wiederherstellung des Bürgersteigs in Vorschlag gebracht hat. Diese vorläufige Wiederherstellung aber läßt nun wieder ihrerseits auf sich warten. Tie viel­fachen Reklamationen haben jedoch jedenfalls den Erfolg gehabt, daß die Geschäftsleute der Bahnhofstraße zwischen Westanlage und Wieseckbrücke vorerst ungeschoren gelassen werden.

* Steinmersen nach einem Elscnba hnzug. An dem Eisenbahnübergang in der Frankfurter- und Liebigstraße bewarf am Samstag nachmittag ein kleiner Junge einen Eisenbahnzug mit Steinen. Er ivarf das Fenster eines Ab­teils ein, in welchem mehrere Reisende saßen. Zum Glück wurde niemand getroffen.

* Seinen 80. Geburtstag feiert am 15. Dezember der etatsmäßige Professor für Brückenbau und höhere Bau- konstruktion 011 der Technischen Hochschule zu Aachen, Geh. Regierungsrat Dr. Friedrich Heinzerling. Geboren am 15. Dezember 1824 in unserem Nachbarorte Groß en b u seck, besuchte Heinzerling das Gymnasium zu Darmstadt und die höhere Geiverbeschule und studierte von 1846 an der Uni­versität und Akademie der Künste in Berlin. Von 1847 setzte er seine Studien an der Universität Gießen fort und be­stand im Herbst 1848 die Fakultätsprüfung für das Baufach, welche zur Führung des Doktortitels berechtigte. 1848 fand er Verwendung bei der Großh. Direktion der Main-Neckar- Eisenbahn zu Darmstadt unter Eckhard bei Herausgabe des Atlas über die Konstruktion und Bauwerke der Main-Ncckar- Eisenbahn auf Großh. Hessischem Gebiete/ 184849 und 184950 absolvierte er einen Kursus bei den Sekretariaten ver Großh. Direktion der Main-Wescr-Bahn und der Großh. Dbcrbaudireltion in Darmstadt. 185056 arbeitete er auf dem Bureau des Sekiionsingenicurs Eickemeyer. Gleiehzcitig erteilte er vier Jahre den Zeichenunterricht am Gym­nasium zu Gießeu. Ostern 1860 übernahm er die Stelle als Lehrer detz Bauingenicursaches an der höheren Gewerbe­schule zu Darmstadt. Im Herbst 1864 wurde er zum außer­ordentlichen und 1868 zum ordentlichen Professor der Bau- und Ingenieurwissenschasten an der Gießener Uni­versität ernannt. Um Unterlagen für die statistisehen Be­rechnungen von Hoch- und Brückcnbauten zu schaffen, ver­faßte er hierGrundzüge der konstruktiven Anordnung und und statischen Berechnung der Brücken- und Hochbau-Kou- struktionen, ein Beitrag zur allgemeinen Theorie und Systcm- kunde der Baulonstruktionen" (1870), sowieTie angreifenden und widerstehenden Kräfte der Brücken- und Hochbau-Kou- strukttouen" (2. Aull. 1876). 1870 folgte er einem Ruse als Professor des Brückenbaues und der höheren Baukonstruk- tionen an die neugegründete technische Hochschule in ^lachen. Unter seinen praktischen Arbeiten ist die Anlage einer Wasser­leitung vom Schiffenberg nach dem Forst garten, der Umbau der Schwancnapotheke in Wetzlar und der Neubau von Postgebäude und Stallung in Wetter bei Marburg zu erwähnen.

C. Diebstahl. Gestern vormittag zwischen 8 und 9 Uhr wurden au§ dem Flur des hiesigen Gymnasiums von einem unbekannten Täter zwei Ueberzieher und ein EapeS gejtohleu. Die in einem Ueberzieher befindliche JahreS-Eiseubahnfahr- farte des Eigentümers wurde in der Nähe des Bahnhofs gefunden; der Dieb hatte sie fortgcmorfen, bevor er mit seiner Beute den Bahnhof betrat.

t, Saasen, 13. Dez. Die hiesige Schule ist schon seit einiger Zeit geschlossen. Es wird voraussichtlich in längerer Zeit keine Schule gehalten werden, da der Sohn des Lehrers am Typhus darniederliegt.

t. Burkhardsfelden, 13. Dez. Ein hiesiger Bauer, welcher mit seinem Pferde über Land gefahren war, ver­unglückte auf dem Heimwege, indem das Pferd, welches der Bauer eben erst e rwckrben hatte, durchging, so daß der Mann unter den Wagen kam. Der Arzt stellte neben einigen Hautabschürfungen eine Quetschung des Beines fest.

§ Butzbach, 12. Dez. Die Warenhäuser, die seither nur in größeren Städten zu finden waren, kommen jetzt auch in die Landstädtchen. So wurden hiervor einiger Zeit zwei Warenhäuser eröffnet. Die Landbewohner kommen vielfach per Bahn auS entfernten Orten, um in den Waren­häusern einzukausen. Dieser Tage haben sich nun die hiesigen Geschäfts- und Kaufleute zu einem Verband zusammengetan, um ihre Interessen zu vertreten.

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vermischtes.

* Ein neues Denkmal. Der Kaiser beschloß, cur dem Schlachtfelde bei Leuthen zur 150 jährigen Siegesfeier einen Gedenkstein an der vom VolkSmunde tf9(lloc von Leulhen" genannten kleinen Liudengruppc beim

Dorfe Saara zu errichten. Dort hatte angeblich am Abend der Schlacht ein Grenadier den ChoralNun danket alle Gott" angesiiuuut, den dann das ganze Heer mitsang.

* London. 13. Dez. Nach einer bei Lloyds autz Schanghai eingegangenen Depesche ist das österreichisch- ungarische KriegsschiffKaiserin Elisabeths ohne fremde Hilfe nach Nagasaki abgegangen. Infolge des Zusammen­stoßes mit dem deutschen DampferEva" wurden derKaiserin Elisabeth" ein schweres Geschütz und zwei Boote weggerissen. DieEva" erlitt Beschädigungen an der Brücke und wird in Schanghai ausgebessert.

* Kleine Tage schronik. Heute nacht stieß auf bet Station Orscha im niss. Gouvernement Mohilew ein Güter- zug mit einem Militärzüge zusammen, in bem sich Rejervisten befanden. Infolge des Zusammenstoßes entzündete ich in einem Wagen befuiblichcs Pulver und erpicht e rte. Ter Wagen wurde vollständig vernichtet. 7 Verjonen haben chwere Verletzungen erlitten. Unter bem Verbucht des Mor- bes ist her Hanbelsmann Blumber g aus Rixborf, ein alter Zuchthäusler, verhaftet worben. Es würbe angenommen, baß bic Plätterin Marta S ch a l'i ck e aus Not freiwillig ins Wasser gegangen sei. Ein Arbeiter hatte gesehen, wie ein Mann ich mit bem Mäbchen in der fraglichen Nacht unterhielt. Plötz­lich ertönten Hilferufe ans bem Weiser seitens bes Mäbchens, wäl)'- i.iib her Mann da von ging. Es ist nachgewiesen, baß Blumberg vorher mit der Schale c in einem Restaurant saß und sie im Streit gcjchlagen bat. Man nimmt an, baß er sie ins Wasser ge­stoßen hat, während er selbst erzählt daß sich bas Mädchen ins Wasser gestürzt habe, ohne baß er es ßinbern konnte.

Kunst utib Wissenschaft

Jin berliner Opernhause ging am Tienstag als Galavorstellung Leo ncav allesRoland von Berlin" in Szene. Tie langjährige Spannung war in den letzten Tagen in eine übertriebene Erregung ausgeartet, die die Auffi'chrung zum sensationellen Ereignis stempelte. So kam man bem szenisch geräuschvoll geratenen ersten Akt freudig entgegen. Schon hier konnte jid) ber Komponist mit allen Darstellern zeigen. Tas In ter eise hielt noch int zweiten Akt an, erlahmte aber allmählich bei ber ungeschickt gefügten Handlung^ Tie Musik ermangelt des einheitlichen Stils, steht aber höher als bic Dichtung. Herr Gruening und Fräulein Testinn boten Glanzvolles. Ihnen galt beim auch der Hauptbeisall bes letzten Aktes: doch konnte der Komponist mit ihnen erscheinen. Ein langes Leben bürste aber bem Werk schwerlich beschieben sein. So lautet ein Telegramm der heutigenFranks. Ztg." W. T. B. meldet uns folgendes: Der Aufführung wohnten bei: derKaiscr, Prinz nnb Prinzessin Leopclb. ber Kronprinz, bie Prinzen Eitel Friedrich, Joachim Albrecl t und Friedrich Wilhelm, der Herzog von Koburg, Prinzessin Feobora von Schleswig-Holstein unb ber italie­nische nnb österreichisch,? Botschafter. Kapellmeister Muck dirigierte. Den Kurfürsten Friedrich II. sang Knüpfer, den Bürgermeister Rothenow Hoffinann, defsen Tochter Elsbeth Fräulein Testinn nnb Henning Miller Grün in g. Ter Kaiser unb bie Fürstlichkeiten beteiligten sich lebhaft am Applaus. DaS Orchester hatte Scott* caüallc vor Beginn einen Lorbeerkranz überreicht. Nach sämt­lichen Akten erfolgte lebhafter Beifall. Tem letzten Akte folgten eine Anzahl Hervorrufe der Tarsteller, Leoncavallos unb Mucks. Tie Tarsteller überreichten Lconeavallo Lorbeerkränze. Der Kaiser befahl Leoncavallo mit Gtemablbt in die Loge unb überreichte ihm beit Kroneno r den 2. K lasse. Tic Eintrittspreise stiegen nach herFr. D. Pr." ins Unglaublicl)e. Ein Herr bot 3000 Mk. für eine Loge doch ohne Erfolg. Für Parkettsitze wurden 100 bis 150 Mk. gefordert und bezahlt. Ein Händler ver­langte für dritten Rang 25 bis 30 Mk. Er hatte noch 3 Karten und meinte, wie ein Berichtersdatter erzählt, stolz auf diesen Besitz:Meine Kollegen heueiden mich schon drum. Es war auch keine Kleinigkeit, sic zu erhalten. Ein Mann hat für mich 'von 10 Uhr morgens drüben gestanden unb von mir orbentlich zu essen und zu trinken bekommen. Na, unb die Erkältung ist auch nicht ansgeblieben."

Märkte.

fc. Frankfurt a. M., 14. Dez. 'Dvig.-Tclegr. desGieß. Anz.") S ch w c i n c in a r f t. Zum Verkauf ftanbcit 1787 Schweine. 2cbiveinc: 1. Qualität 5859 Pfg., Lebendgewicht 4600 Psg., 2. Qual. 5700 Psg., Lebendgewicht 4500 Pfg., 3. Qualität 5052 Psg., Lebendgewicht 0000 Pfg. Markt lau, lieber- stand bedeutend.

Kirchliche Wachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Donnerstag, den 15. Dezember, abends 8 Uhr, im Markus-

saale, Kirchstraßc 9, Bibelstuude. 1. Corinth., Kap. 3.

Pfarrer S ch w nbe.

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

rroi anSsichtliche Witterung in Hessen für Donnerstag, den 14. Dezember 1904: Trüb, milder, windig, Regen (meist gering.)

Näheres durch die Gießener Wetterkarte.

Telephonischer» Kursbericht.

3lAi% Roicheanleihe . . 101.55

3'/o do. ... 89.65

Konsole .... 101.50

3°/n do......89.70

ßWn Heesen .... 100.00

3l/t % Oberhoeeen . . .. 4 9o Ooeterr. Goldronte . 101.60 4*/6% Oceterr. Silber reute 100.10 4% Ungar. Goldrento . . 99.80 4°/ Italien. Rente . > . 104.40 4* 2 ®o Portugiesen , . . 63.70 *°/ Porlngiesen.....62.80

\% 0. Türken .... . Fürkenloeo......128.20

4% Griech. Monopol.-Anl. 47.70 4l/i% äuesere Argentiner 45.25

Tendenz,:

?.o/0 Mexikaner .... 32.86 4 VoVo Chinesen - . . . 91.70 Electric. Schlickert . . . 124.00 Nordd. Lloyd . . .. 104 50

Kreditaktien . . » . 212 00

Diskonto-Kommandit. , . 191.70 Darmstädter Bank . . . 142.70 Dresdener Bank .... 157.50 Berliner TTandolsges. . . 163.75 Oesterr. Staatsbahn . . . 139 20 Lombarden.....17.70

Gotthardbahn.....193.00

Laurahütte...... 257.00

Bochum....... 229.25

llarpener......215.50

Schatzscheine.....'

fest

Itruclir Meldnnlpu.

Berlin, 14. Dez. DerVorwärts" schreibt: Gegen- über derLcipz. Volksztg." zu der Erklärung Bebels im Reichstage mag zweierlei bemerkt fein: 1) daß natürlich du Fraktion mit ihrer Erklärung keine Aufsichts-Befug, uisse über die Parteipresse in Anspruch nehmen wollte, wohl aber hat sie als ein Organ der Partei, das mit der politischen Vertretung der Partei im Parlament beauftragt ist, für sieh dasselbe Recht auf Beachtung Anspruch, daS die Parteipresje für sich in Anspruch nimmt, wenn sie an den Handlungen der Parteigenossen Kritik übt; 2) daß nicht der geringste Grund zu der 9(nbcutung vorliegt, als könne die sachliche Stellung der Partei zum Brotwucher von der Fraktions-Er­klärung irgendwie in Frage gestellt werden.

Berlin, 14. Dez. Gegen einen 23jährigen Reichs- grafen, ber in einem bei vornehmen Hotels Unter bcn^Linben wohnte, zurzeit aber unbekannten Aufenthalts ist, wurde Straf­anzeige wegen V etrngs erstattet. Ter junge RcichSgraf halte unter der Beihilfe seines Sekretärs in einem Zeitraum von kaum einem halben Jahr Sch ul den, die in bie Hunderttausende gehen, zu machen verstanden. Mchrcrei E x i st e n z e n f i n d r u i n i e r t.

London, 14. Dcz. Einer Korrespondenz des Standard zufolge sott nach einem in Petersburg vorhandenen amtlichen Schriftstücke eine Dschunke, auf der sich die beiden längst